Etagenwärmepumpe 2026: Gasetagenheizung ersetzen + 80 % Förderung
Etagenwärmepumpe statt Gasetagenheizung: Luft-Luft ab 3.000 EUR, Luft-Wasser ab 8.000 EUR, KfW-Förderung bis 80 %. Plus § 71l GEG-Frist und Betriebskosten.

Eine Etagenwärmepumpe ist eine dezentrale Wärmepumpe, die eine einzelne Wohnung (Etage) mit Heizung und optional Warmwasser versorgt – als direkter Ersatz für die Gasetagenheizung. Sie kostet je nach Bauart 3.000–6.000 EUR (Luft-Luft) bzw. 8.000–15.000 EUR (Luft-Wasser) pro Wohnung. Über die KfW 458 sind bis zu 80 % Förderung möglich, weil Gas-Etagenheizungen den Klimageschwindigkeitsbonus altersunabhängig auslösen.
Das Wichtigste in Kürze
- Betroffene Wohnungen: In Deutschland gibt es rund 3,8 Millionen Gasetagenheizungen (BDEW-Schätzung) – dezentrale Gasthermen, die jeweils eine einzelne Wohnung mit Heizung und Warmwasser versorgen. Alle brauchen wegen der 65-%-Erneuerbare-Energien-Pflicht mittelfristig eine Nachfolgelösung.
- Kosten Luft-Luft: Eine Luft-Luft-Etagenwärmepumpe (Split-Klima mit Heizfunktion) kostet 3.000–6.000 EUR pro Wohnung inkl. Installation, braucht aber einen separaten Durchlauferhitzer fürs Warmwasser. Als komplette Wohnungslösung inkl. Warmwasser nennt co2online 10.000–20.000 EUR.
- Kosten Luft-Wasser: Eine Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe ersetzt die Gastherme 1:1 über die vorhandenen Heizkörper und kostet 8.000–15.000 EUR pro Wohnung.
- Förderung: Die KfW (Programm 458) fördert mit bis zu 80 % (einkommensabhängiger Deckel, sonst 70 %), weil Gasetagenheizungen den Klimageschwindigkeitsbonus (seit 21.07.2026 16 %) unabhängig von ihrem Alter auslösen. Achtung: Betrifft die Maßnahme nicht alle Wohnungen, gilt der anteilige Förderhöchstbetrag – nicht automatisch 28.000 EUR pro umgerüsteter Wohnung.
- Gesetzliche Frist: Nach § 71l GEG müssen Sie spätestens 5 Jahre nach Ausfall der ersten Etagentherme entscheiden, ob Sie auf eine Zentralheizung umstellen – bei dieser Entscheidung verlängert sich die Frist auf insgesamt max. 13 Jahre.
- Ersparnis: Laut Heizspiegel 2025 zahlte ein Gashaushalt in einer 70-m²-MFH-Wohnung rund 16,86 EUR/m²/Jahr, ein Wärmepumpenhaushalt rund 10,21 EUR/m²/Jahr – das sind rund 39 % weniger. Im Detailbeispiel weiter unten sinken die Heizkosten mit einer Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe um rund 44 %.
Sie interessieren sich für eine Wärmepumpe?
Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region und sparen Sie bis zu 37 % durch unseren Angebotsvergleich.
- 100 % kostenlos & unverbindlich
- Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
- Durch Vergleich bis zu 37 % sparen
Update (Stand: 14. Juli 2026) – Neue BEG-Förderung nach dem GModG: Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, Bundestag und Bundesrat 10.07.2026) und der neuen BEG-Förderrichtlinie gelten ab 21. Juli 2026 neue Fördersätze: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt von 20 % auf 16 % (und danach halbjährlich weiter bis 0 % ab 01.08.2028), der Effizienzbonus (5 %) entfällt ersatzlos, die maximal förderfähigen Kosten für die Heizung sinken von 30.000 EUR auf 28.000 EUR. Neu ist ein einkommensabhängiger Deckel von bis zu 80 %. Die Förder-Angaben in diesem Artikel sind auf diesen Stand aktualisiert.
In Deutschland sind rund 3,8 Millionen Wohnungen mit Gasetagenheizungen ausgestattet – dezentrale Gasthermen, die Heizung und Warmwasser jeweils für eine einzelne Wohnung bereitstellen. Dieses System steht vor dem Ende: Steigende Gaspreise, die CO₂-Bepreisung und die 65-%-Erneuerbare-Energien-Pflicht des Gebäudeenergiegesetzes (GEG, ab Juli 2026 als Gebäudemodernisierungsgesetz/GMG geplant) machen eine Nachfolgelösung nötig. Die zentrale Wärmepumpe im Keller ist die naheliegende Alternative – aber in vielen Mehrfamilienhäusern (MFH) scheitert sie an der WEG-Beschlussfassung, an fehlendem Platz für ein zentrales Heizsystem oder an der Kostenverteilung.
Hier kommt die Etagenwärmepumpe ins Spiel: ein dezentrales System, bei dem jede Wohnung ihre eigene Wärmepumpe erhält – mit einem Außengerät an der Fassade oder auf dem Balkon und einem Innengerät in der Wohnung. Dieses Konzept ist technisch ausgereift, wird von mehreren Herstellern angeboten und ist seit 2025 zunehmend in der Praxis verbreitet. Dieser Artikel erklärt die Technik, die Kosten, die Förderung, die gesetzlichen Fristen und die Herausforderungen – mit konkreten Beispielen aus der Praxis.
Etagenwärmepumpe vs. Gasetagenheizung im direkten Vergleich
| Kriterium | Etagenwärmepumpe | Gasetagenheizung |
|---|---|---|
| Anschaffung pro Wohnung | 3.000–6.000 EUR (Luft-Luft), 8.000–15.000 EUR (Luft-Wasser) | ab 4.000 EUR (neue Gastherme) |
| KfW-Förderung | bis 80 % (KfW 458) | 0 EUR (keine fossile Förderung) |
| Betriebskosten (Heizspiegel) | ca. 10,21 EUR/m²/Jahr | ca. 16,86 EUR/m²/Jahr |
| CO₂-Kosten | keine (Strom CO₂-frei abrechenbar) | steigend, 60 EUR/t CO₂ (2026), ETS II ab 2028 |
| Erfüllt 65-%-EE-Pflicht (§ 71 GEG) | ja | nein |
| Gesetzliche Frist | – | Austauschpflicht nach § 71l GEG (5/13 Jahre) |
| Kühlfunktion im Sommer | ja (Luft-Luft, optional Luft-Wasser) | nein |
Schnell-Entscheidung dezentral vs. zentral: Die Etagenwärmepumpe ist die richtige Wahl, wenn es bereits dezentrale Gasthermen gibt, kein Kellerraum/keine Steigleitung für eine Zentrale vorhanden ist, die WEG sich nicht auf ein gemeinsames System einigt oder Sie Wohnung für Wohnung umstellen wollen. Eine zentrale Wärmepumpe lohnt eher, wenn ohnehin eine zentrale Gas-/Ölheizung mit Verteilnetz existiert, alle Eigentümer mitziehen und ein Heizraum verfügbar ist – sie erreicht im Schnitt eine höhere Effizienz.
Was ist eine Etagenwärmepumpe?
Eine Etagenwärmepumpe ist eine dezentrale Wärmepumpe, die eine einzelne Wohnung (Etage) mit Heizung und optional Warmwasser versorgt – im Gegensatz zur zentralen Wärmepumpe, die das gesamte Gebäude über einen Heizraum beheizt. Sie ist der direkte Nachfolger der Gasetagenheizung: Statt einer Gastherme pro Wohnung übernimmt eine eigene Wärmepumpe pro Wohnung die Wärmeversorgung. Sie besteht aus zwei Komponenten:
- Außengerät: Enthält den Verdampfer und den Ventilator. Es wird an der Fassade, auf dem Balkon, auf dem Dach oder im Innenhof montiert. Typische Abmessungen: 80 x 55 x 30 cm (B x H x T), Gewicht: 30-50 kg.
- Innengerät: Enthält den Kompressor, den Verflüssiger und die Regelung. Es wird in der Wohnung installiert – je nach Typ als Wandgerät (ähnlich einer Klimaanlage), als Hydro-Modul (für Anschluss an Heizkörper/Fußbodenheizung) oder als Truhengerät.
Die Verbindung zwischen Außen- und Innengerät erfolgt über Kältemittelleitungen (bei Split-Systemen) oder Luft-Kanäle (bei kompakten Systemen). Die Leistung liegt typischerweise bei 3-8 kW – ausreichend für eine 60-120 m² große Wohnung.
Typen von Etagenwärmepumpen
Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Technologien, die jeweils unterschiedliche Einsatzbereiche haben.
Typ 1: Luft-Luft-Wärmepumpe (Split-Klimaanlage mit Heizfunktion)
Die Luft-Luft-Wärmepumpe erwärmt die Raumluft direkt – ohne Umweg über ein Wasserheizsystem. Das Prinzip ist identisch mit einer reversiblen Split-Klimaanlage: Im Sommer kühlt sie, im Winter heizt sie. Eine ausführliche Typ-Vertiefung bietet unser Beitrag Luft-Luft-Wärmepumpe: Kosten, Funktion und Einsatzgebiete 2026.
Technische Daten:
| Kennwert | Typischer Bereich |
|---|---|
| Heizleistung | 2,5-6,0 kW |
| COP bei A7/A20 (Heizen) | 4,0-5,5 |
| COP bei A-7/A20 (Heizen) | 2,5-3,5 |
| Jahresarbeitszahl (JAZ) | 3,0-4,5 |
| Vorlauftemperatur | Nicht zutreffend (direkte Lufterwärmung) |
| Kältemittel | R32 oder R290 |
| Schallleistungspegel Außengerät | 40-52 dB(A) |
| Schallleistungspegel Innengerät | 19-30 dB(A) |
Vorteile:
- Günstigste Option: 3.000-6.000 EUR pro Wohnung (inkl. Installation)
- Kühlfunktion im Sommer inklusive
- Keine Änderung an der Heizungsverteilung nötig
- Schnelle Installation (1-2 Tage pro Wohnung)
- Sehr hohe Effizienz bei moderatem Klima
Nachteile:
- Keine Warmwasserbereitung (separater Durchlauferhitzer nötig)
- Ungleichmäßige Wärmeverteilung (warme Luft steigt auf)
- Trocknet die Raumluft leicht aus
- Nicht kompatibel mit Heizkörpern oder Fußbodenheizung
- In Deutschland als "Heizung" weniger akzeptiert als wassergeführte Systeme
Einsatzbereich: Gut gedämmte Wohnungen (Heizlast < 40 W/m²), ergänzend zu vorhandenen Heizkörpern (Hybridbetrieb), Wohnungen mit offenen Grundrissen.
Typ 2: Luft-Wasser-Wärmepumpe (Split, für Heizkörper/Fußbodenheizung)
Die Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe erwärmt Wasser und speist es in das vorhandene Heizkörper- oder Fußbodenheizungssystem der Wohnung ein. Sie ersetzt die Gastherme 1:1 und nutzt die bestehende Wärmeverteilung.
Technische Daten:
| Kennwert | Typischer Bereich |
|---|---|
| Heizleistung | 4-12 kW |
| COP bei A7/W35 | 3,5-5,0 |
| COP bei A-7/W35 | 2,2-3,0 |
| Jahresarbeitszahl (JAZ) | 2,8-4,0 |
| Max. Vorlauftemperatur | 55-75 °C (je nach Modell) |
| Kältemittel | R290 oder R32 |
| Warmwasser | Integriert (mit Kleinspeicher 30-80 l) oder separat |
| Schallleistungspegel Außengerät | 42-55 dB(A) |
Vorteile:
- Ersetzt die Gasetagenheizung 1:1
- Nutzt vorhandene Heizkörper und Verrohrung
- Warmwasserbereitung möglich (integriert oder über separate Brauchwasser-WP)
- Höhere Akzeptanz als Luft-Luft-System
Nachteile:
- Teurer: 8.000-15.000 EUR pro Wohnung (inkl. Installation)
- Erfordert Kältemittelleitungen durch die Fassade (Kernbohrung)
- Größeres Innengerät (ähnlich einer Gastherme, ca. 60 x 80 x 40 cm)
- Ggf. Anpassung der elektrischen Installation (separater Stromkreis)
Einsatzbereich: Universell einsetzbar, besonders geeignet als direkter Ersatz für Gasetagenheizungen in Mehrfamilienhäusern mit vorhandener Heizkörperverteilung.
Typvergleich: Luft-Luft vs. Luft-Wasser
| Kriterium | Luft-Luft (Split-Klima) | Luft-Wasser (Split) |
|---|---|---|
| Kosten pro Wohnung | 3.000-6.000 EUR | 8.000-15.000 EUR |
| Heizkörper nutzbar | Nein | Ja |
| Fußbodenheizung nutzbar | Nein | Ja |
| Warmwasser | Nein (separater DEH) | Ja (optional integriert) |
| Kühlung | Ja | Teilweise (nur mit Fan-Coils) |
| JAZ (typisch) | 3,0-4,5 | 2,8-4,0 |
| KfW-Förderung (458) | Ja | Ja |
| Installation pro Wohnung | 1-2 Tage | 2-3 Tage |
| Geeignet für Altbau (unsaniert) | Bedingt | Ja |
Funktioniert eine Wärmepumpe auch im unsanierten Altbau? Ja. Eine Fraunhofer-ISE-Feldstudie über 701 Wärmepumpen (2015–2023) zeigt: Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen im Gebäudebestand im Mittel eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von rund 3,0 (Spannweite ca. 2,0–4,0), Sole/Wasser-Geräte im Mittel ca. 4,0. Neuere Geräte sind rund 20 % effizienter als ältere. Die Kernaussage der Studie: Wärmepumpen funktionieren auch in unsanierten Altbauten zuverlässig und klimafreundlich – das ist die belastbare Grundlage für die Betriebskosten-Rechnung weiter unten.
Warmwasser bei der Etagenwärmepumpe: die unterschätzte Entscheidung
Die Gasetagenheizung macht zwei Dinge in einem Gerät: Sie heizt und bereitet das Warmwasser. Genau das ist beim Umstieg auf eine Etagenwärmepumpe der häufigste Stolperstein – denn nicht jede Wärmepumpenbauart liefert das Warmwasser gleich mit. Wer die Warmwasserfrage erst nach dem Heizungstausch klärt, zahlt drauf. Es gibt vier praxistaugliche Wege:
| Warmwasser-Lösung | Funktionsweise | Kosten | Effizienz | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| Integrierter Kleinspeicher (Luft-Wasser-WP) | WP heizt 30–80-l-Speicher mit auf | im Gerätepreis (400–1.000 EUR Aufpreis) | gut (WP-Wärme, JAZ ca. 2,5) | Single/Paar, moderater Verbrauch |
| Separate Brauchwasser-Wärmepumpe | eigene kleine Luft-WP entzieht Raumluft Wärme | 1.500–3.500 EUR | sehr gut (JAZ 2,5–3,5) | hoher Verbrauch, Kellerraum/Abstellraum vorhanden |
| Elektronischer Durchlauferhitzer (DEH) | erhitzt Wasser direkt elektrisch beim Zapfen | 300–600 EUR | schlecht (COP 1,0) | Luft-Luft-WP, geringer Verbrauch |
| Frischwasserstation | Plattenwärmetauscher zapft aus Heizungs-Pufferspeicher | 800–1.800 EUR | gut (kein stehendes Warmwasser) | hygienesensible Lösung, Familien |
Der Elektro-Engpass beim Durchlauferhitzer: Ein elektronischer Durchlauferhitzer für eine ganze Wohnung benötigt eine Anschlussleistung von bis zu 21–27 kW – das ist in vielen Altbau-Wohnungen ein echtes Problem, weil die vorhandene Hausanschluss- und Zählerkapazität dafür nicht ausgelegt ist. Vor der Entscheidung für die günstige Luft-Luft-Variante mit DEH muss daher der Elektriker prüfen, ob der Hausanschluss die Last verträgt. Dieser Punkt entscheidet in der Praxis oft gegen das vermeintlich billigste System.
Trinkwasserhygiene: die 60-°C-/3-Liter-Frage
Warmwasser-Wärmepumpen arbeiten effizient bei 35–55 °C – Legionellen werden aber erst ab 60 °C zuverlässig abgetötet. Das Umweltbundesamt hält in seinen Trinkwarmwasserkonzepten für Gebäude mit Wärmepumpe fest: In dezentralen Kleinanlagen (eine Wohnung, Speicher < 400 l, < 3 l Wasserinhalt in jeder Leitung zwischen Erwärmer und Zapfstelle) entfällt die Pflicht zur 60-°C-Speichertemperatur und zur jährlichen Legionellenprüfung nach Trinkwasserverordnung. Genau das ist bei der Etagenwärmepumpe meist der Fall – ein oft übersehener Vorteil der dezentralen Lösung: Sie dürfen das Warmwasser mit niedrigerer und damit effizienterer Temperatur bereiten als eine zentrale Großanlage. Wer dennoch sehr lange Leitungswege hat, wählt eine Frischwasserstation (kein stehendes Warmwasser) oder aktiviert das werkseitige Legionellenprogramm der Wärmepumpe.
Wann müssen Sie Ihre Gasetagenheizung ersetzen? (§ 71l GEG)
Die wichtigste Frage für jeden Gasetagenheizungs-Besitzer ist nicht "ob", sondern "wann". Der gesetzliche Treiber dafür ist § 71l GEG – eine Sonder-Übergangsfrist speziell für Etagenheizungen, die Ihnen deutlich mehr Zeit gibt als ein normaler Heizungstausch, aber eine klare Entscheidungspflicht enthält.
Zur Einordnung: § 71 GEG schreibt vor, dass eine neu eingebaute Heizung mindestens 65 % der Wärme aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abwärme erzeugen muss. Für den Neueinbau gilt das seit dem 31.12.2023; im Bestand greift die Pflicht je nach kommunaler Wärmeplanung spätestens ab dem 30.06.2026 (Kommunen über 100.000 Einwohner) bzw. dem 30.06.2028 (kleinere Gemeinden). Für dezentrale Etagenheizungen gilt jedoch der gesonderte Mechanismus des § 71l GEG.
Der Zeitstrahl nach § 71l GEG
| Zeitpunkt | Was passiert |
|---|---|
| Jahr 0 | Die erste Gasetagentherme im Gebäude fällt aus oder wird ausgetauscht. Ab hier läuft die Frist. |
| innerhalb von 5 Jahren | Die 65-%-Pflicht ist ausgesetzt – Sie dürfen defekte Etagenthermen noch fossil reparieren/ersetzen. In diesen 5 Jahren müssen die Eigentümer aber entscheiden, ob auf eine Zentralheizung umgestellt wird. |
| nach 5 Jahren (dezentral) | Bleibt es bei dezentralen Heizungen, muss jede danach neu eingebaute Etagenheizung die 65-%-Pflicht erfüllen – praktisch heißt das: Etagenwärmepumpe statt neuer Gastherme. |
| bei Entscheidung für Zentralheizung | Die Frist verlängert sich um bis zu 8 Jahre für die Umsetzung der Zentralheizung – insgesamt maximal 13 Jahre ab dem ersten Ausfall. |
Meldepflicht nicht vergessen: Die Entscheidung (zentral oder dezentral) ist dem Bezirksschornsteinfeger unverzüglich in Textform mitzuteilen. Versäumen Sie das, riskieren Sie, dass die Verlängerungsfristen nicht greifen.
Warum das den Umstieg jetzt attraktiv macht: Solange Sie noch innerhalb der 5-Jahres-Frist dezentral weiterheizen, sind Sie gesetzlich nicht gezwungen, sofort zu handeln. Wirtschaftlich spricht jedoch alles für den frühen Wechsel: Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt seit dem 21.07.2026 nur noch 16 % und sinkt danach halbjährlich weiter (12 % ab 01.02.2027, 8 % ab 01.08.2027, 4 % ab 01.02.2028, 0 % ab 01.08.2028), und der CO₂-Preis auf Gas steigt ab 2028 mit dem europäischen Emissionshandel ETS II spürbar. Den vollständigen Gesetzeskontext erklärt unser Beitrag zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG): Was im neuen Gesetz steht.
So funktioniert die Installation
Die Installation einer Etagenwärmepumpe folgt einem standardisierten Ablauf, der sich je nach Gebäude und Systemtyp leicht unterscheidet. Den grundsätzlichen Ablauf und die Dauer eines Wärmepumpen-Einbaus erklärt ausführlich unser Leitfaden Wärmepumpe einbauen: Ablauf, Dauer und Kosten 2026.
Schritt 1: Bestandsaufnahme und Planung
Ein Energieberater oder Fachhandwerker prüft die Wohnung und das Gebäude:
- Heizlastberechnung der Wohnung (nach DIN EN 12831)
- Zustand der vorhandenen Heizkörper und Verrohrung
- Eignung der Fassade für das Außengerät (Statik, Optik, Genehmigung)
- Elektrischer Anschluss (ausreichend Kapazität für Wärmepumpe + ggf. Durchlauferhitzer)
- Schallschutzprognose (insbesondere bei mehreren Außengeräten)
Schritt 2: Genehmigungen einholen
| Genehmigung | Erforderlich bei | Zuständige Stelle |
|---|---|---|
| WEG-Beschluss (Fassade) | Außengerät an Gemeinschaftsfassade | Eigentümerversammlung |
| Baugenehmigung | Je nach Landesbauordnung und Gebiet | Bauamt der Gemeinde |
| Denkmalschutz | Denkmalgeschütztes Gebäude | Untere Denkmalschutzbehörde |
| Vermieter-Zustimmung | Mietwohnung | Vermieter |
Praxishinweis zum WEG-Beschluss (wichtige Korrektur eines verbreiteten Irrtums): Anders als oft behauptet, ist eine Wärmepumpe nicht im Katalog der privilegierten baulichen Veränderungen nach § 20 Abs. 2 WEG enthalten. Dieser Katalog umfasst nur Barrierefreiheit, das Laden von E-Fahrzeugen, Einbruchschutz, Glasfaser-/Telekommunikationsanschluss und Steckersolargeräte. Für diese fünf Maßnahmen hätte ein einzelner Eigentümer einen einklagbaren Anspruch – für eine Energieeffizienzmaßnahme wie die Etagenwärmepumpe besteht ein solcher Einzelanspruch nicht.
Das Außengerät an der Gemeinschaftsfassade ist eine bauliche Veränderung nach § 20 Abs. 1 WEG und erfordert daher einen Mehrheitsbeschluss der Eigentümerversammlung. Stimmt die Mehrheit zu, trägt nach § 21 WEG der antragstellende Eigentümer die Kosten allein – ihm allein gebühren dann auch die Nutzungen. In der Praxis heißt das: Holen Sie frühzeitig einen Beschluss der Eigentümerversammlung ein und bereiten Sie ihn mit Visualisierung, Schallprognose und Förderübersicht gut vor; ein automatisches Recht auf das Außengerät haben Sie nicht.
Schritt 3: KfW-Antrag stellen
Der KfW-Antrag (Programm 458) wird vor der Auftragsvergabe gestellt. Bei Etagenwärmepumpen wird der Antrag pro Wohneinheit gestellt – jeder Eigentümer beantragt die Förderung für seine eigene Wohnung. Details zum Antragsprozess finden Sie unter KfW 458: Heizungsförderung 2026.
Schritt 4: Installation
Die eigentliche Installation umfasst:
- Demontage der alten Gastherme und Abklemmen der Gasleitung
- Montage des Außengeräts (Fassadenkonsole, Balkonständer oder Dachaufstellung)
- Verlegung der Kältemittelleitungen (Kernbohrung durch die Außenwand, 6-8 cm Durchmesser)
- Montage des Innengeräts (Wandmontage, Anschluss an bestehende Heizungsverrohrung)
- Elektrischer Anschluss (separater Stromkreis, ggf. separater Zähler für WP-Tarif)
- Inbetriebnahme, Kältemittelfüllung, hydraulischer Abgleich
- Einweisung des Nutzers
Zeitaufwand: 2-3 Tage pro Wohnung bei Luft-Wasser-Systemen, 1-2 Tage bei Luft-Luft-Systemen.
Kosten im Detail
Die Kosten einer Etagenwärmepumpe setzen sich aus mehreren Positionen zusammen, die je nach System und Gebäude variieren.
Luft-Luft-Etagenwärmepumpe (Split-Klima)
| Kostenposition | Betrag |
|---|---|
| Geräte (Außen- + Inneneinheit, 3,5 kW) | 1.500-3.000 EUR |
| Montage (Fassadenkonsole, Kernbohrung, Inbetriebnahme) | 1.000-2.000 EUR |
| Elektrischer Anschluss | 300-600 EUR |
| Durchlauferhitzer (Warmwasser, falls nicht vorhanden) | 300-600 EUR |
| Gesamt pro Wohnung | 3.100-6.200 EUR |
Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe (Split)
| Kostenposition | Betrag |
|---|---|
| Geräte (Außen- + Inneneinheit mit Hydro-Modul, 6 kW) | 4.500-8.000 EUR |
| Montage (Fassadenkonsole, Kernbohrung, Anschluss an Heizkreis) | 2.000-4.000 EUR |
| Demontage Gastherme + Gasleitung abklemmen | 300-800 EUR |
| Elektrischer Anschluss (separater Stromkreis) | 500-1.200 EUR |
| Hydraulischer Abgleich | 300-600 EUR |
| Warmwasserspeicher (30-80 l, falls integriert) | 400-1.000 EUR |
| Gesamt pro Wohnung | 8.000-15.600 EUR |
Kostenvergleich für ein 6-WE-MFH
| System | Kosten gesamt (6 WE) | Kosten pro WE | Warmwasser inklusive |
|---|---|---|---|
| 6x Luft-Luft + 6x DEH | 22.000-42.000 EUR | 3.700-7.000 EUR | Nein (DEH separat) |
| 6x Luft-Wasser (Split) | 48.000-93.600 EUR | 8.000-15.600 EUR | Ja (optional) |
| Zentrale Luft-WP (Vergleich) | 43.500-72.000 EUR | 7.250-12.000 EUR | Ja |
| Zentrale Sole-WP (Vergleich) | 70.000-110.000 EUR | 11.700-18.300 EUR | Ja |
Einen ausführlichen Kostenvergleich zentraler Systeme im MFH finden Sie unter Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus: Systeme, Kosten und Förderung.
KfW-Förderung für Etagenwärmepumpen
Der entscheidende Vorteil der dezentralen Lösung: Jeder Eigentümer stellt einen eigenen Antrag und sichert sich individuell die für ihn passenden Boni. Das KfW-Programm 458 kombiniert eine Grundförderung mit mehreren Boni bis zu einem einkommensabhängigen Gesamt-Fördersatz von bis zu 80 %. Alle Details zum Antragsweg erklärt unser Leitfaden KfW 458 Heizungsförderung 2026: Bis zu 22.400 € Zuschuss.
Wichtige Förder-Präzisierung bei Etagenheizungen: Es stimmt nicht, dass automatisch 28.000 EUR förderfähige Kosten pro umgerüsteter Wohnung zur Verfügung stehen. Die förderfähigen Höchstkosten des Gebäudes sind gestaffelt – 28.000 EUR für die 1. Wohneinheit (seit 21.07.2026), 15.000 EUR für die 2.–6. WE, 8.000 EUR ab der 7. WE. Betrifft die Maßnahme nicht alle Wohneinheiten des Gebäudes (typisch bei Etagenheizungen), ist laut KfW-Merkblatt der anteilige Höchstbetrag maßgeblich: Der Förderhöchstbetrag des Gebäudes verteilt sich zu gleichen Teilen auf alle Wohneinheiten.
Rechenbeispiel anteiliger Höchstbetrag (6-WE-MFH): Der Gebäude-Förderhöchstbetrag beträgt 28.000 + 5 × 15.000 = 103.000 EUR. Geteilt durch 6 Wohneinheiten ergeben sich rund 17.167 EUR förderfähige Höchstkosten pro Wohnung – nicht 28.000 EUR. Bei typischen Investitionskosten von 8.000–15.000 EUR pro Etagenwärmepumpe liegt man damit in der Regel innerhalb des förderfähigen Rahmens, sollte das Limit bei aufwendigen Lösungen aber kennen.
Förderbausteine im Überblick (KfW 458)
| Förderbestandteil | Fördersatz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | für alle selbstgenutzten und vermieteten WE |
| Klimageschwindigkeitsbonus (Gasetagenheizung!) | 16 % (seit 21.07.2026) | nur Selbstnutzer; bei Gas-Etagenheizung altersunabhängig; sinkt halbjährlich bis 0 % ab 01.08.2028 |
| Einkommensbonus | 40 % / 30 % / 10 % | zu versteuerndes Haushaltseinkommen ≤ 30.000 EUR (40 %) bzw. > 30.000–40.000 EUR (30 %) bzw. > 40.000–50.000 EUR (10 %) |
| Maximaler Gesamt-Fördersatz | 80 % / 70 % | 80 % nur für Geringverdiener (zvE ≤ 30.000 EUR, mit Familienzuschlag ≤ 40.000 EUR), sonst 70 % |
Der Effizienzbonus (5 %) und der Emissionsminderungszuschlag für Biomasse entfallen seit dem 21.07.2026 ersatzlos – sie sind kein aktiver Förderbaustein mehr. Neu ist ein Familienzuschlag: Lebt mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt, sinkt das maßgebliche zu versteuernde Einkommen einmalig und pauschal um 10.000 EUR (nicht je Kind).
Der maximale Zuschuss von bis zu 80 % bezieht sich auf die förderfähigen Höchstkosten – im 6-WE-Beispiel oben also auf rund 17.167 EUR pro Wohnung, nicht auf 28.000 EUR.
Besonders attraktiv – der Klimageschwindigkeitsbonus: Funktionstüchtige Gas-Etagenheizungen lösen den Klimageschwindigkeitsbonus (seit 21.07.2026 16 %) für selbstnutzende Eigentümer unabhängig von ihrem Alter aus. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber Gas-Zentral- oder Biomasseheizungen, die nur dann bonusberechtigt sind, wenn die Inbetriebnahme mindestens 20 Jahre zurückliegt. Eine erst 5 Jahre alte Gasetagenheizung berechtigt also zum vollen Bonus.
Timing beachten: Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt seit dem 21.07.2026 nur noch 16 % und sinkt danach halbjährlich weiter: 12 % ab 01.02.2027, 8 % ab 01.08.2027, 4 % ab 01.02.2028 und 0 % ab 01.08.2028. Wer den Umstieg ohnehin plant, sichert sich mit einem früheren Antrag den jeweils höheren Satz – mehr dazu unter Klimageschwindigkeitsbonus 2027: 16 % und die halbjährliche Absenkung. Zur Gegenrechnung lohnt der Blick auf Gastherme austauschen Kosten 2026: ab 4.000 € + 0 € Förderung – eine neue Gastherme gibt es ohne jeden Zuschuss.
Rechenbeispiel: Etagenwärmepumpe in einer Eigentumswohnung
Ausgangssituation: Selbstnutzender Eigentümer, 80-m²-Wohnung im 3. OG eines 6-WE-MFH in Berlin. Gasetagenheizung (15 Jahre alt), Einbau einer Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe mit R290-Kältemittel. Haushaltseinkommen: 52.000 EUR/Jahr.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Investitionskosten (Gerät + Installation) | 12.500 EUR |
| Förderfähige Kosten (Investition unter dem anteiligen Höchstbetrag) | 12.500 EUR |
| Grundförderung (30 %) | 3.750 EUR |
| Klimageschwindigkeitsbonus (16 %, Gasetagenheizung) | 2.000 EUR |
| Gesamtförderung (46 %) | 5.750 EUR |
| Eigenanteil | 6.750 EUR |
Der Effizienzbonus entfällt seit dem 21.07.2026, der Einkommensbonus greift bei 52.000 EUR zu versteuerndem Haushaltseinkommen nicht (Grenze 50.000 EUR). Zum Vergleich: Bei einer zentralen Wärmepumpe für das gesamte 6-WE-MFH (62.000 EUR Gesamtinvestition) läge der Eigenanteil pro Wohneinheit bei ca. 7.233 EUR (nur 30 % Grundförderung für die WEG). Die dezentrale Lösung ist für den einzelnen selbstnutzenden Eigentümer mit Klimageschwindigkeitsbonus also günstiger.
Einen vollständigen Überblick über die Förderprogramme finden Sie unter Wärmepumpenförderung 2026: Übersicht.
Hinweis für Vermieter: Selbstnutzer-Boni (Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus) gelten nicht für vermietete Wohnungen – hier bleiben 30 % Grundförderung (der Effizienzbonus ist seit 21.07.2026 entfallen). Dafür können Vermieter 8 % der Modernisierungskosten pro Jahr dauerhaft auf die Jahresmiete umlegen (§ 559 BGB). Mieter selbst dürfen ohne Zustimmung des Vermieters keine Etagenwärmepumpe einbauen, können den Vermieter aber auf Förderung und die Frist nach § 71l GEG hinweisen.
Rechenbeispiel: Betriebskosten im Vergleich
Die Wirtschaftlichkeit einer Etagenwärmepumpe zeigt sich im laufenden Betrieb. Hier ein Vergleich für eine 80-m²-Wohnung mit 8.000 kWh/a Heizwärmebedarf und 2.500 kWh/a Warmwasserbedarf:
Jährliche Betriebskosten
| Kostenposition | Gasetagenheizung | Luft-Wasser-Etagen-WP | Luft-Luft + DEH |
|---|---|---|---|
| Energiekosten Heizung | 960 EUR (Gas 0,12 EUR/kWh) | 600 EUR (WP-Tarif 0,24/JAZ 3,2) | 505 EUR (WP-Tarif 0,24/JAZ 3,8) |
| Energiekosten Warmwasser | 300 EUR (Gas 0,12 EUR/kWh) | 240 EUR (WP-Tarif 0,24/JAZ 2,5) | 900 EUR (DEH, Haushaltsstrom 0,36/COP 1,0) |
| CO₂-Preis (60 EUR/t, 2026) | 139 EUR | 0 EUR | 0 EUR |
| Gasgrundgebühr | 120 EUR | 0 EUR | 0 EUR |
| Wartung | 150 EUR | 120 EUR | 80 EUR |
| Schornsteinfeger | 60 EUR | 0 EUR | 0 EUR |
| Gesamt pro Jahr | 1.729 EUR | 960 EUR | 1.485 EUR |
| Ersparnis vs. Gas | – | 769 EUR/a (44 %) | 244 EUR/a (14 %) |
Annahmen: Gaspreis 0,12 EUR/kWh (Arbeitspreis), WP-Stromtarif 0,24 EUR/kWh, Haushaltsstrom 0,36 EUR/kWh, CO₂-Preis 60 EUR/t (maßgeblicher Mittelwert des Preiskorridors 55–65 EUR/t für 2026, Emissionsfaktor Erdgas ca. 0,22 t/MWh), Jahresarbeitszahl Luft-Wasser 3,2 (Heizung) / 2,5 (WW), Luft-Luft 3,8 (Heizung). Die JAZ-Annahmen liegen im Rahmen der Fraunhofer-ISE-Feldwerte (Luft-Wasser im Bestand im Mittel ca. 3,0).
Tipp: Die Luft-Luft-Lösung ist in der Anschaffung deutlich günstiger, hat aber durch den Durchlauferhitzer höhere Warmwasserkosten. Bei Wohnungen mit hohem Warmwasserverbrauch (Familien) ist die Luft-Wasser-Lösung langfristig wirtschaftlicher. Bei geringem Warmwasserverbrauch (Singles, Paare) kann die Luft-Luft-Lösung die bessere Wahl sein.
20-Jahres-Betrachtung pro Wohnung
| Kostenposition | Gasetagenheizung (neue Therme) | Luft-Wasser-Etagen-WP |
|---|---|---|
| Anschaffung | 4.000 EUR | 12.500 EUR |
| Förderung | 0 EUR | -6.875 EUR |
| Eigenanteil | 4.000 EUR | 5.625 EUR |
| Betriebskosten 20 Jahre (inkl. Preissteigerung) | ca. 45.000 EUR | ca. 27.000 EUR |
| Gesamtkosten 20 Jahre | ca. 49.000 EUR | ca. 32.625 EUR |
| Ersparnis vs. Gas | – | ca. 16.375 EUR |
Annahmen für Preissteigerung: Gas +4 %/a (inkl. steigender CO₂-Bepreisung), Strom WP-Tarif +2 %/a. Der nationale CO₂-Preis liegt 2026 bei 60 EUR/t (Korridor 55–65 EUR/t). Ab 2028 löst der europäische Emissionshandel ETS II den nationalen CO₂-Preis ab – der Start wurde im November 2025 von 2027 auf 2028 verschoben; Fachleute erwarten für 2028–2030 deutlich höhere Preise – das treibt die Gaskosten überproportional und verbessert die Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe zusätzlich.
§ 14a EnWG: reduziertes Netzentgelt für die Wärmepumpe
Ein oft übersehener Betriebskostenvorteil: Wärmepumpen gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen und erhalten nach § 14a EnWG ein reduziertes Netzentgelt. Sie haben die Wahl zwischen einer pauschalen Reduzierung von 110–190 EUR brutto pro Jahr (Modul 1, je nach Netzgebiet) oder einer prozentualen Reduzierung des Arbeitspreises um 60 % (Modul 2, separater Zählpunkt erforderlich). Seit dem 01.04.2025 ist optional ein zeitvariables Netzentgelt (Modul 3) möglich. Diese Ersparnis kommt zu den oben gerechneten Beträgen hinzu. Wie Sie das Modul richtig wählen, erklärt unser Beitrag §14a EnWG Wärmepumpe 2026: bis 360 € Netzentgelt sparen.
Sie interessieren sich für eine Wärmepumpe?
Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region und sparen Sie bis zu 37 % durch unseren Angebotsvergleich.
100 % kostenlos & unverbindlich · In 2 Minuten angefragt
Herausforderungen und Lösungen
Fassadengestaltung: Viele Außengeräte an einem Gebäude
Das offensichtlichste Problem dezentraler Etagenwärmepumpen: An einem 6-WE-MFH hängen potenziell 6 Außengeräte an der Fassade. Das ist ästhetisch anspruchsvoll und kann – je nach Stadtbild und Bauordnung – genehmigungspflichtig oder sogar untersagt sein (insbesondere im Denkmalschutzbereich).
Lösungsansätze:
| Lösung | Beschreibung | Kosten (Aufpreis) |
|---|---|---|
| Einheitliche Konsolen und Verkleidung | Alle Geräte gleicher Typ, gleiche Farbe, gleiche Konsolenhöhe | 500-1.500 EUR/Gerät |
| Sammelkonsole (Technikwand) | Alle Außengeräte auf einer gemeinsamen Fassadenkonsole | 2.000-5.000 EUR gesamt |
| Dachaufstellung | Geräte auf dem Flachdach, unsichtbar von der Straße | 1.000-2.000 EUR/Gerät |
| Innenhofaufstellung | Geräte im Innenhof statt zur Straße | 0 EUR (nur andere Position) |
| Balkontechnikschrank | Gerät in einem belüfteten Schrank auf dem Balkon | 800-1.500 EUR/Gerät |
Praxisbeispiel Berlin-Prenzlauer Berg (2025): Ein 8-WE-Altbau (Baujahr 1905, Denkmalbereich) wurde mit Etagenwärmepumpen ausgestattet. Die Lösung: Alle Außengeräte wurden auf dem Innenhof-Flachdachanbau installiert, verkleidet mit einer Lamellenstruktur in der Farbgebung der Hoffassade. Die Denkmalschutzbehörde genehmigte die Maßnahme, da von der Straße nichts sichtbar ist. Kosten für die Sonderlösung: ca. 12.000 EUR Aufpreis (verteilt auf 8 WE: 1.500 EUR/WE).
Schallschutz bei mehreren Außengeräten
Die Kumulierung mehrerer Außengeräte kann die Schallimmission am Nachbargebäude erhöhen. Zwei Geräte mit je 48 dB(A) ergeben zusammen nicht 96 dB(A), sondern ca. 51 dB(A) (logarithmische Addition). Sechs Geräte mit je 48 dB(A) ergeben ca. 56 dB(A). Das liegt immer noch unter dem Tagwert der TA Lärm für reine Wohngebiete (50 dB(A) am Nachbarfenster), kann aber bei ungünstiger Aufstellung den Nachtwert (35 dB(A)) am nächstgelegenen Fenster überschreiten.
Maßnahmen:
- Aufstellung mit mindestens 5 m Abstand zum nächsten Nachbarfenster
- Nachtmodus aktivieren (reduziert je Gerät um 5-10 dB(A))
- Schallschutzgehäuse (je 5-10 dB(A) Reduktion)
- Dach- oder Innenhofaufstellung statt straßenseitiger Fassade
Genehmigungssituation nach Bundesland
Die Genehmigungspflicht für Wärmepumpen-Außengeräte an Fassaden variiert erheblich zwischen den Bundesländern. Die meisten Länder haben ihre Bauordnungen 2023-2025 zugunsten von Wärmepumpen angepasst.
| Bundesland | Genehmigungsfrei bis | Anmerkung |
|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | Alle Wärmepumpen-Außengeräte (seit 2023) | Kein Abstand zur Grundstücksgrenze |
| Bayern | Alle Wärmepumpen-Außengeräte (seit 2024) | Mindestabstand 2 m zur Grenze |
| Baden-Württemberg | Geräte bis 1,5 m Höhe und 2,0 m Breite | In Abstandsflächen privilegiert |
| Niedersachsen | Alle Wärmepumpen-Außengeräte (seit 2023) | Mindestabstand 1 m zur Grenze |
| Berlin | Geräte bis 50 dB(A) Schallleistung | Sonderregel für Denkmalbereich |
| Hamburg | Alle Wärmepumpen-Außengeräte (seit 2024) | Genehmigungsfrei im Hinterhof |
Tipp: Prüfen Sie vor der Planung die aktuelle Landesbauordnung Ihres Bundeslandes. Die Regelungen ändern sich derzeit schnell zugunsten von Wärmepumpen. Im Zweifelsfall hilft eine Bauvoranfrage beim zuständigen Bauamt (Kosten: 50-200 EUR, Dauer: 2-4 Wochen).
Dezentral vs. zentral: Wann lohnt sich welches System?
Die Entscheidung zwischen dezentralen Etagenwärmepumpen und einer zentralen Anlage hängt von mehreren Faktoren ab:
| Kriterium | Dezentrale Etagen-WP bevorzugt | Zentrale WP bevorzugt |
|---|---|---|
| Vorhandenes Heizsystem | Gasetagenheizungen (dezentral) | Zentrale Gas-/Ölheizung |
| WEG-Einigung | Nicht alle Eigentümer wollen mitmachen | Einigung erzielt |
| Platz für Technik | Kein Kellerraum für Zentrale | Heizraum vorhanden |
| Schallschutz | Wenige Wohneinheiten (3-4) | Viele WE (hohe Kumulierung) |
| Investition | Schrittweise möglich (WE für WE) | Gesamtinvestition auf einmal |
| Förderoptimierung | Selbstnutzer (Klimageschw.-Bonus je WE) | WEG mit Vermietern |
| Effizienz | Geringer (JAZ 2,5-3,5) | Höher (JAZ 2,8-4,0) |
| Wartung | Aufwendiger (je Gerät) | Zentralisiert (ein Vertrag) |
Tipp: In der Praxis gibt es auch Mischformen. Beispiel: Drei von sechs Eigentümern im MFH installieren Etagenwärmepumpen, die anderen drei behalten vorübergehend ihre Gasthermen. Sobald die Gasthermen das Lebensende erreichen, wird nachgerüstet – oder die WEG einigt sich auf eine zentrale Lösung. Diese schrittweise Umstellung ist bei Etagenwärmepumpen problemlos möglich.
Den vorhandenen Schornstein clever nutzen: Ein oft übersehenes Detail bei der zentralen Variante: Jede Gasetagenheizung hat bereits einen Abgasschacht zur Wohnung. Dieser senkrechte Schacht lässt sich häufig als Steigleitung nutzen, um die Wohnung an ein neues zentrales Wärmeverteilnetz anzuschließen – das spart die teuren Wand- und Deckendurchbrüche, die eine Zentralisierung sonst so aufwendig machen. Wer zwischen dezentraler Etagen-WP und zentraler Anlage schwankt, sollte daher prüfen lassen, ob die alten Schächte eine wirtschaftliche Zentrallösung ermöglichen. Eine vollständige Kostengegenüberstellung beider Wege bietet unser Ratgeber Wärmepumpe Kosten 2026: Anschaffung, Förderung und Eigenanteil, die zentralen MFH-Systeme vertieft Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus: Kosten, 80 % Förderung und WEG.
Praxisbeispiele
Beispiel 1: Altbau-MFH in Berlin-Neukölln (6 WE)
- Gebäude: Baujahr 1927, 6 Wohneinheiten, 450 m² Wohnfläche
- Ausgangslage: 6 Gasetagenheizungen (8-22 Jahre alt), keine zentrale Heizungsverteilung
- Lösung: 6x Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe (R290, je 5 kW), Außengeräte im Innenhof auf Sammelkonsole
- Investition: 72.000 EUR gesamt (12.000 EUR/WE)
- Förderung: 4 Selbstnutzer mit 46 % (je 5.520 EUR), 2 Vermieter mit 30 % (je 3.600 EUR)
- Gesamtförderung: 29.280 EUR
- Eigenanteil gesamt: 42.720 EUR (Selbstnutzer: je 6.480 EUR, Vermieter: je 8.400 EUR)
- Ergebnis: Heizkosten pro WE sanken von ca. 1.700 EUR/a auf ca. 1.100 EUR/a
Beispiel 2: 70er-Jahre-Zeilenbau in Hamburg-Bramfeld (10 WE)
- Gebäude: Baujahr 1972, 10 Wohneinheiten, 750 m² Wohnfläche, Flachdach
- Ausgangslage: Zentrale Ölheizung (30 Jahre alt), aber einzelne Eigentümer wollten dezentrale Lösung
- Lösung: Kompromiss – 6 WE mit Etagenwärmepumpen (Luft-Wasser, Dachaufstellung), 4 WE an eine zentrale Luft-WP (ebenfalls Dach)
- Investition dezentral: 78.000 EUR (6x 13.000 EUR)
- Investition zentral: 42.000 EUR (4 WE)
- Förderung dezentral: Durchschnitt rund 41 % (rund 32.000 EUR)
- Förderung zentral: 30 % WEG (12.600 EUR)
- Ergebnis: Alle Eigentümer zufrieden, da jeder die für ihn passende Lösung wählen konnte
Beispiel 3: Gründerzeit-MFH in Hamburg-Eimsbüttel (4 WE)
- Gebäude: Baujahr 1899, 4 Wohneinheiten, 320 m² Wohnfläche, Denkmalbereich
- Ausgangslage: 4 Gasetagenheizungen, Eigentümer wollten kein zentrales System
- Lösung: 4x Luft-Luft-Wärmepumpe (Multi-Split, 1 Außengerät für 2 WE, insgesamt 2 Außengeräte) + 4x elektronische Durchlauferhitzer
- Investition: 26.000 EUR gesamt (6.500 EUR/WE inkl. DEH)
- Förderung: 3 Selbstnutzer mit 46 % (je 2.990 EUR), 1 Vermieter mit 30 % (1.950 EUR)
- Gesamtförderung: 10.920 EUR
- Eigenanteil gesamt: 15.080 EUR (Selbstnutzer: je 3.510 EUR, Vermieter: 4.550 EUR)
- Besonderheit: Denkmalschutzgenehmigung erteilt, da Außengeräte im Innenhof unsichtbar montiert
Hersteller und Produkte 2026
Der Markt für Etagenwärmepumpen wächst schnell. Neben den großen Marken drängen auch Spezialisten in den Markt – etwa die österreichische Lambda Eureka mit einem SCOP von 6,10, die hohe Vorlauftemperaturen mit Spitzeneffizienz verbindet. Die wichtigsten Hersteller mit dediziert für die Etagensanierung entwickelten Produkten:
| Hersteller | Produktlinie | Typ | Leistung | Kältemittel | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|
| Vaillant | aroTHERM split | Luft-Wasser | 3-8 kW | R290 | Kompaktes Innengerät, flüsterleise |
| Bosch | Compress 5800i AW | Luft-Wasser | 4-7 kW | R290 | Integrierte Warmwasserbereitung |
| Daikin | Altherma 3 R MT | Luft-Wasser | 4-8 kW | R32 | Hohe Vorlauftemperatur (65 °C) |
| Samsung | EHS Mono HT | Luft-Wasser | 5-8 kW | R32 | Sehr kompaktes Außengerät |
| Mitsubishi | Ecodan SUZ/SWZ | Luft-Wasser | 4-14 kW | R32/R290 | Bewährte Split-Technologie |
| Panasonic | Aquarea J | Luft-Wasser | 3-9 kW | R290 | Wi-Fi-Steuerung serienmäßig |
Einen Vergleich der verschiedenen Wärmepumpen-Bauarten finden Sie unter Wärmepumpe: Split-Gerät vs. Monoblock.
Häufige Fragen
Was ist eine Etagenwärmepumpe und wie unterscheidet sie sich von einer Gasetagenheizung?
Eine Etagenwärmepumpe ist eine dezentrale Wärmepumpe, die eine einzelne Wohnung mit Heizung und optional Warmwasser versorgt. Sie ersetzt die Gasetagenheizung 1:1, verbrennt aber kein Gas, sondern gewinnt den Großteil der Wärme aus der Umgebungsluft und nutzt nur Strom für den Kompressor. Dadurch entfallen CO₂-Kosten, Gasgrundgebühr und Schornsteinfeger, die Heizkosten sinken (Heizspiegel 2025: ca. 10,21 statt 16,86 EUR/m²/Jahr) und die Heizung erfüllt die 65-%-Erneuerbare-Energien-Pflicht nach § 71 GEG, die eine Gastherme nicht erfüllt.
Kann ich meine Gasetagenheizung 1:1 durch eine Etagenwärmepumpe ersetzen?
Technisch ja – die Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe ersetzt die Gastherme 1:1 und nutzt die vorhandenen Heizkörper und Leitungen. Organisatorisch brauchen Sie einen Mehrheitsbeschluss der Eigentümerversammlung (§ 20 Abs. 1 WEG) für die Montage des Außengeräts an der Gemeinschaftsfassade. Die Gasleitung wird abgeklemmt und stillgelegt. Wenn alle Wohnungen umgerüstet sind, kann der Gasanschluss des gesamten Gebäudes gekündigt werden, was die Vorhaltepauschale (rund 100 EUR/Jahr) einspart.
Was kostet eine Etagenwärmepumpe pro Wohnung – Luft-Luft vs. Luft-Wasser?
Eine Luft-Luft-Etagenwärmepumpe (Split-Klima mit Heizfunktion) kostet 3.000–6.000 EUR pro Wohnung inkl. Installation, benötigt aber einen separaten Durchlauferhitzer fürs Warmwasser. Eine Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe, die Heizkörper und Warmwasser bedient, kostet 8.000–15.000 EUR pro Wohnung. Als komplette Wohnungslösung inklusive Warmwasser nennt co2online eine Spanne von 10.000–20.000 EUR. Die Bauart-Unterschiede erklärt unser Beitrag Wärmepumpe Splitgerät vs. Monoblock: Kosten, Vorteile und Nachteile.
Wie viel Förderung gibt es für eine Etagenwärmepumpe und warum ist der Klimageschwindigkeitsbonus so attraktiv?
Über die KfW 458 sind seit dem 21.07.2026 bis zu 80 % der förderfähigen Kosten möglich (einkommensabhängiger Deckel, sonst 70 %): 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und ein Einkommensbonus von bis zu 40 % (bei zu versteuerndem Haushaltseinkommen ≤ 30.000 EUR). Der Clou: Gas-Etagenheizungen lösen den Klimageschwindigkeitsbonus altersunabhängig aus – während Gas-Zentral- und Biomasseheizungen erst ab 20 Jahren Betriebszeit bonusberechtigt sind. Der Effizienzbonus (5 %) ist mit der neuen Förderrichtlinie entfallen, und der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt halbjährlich weiter (bis 0 % ab 01.08.2028) – ein früher Antrag sichert den höheren Satz. Beachten Sie den anteiligen Förderhöchstbetrag, wenn nicht alle Wohnungen umgerüstet werden.
Bis wann muss ich meine Gasetagenheizung nach dem GEG/GMG ersetzen?
Nach § 71l GEG greift eine Sonder-Übergangsfrist: Fällt die erste Etagentherme im Gebäude aus, läuft eine 5-Jahres-Frist, in der Sie defekte Thermen noch fossil ersetzen dürfen. Innerhalb dieser 5 Jahre müssen die Eigentümer entscheiden, ob auf eine Zentralheizung umgestellt wird. Bei Entscheidung für eine Zentralheizung verlängert sich die Frist um bis zu 8 Jahre – insgesamt maximal 13 Jahre ab dem ersten Ausfall. Bleibt es dezentral, muss nach Ablauf der 5 Jahre jede neu eingebaute Etagenheizung 65-%-konform sein. Die Entscheidung ist dem Bezirksschornsteinfeger unverzüglich in Textform mitzuteilen.
Brauche ich im Mehrfamilienhaus die Zustimmung aller Eigentümer für eine Etagenwärmepumpe?
Nein, aber Sie brauchen einen Mehrheitsbeschluss. Eine Wärmepumpe ist keine privilegierte bauliche Veränderung nach § 20 Abs. 2 WEG (dort sind nur Barrierefreiheit, E-Laden, Einbruchschutz, Glasfaser und Steckersolar gelistet). Das Außengerät an der Gemeinschaftsfassade fällt unter § 20 Abs. 1 WEG und erfordert daher einen Mehrheitsbeschluss der Eigentümerversammlung – einen einklagbaren Einzelanspruch haben Sie nicht. Stimmt die Mehrheit zu, tragen Sie nach § 21 WEG die Kosten allein und nutzen die Anlage allein.
Wie wird das Warmwasser bereitet, wenn die Gasetagenheizung wegfällt?
Die Gastherme erledigt Heizung und Warmwasser in einem Gerät – bei der Etagenwärmepumpe muss das Warmwasser je nach Bauart mitgeplant werden. Eine Luft-Wasser-Etagenwärmepumpe kann einen integrierten Kleinspeicher (30–80 l) mitversorgen oder mit einer Frischwasserstation kombiniert werden. Bei der günstigeren Luft-Luft-Wärmepumpe ist ein separater elektronischer Durchlauferhitzer nötig – der allerdings bis zu 21–27 kW Anschlussleistung braucht, was die Elektroinstallation im Altbau überfordern kann. Alternativ liefert eine separate Brauchwasser-Wärmepumpe (1.500–3.500 EUR) effizientes Warmwasser. In dezentralen Kleinanlagen mit weniger als 3 l Wasserinhalt je Leitung entfällt laut Umweltbundesamt die 60-°C-Pflicht und die jährliche Legionellenprüfung, sodass Sie das Warmwasser effizient mit niedrigerer Temperatur bereiten dürfen.
Brauche ich einen separaten Stromzähler für die Etagenwärmepumpe?
Für den vergünstigten Wärmepumpentarif (rund 0,22–0,26 EUR/kWh statt 0,34–0,38 EUR/kWh Haushaltsstrom) ist ein separater Zählpunkt erforderlich. Zusätzlich erhalten Wärmepumpen als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG ein reduziertes Netzentgelt: pauschal 110–190 EUR/Jahr (Modul 1) oder 60 % Reduzierung des Arbeitspreises (Modul 2, separater Zählpunkt nötig). Hat der Stromkasten im MFH keinen Platz für einen zusätzlichen Zähler, kann die WP auch über den Haushaltsstrom laufen – die Wirtschaftlichkeit sinkt, bleibt aber meist besser als Gas. Details unter §14a EnWG Wärmepumpe 2026: bis 360 € Netzentgelt sparen.
Lohnt sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe als Heizung im Vergleich zur Luft-Wasser-Variante?
In gut gedämmten Wohnungen (ab Baujahr ~1995 oder nach Sanierung) mit einer Heizlast unter 40 W/m² ist die Luft-Luft-Wärmepumpe eine ernstzunehmende Option: niedrige Kosten (3.000–6.000 EUR), hohe Effizienz, Kühlung im Sommer, schnelle Installation. Nachteil: kein Warmwasser, daher ist ein Durchlauferhitzer nötig, der die Betriebskosten erhöht. Für unsanierte Altbauten mit hoher Heizlast und großen Räumen ist die Luft-Wasser-Variante besser, da sie die vorhandenen Heizkörper nutzt und gleichmäßiger heizt.
Wie laut sind mehrere Außengeräte an der Fassade und welche Grenzwerte gelten?
Ein einzelnes Außengerät (3–8 kW) erzeugt im Normalbetrieb 42–55 dB(A) Schallleistungspegel, im Nachtmodus 35–45 dB(A). Die Kumulierung mehrerer Geräte erhöht den Pegel nur logarithmisch: Zwei Geräte mit je 48 dB(A) ergeben ca. 51 dB(A), sechs Geräte ca. 56 dB(A) am Gerät. Maßgeblich für die Genehmigung ist die TA Lärm am nächstgelegenen Nachbarfenster (in reinen Wohngebieten 50 dB(A) tags, 35 dB(A) nachts). Mit ausreichend Abstand, Nachtmodus und ggf. Schallschutzgehäusen lassen sich die Grenzwerte einhalten.
Was passiert mit dem Gasanschluss und der Gasleitung, wenn alle Wohnungen umgerüstet sind?
Die Gasleitung jeder Wohnung wird vom Fachbetrieb abgeklemmt, verschlossen und drucklos gemacht (Kosten ca. 100–300 EUR). Sind alle Wohnungen umgerüstet, kann der zentrale Gasanschluss beim Netzbetreiber gekündigt werden – die Vorhaltepauschale von rund 100 EUR/Jahr entfällt dann. Wer die Kosten der Stilllegung trägt, ist rechtlich nicht eindeutig geregelt: Laut OLG Oldenburg (Urteil vom 05.12.2025, Az. 6 UKl 2/25) darf der Netzbetreiber die Kosten der Stilllegung auf Basis von § 9 NDAV nicht dem Anschlusskunden in Rechnung stellen (Revision zum BGH zugelassen). Der vollständige Rückbau der Leitung ist die teuerste Variante und nur bei ohnehin anstehenden Sanierungsarbeiten sinnvoll.
So berechnen Sie Ihre optimale Lösung
Zentral oder dezentral? Luft-Luft oder Luft-Wasser? Die richtige Antwort hängt von Ihrem konkreten Gebäude, Ihrer Wohnung und Ihrer finanziellen Situation ab. Mit reduco.ai analysieren Sie Ihre Ausgangslage in wenigen Minuten: Gebäudedaten eingeben, Varianten vergleichen, Förderung berechnen – und eine fundierte Entscheidung treffen.
Jetzt kostenlos berechnen – und den passenden Ersatz für Ihre Gasetagenheizung finden.
Angebot für Ihre Wärmepumpe erhalten
Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich Angebote von geprüften Fachbetrieben in Ihrer Region.
- 100 % kostenlos & unverbindlich
- Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
- Durch Vergleich bis zu 37 % sparen
Lieber erst selbst rechnen? Ist Ihr Haus für eine Wärmepumpe geeignet?
Wärmepumpen-Rechner startenKostenlose Gebäudechecks
Datenbasiert für Ihr Gebäude – kostenlos und ohne Anmeldung.
Verwandte Artikel
Wärmepumpe 20 kW 2026: Für welches Haus? Preis & Stromverbrauch
Für welches Haus passt eine 20-kW-Wärmepumpe? Preis 28.000–42.000 €, Stromverbrauch ~10.000 kWh/Jahr, reale Modelle & bis 80 % Förderung im Überblick.
RatgeberWärmepumpe Mehrfamilienhaus 2026: Kosten, 80 % Förderung & WEG
Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus: Kosten ab 28.000 EUR, KfW-Förderung bis 80 %, Heizlast richtig berechnen, WEG-Beschluss & Schallschutz – mit 3 Rechenbeispielen für 2026.
RatgeberCTC Wärmepumpe 2026: Modelle, Preise & SCOP bis 5,5
CTC EcoAir & EcoPart im Check: R290, SCOP bis 5,5 und integrierter Speicher. Alle Modelle, Preise und Förderung bis 80 % – so wählen Sie richtig.
