Reduco
Ratgeber14 Min. Lesezeit

Schimmelsanierung: Kosten, Ursachen & wann der Profi muss

Schimmel im Haus richtig beseitigen: Ursachen, Gesundheitsrisiken, Kosten von 50 bis 15.000 € je nach Umfang. Wann Sie selbst handeln können und wann eine Fachfirma nötig ist.

Schimmelsanierung: Kosten, Ursachen & wann der Profi muss

Schimmel in Wohnräumen ist mehr als ein optisches Problem. Rund 14 Millionen Wohnungen in Deutschland sind laut Fraunhofer-Institut von Feuchteschäden betroffen, ein großer Teil davon mit Schimmelbefall. Die Kosten für eine professionelle Schimmelsanierung reichen von wenigen hundert Euro bei kleinflächigem Befall bis über 15.000 EUR, wenn ganze Räume betroffen sind und die Ursache in der Bausubstanz liegt.

Dieser Ratgeber erklärt, warum Schimmel entsteht, welche Gesundheitsgefahren er birgt, was die Beseitigung kostet und wann Sie zwingend eine Fachfirma beauftragen sollten. Außerdem zeigen wir, wie Sie Schimmel dauerhaft verhindern, denn ohne Ursachenbeseitigung kehrt er immer wieder.

Warum entsteht Schimmel in Gebäuden?

Schimmelpilze brauchen drei Dinge, um zu wachsen: Feuchtigkeit, Nährstoffe und eine geeignete Temperatur. Nährstoffe finden sich auf nahezu jeder Oberfläche (Tapete, Putz, Holz, Staub), und Raumtemperaturen zwischen 15 und 30 Grad Celsius sind ideal. Der entscheidende Faktor ist daher immer die Feuchtigkeit. Sobald die relative Luftfeuchtigkeit an einer Oberfläche dauerhaft über 70–80 % liegt, können Schimmelpilze keimen.

Wärmebrücken (Kältebrücken)

Wärmebrücken sind die häufigste bauliche Ursache für Schimmelbefall. An diesen Stellen ist die Wärmedämmung der Gebäudehülle unterbrochen oder geschwächt, sodass die Oberflächentemperatur innen deutlich niedriger liegt als in den umgebenden Bereichen. Warme, feuchte Raumluft kondensiert an diesen kalten Stellen, die Oberfläche wird feucht, und Schimmel wächst.

Typische Wärmebrücken:

  • Außenecken von Räumen (zwei Außenwände treffen aufeinander)
  • Fensterlaibungen und Fensterstürze
  • Betondeckenanschlüsse an Außenwänden
  • Heizkörpernischen mit reduzierter Wandstärke
  • Rollladenkästen ohne Dämmung
  • Balkonplatten, die die Fassadendämmung durchstoßen

Besonders betroffen sind Altbauten, die vor der ersten Wärmeschutzverordnung (1977) errichtet wurden und keinerlei Außendämmung besitzen. In unserem Ratgeber zur energetischen Sanierung im Altbau erfahren Sie, wie Sie die Gebäudehülle systematisch verbessern.

Unzureichende Lüftung

In modern sanierten Gebäuden mit neuen, dichten Fenstern kann ein anderes Problem entstehen: Der natürliche Luftaustausch durch undichte Fugen entfällt. Wird nicht ausreichend gelüftet, steigt die Raumluftfeuchtigkeit, und Feuchtigkeit schlägt sich an kühleren Oberflächen nieder. Das ist kein „Baufehler", sondern eine physikalische Konsequenz dichter Gebäudehüllen, die durch angepasstes Lüftungsverhalten oder eine Lüftungsanlage gelöst werden muss.

Kritische Feuchtigkeitsquellen im Haushalt:

  • Kochen: bis zu 1,5 Liter Wasserdampf pro Tag
  • Duschen/Baden: 1–2 Liter pro Person und Tag
  • Wäschetrocknen in Innenräumen: 2–4 Liter pro Trocknungsgang
  • Zimmerpflanzen: 0,5–1 Liter pro Tag (je nach Anzahl)
  • Atmen und Schwitzen: 1–1,5 Liter pro Person und Nacht

Ein Vier-Personen-Haushalt gibt täglich 6–12 Liter Wasser an die Raumluft ab. Ohne regelmäßigen Luftaustausch steigt die relative Luftfeuchtigkeit rasch über das kritische Niveau von 60 %.

Feuchtigkeit von außen

Nicht immer ist Kondensat die Ursache. Durchfeuchtete Wände durch defekte Dachabdichtungen, undichte Fallrohre, aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Keller oder fehlerhafte Horizontalsperren führen ebenfalls zu Schimmelbefall, oft verborgen hinter Verkleidungen oder unter Bodenbelägen.

Wasserschäden

Rohrbrüche, Überschwemmungen oder Löschwasser nach einem Brand können schlagartig große Feuchtigkeitsmengen in die Bausubstanz einbringen. Wird die Trocknung nicht professionell durchgeführt, ist Schimmelbildung innerhalb weniger Tage die Folge.

Gesundheitsrisiken: Warum Schimmel ernst genommen werden muss

Schimmelpilze geben Sporen und Stoffwechselprodukte (MVOC) an die Raumluft ab. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind wissenschaftlich gut dokumentiert und können erheblich sein.

Häufige Gesundheitsprobleme

Symptom Beschreibung Betroffene Gruppen
Atemwegsreizungen Husten, Schnupfen, Heiserkeit Alle, besonders bei großflächigem Befall
Allergische Reaktionen Rhinitis, Asthma, Hautreizungen Allergiker, Kinder
Infektionen Aspergillosen (Lungeninfektionen) Immungeschwächte Personen
Toxische Reaktionen Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit Bei Exposition gegenüber Mykotoxinen
Chronische Beschwerden Konzentrationsstörungen, Erschöpfung Bei Langzeitexposition

Besonders gefährlich: Schwarzschimmel

Unter dem Begriff „Schwarzschimmel" werden verschiedene Arten zusammengefasst, darunter Aspergillus niger und Stachybotrys chartarum. Letzterer produziert Mykotoxine und gilt als besonders gesundheitsschädlich. Er wächst bevorzugt auf durchfeuchteten Gipskartonplatten, Tapeten und Zellulosedämmstoffen. Eine Identifikation der Schimmelart ist nur durch eine Laboranalyse möglich (Kosten: ca. 50–150 EUR pro Probe).

Wann sollte das Gesundheitsamt eingeschaltet werden?

Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt, das Gesundheitsamt einzubeziehen, wenn:

  • Bewohner über gesundheitliche Beschwerden klagen, die mit dem Schimmelbefall in Zusammenhang stehen könnten
  • Immungeschwächte Personen, Kleinkinder oder chronisch Kranke in der Wohnung leben
  • Der Schimmelbefall großflächig ist (über 0,5 m²) und die Ursache unklar bleibt
  • Es sich um eine öffentliche Einrichtung handelt (Schule, Kindergarten, Krankenhaus)

Selbst beseitigen oder Fachfirma beauftragen?

Das Umweltbundesamt hat in seinem Schimmel-Leitfaden (erstmals 2002 veröffentlicht, zuletzt 2017 in überarbeiteter Fassung) eine klare Kategorisierung vorgenommen:

Kategorie Befallsfläche Empfehlung Geschätzte Kosten
Kategorie 1 Unter 0,5 m² (ca. 20 × 25 cm) Eigenbeseitigung möglich 50–200 EUR
Kategorie 2 0,5 bis 3 m² Fachfirma empfohlen 500–2.000 EUR
Kategorie 3 Über 3 m² oder tiefgehender Befall Fachfirma zwingend erforderlich 2.000–10.000+ EUR

Eigenbeseitigung: So gehen Sie vor (Kategorie 1)

Kleine, oberflächliche Schimmelflecken auf glatten Oberflächen können Sie selbst entfernen. Das UBA empfiehlt:

  1. Schutzausrüstung tragen: Atemschutzmaske (mindestens FFP2), Handschuhe, Schutzbrille
  2. Reinigungsmittel: 70–80-prozentiger Ethylalkohol (Isopropanol) oder Wasserstoffperoxid (3 %). Chlorhaltige Mittel sind wirksam, belasten aber die Raumluft zusätzlich und werden vom UBA nicht empfohlen
  3. Oberfläche abwischen: Schimmel mit dem Reinigungsmittel gründlich abreiben, Tuch danach entsorgen
  4. Tapeten/Silikonfugen: Befallene Tapete entfernen und entsorgen, Silikonfugen herausschneiden und erneuern
  5. Trocknen lassen: Stelle gut belüften und vollständig trocknen lassen
  6. Ursache beheben: Ohne Ursachenbeseitigung kehrt der Schimmel innerhalb von Wochen zurück

Wichtig: Verzichten Sie auf sogenannte Anti-Schimmel-Farben als Dauerlösung. Sie überdecken das Problem, beseitigen aber nicht die Ursache.

Professionelle Sanierung: Was die Fachfirma macht (Kategorie 2 und 3)

Eine qualifizierte Fachfirma für Schimmelsanierung arbeitet in der Regel nach folgenden Schritten:

  1. Bestandsaufnahme und Schadensanalyse: Messung der Materialfeuchte, Thermografie zur Erkennung von Wärmebrücken, ggf. Raumluftmessung und Laboranalyse der Schimmelpilzart
  2. Ursachenermittlung: Leckortung, Prüfung der Bausubstanz, Feuchtigkeitsmessung in der Tiefe
  3. Sanierungskonzept: Schriftlicher Plan mit Maßnahmen, Zeitplan und Kosten
  4. Abschottung: Betroffener Bereich wird mit Folie und Unterdruck vom Rest der Wohnung getrennt (bei Kategorie 3)
  5. Entfernung: Befallene Materialien werden entfernt und fachgerecht entsorgt (Tapete, Putz, Dämmung, ggf. Mauerwerk in der Oberfläche)
  6. Desinfektion: Verbleibende Oberflächen werden desinfiziert
  7. Trocknung: Bautrockner kommen zum Einsatz (Dauer: Tage bis Wochen)
  8. Wiederherstellung: Neuer Putz, neue Tapete, ggf. neue Dämmung
  9. Freimessung: Kontrolle, ob der Befall vollständig beseitigt wurde

Was kostet eine Schimmelsanierung?

Die Kosten variieren stark je nach Umfang, Ursache und notwendigen Begleitmaßnahmen. Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung:

Kosten nach Umfang

Umfang Typische Situation Kosten (inkl. MwSt.)
Kleinfläche (unter 0,5 m²) Schimmel in Fensterecke, Silikonfuge Bad 50–200 EUR (Eigensanierung)
Mittlerer Befall (0,5–3 m²) Schimmel hinter Schrank an Außenwand 500–2.000 EUR
Großflächiger Befall (über 3 m²) Schimmel in Ecken mehrerer Räume 2.000–6.000 EUR
Struktureller Befall Durchfeuchtete Wände, Schimmel unter Estrich 5.000–15.000 EUR
Komplettsanierung Wohnung Massiver Befall nach Wasserschaden 8.000–25.000 EUR

Einzelposten im Detail

Leistung Kosten
Erstgutachten / Schadensanalyse 300–800 EUR
Raumluftmessung (Sporenanalyse) 150–400 EUR
Thermografie (Wärmebrücken-Erkennung) 200–500 EUR
Laboranalyse Schimmelart 50–150 EUR pro Probe
Schimmelentfernung (Oberfläche) 30–60 EUR/m²
Putz abschlagen und erneuern 40–80 EUR/m²
Bautrocknung (Miete Bautrockner) 10–30 EUR/Tag pro Gerät
Horizontalsperre nachrüsten (aufsteigende Feuchte) 150–350 EUR/lfm
Wärmebrücke beheben (Innendämmung) 80–200 EUR/m²

Beispielrechnung: Schimmel in Schlafzimmer-Ecke

Ausgangssituation: 1,5 m² Schimmelbefall an einer Außenwandecke im Schlafzimmer, Ursache: Wärmebrücke durch fehlende Dämmung.

Position Kosten
Begutachtung und Feuchtemessung 400 EUR
Tapete entfernen, Putz abschlagen (3 m²) 200 EUR
Schimmelentfernung und Desinfektion 300 EUR
Innendämmung der Außenwandecke (3 m²) 500 EUR
Neuer Putz und Tapete 250 EUR
Gesamt 1.650 EUR

Ohne die Behebung der Wärmebrücke (Innendämmung) würde die reine Schimmelentfernung nur rund 900 EUR kosten, aber der Schimmel käme mit großer Wahrscheinlichkeit zurück. Die dauerhafte Lösung kostet mehr, ist aber die einzig wirtschaftlich sinnvolle Option.

Schimmel und Gebäudeenergetik: Der Zusammenhang

Schimmel ist in vielen Fällen ein Symptom für energetische Schwachstellen des Gebäudes. Wärmebrücken, fehlende Dämmung und undichte Gebäudehüllen verursachen nicht nur Schimmel, sondern auch hohe Heizkosten und schlechten Wohnkomfort.

Wärmebrücken und ihre U-Werte

Bauteil Ohne Dämmung (U-Wert) Mit Dämmung (U-Wert) Schimmelrisiko ohne Dämmung
Außenwand (24 cm Ziegel) 1,5–2,0 W/(m²·K) 0,2–0,3 W/(m²·K) Hoch in Ecken
Außenwand (38 cm Ziegel) 1,0–1,4 W/(m²·K) 0,2–0,3 W/(m²·K) Mittel
Fensterlaibung (ungedämmt) 2,0–3,0 W/(m²·K) 0,5–0,8 W/(m²·K) Sehr hoch
Rollladenkasten (ungedämmt) 3,0–5,0 W/(m²·K) 0,5–1,0 W/(m²·K) Sehr hoch
Betondeckenanschluss 1,5–2,5 W/(m²·K) 0,3–0,5 W/(m²·K) Hoch

Wenn Schimmel an mehreren Stellen oder wiederholt auftritt, ist das ein klares Signal, dass die Gebäudehülle energetisch saniert werden sollte. Eine Fassadendämmung beseitigt die meisten Wärmebrücken und senkt gleichzeitig die Heizkosten um 20–35 %.

Lüftung als Teil der Lösung

Nach einer energetischen Sanierung, insbesondere nach dem Austausch der Fenster, wird die Gebäudehülle deutlich dichter. Der natürliche Luftaustausch durch Undichtigkeiten entfällt. Ohne Anpassung des Lüftungsverhaltens oder eine Lüftungsanlage kann dies paradoxerweise zu mehr Feuchteproblemen führen.

Lüftungsoptionen nach energetischer Sanierung:

Lüftungsart Kosten (Nachrüstung) Vorteile Nachteile
Manuelle Stoßlüftung Keine Kostenlos Erfordert Disziplin, Energieverlust
Dezentrale Lüfter (pro Raum) 300–800 EUR/Gerät Einfache Nachrüstung Geräusche, eingeschränkte WRG
Zentrale Lüftung mit WRG 4.000–10.000 EUR Bis 90 % Wärmerückgewinnung Aufwendige Installation, Wartung
Fensterfalzlüfter 50–150 EUR/Fenster Minimal-invasiv Nur Grundlüftung, keine WRG

Schimmel in der Mietwohnung: Rechtliche Aspekte

Schimmel in Mietwohnungen ist einer der häufigsten Streitpunkte im deutschen Mietrecht. Die zentrale Frage lautet: Wer ist schuld, der Vermieter (baulicher Mangel) oder der Mieter (falsches Lüften)?

Mietminderung bei Schimmel

Gemäß § 536 BGB hat der Mieter Anspruch auf eine angemessene Mietminderung, wenn die Gebrauchstauglichkeit der Wohnung durch einen Mangel eingeschränkt ist. Schimmelbefall stellt in der Regel einen solchen Mangel dar.

Richtwerte aus der Rechtsprechung:

Situation Mietminderung Gerichtsurteil (Beispiel)
Schimmel in einem Zimmer (leicht) 5–10 % AG Hamburg, 2013
Schimmel in mehreren Zimmern 10–20 % LG Berlin, 2015
Großflächiger Befall, Gesundheitsgefahr 20–50 % LG Hannover, 2014
Wohnung unbewohnbar wegen Schimmel Bis 100 % AG München, 2016

Wichtig: Diese Werte sind Orientierungshilfen, keine festen Regeln. Jeder Fall wird individuell bewertet.

Beweislast

Die Beweislast ist im deutschen Mietrecht gestuft:

  1. Zunächst muss der Mieter den Schimmelbefall nachweisen und anzeigen (Mängelanzeige gemäß § 536c BGB)
  2. Dann muss der Vermieter nachweisen, dass der Schimmel nicht auf einem baulichen Mangel beruht, sondern auf dem Verhalten des Mieters (z. B. unzureichendes Lüften, Möbel direkt an Außenwänden)
  3. Im Zweifel spricht die Rechtsprechung häufig zugunsten des Mieters, insbesondere bei Altbauten ohne Dämmung, da hier bauliche Mängel naheliegen

Pflichten des Vermieters

  • Instandhaltungspflicht gemäß § 535 BGB: Der Vermieter muss die Wohnung in einem vertragsgemäßen Zustand halten
  • Beseitigung des Schimmels auf eigene Kosten, wenn ein baulicher Mangel vorliegt
  • Ggf. Bereitstellung einer Ersatzwohnung während der Sanierung bei großflächigem Befall
  • Beauftragung eines Sachverständigen bei strittiger Ursache

Pflichten des Mieters

  • Anzeigepflicht: Schimmelbefall unverzüglich dem Vermieter melden
  • Schadensminderungspflicht: Zumutbare Maßnahmen ergreifen (z. B. regelmäßiges Lüften)
  • Ordnungsgemäße Nutzung: Ausreichend heizen (in der Regel mindestens 18–20 Grad Celsius in Wohnräumen) und lüften

Schimmel dauerhaft verhindern: Prävention

Die beste Schimmelsanierung ist die, die nicht nötig wird. Prävention setzt an den Ursachen an.

Richtiges Lüften

  • Stoßlüften statt Kipplüften: 3–4 Mal täglich für 5–10 Minuten Fenster weit öffnen (Querlüftung ideal)
  • Nach dem Duschen/Kochen: Sofort lüften, Badezimmertür zur Wohnung geschlossen halten
  • Wäsche nicht in geschlossenen Räumen trocknen: Falls unvermeidlich, den Raum gleichzeitig lüften
  • Relative Luftfeuchtigkeit kontrollieren: Ein Hygrometer (ab 10 EUR) gehört in jede Wohnung. Zielwert: 40–60 %

Richtiges Heizen

  • Alle Räume auf mindestens 16–18 Grad Celsius heizen, auch wenig genutzte Zimmer
  • Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen geschlossen halten
  • Heizkörper nicht mit Möbeln oder Vorhängen verdecken

Bauliche Maßnahmen

Maßnahme Wirkung Kosten (typisch)
Fassadendämmung Beseitigt die meisten Wärmebrücken 150–300 EUR/m²
Innendämmung an Problemstellen Erhöht Oberflächentemperatur lokal 80–200 EUR/m²
Fensterlaibung dämmen Eliminiert häufige Wärmebrücke 30–60 EUR/lfm
Rollladenkasten dämmen Beseitigt starke Wärmebrücke 80–200 EUR/Kasten
Lüftungsanlage (dezentral) Kontinuierlicher Luftaustausch 300–800 EUR/Gerät
Kalkputz oder Lehmputz Feuchteregulierend, schimmelhemmend 25–45 EUR/m²

Eine umfassende Analyse der energetischen Schwachstellen Ihres Gebäudes ist der erste Schritt zur dauerhaften Schimmelprävention. Mit reduco können Sie in wenigen Minuten prüfen, ob Ihr Gebäude energetische Schwachstellen hat, die Schimmel begünstigen, und erhalten konkrete Maßnahmenvorschläge mit Kostenabschätzung.

Wann Schimmel auf ein tieferes Problem hindeutet

Nicht jeder Schimmelfleck bedeutet, dass eine Komplettsanierung nötig ist. Aber es gibt klare Warnsignale, bei denen Sie über eine umfassendere Lösung nachdenken sollten:

Schimmel ist ein Symptom, wenn:

  • Er an mehreren Stellen gleichzeitig auftritt (verschiedene Außenwände, Ecken)
  • Er nach fachgerechter Entfernung innerhalb weniger Monate zurückkehrt
  • Er auch bei korrektem Lüftungsverhalten auftritt
  • Er in Verbindung mit hohen Heizkosten steht (Indikator für schlechte Dämmung)
  • Thermografie kalte Stellen an Außenwänden zeigt

In diesen Fällen ist die Schimmelbeseitigung allein Symptombehandlung. Die eigentliche Lösung liegt in einer energetischen Sanierung, die Wärmebrücken beseitigt und die Gebäudehülle auf einen zeitgemäßen Standard bringt. Ein Energieberater kann mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) ermitteln, welche Maßnahmen in Ihrem Fall sinnvoll und wirtschaftlich sind.

Den richtigen Fachbetrieb finden

Für eine professionelle Schimmelsanierung sollten Sie auf folgende Qualifikationen achten:

  • Sachverständiger für Schimmelpilzschäden: TÜV-zertifiziert oder vom Bundesverband Schimmelpilzsanierung (BSS) anerkannt
  • Erfahrung mit bauphysikalischen Ursachen: Der Betrieb sollte nicht nur den Schimmel entfernen, sondern auch die Ursache identifizieren und beheben können
  • Referenzen und Versicherung: Fragen Sie nach vergleichbaren Projekten und einer Berufshaftpflichtversicherung
  • Schriftliches Angebot: Lassen Sie sich ein detailliertes Angebot mit Leistungsbeschreibung erstellen, nicht nur einen Pauschalpreis

Holen Sie mindestens drei Angebote ein. Die Preisunterschiede können erheblich sein. Achten Sie dabei weniger auf den günstigsten Preis als auf die Vollständigkeit des Leistungsumfangs, insbesondere ob die Ursachenbeseitigung eingeschlossen ist.

Häufige Fragen

Ab welcher Größe muss eine Fachfirma den Schimmel entfernen?

Das Umweltbundesamt empfiehlt ab einer Befallsfläche von 0,5 m² (etwa 50 × 100 cm oder 70 × 70 cm) eine professionelle Sanierung. Bei Flächen darunter können Sie den Schimmel selbst beseitigen, sofern er nur oberflächlich ist und Sie Schutzausrüstung (FFP2-Maske, Handschuhe, Schutzbrille) tragen. Bei tiefgehendem Befall, etwa wenn der Putz durchfeuchtet ist, sollten Sie auch bei kleineren Flächen einen Fachbetrieb beauftragen.

Zahlt die Gebäudeversicherung die Schimmelsanierung?

In der Regel nur, wenn der Schimmel Folge eines versicherten Ereignisses ist, etwa eines Rohrbruchs oder Hochwassers (Leitungswasser- bzw. Elementarschadensversicherung). Schimmel durch Wärmebrücken, mangelnde Lüftung oder aufsteigende Feuchtigkeit ist kein Versicherungsfall. Im Mietverhältnis trägt der Vermieter die Kosten, wenn ein baulicher Mangel vorliegt.

Wie lange dauert eine professionelle Schimmelsanierung?

Das hängt vom Umfang ab. Oberflächliche Entfernung in einem Raum dauert 1–2 Tage. Bei großflächigem Befall mit Bautrocknung rechnen Sie mit 1–3 Wochen, bei strukturellem Befall mit Putz- und Dämmarbeiten mit 2–6 Wochen. In der Bauphase ist der betroffene Bereich je nach Schwere des Befalls möglicherweise nicht bewohnbar.

Kann Schimmel hinter Möbeln und Verkleidungen wachsen, ohne dass man ihn sieht?

Ja, das ist sogar häufig der Fall. Schränke und Regale an Außenwänden blockieren die Luftzirkulation, die Wandoberfläche dahinter bleibt kalt und feucht. Gleiches gilt für abgehängte Decken und Wandverkleidungen. Ein muffiger Geruch ohne sichtbaren Schimmel ist oft ein Hinweis auf verdeckten Befall. Als Faustregel gilt: Große Möbelstücke sollten mindestens 5–10 cm Abstand zu Außenwänden haben, damit Luft zirkulieren kann.

Ist eine Schimmelsanierung steuerlich absetzbar?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Handwerkerleistungen für die Schimmelsanierung im selbstgenutzten Eigenheim können als haushaltsnahe Handwerkerleistungen nach § 35a EStG steuerlich geltend gemacht werden: 20 % der Arbeitskosten, maximal 1.200 EUR pro Jahr. Wenn die Schimmelsanierung mit einer energetischen Sanierung verbunden ist, können die Kosten alternativ als energetische Sanierungsmaßnahme nach § 35c EStG abgesetzt werden, das bietet bis zu 40.000 EUR steuerliche Förderung über drei Jahre. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über die für Sie günstigere Variante.

Hilft Anti-Schimmel-Farbe dauerhaft gegen Schimmel?

Nein. Anti-Schimmel-Farben enthalten fungizide Wirkstoffe, die das Schimmelwachstum vorübergehend unterdrücken. Die Wirkung lässt nach 2–3 Jahren nach, und der Schimmel kehrt zurück, wenn die Ursache nicht behoben wurde. Sinnvoller sind diffusionsoffene Mineralfarben (Kalk- oder Silikatfarben), die die Oberfläche alkalisch halten und so das Schimmelpilzwachstum auf natürliche Weise hemmen. Aber auch sie ersetzen nicht die Ursachenbeseitigung.

schimmelsanierungschimmelsanierunggesundheitfeuchtigkeit

Sanierungspotenzial Ihres Gebäudes entdecken

Finden Sie heraus, welche Maßnahmen sich für Ihr Gebäude lohnen – kostenlos und in wenigen Minuten.

Kostenlos Gebäude analysieren

Verwandte Artikel