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Ratgeber17 Min. Lesezeit

Fassade streichen Kosten 2026: 25–60 €/m² im Überblick

Fassade streichen kostet 2026 komplett 25–60 €/m² inkl. Gerüst. Alle Preise pro m², Farbtypen, Förderung und wann ein WDVS lohnt – mit Spar-Tipps.

Maler streicht Hausfassade auf einem Gerüst

Eine Fassade streichen zu lassen kostet 2026 beim Fachbetrieb komplett 25–60 € pro m² Fassadenfläche – inklusive Material, Arbeit, Gerüst und normaler Untergrundvorbereitung. Bei intaktem, tragfähigem Putz und einfachem Anstrich sind es eher 18–28 €/m² inklusive Gerüst; mit Putzreparaturen und Premiumfarbe klettert der Preis auf 40–60 €/m² und in Extremfällen bis über 90 €/m². Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 m² Fassadenfläche liegen die Gesamtkosten damit realistisch bei 5.000–12.000 €. Die wichtigste ehrliche Botschaft vorweg: Ein reiner Anstrich wird nicht gefördert – aber Sie holen sich über den Handwerkerbonus (§ 35a EStG) bis zu 1.200 € pro Jahr zurück, und wer ohnehin saniert, sollte den Schritt zur förderfähigen Fassadendämmung prüfen. In diesem Ratgeber schlüssele ich alle Kosten pro m² auf, vergleiche die vier Farbtypen und zeige, wann sich Streichen lohnt – und wann ein Wärmedämmverbundsystem die bessere Wahl ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Komplettpreis Fachbetrieb: 25–60 €/m² Fassadenfläche (Material + Arbeit + Gerüst + Vorarbeiten); einfacher Anstrich auf intaktem Untergrund ab 18–28 €/m².
  • Einfamilienhaus gesamt: 150 m² Fassade ca. 5.000–12.000 €; 120 m² ca. 4.800–7.500 €; 200 m² ca. 7.700–14.000 €.
  • Gerüst allein: 6–12 €/m² Fassadenfläche bei vierwöchiger Standzeit – bei 150 m² also rund 900–1.800 € nur für das Gerüst.
  • Farbtyp entscheidet über die Haltbarkeit: Dispersion 8–12 Jahre, Silikat 10–15 Jahre, Silikonharz 12–20 Jahre – Streichintervall im Schnitt alle 10–15 Jahre.
  • Förderung: Reiner Anstrich = 0 € Zuschuss. Über § 35a EStG sind aber 20 % der Arbeitskosten (max. 1.200 €/Jahr) absetzbar. Ein WDVS bringt 15–20 % BAFA-Zuschuss.
  • Dämmpflicht: Ein Anstrich (und neuer Oberputz ohne Abschlagen) löst keine GEG-Dämmpflicht aus – das ist ein echtes Pro-Streichen-Argument.
  • Eigenleistung: spart 60–80 % der Bruttokosten, ist aber nur bei 1–2 Stockwerken und gutem Untergrund sinnvoll – mit Haftungs- und Höhenrisiko.

Was kostet Fassade streichen pro m²? Die Kostenaufschlüsselung

Die spannendste Frage zuerst: Wofür zahlen Sie eigentlich wie viel? Der pauschale m²-Preis verschleiert, dass sich die Rechnung aus sieben bis acht Einzelposten zusammensetzt. Die folgende Tabelle bricht eine typische Kalkulation (angelehnt an die Detailaufstellung der Commerzbank für 150 m² Fassade) auf die einzelnen Gewerke herunter – jeweils als Spanne, weil die Portale teils erheblich streuen.

Kostenposten Preis pro m² Fassadenfläche
Gerüstmiete (4 Wochen Standzeit) 6–12 €
Gerüst Auf- und Abbau (Arbeit) 5–9 €
Abdeck- und Schutzarbeiten 0,50–4 €
Untergrund reinigen / vorbereiten 3 € (bei Schäden 2–15 €)
Grundierung Material 0,20–5 €
Grundierung auftragen (Arbeit) 5–15 €
Putzausbesserung Material 1–2 €
Fassadenfarbe Material (2 Anstriche) 10–20 €
Farbe anrühren / Farbton mischen 1–2,50 €
Streichen, 2 Anstriche (Arbeit) 20–60 €

Addiert man das obere Ende aller Posten, landet man bei den oft zitierten 91,50–112,50 €/m² der Commerzbank. Wichtig: Das ist ein Premium- bzw. Vollsanierungswert mit viel Vorarbeit und Premiumfarbe – nicht der Standardanstrich. Mehrere Vergleichsportale (MyHammer, Maler mit Stern, anyhelpnow) nennen für den Standardanstrich komplett inklusive Gerüst realistisch 25–50 €/m². Diese Spanne sollten Sie als Orientierung nehmen; die 90–115 €/m² treten nur auf, wenn der Untergrund stark sanierungsbedürftig ist.

Eine einfache Faustformel zum Selbstrechnen: m² × 25–40 € (Standardanstrich) plus 30–50 % Aufschlag für Gerüst und Vorarbeiten. Den größten Hebel hat dabei fast immer der Zustand des Untergrunds – dazu gleich mehr.

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Gesamtkosten nach Hausgröße: Was zahlt ein Einfamilienhaus?

Die meisten Hausbesitzer wollen keine m²-Preise, sondern die Endsumme. Die hängt vor allem von der Fassadenfläche ab. Ein typisches Einfamilienhaus hat 150–200 m² Fassadenfläche – ein kompakter Bungalow eher 150 m², ein großes, gegliedertes Haus mit Erkern und Gauben auch 200 m² und mehr. Die folgende Tabelle fasst die Spannen mehrerer Portale für den Fachbetrieb (Standard inklusive Gerüst und normaler Vorarbeiten) zusammen.

Fassadenfläche Gesamtkosten Fachbetrieb (Standard) Hinweis
100 m² ca. 4.700–13.500 € unteres Ende = einfacher Fall, oberes = viele Schäden
120 m² ca. 4.800–7.500 € typischer kompakter Bungalow
150 m² ca. 5.000–12.000 € Durchschnitts-EFH; einfach ab ~4.200 €
200 m² ca. 7.700–14.000 € großes / gegliedertes Haus

Für das durchschnittliche Einfamilienhaus mit 150 m² Fassade gilt: Ein einfacher Anstrich auf intaktem Untergrund startet bei rund 4.200 €, mit voller Vorbehandlung (Reinigung, Putzausbesserung, Grundierung) sind 5.500–8.500 € realistisch. Die oberen Werte von 12.000 € und mehr betreffen Häuser mit starkem Algenbefall, sandendem Altputz oder Premiumfarben.

Wie schätze ich meine Fassadenfläche?

Eine seriöse Faustformel „Wohnfläche × X = Fassadenfläche" gibt es nicht – die kursierenden Umrechnungen sind unzuverlässig. Belegbar ist nur die grobe Orientierung: kompaktes EFH ≈ 150 m², großes/gegliedertes ≈ 200 m² und mehr. Wer es genau wissen will, misst selbst: Wandlänge × Wandhöhe für jede Außenwand, alles addieren. Nach DIN-Aufmaß werden Fenster und Türen nur abgezogen, wenn die einzelne Öffnung mindestens 2,5 m² groß ist – normale Fenster und die Haustür werden also „übermessen", also mitgerechnet. Grund: Die Laibungen rund um die Öffnungen verursachen Mehraufwand. Verlassen Sie sich für die Angebotsvergleiche am besten auf das Aufmaß des Fachbetriebs.

Was treibt den Preis? Die wichtigsten Kostenfaktoren

Warum reicht die Spanne von 18 bis über 90 €/m²? Diese Faktoren entscheiden, wo Ihr Projekt landet:

Kostenfaktor Günstig (unteres Ende) Teuer (oberes Ende)
Untergrundzustand tragfähig, rissfrei, trocken sandend, rissig, feucht, alte Beschichtung löst sich
Gerüst Bungalow, kurze Standzeit mehrere Stockwerke, lange Standzeit, öffentlicher Grund
Farbtyp Kalk, Dispersion Silikat, Silikonharz
Anzahl Anstriche 2 Anstriche 3 (Farbwechsel / stark saugend)
Fassadengliederung glatte, kompakte Flächen Erker, Gauben, Zierelemente, viele Fenster
Zusatzleistungen keine Algenschutz, Imprägnierung (4–8 €/m²)
Region Sachsen ca. −10 % Bayern ca. +20 % über Bundesschnitt

Der mit Abstand größte Hebel ist der Untergrundzustand. Ist der Putz intakt, reicht reinigen, grundieren, streichen. Sandet oder kreidet die Fassade stark, löst sich die Altbeschichtung oder gibt es Risse und Hohlstellen, kommen Festigung, zusätzliche Grundierung und Putzausbesserung hinzu – bei starken Schäden schnell 1.500–3.000 € Aufschlag auf die Gesamtsumme. Prüfen Sie den Untergrund daher vor jedem Angebot: Klebebandtest (haftet die alte Farbe?), Wischtest (kreidet die Fassade ab?), Risse begutachten und Hohlstellen abklopfen.

Welche Fassadenfarbe ist die beste? Typen, Kosten und Haltbarkeit

Die Wahl der Farbe entscheidet nicht nur über den Materialpreis, sondern vor allem über die Lebenszykluskosten – denn eine teurere Farbe, die fünf Jahre länger hält, ist am Ende oft günstiger. Vier Typen dominieren den Markt. Die Materialkosten beziehen sich auf zwei Lagen pro m².

Farbtyp Material pro m² Gebinde (10 l) Haltbarkeit Eigenschaft
Kalkfarbe (mineralisch) 0,30–0,50 € 30–60 € 5–10 Jahre diffusionsoffen, günstig, geringer Wetterschutz – Denkmal/Spezialfall
Dispersionsfarbe (Kunstharz) 0,50–2,00 € 25–50 € 8–12 Jahre gute Deckkraft, günstig, aber Filmbildung → algenanfälliger
Silikatfarbe (mineralisch) 0,70–3,00 € 60–120 € 10–15 Jahre sehr diffusionsoffen, langlebig, natürlicher Algenschutz
Silikonharzfarbe (Premium) 1,00–3,50 € 80–200 € 12–20 Jahre wasser- und schmutzabweisend (Lotuseffekt), langlebigste Option

Dazu kommt die passende Grundierung: Tiefgrund 0,20–1,00 €/m², Silikat-Grundierung 0,30–1,50 €/m². Der Maler-Stundenlohn liegt bei 40–60 €/h, der Farbverbrauch bei etwa 0,3–0,5 l/m² je Anstrich (50 m² Einschicht ≈ 10 l).

Meine ehrliche Einordnung der Typen:

  • Dispersionsfarbe ist der günstige Standard mit guter Deckkraft. Der Haken: Sie bildet einen geschlossenen Film, ist weniger diffusionsoffen und damit anfälliger für Algen und Moos – besonders auf der Nord- oder Wetterseite. Wer Wert auf Langlebigkeit legt, sollte hier zweimal überlegen.
  • Silikatfarbe verkieselt fest mit dem Untergrund, ist extrem diffusionsoffen und langlebig. Voraussetzung ist allerdings ein mineralischer Untergrund plus Silikat-Grundierung – auf Kunstharzputz funktioniert sie nicht. Die Note für Altbau mit Mineralputz.
  • Silikonharzfarbe ist die universellste und langlebigste Wahl: wasserabweisend, schmutzabweisend, auf fast allen Untergründen einsetzbar. Der höhere Materialpreis relativiert sich über das längere Streichintervall.
  • Kalkfarbe ist günstig und diffusionsoffen, hält aber am kürzesten und schützt am schwächsten. Sie ist eher etwas für Denkmalschutz und Spezialfälle – für die normale EFH-Fassade rate ich davon ab.

Wenn der m²-Preis bei der Farbe nur 1–2 € auseinanderliegt, die Silikonharzfarbe aber 5–8 Jahre länger hält, ist die Rechnung klar: Die teurere, langlebigere Farbe senkt die Kosten pro Jahr deutlich.

Ablauf: Diese Arbeitsschritte stecken im Preis

Damit Sie ein Angebot realistisch beurteilen können, hilft der Blick auf den typischen Ablauf. Jeder Schritt taucht (oder fehlt) im Leistungsverzeichnis auf:

Schritt Arbeit Richtkosten
1. Gerüst aufbauen ab 2 Stockwerken Pflicht (Arbeitssicherheit) 6–12 €/m² Miete + 5–9 €/m² Auf-/Abbau
2. Fassade reinigen Hochdruckreiniger, Algen/Moos entfernen 5–15 €/m²
3. Schäden ausbessern Risse, Hohlstellen, Putzschäden spachteln 1–2 €/m² Material (+ Aufschlag bei starken Schäden)
4. Abkleben / abdecken Fenster, Türen, Sockel schützen 0,50–4 €/m²
5. Grundierung auftragen passend zur Farbe (Tiefgrund/Silikat) 0,20–1,50 €/m² Material + 5–15 €/m² Auftrag
6. Streichen in der Regel 2 Anstriche (3 bei Farbwechsel) 20–60 €/m² Arbeit
7. Gerüst abbauen, Endkontrolle Abnahme im Auf-/Abbau enthalten

Lassen Sie sich diese Posten im Angebot einzeln ausweisen – vor allem die Vorarbeiten. Nur so erkennen Sie, ob ein scheinbar günstiges Angebot die Untergrundvorbereitung schlicht weglässt und später teuer nachberechnet.

Was kostet das Gerüst beim Fassade streichen?

Das Gerüst ist nach der Arbeitsleistung der zweitgrößte Kostenblock – und ab dem zweiten Stockwerk aus Arbeitssicherheitsgründen Pflicht. Beim Fachbetrieb sind 6–12 €/m² Fassadenfläche üblich (Standzeit vier Wochen), die Gesamtspanne über alle Quellen reicht von 5 bis 20 €/m². Konkret bedeutet das:

Fassadenfläche Gerüstkosten (Fachbetrieb, eingerechnet)
120 m² 960–1.920 €
150 m² 900–1.800 €
200 m² 1.600–3.200 €

Wer selbst streicht, mietet stattdessen ein Fahrgerüst für ca. 130–200 € pro Woche (im Schnitt rund 170 €/Woche). Wichtig: Vermischen Sie diese beiden Bezugsgrößen nicht – die 6–12 €/m² gelten für den Fachbetrieb inklusive Auf-/Abbau, die Wochenmiete für die Selbstmontage eines kleinen Rollgerüsts.

Steht das Gerüst auf öffentlichem Gehweg oder einer Straße, brauchen Sie eine Sondernutzungsgenehmigung der Kommune – Kosten meist rund 100–200 €. Diesen Punkt früh klären, sonst verzögert sich der Start.

Fassade reinigen statt streichen: Wann reicht das?

Nicht jede unansehnliche Fassade muss gestrichen werden. Sind nur Algen, Moos oder Verfärbungen das Problem, der Putz und die Farbe darunter aber intakt, kann eine Fassadenreinigung ausreichen. Das Entfernen von Algen, Moos und Verschmutzungen kostet 5–15 €/m², eine zusätzliche Imprägnierung als Schutz vor erneutem Befall 4–8 €/m². Als komplette Alternative zum Streichen liegt eine Reinigung je nach Aufwand bei 8–35 €/m².

Ehrlich gesagt: Reinigen lohnt sich nur, wenn der Anstrich farblich und substanziell noch in Ordnung ist und Sie sich die Kosten für Farbe und das Streichen sparen können. Kreidet die Fassade ab oder ist die Farbe verblasst, hilft nur ein neuer Anstrich.

Wie oft muss man die Fassade neu streichen?

Im Schnitt steht ein neuer Fassadenanstrich alle 10–15 Jahre an. In exponierten oder feuchten Lagen – Nordseite, Waldrand, Küste – sind es eher 7–10 Jahre. Der genaue Zeitpunkt hängt aber stark vom Farbtyp ab (siehe Haltbarkeitstabelle oben) und davon, wie stark die Fassade bewittert wird.

Streichen wird notwendig, wenn die Farbe verblasst oder abkreidet, sich leichte Verschmutzungen oder Algen zeigen – der Putz darunter aber noch tragfähig, rissfrei und trocken ist. Solange der Putz in Ordnung ist, reicht ein Anstrich vollkommen aus; eine teurere Neuverputzung oder gar Dämmung ist dann nicht nötig.

Förderung: Wird das Fassade streichen bezuschusst?

Hier die wichtigste und ehrlichste Botschaft des ganzen Ratgebers: Ein reiner Fassadenanstrich wird nicht gefördert. Es gibt für einen Anstrich – und ebenso für neuen Putz oder Oberputz ohne Dämmung – keinen BAFA-Zuschuss und keine KfW-Förderung. Wer im Netz „Förderung Fassade streichen" liest und auf BAFA-Prozente hofft, wird enttäuscht. Trotzdem gibt es zwei reale Wege, Geld zurückzubekommen.

Weg 1: Handwerkerbonus (§ 35a EStG) – gilt auch beim reinen Anstrich

Über die Steuererklärung sind 20 % der Arbeitskosten (nicht des Materials, nicht des Gerüstmaterials) absetzbar, gedeckelt auf maximal 1.200 € pro Jahr. Voraussetzung: ordentliche Rechnung und Zahlung per Überweisung – Barzahlung wird vom Finanzamt nicht anerkannt.

Rechenbeispiel: Bei einem Arbeitsanteil von 6.000 € (typisch für ein 150-m²-Haus) ergeben sich 1.200 € Erstattung – der Deckel ist damit ausgeschöpft. Das ist der einzige Steuervorteil, den der reine Anstrich bietet, und genau ihn übersehen viele Hausbesitzer.

Weg 2: WDVS statt Anstrich – dann wird gefördert

Sobald Sie statt zu streichen ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) anbringen lassen, greift die BEG-Einzelmaßnahmen-Förderung für die Fassadendämmung:

  • BAFA-Zuschuss: 15 % der förderfähigen Kosten für die Dämmung der Gebäudehülle.
  • iSFP-Bonus: zusätzliche 5 %, wenn die Maßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans ist – macht zusammen bis zu 20 % Zuschuss.
  • Förderfähige Kosten: 30.000 € pro Wohneinheit und Jahr, mit iSFP-Bonus auf 60.000 € verdoppelt.
  • Technische Voraussetzung: Die Außenwand muss nach der Dämmung einen bestimmten U-Wert erreichen (aktuelle BEG-Anforderung) – das prüft der Energieberater.

Alternativ zum BAFA-Zuschuss können Sie den Steuerbonus § 35c EStG nutzen: 7 % der Kosten im ersten Jahr, 7 % im zweiten, 6 % im dritten – zusammen 20 %, maximal 40.000 € pro Objekt (inklusive Energieberaterkosten). Dieser Steuerbonus ist nicht mit dem BAFA-Zuschuss für dieselbe Maßnahme kombinierbar – Sie entscheiden sich für das eine oder das andere. Welche Variante günstiger ist, hängt vom Einzelfall ab; Details finden Sie im Ratgeber zur Förderung der Dämmung 2026.

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Streichen oder dämmen? Die Entscheidungshilfe

Die teuerste Fehlentscheidung wäre, eine intakte Fassade aufwendig zu dämmen – oder umgekehrt eine bröckelnde Fassade immer wieder neu zu streichen, statt einmal richtig zu sanieren. Über die Fassade gehen 20–25 % der Heizenergie verloren, deshalb ist die Frage „Streichen oder dämmen?" mehr als eine Optikfrage.

Kriterium Anstrich (25–60 €/m²) Neuverputzen (30–40 €/m²) WDVS (110–250 €/m²)
Putzzustand tragfähig, rissfrei Oberfläche schadhaft großflächig schadhaft / energetisch geplant
Ziel Optik + Schutz Optik + Putzschutz Heizkosten senken + Optik
Lebensdauer 10–15 Jahre 30–40 Jahre 40–50 Jahre (Oberputz nach 20–25 J. neu)
Heizkostenersparnis keine gering hoch (20–25 % der Wärmeverluste)
Förderung nein (nur § 35a) nein 15–20 % BAFA / § 35c
GEG-Dämmpflicht nein nein (ohne Abschlagen) erfüllt Anforderung selbst

Meine Faustregel: Ist der Putz intakt und Sie wollen nur Optik und Schutz, reicht der reine Anstrich – alles andere ist überdimensioniert. Ist der Putz großflächig schadhaft, sind die Heizkosten hoch oder steht ohnehin eine energetische Sanierung an, sollten Sie direkt das WDVS erwägen, statt erst teuer neu zu verputzen und Jahre später doch zu dämmen. Wirtschaftlich amortisiert sich ein WDVS meist in 12–15 Jahren über Heizkostenersparnis plus Förderung.

Wovon ich abrate: sich zum WDVS drängen zu lassen, wenn es sich nicht rechnet. Wer eine intakte Fassade hat und nur eine frische Optik will, fährt mit Anstrich plus § 35a-Steuerbonus deutlich günstiger als mit einer Volldämmung. Das WDVS lohnt sich vor allem dann, wenn der Putz ohnehin saniert werden muss oder der Energieverbrauch hoch ist. Eine grobe Kostenübersicht zu allen Maßnahmen liefert der Ratgeber Haus sanieren: Kosten, tiefer in die Fassade geht die Fassadensanierung: Kosten und Methoden.

Rechenbeispiel: Anstrich vs. WDVS bei 150 m² Fassade

  • Reiner Anstrich: ca. 7.500 €, davon 0 € Förderung – nur bis 1.200 € über § 35a absetzbar. Hält 10–15 Jahre.
  • WDVS (160 €/m² = 24.000 €): BAFA 15 % = 3.600 €, mit iSFP 20 % = 4.800 €. Nettoaufwand nach Förderung ca. 19.200 €. Dafür: 20–25 % weniger Wärmeverlust über die Fassade, höhere Energieeffizienzklasse und eine Fassade, die 40–50 Jahre hält statt 10–15.

Die Zahlen zeigen: Das WDVS kostet ein Vielfaches, liefert aber Heizkostenersparnis, Förderung und Langlebigkeit. Ob sich der Aufpreis lohnt, entscheidet Ihr aktueller Energieverbrauch und der Zustand des Putzes – nicht der Wunsch nach frischer Farbe allein.

Muss ich bei einem Fassadenanstrich dämmen? GEG und Dämmpflicht

Eine verbreitete Sorge: „Wenn ich die Fassade anfasse, zwingt mich das GEG zur Dämmung." Für den Anstrich ist das falsch. Nach aktueller Auslegung des § 48 GEG lösen ein reiner Anstrich und auch ein neuer Putz oder Oberputz (solange der alte Putz nicht abgeschlagen wird) keine Dämmpflicht aus. Für Farbe gibt es generell keine GEG-Anforderungen.

Die sogenannte Bagatellregelung (§ 48 Satz 2 GEG) besagt: Werden weniger als 10 % der Fläche eines Bauteils bearbeitet – etwa einzelne Risse ausgebessert –, greifen die GEG-Anforderungen nicht. Die Dämmpflicht entsteht erst, wenn der alte Putz großflächig (mehr als 10 % der Bauteilfläche) abgeschlagen und vollständig erneuert wird (so auch ein Urteil des OLG Naumburg). Das ist in der Regel der Fall, kann bei bauteilbezogenen Sonderfällen aber abweichen – im Zweifel hilft ein Energieberater.

Das praktische Fazit: Wer streicht, hat nie eine Dämmpflicht. Das ist ein gewichtiges Argument für den Anstrich, wenn Sie die Dämmung (noch) vermeiden wollen. Umgekehrt wird der WDVS-Pfad genau dann zwingend, wenn Sie den schadhaften Altputz ohnehin großflächig erneuern müssen. Alle Details zu Pflichten und Fristen stehen im Ratgeber zur Dämmpflicht 2026.

Fassade selbst streichen: Wie viel spare ich wirklich?

Eigenleistung spart 60–80 % der Bruttokosten – weil der teuerste Posten, der Arbeitslohn, entfällt. Die reinen Materialkosten liegen bei 3–8 €/m² (Dispersion bis Silikat), dazu kommen Gerüstmiete (8–15 €/m² über vier Wochen bzw. ca. 170 €/Woche für ein Fahrgerüst), ein geliehener Hochdruckreiniger und Verbrauchsmaterial. Ein komplett in Eigenleistung gestrichenes Haus kann so für 2.750–3.850 € statt mehrerer tausend Euro mehr beim Profi machbar sein.

Eine risikoärmere Variante ist das Kombi-Modell: Sie reinigen und decken selbst ab, der Profi grundiert und streicht. Das spart 30–40 % bei deutlich geringerem Qualitätsrisiko.

Die Risiken benenne ich ehrlich – das ist keine reine Sparempfehlung:

  • Höhenarbeit: Ab dem zweiten Stockwerk ist ein Gerüst Pflicht, und Arbeit in der Höhe ist die häufigste Unfallursache am Bau. Realistisch ist Eigenleistung nur bei 1–2 Stockwerken.
  • Witterungsfenster: Optimal sind 10–25 °C (mindestens über 5 °C, nachts über +8 °C), kein Regen und keine pralle Sonne. Beste Jahreszeit ist Frühjahr bis Frühherbst. Wer das Fenster verpasst, riskiert Abplatzer.
  • Falsche Untergrund-Farbe-Kombi: Silikat auf nicht-mineralischem Putz oder die falsche Grundierung führen zum Abplatzen – ein teurer Folgeschaden.
  • Keine Gewährleistung: Bei Selbstausführung haftet niemand für Mängel. Geht etwas schief, zahlen Sie doppelt.

Wer handwerklich nicht sehr sicher ist oder ein zweistöckiges Haus hat, sollte zumindest das Streichen dem Fachbetrieb überlassen.

Praxis-Tipps: So senken Sie die Kosten

Auch beim Fachbetrieb gibt es legitime Hebel, um den Preis zu drücken, ohne an der Qualität zu sparen:

  • Mehrere Angebote einholen (mindestens drei) und die Leistungsverzeichnisse vergleichen – die Vorarbeiten unbedingt einzeln ausweisen lassen.
  • Gerüst mit dem Nachbarn teilen, wenn beide Häuser anstehen – das halbiert einen der größten Kostenblöcke.
  • Arbeiten bündeln: Wenn das Gerüst ohnehin steht, gleich Dachrinne, Fensterwartung oder kleine Reparaturen miterledigen lassen.
  • Langlebige Farbe wählen (Silikat oder Silikonharz): höherer m²-Preis, aber längeres Intervall und damit niedrigere Lebenszykluskosten.
  • § 35a-Steuerbonus nutzen: 20 % der Arbeitskosten, max. 1.200 €/Jahr – nur per Überweisung zahlen.
  • Richtige Jahreszeit wählen: Frühjahr und Frühherbst bringen bessere Verfügbarkeit und Preise als die Hochsaison.
  • Genehmigungen früh klären: Gerüst auf dem Gehweg (Sondernutzung), kommunale Farbleitpläne oder Denkmalschutz können Vorgaben machen.

Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet es, eine Fassade streichen zu lassen pro m²?

Beim Fachbetrieb kostet ein Fassadenanstrich komplett 25–60 € pro m² Fassadenfläche inklusive Material, Arbeit, Gerüst und normaler Vorarbeiten. Auf intaktem, tragfähigem Untergrund sind einfache Anstriche schon ab 18–28 €/m² inklusive Gerüst möglich. Premium-Vollsanierungen mit viel Vorarbeit und teurer Farbe können bis über 90 €/m² kosten – das ist aber die Ausnahme, nicht die Regel.

Was kostet das Streichen einer Fassade bei einem Einfamilienhaus komplett?

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 m² Fassadenfläche liegen die Gesamtkosten beim Fachbetrieb realistisch bei 5.000–12.000 €. Ein einfacher Anstrich startet bei rund 4.200 €, mit voller Vorbehandlung sind 5.500–8.500 € üblich. Kleinere Häuser mit 120 m² kosten ca. 4.800–7.500 €, große mit 200 m² Fassade ca. 7.700–14.000 €.

Wie viel kostet das Gerüst beim Fassade streichen?

Beim Fachbetrieb sind 6–12 € pro m² Fassadenfläche üblich (Standzeit vier Wochen, inklusive Auf- und Abbau). Bei 150 m² Fassade entspricht das rund 900–1.800 €, bei 200 m² etwa 1.600–3.200 €. Wer selbst streicht, mietet ein Fahrgerüst für ca. 130–200 € pro Woche. Steht das Gerüst auf öffentlichem Grund, kommt eine Sondernutzungsgenehmigung von etwa 100–200 € hinzu.

Welche Fassadenfarbe ist die beste – Silikat, Silikonharz oder Dispersion?

Das hängt vom Untergrund und Ihren Prioritäten ab. Silikonharzfarbe ist die universellste und langlebigste Wahl (12–20 Jahre, wasser- und schmutzabweisend) und passt auf fast jeden Untergrund. Silikatfarbe (10–15 Jahre) ist sehr diffusionsoffen und langlebig, braucht aber einen mineralischen Untergrund. Dispersionsfarbe ist am günstigsten (8–12 Jahre), aber weniger diffusionsoffen und damit algenanfälliger. Kalkfarbe rate ich außerhalb von Denkmalschutz ab.

Wie oft muss man eine Fassade neu streichen?

Im Schnitt steht ein neuer Anstrich alle 10–15 Jahre an. In exponierten oder feuchten Lagen wie der Nordseite, am Waldrand oder an der Küste sind es eher 7–10 Jahre. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Farbtyp ab: Dispersion hält 8–12 Jahre, Silikat 10–15 Jahre und Silikonharz bis zu 20 Jahre. Anzeichen für einen fälligen Anstrich sind verblasste oder abkreidende Farbe und beginnender Algenbefall.

Wird das Fassade streichen gefördert (BAFA / KfW / Steuer)?

Ein reiner Fassadenanstrich wird nicht gefördert – es gibt dafür weder einen BAFA-Zuschuss noch eine KfW-Förderung. Sie können aber über § 35a EStG 20 % der Arbeitskosten (max. 1.200 €/Jahr) von der Steuer absetzen, sofern Sie per Überweisung zahlen. Erst ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist mit 15–20 % BAFA-Zuschuss oder dem Steuerbonus § 35c förderfähig. Details stehen im Ratgeber zur Förderung der Dämmung 2026.

Fassade streichen oder dämmen – was ist sinnvoller?

Ist der Putz intakt und Sie wollen nur Optik und Schutz, reicht der reine Anstrich (25–60 €/m²) – eine Dämmung wäre überdimensioniert. Ist der Putz großflächig schadhaft, sind die Heizkosten hoch oder planen Sie ohnehin eine energetische Sanierung, lohnt sich oft direkt ein WDVS (110–250 €/m²), weil es 20–25 % der Wärmeverluste einspart, gefördert wird und 40–50 Jahre hält. Sich zum WDVS drängen zu lassen, wenn der Putz noch gut ist, lohnt sich dagegen nicht.

Muss ich bei einem Fassadenanstrich dämmen (GEG / Dämmpflicht)?

Nein. Nach aktueller Auslegung des § 48 GEG lösen ein reiner Anstrich und auch neuer Putz oder Oberputz (ohne den alten Putz abzuschlagen) keine Dämmpflicht aus. Die Pflicht greift erst, wenn der Altputz großflächig – mehr als 10 % der Bauteilfläche – abgeschlagen und vollständig erneuert wird. Wer also nur streicht, muss nicht dämmen. Mehr dazu im Ratgeber zur Dämmpflicht 2026.

Kann ich meine Fassade selbst streichen und wie viel spare ich?

Ja, Eigenleistung spart 60–80 % der Bruttokosten, weil der Arbeitslohn entfällt – komplett selbst gestrichen sind oft 2.750–3.850 € statt mehrerer tausend Euro mehr beim Profi. Realistisch ist das aber nur bei 1–2 Stockwerken und gutem Untergrund. Risiken: Höhenarbeit (Unfallgefahr), enges Witterungsfenster und der Wegfall jeder Gewährleistung. Ein guter Kompromiss ist das Kombi-Modell: selbst reinigen und abdecken, der Profi streicht – das spart 30–40 % bei geringerem Risiko.

Wann ist die beste Jahreszeit, um die Fassade zu streichen?

Ideal ist Frühjahr bis Frühherbst bei Temperaturen von 10–25 °C. Es sollte mindestens über 5 °C liegen, nachts über +8 °C, und weder regnen noch pralle Sonne auf die Fassade scheinen. In dieser Zeit sind die Fachbetriebe oft auch besser verfügbar und günstiger als in der Hochsaison. Bei Frost, Nässe oder direkter Sonneneinstrahlung trocknet die Farbe nicht richtig und kann abplatzen.

Wie viel Farbe brauche ich, um meine Fassade zu streichen?

Als Faustregel rechnen Sie mit etwa 0,3–0,5 Liter Farbe pro m² und Anstrich. Für 50 m² Fassade in einem Anstrich benötigen Sie also rund 10 Liter; bei den üblichen zwei Anstrichen entsprechend etwa das Doppelte. Stark saugende oder raue Untergründe verbrauchen mehr und benötigen unter Umständen einen dritten Anstrich. Planen Sie zur Sicherheit etwas Reserve für Ausbesserungen ein.

Nächster Schritt: Lohnt sich bei Ihnen Streichen oder Dämmen?

Ob für Ihr Haus der reine Anstrich genügt oder ob sich der Schritt zur geförderten Fassadendämmung rechnet, hängt vom Zustand des Putzes, Ihrem aktuellen Energieverbrauch, der Fassadenfläche und Ihren individuellen Fördermöglichkeiten ab – pauschale Empfehlungen ersetzen hier keine gebäudespezifische Analyse. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und sehen datenbasiert, ob ein Anstrich oder eine energetische Fassadensanierung wirtschaftlich sinnvoller ist – inklusive Fördermittelberechnung und konkreter Kosten-Nutzen-Abwägung. So treffen Sie die Entscheidung mit belastbaren Zahlen statt nach Bauchgefühl.

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