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Fassadensanierung: Kosten, Methoden & Ablauf im Überblick

Was kostet eine Fassadensanierung 2026? Kosten für Anstrich, Putz, Rissesanierung, Klinker und Sockel im Vergleich – plus Tipps zu Gerüst, Genehmigungen und Förderung.

Fassadensanierung: Kosten, Methoden & Ablauf im Überblick

Die Fassade ist die Visitenkarte Ihres Hauses – und gleichzeitig der wichtigste Schutzschild gegen Witterung, Feuchtigkeit und Wärmeverluste. Risse, abblätternder Putz, Algenbefall oder bröckelnder Sockel sind nicht nur optische Mängel: Sie können langfristig die Bausubstanz schädigen und die Energieeffizienz verschlechtern. Eine Fassadensanierung umfasst dabei weit mehr als nur Dämmung – von der Putzausbesserung über den Neuanstrich bis zur Sockelabdichtung.

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen alle Maßnahmen einer Fassadensanierung mit konkreten Kosten, erklärt, wann welche Methode sinnvoll ist, und gibt Hinweise zu Genehmigungen und Fördermöglichkeiten.

Fassadensanierung: Kosten im Überblick

Die Kosten einer Fassadensanierung hängen stark davon ab, welche Arbeiten tatsächlich notwendig sind. Nicht jede Fassade braucht eine Vollsanierung – oft reichen gezielte Reparaturen. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Maßnahmen mit den aktuellen Kosten pro Quadratmeter (inkl. Material und Arbeitskosten, ohne Gerüst):

Maßnahme Kosten pro m² / Einheit Wann nötig
Fassadenanstrich (Reinigung + Anstrich) 25–50 €/m² Farbe verblasst, leichte Verschmutzung, Algenbewuchs
Putzausbesserung (partiell) 30–80 €/m² Einzelne Risse, lokale Putzschäden
Putz komplett erneuern 50–120 €/m² Großflächige Putzschäden, Hohlstellen, alter Putz am Ende der Lebensdauer
Risssanierung (kosmetisch) 20–60 €/m² Haarrisse, Setzrisse ohne statische Relevanz
Risssanierung (strukturell) 80–200 €/m² Durchgehende Risse, Risse breiter als 0,5 mm, statisch relevant
Klinker neu verfugen 30–70 €/m² Mörtel bröckelt, Fugen ausgewaschen, Feuchteeintritt
Sockelsanierung 100–250 €/lfd. Meter Feuchteschäden im Sockelbereich, aufsteigende Feuchtigkeit
Gerüst (gesondert) 6–12 €/m² Bei fast allen Fassadenarbeiten ab EG-Höhe erforderlich
Fassadendämmung (WDVS) 130–250 €/m² Energetische Verbesserung → Details im Fassadendämmung-Ratgeber

Wichtig: Die Gerüstkosten von 6–12 €/m² Fassadenfläche kommen bei den meisten Maßnahmen noch dazu. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 150–200 m² Fassadenfläche bedeutet das allein 900–2.400 € Gerüstkosten. Deshalb gilt: Wenn das Gerüst einmal steht, lohnt es sich, mehrere Arbeiten gleichzeitig zu erledigen.

Kostenbeispiel: Einfamilienhaus mit 160 m² Fassadenfläche

Maßnahme Kosten
Gerüst (160 m²) 960–1.920 €
Fassadenanstrich komplett 4.000–8.000 €
Putzausbesserung (ca. 30 m²) 900–2.400 €
Risssanierung kosmetisch (ca. 10 m²) 200–600 €
Gesamtkosten (ohne Dämmung) 6.060–12.920 €

Wird zusätzlich gedämmt, kommen die Kosten für das WDVS oder ein anderes Dämmsystem hinzu. Einen detaillierten Kostenvergleich aller Dämmmethoden finden Sie im Ratgeber Fassadendämmung.

Die Maßnahmen im Detail

Fassadenanstrich – neuer Schutz und frische Optik

Ein neuer Fassadenanstrich ist die häufigste und einfachste Sanierungsmaßnahme. Er schützt den Putz vor Witterung, verhindert Algenwachstum und verbessert die Optik erheblich.

Was wird gemacht:

  1. Reinigung der Fassade (Hochdruckreiniger oder chemische Reinigung)
  2. Grundierung des Untergrunds
  3. Ein- bis zweimaliger Anstrich mit Fassadenfarbe

Kosten: 25–50 €/m² – je nach Zustand des Untergrunds, Anzahl der Anstriche und Art der Farbe. Silikonharzfarben und Silikatfarben sind teurer als Dispersionsfarben, bieten aber besseren Schutz und längere Haltbarkeit (15–25 Jahre statt 8–12 Jahre).

Wann sinnvoll: Wenn der Putz grundsätzlich noch intakt ist, die Farbe aber verblasst, abblättert oder Algen- bzw. Moosbefall zeigt.

Zeitraum: 2–5 Tage für ein Einfamilienhaus (abhängig von Trocknung und Wetter).

Putzausbesserung und Putzerneuerung

Putzschäden sind nicht nur ein optisches Problem. Offene Stellen lassen Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen, was im Winter zu Frostschäden und langfristig zu ernsthaften Bauschäden führt.

Partielle Putzausbesserung (30–80 €/m²): Bei einzelnen Schadstellen wird der lose Putz abgeschlagen, der Untergrund vorbereitet und neuer Putz aufgetragen. Dies lohnt sich, wenn weniger als 30 % der Fassadenfläche betroffen sind. Achten Sie darauf, dass der neue Putz zum Bestandsputz passt – sowohl in der Zusammensetzung (Kalk, Zement, Kalk-Zement) als auch in der Struktur.

Kompletterneuerung (50–120 €/m²): Wenn der Altputz großflächig hohl klingt (Klopfprobe), gerissen ist oder sich löst, muss er komplett entfernt und erneuert werden. Die Kosten hängen von der Putzart ab:

Putzart Kosten pro m² Eigenschaft
Kalkzementputz 30–50 € Standardputz, bewährt
Kalkputz 35–60 € Feuchteregulierend, Denkmalschutz geeignet
Silikonharzputz 50–80 € Wasserabweisend, selbstreinigend
Wärmedämmputz 60–120 € Leicht dämmende Wirkung, begrenzt

Hinzu kommen Kosten für das Abschlagen des Altputzes (10–25 €/m²) und die Entsorgung.

Risssanierung – kosmetisch vs. strukturell

Risse in der Fassade sind ein häufiges Problem, aber nicht jeder Riss ist gleich gefährlich. Die Art und Breite des Risses bestimmt die nötige Sanierungsmethode und die Kosten.

Kosmetische Risse (Haarrisse, < 0,2 mm Breite): Diese entstehen durch normales Schwinden des Putzes oder leichte Setzungsbewegungen. Sie beeinträchtigen die Statik nicht und lassen sich mit flexiblem Füllmaterial oder Überputzen beheben. Kosten: 20–60 €/m².

Strukturelle Risse (> 0,5 mm, durchgehend): Risse, die sich über mehrere Geschosse ziehen, breiter als 0,5 mm sind oder sich im Laufe der Zeit vergrößern, können auf statische Probleme hindeuten. Hier ist eine professionelle Diagnose durch einen Bauingenieur oder Sachverständigen erforderlich, bevor saniert wird.

Sanierungsmethoden bei strukturellen Rissen:

  • Verpressen mit Injektionsharz: 80–150 €/m² – Kunstharz wird unter Druck in den Riss injiziert und verklebt die Rissflanken
  • Rissvernadelung mit Edelstahlankern: 120–200 €/m² – bei schweren statischen Rissen werden Edelstahlanker eingesetzt, um die Rissufer zu verbinden
  • Armierungsgewebe und Überputzen: 60–100 €/m² – bei Rissen im Putzbereich wird ein Armierungsgewebe eingebettet und überputzt

Wichtig: Lassen Sie die Rissursache klären, bevor Sie sanieren. Wird nur der Riss überdeckt, ohne die Ursache zu beseitigen (z. B. Setzung, fehlerhafte Gründung), reißt die Fassade erneut.

Klinker- und Verblendfassade instandsetzen

Klinker- und Verblendfassaden sind robust und langlebig, benötigen aber nach 30–60 Jahren oft eine Fugensanierung. Ausgewaschene oder bröckelnde Fugen lassen Wasser eindringen und gefährden das Mauerwerk.

Neu verfugen (30–70 €/m²): Beim Neuverfugen wird der alte Mörtel aus den Fugen ausgekratzt (manuell oder maschinell) und neuer Fugenmörtel eingebracht. Die Kosten hängen von der Fugenbreite, der Mörtelmischung und dem Aufwand für das Auskratzen ab.

Klinker auswechseln: Einzelne beschädigte Klinker können ausgetauscht werden. Das ist aufwendiger und kostet ca. 40–100 € pro Stein (inkl. Material und Arbeit), rechnet sich aber bei vereinzelten Schäden.

Klinkerreinigung: Verschmutzte Klinkerfassaden lassen sich mit Niederdruck-Strahlverfahren oder chemischer Reinigung auffrischen (10–30 €/m²). Hochdruckreiniger sollten vermieden werden – sie beschädigen die Fugen.

Hydrophobierung: Nach der Sanierung kann eine wasserabweisende Imprägnierung (8–15 €/m²) den Klinker vor erneuter Feuchtigkeitsaufnahme schützen.

Sockelsanierung – Schutz von unten

Der Sockelbereich ist besonders beansprucht: Spritzwasser, Bodenfeuchtigkeit, Frost und mechanische Belastung greifen hier gleichzeitig an. Eine vernachlässigte Sockelsanierung kann zu aufsteigender Feuchtigkeit im gesamten Mauerwerk führen.

Was wird gemacht:

  1. Freilegen des Sockelbereichs: Erdreich um das Fundament wird ausgehoben (Arbeitsraum schaffen)
  2. Altbeschichtung entfernen: Alter Putz und Abdichtung werden abgeschlagen
  3. Abdichtung erneuern: Bitumendickbeschichtung oder Dichtschlämme auf das Mauerwerk auftragen
  4. Perimeterdämmung (optional): XPS-Dämmplatten zum Schutz der Abdichtung und zur Wärmedämmung
  5. Sockelputz erneuern: Spezieller Sockelputz, der spritzwasser- und frostbeständig ist
  6. Verfüllung und Drainage: Kiespackung zur Entwässerung, Erdreich wieder verfüllen

Kosten: 100–250 €/lfd. Meter – abhängig von der Tiefe der Abdichtung, dem Zustand des Mauerwerks und ob eine Drainage verlegt wird. Bei einem Einfamilienhaus mit 40 Meter Gebäudeumfang können die Kosten 4.000–10.000 € betragen.

Wann dringend nötig: Feuchte Flecken an Innenwänden im Erdgeschoss, Salzausblühungen am Sockel, muffiger Kellergeruch, Schimmel im Sockelbereich.

Balkonsanierung als Teil der Fassade

Balkone sind konstruktiv Teil der Fassade und ein häufiger Schwachpunkt bei der Sanierung. Undichte Balkonabdichtungen, gerissene Beläge oder korrodierte Stahlkonstruktionen können zu erheblichen Folgeschäden führen.

Typische Maßnahmen und Kosten:

Maßnahme Kosten
Balkonabdichtung erneuern 50–120 €/m²
Balkonbelag erneuern (Fliesen) 60–150 €/m²
Geländer erneuern 100–300 €/lfd. Meter
Betonschäden sanieren (Balkonplatte) 80–200 €/m²
Tropfkante anbringen 20–40 €/lfd. Meter

Wichtig: Wenn das Gerüst an der Fassade steht, sollten Balkonarbeiten unbedingt mitgemacht werden. Das spart einen separaten Gerüstaufbau und reduziert die Gesamtkosten.

Wann braucht Ihre Fassade eine Sanierung?

Nicht jede Fassade, die etwas in die Jahre gekommen ist, braucht sofort eine Komplettsanierung. Aber bestimmte Warnsignale sollten Sie ernst nehmen:

Dringend handeln bei:

  • Durchgehende Risse, die sich verbreitern
  • Putz löst sich großflächig (Klopfprobe: hohl klingende Stellen)
  • Feuchte Flecken an Innenwänden
  • Schimmelbildung innen im Bereich der Außenwand
  • Sichtbare Frostschäden (abgeplatzte Putzstücke, bröselnder Mörtel)

Zeitnah planen bei:

  • Oberflächliche Risse (< 0,2 mm)
  • Farbabblätterungen und starkes Verblassen
  • Algen- und Moosbewuchs (besonders an Nord- und Westseiten)
  • Ausgewaschene Fugen bei Klinkerfassade
  • Putz älter als 30–40 Jahre

Kein akuter Handlungsbedarf:

  • Leichte Verfärbungen ohne Substanzschäden
  • Einzelne kleine Putzstellen (unter 5 % der Fläche)

Die Klopfprobe: Einfache Erstdiagnose

Klopfen Sie mit dem Knöchel oder einem kleinen Hammer gegen die Fassade. Klingt es hohl, hat sich der Putz vom Mauerwerk gelöst. Solche Stellen sind akut gefährdet – bei Frost kann der Putz plattenweise abfallen. Die Klopfprobe können Sie selbst durchführen (soweit vom Boden erreichbar) und gibt Ihnen einen ersten Überblick über den Zustand.

Gerüst: Der unterschätzte Kostenfaktor

Für nahezu alle Fassadenarbeiten oberhalb des Erdgeschosses benötigen Sie ein Gerüst. Die Kosten werden häufig unterschätzt, machen aber einen erheblichen Teil des Gesamtbudgets aus.

Kosten:

  • Standardgerüst (Mietdauer 4 Wochen): 6–12 €/m² Fassadenfläche
  • Bei schwierigen Zugängen oder hohen Gebäuden: bis zu 20 €/m²
  • Verlängerung der Mietdauer: 0,10–0,30 €/m² pro Woche

Für ein typisches EFH (150–200 m² Fassadenfläche):

  • Gerüstkosten: 900–2.400 €
  • Bei Verlängerung (z. B. Wartezeit auf Material): schnell 3.000 € und mehr

Tipp: Arbeiten bündeln

Die Gerüstkosten fallen nur einmal an, egal wie viele Arbeiten Sie gleichzeitig durchführen lassen. Wenn das Gerüst ohnehin steht, sollten Sie folgende Maßnahmen prüfen und gegebenenfalls zusammenlegen:

Durch die Bündelung sparen Sie nicht nur Gerüstkosten, sondern auch Baustelleneinrichtung, Anfahrten und Koordinationsaufwand.

Genehmigungen: Wann ist eine Baugenehmigung nötig?

Nicht jede Fassadensanierung erfordert eine Baugenehmigung, aber in bestimmten Fällen kommen Sie nicht darum herum:

Keine Genehmigung nötig (in der Regel):

  • Fassadenanstrich in gleicher oder ähnlicher Farbe
  • Putzreparaturen
  • Risssanierung
  • Klinker neu verfugen
  • Sockelsanierung

Genehmigung kann erforderlich sein:

  • Fassadendämmung (WDVS), wenn sich die Gebäudekontur ändert (Abstandsflächen!)
  • Farbänderung der Fassade in Gebieten mit Gestaltungssatzung
  • Änderung der Fassadenmaterialien (z. B. Putz auf Holzverkleidung)
  • Anbau von Balkonen oder Änderung von Fensteröffnungen
  • Alle Arbeiten an denkmalgeschützten Gebäuden

Denkmalschutz: Bei denkmalgeschützten Gebäuden benötigen Sie für fast jede sichtbare Veränderung eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde. Das betrifft Farbe, Putzart, Putzstruktur und natürlich jede Form der Außendämmung. Kalkputz und spezielle Denkmalpflege-Produkte sind hier Pflicht. Die Kosten liegen dadurch typischerweise 30–50 % über denen einer vergleichbaren Standardsanierung.

Empfehlung: Erkundigen Sie sich vor Beginn der Arbeiten beim Bauamt Ihrer Gemeinde. Die Anforderungen variieren je nach Landesbauordnung und kommunaler Satzung.

Förderung: Was wird bezuschusst?

Bei der Fassadensanierung ist zu unterscheiden zwischen rein optischen/substanzerhaltenden Maßnahmen und energetischen Maßnahmen:

Energetische Maßnahmen (förderfähig)

Fassadendämmung wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) durch das BAFA gefördert:

  • 15 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten (Basisfördersatz)
  • + 5 % iSFP-Bonus, wenn die Maßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) ist
  • Förderfähige Kosten: max. 30.000 €/Wohneinheit (ohne iSFP) bzw. 60.000 €/Wohneinheit (mit iSFP)
  • Voraussetzung: Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (aus der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes)

Einen ausführlichen Überblick über alle KfW- und BAFA-Programme finden Sie im Ratgeber KfW-Förderung Sanierung 2026.

Nicht-energetische Maßnahmen (nicht förderfähig über BEG)

Rein kosmetische Arbeiten wie Neuanstrich, Putzreparatur, Fugensanierung oder Reinigung werden nicht über die BEG gefördert. Dafür gibt es keine bundesweiten Zuschüsse.

Mögliche Alternativen:

  • Steuerliche Absetzung nach § 35a EStG: Handwerkerleistungen können mit 20 % (max. 1.200 €/Jahr) steuerlich geltend gemacht werden – unabhängig davon, ob die Maßnahme energetisch ist
  • Kommunale Förderprogramme: Einzelne Gemeinden fördern Fassadensanierungen im Rahmen von Stadterneuerungsprogrammen oder Altstadtsanierungen. Erkundigen Sie sich beim Bauamt

Steuerbonus nach § 35c EStG

Alternativ zur BAFA-Förderung können energetische Sanierungsmaßnahmen (Dämmung) über drei Jahre steuerlich abgesetzt werden: 7 % im ersten und zweiten Jahr, 6 % im dritten Jahr – insgesamt 20 % der Kosten, max. 40.000 € Steuerermäßigung pro Wohnobjekt. Die steuerliche Förderung und der BAFA-Zuschuss können nicht kombiniert werden.

Optimaler Zeitpunkt: Wann sanieren?

Beste Jahreszeit: April bis Oktober. Putz- und Anstricharbeiten erfordern Temperaturen über 5 °C und trockene Witterung. Frostperioden und starke Niederschläge machen Fassadenarbeiten unmöglich oder qualitätsmindernd.

Planungshorizont:

  • Einfacher Anstrich: 1–2 Wochen Vorlauf reichen
  • Putzerneuerung: 2–4 Wochen Vorlauf
  • Fassadendämmung: 4–8 Wochen Vorlauf (Material, Gerüst, ggf. Genehmigung)
  • Umfangreiche Sanierung (Putz + Dämmung + Fenster): 2–3 Monate Vorlauf

Tipp: Gerüstbauer und Maler/Stuckateure sind in den Sommermonaten stark ausgelastet. Vereinbaren Sie Termine frühzeitig – idealerweise im Winter für eine Ausführung im Frühling.

Fassadensanierung und Energieeffizienz

Eine Fassadensanierung ist ein guter Zeitpunkt, um die Energieeffizienz des Gebäudes zu prüfen. Wenn das Gerüst ohnehin steht, ist die Mehrkosten für eine zusätzliche Fassadendämmung deutlich geringer als bei einer separaten Maßnahme.

Wann lohnt sich die Kombination besonders?

  • Putz muss ohnehin komplett erneuert werden → WDVS-Kosten reduzieren sich um den Putzanteil
  • Fenster werden gleichzeitig getauscht → Anschlüsse können sauber gelöst werden
  • Baujahr vor 1980 → in der Regel keine oder unzureichende Bestandsdämmung
  • Hohe Heizkosten → CO2-Steuer steigt jährlich, Amortisation beschleunigt sich

Ob eine Dämmung für Ihr Gebäude wirtschaftlich sinnvoll ist und welche Methode am besten passt, können Sie mit reduco in wenigen Minuten analysieren. Die datenbasierte Gebäudeanalyse zeigt Ihnen den aktuellen Energiebedarf, mögliche Einsparpotenziale und die zu erwartenden Kosten – individuell für Ihr Gebäude.

Einen detaillierten Kostenvergleich aller Dämmmethoden finden Sie in unserem Ratgeber Fassadendämmung. Für einen Gesamtüberblick über alle Sanierungskosten empfehlen wir den Ratgeber Haus sanieren: Kosten.

Checkliste: Fassadensanierung richtig planen

  1. Zustand prüfen: Klopfprobe, Risse dokumentieren, Feuchtestellen suchen
  2. Fachmann hinzuziehen: Bei strukturellen Rissen oder Feuchteschäden einen Sachverständigen beauftragen
  3. Maßnahmen festlegen: Was muss gemacht werden? Was kann man sinnvoll kombinieren?
  4. Energetische Verbesserung prüfen: Lohnt sich eine Dämmung? → Gebäudeanalyse mit reduco
  5. Förderung klären: BAFA-Antrag vor Auftragsvergabe stellen (nur für energetische Maßnahmen)
  6. Angebote einholen: Mindestens drei Angebote von regionalen Fachbetrieben vergleichen
  7. Genehmigungen prüfen: Bauamt und ggf. Denkmalschutz kontaktieren
  8. Termin planen: Frühzeitig buchen, Ausführung idealerweise April–Oktober
  9. Gerüst koordinieren: Alle Arbeiten bündeln, die Gerüst erfordern

Häufige Fragen

Was kostet eine Fassadensanierung pro Quadratmeter?

Die Kosten variieren je nach Maßnahme erheblich: Ein reiner Fassadenanstrich kostet 25–50 €/m², eine Putzerneuerung 50–120 €/m² und eine Risssanierung je nach Art 20–200 €/m². Dazu kommen Gerüstkosten von 6–12 €/m². Für ein typisches Einfamilienhaus sollten Sie ohne Dämmung mit Gesamtkosten von 6.000–15.000 € rechnen. Mit Fassadendämmung sind es deutlich mehr – Details dazu finden Sie in unserem Ratgeber Fassadendämmung.

Welche Fassadenarbeiten werden gefördert?

Nur energetische Maßnahmen – also die Fassadendämmung – werden über die BEG EM (BAFA) mit 15–20 % bezuschusst. Rein kosmetische Arbeiten wie Anstrich, Putzreparatur oder Fugensanierung sind nicht förderfähig. Allerdings können Sie Handwerkerleistungen steuerlich geltend machen (20 %, max. 1.200 €/Jahr nach § 35a EStG). Alle Förderprogramme im Detail finden Sie im Ratgeber KfW-Förderung.

Brauche ich eine Baugenehmigung für die Fassadensanierung?

Für die meisten Arbeiten (Anstrich, Putz, Rissreparatur, Verfugung) nicht. Eine Genehmigung kann jedoch erforderlich sein, wenn sich die Gebäudekontur ändert (z. B. durch Außendämmung), Abstandsflächen betroffen sind, eine Gestaltungssatzung gilt oder das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Klären Sie das im Zweifelsfall vorab mit Ihrem Bauamt.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Fassadensanierung?

Die beste Zeit ist von April bis Oktober, da Putz- und Anstricharbeiten frostfreie Temperaturen (über 5 °C) und trockene Witterung erfordern. Planen Sie frühzeitig: Gerüstbauer und Fassadenbetriebe sind in der Hochsaison stark ausgelastet. Idealerweise holen Sie im Winter Angebote ein und beauftragen die Arbeiten für das Frühjahr.

Lohnt sich eine Fassadendämmung, wenn ich ohnehin den Putz erneuere?

Ja, in vielen Fällen ist das wirtschaftlich sehr sinnvoll. Die Gerüstkosten fallen ohnehin an, und der alte Putz wird sowieso abgeschlagen. Die Mehrkosten für die Dämmung reduzieren sich dadurch erheblich. Zusätzlich profitieren Sie von der BAFA-Förderung (15–20 % Zuschuss) und dauerhaft niedrigeren Heizkosten. Ob sich die Dämmung für Ihr Gebäude konkret rechnet, können Sie mit einer Gebäudeanalyse bei reduco herausfinden.

Wie lange hält eine Fassadensanierung?

Die Haltbarkeit hängt von der Maßnahme und den verwendeten Materialien ab: Ein Fassadenanstrich mit hochwertiger Silikonharzfarbe hält 15–25 Jahre, Dispersionsfarbe 8–12 Jahre. Mineralischer Putz hält 30–50 Jahre, Klinker sogar 60–100 Jahre. Eine WDVS-Fassadendämmung hat eine Lebensdauer von 25–40 Jahren (Oberflächenputz), das Dämmmaterial selbst hält deutlich länger. Regelmäßige Wartung (alle 5–10 Jahre Sichtkontrolle, bei Bedarf Reinigung) verlängert die Lebensdauer erheblich.

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