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Sanierungskosten pro m² 2026: Tabelle nach Maßnahme & Baujahr

Hendrik Stotz

Hendrik Stotz

Zertifizierter Energieeffizienz-Experte

Stand: 22. Oktober 202619 Minuten

Energetische Sanierung eines Wohngebäudes

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten nach Sanierungstiefe: Einzelmaßnahmen kosten im Median 26–108 EUR/m2 und eine Komplettsanierung auf EH-55-Niveau bis 1.450 EUR/m2 Wohnfläche (ohne Heizung, Ariadne-Studie, Preisstand 2025).
  • Günstigste Maßnahme: Die Dämmung der obersten Geschossdecke und der Kellerdecke kostet im Median nur 26–30 EUR/m2 Wohnfläche (Ariadne-Panel, Preisstand 2025).
  • Größte Energieeinsparung: Der Heizungstausch auf eine Wärmepumpe senkt die Heizkosten im Schnitt um rund 38 % (Heizspiegel 2026), an der Gebäudehülle spart die Fassadendämmung am meisten (geschätzt 15–25 %).
  • Förderung Gebäudehülle: BAFA BEG EM fördert 15 % der Kosten, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) 20 % auf den Kostenanteil über 30.000 EUR – den iSFP-Bonus gibt es seit 21.07.2026 aber nur noch ab 30.000 EUR förderfähigem Investitionsvolumen; max. 30.000 bzw. 60.000 EUR förderfähige Kosten beim EFH.
  • Förderung Heizung: Für den Heizungstausch gibt es über KfW 458 einkommensabhängig bis zu 80 % Zuschuss (Standardfall 46 %; max. 28.000 EUR förderfähige Kosten beim EFH).
  • Rechenbeispiel EFH 1972 (130 m2): Schrittweise Einzelmaßnahmen kosten ca. 81.850 EUR brutto, nach Förderung ca. 61.000 EUR Eigenanteil (469 EUR/m2).

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Was kostet eine energetische Sanierung pro Quadratmeter? Die Antwort hängt davon ab, welche Maßnahme Sie betrachten, wie alt Ihr Gebäude ist und wie tief Sie sanieren. Eine Kellerdeckendämmung kostet rund 60 bis 100 EUR/m2, ein Wärmedaemmverbundsystem an der Fassade liegt bei 150 bis 200 EUR/m2, und eine Kernsanierung auf Effizienzhaus-40-Niveau kann 1.000 bis 1.800 EUR/m2 Wohnfläche erreichen.

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Update (Stand: 9. August 2026) – Neue BEG-Förderung seit 21.07.2026: Parallel zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, verkündet am 28. Juli 2026) gelten mit der neuen BEG-Förderrichtlinie seit 21. Juli 2026 neue Fördersätze für den Heizungstausch: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt von 20 % auf 16 % (und danach halbjährlich weiter bis 0 % ab August 2028), der Effizienzbonus (5 %) und der Emissionsminderungszuschlag (2.500 EUR) entfallen ersatzlos, die maximal förderfähigen Kosten für die Heizung sinken von 30.000 EUR auf 28.000 EUR. Neu ist ein einkommensabhängiger Deckel von bis zu 80 % (statt pauschal 70 %). Bei der Gebäudehülle bleibt der Grundfördersatz von 15 % unverändert, den iSFP-Bonus (+5 Prozentpunkte) gibt es aber nur noch ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 EUR, und die Höchstkosten sind bei Mehrfamilienhäusern jetzt je Wohneinheit gestaffelt. Beim KfW-Kredit 261 wurden die Tilgungszuschüsse um 10 Prozentpunkte gesenkt, die EE-Klasse ist nun Mindestanforderung statt Bonus.

Dieser Ratgeber liefert Ihnen eine Kostentabelle: jede gängige Sanierungsmaßnahme mit Kosten pro Quadratmeter, Gesamtkosten für ein typisches Einfamilienhaus, verfügbarer Förderung, erzielbarer Energieeinsparung und Amortisationsdauer. Alle Zahlen ohne genannte Quelle sind Schätzwerte. Am Ende steht ein durchgerechnetes Rechenbeispiel für ein 130-m2-Einfamilienhaus, Baujahr 1972.

Die große Kostentabelle: Einzelmaßnahmen

Die folgende Tabelle zeigt die Kosten der wichtigsten energetischen Sanierungsmaßnahmen – jeweils als Quadratmeterpreis und als Gesamtkosten für ein typisches freistehendes Einfamilienhaus (130 m2 Wohnfläche, ca. 150 m2 Fassadenfläche, 110 m2 Dachfläche, 90 m2 Kellerdecke, 12 Fenster). Welche Dämmmethoden an der Fassade zur Wahl stehen und worin sie sich beim Quadratmeterpreis unterscheiden, vergleicht der Ratgeber zu den Kosten der Fassadendämmung.

Maßnahme Kosten pro m2 / Stück Gesamtkosten EFH (typisch)
Fassade WDVS (140 mm EPS/Mineralwolle) 150–200 EUR/m2 22.500–30.000 EUR
Fassade Einblasdämmung (zweischaliges MW) 40–80 EUR/m2 6.000–12.000 EUR
Fassade VHF (vorgehängte hinterlüftete Fassade) 180–350 EUR/m2 27.000–52.500 EUR
Dach Zwischensparrendämmung (Handwerker) 70–120 EUR/m2 7.700–13.200 EUR
Dach Zwischensparrendämmung (Eigenleistung) 35–65 EUR/m2 3.850–7.150 EUR
Dach Aufsparrendämmung (inkl. Neueindeckung) 250–390 EUR/m2 27.500–42.900 EUR
Oberste Geschossdecke 35–118 EUR/m2 3.850–12.980 EUR
Kellerdecke (von unten) 60–100 EUR/m2 5.400–9.000 EUR
Fenster (Dreifachverglasung, inkl. Einbau) 500–1.200 EUR/Stück 6.000–14.400 EUR
Heizung Wärmepumpe (Luft-Wasser) – 21.100–54.200 EUR (Angebote, VZ RLP 2026)
Heizung Pelletkessel – rund 32.300 EUR (IWU, Preisstand 2023)
Heizung Fernwärmeanschluss – rund 19.800 EUR mit Hausanschluss (IWU, Preisstand 2023)

Die Spannbreiten ergeben sich aus Unterschieden beim Gebäudezustand, der gewählten Ausführung, dem Dämmmaterial und den regionalen Handwerkerpreisen (Richtwerte für WDVS, Kerndämmung, Aufsparren- und Kellerdeckendämmung: Verbraucherzentrale, Stand 09/2026; oberste Geschossdecke: IWU, Preisstand 2023). Detaillierte Aufschlüsselungen finden Sie in den Fachartikeln zur Fassadendämmung, Dachdämmung und zum Fenstertausch. Was die Aufsparrendämmung inklusive Neueindeckung kostet, welche Dämmstoffe infrage kommen und welche Förderung greift, zeigt der Ratgeber zu den Kosten der Aufsparrendämmung.

Kosten, Förderung und Einsparung im Vergleich

Die reinen Quadratmeterkosten sagen wenig über die Wirtschaftlichkeit. Entscheidend ist, wie viel Förderung verfügbar ist, welche Energieeinsparung die Maßnahme bringt und wie schnell sie sich amortisiert. Ob sich die Dämmung der Fassade bei Ihrem Baujahr lohnt, prüft der Ratgeber zur Fassadendämmung im Altbau.

Maßnahme Kosten EFH (brutto) Förderung (Programm) Eigenanteil (nach Förderung) Heizkosten-Einsparung Amortisation
Geschossdecke 3.850–12.980 EUR 15 % (BAFA BEG EM) 3.273–11.033 EUR 5–10 % –
Kellerdecke 5.400–9.000 EUR 15 % (BAFA BEG EM) 4.590–7.650 EUR 5–10 % –
Fassade Einblasdämmung 6.000–12.000 EUR 15 % (BAFA BEG EM) 5.100–10.200 EUR 10–20 % –
Dach Zwischensparren 7.700–13.200 EUR 15 % (BAFA BEG EM) 6.545–11.220 EUR 8–15 % –
Fenster 6.000–14.400 EUR 15 % (BAFA BEG EM) 5.100–12.240 EUR 10–20 % –
Fassade WDVS 22.500–30.000 EUR 15 % (BAFA BEG EM) 19.125–25.500 EUR 15–25 % –
Dach Aufsparren 27.500–42.900 EUR 15 % (BAFA BEG EM) 23.375–38.400 EUR 15–30 % –
Heizung Wärmepumpe 21.100–54.200 EUR bis 80 % (KfW 458) 4.200–41.300 EUR 30–50 % –

Lesehinweis: Den iSFP-Bonus (+5 Prozentpunkte auf den Kostenanteil über 30.000 EUR) gibt es seit dem 21.07.2026 nur noch, wenn das förderfähige Investitionsvolumen mindestens 30.000 EUR erreicht; kleinere Einzelmaßnahmen erhalten 15 %. Geschossdecken- und Kellerdeckendämmung sind im Median die günstigsten Einzelmaßnahmen (Ariadne-Panel). Beide eignen sich als erste Schritte einer schrittweisen Sanierung. In welcher Reihenfolge die weiteren Schritte sinnvoll folgen, ordnet der Ratgeber zur energetischen Sanierung im Altbau ein.

Förderprogramme 2026: Was reduziert die Kosten?

BAFA BEG EM: Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle

Aspekt Details
Fördersatz 15 % der förderfähigen Kosten
iSFP-Bonus +5 Prozentpunkte (= 20 % auf den Teil über 30.000 EUR) bei Umsetzung aus einem individuellen Sanierungsfahrplan – seit 21.07.2026 nur noch ab 30.000 EUR förderfähigem Investitionsvolumen
Max. förderfähige Kosten 30.000 EUR (ohne iSFP) bzw. 60.000 EUR (mit iSFP) für die 1. Wohneinheit; bei MFH gestaffelt niedrigere Beträge je weiterer Wohneinheit
Max. Zuschuss 4.500 EUR (ohne iSFP) bzw. 10.500 EUR (mit iSFP)

Der iSFP-Bonus ist erheblich: Er verdoppelt die förderfähigen Kosten und erhöht den Prozentsatz. Wichtig seit dem 21. Juli 2026: Den Bonus gibt es nur noch, wenn das förderfähige Investitionsvolumen mindestens 30.000 EUR erreicht – für kleinere Einzelmaßnahmen (z. B. ein reiner Fenstertausch oder eine Kellerdeckendämmung) entfällt er damit faktisch. Ein iSFP kostet nach BAFA-Förderung (50 %) die Hälfte des Honorars, beim EFH (max. 650 EUR Zuschuss) bzw. beim MFH (max. 850 EUR Zuschuss). Was die 30.000-EUR-Schwelle bei Dämmung und Fenstern konkret kostet, rechnet der Überblick zur Förderung von Einzelmaßnahmen seit dem 21. Juli vor.

KfW 458: Heizungstausch

Seit dem 21. Juli 2026 gilt die neue BEG-Förderrichtlinie: 30 % Grundförderung plus 16 % Klimageschwindigkeitsbonus (halbjährlich sinkend, 0 % ab August 2028) ergeben im Standardfall 46 %. Einkommensschwache Haushalte erreichen über den Einkommensbonus (40/30/10 %) und den neuen Familienzuschlag bis zu 80 % Zuschuss für den Heizungstausch. Der frühere Effizienzbonus (5 %) und der Emissionsminderungszuschlag (2.500 EUR) sind entfallen. Max. 28.000 EUR förderfähige Kosten bei EFH (max. Zuschuss 22.400 EUR für Geringverdiener, 12.880 EUR im Standardfall). Details im verlinkten Ratgeber.

KfW 261: Komplettsanierung zum Effizienzhaus

Aspekt Details
Kredit Bis 150.000 EUR/WE (seit 21.07.2026 einheitlich für alle Stufen)
Tilgungszuschuss Je nach EH-Stufe; seit 21.07.2026 um 10 Prozentpunkte gesenkt, die EE-Klasse ist Mindestanforderung statt Bonus (aktuelle Sätze im KfW-Merkblatt prüfen)
Baubegleitung 50 % Zuschuss, bis 5.000 EUR

KfW 261 lohnt sich vor allem bei Komplettsanierungen. Wie Antrag, Kreditkonditionen und Tilgungszuschuss im Detail funktionieren, erklärt der Ratgeber zum KfW-Kredit 261.

Sanierungskosten pro m2 nach Sanierungstiefe

Neben den Einzelmaßnahmen ist die Gesamtbetrachtung nach Sanierungstiefe relevant. Je umfassender die Sanierung, desto höher die Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche – aber auch die Energieeinsparung und der Wertzuwachs der Immobilie.

Sanierungstiefe Kosten pro m2 Wohnfläche Gesamtkosten EFH 130 m2 Typische Maßnahmen Einsparung Heizkosten
Einzelmaßnahme 26–108 EUR je Maßnahme (Median) 3.380–14.040 EUR 1-2 Maßnahmen (z.B. Dämmung + Fenster) 10–30 %
Teilsanierung 600–1.200 EUR 78.000–156.000 EUR Gebäudehülle teilweise, Heizungstausch 30–50 %
Komplettsanierung EH 70 700–1.100 EUR 91.000–143.000 EUR Volle Hülle, WP, Lüftung 50–65 %
Komplettsanierung EH 55 bis 1.450 EUR (ohne WP) bis 188.500 EUR Hochwertige Hülle, WP, Lüftung mit WRG 65–75 %
Kernsanierung EH 40 1.000–1.800 EUR 130.000–234.000 EUR Maximale Dämmung, hocheffiziente Technik, ggf. Bodenplatte 75–85 %

Sanierungskosten nach Baujahr: Wie alt ist Ihr Haus?

Das Baujahr ist nur ein grober Anhaltspunkt für den Sanierungsaufwand. Laut Ariadne-Studie unterscheiden sich die Kosten pro Quadratmeter nicht systematisch nach Baualter; entscheidend sind Ausgangszustand und Zielstandard.

Vor 1950: Vorkriegs- und Nachkriegsbauten

Aspekt Detail
Typischer Energiebedarf 250–400 kWh/m2a
Sanierungskosten pro m2 bis 1.450 EUR (EH 55, ohne Heizung)
Besonderheiten Oft Denkmalschutz, Natursteinwaende, keine Dämmung, undichte Fenster, alte Leitungen
Häufige Zusatzkosten Asbestsanierung (Eternit-Platten), Bleirohr-Austausch, Kellerfeuchte

Gebäude vor 1950 erfordern häufig eine Kernsanierung mit Trockenlegung, Innendämmung (wegen Denkmalschutz) und vollständigem Austausch der Haustechnik. Ein Energieberater ist hier unverzichtbar. Womit Sie dabei rechnen müssen, zeigt der Überblick zu Honoraren für Energieberater und iSFP.

1950 bis 1978: Wirtschaftswunder und Oelkrise

Aspekt Detail
Typischer Energiebedarf 180–300 kWh/m2a
Sanierungskosten pro m2 bis 1.450 EUR (EH 55, ohne Heizung)
Besonderheiten Einschalige Wände (24-36 cm), einfachverglaste Fenster, Flachdächer (1960er), erste Zentralheizungen
Typische Maßnahmen WDVS, Dachdämmung, komplett neue Fenster, Heizungstausch

Die 1. Wärmeschutzverordnung (WSchVO) von 1977 war der erste Dämmstandard – alles davor ist im Wesentlichen ungedämmt. Unser Rechenbeispiel (BJ 1972) fällt in diese Kategorie.

1978 bis 1995: Erste Dämmstandards

Aspekt Detail
Typischer Energiebedarf 120–200 kWh/m2a
Sanierungskosten pro m2 bis 1.450 EUR (EH 55, ohne Heizung)
Besonderheiten Erste Dämmung vorhanden (oft dünn, 4-6 cm), Zweifachverglasung, bessere Dichtigkeit
Typische Maßnahmen Aufstärkung der Dämmung, Fenstertausch auf Dreifach, Heizungstausch

Gebäude nach 1978 haben einen Grundstandard an Wärmeschutz. Die vorhandene Dämmung reicht aber bei weitem nicht an heutige Anforderungen heran. Eine Aufstärkung der Fassadendämmung auf 14 bis 16 cm und der Tausch der Zweifachfenster auf Dreifachverglasung bringen erhebliche Verbesserungen.

Nach 1995: EnEV-Aera und besser

Aspekt Detail
Typischer Energiebedarf 70–150 kWh/m2a
Sanierungskosten pro m2 bis 1.450 EUR (EH 55, ohne Heizung)
Besonderheiten Gute Grunddämmung, Dreifachverglasung oft vorhanden, Brennwerttechnik
Typische Maßnahmen Heizungstausch (Gas auf WP), ggf. Daemmaufstärkung, Lüftungsanlage

Gebäude nach 1995 (besonders nach 2002 mit der EnEV) haben einen deutlich besseren Wärmeschutz. Hier reicht oft der Heizungstausch auf Wärmepumpe als wesentliche Maßnahme. Die Förderung über KfW 458 macht das wirtschaftlich sehr attraktiv.

Zusammenfassung nach Baujahr

Baujahr Kosten pro m2 (Komplettsanierung EH 55, ohne Heizung) EFH 130 m2 (typisch) Förderung reduziert um
Vor 1950 bis 1.450 EUR bis 188.500 EUR 5–35 %
1950–1978 bis 1.450 EUR bis 188.500 EUR 5–35 %
1978–1995 bis 1.450 EUR bis 188.500 EUR 5–35 %
Nach 1995 bis 1.450 EUR bis 188.500 EUR 15–80 % (WP-Tausch)

Detailtabellen nach Maßnahme

Fassadendämmung: Kosten pro m2 nach Methode

Methode Kosten pro m2 (inkl. Montage) Gesamtkosten EFH (150 m2 Fassade) Einsparung Amortisation
Einblasdämmung 40–80 EUR 6.000–12.000 EUR 10–20 % –
WDVS (140 mm) 150–200 EUR 22.500–30.000 EUR 15–25 % –
VHF (vorgehängt) 180–350 EUR 27.000–52.500 EUR 15–25 % –

Die Einblasdämmung ist nur bei zweischaligem Mauerwerk mit bestehendem Luftspalt möglich, ist dann aber günstig und schnell erledigt. Details im Vergleich WDVS vs. Einblasdämmung.

Dachdämmung: Kosten pro m2 nach Methode

Methode Kosten pro m2 Gesamtkosten EFH (110 m2 Dach) Einsparung Amortisation
Zwischensparren (Handwerker) 70–120 EUR 7.700–13.200 EUR 8–15 % –
Zwischensparren (Eigenleistung) 35–65 EUR 3.850–7.150 EUR 8–15 % –
Aufsparren (inkl. Neueindeckung) 250–390 EUR 27.500–42.900 EUR 15–30 % –
Untersparren (Ergänzung) 30–60 EUR 3.300–6.600 EUR 3–5 % –

Die Aufsparrendämmung eliminiert Wärmebrücken an den Sparren und ist technisch die beste Lösung, aber auch die teuerste. Sie lohnt sich, wenn die Dacheindeckung ohnehin erneuert werden muss. Mehr im Ratgeber Dachdämmung.

Fenster: Kosten pro Stück nach Typ

Fenstertyp Kosten pro Stück (inkl. Einbau) EFH (12 Fenster) Einsparung Amortisation
Kunststoff, Dreifachverglasung 500–800 EUR 6.000–9.600 EUR 10–15 % –
Holz, Dreifachverglasung 650–1.000 EUR 7.800–12.000 EUR 10–15 % –
Holz-Alu, Dreifachverglasung 800–1.200 EUR 9.600–14.400 EUR 10–15 % –

Mehr im Ratgeber Fenstertausch. Tipp: Fenster und Fassade zusammen sanieren (Gerüst nur einmal), spart Kosten.

Regionale Preisunterschiede

Region Abweichung vom Durchschnitt (BKI-Regionalfaktoren 2024) Beispiel WDVS (Durchschnitt 185 EUR/m2)
München / Oberbayern +55 % (Stadt), Umland +11 bis +29 % ca. 206–287 EUR/m2
Frankfurt / Rhein-Main -5 bis +5 % ca. 175–194 EUR/m2
Hamburg +15 % ca. 213 EUR/m2
Köln / Düsseldorf -4 bzw. -1 % ca. 178–183 EUR/m2
Bundesdurchschnitt Referenz 185 EUR/m2
Ostdeutschland ländlich oft -10 bis -27 % ca. 135–167 EUR/m2

Die regionalen Unterschiede betreffen fast ausschließlich die Arbeitskosten. Materialkosten sind bundesweit nahezu identisch. Holen Sie immer mindestens drei regionale Angebote ein.

Rechenbeispiel: 130 m2 EFH, Baujahr 1972

Damit die Zahlen greifbar werden, rechnen wir ein konkretes Beispiel mit angenommenen Werten durch.

Ausgangslage:

  • Freistehendes EFH, Baujahr 1972, Norddeutschland
  • 130 m2 Wohnfläche, 150 m2 Fassadenfläche, 110 m2 Dachfläche, 90 m2 Kellerdecke
  • 12 Fenster (Zweifachverglasung, BJ ca. 1995)
  • Gasheizung BJ 2005, Energieverbrauch 24.000 kWh/a
  • Heizkosten ca. 2.900 EUR/a (Gas + Warmwasser, inkl. CO2-Aufschlag)
  • Energieeffizienzklasse: F

Variante 1: Schrittweise Einzelmaßnahmen (mit iSFP)

Maßnahme Kosten (brutto) Förderung (15 % BAFA, max. 30.000 EUR förderfähig je Jahr; iSFP-Bonus erst ab 30.000 EUR je Antrag) Eigenanteil
iSFP (Sanierungsfahrplan) 1.200 EUR 600 EUR (50 % BAFA) 600 EUR
Kellerdeckendämmung (Eigenleistung, 90 m2 x 35 EUR Material) 3.150 EUR 472,50 EUR 2.677,50 EUR
Dach Zwischensparren (110 m2 x 95 EUR) 10.450 EUR 1.567,50 EUR 8.882,50 EUR
Fassade WDVS (150 m2 x 185 EUR) 27.750 EUR 4.162,50 EUR 23.587,50 EUR
Fenster 12x Kunststoff-Dreifach (12 x 650 EUR) 7.800 EUR 1.170 EUR 6.630 EUR
Wärmepumpe Luft-Wasser (R-290) 30.000 EUR 12.880 EUR (46 % KfW 458, max. 28.000 EUR förderfähig) 17.120 EUR
Hydraulischer Abgleich 1.500 EUR 0 EUR (über KfW-458-Höchstgrenze) 1.500 EUR
Summe 81.850 EUR 20.852,50 EUR 60.997,50 EUR

Ergebnis nach Sanierung:

  • Heizkosten sinken von ca. 2.900 auf ca. 700 EUR/a (WP-Strom + Wartung)
  • Jährliche Einsparung: ca. 2.200 EUR
  • Amortisation der Eigenkosten: ca. 28 Jahre (ohne Energiepreissteigerung), ca. 20 Jahre (mit 3 % p.a. Steigerung)
  • Energieeffizienzklasse: von F auf voraussichtlich A+/A
  • Förderquote: 25 % der Gesamtkosten

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Variante 2: Komplettsanierung auf KfW EH 55 (KfW 261)

Position Kosten (brutto)
Fassade WDVS (160 mm) 31.500 EUR
Dach Aufsparrendämmung 33.000 EUR
Kellerdecke + Perimeterdämmung 5.500 EUR
Fenster Dreifachverglasung (Holz-Alu) 13.200 EUR
Wärmepumpe + Speicher 28.000 EUR
Lüftungsanlage mit WRG 9.000 EUR
Planung + Baubegleitung 14.000 EUR
Summe 134.200 EUR
KfW 261 Förderung (EH 55 EE, seit 21.07.2026) Betrag
Kredit bis 150.000 EUR 134.200 EUR
Tilgungszuschuss 5 % 6.710 EUR
Baubegleitung 50 % 5.000 EUR
Gesamte Zuschüsse 11.710 EUR
Eigenanteil (effektiv) 122.490 EUR

Hinweis: Das Rechenbeispiel zeigt die KfW-261-Konditionen seit dem 21. Juli 2026. Bis dahin gab es für EH 55 EE 20 % Tilgungszuschuss; seitdem sind die Tilgungszuschüsse über alle Effizienzhaus-Stufen um 10 Prozentpunkte gesenkt und die EE-Klasse ist Mindestanforderung statt Bonus. Prüfen Sie die aktuellen Konditionen im KfW-Merkblatt.

Ergebnis: Heizkosten sinken auf ca. 500 EUR/a. Energieeffizienzklasse: A+. Sanierungskosten pro m2: ca. 1.030 EUR/m2 (brutto) bzw. ca. 942 EUR/m2 (nach Förderung). Bei zinsgünstigem KfW-Kredit (Sollzins 3,53 %, Stand 29.09.2026) liegt die monatliche Rate nach einem tilgungsfreien Jahr bei ca. 810 EUR über 20 Jahre.

Vergleich der Varianten

Kennzahl Variante 1 (Einzelmaßnahmen) Variante 2 (KfW EH 55)
Gesamtkosten brutto 81.850 EUR 134.200 EUR
Förderung 20.852,50 EUR (25 %) 11.710 EUR (9 %)
Eigenanteil 60.997,50 EUR 122.490 EUR
Kosten pro m2 (brutto) 630 EUR/m2 1.032 EUR/m2
Kosten pro m2 (nach Förderung) 469 EUR/m2 942 EUR/m2
Heizkosten nachher ca. 700 EUR/a ca. 500 EUR/a
Einsparung pro Jahr ca. 2.200 EUR ca. 2.400 EUR
Effizienzklasse nachher A+/A A+

Die richtige Reihenfolge bei der Sanierung

Wenn Sie nicht alles auf einmal sanieren, ist die Reihenfolge entscheidend:

Schritt Maßnahme Warum zuerst?
1 Geschossdecke / Kellerdecke Günstigste Maßnahmen
2 Dachdämmung Hohe Einsparung, häufig ohnehin fällig
3 Fassadendämmung Größte Fläche, höchste absolute Einsparung
4 Fenster Idealerweise zusammen mit Fassade (Anschlussdetails)
5 Heizungstausch Zuletzt, damit die neue Heizung auf den reduzierten Bedarf ausgelegt wird

Wer die Heizung vor der Dämmung tauscht, riskiert eine überdimensionierte Anlage. Als größter Einzelposten verdient der Heizungstausch eine eigene Kalkulation – die Preisspannen je Heizungstyp finden Sie im Ratgeber was ein Heizungstausch kostet. Die Ausnahme: Akuter Heizungsausfall. Details im Ratgeber Haus sanieren: Reihenfolge.

Kostentreiber und Sparhebel

Kostentreiber nach oben

  • Baujahr vor 1950: Sondermaßnahmen (Trockenlegung, Asbestsanierung, Innendämmung wegen Denkmalschutz)
  • Komplexe Geometrie: Erker, Gauben, Vor- und Rueckspruenge erhöhen WDVS-Kosten
  • Schadstoffbelastung: Asbest-Entsorgung verursacht erhebliche Zusatzkosten
  • Denkmalschutz: Mehrkosten durch Sonderlösungen

Hebel für niedrigere Kosten

  • Gerüst kombinieren: Fassade + Fenster + Dach in einer Phase.
  • Einblasdämmung prüfen: 40–80 EUR/m2 statt 150–200 EUR für WDVS
  • Eigenleistung: Kellerdeckendämmung und Zwischensparrendämmung sind in Eigenleistung umsetzbar (30–50 % Arbeitskosten gespart)
  • iSFP-Bonus nutzen: Verdoppelt förderfähige Kosten (30.000 auf 60.000 EUR) und erhöht Satz von 15 auf 20 % für den Kostenanteil über 30.000 EUR – seit 21.07.2026 nur noch ab 30.000 EUR förderfähigem Investitionsvolumen
  • Regionale Angebote vergleichen: Preisunterschiede zwischen Betrieben derselben Region

Kosten vs. Wertsteigerung: Lohnt sich die Sanierung?

Wertkomponente Typische Größenordnung
Heizkosteneinsparung 1.000–2.400 EUR/Jahr
Immobilienwertsteigerung 5–20 % des Verkehrswerts bei Sprung von 2+ Energieklassen
Vermiedener Wertverfall (Brown Discount) 5–15 % des Verkehrswerts – Tendenz steigend

Besonders relevant: Der Brown Discount – der Preisabschlag für energetisch schlechte Gebäude – beträgt bereits 5 bis 15 % und wächst mit steigenden CO2-Kosten und zunehmender Regulierung. Eine Sanierung ist daher Investition in niedrigere Betriebskosten und Werterhalt.

Was das für Ihr Gebäude konkret bedeutet, zeigt unser kostenloser Sanierungsrechner: Ist-Zustand, Effizienzklasse, Sanierungskosten und Förderung für Ihre Adresse, ohne Anmeldung.

Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet eine energetische Sanierung pro m2?

Das hängt von der Sanierungstiefe ab. Einzelmaßnahmen kosten im Median 26–108 EUR/m2 Wohnfläche, eine Komplettsanierung auf EH 55 bis 1.450 EUR/m2 (ohne Heizung, Ariadne-Studie, Preisstand 2025).

Was ist die günstigste Sanierungsmaßnahme?

Die Dämmung der obersten Geschossdecke und der Kellerdecke mit im Median 26–30 EUR/m2 Wohnfläche (Ariadne-Panel, Preisstand 2025).

Welche Maßnahme spart am meisten Energie?

Der Heizungstausch auf Wärmepumpe (im Schnitt rund 38 % weniger Heizkosten, Heizspiegel 2026). Bei der Gebäudehuelle: Fassadendämmung (geschätzt 15–25 %).

Wie viel Förderung gibt es?

BAFA: 15 % für Hülle, mit iSFP 20 % auf den Kostenanteil über 30.000 EUR (max. 10.500 EUR beim EFH mit iSFP; den iSFP-Bonus gibt es seit 21.07.2026 nur ab 30.000 EUR Investitionsvolumen). KfW 458: seit 21. Juli 2026 einkommensabhängig bis 80 % für den Heizungstausch (max. Zuschuss 22.400 EUR für Geringverdiener, 12.880 EUR im Standardfall; max. 28.000 EUR foerderfähige Kosten). KfW 261: Kredit bis 150.000 EUR/WE + Tilgungszuschuss je nach EH-Stufe bei Komplettsanierung (seit 21.07.2026 um 10 Prozentpunkte gesenkt).

Wie lange dauert die Amortisation?

Das hängt von Kosten, Förderung und Energiepreis ab: Eine Fassadendämmung (WDVS, 15 % Förderung, ungedämmte Wand, Gasheizung) amortisiert sich im Rechenbeispiel der Verbraucherzentrale nach etwa 14 bis 15 Jahren, Variante 1 oben nach rund 28 Jahren.

Kann ich die Sanierungskosten steuerlich absetzen?

Ja, alternativ zur BAFA/KfW-Förderung über Paragraph 35c EStG: 20 % der Kosten (max. 40.000 EUR), verteilt über 3 Jahre.


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