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Sanierungskosten pro m² 2026: Alle Maßnahmen in einer Tabelle

Fassade 120–250 €/m², Dach 70–350 €/m², Fenster 400–1.200 €/Stk. – jede Maßnahme aufgeschlüsselt mit Förderung, Einsparung und Amortisation.

Kostenübersicht energetische Sanierung pro Quadratmeter

Was kostet eine energetische Sanierung pro Quadratmeter? Die Antwort hängt davon ab, welche Maßnahme Sie betrachten: Eine Geschossdeckendämmung beginnt bei 20 EUR/m², ein Wärmedämmverbundsystem an der Fassade liegt bei 120--250 EUR/m², und eine Komplettsanierung auf Effizienzhaus-55-Niveau kostet 800--1.200 EUR/m² Wohnfläche. Zwischen diesen Extremen liegen Dutzende Einzelmaßnahmen mit sehr unterschiedlichen Kosten-Nutzen-Verhältnissen.

Dieser Ratgeber liefert Ihnen die vollständige Kostenübersicht: jede gängige Sanierungsmaßnahme mit Kosten pro Quadratmeter, Gesamtkosten für ein typisches Einfamilienhaus, verfügbarer Förderung, erzielbarer Energieeinsparung und Amortisationsdauer. Alle Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2026 und basieren auf aktuellen Marktdaten.

Sanierungskosten pro m² nach Einzelmaßnahme

Die folgende Tabelle zeigt die Kosten der wichtigsten energetischen Sanierungsmaßnahmen -- jeweils als Quadratmeterpreis und als Gesamtkosten für ein typisches freistehendes Einfamilienhaus (120--150 m² Wohnfläche, ca. 150 m² Fassadenfläche, 12 Fenster).

Maßnahme Kosten pro m² / Stk. Gesamtkosten EFH (typisch)
Fassade WDVS 120--250 EUR/m² 18.000--30.000 EUR
Fassade Einblasdämmung 20--50 EUR/m² 2.600--5.250 EUR
Dach Zwischensparrendämmung (Handwerker) 70--120 EUR/m² 7.000--14.400 EUR
Dach Zwischensparrendämmung (Eigenleistung) 35--65 EUR/m² 3.500--7.800 EUR
Dach Aufsparrendämmung (inkl. Eindeckung) 200--350 EUR/m² 24.000--42.000 EUR
Oberste Geschossdecke 20--70 EUR/m² 2.000--6.000 EUR
Kellerdecke (von unten) 30--70 EUR/m² 2.400--7.000 EUR
Fenster (Dreifachverglasung, inkl. Einbau) 400--1.200 EUR/Stk. 7.500--15.000 EUR
Heizung Wärmepumpe 100--300 EUR/m² WF 15.000--40.000 EUR

Die Spannbreiten ergeben sich aus Unterschieden beim Gebäudezustand, der gewählten Ausführung, dem Dämmmaterial und den regionalen Handwerkerpreisen. Eine detaillierte Aufschlüsselung der einzelnen Maßnahmen finden Sie in unseren Fachartikeln zur Fassadendämmung, Dachdämmung und Fenstertausch.

Kosten, Förderung und Einsparung im direkten Vergleich

Die reinen Quadratmeterkosten allein sagen wenig über die Wirtschaftlichkeit. Entscheidend ist, wie viel Förderung verfügbar ist, welche Energieeinsparung die Maßnahme bringt und wie schnell sie sich amortisiert. Die folgende Tabelle stellt alle Faktoren nebeneinander:

Maßnahme Kosten EFH (brutto) Förderung (Programm) Eigenanteil (nach Förderung) Heizkosten-Einsparung Amortisation
Geschossdecke 2.000--6.000 EUR 15--20 % (BAFA BEG EM) 1.600--5.100 EUR 5--10 % 2--5 Jahre
Kellerdecke 2.400--7.000 EUR 15--20 % (BAFA BEG EM) 1.920--5.950 EUR 5--10 % 3--6 Jahre
Fassade Einblasdämmung 2.600--5.250 EUR 15--20 % (BAFA BEG EM) 2.080--4.460 EUR 10--20 % 6--8 Jahre
Dach Zwischensparren 7.000--14.400 EUR 15--20 % (BAFA BEG EM) 5.600--12.240 EUR 8--15 % 10--15 Jahre
Fenster 7.500--15.000 EUR 15--20 % (BAFA BEG EM) 6.000--12.750 EUR 10--20 % 15--25 Jahre
Fassade WDVS 18.000--30.000 EUR 15--20 % (BAFA BEG EM) 14.400--25.500 EUR 15--25 % 16--25 Jahre (12--20 mit Förderung)
Dach Aufsparren 24.000--42.000 EUR 15--20 % (BAFA BEG EM) 19.200--35.700 EUR 15--30 % 12--18 Jahre
Heizung Wärmepumpe 15.000--40.000 EUR bis 70 % (KfW 458) 4.500--28.000 EUR 30--50 % 8--12 Jahre (mit Förderung)

Lesehinweis: Die Tabelle ist nach Amortisationsdauer sortiert -- von der schnellsten bis zur langsamsten. Die Geschossdeckendämmung ist die wirtschaftlichste Einzelmaßnahme mit dem schnellsten Return on Investment. Die Kellerdeckendämmung folgt knapp dahinter. Beide kosten wenig, amortisieren sich in unter fünf Jahren und eignen sich als erste Schritte einer schrittweisen Sanierung.

Förderprogramme für Sanierungsmaßnahmen 2026

Die Förderhöhe hat erheblichen Einfluss auf die tatsächlichen Sanierungskosten pro Quadratmeter. 2026 stehen drei zentrale Fördertöpfe zur Verfügung:

BAFA BEG EM: Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle

Das BAFA fördert Dämmung, Fenster und sommerlichen Wärmeschutz als Einzelmaßnahmen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM).

Aspekt Details
Fördersatz 15 % der förderfähigen Kosten
iSFP-Bonus +5 Prozentpunkte (= 20 %) bei Umsetzung einer Maßnahme aus einem individuellen Sanierungsfahrplan
Max. förderfähige Kosten 30.000 EUR/Wohneinheit (ohne iSFP) bzw. 60.000 EUR/Wohneinheit (mit iSFP)
Max. Zuschuss 4.500 EUR (ohne iSFP) bzw. 12.000 EUR (mit iSFP)
Voraussetzung Antrag vor Auftragsvergabe, Umsetzung durch Fachbetrieb, technische Mindestanforderungen (U-Werte)

Der iSFP-Bonus verdoppelt die förderfähigen Kosten und erhöht den Prozentsatz -- wer mehrere Maßnahmen plant, sollte den individuellen Sanierungsfahrplan vorschalten. Alle Details zur BAFA-Förderung finden Sie in unserem Ratgeber BAFA-Förderung 2026.

KfW 458: Heizungstausch

Die KfW fördert den Umstieg auf erneuerbare Heizungen über das Programm 458.

Aspekt Details
Grundförderung 30 %
Einkommensbonus +30 % bei Haushaltseinkommen ≤ 40.000 EUR/Jahr
Geschwindigkeitsbonus +20 % bei Austausch funktionstüchtiger fossiler Heizungen (bis Ende 2028)
Klimabonus (Wärmepumpe) +5 % bei natürlichem Kältemittel oder Wärmequelle Wasser/Erdreich
Max. kumulierter Fördersatz 70 %
Max. förderfähige Kosten 30.000 EUR (erste WE)
Max. Zuschuss 21.000 EUR

Details und Rechenbeispiele im Ratgeber KfW 458.

KfW 261: Effizienzhaussanierung

Wer das gesamte Gebäude auf ein KfW-Effizienzhaus-Niveau saniert, nutzt die Systemförderung über KfW 261.

Aspekt Details
Kredit Bis 120.000 EUR/WE (150.000 EUR mit EE-Klasse)
Tilgungszuschuss 5--25 % (je nach EH-Stufe und Klasse)
Max. Zuschuss 37.500 EUR (EH 40 EE) + 5.000 EUR Baubegleitung = 42.500 EUR
Zinssatz Ab ca. 2,45 % effektiv (Stand März 2026)

Die Förderung über KfW 261 lohnt sich vor allem bei Komplettsanierungen, bei denen das höhere Förderniveau die Mehrkosten für den Effizienzhaus-Standard mehr als ausgleicht. Eine Übersicht aller Effizienzhaus-Stufen liefert unser Ratgeber Effizienzhaus-Standards.

Tipp: Lassen Sie einen Energieberater prüfen, ob die Einzelmaßnahmen-Förderung (BAFA) oder die Systemförderung (KfW 261) für Ihr Vorhaben günstiger ist. Bei zwei oder mehr Maßnahmen lohnt sich der Vergleich fast immer. Eine Gesamtübersicht aller Förderprogramme bietet unser Förderungs-Überblick.

Sanierungskosten pro m² nach Sanierungstiefe

Neben den Einzelmaßnahmen ist die Gesamtbetrachtung nach Sanierungstiefe relevant. Je umfassender die Sanierung, desto höher die Kosten pro Quadratmeter Wohnfläche -- aber auch die Energieeinsparung und der Wertzuwachs der Immobilie.

Sanierungstiefe Kosten pro m² Wohnfläche Gesamtkosten EFH 130 m² Typische Maßnahmen Einsparung Heizkosten
Einzelmaßnahme 50--300 EUR 6.500--39.000 EUR Eine bis zwei Maßnahmen (z. B. Dämmung + Fenster) 10--30 %
Teilsanierung 300--800 EUR 39.000--104.000 EUR Gebäudehülle teilweise, Heizungstausch 30--50 %
Komplettsanierung EH 70 600--800 EUR 78.000--104.000 EUR Volle Hülle, WP, Lüftung 50--65 %
Komplettsanierung EH 55 800--1.200 EUR 104.000--156.000 EUR Hochwertige Hülle, WP, Lüftung mit WRG 65--75 %
Komplettsanierung EH 40 1.000--1.500+ EUR 130.000--195.000+ EUR Maximale Dämmung, hocheffiziente Technik 75--85 %

Die Kosten pro Quadratmeter steigen mit zunehmendem Effizienzhaus-Standard nicht linear: Der Sprung von EH 70 auf EH 55 kostet deutlich weniger als der Sprung von EH 55 auf EH 40, da die letzten Prozentpunkte an Einsparung überproportional aufwendig sind. Eine detaillierte Erläuterung der Effizienzhaus-Standards finden Sie im Ratgeber KfW-Effizienzhausstandards.

Detailtabellen nach Maßnahme

Fassadendämmung: Kosten pro m² nach Methode

Die Fassade ist der größte Kostenfaktor bei der Gebäudehülle, aber auch der mit dem höchsten absoluten Einspareffekt.

Methode Kosten pro m² (inkl. Montage) Gesamtkosten EFH (150 m² Fassade) Heizkosten-Einsparung Amortisation
Einblasdämmung (zweischaliges Mauerwerk) 20--50 EUR 2.600--5.250 EUR 10--20 % 6--8 Jahre
WDVS (Wärmedämmverbundsystem) 120--250 EUR 18.000--30.000 EUR 15--25 % 16--25 Jahre
Vorgehängte hinterlüftete Fassade 180--350 EUR 27.000--52.500 EUR 15--25 % 20--30 Jahre

Die Einblasdämmung ist nur bei zweischaligem Mauerwerk mit bestehendem Luftspalt möglich, bietet dann aber das mit Abstand beste Kosten-Nutzen-Verhältnis. Details und Entscheidungshilfe im Vergleich WDVS vs. Einblasdämmung. Eine umfassende Aufschlüsselung aller Fassadendämmverfahren liefert der Ratgeber Fassadendämmung.

Dachdämmung: Kosten pro m² nach Methode

Methode Kosten pro m² (inkl. Montage) Gesamtkosten EFH (100--120 m² Dachfläche) Heizkosten-Einsparung Amortisation
Zwischensparren (Handwerker) 70--120 EUR 7.000--14.400 EUR 8--15 % 10--15 Jahre
Zwischensparren (Eigenleistung) 35--65 EUR 3.500--7.800 EUR 8--15 % 5--8 Jahre
Aufsparren (inkl. Neueindeckung) 200--350 EUR 24.000--42.000 EUR 15--30 % 12--18 Jahre
Untersparren (Ergänzung) 30--60 EUR 3.000--7.200 EUR 3--5 % (ergänzend) 8--12 Jahre

Die Aufsparrendämmung ist die technisch beste Lösung, da sie Wärmebrücken an den Sparren eliminiert, allerdings auch die teuerste. Sie lohnt sich vor allem, wenn die Dacheindeckung ohnehin erneuert werden muss. Alle Methoden im Detail finden Sie im Ratgeber Dachdämmung.

Fenster: Kosten pro Stück nach Typ

Fenstertyp Kosten pro Stück (inkl. Einbau) EFH (12 Fenster) Heizkosten-Einsparung Amortisation
Kunststoff, Dreifachverglasung 400--700 EUR 4.800--8.400 EUR 10--15 % 15--20 Jahre
Holz, Dreifachverglasung 550--900 EUR 6.600--10.800 EUR 10--15 % 18--25 Jahre
Holz-Alu, Dreifachverglasung 700--1.200 EUR 8.400--14.400 EUR 10--15 % 20--30 Jahre

Der größte Einspareffekt entsteht beim Wechsel von einfach- oder zweifachverglasten Fenstern auf Dreifachverglasung. Wichtig: Fenster nur zusammen mit einer Fassadendämmung oder einer kontrollierten Lüftung tauschen, um Schimmelprobleme durch veränderte Feuchteverhältnisse zu vermeiden. Mehr dazu im Ratgeber Fenstertausch.

Heizungstausch: Kosten nach System

Heizsystem Kosten pro m² Wohnfläche Gesamtkosten EFH 130 m² Heizkosten-Einsparung vs. Gas Amortisation (mit Förderung)
Luft-Wasser-Wärmepumpe 100--230 EUR 15.000--30.000 EUR 30--50 % 8--12 Jahre
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdsonde) 200--300 EUR 25.000--40.000 EUR 35--55 % 10--15 Jahre
Hybridheizung WP + Gas 120--200 EUR 15.000--25.000 EUR 20--35 % 10--15 Jahre

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist der häufigste Ersatz für fossile Heizungen. Mit der KfW-458-Förderung sinken die Eigenkosten erheblich -- bei maximaler Förderung (70 %) auf nur 4.500--9.000 EUR. Ausführliche Informationen zu Wärmepumpen im Altbau finden Sie im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.

Regionale Preisunterschiede

Die Handwerkerpreise und damit die Sanierungskosten pro Quadratmeter variieren je nach Region erheblich. Die Tabellenwerte in diesem Artikel basieren auf dem bundesweiten Durchschnitt. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Abweichungen:

Region Abweichung vom Durchschnitt Beispiel WDVS (Durchschnitt 185 EUR/m²)
München / Oberbayern +30 bis +35 % ca. 240--250 EUR/m²
Frankfurt / Rhein-Main +20 bis +25 % ca. 220--230 EUR/m²
Hamburg / Norddeutschland +15 bis +20 % ca. 215--220 EUR/m²
Köln / Düsseldorf +10 bis +15 % ca. 200--215 EUR/m²
Bundesdurchschnitt Referenz 185 EUR/m²
Ostdeutschland ländlich -20 bis -40 % ca. 110--150 EUR/m²

Die regionalen Unterschiede betreffen fast ausschließlich die Arbeitskosten. Materialkosten sind bundesweit nahezu identisch. In Ballungsgebieten wie München und Frankfurt kommen zusätzlich längere Wartezeiten auf Handwerker hinzu, was die Gesamtprojektdauer verlängert.

Tipp: Holen Sie immer mindestens drei regionale Angebote ein. Die Preisunterschiede zwischen Handwerksbetrieben derselben Region betragen häufig 20--40 %.

Rechenbeispiel: Sanierungskosten für ein typisches EFH

Damit die Zahlen greifbar werden, hier ein durchgerechnetes Beispiel für ein typisches freistehendes Einfamilienhaus:

Ausgangslage: EFH, Baujahr 1978, 130 m² Wohnfläche, 150 m² Fassadenfläche, 110 m² Dachfläche, 90 m² Kellerdecke, 12 Fenster, Gasheizung BJ 2005, Energieverbrauch 22.000 kWh/a, Heizkosten ca. 2.600 EUR/a (Gas + Warmwasser).

Variante 1: Schrittweise Einzelmaßnahmen

Maßnahme Kosten (brutto) Förderung (20 % BAFA mit iSFP) Eigenanteil
Kellerdeckendämmung 4.500 EUR 900 EUR 3.600 EUR
Geschossdecke/Dach Zwischensparren 10.000 EUR 2.000 EUR 8.000 EUR
Fassade WDVS 24.000 EUR 4.800 EUR 19.200 EUR
Fenster (12 Stück) 9.600 EUR 1.920 EUR 7.680 EUR
Wärmepumpe Luft-Wasser 22.000 EUR 13.200 EUR (60 % KfW 458) 8.800 EUR
Summe 70.100 EUR 22.820 EUR 47.280 EUR

Ergebnis: Heizkosten sinken von ca. 2.600 auf ca. 650 EUR/a. Jährliche Einsparung: ca. 1.950 EUR. Amortisation der Eigenkosten: ca. 24 Jahre -- ohne Berücksichtigung steigender Energiepreise. Bei jährlich 3 % Energiepreissteigerung reduziert sich die Amortisation auf ca. 17 Jahre.

Variante 2: Komplettsanierung auf KfW EH 55 (mit KfW 261)

Position Kosten (brutto)
Fassade WDVS (160 mm) 28.000 EUR
Dach Aufsparrendämmung 32.000 EUR
Kellerdecke 4.500 EUR
Fenster Dreifachverglasung 12.000 EUR
Wärmepumpe + Speicher 26.000 EUR
Lüftung mit WRG 8.000 EUR
Planung + Baubegleitung 12.000 EUR
Summe 122.500 EUR
Förderung KfW 261 (EH 55 EE) Betrag
Kredit bis 150.000 EUR zu ca. 2,45 % eff. 122.500 EUR
Tilgungszuschuss 20 % 24.500 EUR
Baubegleitung 50 % 5.000 EUR
Gesamte Zuschüsse 29.500 EUR
Eigenanteil (effektiv) 93.000 EUR

Ergebnis: Heizkosten sinken auf ca. 450 EUR/a. Jährliche Einsparung: ca. 2.150 EUR. Der zinsgünstige KfW-Kredit (ca. 2,45 % effektiv, Stand März 2026) macht die Finanzierung tragbar -- die Kreditrate liegt bei ca. 650 EUR/Monat über 20 Jahre, wird aber durch die eingesparten Heizkosten und den Tilgungszuschuss teilweise entlastet.

Was die Sanierungskosten pro m² beeinflusst

Kostentreiber nach oben

Baujahr und Ausgangszustand: Je älter und unsanierter das Gebäude, desto umfangreicher die Maßnahmen. Ein Haus der 1950er Jahre mit 250 kWh/m²a Energiebedarf erfordert höhere Dämmstärken und oft auch Maßnahmen am Dachstuhl, die bei einem Haus der 1980er Jahre nicht nötig sind.

Gebäudegeometrie: Verwinkelte Grundrisse, Erker, Gauben und viele Vor- und Rücksprünge erhöhen den Aufwand für die Fassadendämmung um 20--40 %. Kompakte Gebäude wie Reihenhäuser haben dagegen weniger Hüllfläche pro Quadratmeter Wohnfläche und sind günstiger zu sanieren.

Schadstoffbelastung: Asbest in Fassadenplatten oder Dachschindeln (häufig bei Gebäuden vor 1993) erfordert eine fachgerechte Entsorgung, die 5.000--25.000 EUR zusätzlich kosten kann.

Denkmalschutz: Innendämmung statt WDVS, denkmalgerechte Fensterprofile und aufwendige Abstimmung mit der Denkmalbehörde erhöhen die Kosten um 30--50 %.

Hebel für niedrigere Kosten

Gerüst kombinieren: Wenn Fassade, Fenster und Dach in einer Bauphase saniert werden, fällt das Gerüst nur einmal an. Ersparnis: 3.000--6.000 EUR gegenüber separaten Gerüststellungen.

Einblasdämmung prüfen: Bei zweischaligem Mauerwerk kostet die Einblasdämmung nur 20--50 EUR/m² statt 120--250 EUR/m² für ein WDVS. Prüfen Sie mit einem Energieberater, ob Ihr Mauerwerk dafür geeignet ist. Der Vergleich WDVS vs. Einblasdämmung hilft bei der Einschätzung.

Eigenleistung bei einfachen Maßnahmen: Die Kellerdeckendämmung mit Klebedämmplatten und die Zwischensparrendämmung sind in Eigenleistung umsetzbar und sparen jeweils 30--50 % der Arbeitskosten. Auch bei Eigenleistung können Materialkosten über die BAFA gefördert werden.

Förderung maximieren: Der iSFP-Bonus verdoppelt die förderfähigen Kosten von 30.000 auf 60.000 EUR und erhöht den Fördersatz von 15 auf 20 %. Ein iSFP kostet nach Abzug der Förderung ca. 850--1.850 EUR Eigenanteil und lohnt sich ab einer Investitionssumme von ca. 10.000 EUR. Mehr dazu im Ratgeber iSFP.

Kosten vs. Wertsteigerung: Lohnt sich die Sanierung?

Die Sanierungskosten pro Quadratmeter sind nur die eine Seite der Rechnung. Auf der anderen stehen drei Wertkomponenten:

Wertkomponente Typische Größenordnung
Heizkosteneinsparung 1.000--2.200 EUR/Jahr (je nach Sanierungstiefe)
Immobilienwertsteigerung 5--20 % des Verkehrswerts bei Sprung von 2+ Energieklassen
Vermiedener Wertverfall Gebäude mit schlechter Energieklasse verlieren zunehmend an Wert (Brown Discount)

Besonders relevant ist der dritte Punkt: Der sogenannte Brown Discount -- der Preisabschlag für energetisch schlechte Gebäude -- beträgt laut aktuellen Marktanalysen bereits 5--15 % und wird mit steigenden CO₂-Kosten und zunehmender Regulierung weiter wachsen. Eine energetische Sanierung ist daher nicht nur eine Investition in niedrigere Betriebskosten, sondern auch ein Werterhalt der Immobilie. Mehr dazu im Artikel Immobilienwert steigern durch Sanierung.

Die richtige Reihenfolge bei der Sanierung

Wenn Sie nicht alles auf einmal sanieren, ist die Reihenfolge entscheidend für Kosten und Wirkung:

Schritt Maßnahme Warum zuerst?
1 Geschossdecke / Kellerdecke Günstigste Maßnahmen, schnellster ROI, sofort wirksam
2 Dachdämmung Hohe Einsparung, häufig ohnehin fällig bei alten Dächern
3 Fassadendämmung Größte Fläche, höchste absolute Einsparung
4 Fenster Idealerweise zusammen mit Fassade (Anschlussdetails)
5 Heizungstausch Zuletzt, damit die neue Heizung auf den reduzierten Bedarf ausgelegt wird

Wer die Heizung vor der Dämmung tauscht, riskiert eine überdimensionierte Anlage, die ineffizient arbeitet und teurer ist als nötig. Die einzige Ausnahme: Wenn die alte Heizung akut ausfällt, muss natürlich sofort gehandelt werden. Weitere Details zur optimalen Reihenfolge finden Sie im Ratgeber Haus sanieren: Reihenfolge.

Häufige Fragen

Was kostet eine energetische Sanierung pro m²?

Das hängt von der Sanierungstiefe ab. Einzelmaßnahmen kosten 50--300 EUR/m² Wohnfläche, eine Teilsanierung 300--800 EUR/m² und eine Komplettsanierung auf Effizienzhaus-55-Niveau 800--1.200 EUR/m². Für ein typisches Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche ergibt sich damit eine Spanne von 6.500 EUR (z. B. nur Kellerdeckendämmung) bis 156.000 EUR (Komplettsanierung EH 55).

Was ist die günstigste Sanierungsmaßnahme?

Die Dämmung der Geschossdecke und der Kellerdecke sind mit 20--70 EUR/m² die günstigsten Maßnahmen. Sie amortisieren sich in 2--6 Jahren und eignen sich als Einstieg in eine schrittweise Sanierung. Die Kellerdeckendämmung ist zudem in Eigenleistung gut umsetzbar.

Welche Sanierungsmaßnahme spart am meisten Energie?

Der Heizungstausch auf eine Wärmepumpe bringt mit 30--50 % die höchste Einzeleinsparung bei den Heizkosten. Bei der Gebäudehülle hat die Fassadendämmung (WDVS) mit 15--25 % den größten Effekt, da die Fassade die größte Fläche der Gebäudehülle darstellt. Die höchste Gesamteinsparung (60--80 %) erzielen Sie nur mit einer Kombination aus Hülle und Technik.

Wie viel Förderung gibt es für eine energetische Sanierung?

Für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle (Dämmung, Fenster) gibt die BAFA 15--20 % Zuschuss (max. 12.000 EUR/WE mit iSFP). Für den Heizungstausch fördert die KfW bis zu 70 % (max. 21.000 EUR). Bei einer Komplettsanierung auf Effizienzhaus-Niveau bietet KfW 261 einen zinsgünstigen Kredit bis 150.000 EUR mit Tilgungszuschuss bis 37.500 EUR. Eine vollständige Übersicht aller Programme finden Sie im Förderungs-Überblick.

Wie lange dauert es, bis sich eine Sanierung amortisiert?

Die Amortisation variiert stark nach Maßnahme: Geschossdeckendämmung 2--5 Jahre, Einblasdämmung 6--8 Jahre, Wärmepumpe mit Förderung 8--12 Jahre, Fassade WDVS 12--20 Jahre (mit Förderung), Fenster 15--25 Jahre. Bei steigenden Energiepreisen (historisch ca. 3 % pro Jahr) verkürzen sich diese Zeiträume erheblich.

Lohnt sich eine Komplettsanierung gegenüber Einzelmaßnahmen?

Aus rein wirtschaftlicher Sicht sind Einzelmaßnahmen oft die bessere Wahl, weil die günstigsten Maßnahmen die schnellste Amortisation haben. Eine Komplettsanierung lohnt sich vor allem dann, wenn das Haus ohnehin umfassend sanierungsbedürftig ist, die höhere Förderung über KfW 261 genutzt werden kann und maximaler Komfortgewinn gewünscht ist. Details und Kostenvergleich im Ratgeber Komplettsanierung.

Kann ich die Sanierungskosten steuerlich absetzen?

Ja, alternativ zur BAFA/KfW-Förderung können Selbstnutzer energetische Sanierungsmaßnahmen nach § 35c EStG steuerlich geltend machen: 20 % der Kosten (max. 40.000 EUR), verteilt über drei Jahre. Die steuerliche Förderung lohnt sich vor allem bei kleinen Maßnahmen oder wenn die Zuschussförderung bereits ausgeschöpft ist. Beide Wege dürfen nicht kombiniert werden. Mehr dazu im Ratgeber steuerliche Absetzung.


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