Reduco

WDVS vs. Einblasdämmung: Kosten, Vorteile und Förderung im Vergleich

Hendrik Stotz

Hendrik Stotz

Zertifizierter Energieeffizienz-Experte

Stand: 20. August 202615 Minuten

Energetische Sanierung eines Wohngebäudes

Bekannt aus

ESMT Berlin
Reaktor
Innova
ZIA Innovation 2026
Vali
EEE
ESMT Berlin
Reaktor
Innova
ZIA Innovation 2026
Vali
EEE
ESMT Berlin
Reaktor
Innova
ZIA Innovation 2026
Vali
EEE

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten: WDVS kostet 120–200 €/m² (ohne Gerüst), die Einblasdämmung nur 20–50 €/m² – beim Einfamilienhaus 15.000–32.000 € gegenüber 3.000–7.500 €.
  • Dämmwirkung: WDVS erreicht U-Werte von 0,15–0,20 W/(m²·K), die Einblasdämmung bei 4–8 cm Hohlraum nur 0,30–0,50 W/(m²·K).
  • Förderung: Beim WDVS entscheidet der U-Wert (≤ 0,20 W/(m²·K)). Für die Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk gilt eine eigene Anforderung: nicht der U-Wert zählt, sondern die Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs (λ ≤ 0,035 W/(m·K)) – die Einblasdämmung ist damit förderfähig, obwohl sie den U-Wert 0,20 nie erreicht. Fördersatz jeweils 15 % (BAFA) oder alternativ 20 % über drei Jahre nach §35c EStG.
  • Voraussetzung: Die Einblasdämmung funktioniert nur bei zweischaligem Mauerwerk mit Hohlraum, das WDVS passt auf nahezu jeden Massivbau mit Putzfassade.
  • Wirtschaftlichkeit: Die Einblasdämmung amortisiert sich oft in 3–8 Jahren, das WDVS erst in 15–25 Jahren – dafür bietet das WDVS die bessere absolute Dämmwirkung.

Was würde eine Sanierung bei Ihnen bringen?

Anzeige

Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region und sparen Sie bis zu 37 % durch unseren Angebotsvergleich.

  • 100 % kostenlos & unverbindlich
  • Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
  • Durch Vergleich bis zu 37 % sparen

Artikel mit KI zusammenfassen

Artikel teilen

SanierungsrechnerSchritt 1 von 15

Wie viel Energie steckt in Ihrem Haus?

Adresse eingeben – wir laden Ihr Gebäude als 3D-Modell und berechnen Effizienzklasse, Sanierungskosten und Förderung.

Kostenlos, ohne Anmeldung · Ergebnis in unter 2 Minuten

Unverbindliche Schätzung auf Basis amtlicher 3D-Gebäudedaten und offener Rechenmodelle. Für ein konkretes Angebot: Angebote von Fachbetrieben vergleichen.

Update (Stand: 9. August 2026) – Reform-Paket Juli 2026 (GModG + neue BEG-Förderrichtlinie): Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, verkündet am 28. Juli 2026, in Kraft seit 29. Juli 2026) und der neuen BEG-Förderrichtlinie gelten seit 21. Juli 2026 neue Fördersätze. Bei der Heizungsförderung sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 % auf 16 %, der Effizienzbonus (5 %) entfällt und die maximal förderfähigen Kosten sinken von 30.000 € auf 28.000 €. Für die Fassaden- und Dämmförderung, um die es in diesem Artikel geht, bleibt die Grundförderung bei 15 % – aber der iSFP-Bonus (+5 %) wird nur noch gewährt, wenn das förderfähige Investitionsvolumen mindestens 30.000 € erreicht; für kleinere Maßnahmen entfällt er faktisch. Die förderfähigen Höchstkosten mit iSFP betragen 60.000 € für die erste Wohneinheit (2.–6. Wohneinheit: 30.000 €, ab der 7.: 15.000 €).

Korrektur (20. August 2026): Eine frühere Fassung dieses Artikels stellte die Kerndämmung als in der Regel nicht förderfähig dar, weil sie den U-Wert von 0,20 W/(m²·K) verfehlt. Das war falsch. Sowohl die Technischen Mindestanforderungen der BEG EM als auch Anlage 1 der ESanMV enthalten für die Einblasdämmung im bestehenden zweischaligen Mauerwerk eine eigene Anforderungszeile, die statt des U-Werts die Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs heranzieht (λ ≤ 0,035 W/(m·K)). Wir danken einem aufmerksamen Leser für den Hinweis. Alle betroffenen Passagen sind unten korrigiert.

Die Fassade ist die größte Wärmeverlustfläche eines Gebäudes. Wer die Außenwände dämmen will, steht vor einer zentralen Entscheidung: Wärmedämmverbundsystem (WDVS) oder Einblasdämmung? Beide Methoden reduzieren Heizwärmeverluste, unterscheiden sich aber grundlegend in Kosten, Dämmwirkung, Aufwand und Förderfähigkeit.

Dieser Ratgeber stellt WDVS und Einblasdämmung im direkten Vergleich gegenüber – mit konkreten Zahlen, ehrlicher Bewertung und einer klaren Entscheidungshilfe.

Kurz erklärt: Was ist WDVS, was ist Einblasdämmung?

WDVS (Wärmedämmverbundsystem)

Beim WDVS werden Dämmplatten von außen auf die Fassade geklebt und zusätzlich gedübelt. Darauf kommt eine Armierungsschicht mit Glasfasergewebe und abschließend ein Außenputz mit Anstrich. Das System bildet eine geschlossene, wetterfeste Hülle um das Gebäude.

WDVS ist das am häufigsten eingesetzte Fassadendämmsystem in Deutschland. Es eignet sich für nahezu alle Massivbauten mit Putzfassade und wird seit über 60 Jahren erprobt.

Einblasdämmung (Kerndämmung / Hohlraumdämmung)

Bei der Einblasdämmung wird loser Dämmstoff über kleine Bohrlöcher (ca. 20–25 mm Durchmesser) in einen vorhandenen Hohlraum im Mauerwerk eingeblasen. Die Bohrlöcher werden anschließend verschlossen und sind kaum sichtbar.

Voraussetzung: Das Gebäude muss ein zweischaliges Mauerwerk mit Luftschicht (Hohlraum) besitzen. Diese Bauweise ist besonders in Norddeutschland verbreitet – vor allem in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bei Gebäuden der Baujahre 1920 bis 1980. In Süddeutschland, wo einschaliges Mauerwerk dominiert, ist die Einblasdämmung in der Regel nicht möglich.

WDVS im Detail

Materialien und Wärmeleitgruppen

Für das WDVS stehen verschiedene Dämmstoffe zur Verfügung. Die Wahl beeinflusst Preis, Dämmstärke, Brandschutz und ökologische Bilanz:

Dämmstoff WLG Brandklasse Besonderheiten
EPS (Styropor) 032–040 B1 (schwerentflammbar) Günstigster Standarddämmstoff, leicht, leicht zu verarbeiten
Mineralwolle (Steinwolle) 035–040 A1 (nicht brennbar) Brandschutzlösung, besserer Schallschutz
Holzfaserplatte 040–045 B2 (normalentflammbar) Ökologisch, guter sommerlicher Wärmeschutz, diffusionsoffen
Resol-Hartschaum (Phenolharz) 021–022 B1 (schwerentflammbar) Dünnste Aufbauten möglich, höchster Preis

Was würde eine Sanierung bei Ihnen bringen?

Anzeige

Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region und sparen Sie bis zu 37 % durch unseren Angebotsvergleich.

100 % kostenlos & unverbindlich · In 2 Minuten angefragt

EPS mit WLG 032 ist der mit Abstand meistverwendete Dämmstoff im WDVS. Mineralwolle kommt zum Einsatz, wenn der Brandschutz es erfordert (Hochhäuser, Brandriegel) oder besserer Schallschutz gewünscht ist. Resol-Hartschaum ist die Lösung, wenn der Platz extrem begrenzt ist – etwa bei geringem Dachüberstand oder Grenzbebauung.

Typische Dämmstärke und erreichbare U-Werte

Um den BAFA-Anforderungswert von U ≤ 0,20 W/(m²·K) zu erreichen, sind je nach Dämmstoff folgende Mindestdicken nötig:

Dämmstoff WLG Mindestdicke für U ≤ 0,20 Praxis-Empfehlung
EPS 032 ca. 14 cm 16–20 cm
Mineralwolle 035 ca. 16 cm 18–20 cm
Holzfaser 042 ca. 18 cm 20–24 cm
Resol-Hartschaum 022 ca. 10 cm 12–14 cm

In der Praxis werden oft 16–20 cm EPS oder Mineralwolle verbaut. Dickere Platten kosten nur wenig mehr, verbessern aber den U-Wert spürbar.

WDVS Kosten

Kostenposition EUR/m²
Dämmplatten + Klebemörtel + Dübel 40–70 €
Armierung (Gewebe + Armierungsmörtel) 15–25 €
Oberputz + Anstrich 20–35 €
Arbeitskosten (Montage) 45–70 €
Gesamt (ohne Gerüst) 120–200 €
Gerüst (Aufbau, Vorhaltung, Abbau) 8–15 €
Gesamt (mit Gerüst) 128–215 €

Für ein typisches Einfamilienhaus mit 120–150 m² Fassadenfläche ergeben sich Gesamtkosten von 15.000–32.000 € (inkl. Gerüst). Nach der BAFA-Grundförderung (15 %, förderfähige Kosten max. 30.000 € für die erste Wohneinheit) reduziert sich der Eigenanteil auf rund 12.750–27.500 €. Den iSFP-Bonus (+5 Prozentpunkte) gibt es seit dem 21. Juli 2026 nur noch, wenn das förderfähige Investitionsvolumen mindestens 30.000 € erreicht.

Preistreiber: Komplizierte Fassadengeometrie (viele Fensterleibungen, Erker, Vorsprünge), schwieriger Untergrund, Sonderdämmstoffe und aufwendige Putzstrukturen erhöhen den Quadratmeterpreis.

Vorteile des WDVS

  • Beste U-Werte erreichbar: Mit 16–20 cm EPS sind U-Werte von 0,15–0,20 W/(m²·K) Standard – deutlich unter der BAFA-Anforderung
  • Kombinierbar mit Fassadensanierung: Wer ohnehin den Putz erneuern muss, spart Gerüstkosten, weil beide Maßnahmen zusammenfallen
  • Lange Lebensdauer: 30–50 Jahre, je nach Putzsystem und Pflege
  • Etabliertes System: Breites Handwerkerangebot, gut dokumentierte Regeln der Technik, Zulassungen für alle gängigen Untergründe
  • Optische Erneuerung: Die Fassade erhält gleichzeitig eine neue Oberfläche

Nachteile des WDVS

  • Hohe Kosten: 120–200 €/m² ohne Gerüst – die teuerste der beiden Optionen
  • Gerüst erforderlich: Zusätzliche Kosten und organisatorischer Aufwand (Gehwegabsperrung, Nachbarzustimmung bei Grenzbebauung)
  • Veränderung der Fassadenoptik: Fensterleibungen werden tiefer, Proportionen ändern sich – bei denkmalgeschützten Gebäuden oft nicht genehmigungsfähig
  • Lange Bauzeit: 2–4 Wochen für ein Einfamilienhaus, abhängig von Trocknungszeiten und Witterung
  • Algen- und Moosbildung: Vor allem auf Nordseiten und bei Fassaden ohne Dachüberstand. Ursache ist die geringe thermische Masse der Putzoberfläche, die nachts schnell auskühlt und Tauwasser ansammelt
  • Spechte und Insekten: Bei EPS-Systemen gelegentlich ein Problem – Spechte hacken Löcher, Insekten nisten in den Hohlräumen

Einblasdämmung im Detail

Materialien und Wärmeleitgruppen

Dämmstoff WLG (λ in W/(m·K)) Förderfähig als Kerndämmung (λ ≤ 0,035)? Besonderheiten
EPS-Granulat 033–035 (0,033–0,035) Ja Feuchteunempfindlich, häufigster Einblasdämmstoff für Kerndämmung
Mineralwolle-Granulat 035–040 (0,035–0,040) Nur Produkte mit 035 Nicht brennbar, guter Schallschutz. Glaswolle-Granulate erreichen 0,035, Steinwolle-Granulate liegen mit rund 0,039 darüber – Datenblatt prüfen
Zellulose 038–040 (0,038–0,040) Nein Aus Recyclingpapier, ökologisch; für die Hohlschicht ohnehin selten eingesetzt
PUR-Ortschaum 025–030 (0,025–0,030) Ja Wird als Schaum eingespritzt, härtet im Hohlraum aus, beste Dämmwirkung pro cm
Perlite / Blähglas 040–050 (0,040–0,050) Nein Mineralisch, nicht brennbar und sehr setzungsstabil, aber zu hohe Wärmeleitfähigkeit für die Förderung

In der Praxis dominiert EPS-Granulat für die Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk. PUR-Ortschaum bietet die beste Dämmleistung pro Zentimeter, ist aber teurer und erfordert erfahrene Verarbeiter.

Warum diese Spalte über Ihr Geld entscheidet: Bei der Kerndämmung hängt die Förderfähigkeit allein am Dämmstoff, nicht am erreichten U-Wert (Details im Förderkapitel weiter unten). Maßgeblich ist der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit, den der Hersteller in der Leistungserklärung bzw. der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung ausweist – nicht die grob gerundete WLG-Bezeichnung auf dem Sack. Lassen Sie sich das Datenblatt vor Auftragsvergabe vorlegen: Der Unterschied zwischen einem Granulat mit 0,035 und einem mit 0,036 entscheidet über mehrere Hundert Euro Zuschuss.

Typische Hohlraumbreite und erreichbare U-Werte

Die Dämmstärke ist bei der Einblasdämmung durch die vorhandene Hohlraumbreite fest vorgegeben. Der Hohlraum wird vollständig verfüllt – eine Teilfüllung ist nicht zulässig, da sich sonst Wärmebrücken und Feuchteprobleme bilden können.

Hohlraumbreite Dämmstoff (WLG 035) Erreichbarer U-Wert*
4 cm EPS-Granulat / MW-Flocken ca. 0,50–0,55 W/(m²·K)
6 cm EPS-Granulat / MW-Flocken ca. 0,40–0,45 W/(m²·K)
8 cm EPS-Granulat / MW-Flocken ca. 0,30–0,38 W/(m²·K)
10 cm EPS-Granulat / MW-Flocken ca. 0,25–0,30 W/(m²·K)

*Abhängig vom Wärmedurchgangswiderstand des bestehenden Mauerwerks (Innen- und Außenschale).

Wichtige Erkenntnis: Bei den üblichen Hohlraumbreiten von 4–8 cm erreicht die Einblasdämmung typischerweise U-Werte zwischen 0,30 und 0,50 W/(m²·K). Den für Außenwände sonst geforderten Wert von 0,20 W/(m²·K) erreicht sie damit nicht – erst bei sehr breiten Hohlräumen (ab ca. 10–12 cm) in Kombination mit einem leistungsfähigen Dämmstoff (PUR-Ortschaum, WLG 025) rückt er in Reichweite.

Für die Förderung ist das aber irrelevant. Für die Kerndämmung im bestehenden zweischaligen Mauerwerk gilt eine eigene Anforderung, die den U-Wert durch die Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs ersetzt (λ ≤ 0,035 W/(m·K)). Ein U-Wert von 0,42 W/(m²·K) steht dem Zuschuss also nicht im Weg – ausführlich im Förderkapitel weiter unten.

Einblasdämmung Kosten

Kostenposition EUR/m²
Dämmstoff (Material) 8–20 €
Bohrungen + Verfüllung + Verschluss 12–30 €
Gesamt 20–50 €

Für ein typisches Einfamilienhaus mit 120–150 m² Fassadenfläche ergeben sich Gesamtkosten von 3.000–7.500 €. Die Kosten sind damit vier- bis sechsmal niedriger als beim WDVS. Bei einem förderfähigen Dämmstoff (λ ≤ 0,035 W/(m·K)) sinkt der Eigenanteil über die BAFA-Grundförderung von 15 % auf 2.550–6.375 €; über den Steuerbonus nach §35c EStG (20 % über drei Jahre) sind es 2.400–6.000 €.

Gerüstkosten entfallen in der Regel. Die Bohrlöcher werden von einer Hebebühne, einer Leiter oder vom Boden aus gesetzt. Die gesamte Maßnahme dauert 1–2 Tage.

Vorteile der Einblasdämmung

  • Dramatisch günstiger: 20–50 €/m² vs. 120–200 €/m² beim WDVS – oft die wirtschaftlichste Sanierungsmaßnahme überhaupt
  • Schnelle Umsetzung: 1–2 Tage für ein Einfamilienhaus, keine wochenlange Baustelle
  • Kein Gerüst nötig: Reduziert Kosten und organisatorischen Aufwand
  • Fassadenoptik bleibt unverändert: Kein Problem bei Denkmalschutz, Klinker- oder Sichtmauerwerksfassaden
  • Keine Baugenehmigung erforderlich: Keine baulichen Veränderungen an der Fassade
  • Sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis: Amortisation oft schon nach 3–8 Jahren

Nachteile der Einblasdämmung

  • Begrenzte Dämmstärke: Der vorhandene Hohlraum gibt die maximale Dämmdicke vor – in der Regel 4–8 cm
  • Nicht alle Gebäude geeignet: Nur bei zweischaligem Mauerwerk mit durchgehendem Hohlraum möglich
  • Begrenzte absolute Dämmwirkung: Bei den üblichen Hohlraumbreiten bleibt der U-Wert über 0,20 W/(m²·K). Für die Förderung ist das unschädlich (dort zählt λ ≤ 0,035), für einen Effizienzhaus-Standard oder eine spürbare Verbesserung der Energieeffizienzklasse reicht die Wand allein aber nicht
  • Keine Fassadenerneuerung: Wenn der Putz oder die Fugen ohnehin saniert werden müssen, ist das ein separater Posten
  • Feuchtigkeitsprüfung nötig: Vor der Verfüllung muss der Hohlraum auf Feuchtigkeit und Durchlässigkeit geprüft werden. Bei feuchtem Mauerwerk oder defekter Außenschale ist die Einblasdämmung kontraindiziert
  • Keine Nachbesserung möglich: Einmal verfüllt, lässt sich die Dämmung nicht einfach entfernen oder austauschen

WDVS vs. Einblasdämmung: Der direkte Vergleich

Kriterium WDVS Einblasdämmung
Kosten pro m² 120–200 € (ohne Gerüst) 20–50 €
Kosten EFH (120–150 m²) 15.000–32.000 € 3.000–7.500 €
Erreichbarer U-Wert 0,15–0,20 W/(m²·K) 0,30–0,50 W/(m²·K)*
Bauzeit (EFH) 2–4 Wochen 1–2 Tage
Gerüst nötig Ja Nein
Fassadenoptik Verändert sich (neuer Putz) Bleibt unverändert
Lebensdauer 30–50 Jahre 25–40+ Jahre
Baugenehmigung Teils erforderlich Nicht erforderlich
BAFA-Förderung (BEG EM) Ja, bei U ≤ 0,20 W/(m²·K) Ja, bei Dämmstoff mit λ ≤ 0,035 W/(m·K)
Steuerbonus §35c EStG Ja, bei U ≤ 0,20 W/(m²·K) Ja, bei Dämmstoff mit λ ≤ 0,035 W/(m·K)
Geeignet für Denkmalschutz Nein Ja (wenn Hohlraum vorhanden)
Amortisation 15–25 Jahre 3–8 Jahre

*Bei den üblichen Hohlraumbreiten von 4–8 cm. Bei breiteren Hohlräumen (10+ cm) oder PUR-Ortschaum sind bessere Werte möglich.

Förderung im Vergleich: BAFA und Steuerbonus

Die Sonderregel, die bei der Kerndämmung alles entscheidet

Für Außenwände verlangt die Förderung normalerweise einen Höchstwert von U ≤ 0,20 W/(m²·K). Für die Kerndämmung im bestehenden zweischaligen Mauerwerk gilt das ausdrücklich nicht. Die Technischen Mindestanforderungen (TMA) der BEG EM führen sie als eigene Zeile mit eigener Anforderung:

Bauteil (Wohngebäude) Anforderung
Außenwand (z. B. WDVS, VHF, Innendämmung) U ≤ 0,20 W/(m²·K)
Einblasdämmung/Kerndämmung bei bestehendem zweischaligem Mauerwerk λ ≤ 0,035 W/(m·K)
Außenwände bei Baudenkmalen und besonders erhaltenswerter Bausubstanz U ≤ 0,45 W/(m²·K)

Quelle: Anlage „Technische Mindestanforderungen" zur Förderrichtlinie BEG Einzelmaßnahmen vom 20. Juli 2026, Bauteilgruppe Außenwände. Die Spaltenüberschrift lautet dort wörtlich „Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten U max in W/(m²·K) beziehungsweise der max. Wärmeleitfähigkeit λ in W/(m·K)".

Im Klartext: Wird der vorhandene Hohlraum mit einem Dämmstoff verfüllt, dessen Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit höchstens 0,035 W/(m·K) beträgt, ist die Maßnahme förderfähig – unabhängig davon, welcher U-Wert am Ende herauskommt. Ein rechnerischer U-Wert von 0,42 W/(m²·K) bei 6 cm Hohlraum ist kein Ausschlussgrund. Ein U-Wert-Nachweis wird für diesen Fall gar nicht geführt; nachzuweisen sind stattdessen die Herstellerangaben zum Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit des eingeblasenen Materials.

Für den Steuerbonus nach §35c EStG gilt dieselbe Logik: Anlage 1 der ESanMV listet unter Nummer 1.2 wortgleich „Einblasdämmung/Kerndämmung bei bestehendem zweischaligen Mauerwerk – λ ≤ 0,035".

Drei Grenzwerte, die regelmäßig verwechselt werden: Das Ordnungsrecht (GModG, das umbenannte GEG) verlangt bei einer Fassadensanierung U ≤ 0,24 W/(m²·K) und lässt bei technisch begrenzter Dämmschichtdicke die höchstmögliche Dicke genügen – beim Einblasen in Hohlräume mit λ ≤ 0,045 W/(m·K). Die Förderung ist mit λ ≤ 0,035 also strenger als das Gesetz. Wer nur die gesetzliche Pflicht erfüllen muss, kommt mit 0,045 aus; wer Zuschuss oder Steuerbonus will, braucht 0,035.

Fördersätze BEG EM (BAFA)

Förderbaustein Fördersatz Förderfähige Kosten (1. Wohneinheit)
Grundförderung Gebäudehülle 15 % Max. 30.000 € (2.–6. WE: 15.000 €, ab 7. WE: 8.000 €)
iSFP-Bonus (nur ab 30.000 € Investitionsvolumen) + 5 %-Punkte Max. 60.000 € (2.–6. WE: 30.000 €, ab 7. WE: 15.000 €)
WPB-Bonus für „Worst Performing Buildings" (erst ab Q1 2027) + 5 %-Punkte

Das förderfähige Mindestinvestitionsvolumen liegt bei 300 € brutto – bei einer Kerndämmung nie ein Hindernis. Der iSFP-Bonus setzt seit dem 21. Juli 2026 ein förderfähiges Investitionsvolumen von mindestens 30.000 € voraus und scheidet bei der typischen Kerndämmung (3.000–7.500 €) damit praktisch aus. Der WPB-Bonus (+5 Prozentpunkte für Dämmmaßnahmen an den energetisch schlechtesten Gebäuden) wird laut Richtlinie erst ab dem ersten Quartal 2027 gewährt und setzt einen geförderten iSFP voraus – für Anträge in 2026 steht er noch nicht zur Verfügung.

Zwei Punkte, die die Kalkulation verschieben:

  1. Energieeffizienz-Experte ist Pflicht. Bei Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle muss ein Energieeffizienz-Experte aus der Expertenliste eingebunden werden – die Erklärung des ausführenden Fachunternehmens allein genügt hier, anders als bei der Heizungsförderung, nicht. Sein Honorar ist seinerseits als Fachplanung und Baubegleitung mit 50 % förderfähig (förderfähige Ausgaben bei Ein- und Zweifamilienhäusern gedeckelt auf 5.000 €). Bei einer 5.000-€-Maßnahme kann der Expertenaufwand den 750-€-Zuschuss trotzdem spürbar aufzehren – rechnen Sie das vorher durch.
  2. Der Vertrag muss bei Antragstellung schon vorliegen. Seit der Umstellung gilt: Bei Antragstellung muss ein Liefer- oder Leistungsvertrag vorliegen, der unter der aufschiebenden oder auflösenden Bedingung der Förderzusage geschlossen wurde. Ein unbedingter Auftrag gilt dagegen als Vorhabenbeginn und kostet die Förderung. Planungs- und Beratungsleistungen dürfen vorher erbracht werden.

Was bedeutet das für WDVS und Einblasdämmung?

WDVS: Erreicht mit 16–20 cm Standarddämmung problemlos den geforderten U-Wert von 0,20 W/(m²·K). Die Förderung ist in der Regel gesichert.

Beispiel: Ein WDVS für ein EFH kostet 25.000 €. Da das Investitionsvolumen unter 30.000 € liegt, greift seit dem 21. Juli 2026 nur die Grundförderung (15 %): 3.750 € Zuschuss, es bleiben 21.250 € Eigenanteil. Erst ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 € kommt der iSFP-Bonus überhaupt in Betracht – die genaue Berechnung klären Sie dann vorab mit Ihrem Energie-Effizienz-Experten anhand der aktuellen BAFA-Richtlinie.

Einblasdämmung/Kerndämmung: Förderfähig, sobald der eingeblasene Dämmstoff einen Bemessungswert von λ ≤ 0,035 W/(m·K) erreicht. Bei EPS-Granulat und PUR-Ortschaum ist das der Normalfall, bei Mineralwolle-Granulaten produktabhängig, bei Zellulose und Perlite nicht gegeben. Auf eine typische Maßnahme von 3.000–7.500 € entfallen damit 450–1.125 € Zuschuss. Die Materialwahl – nicht die Hohlraumbreite – entscheidet also über die Förderung.

Im Effizienzhaus-Paket: Wird die Einblasdämmung im Rahmen einer Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus eingesetzt (KfW 261), fließt sie als Teilmaßnahme in die Gesamtbewertung ein. Dort zählt ohnehin die Bilanz des gesamten Gebäudes, nicht die Einzelanforderung an das Bauteil.

Steuerliche Förderung nach §35c EStG – bei der Kerndämmung oft die bessere Wahl

Alternativ zum Zuschuss können selbstnutzende Eigentümer die Kosten steuerlich absetzen: 7 % im Jahr des Abschlusses, 7 % im Folgejahr und 6 % im dritten Jahr – zusammen 20 % der Aufwendungen, maximal 40.000 € Steuerermäßigung je begünstigtem Objekt. Voraussetzungen: Das Gebäude ist bei Durchführung der Maßnahme älter als zehn Jahre, wird ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt, die Arbeiten führt ein Fachunternehmen aus und bescheinigt sie nach amtlich vorgeschriebenem Muster. Die λ-Sonderregel für die Kerndämmung gilt hier genauso.

Für die typische Kerndämmung ist der Steuerbonus damit meist attraktiver als der Zuschuss:

BAFA-Zuschuss §35c EStG
Förderhöhe bei 5.000 € Investition 750 € (15 %) 1.000 € (20 %)
Auszahlung Zuschuss nach Verwendungsnachweis über drei Steuerjahre (350 € / 350 € / 300 €)
Nachweis Energieeffizienz-Experte zwingend Bescheinigung des Fachunternehmens
Zusätzliche Bedingung Antrag vor Vorhabenbeginn, Vertrag nur unter Bedingung Selbstnutzung, Objekt älter als 10 Jahre, ausreichende Steuerlast

Beides zusammen geht nicht. Wer einen steuerfreien Zuschuss oder ein zinsverbilligtes Darlehen für die Maßnahme in Anspruch nimmt, ist von §35c ausgeschlossen. Die Entscheidung fällt also vor der Auftragsvergabe – und bei kleinen Maßnahmen ohne iSFP spricht viel für den Steuerweg, sofern die Steuerlast hoch genug ist, um die Ermäßigung auch auszuschöpfen.

Entscheidungshilfe: Wann welche Methode?

WDVS ist die richtige Wahl, wenn:

  • Das Gebäude einschaliges Mauerwerk hat (kein Hohlraum für Einblasdämmung vorhanden)
  • Die Fassade ohnehin saniert werden muss (neuer Putz, Risse, Feuchteschäden) – dann fallen Gerüst- und Putzkosten nicht zusätzlich an
  • Sie den bestmöglichen U-Wert erreichen wollen oder müssen (z. B. für den KfW-Effizienzhaus-Standard oder eine bessere Energieeffizienzklasse im Energieausweis)
  • Sie eine umfassende Sanierung planen und die Fassadendämmung mit Fenstertausch und Heizungstausch kombinieren
  • Die Fassade eine optische Aufwertung bekommen soll

Einblasdämmung ist die richtige Wahl, wenn:

  • Das Gebäude zweischaliges Mauerwerk mit Hohlraum besitzt
  • Sie eine schnelle, kostengünstige Maßnahme suchen, die den Heizwärmebedarf sofort spürbar senkt
  • Die Fassadenoptik erhalten bleiben soll – besonders bei Klinkerfassaden oder Sichtmauerwerk
  • Das Gebäude unter Denkmalschutz steht (sofern ein Hohlraum vorhanden ist)
  • Das Budget begrenzt ist und die Amortisationszeit möglichst kurz sein soll
  • Sie die Maßnahme als Quick Win umsetzen wollen, bevor später weitere Sanierungsschritte folgen
  • Sie die Förderung mitnehmen wollen: Bei einem Dämmstoff mit λ ≤ 0,035 W/(m·K) sind 15 % BAFA-Zuschuss oder 20 % Steuerermäßigung nach §35c EStG drin – der U-Wert der Wand spielt dabei keine Rolle

Können beide Methoden kombiniert werden?

Theoretisch ja, aber in der Praxis selten sinnvoll. Wenn der Hohlraum bereits verfüllt ist und der U-Wert noch nicht ausreicht, kann zusätzlich ein WDVS auf die Außenschale aufgebracht werden. Das ist allerdings aufwendig und teuer. Wirtschaftlicher ist es in der Regel, sich für eine der beiden Methoden zu entscheiden.

Eine sinnvolle Kombination: Einblasdämmung als Sofortmaßnahme, WDVS erst Jahre später, wenn die Fassade ohnehin saniert werden muss.

Die dritte Option: Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)

Neben WDVS und Einblasdämmung gibt es eine dritte Methode, die in bestimmten Situationen die beste Lösung ist: die vorgehängte hinterlüftete Fassade.

Aufbau: Eine Unterkonstruktion (Holz oder Aluminium) wird an der Wand befestigt. Dazwischen liegt Mineralwolle oder ein anderer Dämmstoff. Davor sitzt mit einem Hinterlüftungsspalt eine Fassadenverkleidung – zum Beispiel Holzschalung, Faserzementplatten, Klinkerriemchen, Metallkassetten oder Naturstein.

Kosten: 180–350 €/m² – die teuerste Variante, aber mit der längsten Lebensdauer.

Wann sinnvoll:

  • Bei denkmalgeschützten Gebäuden, an denen kein WDVS angebracht werden darf, aber eine neue Fassadengestaltung gewünscht ist
  • Wenn maximale gestalterische Freiheit gewünscht ist (Holz, Klinker, Metall, Stein)
  • Bei feuchtebelastetem Mauerwerk, das eine hinterlüftete Konstruktion benötigt
  • Für Holzrahmenbau und ähnliche Konstruktionen

Die VHF erreicht ähnliche U-Werte wie das WDVS (0,15–0,20 W/(m²·K)), ist aber deutlich teurer. Einen ausführlichen Vergleich aller Fassadendämmmethoden finden Sie in unserem Ratgeber zur Fassadendämmung.

Wirtschaftlichkeit: Welche Methode rechnet sich schneller?

Entscheidend ist nicht nur der Preis pro Quadratmeter, sondern die Gesamtwirtschaftlichkeit – also das Verhältnis von Investition zu Energieeinsparung.

Rechenbeispiel – EFH, 130 m² Fassadenfläche, ungedämmtes Mauerwerk:

Kennzahl WDVS (16 cm EPS) Einblasdämmung (6 cm, WLG 035)
Investition (brutto) ca. 24.000 € ca. 5.000 €
BAFA-Förderung (15 %; iSFP-Bonus erst ab 30.000 € Investitionsvolumen) – 3.600 € – 750 €
Eigenanteil 20.400 € 4.250 €
U-Wert nachher 0,18 W/(m²·K) 0,42 W/(m²·K)
Energieeinsparung (Wand) ca. 8.000 kWh/Jahr ca. 5.500 kWh/Jahr
Heizkostenersparnis* ca. 880 €/Jahr ca. 605 €/Jahr
Amortisation ca. 23 Jahre ca. 7 Jahre

*Bei 11 ct/kWh Gas inkl. CO₂-Preis 2026. Bei steigenden Energiepreisen verkürzt sich die Amortisation entsprechend. Die Einblasdämmung ist hier mit einem Dämmstoff der WLG 035 gerechnet und damit förderfähig (λ ≤ 0,035 W/(m·K)) – bei einem Granulat mit 0,038 entfiele der Zuschuss von 750 €.

Nicht in der Tabelle enthalten: das Honorar des Energieeffizienz-Experten, das die BAFA-Route zusätzlich erfordert (davon sind 50 % förderfähig). Bei einer Maßnahme dieser Größenordnung kann deshalb der Steuerbonus nach §35c EStG unter dem Strich mehr bringen: 20 % von 5.000 € sind 1.000 € statt 750 €, und es genügt die Bescheinigung des Fachunternehmens.

Die Einblasdämmung spart pro investiertem Euro deutlich mehr Energie. Sie ist die wirtschaftlichere Maßnahme, solange ein Hohlraum vorhanden ist. Das WDVS erzielt die bessere absolute Dämmwirkung und ist die richtige Wahl, wenn maximale Effizienz gefordert ist.

Häufige Fragen

Ist die Einblasdämmung so gut wie ein WDVS?

Nein, nicht in Bezug auf den erreichbaren U-Wert. Ein WDVS erreicht typischerweise 0,15–0,20 W/(m²·K), die Einblasdämmung bei den üblichen 4–8 cm Hohlraumbreite nur 0,30–0,50 W/(m²·K). Aber: Die Einblasdämmung bietet ein deutlich besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis, amortisiert sich wesentlich schneller – und ist trotz des höheren U-Werts förderfähig, weil für die Kerndämmung die Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs maßgeblich ist und nicht der U-Wert.

Bekomme ich für die Einblasdämmung BAFA-Förderung?

Ja – vorausgesetzt, der eingeblasene Dämmstoff hat einen Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von höchstens 0,035 W/(m·K). Für die Kerndämmung im bestehenden zweischaligen Mauerwerk sehen die Technischen Mindestanforderungen der BEG EM keine U-Wert-Anforderung vor, sondern diese Materialanforderung. Der Fördersatz beträgt 15 %, bei einer typischen Maßnahme von 3.000–7.500 € also 450–1.125 €. Einzubinden ist ein Energieeffizienz-Experte; der Antrag muss vor Vorhabenbeginn gestellt werden, und der Vertrag mit dem Fachbetrieb darf zu diesem Zeitpunkt nur unter der aufschiebenden oder auflösenden Bedingung der Förderzusage geschlossen sein.

Zählt bei der Kerndämmung der U-Wert oder die Wärmeleitfähigkeit?

Die Wärmeleitfähigkeit. Sowohl die Technischen Mindestanforderungen der BEG EM als auch Anlage 1 der ESanMV (für §35c EStG) führen „Einblasdämmung/Kerndämmung bei bestehendem zweischaligem Mauerwerk" als eigene Zeile mit der Anforderung λ ≤ 0,035 W/(m·K) – anstelle des sonst geltenden U-Werts von 0,20 W/(m²·K). Der nach der Verfüllung erreichte U-Wert der Wand spielt für die Förderfähigkeit keine Rolle und wird auch nicht nachgewiesen. Nicht zu verwechseln ist das mit dem Ordnungsrecht: Das GModG verlangt bei einer Fassadensanierung U ≤ 0,24 W/(m²·K) und lässt beim Einblasen in Hohlräume λ ≤ 0,045 W/(m·K) genügen – der Förder-Grenzwert ist also strenger als der gesetzliche.

Welcher Einblasdämmstoff ist förderfähig?

Förderfähig ist jeder Dämmstoff mit einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von λ ≤ 0,035 W/(m·K). In der Praxis heißt das: EPS-Granulat (0,033–0,035) und PUR-Ortschaum (0,025–0,030) erfüllen die Anforderung. Bei Mineralwolle kommt es auf das Produkt an – Glaswolle-Granulate erreichen 0,035 und sind damit förderfähig, Steinwolle-Granulate liegen mit rund 0,039 darüber. Zellulose (0,038–0,040) sowie Perlite und Blähglas (0,040–0,050) erfüllen die Anforderung nicht. Maßgeblich ist der Wert aus der Leistungserklärung beziehungsweise der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung des konkreten Produkts – nicht die gerundete WLG-Bezeichnung. Lassen Sie sich das Datenblatt vor der Auftragsvergabe zeigen.

Was kostet die Einblasdämmung bei einer Klinkerfassade?

Klinkerfassaden sind der klassische Anwendungsfall, weil hinter der Klinkerschale fast immer ein Hohlraum liegt. Die Kosten liegen bei 20–50 €/m², für ein Einfamilienhaus also bei 3.000–7.500 € – kein Gerüst, kein Putz, und die Klinkeroptik bleibt unverändert erhalten. Verfüllt wird über Bohrlöcher in den Mörtelfugen, die anschließend farblich angepasst wieder verschlossen werden. Rechnen Sie mit einem Arbeitstag. Vorab ist eine Endoskopie des Hohlraums Pflicht: Ist die Klinker-Außenschale undicht (offene Fugen, Risse), muss sie zuerst instand gesetzt werden – das kann die Maßnahme deutlich verteuern.

Wie erkenne ich, ob mein Haus zweischaliges Mauerwerk hat?

Typische Hinweise: Das Gebäude steht in Nord- oder Westdeutschland, wurde zwischen 1920 und 1980 gebaut und hat eine Klinkerfassade. Die Wandstärke beträgt oft 30–36 cm (statt 24 cm bei einschaligem Mauerwerk). Ein Fachbetrieb kann durch eine Probebohrung den Hohlraum nachweisen und die Breite messen.

Kann die Einblasdämmung Feuchteschäden verursachen?

Bei fachgerechter Ausführung nein. Vor der Maßnahme muss der Hohlraum inspiziert werden – per Endoskopie durch ein Bohrloch. Dabei werden Feuchtigkeit, Mörtelreste und der Zustand der Innenschale geprüft. Wenn die Außenschale undicht ist (defekte Fugen, Risse), muss sie vor der Verfüllung instand gesetzt werden. Bei intaktem Mauerwerk ist die Einblasdämmung eine sichere Maßnahme.

Wie lange hält eine Einblasdämmung?

Fachgerecht ausgeführt hält die Einblasdämmung die gesamte Lebensdauer des Gebäudes. EPS-Granulat und Mineralwolle setzen sich nicht, verrotten nicht und verlieren ihre Dämmwirkung nicht. Die Lebensdauer liegt bei 25–40+ Jahren – vergleichbar mit einem WDVS.

Kann ich nach der Einblasdämmung noch ein WDVS anbringen?

Ja. Die verfüllte Luftschicht verhindert nicht, dass zusätzlich ein WDVS auf die Außenschale montiert wird. Die vorhandene Kerndämmung verbessert den Gesamt-U-Wert sogar noch. In der Praxis wird diese Kombination aber selten genutzt, weil die zusätzliche Verbesserung den hohen Aufwand eines WDVS kaum rechtfertigt.

Was kostet die Einblasdämmung für ein Einfamilienhaus?

Bei einem EFH mit 120–150 m² Fassadenfläche liegen die Kosten bei 3.000–7.500 € brutto. Die Arbeit dauert 1–2 Tage. Ohne Gerüst, ohne Baulärm, ohne wochenlange Baustelle.

Lohnt sich das WDVS auch ohne Förderung?

Ja, wenn die Fassade ohnehin saniert werden muss. In diesem Fall fallen Gerüst- und Putzkosten sowieso an, und die Mehrkosten für die Dämmung (ca. 50–80 €/m²) amortisieren sich in 10–15 Jahren. Ohne anstehende Fassadensanierung ist die Amortisationszeit ohne Förderung allerdings lang (25+ Jahre).


Sie möchten wissen, welche Fassadendämmung für Ihr Gebäude die wirtschaftlichste ist? Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine individuelle Berechnung von Kosten, Förderung und Energieeinsparung für verschiedene Dämmvarianten. Jetzt kostenlos analysieren.

WDVSeinblasdämmungfassadendämmungvergleichdämmungkosten

Angebote für Ihr Sanierungsprojekt erhalten

Anzeige

Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich Angebote von geprüften Fachbetrieben in Ihrer Region.

  • 100 % kostenlos & unverbindlich
  • Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
  • Durch Vergleich bis zu 37 % sparen

Lieber erst selbst rechnen? Was bringt eine Sanierung bei Ihrem Haus?

Sanierungsrechner starten

Kostenlose Gebäudechecks

Datenbasiert für Ihr Gebäude – kostenlos und ohne Anmeldung.

Energieberatung in Ihrer Region

Baualter und Sanierungsstand des Gebäudebestands unterscheiden sich stark nach Region. reduco zeigt für hunderte Städte Effizienzklassen und Sanierungsbedarf – plus geprüfte Energieberater.

Nach Bundesland

Städte und Kreise

Verwandte Artikel