WDVS vs. Einblasdämmung: Kosten, Vorteile und Förderung im Vergleich
WDVS oder Einblasdämmung? Kosten, Dämmwirkung, Förderung und Eignung im ehrlichen Vergleich 2026. Welche Fassadendämmung passt zu Ihrem Gebäude?

Die Fassade ist die größte Wärmeverlustfläche eines Gebäudes. Wer die Außenwände dämmen will, steht vor einer zentralen Entscheidung: Wärmedämmverbundsystem (WDVS) oder Einblasdämmung? Beide Methoden reduzieren Heizwärmeverluste, unterscheiden sich aber grundlegend in Kosten, Dämmwirkung, Aufwand und Förderfähigkeit.
Dieser Ratgeber stellt WDVS und Einblasdämmung im direkten Vergleich gegenüber – mit konkreten Zahlen, ehrlicher Bewertung und einer klaren Entscheidungshilfe.
Kurz erklärt: Was ist WDVS, was ist Einblasdämmung?
WDVS (Wärmedämmverbundsystem)
Beim WDVS werden Dämmplatten von außen auf die Fassade geklebt und zusätzlich gedübelt. Darauf kommt eine Armierungsschicht mit Glasfasergewebe und abschließend ein Außenputz mit Anstrich. Das System bildet eine geschlossene, wetterfeste Hülle um das Gebäude.
WDVS ist das am häufigsten eingesetzte Fassadendämmsystem in Deutschland. Es eignet sich für nahezu alle Massivbauten mit Putzfassade und wird seit über 60 Jahren erprobt.
Einblasdämmung (Kerndämmung / Hohlraumdämmung)
Bei der Einblasdämmung wird loser Dämmstoff über kleine Bohrlöcher (ca. 20–25 mm Durchmesser) in einen vorhandenen Hohlraum im Mauerwerk eingeblasen. Die Bohrlöcher werden anschließend verschlossen und sind kaum sichtbar.
Voraussetzung: Das Gebäude muss ein zweischaliges Mauerwerk mit Luftschicht (Hohlraum) besitzen. Diese Bauweise ist besonders in Norddeutschland verbreitet – vor allem in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bei Gebäuden der Baujahre 1920 bis 1980. In Süddeutschland, wo einschaliges Mauerwerk dominiert, ist die Einblasdämmung in der Regel nicht möglich.
WDVS im Detail
Materialien und Wärmeleitgruppen
Für das WDVS stehen verschiedene Dämmstoffe zur Verfügung. Die Wahl beeinflusst Preis, Dämmstärke, Brandschutz und ökologische Bilanz:
| Dämmstoff | WLG | Brandklasse | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| EPS (Styropor) | 032–040 | B1 (schwerentflammbar) | Günstigster Standarddämmstoff, leicht, leicht zu verarbeiten |
| Mineralwolle (Steinwolle) | 035–040 | A1 (nicht brennbar) | Brandschutzlösung, besserer Schallschutz |
| Holzfaserplatte | 040–045 | B2 (normalentflammbar) | Ökologisch, guter sommerlicher Wärmeschutz, diffusionsoffen |
| Resol-Hartschaum (Phenolharz) | 021–022 | B1 (schwerentflammbar) | Dünnste Aufbauten möglich, höchster Preis |
EPS mit WLG 032 ist der mit Abstand meistverwendete Dämmstoff im WDVS. Mineralwolle kommt zum Einsatz, wenn der Brandschutz es erfordert (Hochhäuser, Brandriegel) oder besserer Schallschutz gewünscht ist. Resol-Hartschaum ist die Lösung, wenn der Platz extrem begrenzt ist – etwa bei geringem Dachüberstand oder Grenzbebauung.
Typische Dämmstärke und erreichbare U-Werte
Um den BAFA-Anforderungswert von U ≤ 0,20 W/(m²·K) zu erreichen, sind je nach Dämmstoff folgende Mindestdicken nötig:
| Dämmstoff | WLG | Mindestdicke für U ≤ 0,20 | Praxis-Empfehlung |
|---|---|---|---|
| EPS | 032 | ca. 14 cm | 16–20 cm |
| Mineralwolle | 035 | ca. 16 cm | 18–20 cm |
| Holzfaser | 042 | ca. 18 cm | 20–24 cm |
| Resol-Hartschaum | 022 | ca. 10 cm | 12–14 cm |
In der Praxis werden oft 16–20 cm EPS oder Mineralwolle verbaut. Dickere Platten kosten nur wenig mehr, verbessern aber den U-Wert spürbar.
WDVS Kosten
| Kostenposition | EUR/m² |
|---|---|
| Dämmplatten + Klebemörtel + Dübel | 40–70 € |
| Armierung (Gewebe + Armierungsmörtel) | 15–25 € |
| Oberputz + Anstrich | 20–35 € |
| Arbeitskosten (Montage) | 45–70 € |
| Gesamt (ohne Gerüst) | 120–200 € |
| Gerüst (Aufbau, Vorhaltung, Abbau) | 8–15 € |
| Gesamt (mit Gerüst) | 128–215 € |
Für ein typisches Einfamilienhaus mit 120–150 m² Fassadenfläche ergeben sich Gesamtkosten von 15.000–32.000 € (inkl. Gerüst). Nach BAFA-Förderung (20 % mit iSFP-Bonus) reduziert sich der Eigenanteil auf 12.000–25.600 €.
Preistreiber: Komplizierte Fassadengeometrie (viele Fensterleibungen, Erker, Vorsprünge), schwieriger Untergrund, Sonderdämmstoffe und aufwendige Putzstrukturen erhöhen den Quadratmeterpreis.
Vorteile des WDVS
- Beste U-Werte erreichbar: Mit 16–20 cm EPS sind U-Werte von 0,15–0,20 W/(m²·K) Standard – deutlich unter der BAFA-Anforderung
- Kombinierbar mit Fassadensanierung: Wer ohnehin den Putz erneuern muss, spart Gerüstkosten, weil beide Maßnahmen zusammenfallen
- Lange Lebensdauer: 30–50 Jahre, je nach Putzsystem und Pflege
- Etabliertes System: Breites Handwerkerangebot, gut dokumentierte Regeln der Technik, Zulassungen für alle gängigen Untergründe
- Optische Erneuerung: Die Fassade erhält gleichzeitig eine neue Oberfläche
Nachteile des WDVS
- Hohe Kosten: 120–200 €/m² ohne Gerüst – die teuerste der beiden Optionen
- Gerüst erforderlich: Zusätzliche Kosten und organisatorischer Aufwand (Gehwegabsperrung, Nachbarzustimmung bei Grenzbebauung)
- Veränderung der Fassadenoptik: Fensterleibungen werden tiefer, Proportionen ändern sich – bei denkmalgeschützten Gebäuden oft nicht genehmigungsfähig
- Lange Bauzeit: 2–4 Wochen für ein Einfamilienhaus, abhängig von Trocknungszeiten und Witterung
- Algen- und Moosbildung: Vor allem auf Nordseiten und bei Fassaden ohne Dachüberstand. Ursache ist die geringe thermische Masse der Putzoberfläche, die nachts schnell auskühlt und Tauwasser ansammelt
- Spechte und Insekten: Bei EPS-Systemen gelegentlich ein Problem – Spechte hacken Löcher, Insekten nisten in den Hohlräumen
Einblasdämmung im Detail
Materialien und Wärmeleitgruppen
| Dämmstoff | WLG | Besonderheiten |
|---|---|---|
| EPS-Granulat | 033–035 | Feuchteunempfindlich, häufigster Einblasdämmstoff für Kerndämmung |
| Mineralwolle-Flocken | 035–040 | Nicht brennbar, guter Schallschutz |
| Zellulose | 040 | Aus Recyclingpapier, ökologisch, guter sommerlicher Wärmeschutz |
| PUR-Ortschaum | 025–030 | Wird als Schaum eingespritzt, härtet im Hohlraum aus, beste Dämmwirkung pro cm |
In der Praxis dominiert EPS-Granulat für die Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk. PUR-Ortschaum bietet die beste Dämmleistung pro Zentimeter, ist aber teurer und erfordert erfahrene Verarbeiter.
Typische Hohlraumbreite und erreichbare U-Werte
Die Dämmstärke ist bei der Einblasdämmung durch die vorhandene Hohlraumbreite fest vorgegeben. Der Hohlraum wird vollständig verfüllt – eine Teilfüllung ist nicht zulässig, da sich sonst Wärmebrücken und Feuchteprobleme bilden können.
| Hohlraumbreite | Dämmstoff (WLG 035) | Erreichbarer U-Wert* |
|---|---|---|
| 4 cm | EPS-Granulat / MW-Flocken | ca. 0,50–0,55 W/(m²·K) |
| 6 cm | EPS-Granulat / MW-Flocken | ca. 0,40–0,45 W/(m²·K) |
| 8 cm | EPS-Granulat / MW-Flocken | ca. 0,30–0,38 W/(m²·K) |
| 10 cm | EPS-Granulat / MW-Flocken | ca. 0,25–0,30 W/(m²·K) |
*Abhängig vom Wärmedurchgangswiderstand des bestehenden Mauerwerks (Innen- und Außenschale).
Wichtige Erkenntnis: Bei den üblichen Hohlraumbreiten von 4–8 cm erreicht die Einblasdämmung typischerweise U-Werte zwischen 0,30 und 0,50 W/(m²·K). Der BAFA-Fördermindest-U-Wert von 0,20 W/(m²·K) ist in den meisten Fällen nicht erreichbar. Erst bei sehr breiten Hohlräumen (ab ca. 10–12 cm) in Kombination mit einem leistungsfähigen Dämmstoff (PUR-Ortschaum, WLG 025) rückt der Grenzwert in Reichweite.
Einblasdämmung Kosten
| Kostenposition | EUR/m² |
|---|---|
| Dämmstoff (Material) | 8–20 € |
| Bohrungen + Verfüllung + Verschluss | 12–30 € |
| Gesamt | 20–50 € |
Für ein typisches Einfamilienhaus mit 120–150 m² Fassadenfläche ergeben sich Gesamtkosten von 3.000–7.500 €. Die Kosten sind damit vier- bis sechsmal niedriger als beim WDVS.
Gerüstkosten entfallen in der Regel. Die Bohrlöcher werden von einer Hebebühne, einer Leiter oder vom Boden aus gesetzt. Die gesamte Maßnahme dauert 1–2 Tage.
Vorteile der Einblasdämmung
- Dramatisch günstiger: 20–50 €/m² vs. 120–200 €/m² beim WDVS – oft die wirtschaftlichste Sanierungsmaßnahme überhaupt
- Schnelle Umsetzung: 1–2 Tage für ein Einfamilienhaus, keine wochenlange Baustelle
- Kein Gerüst nötig: Reduziert Kosten und organisatorischen Aufwand
- Fassadenoptik bleibt unverändert: Kein Problem bei Denkmalschutz, Klinker- oder Sichtmauerwerksfassaden
- Keine Baugenehmigung erforderlich: Keine baulichen Veränderungen an der Fassade
- Sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis: Amortisation oft schon nach 3–8 Jahren
Nachteile der Einblasdämmung
- Begrenzte Dämmstärke: Der vorhandene Hohlraum gibt die maximale Dämmdicke vor – in der Regel 4–8 cm
- Nicht alle Gebäude geeignet: Nur bei zweischaligem Mauerwerk mit durchgehendem Hohlraum möglich
- BAFA-U-Wert oft nicht erreichbar: Bei den üblichen Hohlraumbreiten bleibt der U-Wert über 0,20 W/(m²·K) – die Maßnahme qualifiziert sich dann nicht für die BAFA-Förderung als Einzelmaßnahme
- Keine Fassadenerneuerung: Wenn der Putz oder die Fugen ohnehin saniert werden müssen, ist das ein separater Posten
- Feuchtigkeitsprüfung nötig: Vor der Verfüllung muss der Hohlraum auf Feuchtigkeit und Durchlässigkeit geprüft werden. Bei feuchtem Mauerwerk oder defekter Außenschale ist die Einblasdämmung kontraindiziert
- Keine Nachbesserung möglich: Einmal verfüllt, lässt sich die Dämmung nicht einfach entfernen oder austauschen
WDVS vs. Einblasdämmung: Der direkte Vergleich
| Kriterium | WDVS | Einblasdämmung |
|---|---|---|
| Kosten pro m² | 120–200 € (ohne Gerüst) | 20–50 € |
| Kosten EFH (120–150 m²) | 15.000–32.000 € | 3.000–7.500 € |
| Erreichbarer U-Wert | 0,15–0,20 W/(m²·K) | 0,30–0,50 W/(m²·K)* |
| Bauzeit (EFH) | 2–4 Wochen | 1–2 Tage |
| Gerüst nötig | Ja | Nein |
| Fassadenoptik | Verändert sich (neuer Putz) | Bleibt unverändert |
| Lebensdauer | 30–50 Jahre | 25–40+ Jahre |
| Baugenehmigung | Teils erforderlich | Nicht erforderlich |
| BAFA-Förderung (BEG EM) | Ja, i.d.R. qualifiziert | Oft nicht qualifiziert (U-Wert) |
| Geeignet für Denkmalschutz | Nein | Ja (wenn Hohlraum vorhanden) |
| Amortisation | 15–25 Jahre | 3–8 Jahre |
*Bei den üblichen Hohlraumbreiten von 4–8 cm. Bei breiteren Hohlräumen (10+ cm) oder PUR-Ortschaum sind bessere Werte möglich.
Förderung im Vergleich: BAFA und KfW
BEG EM – Einzelmaßnahmen (BAFA)
Beide Dämmmethoden sind grundsätzlich als Einzelmaßnahme über die BEG EM förderfähig. Die zentrale Bedingung: Der U-Wert der gedämmten Wand muss ≤ 0,20 W/(m²·K) betragen.
| Förderbaustein | Fördersatz | Förderfähige Kosten |
|---|---|---|
| BAFA Grundförderung | 15 % | Max. 30.000 € pro Wohneinheit |
| iSFP-Bonus | + 5 % | Max. 60.000 € pro Wohneinheit |
| Gesamt mit iSFP | 20 % | Max. 60.000 € pro Wohneinheit |
Der iSFP-Bonus setzt voraus, dass ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vorliegt und die Maßnahme als darin empfohlener Schritt umgesetzt wird. Neben dem höheren Fördersatz verdoppeln sich die förderfähigen Kosten von 30.000 auf 60.000 € pro Wohneinheit.
Was bedeutet das für WDVS und Einblasdämmung?
WDVS: Erreicht mit 16–20 cm Standarddämmung problemlos den geforderten U-Wert von 0,20 W/(m²·K). Die Förderung ist in der Regel gesichert.
Beispiel: Ein WDVS für ein EFH kostet 25.000 €. Mit iSFP-Bonus (20 %) ergibt das 5.000 € Zuschuss – es bleiben 20.000 € Eigenanteil.
Einblasdämmung: Erreicht den U-Wert von 0,20 W/(m²·K) bei typischen Hohlraumbreiten (4–8 cm) in der Regel nicht. Damit entfällt die BAFA-Förderung als Einzelmaßnahme in den meisten Fällen.
Allerdings: Auch ohne Förderung ist die Einblasdämmung wirtschaftlich attraktiv. Bei Gesamtkosten von 3.000–7.500 € und einer jährlichen Energieeinsparung von 500–1.200 € amortisiert sich die Maßnahme oft schon nach wenigen Jahren – deutlich schneller als ein gefördertes WDVS.
Ausnahme bei der Förderung: Wird die Einblasdämmung im Rahmen einer Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus eingesetzt (KfW 261), fließt sie als Teilmaßnahme in die Gesamtbewertung ein. Hier gelten andere Förderbedingungen, und die Einblasdämmung muss den U-Wert nicht einzeln erfüllen.
Steuerliche Förderung nach §35c EStG
Alternativ zur BAFA-Förderung können selbstnutzende Eigentümer die Kosten der Fassadendämmung steuerlich absetzen: 20 % der Kosten über drei Jahre, maximal 40.000 € Steuerermäßigung pro Wohneinheit. Auch hier gilt die U-Wert-Anforderung von 0,20 W/(m²·K), sodass die Einblasdämmung ebenfalls oft nicht qualifiziert.
Entscheidungshilfe: Wann welche Methode?
WDVS ist die richtige Wahl, wenn:
- Das Gebäude einschaliges Mauerwerk hat (kein Hohlraum für Einblasdämmung vorhanden)
- Die Fassade ohnehin saniert werden muss (neuer Putz, Risse, Feuchteschäden) – dann fallen Gerüst- und Putzkosten nicht zusätzlich an
- Sie den bestmöglichen U-Wert erreichen wollen oder müssen (z. B. für BAFA-Förderung oder KfW-Effizienzhaus)
- Sie eine umfassende Sanierung planen und die Fassadendämmung mit Fenstertausch und Heizungstausch kombinieren
- Die Fassade eine optische Aufwertung bekommen soll
Einblasdämmung ist die richtige Wahl, wenn:
- Das Gebäude zweischaliges Mauerwerk mit Hohlraum besitzt
- Sie eine schnelle, kostengünstige Maßnahme suchen, die den Heizwärmebedarf sofort spürbar senkt
- Die Fassadenoptik erhalten bleiben soll – besonders bei Klinkerfassaden oder Sichtmauerwerk
- Das Gebäude unter Denkmalschutz steht (sofern ein Hohlraum vorhanden ist)
- Das Budget begrenzt ist und die Amortisationszeit möglichst kurz sein soll
- Sie die Maßnahme als Quick Win umsetzen wollen, bevor später weitere Sanierungsschritte folgen
Können beide Methoden kombiniert werden?
Theoretisch ja, aber in der Praxis selten sinnvoll. Wenn der Hohlraum bereits verfüllt ist und der U-Wert noch nicht ausreicht, kann zusätzlich ein WDVS auf die Außenschale aufgebracht werden. Das ist allerdings aufwendig und teuer. Wirtschaftlicher ist es in der Regel, sich für eine der beiden Methoden zu entscheiden.
Eine sinnvolle Kombination: Einblasdämmung als Sofortmaßnahme, WDVS erst Jahre später, wenn die Fassade ohnehin saniert werden muss.
Die dritte Option: Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)
Neben WDVS und Einblasdämmung gibt es eine dritte Methode, die in bestimmten Situationen die beste Lösung ist: die vorgehängte hinterlüftete Fassade.
Aufbau: Eine Unterkonstruktion (Holz oder Aluminium) wird an der Wand befestigt. Dazwischen liegt Mineralwolle oder ein anderer Dämmstoff. Davor sitzt mit einem Hinterlüftungsspalt eine Fassadenverkleidung – zum Beispiel Holzschalung, Faserzementplatten, Klinkerriemchen, Metallkassetten oder Naturstein.
Kosten: 180–350 €/m² – die teuerste Variante, aber mit der längsten Lebensdauer.
Wann sinnvoll:
- Bei denkmalgeschützten Gebäuden, an denen kein WDVS angebracht werden darf, aber eine neue Fassadengestaltung gewünscht ist
- Wenn maximale gestalterische Freiheit gewünscht ist (Holz, Klinker, Metall, Stein)
- Bei feuchtebelastetem Mauerwerk, das eine hinterlüftete Konstruktion benötigt
- Für Holzrahmenbau und ähnliche Konstruktionen
Die VHF erreicht ähnliche U-Werte wie das WDVS (0,15–0,20 W/(m²·K)), ist aber deutlich teurer. Einen ausführlichen Vergleich aller Fassadendämmmethoden finden Sie in unserem Ratgeber zur Fassadendämmung.
Wirtschaftlichkeit: Welche Methode rechnet sich schneller?
Entscheidend ist nicht nur der Preis pro Quadratmeter, sondern die Gesamtwirtschaftlichkeit – also das Verhältnis von Investition zu Energieeinsparung.
Rechenbeispiel – EFH, 130 m² Fassadenfläche, ungedämmtes Mauerwerk:
| Kennzahl | WDVS (16 cm EPS) | Einblasdämmung (6 cm, WLG 035) |
|---|---|---|
| Investition (brutto) | ca. 24.000 € | ca. 5.000 € |
| BAFA-Förderung (20 %) | – 4.800 € | Entfällt (U-Wert > 0,20) |
| Eigenanteil | 19.200 € | 5.000 € |
| U-Wert nachher | 0,18 W/(m²·K) | 0,42 W/(m²·K) |
| Energieeinsparung (Wand) | ca. 8.000 kWh/Jahr | ca. 5.500 kWh/Jahr |
| Heizkostenersparnis* | ca. 880 €/Jahr | ca. 605 €/Jahr |
| Amortisation | ca. 22 Jahre | ca. 8 Jahre |
*Bei 11 ct/kWh Gas inkl. CO₂-Preis 2026. Bei steigenden Energiepreisen verkürzt sich die Amortisation entsprechend.
Die Einblasdämmung spart pro investiertem Euro deutlich mehr Energie. Sie ist die wirtschaftlichere Maßnahme, solange ein Hohlraum vorhanden ist. Das WDVS erzielt die bessere absolute Dämmwirkung und ist die richtige Wahl, wenn maximale Effizienz gefordert ist.
Häufige Fragen
Ist die Einblasdämmung so gut wie ein WDVS?
Nein, nicht in Bezug auf den erreichbaren U-Wert. Ein WDVS erreicht typischerweise 0,15–0,20 W/(m²·K), die Einblasdämmung bei den üblichen 4–8 cm Hohlraumbreite nur 0,30–0,50 W/(m²·K). Aber: Die Einblasdämmung bietet ein deutlich besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis und amortisiert sich wesentlich schneller.
Bekomme ich für die Einblasdämmung BAFA-Förderung?
Nur wenn der U-Wert nach der Maßnahme ≤ 0,20 W/(m²·K) beträgt. Das ist bei typischen Hohlraumbreiten von 4–8 cm nicht erreichbar. In den meisten Fällen ist die Einblasdämmung daher nicht als BAFA-Einzelmaßnahme förderfähig. Die Maßnahme rechnet sich trotzdem, weil die Investitionskosten sehr niedrig sind.
Wie erkenne ich, ob mein Haus zweischaliges Mauerwerk hat?
Typische Hinweise: Das Gebäude steht in Nord- oder Westdeutschland, wurde zwischen 1920 und 1980 gebaut und hat eine Klinkerfassade. Die Wandstärke beträgt oft 30–36 cm (statt 24 cm bei einschaligem Mauerwerk). Ein Fachbetrieb kann durch eine Probebohrung den Hohlraum nachweisen und die Breite messen.
Kann die Einblasdämmung Feuchteschäden verursachen?
Bei fachgerechter Ausführung nein. Vor der Maßnahme muss der Hohlraum inspiziert werden – per Endoskopie durch ein Bohrloch. Dabei werden Feuchtigkeit, Mörtelreste und der Zustand der Innenschale geprüft. Wenn die Außenschale undicht ist (defekte Fugen, Risse), muss sie vor der Verfüllung instand gesetzt werden. Bei intaktem Mauerwerk ist die Einblasdämmung eine sichere Maßnahme.
Wie lange hält eine Einblasdämmung?
Fachgerecht ausgeführt hält die Einblasdämmung die gesamte Lebensdauer des Gebäudes. EPS-Granulat und Mineralwolle setzen sich nicht, verrotten nicht und verlieren ihre Dämmwirkung nicht. Die Lebensdauer liegt bei 25–40+ Jahren – vergleichbar mit einem WDVS.
Kann ich nach der Einblasdämmung noch ein WDVS anbringen?
Ja. Die verfüllte Luftschicht verhindert nicht, dass zusätzlich ein WDVS auf die Außenschale montiert wird. Die vorhandene Kerndämmung verbessert den Gesamt-U-Wert sogar noch. In der Praxis wird diese Kombination aber selten genutzt, weil die zusätzliche Verbesserung den hohen Aufwand eines WDVS kaum rechtfertigt.
Was kostet die Einblasdämmung für ein Einfamilienhaus?
Bei einem EFH mit 120–150 m² Fassadenfläche liegen die Kosten bei 3.000–7.500 € brutto. Die Arbeit dauert 1–2 Tage. Ohne Gerüst, ohne Baulärm, ohne wochenlange Baustelle.
Lohnt sich das WDVS auch ohne Förderung?
Ja, wenn die Fassade ohnehin saniert werden muss. In diesem Fall fallen Gerüst- und Putzkosten sowieso an, und die Mehrkosten für die Dämmung (ca. 50–80 €/m²) amortisieren sich in 10–15 Jahren. Ohne anstehende Fassadensanierung ist die Amortisationszeit ohne Förderung allerdings lang (25+ Jahre).
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