Wärmepumpe Kosten 2026: 27.000–40.000 €, bis 22.400 € Zuschuss
Wärmepumpe 2026: 27.000–40.000 € inkl. Einbau, bis zu 22.400 € KfW-Zuschuss nach der neuen BEG-Förderung möglich. So senken Sie Ihren Eigenanteil – alle Kosten und Fördersätze im Überblick.

Das Wichtigste in Kürze
- Anschaffung: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inkl. Einbau 27.000–40.000 EUR, Sole-Wasser-Systeme mit Erdsondenbohrung 40.000–60.000 EUR.
- Förderung: Seit dem 21. Juli 2026 gilt die neue BEG-Förderrichtlinie – 30 % Grundförderung plus 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, förderfähige Kosten auf 28.000 EUR pro Wohneinheit gedeckelt. Der Höchstfördersatz liegt einkommensabhängig bei bis zu 80 % – maximal 22.400 EUR, im Standardfall rund 12.880 EUR.
- Eigenanteil: Im besten Fall (80 %-Deckel für Geringverdiener) bleiben rund 9.600 EUR; im Standard-Rechenbeispiel (46 % Förderung) sind es 19.120 EUR bei 32.000 EUR Anschaffung.
- Betriebskosten: Mit WP-Tarif (22–26 ct/kWh) und JAZ 3,0 kostet die Wärme rund 8,0 ct/kWh – günstiger als Gas (10–11 ct/kWh zzgl. CO₂-Aufschlag).
- Wirtschaftlichkeit: Über 20 Jahre spart die Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung rund 13.600 EUR; die Amortisation liegt bei etwa 12–14 Jahren.
- Lebensdauer: Luft-Wasser-Wärmepumpen halten 15–20 Jahre, Sole-Wasser-Systeme 20–25 Jahre.
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Update (Stand: 14. Juli 2026) – Neue BEG-Förderung nach dem GModG: Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, Bundestag + Bundesrat am 10.07.2026) und der neuen BEG-Förderrichtlinie gelten ab 21. Juli 2026 neue Fördersätze für den Heizungstausch: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt von 20 % auf 16 % (und danach halbjährlich weiter bis auf 0 % ab August 2028), der Effizienzbonus (5 %) entfällt ersatzlos, und die maximal förderfähigen Kosten sinken von 30.000 EUR auf 28.000 EUR pro Wohneinheit. Neu ist ein einkommensabhängiger Höchstfördersatz von bis zu 80 % (max. 22.400 EUR Zuschuss). Alle Förder-Zahlen in diesem Artikel sind auf den neuen Stand aktualisiert.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet 2026 inklusive Einbau zwischen 27.000 und 40.000 EUR. Nach Abzug der KfW-Förderung (bis zu 80 %) bleiben im besten Fall rund 9.600 EUR Eigenanteil. Klingt viel – aber rechnet sich das trotzdem? In diesem Artikel rechne ich alle Szenarien durch: Anschaffung, Förderung, laufende Kosten und den Vergleich mit einer Gasheizung über 20 Jahre.
Was kostet eine Wärmepumpe 2026?
Die Kosten hängen vor allem vom Wärmepumpentyp und den Gegebenheiten vor Ort ab. Rund 80 % aller installierten Wärmepumpen in Deutschland sind Luft-Wasser-Systeme – sie sind am günstigsten und am einfachsten zu installieren. Ihre konkreten Kosten können Sie vorab mit dem Wärmepumpen-Rechner gebäudegenau ermitteln.
| Typ | Kosten inkl. Einbau | JAZ (typisch) | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser | 27.000–40.000 EUR | 2,5–4,5 | Nahezu jedes Gebäude, auch Altbau |
| Sole-Wasser (Erdwärme) | 40.000–60.000 EUR | 3,5–4,5 | Gebäude mit Garten für Bohrung |
| Wasser-Wasser | 40.000–55.000 EUR | 4,0–5,0 | Nur mit Grundwasserbrunnen, genehmigungspflichtig |
Die Kosten für Sole-Wasser-Wärmepumpen beinhalten die Erdsondenbohrung (ca. 8.000–20.000 EUR je nach Tiefe und Bodenbeschaffenheit, typisch 50–80 EUR/Bohrmeter).
Luft-Wasser-Wärmepumpen dominieren den Markt aus gutem Grund: Die Installation dauert oft nur zwei bis drei Tage, es sind keine Bohrungen nötig und die Geräte der aktuellen Generation mit R290-Kältemittel erreichen Vorlauftemperaturen bis 75 °C. Damit funktionieren sie auch mit herkömmlichen Heizkörpern im Altbau.
Kostenaufschlüsselung: Was im Angebot steht
Wenn Sie ein Angebot für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erhalten, sollten alle folgenden Positionen enthalten sein. So können Sie verschiedene Angebote vergleichen und versteckte Nachforderungen vermeiden. Wie Sie sich systematisch vorbereiten, zeigt unsere Checkliste zur Wärmepumpen-Planung.
| Position | Typischer Kostenanteil | Erläuterung |
|---|---|---|
| Wärmepumpengerät (Außen- + Inneneinheit) | 10.000–18.000 EUR | Markengeräte mit R290-Kältemittel liegen am oberen Ende |
| Montage und Installation | 5.000–8.000 EUR | Aufstellung Außengerät, Anschluss an das Heizsystem, hydraulische Einbindung |
| Pufferspeicher / Warmwasserspeicher | 1.500–3.000 EUR | 200–500 Liter, je nach Haushaltsgröße |
| Elektroarbeiten | 2.000–4.000 EUR | Zählerplatz, separater Stromzähler für WP-Tarif, ggf. neuer Hausanschluss |
| Demontage und Entsorgung der Altanlage | 500–2.000 EUR | Alten Kessel, Öltank (bei Öl) und ggf. Schornsteinanpassung |
| Hydraulischer Abgleich | 500–1.500 EUR | Pflicht bei KfW-Förderung, optimiert die Effizienz |
| Rohrleitungen und Zubehör | 500–2.000 EUR | Kältemittelleitungen, Kondensatabführung, Schalldämpfung |
Die Spanne von 27.000 bis 40.000 EUR ergibt sich vor allem aus der Gerätewahl, der Komplexität der vorhandenen Heizungsinstallation und regionalen Preisunterschieden bei den Handwerkerkosten. Mit der richtigen Gerätewahl und voller Förderung lässt sich eine günstige Wärmepumpe auch mit einem Eigenanteil ab rund 9.000 EUR realisieren. Wie stark die Kosten mit der Wohnfläche steigen, zeigen unsere Detailrechnungen für ein 100-qm-Haus, ein 200-qm-Haus und ein 300-qm-Haus.
Tipp: Achten Sie darauf, dass der hydraulische Abgleich im Angebot enthalten ist. Er ist nicht nur Fördervoraussetzung, sondern spart durch eine optimale Verteilung der Wärme im Gebäude langfristig Energiekosten.
KfW-Förderung im Detail (Programm 458)
Die Heizungsförderung über das KfW-Programm 458 ist das zentrale Förderprogramm für den Heizungstausch. Seit dem 21. Juli 2026 gilt die neue BEG-Förderrichtlinie (Teil des Reform-Pakets aus GModG und BEG-Novelle), die mehrere Fördersätze verändert hat. Eine vollständige Übersicht aller Boni und Rechenbeispiele finden Sie in unserem Ratgeber zur Wärmepumpenförderung 2026. Die aktuelle Struktur:
- Grundförderung: 30 % für alle Antragsteller (unverändert)
- Klimageschwindigkeitsbonus: 16 % zusätzlich (bis 20.07.2026 waren es 20 %) für den Austausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung – oder einer mindestens 20 Jahre alten Gas- oder Biomasseheizung. Der Bonus sinkt planmäßig halbjährlich weiter: auf 12 % (ab 01.02.2027), 8 % (ab 01.08.2027), 4 % (ab 01.02.2028) und 0 % ab 01.08.2028. Gilt nur für selbstnutzende Eigentümer, und im Gebäude darf danach keine fossile Heizung mehr verbleiben.
- Einkommensbonus: einkommensabhängig gestaffelt – 40 % (zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen ≤ 30.000 EUR), 30 % (> 30.000–40.000 EUR) oder 10 % (> 40.000–50.000 EUR). Maßgeblich ist der Durchschnitt des zweiten und dritten Jahres vor Antragstellung.
- Familienzuschlag (neu): Lebt mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt, reduziert sich das maßgebliche Einkommen einmalig und pauschal um 10.000 EUR (nicht je Kind) – so erreichen mehr Haushalte die höhere Bonusstufe.
Den früheren Effizienzbonus (5 %) für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel gibt es seit dem 21. Juli 2026 nicht mehr; ebenso ist der Emissionsminderungszuschlag (2.500 EUR) für Biomasse entfallen. Geplant, aber noch nicht final ist ein Wertschöpfungsbonus (+15 Prozentpunkte) für Wärmepumpen mit EU-Ursprung ab voraussichtlich dem ersten Quartal 2027 – er steht unter dem Vorbehalt der EU-beihilferechtlichen Genehmigung und gilt daher noch nicht.
Die Boni sind kombinierbar, es gilt jedoch ein einkommensabhängiger Höchstfördersatz: bis zu 80 % für Geringverdiener (zu versteuerndes Einkommen ≤ 30.000 EUR bzw. ≤ 40.000 EUR inkl. Familienzuschlag), sonst maximal 70 %. Die förderfähigen Kosten sind für die erste Wohneinheit auf 28.000 EUR gedeckelt (dieser Deckel sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 750 EUR). Der maximale Zuschuss beträgt damit 22.400 EUR (80 % × 28.000 EUR) für einkommensschwache Haushalte; im Standardfall ohne Einkommensbonus sind es rund 12.880 EUR (46 % × 28.000 EUR).
Übergangsregel: Die alten Konditionen (20 % Klimageschwindigkeitsbonus, 70 %-Deckel, 30.000 EUR, Effizienzbonus, Emissionsminderungszuschlag) galten nur noch für Anträge, deren Bestätigung zum Antrag bis zum 8. Juli 2026 erstellt und die bis zum 20. Juli 2026, 20:00 Uhr eingereicht wurden. Für alle neuen Vorhaben gelten die oben genannten Sätze.
Einen vollständigen Überblick über alle KfW-Förderprogramme für energetische Sanierung finden Sie in unserem Leitfaden zur KfW-Förderung 2026. Wichtig ist die Reihenfolge: Den Förderantrag müssen Sie vor Vorhabenbeginn stellen – wer den Liefer- oder Leistungsvertrag vorher unterschreibt, verliert den Zuschuss vollständig.
Rechenbeispiel: Förderung für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe
Familie Müller ersetzt ihre 22 Jahre alte Gasheizung in ihrem selbstgenutzten Einfamilienhaus durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit R290-Kältemittel. Haushaltseinkommen: 55.000 EUR/Jahr (kein Einkommensbonus). Der Antrag wird im Zeitraum 21.07.2026–31.01.2027 gestellt.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Anschaffung + Installation | 32.000 EUR |
| Förderfähige Kosten (max. 28.000 EUR) | 28.000 EUR |
| Grundförderung (30 %) | 8.400 EUR |
| Klimageschwindigkeitsbonus (16 %) | 4.480 EUR |
| Gesamtförderung (46 %) | 12.880 EUR |
| Eigenanteil | 19.120 EUR |
Läge das Haushaltseinkommen bei maximal 30.000 EUR, käme der Einkommensbonus (40 %) hinzu. Die Summe von 86 % würde dann auf den Höchstfördersatz von 80 % gedeckelt – das entspricht 22.400 EUR Zuschuss (80 % × 28.000 EUR) und nur noch 9.600 EUR Eigenanteil.
Zusätzlich könnte Familie Müller den KfW-Ergänzungskredit (Programm 358) nutzen: bis zu 120.000 EUR zu einem Effektivzins ab 0,01 % p. a. – vorausgesetzt, das Haushaltseinkommen liegt unter 90.000 EUR.
Laufende Kosten: Was kostet der Betrieb?
Wärmepumpenstrom kostet 2026 zwischen 22 und 26 ct/kWh bei einem speziellen Wärmepumpentarif – deutlich günstiger als Haushaltsstrom (30–36 ct/kWh). Die effektiven Heizkosten pro kWh Wärme ergeben sich aus dem Strompreis geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ):
- Luft-Wasser-WP (JAZ 3,0): 24 ct ÷ 3,0 = 8,0 ct/kWh Wärme
- Sole-Wasser-WP (JAZ 4,0): 24 ct ÷ 4,0 = 6,0 ct/kWh Wärme
Zum Vergleich: Erdgas liegt aktuell bei 10–11 ct/kWh zzgl. CO₂-Aufschlag (ca. 1,1–1,3 ct/kWh bei 55–65 EUR/t CO₂ in 2026). Ab 2028 wird der CO₂-Preis über das EU-ETS2 marktbasiert gebildet – Experten erwarten dann 100–160 EUR/t.
Für einen detaillierten Betriebskostenvergleich über die gesamte Lebensdauer beider Systeme lesen Sie unseren Wärmepumpe vs. Gasheizung Vergleich.
Stromtarife für Wärmepumpen
Wer eine Wärmepumpe betreibt, sollte unbedingt einen speziellen Wärmepumpentarif (WP-Tarif) nutzen. Der Unterschied zum normalen Haushaltsstrom ist erheblich und macht sich über die Jahre stark bemerkbar.
Warum gibt es günstigere WP-Tarife?
Wärmepumpen werden bei den Netzbetreibern als steuerbare Verbrauchseinrichtung eingestuft. Im Gegenzug für die Möglichkeit, die Wärmepumpe in Spitzenlastzeiten kurzzeitig (maximal 2 Stunden am Stück) zu dimmen, erhalten Betreiber reduzierte Netzentgelte. Seit dem 1. Januar 2024 gilt die bundesweite Regelung nach § 14a EnWG: Die Wärmepumpe darf nie vollständig abgeschaltet werden, die Mindestleistung beträgt 4,2 kW.
Was kostet WP-Strom?
- WP-Tarif: 22–26 ct/kWh (brutto, 2026)
- Normaler Haushaltsstrom: 30–36 ct/kWh
Die Ersparnis von 6–10 ct/kWh klingt zunächst gering, summiert sich aber: Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 6.700 kWh Stromverbrauch pro Jahr (20.000 kWh Wärmebedarf bei JAZ 3,0) spart ein WP-Tarif gegenüber Haushaltsstrom 400–670 EUR pro Jahr.
So bekommen Sie einen WP-Tarif
- Separater Stromzähler: Voraussetzung ist ein eigener Zählerplatz für die Wärmepumpe. Die Installation kostet 500–1.000 EUR und ist in den meisten Wärmepumpen-Angeboten bereits enthalten.
- Anmeldung beim Netzbetreiber: Ihr Installateur meldet die Wärmepumpe als steuerbare Verbrauchseinrichtung beim lokalen Netzbetreiber an.
- Tarif wählen: Vergleichen Sie WP-Tarife über Vergleichsportale. Viele Grundversorger bieten eigene WP-Tarife an, aber überregionale Anbieter sind oft günstiger.
Tipp: Wer zusätzlich eine PV-Anlage besitzt, kann den Eigenverbrauchsanteil für die Wärmepumpe nutzen und die Stromkosten weiter senken. Ein typischer Eigenverbrauchsanteil bei einer 10-kWp-Anlage liegt bei 20–30 % des WP-Strombedarfs.
Wartungskosten
- Wärmepumpe: 150–300 EUR/Jahr (Kältemittelcheck, Filter, Funktionsprüfung)
- Gasheizung: 150–250 EUR/Jahr (zzgl. Schornsteinfeger ca. 80 EUR/Jahr)
Rechenbeispiel: Wärmepumpe vs. Gas über 20 Jahre
Annahmen: Einfamilienhaus, 20.000 kWh Wärmebedarf/Jahr, Luft-Wasser-WP (32.000 EUR) mit JAZ 3,0 und 46 % Förderung (Standardfall, Eigenanteil 19.120 EUR), Gaspreis 11 ct/kWh mit 2 % jährlicher Steigerung (konservativ angesichts steigender CO₂-Preise), Wärmepumpenstrom 24 ct/kWh mit 1 % jährlicher Steigerung.
| Kostenposition | Wärmepumpe | Gasheizung |
|---|---|---|
| Anschaffung (abzgl. Förderung) | 19.120 EUR | 9.000 EUR |
| Energiekosten Jahr 1 | 1.600 EUR | 2.460 EUR |
| Energiekosten 20 Jahre (kumuliert) | ca. 35.400 EUR | ca. 58.000 EUR |
| Wartung 20 Jahre | ca. 4.500 EUR | ca. 5.600 EUR |
| Gesamtkosten 20 Jahre | ca. 59.000 EUR | ca. 72.600 EUR |
Das Ergebnis: Die Wärmepumpe spart über 20 Jahre rund 13.600 EUR gegenüber der Gasheizung – trotz deutlich höherer Anschaffungskosten. Die Amortisation liegt bei etwa 12–14 Jahren. Mit Einkommensbonus (Eigenanteil bis herab zu 9.600 EUR) fällt die Ersparnis noch deutlich höher aus. Steigt der CO₂-Preis stärker als angenommen, verkürzt sich die Amortisation weiter.
Wenn Sie andere Heizsysteme in den Vergleich einbeziehen wollen, finden Sie in unserem Heizung tauschen: Kostenvergleich einen umfassenden Überblick über alle gängigen Optionen.
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Wärmepumpe im Altbau – geht das?
Kurze Antwort: Ja. Lange Antwort: Es kommt auf die Details an.
Das Fraunhofer ISE hat in einer Langzeitstudie an 77 Bestandsgebäuden Jahresarbeitszahlen zwischen 2,6 und 5,4 gemessen. JAZ-Werte von 3,0 bis 4,0 sind auch im Altbau realistisch, wenn folgende Bedingungen stimmen:
- Vorlauftemperatur unter 55 °C: Idealfall. Gelingt oft schon durch einen hydraulischen Abgleich und den Tausch einzelner zu kleiner Heizkörper.
- Vorlauftemperatur 55–70 °C: Funktioniert mit modernen Hochtemperatur-Wärmepumpen (R290). Die Effizienz sinkt etwas, bleibt aber wirtschaftlich.
- Vorlauftemperatur über 70 °C: Hier wird es eng. Eine Teilsanierung (Fenster, Dämmung) kann die benötigte Vorlauftemperatur deutlich senken.
Meine Empfehlung: Lassen Sie vor dem Heizungstausch eine Heizlastberechnung durchführen. Das kostet 300–600 EUR, kann aber Tausende Euro sparen, weil die Wärmepumpe richtig dimensioniert wird.
Fußbodenheizung oder größere Heizkörper?
Viele Eigentümer glauben, dass eine Wärmepumpe im Altbau zwingend eine Fußbodenheizung erfordert. Das stimmt nicht, aber das Wärmeverteilsystem muss zur niedrigeren Vorlauftemperatur passen. Es gibt zwei Wege:
- Ideal bei ohnehin geplanter Renovierung (neuer Estrich, neue Bodenbeläge)
- Kosten: 50–80 EUR/m², bei einem 120-m²-EFH also 6.000–9.600 EUR
- Vorteil: Gleichmäßige Wärmeverteilung, niedrige Vorlauftemperatur (30–35 °C), dadurch höhere JAZ
- Nachteil: Aufbauhöhe, Türen und Übergänge müssen angepasst werden, hoher Aufwand im bewohnten Zustand
- Sinnvoll bei: Vorlauftemperaturen über 60 °C, wenn der Boden ohnehin erneuert wird
Einzelne Heizkörper gegen größere tauschen:
- Deutlich günstiger und schneller umsetzbar
- Kosten: 300–800 EUR pro Heizkörper (inkl. Montage), bei 5–8 kritischen Heizkörpern also 1.500–6.400 EUR
- Vorteil: Kein Eingriff in den Fußboden, Räume bleiben bewohnbar, binnen weniger Tage erledigt
- Moderne Niedertemperatur-Heizkörper (Typ 33 oder Wärmeleistenkonvektoren) liefern bei 45 °C Vorlauf ähnliche Leistung wie alte Heizkörper bei 70 °C
- Sinnvoll bei: 2–3 Räumen mit zu kleinen Heizkörpern, in denen die Vorlauftemperatur das Nadelöhr ist
Praxistipp: In den meisten Altbauten reicht der Tausch von 3–5 unterdimensionierten Heizkörpern aus, um die Vorlauftemperatur von 70 °C auf unter 55 °C zu senken. Das ist schneller, günstiger und weniger invasiv als eine Fußbodenheizung. Lassen Sie sich die Raumweise Heizlastberechnung zeigen – dort sehen Sie genau, welche Räume das Problem sind.
Wartung und Lebensdauer im Detail
Wärmepumpen haben weniger Verschleißteile als Verbrennungsheizungen. Es gibt keinen Brenner, keine Flamme, kein Abgassystem. Das wirkt sich positiv auf Wartungsaufwand und Lebensdauer aus.
Was wird bei der Wartung geprüft?
Eine jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb umfasst typischerweise:
- Kältemittelkreislauf: Dichtheitsprüfung, Druckkontrolle (bei Geräten mit mehr als 3 kg Kältemittel gesetzlich vorgeschrieben)
- Filter und Luftwege: Reinigung des Außengerätefilters, Prüfung auf Laub- oder Schmutzablagerungen
- Elektrik: Prüfung der elektrischen Anschlüsse, Steuerung und Sicherheitsschaltungen
- Heizkreis: Kontrolle des Wasserdrucks, Nachfüllen bei Bedarf, Prüfung des Ausdehnungsgefäßes
- Warmwasserspeicher: Prüfung der Anode (Korrosionsschutz), ggf. Austausch alle 3–5 Jahre (ca. 100–200 EUR)
Typische jährliche Wartungskosten
| Position | Wärmepumpe | Gasheizung |
|---|---|---|
| Wartungsvertrag Fachbetrieb | 150–300 EUR | 150–250 EUR |
| Schornsteinfeger | entfällt | ca. 80 EUR |
| Verschleißteile (Durchschnitt) | 50–100 EUR | 80–150 EUR |
| Summe pro Jahr | 200–400 EUR | 310–480 EUR |
Lebensdauer im Vergleich
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: 15–20 Jahre (Kompressor ist das zentrale Verschleißteil)
- Sole-Wasser-Wärmepumpe: 20–25 Jahre (konstantere Betriebsbedingungen, weniger Abtauzyklen; Erdsonden halten 50+ Jahre)
- Gasheizung: 15–20 Jahre (Brenner, Wärmetauscher und Abgassystem unterliegen stärkerem Verschleiß)
Nach Ablauf der Lebensdauer ist bei einer Erdwärmepumpe nur das Gerät zu ersetzen – die Erdsonde bleibt. Das reduziert die Kosten für den zweiten Lebenszyklus erheblich.
Herstellergarantie: Die meisten Hersteller geben 5 Jahre Garantie auf den Kompressor, manche bis zu 10 Jahre. Ein Wartungsvertrag ist bei vielen Herstellern Voraussetzung für die erweiterte Garantie.
Gebäudemodernisierungsgesetz: Was ändert sich?
Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das bisherige GEG ablöst, ist am 10. Juli 2026 von Bundestag (namentlich 322:272) und Bundesrat beschlossen worden; die Verkündung im Bundesgesetzblatt und das Inkrafttreten stehen unmittelbar bevor. Die 65-%-Erneuerbare-Energien-Pflicht für neue Heizungen fällt damit weg. Gas- und Ölheizungen sind wieder uneingeschränkt erlaubt. Wichtig zur Einordnung: Die veränderten Fördersätze stammen nicht aus dem GModG, sondern aus der separaten neuen BEG-Förderrichtlinie (gilt seit 21.07.2026) – das GModG regelt allein das Ordnungsrecht.
Klingt nach Entwarnung für Gasheizungs-Fans? Nicht wirklich. Ab 2029 greift die sogenannte Bio-Treppe: Neue fossile Heizungen müssen dann schrittweise Bio-Brennstoffe beimischen – 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040. Und der CO₂-Preis macht fossile Energieträger ohnehin langfristig teurer.
Mein Fazit: Die Wärmepumpe bleibt die wirtschaftlichste Heiztechnologie für die nächsten 20 Jahre – nicht wegen gesetzlicher Pflichten, sondern wegen der Betriebskosten.
Häufige Fragen
Was kostet eine Wärmepumpe 2026 mit Einbau?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Einbau 27.000–40.000 EUR. Sole-Wasser-Systeme mit Erdsondenbohrung liegen bei 40.000–60.000 EUR. Nach Abzug der KfW-Förderung (30–80 %) kann der Eigenanteil auf unter 10.000 EUR sinken.
Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe 2026?
Über das KfW-Programm 458 erhalten Sie seit dem 21. Juli 2026 nach der neuen BEG-Förderrichtlinie 30 % Grundförderung. Hinzu kommen Klimageschwindigkeitsbonus (16 %, danach halbjährlich sinkend) und ein einkommensabhängiger Einkommensbonus (40/30/10 %). Der Höchstfördersatz liegt bei bis zu 80 % (Geringverdiener) bzw. 70 % (Standard). Die förderfähigen Kosten sind auf 28.000 EUR pro Wohneinheit gedeckelt – der maximale Zuschuss beträgt 22.400 EUR, im Standardfall ohne Einkommensbonus rund 12.880 EUR.
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?
Ja – auch in Bestandsgebäuden sind Jahresarbeitszahlen von 3,0–4,0 realistisch. Moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen mit R290-Kältemittel liefern Vorlauftemperaturen bis 75 °C und funktionieren mit vorhandenen Heizkörpern. Eine Fußbodenheizung ist nicht zwingend nötig.
Wie lange hält eine Wärmepumpe?
Die typische Lebensdauer liegt bei 15–20 Jahren (Sole-Wasser: 20–25 Jahre). Im Vergleich zu einer Gasheizung gibt es weniger Verschleißteile (kein Brenner, kein Abgassystem), und die Wartungskosten sind mit 150–400 EUR/Jahr ähnlich niedrig.
Brauche ich einen separaten Stromzähler für die Wärmepumpe?
Ja, wenn Sie einen günstigen WP-Tarif nutzen wollen – und das sollten Sie. Der separate Zähler ist Voraussetzung für die reduzierten Netzentgelte. Die Installation kostet 500–1.000 EUR und ist in den meisten Installationsangeboten bereits enthalten. Die Ersparnis gegenüber Haushaltsstrom beträgt 400–670 EUR pro Jahr.
Gibt es noch den Effizienzbonus von 5 %?
Nein. Der Effizienzbonus von 5 % für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel (z. B. R290/Propan) oder mit Erdwärme-/Grundwasser-Wärmequelle ist mit der neuen BEG-Förderrichtlinie zum 21. Juli 2026 ersatzlos entfallen. Ebenfalls gestrichen wurde der Emissionsminderungszuschlag (2.500 EUR) für Biomasseheizungen. Für Anträge nach dem 21. Juli 2026 setzt sich die Förderung aus Grundförderung, Klimageschwindigkeitsbonus und einkommensabhängigem Einkommensbonus zusammen.
Kann ich die Wärmepumpe mit einer PV-Anlage kombinieren?
Ja, und das ist wirtschaftlich sinnvoll. Eine PV-Anlage kann 20–30 % des Strombedarfs der Wärmepumpe decken, mit Batteriespeicher auch mehr. Bei einem WP-Stromverbrauch von 6.700 kWh/Jahr und einer Eigenverbrauchsquote von 25 % sparen Sie zusätzlich ca. 400 EUR pro Jahr gegenüber dem WP-Tarif.
Nächster Schritt: Eignung prüfen
Ob eine Wärmepumpe für Ihr Gebäude wirtschaftlich ist, hängt von Gebäudetyp, Dämmzustand, Heizsystem und Ihrem Förderpotenzial ab. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine konkrete Kosten-Nutzen-Rechnung – inklusive Fördermittelberechnung und Vergleich der Heizsysteme. Datenbasiert, nicht geschätzt.
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