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Ratgeber17 Min. Lesezeit

Wärmepumpe Kosten 120 qm Haus 2026: ab 9.000 € Eigenanteil

Wärmepumpe für ein 120-qm-Haus 2026: komplett 18.000–30.000 €, nach KfW-Förderung oft nur 9.000–15.000 € Eigenanteil. Saniert vs. unsaniert durchgerechnet.

Luft-Wasser-Wärmepumpe vor einem Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein 120-qm-Haus kostet komplett installiert je nach Sanierungszustand rund 18.000–30.000 EUR; nach der KfW-458-Förderung (30–70 %) bleibt ein Eigenanteil von oft 9.000–15.000 EUR. Benötigt werden dafür etwa 6–9 kW Heizleistung im sanierten Haus und bis zu 12–14 kW im unsanierten Altbau — diese Heizlast bestimmt Gerätegröße und Preis maßgeblich. Die jährlichen Stromkosten liegen je nach Dämmstandard und Stromtarif zwischen etwa 750 und 1.600 EUR. Dieser Ratgeber rechnet ein konkretes 120-qm-Haus in zwei Zuständen vollständig durch — von der Heizlast über Gerät und Förderung bis zum Eigenanteil und den Betriebskosten pro Jahr.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesamtkosten Luft-Wasser-WP (120 qm, installiert): ca. 18.000–30.000 EUR vor Förderung. Faustregel: 100–200 EUR pro m² beheizter Fläche. Sole-/Erdwärmepumpe deutlich teurer (25.000–40.000 EUR inkl. Bohrung).
  • Heizleistung: ca. 5,8 kW (Neubaustandard) bis 14,2 kW (unsanierter Altbau) — gerechnet nach Wohnfläche × spezifischer Heizlast plus Warmwasser-Zuschlag.
  • Eigenanteil nach KfW 458: typischer Selbstnutzer-Fall (55 % Förderung) ca. 12.600 EUR bei 28.000-EUR-System; mit Einkommensbonus bis 70 % nur ab ~9.000 EUR.
  • Stromkosten pro Jahr: ca. 750–1.600 EUR — abhängig von JAZ (Fraunhofer-ISE-Schnitt 3,4 bei Luft-Wasser) und Tarif (Wärmepumpenstrom ~24 ct vs. Haushaltsstrom ~37 ct/kWh).
  • Ersparnis gegenüber Gas: ca. 870 EUR pro Jahr bei mittlerem Verbrauch; Amortisation der Mehrkosten nach Förderung meist 4 Jahre, Vollkosten ohne Förderung 10–15 Jahre.
  • Wichtig: Im unsanierten Altbau funktioniert die Wärmepumpe technisch zuverlässig (Fraunhofer ISE: keine Korrelation zwischen Baujahr und Effizienz), die Stromkosten fallen aber höher aus.

Heizleistung & Kosten für 120 qm nach Sanierungszustand

Die folgende Tabelle ist der Kern dieses Ratgebers: Sie verknüpft den Dämmzustand eines 120-qm-Hauses mit der benötigten Heizlast, der passenden Gerätegröße, dem Heizwärmebedarf und den realistischen Gesamtkosten. Die Heizlast-Werte folgen der reduco-Dimensionierungstabelle und enthalten bereits einen Warmwasser-Zuschlag für einen typischen Haushalt.

Zustand Spez. Heizlast Heizlast inkl. WW Empfohlene WP-Größe Heizwärmebedarf Gesamtkosten (installiert)
Neubau (GEG) ~40 W/m² ca. 5,8 kW 6 kW ~30–50 kWh/m²a ca. 18.000–22.000 EUR
Saniert 60–80 W/m² ca. 8–9 kW 8 kW ~80–120 kWh/m²a ca. 18.000–24.000 EUR
Teilsaniert ~75–100 W/m² ca. 10 kW 10 kW ~100–150 kWh/m²a ca. 22.000–28.000 EUR
Unsaniert (Altbau) 100–180 W/m² ca. 12–14,2 kW 12–14 kW ~150–250 kWh/m²a ca. 26.000–35.000 EUR

Werte als realistische Spannen, nicht als Fixpreise — die tatsächlichen Kosten hängen stark vom Einzelfall ab (Heizflächen, Demontage der Altheizung, Aufstellort). Höhere Portalangaben bis 40.000–50.000 EUR betreffen meist Sole-Wasser-Systeme oder umfangreiche Begleitmaßnahmen.

Auffällig: Der Sprung in den Gesamtkosten entsteht weniger durch das Gerät selbst als durch die Begleitmaßnahmen im unsanierten Altbau — größere Heizflächen, Hochtemperatur-Wärmepumpe und ein sorgfältiger hydraulischer Abgleich. Bei einer Heizlast über 14 kW lohnt es sich fast immer, vor dem Wärmepumpeneinbau einzelne Dämmmaßnahmen zu prüfen — sonst zahlen Sie für ein überdimensioniertes Gerät, das im Betrieb teurer ist.

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Wie viel kW braucht ein 120-qm-Haus?

Die Heizleistung ist die wichtigste Stellgröße — sie entscheidet über Gerätegröße, Anschaffungspreis und Effizienz. Die einfache Faustformel lautet:

Wohnfläche × spezifische Heizlast ÷ 1.000 = Heizlast in kW

Die spezifische Heizlast hängt direkt vom Dämmzustand ab:

Dämmstandard Spez. Heizlast Heizlast 120 qm (ohne WW)
KfW-Effizienzhaus / Passivhaus 15–30 W/m² ca. 1,8–3,6 kW
Neubau nach GEG 40–50 W/m² ca. 4,8–6,0 kW
Saniert 60–80 W/m² ca. 7,2–9,6 kW
Teilsaniert ~100 W/m² ca. 12,0 kW
Unsaniert (vor 1978) 100–180 W/m² ca. 12,0–21,6 kW

Für ein 120-qm-Haus im sanierten Altbau (65 W/m²) ergibt das rechnerisch 7,8 kW, im unsanierten Zustand (110 W/m²) rund 13,2 kW. Hinzu kommt der Warmwasser-Zuschlag: etwa 0,25 kW pro Person bzw. 10–15 % der Heizlast. Für einen 4-Personen-Haushalt sind das rund +1,0 kW. Der Warmwasser-Energiebedarf liegt bei vier Personen bei etwa 3.200–3.800 kWh Wärme pro Jahr — in gut gedämmten Häusern entspricht das bereits rund 20 % des Gesamtbedarfs.

Wichtig — Faustformel ersetzt keine Heizlastberechnung: Bei unbekanntem Dämmzustand ist eine professionelle Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 zwingend. Die Faustformel taugt zur ersten Orientierung, aber die raumweise Berechnung berücksichtigt Fenster, Wärmebrücken, Lüftung und die Lage der Räume — Faktoren, die eine pauschale Flächenrechnung systematisch übersieht.

Vorsicht vor Überdimensionierung: Eine zu groß gewählte Wärmepumpe „auf Nummer sicher" ist einer der häufigsten und teuersten Fehler. Sie taktet häufiger (kurze Ein-/Aus-Zyklen), verschleißt schneller, läuft ineffizienter und kostet mehr in der Anschaffung. Die Wärmepumpe sollte zur tatsächlichen Heizlast passen — nicht zur alten Gasheizung, die fast immer deutlich überdimensioniert war. Details dazu im Ratgeber Wärmepumpe richtig dimensionieren.

Was kostet die Wärmepumpe konkret?

Die Gesamtkosten teilen sich grob in Gerät und Installation/Material auf. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe entfällt etwa 40 % auf das Gerät, der Rest auf Montage, Speicher, Demontage, Elektro und hydraulischen Abgleich.

Geräte- vs. Installationskosten

Posten Luft-Wasser Sole-Wasser
Gerät 9.000–16.000 EUR 10.000–18.000 EUR
Montage + Material 7.000–14.500 EUR + Erdsondenbohrung 10.000–15.000 EUR
Gesamt installiert 18.000–30.000 EUR 25.000–40.000 EUR

Installations-Einzelposten (Altbau-Sanierung)

Posten Kosten (ca.)
Demontage alte Heizung (Gas) 500–1.000 EUR
Demontage alte Heizung (Öl, mit Tankentsorgung) 1.000–3.000 EUR
Hydraulische Installation 6.000–9.000 EUR
Elektroarbeiten 1.500–3.500 EUR
Fundament / Außenarbeiten 1.000–2.000 EUR
Puffer- + Warmwasserspeicher (falls separat) 1.000–2.500 EUR

Der Speicher ist bei vielen aktuellen All-in-One-Geräten (Tower-Bauweise) bereits integriert — dann entfällt der separate Posten. Wer konkrete Modellpreise sucht, findet Beispiele in den Hersteller-Ratgebern zu Bosch, Vaillant und Viessmann.

Sole-Wasser als teurere Alternative: Eine Erdwärmepumpe arbeitet effizienter (höhere JAZ), erfordert aber eine Erdsondenbohrung für 10.000–15.000 EUR. Für ein 120-qm-Haus liegen die Gesamtkosten dann bei 25.000–40.000 EUR. Ob sich der Aufpreis lohnt, lesen Sie im Ratgeber Erdwärmepumpe: Kosten und Funktion. Für die meisten 120-qm-Bestandshäuser ist die Luft-Wasser-Variante wirtschaftlicher.

Stromkosten pro Jahr im 120-qm-Haus

Der Stromverbrauch berechnet sich aus dem Heizwärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ):

Heizwärmebedarf (kWh) ÷ JAZ = Stromverbrauch (kWh)

Die JAZ gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht. Die Fraunhofer-ISE-Feldstudie (77 Anlagen über vier Jahre) ermittelte für Luft-Wasser-Wärmepumpen eine durchschnittliche JAZ von 3,4 (Spanne 2,6–4,9), für Sole-/Erdreich-Anlagen 4,3. Bemerkenswert: Es gab keine Korrelation zwischen Baujahr und Effizienz — Wärmepumpen funktionieren auch im Altbau zuverlässig.

Zustand Heizwärmebedarf JAZ (Praxis) Stromverbrauch Kosten @ 24 ct Kosten @ 37 ct
Saniert ~12.000 kWh 3,8–4,3 ~2.800–3.150 kWh ~670–760 EUR ~1.040–1.170 EUR
Teilsaniert ~18.000 kWh 3,2–3,5 ~5.150–5.600 kWh ~1.240–1.350 EUR ~1.900–2.070 EUR
Unsaniert ~24.000 kWh 2,7–3,0 ~8.000–8.900 kWh ~1.920–2.130 EUR ~2.960–3.290 EUR

JAZ-Werte nach Sanierungszustand sind Praxis-Richtwerte einzelner Anbieter, keine Messnorm. Tarif 24 ct = Wärmepumpenstrom, 37 ct = Haushaltsstrom-Durchschnitt (BDEW). Die oft genannte Spanne „750–1.600 EUR/Jahr" gilt für ADAC-Referenzwerte (27–42 kWh/m² Stromverbrauch) und mittlere Tarife.

Die Tabelle zeigt den entscheidenden Hebel: Im sanierten Haus mit Wärmepumpentarif liegen die Stromkosten unter 800 EUR, im unsanierten Altbau mit Haushaltsstrom dagegen über 3.000 EUR. Zwei Stellschrauben senken die Kosten massiv:

  • Niedrige Vorlauftemperatur: Jede Absenkung um 5 °C verbessert die JAZ um ca. 10 %. Eine Fußbodenheizung (35 °C Vorlauf) ist hier klar im Vorteil gegenüber alten Heizkörpern (55–70 °C).
  • Wärmepumpentarif: Ein spezieller Wärmepumpenstromtarif (20–26 ct/kWh) statt Haushaltsstrom spart pro Jahr mehrere Hundert Euro.

Hinzu kommt die Wartung mit 150–300 EUR pro Jahr. Eine detaillierte Aufschlüsselung des Verbrauchs finden Sie im Ratgeber Wärmepumpe: Stromverbrauch und Stromkosten, und wie JAZ und COP genau zusammenhängen, erklärt der Ratgeber COP, JAZ und Wirkungsgrad.

Förderung & Eigenanteil konkret

Die Förderung läuft 2026 über die KfW (Programm 458). Wichtig: Der Antrag muss vor Auftragsvergabe bzw. Lieferung über das KfW-Portal gestellt werden. Eine Wärmepumpe erfüllt die geforderten 65 % erneuerbare Energie automatisch.

KfW-458-Bausteine 2026

Baustein Fördersatz Voraussetzung
Grundförderung 30 % Alle Antragsteller
Klimageschwindigkeitsbonus +20 % Nur Selbstnutzer, Austausch funktionierender fossiler Heizung
Einkommensbonus +30 % Zu versteuerndes Haushaltseinkommen ≤ 40.000 EUR/Jahr
Effizienzbonus +5 % Natürliches Kältemittel (R290) oder Sole-/Wasser-WP
Maximum kombiniert 70 % Gedeckelt bei 30.000 EUR förderfähigen Kosten

Der Klimageschwindigkeitsbonus ist 2026 der zeitkritische Hebel: Er beträgt noch voll 20 % bis zum 31.12.2028 und sinkt ab 2029 alle zwei Jahre um 3 Prozentpunkte (17 % ab 2029). Voraussetzung: Sie sind Selbstnutzer und ersetzen eine funktionierende fossile Heizung (Öl, Gas, Kohle, Nachtspeicher) bzw. eine Gasheizung, die älter als 20 Jahre ist. Wer den Tausch ohnehin plant, fährt mit Tempo besser. Details zur Degression im Ratgeber Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab 2027.

Drei Rechenbeispiele (28.000-EUR-System)

Beispiel 1 — typischer Selbstnutzer (55 %): R290-Luft-Wasser-WP, Investition 28.000 EUR, Einkommen über 40.000 EUR.

  • Grundförderung 30 %: 8.400 EUR
  • Klimageschwindigkeitsbonus 20 %: 5.600 EUR
  • Effizienzbonus R290 5 %: 1.400 EUR
  • Förderung: 15.400 EUR (55 %) → Eigenanteil: 12.600 EUR

Beispiel 2 — Haushalt mit niedrigem Einkommen (70 %): gleiche 28.000 EUR, zusätzlich Einkommensbonus.

  • Rechnerisch 85 %, aber gedeckelt bei 70 %
  • Förderung: 19.600 EUR → Eigenanteil: 8.400 EUR

Beispiel 3 — 30.000-EUR-System bei 70 %: maximale Fördersumme 21.000 EUR (70 % von 30.000 EUR).

  • Förderung: 21.000 EUR → Eigenanteil: 9.000 EUR (= die oft genannte „ab 9.000 EUR"-Aussage)

Ehrlicher Hinweis zum Förderdeckel: Die förderfähigen Höchstkosten der ersten Wohneinheit liegen bei 30.000 EUR. Kostet die Sanierung mehr — etwa im unsanierten Altbau mit umfangreichen Begleitmaßnahmen für 35.000 EUR — bezieht sich der Fördersatz nur auf 30.000 EUR. Der Rest (hier 5.000 EUR) ist voller Eigenanteil. Den Eigenanteil können Sie optional über den zinsverbilligten KfW-Ergänzungskredit (358/359) finanzieren. Alternativ — aber nicht mit der KfW-Förderung kombinierbar — gibt es den Steuerbonus nach §35c (20 % über drei Jahre, max. 40.000 EUR). Einen vollständigen Überblick bietet der Ratgeber Förderung Heizung 2026 sowie die Wärmepumpenförderung 2026 im Detail.

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Saniert vs. unsaniert: zwei durchgerechnete Beispiele

Hier wird konkret. Zwei 120-qm-Häuser, zwei Zustände, jeweils die vollständige Kette von der Heizlast bis zu den Betriebskosten pro Jahr.

Beispiel A: gut saniertes 120-qm-Haus

Ausgangslage: teilsanierter Bestand bzw. Baujahr nach 2010, neue Fenster, gedämmte Fassade, Fußbodenheizung vorhanden.

Schritt Wert
Spezifische Heizlast ~65 W/m²
Heizlast inkl. Warmwasser ca. 8–9 kW
Empfohlene Wärmepumpe 8 kW Luft-Wasser (R290)
Vorlauftemperatur 35 °C (Fußbodenheizung)
Investition (installiert) ca. 22.000 EUR
KfW-Förderung (Selbstnutzer, 55 %) 12.100 EUR
Eigenanteil ca. 9.900 EUR
Heizwärmebedarf ~12.000 kWh
JAZ ~3,8
Stromverbrauch ~3.150 kWh
Stromkosten/Jahr (24 ct) ca. 760 EUR

Dieses Haus ist der Idealfall: niedrige Heizlast, keine Zusatzmaßnahmen an den Heizflächen, hohe JAZ dank Fußbodenheizung und niedriger Vorlauftemperatur. Der Eigenanteil liegt unter 10.000 EUR, die Stromkosten unter 800 EUR pro Jahr.

Beispiel B: unsanierter Altbau (1970er)

Ausgangslage: Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren, alte Fenster, ungedämmte Fassade, klassische Heizkörper, Gasheizung wird ersetzt.

Schritt Wert
Spezifische Heizlast ~110 W/m²
Heizlast inkl. Warmwasser ca. 13–14 kW
Empfohlene Wärmepumpe 12–14 kW Hochtemperatur-WP
Vorlauftemperatur 55–65 °C (Heizkörper)
Investition inkl. Heizkörpertausch ca. 30.000 EUR
KfW-Förderung (Selbstnutzer, 55 %, gedeckelt) 16.500 EUR (auf 30.000 EUR)
Eigenanteil ca. 13.500 EUR
Heizwärmebedarf ~24.000 kWh
JAZ ~2,8–3,0
Stromverbrauch ~8.000–8.600 kWh
Stromkosten/Jahr (24 ct) ca. 1.920–2.060 EUR

Auch hier funktioniert die Wärmepumpe technisch — aber die Rechnung sieht anders aus. Die höhere Heizlast erfordert ein größeres, oft eine Hochtemperatur-fähige Wärmepumpe; einzelne Heizkörper müssen getauscht werden (1.500–3.000 EUR für 3–5 Stück, was die JAZ um etwa 0,5 Punkte verbessert). Die niedrigere JAZ treibt die Stromkosten auf rund 2.000 EUR pro Jahr. Bei einem Heizwärmebedarf über 150 kWh/m²a oder Vorlauftemperaturen über 55 °C sollten Sie vor dem Einbau prüfen, ob sich Dämmung oder ein Heizflächentausch vorab lohnt. Eine flankierende Dachdämmung (~8.000 EUR) senkt den Heizwärmebedarf um etwa 20 % und damit dauerhaft die Stromrechnung. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau und speziell für 1960–1980er-Häuser unter Wärmepumpe im Altbau Baujahr 1960–1980.

Lohnt sich das im Vergleich zu Gas?

Der Betriebskostenvergleich entscheidet, ob sich die höhere Anfangsinvestition rechnet. Beispielhaft für ein teilsaniertes 120-qm-Haus mit 18.000 kWh Heizwärmebedarf:

System Energiekosten/Jahr Wartung/Jahr Gesamt/Jahr
Gasheizung ~1.800 EUR ~180 EUR ~1.980 EUR
Wärmepumpe (JAZ 3,0, Haushaltsstrom) ~2.080 EUR ~200 EUR ~2.280 EUR
Wärmepumpe (JAZ 3,0–3,5, Wärmestromtarif) ~1.080–1.260 EUR ~200 EUR ~1.280–1.460 EUR

Die Botschaft: Mit Haushaltsstrom kann eine Wärmepumpe im Altbau sogar geringfügig teurer sein als Gas — mit einem Wärmepumpentarif dagegen spart sie rund 870 EUR pro Jahr. Der Tarif ist also kein Detail, sondern der entscheidende Wirtschaftlichkeitsfaktor.

Effektiv kostet die Wärme bei einer Luft-Wasser-WP mit JAZ 3,0 rund 8,0 ct/kWh (bei 24 ct/kWh Strom), während Erdgas bei 10–11 ct/kWh liegt — zuzüglich des steigenden CO₂-Aufschlags von etwa 1,1–1,3 ct/kWh (bei 55–65 EUR/t CO₂ im Jahr 2026). Der CO₂-Preis steigt weiter und verschiebt die Rechnung in den kommenden Jahren zunehmend zugunsten der Wärmepumpe. Laut ADAC ist eine Wärmepumpe mit JAZ 4 im Betrieb rund 41 % günstiger als Gas (1.337 EUR vs. 2.262 EUR pro Jahr).

Amortisation — ehrlich differenziert: Optimistische Portalangaben nennen 2–3 Jahre, doch diese Zahl bezieht sich nur auf die Mehrkosten nach Förderung gegenüber einer neuen Gasheizung, nicht auf die Vollkosten. Realistisch:

  • Mit Förderung und ~870–1.000 EUR Ersparnis pro Jahr: typisch 4 Jahre Amortisation der Mehrinvestition.
  • Vollkosten ohne Förderung: realistisch 10–15 Jahre.

Den vollständigen Vergleich inklusive 20-Jahres-Modell finden Sie im Ratgeber Wärmepumpe vs. Gasheizung.

100 vs. 120 vs. 150 qm zur Einordnung

Zur Orientierung, wie sich die Kosten mit der Wohnfläche verschieben:

Wohnfläche Heizlast (Spanne) Gesamtkosten (installiert)
100 qm 5,0–12,0 kW ca. 10.000–20.000 EUR
120 qm 5,8–14,2 kW ca. 18.000–30.000 EUR
150 qm 7,0–17,5 kW ca. 15.000–30.000 EUR

Ein 150-qm-Haus benötigt typischerweise 10–12 kW; ein konkretes Beispiel liegt bei 17.000–23.000 EUR, nach 55 % Förderung netto bei rund 7.650–10.350 EUR. Die Spannen überlappen sich stark, weil der Dämmzustand einen größeren Einfluss hat als die reine Fläche — ein unsaniertes 100-qm-Haus kann teurer ausfallen als ein gut gedämmtes 150-qm-Haus. Eine nach Hausgröße und Systemtyp gegliederte Vertiefung mit 20-Jahres-Betriebskostenmodell bietet der Ratgeber Wärmepumpe Kosten Einfamilienhaus 2026.

Unsanierter Altbau: worauf achten

Der unsanierte Altbau ist der heikelste Fall — hier entscheidet sich, ob die Wärmepumpe wirtschaftlich läuft. Eine ehrliche Einordnung:

Der Vorlauftemperatur-Test: Stellen Sie an Ihrem alten Kessel die Vorlauftemperatur testweise auf 55 °C und beobachten Sie an kalten Tagen, ob alle Räume warm werden. Funktioniert das, ist eine Wärmepumpe ohne große Eingriffe in die Heizflächen machbar. Bleiben einzelne Räume kalt, müssen dort die Heizkörper vergrößert oder eine Fußbodenheizung nachgerüstet werden.

Standard- vs. Hochtemperatur-Wärmepumpe: Übliche Wärmepumpen liefern 55–60 °C Vorlauf ohne große Probleme. Hochtemperatur-Modelle (z. B. die Bosch Compress 6800i AW bis 75 °C) erreichen 70–75 °C — sinnvoll für unsanierte Altbauten mit kleinen Heizkörpern.

Heizkörper-Kosten: Der Tausch in kritischen Räumen kostet 800–1.200 EUR pro Raum bzw. 1.500–3.000 EUR für 3–5 Heizkörper (verbessert die JAZ um etwa 0,5 Punkte). Ein kompletter Tausch liegt bei 4.000–8.000 EUR. Welche Heizkörper im Altbau passen, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe mit Heizkörpern im Altbau. Grundsätzlich ist auch eine Wärmepumpe ohne Fußbodenheizung möglich.

Wovon ich abrate:

  • Überdimensionierung „auf Nummer sicher": Ein zu großes Gerät taktet, verschleißt und kostet mehr — sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb.
  • R410A-Auslaufgeräte: Sie erhalten keinen Effizienzbonus und sind ab 2028 voraussichtlich nicht mehr förderfähig. Setzen Sie auf R290 (Propan).
  • Wärmepumpe vor jeder Dämmung im stark unsanierten Haus: Bei Heizwärmebedarf über 150 kWh/m²a sollten Sie zumindest die wirtschaftlichsten Dämmmaßnahmen (Dach, oberste Geschossdecke) vorab prüfen — sonst zahlen Sie dauerhaft hohe Stromkosten.

Welche Nachteile und Stolperfallen es generell gibt, behandelt der Ratgeber Wärmepumpe: Nachteile und Probleme. Wie die Nachrüstung im Bestand abläuft, zeigt Wärmepumpe im Altbau nachrüsten.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viel kW Wärmepumpe braucht ein 120 qm Haus?

Das hängt vom Dämmzustand ab. Im Neubaustandard (40 W/m²) reichen etwa 5,8 kW, im sanierten Altbau (65 W/m²) sind es rund 8,8 kW, teilsaniert (75 W/m²) ca. 10 kW und im unsanierten Altbau (110 W/m²) bis zu 14,2 kW — jeweils inklusive Warmwasser-Zuschlag. Die Faustformel lautet: Wohnfläche × spezifische Heizlast ÷ 1.000. Verbindlich ist aber nur eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.

Was kostet eine Wärmepumpe für ein 120 qm Haus komplett installiert?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet komplett installiert je nach Sanierungszustand rund 18.000–30.000 EUR vor Förderung (Faustregel: 100–200 EUR pro m²). Gut gedämmte Häuser liegen am unteren Ende (ca. 18.000–24.000 EUR), unsanierte Altbauten mit Begleitmaßnahmen am oberen (26.000–35.000 EUR). Eine Sole-/Erdwärmepumpe inklusive Bohrung kostet 25.000–40.000 EUR. Die Portalpreise streuen stark — sehen Sie die Zahl als Spanne, nicht als Fixpreis.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im 120 qm Haus pro Jahr?

Je nach Dämmstandard und JAZ liegt der Verbrauch zwischen etwa 2.800 kWh (saniert, JAZ 3,8–4,3) und 8.900 kWh (unsaniert, JAZ 2,7–3,0). ADAC-Referenzwerte nennen 27–42 kWh/m², also ca. 3.240–5.040 kWh für 120 qm. Der Verbrauch sinkt mit niedriger Vorlauftemperatur (jede Absenkung um 5 °C verbessert die JAZ um ca. 10 %) und guter Dämmung.

Was kostet eine Wärmepumpe für 120 qm nach Förderung (Eigenanteil)?

Bei einem typischen 28.000-EUR-System und 55 % Förderung (Selbstnutzer mit Klimageschwindigkeits- und Effizienzbonus) bleibt ein Eigenanteil von ca. 12.600 EUR. Mit dem Einkommensbonus (Haushaltseinkommen ≤ 40.000 EUR) sind bis zu 70 % möglich — der Eigenanteil sinkt dann auf ab ~9.000 EUR. Den Antrag müssen Sie vor Auftragsvergabe bei der KfW stellen.

Lohnt sich eine Wärmepumpe im unsanierten 120 qm Altbau?

Technisch ja — die Fraunhofer-ISE-Feldstudie fand keine Korrelation zwischen Baujahr und Effizienz, Wärmepumpen laufen auch im Altbau zuverlässig. Wirtschaftlich kommt es auf die JAZ an: Im unsanierten Bestand liegt sie bei 2,7–3,0, was die Stromkosten auf rund 2.000 EUR pro Jahr treibt. Bei einem Heizwärmebedarf über 150 kWh/m²a oder Vorlauftemperaturen über 55 °C sollten Sie vorab Dämmung oder Heizkörpertausch prüfen. Mehr im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.

Wie hoch sind die jährlichen Stromkosten einer Wärmepumpe bei 120 qm?

Die Stromkosten liegen je nach Verbrauch und Tarif zwischen etwa 750 und 1.600 EUR im sanierten bis teilsanierten Haus und können im unsanierten Altbau auf über 2.000 EUR steigen. Entscheidend ist der Tarif: Ein Wärmepumpenstromtarif (20–26 ct/kWh) statt Haushaltsstrom (~37 ct/kWh) senkt die Kosten erheblich. Hinzu kommen 150–300 EUR Wartung pro Jahr.

Wärmepumpe oder Gasheizung für 120 qm – was ist günstiger?

Im Betrieb spart eine Wärmepumpe mit Wärmepumpentarif rund 870 EUR pro Jahr gegenüber Gas (bei 18.000 kWh Bedarf). Mit reinem Haushaltsstrom kann sie im Altbau dagegen geringfügig teurer sein — der Tarif ist der entscheidende Faktor. Über die Lebensdauer kippt die Rechnung zusätzlich durch den steigenden CO₂-Preis zugunsten der Wärmepumpe. Den Vollvergleich bietet der Ratgeber Wärmepumpe vs. Gasheizung.

Welche Wärmepumpe ist die richtige Größe für ein 120 qm Haus mit Heizkörpern?

Für ein 120-qm-Haus mit Heizkörpern hängt die Größe von der Heizlast ab — meist 10–14 kW im Bestand. Entscheidend ist neben der Leistung die maximale Vorlauftemperatur: Alte Heizkörper brauchen oft 55–70 °C, weshalb sich Hochtemperatur-Modelle (z. B. Bosch Compress 6800i AW bis 75 °C) eignen. Vermeiden Sie Überdimensionierung — eine korrekt dimensionierte Wärmepumpe läuft effizienter und günstiger.

Wie viel günstiger ist Wärmepumpenstrom gegenüber Haushaltsstrom?

Ein spezieller Wärmepumpentarif kostet 2026 im Durchschnitt 20–26 ct/kWh, während Haushaltsstrom laut BDEW bei rund 37 ct/kWh liegt — eine Ersparnis von etwa 30–40 %. Die Verbraucherzentrale nennt Wärmestromtarife im Schnitt bei ~24 ct/kWh inklusive reduzierter Netzentgelte, plus rund 140 EUR Grundpreis pro Jahr. Ein separater Zähler lohnt sich ab etwa 3.000 kWh Jahresverbrauch (Einbau 200–300 EUR, in Einzelfällen über 1.000 EUR).

Nächster Schritt: Was kostet die Wärmepumpe in Ihrem 120-qm-Haus?

Ob Ihr Haus eher dem sanierten oder dem unsanierten Beispiel ähnelt — und welcher Eigenanteil nach Förderung konkret übrig bleibt — hängt von Ihrem individuellen Dämmzustand, den vorhandenen Heizflächen, der Vorlauftemperatur und Ihren persönlichen Fördervoraussetzungen ab. Pauschale Quadratmeter-Preise ersetzen keine gebäudespezifische Analyse. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Einschätzung zur passenden Wärmepumpengröße, den realistischen Gesamtkosten und Ihrer konkreten KfW-Förderung — inklusive Kosten-Nutzen-Rechnung für Ihr 120-qm-Haus.

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