Reduco
Ratgeber14 Min. Lesezeit

Hydraulischer Abgleich: Kosten, Pflicht & Anleitung 2026

Hydraulischer Abgleich 2026: Verfahren A ab 400 EUR, Verfahren B ab 800 EUR. Spart 5-15 % Heizkosten und ist Pflicht bei KfW-Förderung. Komplette Anleitung.

Heizungsfachmann beim Einstellen eines Thermostatventils für den hydraulischen Abgleich

Der hydraulische Abgleich ist die wahrscheinlich am meisten unterschätzte Maßnahme in der Heiztechnik. Für 400 bis 1.500 EUR senkt er die Heizkosten um 5 bis 15 %, verbessert den Wohnkomfort in jedem Raum und ist Voraussetzung für praktisch jede Heizungsförderung. Bei einer Wärmepumpe steigert er die Jahresarbeitszahl (JAZ) um 0,3 bis 0,5 Punkte -- das entspricht einer Stromkostenersparnis von 100 bis 250 EUR pro Jahr. Trotzdem fehlt er in rund 80 % aller deutschen Bestandsgebäude. Seit 2023 ist der hydraulische Abgleich zudem für bestimmte Gebäude gesetzlich verpflichtend. Dieser Ratgeber erklärt, was ein hydraulischer Abgleich ist, was er kostet, wann er Pflicht ist und wie der Ablauf funktioniert.

Was ist ein hydraulischer Abgleich?

Ein Heizsystem besteht aus einem Wärmeerzeuger (Heizkessel oder Wärmepumpe), Rohrleitungen und Heizkörpern. Das erwärmte Wasser fließt durch die Rohre zu den Heizkörpern und gibt dort Wärme an die Räume ab. Das Problem: Ohne Abgleich fließt das Wasser den Weg des geringsten Widerstands -- also bevorzugt zu den Heizkörpern, die nah am Kessel liegen oder an den dicksten Rohrleitungen angeschlossen sind.

Die Folge: Heizkörper nahe am Kessel werden zu heiß, Heizkörper am Ende des Strangs zu kalt. Der Bewohner dreht die Vorlauftemperatur hoch, damit auch der letzte Raum warm wird -- und verschwendet damit Energie in den nahen Räumen.

Beim hydraulischen Abgleich wird der Wasserdurchfluss an jedem Heizkörper so eingestellt, dass jeder Raum genau die Wärmemenge erhält, die er braucht. Das geschieht durch:

  1. Berechnung der Heizlast jedes einzelnen Raums (abhängig von Raumgröße, Außenwänden, Fenstern, Dämmung)
  2. Einstellung der Thermostatventile auf den berechneten Durchfluss
  3. Anpassung der Umwälzpumpe auf den optimalen Förderdruck
  4. Optimierung der Heizkurve am Wärmeerzeuger

Das Ergebnis: gleichmäßige Wärmeverteilung bei niedrigerer Vorlauftemperatur und geringerem Pumpenstrom.

Warum ist der hydraulische Abgleich so wichtig?

Die Vorteile eines hydraulischen Abgleichs wirken sich auf mehrere Bereiche aus:

Energieeinsparung

Ein korrekt abgeglichenes Heizsystem spart 5 bis 15 % der jährlichen Heizkosten. Bei einem Einfamilienhaus mit 2.500 EUR Heizkosten sind das 125 bis 375 EUR pro Jahr. Die Einsparung entsteht durch:

  • Niedrigere Vorlauftemperatur (2 bis 5 Grad Celsius weniger)
  • Geringerer Pumpenstrom (Umwälzpumpe läuft auf niedrigerer Stufe)
  • Weniger Wärmeverluste in den Rohrleitungen (niedrigere Wassertemperatur)
  • Kürzere Brennerlaufzeiten (Wärme wird effizienter verteilt)

Verbesserung der Wärmepumpen-Effizienz

Für Wärmepumpen ist der hydraulische Abgleich besonders wertvoll. Die Effizienz einer Wärmepumpe hängt direkt von der Vorlauftemperatur ab: Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher die JAZ. Ein hydraulischer Abgleich senkt die erforderliche Vorlauftemperatur typischerweise um 3 bis 8 Grad Celsius. Das verbessert die JAZ um 0,3 bis 0,5 Punkte.

Ausgangslage Vorlauftemperatur JAZ Stromverbrauch (20.000 kWh Wärme) Stromkosten (24 ct/kWh)
Ohne Abgleich 55 °C 3,0 6.667 kWh 1.600 EUR
Mit Abgleich Verfahren A 52 °C 3,3 6.061 kWh 1.455 EUR
Mit Abgleich Verfahren B 50 °C 3,5 5.714 kWh 1.371 EUR

Die Differenz von 229 EUR pro Jahr (Verfahren B) summiert sich über 20 Jahre auf 4.580 EUR -- bei einer Investition von 800 bis 1.500 EUR.

Wohnkomfort

Ohne Abgleich gibt es in vielen Häusern kalte und warme Zimmer. Badezimmer oder Schlafzimmer am Ende des Heizstrangs werden nicht richtig warm, während das Wohnzimmer nah am Kessel überheizt ist. Nach dem Abgleich herrscht in jedem Raum die gewünschte Temperatur -- ohne ständiges Nachregeln an den Thermostaten.

Reduktion von Strömungsgeräuschen

Überdimensionierte Durchflüsse verursachen oft störende Strömungsgeräusche in den Thermostatventilen. Ein hydraulischer Abgleich beseitigt diese Geräusche, indem der Durchfluss auf das nötige Minimum reduziert wird.

Verfahren A und Verfahren B: Was ist der Unterschied?

Es gibt zwei anerkannte Verfahren für den hydraulischen Abgleich. Sie unterscheiden sich im Aufwand, in der Genauigkeit und in den Kosten.

Verfahren A: Vereinfachtes Verfahren

Beim Verfahren A schätzt der Fachbetrieb die Heizlast jedes Raums anhand von Erfahrungswerten und vereinfachten Berechnungen. Die Heizkörperleistung wird aus Typ, Größe und Baujahr abgeleitet, ohne raumweise Heizlastberechnung.

Eigenschaft Verfahren A
Heizlastberechnung Überschlägig / Erfahrungswerte
Grundlage Heizkörperauslegung nach Herstellerdaten
Genauigkeit Ausreichend für die meisten Gebäude
Zeitaufwand 3--5 Stunden (EFH)
Kosten 400--600 EUR (EFH), 600--1.200 EUR (MFH)
Anerkannt für GEG-Pflicht, BAFA-Einzelmaßnahmen

Verfahren B: Verfahren mit Heizlastberechnung

Beim Verfahren B wird die Heizlast jedes Raums nach DIN EN 12831 berechnet. Dazu werden Raummaße, Wandaufbauten, Fenstertypen, Ausrichtung und Lüftungssituation erfasst. Auf Basis dieser exakten Heizlast werden die Volumenströme berechnet und die Ventile eingestellt.

Eigenschaft Verfahren B
Heizlastberechnung Raumweise nach DIN EN 12831
Grundlage Gebäudeaufnahme mit allen Bauteilen
Genauigkeit Hoch, insbesondere für WP-Auslegung
Zeitaufwand 8--16 Stunden (EFH)
Kosten 800--1.500 EUR (EFH), 1.500--3.500 EUR (MFH)
Anerkannt für KfW 458 (Heizungstausch), KfW-Effizienzhaus

Welches Verfahren brauchen Sie?

  • KfW 458 (Heizungstausch mit Förderung): Verfahren B ist Pflicht. Ohne raumweise Heizlastberechnung gibt es keine Förderung für den Heizungstausch.
  • BAFA-Einzelmaßnahme (Heizungsoptimierung): Verfahren A ist ausreichend.
  • GEG-Pflicht (§ 60c): Verfahren A genügt.
  • Optimierung einer Wärmepumpe: Verfahren B ist dringend empfohlen, da die exakte Heizlastberechnung die optimale Auslegung der Wärmepumpe ermöglicht.

Tipp: Wenn Sie ohnehin einen Heizungstausch planen, lassen Sie den hydraulischen Abgleich nach Verfahren B durchführen. Die Heizlastberechnung dient gleichzeitig als Grundlage für die korrekte Dimensionierung der neuen Heizung -- und ist bei KfW 458 sowieso Voraussetzung.

Was kostet ein hydraulischer Abgleich?

Die Kosten hängen von der Gebäudegröße, dem gewählten Verfahren und dem Zustand des Heizsystems ab.

Kostenübersicht nach Gebäudetyp

Gebäudetyp Verfahren A Verfahren B Inkl. neue Thermostatventile
Einfamilienhaus (8--12 Heizkörper) 400--600 EUR 800--1.500 EUR +300--600 EUR
Doppelhaushälfte (10--15 Heizkörper) 500--800 EUR 1.000--1.800 EUR +400--750 EUR
Mehrfamilienhaus (6 WE) 800--1.500 EUR 2.000--3.500 EUR +800--1.800 EUR
Mehrfamilienhaus (20 WE) 2.000--3.500 EUR 4.000--8.000 EUR +2.000--5.000 EUR

Was ist in den Kosten enthalten?

  • Aufnahme des Heizsystems (Rohrleitungsnetz, Heizkörper, Ventile)
  • Heizlastberechnung (bei Verfahren B: raumweise)
  • Berechnung der Volumenströme
  • Einstellung aller Thermostatventile
  • Anpassung der Umwälzpumpe
  • Optimierung der Heizkurve
  • Dokumentation und Protokoll

Nicht enthalten sind in der Regel neue Thermostatventile. In vielen Altbauten sind die vorhandenen Ventile nicht voreinstellbar und müssen getauscht werden. Voreinstellbare Thermostatventile kosten 15 bis 40 EUR pro Stück, der Einbau 30 bis 60 EUR pro Ventil.

Förderung des hydraulischen Abgleichs

Der hydraulische Abgleich ist als Einzelmaßnahme über die BAFA-Förderung (BEG EM, Heizungsoptimierung) förderfähig:

Förderung Satz Förderfähige Kosten Max. Zuschuss
BAFA Grundförderung 15 % Bis 30.000 EUR 4.500 EUR
+ iSFP-Bonus +5 % Bis 60.000 EUR (mit iSFP) 12.000 EUR
Gesamt mit iSFP 20 % Bis 60.000 EUR 12.000 EUR

Für ein Einfamilienhaus mit Verfahren B und neuen Thermostatventilen (Gesamtkosten ca. 2.000 EUR) ergibt sich ein Zuschuss von 300 EUR (15 %) oder 400 EUR (20 % mit iSFP-Bonus).

Tipp: Der iSFP-Bonus von 5 % greift, wenn die Maßnahme im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans umgesetzt wird. Da der iSFP selbst mit 50 % gefördert wird (max. 650 EUR, Eigenanteil ca. 850--1.850 EUR für ein EFH), lohnt sich die Kombination fast immer.

Beim KfW 458 Heizungstausch ist der hydraulische Abgleich Teil der förderfähigen Heizungstausch-Kosten und wird automatisch mitgefördert (bis zu 70 %). Hier muss er nicht separat beantragt werden.

Wann ist der hydraulische Abgleich Pflicht?

Die Pflicht zum hydraulischen Abgleich ergibt sich aus mehreren Regelungen:

1. GEG § 60c / GMG: Heizungsoptimierung in Bestandsgebäuden

Seit Oktober 2023 (im Rahmen des GEG) müssen Eigentümer von Gebäuden mit zentraler Heizung und mindestens sechs Wohneinheiten einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen. Die Fristen:

Gebäudegröße Frist
Ab 6 Wohneinheiten (Gaszentralheizung) 30.09.2027
Ab 10 Wohneinheiten (Gaszentralheizung) Bereits abgelaufen (15.09.2024)

Für Ein- und Zweifamilienhäuser besteht keine gesetzliche Pflicht -- der hydraulische Abgleich ist hier eine freiwillige Maßnahme. Da er sich aber innerhalb von 3 bis 5 Jahren amortisiert, ist er wirtschaftlich sinnvoll.

2. KfW 458: Voraussetzung für Heizungstausch-Förderung

Wer über KfW 458 eine Förderung für den Heizungstausch beantragt, muss einen hydraulischen Abgleich nach Verfahren B nachweisen. Ohne diesen Nachweis wird die Förderung nicht ausgezahlt. Das betrifft:

  • Einbau einer Wärmepumpe
  • Einbau einer Pelletheizung
  • Anschluss an Fernwärme
  • Einbau einer Biomasseheizung

3. KfW-Effizienzhaus-Sanierung

Bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus (KfW 261/262) ist der hydraulische Abgleich nach Verfahren B ebenfalls Pflicht und Teil des Gesamtkonzepts.

Ablauf des hydraulischen Abgleichs: Schritt für Schritt

So läuft ein hydraulischer Abgleich in der Praxis ab:

Schritt 1: Bestandsaufnahme (1--3 Stunden)

Der Fachbetrieb erfasst das gesamte Heizsystem:

  • Typ, Leistung und Alter des Wärmeerzeugers
  • Rohrleitungsnetz (Material, Durchmesser, Länge)
  • Heizkörper in jedem Raum (Typ, Größe, Baujahr)
  • Vorhandene Thermostatventile (voreinstellbar oder nicht)
  • Umwälzpumpe (Typ, Einstellung)
  • Bei Verfahren B zusätzlich: Raummaße, Wandaufbauten, Fenstertypen, Dämmstandard

Schritt 2: Heizlastberechnung (1--4 Stunden, nur Verfahren B)

Für Verfahren B wird die Heizlast jedes Raums nach DIN EN 12831 berechnet. Dazu werden erfasst:

  • Raumfläche und Raumhöhe
  • Außenwandfläche und U-Wert
  • Fensterfläche und U-Wert
  • Dach- oder Deckenfläche mit U-Wert (bei Dachgeschoss)
  • Lüftungsverluste
  • Innentemperatur-Sollwert (z. B. 20 °C Wohnraum, 24 °C Bad, 18 °C Schlafzimmer)

Schritt 3: Berechnung der Volumenströme (1--2 Stunden)

Aus der Heizlast jedes Raums und der gewählten Vor- und Rücklauftemperatur wird der nötige Wasserdurchfluss (Volumenstrom) für jeden Heizkörper berechnet. Diese Berechnung erfolgt in der Regel softwaregestützt.

Schritt 4: Einstellung der Ventile (2--4 Stunden)

Der Fachbetrieb stellt jeden Thermostatventil-Voreinstellwert auf den berechneten Durchfluss ein. Bei nicht voreinstellbaren Ventilen müssen diese getauscht werden. In einem Einfamilienhaus mit 10 Heizkörpern dauert das 2 bis 3 Stunden.

Schritt 5: Anpassung der Umwälzpumpe (30 Minuten)

Die Umwälzpumpe wird auf den Gesamtvolumenstrom eingestellt. Bei modernen Hocheffizienzpumpen erfolgt die Anpassung automatisch. Bei älteren Pumpen wird die Pumpenstufe manuell eingestellt oder ein Pumpentausch empfohlen.

Schritt 6: Optimierung der Heizkurve (30 Minuten)

Die Heizkurve am Wärmeerzeuger wird angepasst. Durch den Abgleich kann die Vorlauftemperatur in der Regel um 2 bis 5 Grad Celsius gesenkt werden, ohne dass es in einem Raum zu kalt wird.

Schritt 7: Dokumentation und Übergabe

Der Fachbetrieb erstellt ein Abgleichprotokoll mit allen Einstellwerten. Dieses Protokoll ist für die BAFA-Förderung und die KfW-Förderung erforderlich.

Rechenbeispiel: Amortisation des hydraulischen Abgleichs

Ausgangssituation

Familie Schröder bewohnt ein Einfamilienhaus in Niedersachsen mit 160 m² Wohnfläche und 12 Heizkörpern. Die Gasheizung ist 12 Jahre alt und verbraucht 22.000 kWh pro Jahr. Gaskosten: 22.000 kWh x 0,11 EUR = 2.420 EUR + CO₂-Steuer 244 EUR = 2.664 EUR pro Jahr. Einzelne Räume werden ungleichmäßig warm.

Investition

  • Hydraulischer Abgleich Verfahren B: 1.200 EUR
  • Tausch von 5 nicht voreinstellbaren Thermostatventilen: 375 EUR (75 EUR pro Ventil inkl. Einbau)
  • Gesamtkosten: 1.575 EUR
  • BAFA-Förderung (15 %): 236 EUR
  • Effektive Kosten: 1.339 EUR

Einsparung

  • Erwartete Heizkosteneinsparung: 10 % = 266 EUR pro Jahr
  • Amortisation: 1.339 EUR / 266 EUR = 5,0 Jahre

Zusätzlicher Nutzen bei späterem Wärmepumpen-Einbau

Wenn Familie Schröder in 3 Jahren auf eine Wärmepumpe umsteigt, profitiert sie zusätzlich:

  • Vorlauftemperatur sinkt durch den Abgleich von 60 °C auf 53 °C
  • JAZ der Wärmepumpe steigt von 2,8 auf 3,3
  • Jährliche Stromeinsparung: ca. 1.000 kWh = 240 EUR
  • Der hydraulische Abgleich amortisiert sich dann in weniger als 3 Jahren

Tipp: Lassen Sie den hydraulischen Abgleich nicht erst beim Heizungstausch durchführen, sondern bereits 1 bis 2 Heizperioden vorher. So können Sie die korrekte Einstellung in der Praxis testen und gegebenenfalls nachjustieren. Beim späteren Wärmepumpen-Einbau dient die dokumentierte Heizlastberechnung als Planungsgrundlage.

Hydraulischer Abgleich bei Fußbodenheizung

Auch Fußbodenheizungen müssen hydraulisch abgeglichen werden. Der Prozess ist ähnlich, aber es werden nicht Thermostatventile, sondern Heizkreisverteiler eingestellt. Die Kosten sind vergleichbar, der Effekt sogar oft größer, da Fußbodenheizungen mit niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeiten und empfindlicher auf falsche Durchflüsse reagieren.

Bei Fußbodenheizungen kommt es besonders häufig vor, dass einzelne Heizkreise zu hohe Durchflüsse haben (z. B. kurze Heizkreise im Bad) und andere zu niedrige (lange Heizkreise im Wohnzimmer). Ein Abgleich beseitigt diese Ungleichheiten und senkt die nötige Vorlauftemperatur oft um 3 bis 5 Grad Celsius.

Häufige Fehler beim hydraulischen Abgleich

1. Nur Thermostatventile tauschen, nicht berechnen

Der Tausch auf voreinstellbare Thermostatventile allein ist kein hydraulischer Abgleich. Ohne Berechnung der Heizlast und der Volumenströme werden die Ventile auf Schätzwerte eingestellt, die oft falsch sind.

2. Umwälzpumpe nicht anpassen

Viele Fachbetriebe vergessen, die Umwälzpumpe nach dem Abgleich anzupassen. Wenn die Pumpe weiterhin auf voller Leistung läuft, verpufft ein Teil der Einsparung. Moderne Hocheffizienzpumpen (Energielabel A) passen sich automatisch an, ältere Pumpen müssen manuell eingestellt oder besser getauscht werden. Ein Pumpentausch kostet 200 bis 400 EUR und spart 100 bis 150 EUR Strom pro Jahr.

3. Heizkurve nicht anpassen

Der hydraulische Abgleich ermöglicht eine niedrigere Vorlauftemperatur. Wenn die Heizkurve nicht entsprechend abgesenkt wird, heizt das System weiterhin mit unnötig hoher Temperatur. Die Heizkurve sollte nach dem Abgleich schrittweise um 2 bis 3 Grad Celsius gesenkt werden -- so lange, bis der kälteste Raum gerade noch die gewünschte Temperatur erreicht.

4. Abgleich nur einmal und nie wieder prüfen

Ein hydraulischer Abgleich ist keine einmalige Sache. Nach baulichen Veränderungen (neue Fenster, Dämmung, Umbau), nach einem Heizungstausch oder nach Änderung der Nutzung (z. B. Homeoffice im ehemaligen Gästezimmer) sollte der Abgleich überprüft und angepasst werden.

Hydraulischer Abgleich und weitere Optimierungsmaßnahmen

Der hydraulische Abgleich ist oft der erste Schritt einer umfassenden Heizungsoptimierung. In Kombination mit weiteren Maßnahmen steigt das Einsparpotenzial erheblich:

Maßnahme Kosten Einsparung Amortisation
Hydraulischer Abgleich (Verfahren B) 800--1.500 EUR 5--15 % Heizkosten 3--5 Jahre
Pumpentausch (Hocheffizienzpumpe) 200--400 EUR 100--150 EUR Strom/Jahr 2--3 Jahre
Rohrleitungsdämmung (Keller) 500--1.000 EUR 3--8 % Heizkosten 3--5 Jahre
Smarte Thermostate 300--600 EUR 10--20 % Heizkosten 2--4 Jahre
Heizkurve optimieren 0 EUR (Eigenleistung) 3--5 % Heizkosten Sofort

Zusammen können diese Maßnahmen die Heizkosten um 20 bis 35 % senken -- bei einer Gesamtinvestition von 1.800 bis 3.500 EUR. Alle Maßnahmen sind über die BAFA als Heizungsoptimierung förderfähig.

Weitere Tipps zur Heizkostenoptimierung finden Sie in unserem Ratgeber Richtig Heizen: 10 Tipps zum Heizkosten sparen.

Häufige Fragen

Was kostet ein hydraulischer Abgleich für ein Einfamilienhaus?

Ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren A kostet für ein Einfamilienhaus mit 8 bis 12 Heizkörpern 400 bis 600 EUR. Verfahren B mit raumweiser Heizlastberechnung liegt bei 800 bis 1.500 EUR. Müssen zusätzlich Thermostatventile getauscht werden, kommen 300 bis 600 EUR hinzu. Nach Abzug der BAFA-Förderung von 15 bis 20 % sinken die effektiven Kosten entsprechend.

Ist der hydraulische Abgleich Pflicht?

Für Gebäude mit mindestens 6 Wohneinheiten und Gaszentralheizung besteht seit Oktober 2023 eine gesetzliche Pflicht (GEG § 60c). Die Frist für Gebäude ab 6 Wohneinheiten läuft bis zum 30.09.2027. Für Einfamilienhäuser besteht keine gesetzliche Pflicht, der Abgleich ist aber Voraussetzung für die KfW 458 Heizungstausch-Förderung und wirtschaftlich sinnvoll.

Wie viel spart ein hydraulischer Abgleich?

In der Praxis sparen Eigentümer durch einen hydraulischen Abgleich 5 bis 15 % der jährlichen Heizkosten. Bei einem Einfamilienhaus mit 2.500 EUR Heizkosten sind das 125 bis 375 EUR pro Jahr. Bei einer Wärmepumpe kommt die Effizienzsteigerung durch die niedrigere Vorlauftemperatur hinzu, was zusätzlich 100 bis 250 EUR pro Jahr spart.

Kann ich den hydraulischen Abgleich selbst durchführen?

Nein, zumindest nicht fachgerecht. Die Berechnung der Heizlast und der Volumenströme erfordert Fachkenntnisse und spezielle Software. Für die BAFA-Förderung und die KfW-Förderung muss der Abgleich von einem Fachbetrieb durchgeführt und dokumentiert werden. Was Sie selbst tun können: die Heizkurve optimieren und Heizkörper entlüften -- das kostet nichts und bringt sofort Einsparungen.

Brauche ich den hydraulischen Abgleich auch bei einer neuen Heizung?

Ja, besonders dann. Bei einem Heizungstausch -- egal ob auf Wärmepumpe, Pelletheizung oder Fernwärme -- ist der hydraulische Abgleich nach Verfahren B Voraussetzung für die KfW-Förderung. Ohne Abgleich läuft die neue Heizung nicht optimal und erreicht nicht die erwartete Effizienz.

Was ist der Unterschied zwischen Verfahren A und Verfahren B?

Verfahren A ist ein vereinfachtes Verfahren ohne raumweise Heizlastberechnung (Kosten: 400--600 EUR). Es genügt für die GEG-Pflicht und BAFA-Einzelmaßnahmen. Verfahren B umfasst eine vollständige Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 (Kosten: 800--1.500 EUR) und ist Pflicht bei KfW 458 Heizungstausch und KfW-Effizienzhaussanierung. Verfahren B liefert genauere Ergebnisse und eine höhere Einsparung.

Fazit: Kleine Investition, große Wirkung

Der hydraulische Abgleich ist die Maßnahme mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis in der Heiztechnik. Für 400 bis 1.500 EUR senken Sie Ihre Heizkosten um 5 bis 15 %, verbessern den Wohnkomfort und bereiten Ihr Heizsystem optimal auf einen späteren Wärmepumpen-Einbau vor. Die Amortisation liegt bei 3 bis 5 Jahren -- und die Einsparungen laufen danach Jahr für Jahr weiter.

Wenn Sie wissen möchten, wie sich ein hydraulischer Abgleich und weitere Optimierungsmaßnahmen auf Ihre Heizkosten auswirken, hilft reduco weiter. reduco analysiert Ihr Gebäude und zeigt Ihnen alle Einsparpotenziale -- vom hydraulischen Abgleich über Dämmmaßnahmen bis zum Heizungstausch, inklusive Fördermittelberechnung und Amortisationsrechnung. Jetzt kostenlos analysieren.

hydraulischer Abgleichheizungwärmepumpeenergiesparen

Sanierungspotenzial Ihres Gebäudes entdecken

Finden Sie heraus, welche Maßnahmen sich für Ihr Gebäude lohnen – kostenlos und in wenigen Minuten.

Kostenlos Gebäude analysieren

Verwandte Artikel