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Wärmepumpe im Altbau 2026: Voraussetzungen, Kosten & JAZ 3,4

Hendrik Stotz

Hendrik Stotz

Zertifizierter Energieeffizienz-Experte

Stand: 5. September 202620 Minuten

Luft-Wasser-Wärmepumpe vor der Fassade eines Altbaus mit Heizkörpern

Bekannt aus

ESMT Berlin
Reaktor
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ZIA Innovation 2026
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Das Wichtigste in Kürze

  • Gemessen, nicht geschätzt: In der vierjährigen Fraunhofer-ISE-Feldstudie WP-QS im Bestand erreichten 61 Luft-Wasser-Wärmepumpen eine mittlere Jahresarbeitszahl von 3,4 (Spanne 2,6–4,9), 16 erdgekoppelte Anlagen 4,3 (3,6–5,4). Ausgewertet wurden Gebäude der Baujahre 1826 bis 2001.
  • Kein Baujahr-Limit: Zwischen Baujahr und Effizienz fand die Studie keinen Zusammenhang. Entscheidend sind Vorlauftemperatur, Auslegung und Größe der Heizflächen.
  • Die 55-Grad-Grenze: Ein Haus gilt als geeignet, wenn die Vorlauftemperatur möglichst ganzjährig unter 55 °C bleibt. Die BEG-Förderrichtlinie verlangt von Luft-Wärmepumpen ausdrücklich auch bei 55 °C noch eine Effizienz von 125 %.
  • Kosten: Luft-Wasser 27.000–40.000 €, Sole-Wasser 40.000–60.000 € (inklusive 19 % MwSt.). 160 ausgewertete reale Angebote lagen zwischen 20.228 € und 63.061 €, im Mittel bei 36.279 €.
  • Förderung bis 80 %: 30 % Grundförderung plus 16 % Klimageschwindigkeitsbonus plus bis zu 40 % Einkommensbonus auf maximal 28.000 € Ausgaben, Höchstzuschuss 22.400 €. Der Standardfall liegt bei 46 % oder 12.880 €.
  • Betriebskosten: Bei JAZ 3,4 und 20.000 kWh Wärmebedarf rund 1.614 € Strom pro Jahr mit Wärmepumpentarif, gegenüber rund 2.739 € für dieselbe Wärme aus einer Gas-Brennwertheizung.

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„Eine Wärmepumpe funktioniert im Altbau nicht." Dieser Satz ist seit November 2025 messtechnisch widerlegt. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat vier Jahre lang 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern detailliert vermessen. Die 61 Luft-Wasser-Geräte erreichten im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 3,4, die 16 erdgekoppelten Anlagen 4,3. Für die Effizienzbewertung wurden Gebäude der Baujahre 1826 bis 2001 berücksichtigt, und eine Korrelation zwischen Baujahr und Effizienz konnte nicht festgestellt werden.

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Für Ihr Haus heißt das: Nicht die Jahreszahl im Grundbuch entscheidet, sondern die Temperatur, die Ihre Heizung an kalten Tagen tatsächlich braucht. Dieser Ratgeber führt Sie durch die Voraussetzungen an das Gebäude, den 48-Stunden-Selbsttest, Kosten, Förderung und Betriebskosten. Wer die Kennzahlen dahinter noch nicht kennt, findet den Unterschied zwischen COP und JAZ im Grundlagenbeitrag.

Wärmepumpe im Altbau: Erfahrungen aus 77 gemessenen Anlagen

Belastbare Erfahrungen mit Wärmepumpen im Bestand kommen nicht aus Foren, sondern aus Messreihen. Das Projekt WP-QS im Bestand (Förderkennzeichen 03EN2029A, gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium) setzte 34 Anlagen aus dem Vorgängerprojekt WPsmart fort und ergänzte 43 neue. Die beheizten Flächen lagen zwischen 90 und 370 m², im Mittel bei 170 m².

Interessanter als der einzelne Bestwert ist die Entwicklung über die Studiengenerationen:

Feldstudie Luft-Wasser (JAZ) Erdgekoppelt (JAZ)
Ältere Feldtests im Altbau (Auswertung Umweltbundesamt) 2,4–3,1 3,0–3,7
WPsmart im Bestand (2019) 3,1 4,1
WP-QS im Bestand (2025, 77 Anlagen) 3,4 (2,6–4,9) 4,3 (3,6–5,4)

Quellen: Fraunhofer ISE (Presseinformation 03.11.2025), Umweltbundesamt. Die Werte stammen aus verschiedenen Studiengenerationen und dürfen nicht in einer Zahl vermischt werden.

Vier Ergebnisse sind für Altbau-Eigentümer besonders relevant. Erstens: Ausreichend dimensionierte Heizkörper lassen sich im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben wie Flächenheizungen. Zweitens: Der elektrische Heizstab trug bei den Luft-Wasser-Geräten nur 1,3 % der elektrischen Arbeit bei, bei Erdreichwärmepumpen nahezu null Prozent, wobei das Institut selbst auf die vergleichsweise milde Witterung der Messperiode hinweist. Drittens: Die CO₂-Emissionen lagen 68 % unter denen einer vergleichbaren Gasheizung (statische Betrachtung) beziehungsweise 64 % darunter, wenn man viertelstündlich mit den realen Emissionswerten des Jahres 2024 rechnet. Viertens: In Kombination mit Photovoltaik erreichten die Systeme ohne Batterie 25–40 % Autarkie, mit Batterie 32–62 %.

Ein Punkt gehört zur Ehrlichkeit dazu: Die Stichprobe ist besser saniert als der Bundesdurchschnitt. Bei den vor 1977 errichteten Gebäuden war die Hälfte der Fassaden nachträglich gedämmt, bundesweit waren es bezogen auf 2016 nur rund 30 %. Die Studie belegt also, dass Wärmepumpen im Altbau funktionieren. Sie belegt nicht, dass jede unsanierte Immobilie ohne Vorbereitung geeignet ist. Genau deshalb folgt jetzt der Selbsttest für Ihr Haus.

Wärmepumpe im Altbau: Voraussetzungen, die Ihr Haus erfüllen muss

Die zentrale Bedingung ist erstaunlich einfach formuliert. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale ist ein Gebäude für eine Wärmepumpe geeignet, wenn die Vorlauftemperatur der Heizung möglichst ganzjährig unter 55 Grad Celsius bleibt. Alles andere folgt daraus.

Dass diese Grenze realistisch ist, bestätigt ausgerechnet die Förderpraxis. Die BEG-Förderrichtlinie verlangt für geförderte Wärmepumpen eine jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz von mindestens 125 % bei 55 °C Vorlauf für Luftwärmepumpen und 140 % für erdgekoppelte Geräte. Der Staat fördert also ausdrücklich Geräte, die den 55-Grad-Betrieb beherrschen, und das ist der typische Altbaufall, nicht der Neubaufall.

Die zweite Voraussetzung sind ausreichend große Heizflächen. Das Umweltbundesamt beschreibt den Effekt so: Heizkörper sind oft groß ausgelegt, deshalb können sie mit niedrigerer Vorlauftemperatur genug heizen. Viele Altbauten wurden für Kesseltemperaturen von 70 °C oder 90 °C gebaut und danach gedämmt oder mit neuen Fenstern ausgestattet. Die Heizkörper blieben, der Bedarf sank. Diese stille Überdimensionierung ist der wichtigste Verbündete beim Umstieg.

Kriterium Geeignet Maßnahme nötig
Vorlauftemperatur im Selbsttest ≤ 55 °C > 55 °C, Heizflächen oder Hülle nachbessern
Heizflächen große Heizkörper (Typ 22/33) oder Flächenheizung kleine Radiatoren (Typ 10/11)
Verglasung mindestens zweifach einfach verglast
Gebäudehülle Dach oder Fassade gedämmt vollständig ungedämmt
Spezifischer Heizwärmebedarf unter 150 kWh/(m²·a) über 150 kWh/(m²·a)
Elektroanschluss Platz im Zählerschrank, 3-phasig Zählerplatz erweitern lassen
Aufstellort außen Abstand zum Nachbarn, Schallschutz beachtet nur Reflexionsecke verfügbar

Hinzu kommen zwei technische Randbedingungen, die im Altbau häufiger klemmen als die Heizkörper. Der Zählerschrank muss Platz für den zusätzlichen Stromkreis und gegebenenfalls einen zweiten Zähler bieten. Und der Aufstellort im Freien muss schalltechnisch aufgehen: Nachts gelten nach TA Lärm 35 dB(A) im reinen, 40 dB(A) im allgemeinen Wohngebiet und 45 dB(A) im Mischgebiet am maßgeblichen Immissionsort. Geförderte Luft-Wasser-Geräte müssen ohnehin mindestens 10 dB unter dem Ökodesign-Grenzwert liegen, was die Auswahl entschärft. Details stehen in den Ratgebern zu Lautstärke und Schallschutz und zum Abstand zum Nachbarn.

Ist eine Wärmepumpe im Altbau sinnvoll? Der 55-Grad-Test in 48 Stunden

Bevor Sie Angebote einholen, können Sie die Eignung Ihres Hauses selbst prüfen. Der Test kostet nichts und liefert die einzige Zahl, auf die es ankommt. Sie brauchen dafür einen kalten Tag, idealerweise nahe der örtlichen Auslegungstemperatur von −10 bis −14 °C.

  1. Vorlauftemperatur begrenzen. Stellen Sie die Heizkurve Ihrer bestehenden Gas- oder Ölheizung so ein, dass die Vorlauftemperatur maximal 50–55 °C erreicht. Bei den meisten Reglern genügt es, Steilheit und Niveau zu reduzieren.
  2. Alle Thermostatventile voll öffnen. In jedem Raum, auch in selten genutzten. Halb geschlossene Ventile verfälschen das Ergebnis.
  3. 48 Stunden beobachten und Räume notieren. Erreichen alle Räume ihre Wunschtemperatur, meist 20–22 °C im Wohnbereich, ist Ihr Altbau ohne weitere Umbauten geeignet.
  4. Nachtabsenkung aussetzen. Eine Wärmepumpe läuft durchgehend mit niedriger Leistung. Wer im Test absenkt, misst den Aufheizvorgang statt des Dauerbetriebs.

Bleiben einzelne Räume kalt, ist selten das ganze Haus das Problem, sondern es sind einzelne unterdimensionierte Heizkörper. Häufig genügt der Tausch von drei bis fünf Stück. Realistische Kosten dafür liefert eine Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Der Heizkörpertausch kostet im Mittel 679 € je Heizkörper, mit einer Spanne von 326 € bis 1.207 €. Weitere Wege zu niedrigeren Temperaturen zeigt der Ratgeber Vorlauftemperatur senken; wie sich Radiatoren im Bestand konkret verhalten, behandelt der Beitrag Wärmepumpe mit Heizkörpern im Altbau. Wo ein Heizkörpertausch baulich nicht passt, sind Gebläsekonvektoren ab rund 2.500 € oft die günstigere Alternative zur nachträglichen Fußbodenheizung.

Vorlauftemperatur Typische JAZ (Luft-Wasser) Bewertung
≤ 35 °C 4,0–4,5 optimal, Flächenheizung
35–45 °C 3,5–4,0 sehr gut
45–55 °C 3,0–3,5 gut, klar wirtschaftlich
55–65 °C 2,5–3,0 Grenzbereich, Hochtemperatur-Gerät nötig
über 65 °C unter 2,5 erst Heizflächen oder Hülle nachbessern

Orientierungswerte aus der Praxis, keine Messwerte der ISE-Studie. Wer es exakt braucht, lässt eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 erstellen.

Wärmepumpe für Altbau nach Baujahr: Heizlast, Vorlauftemperatur und nötige Maßnahmen

Das Baujahr ist keine Ausschlussgrenze, aber eine brauchbare erste Orientierung, weil es eng mit den Wärmeschutzverordnungen ab 1977 zusammenhängt. Die folgende Tabelle ordnet typischen Bedarf, typische Heizlast und die üblicherweise nötige Maßnahme zu.

Baujahr (unsaniert) Heizwärmebedarf kWh/(m²·a) Heizlast W/m² Nötige Vorlauftemperatur Empfohlener Typ Typische Maßnahme
vor 1958 200–300 120–180 55–70 °C Sole-Wasser oder Hochtemperatur-Luft Heizkörper tauschen, Dach und Fenster
1958–1968 200–250 100–150 55–65 °C Luft-Wasser mit R290 oder Sole einzelne Heizkörper, Dachdämmung
1969–1978 150–250 90–130 50–60 °C Luft-Wasser drei bis fünf Heizkörper, hydraulischer Abgleich
1979–1994 (ab 1. WSchV) 100–150 60–90 45–55 °C Luft-Wasser hydraulischer Abgleich
ab 1995 (3. WSchV/EnEV) unter 100 40–60 35–45 °C Luft-Wasser keine

Orientierungswerte für unsanierte Gebäude. Eine Teilsanierung mit neuen Fenstern und Dachdämmung senkt ein 60er- oder 70er-Haus typischerweise auf 100–150 kWh/(m²·a).

Die aussagekräftigste Kennzahl ist nicht das Jahr, sondern der spezifische Heizwärmebedarf. Sie ermitteln ihn grob, indem Sie den Jahresverbrauch in Kilowattstunden durch die beheizte Wohnfläche teilen, oder Sie lesen ihn im Energieausweis ab. Aus diesem Wert und der Wohnfläche ergibt sich die Heizlast, aus der Heizlast die passende Gerätegröße. Wie man von dort zur richtigen Kilowattzahl kommt, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe dimensionieren. Eine nach Jahrzehnten aufgeschlüsselte Kostenrechnung finden Sie unter Wärmepumpe Kosten im Altbau der Baujahre 1960 bis 1980.

Wärmepumpe im Altbau ohne Dämmung: Wann es trotzdem funktioniert

Auch ohne Dämmung kann eine Wärmepumpe wirtschaftlich laufen. In der ISE-Stichprobe waren die ab 1977 errichteten Häuser bis auf ein einziges durchweg unsaniert, und die Anlagen erreichten trotzdem die genannten Jahresarbeitszahlen. Entscheidend ist, ob die vorhandenen Heizflächen die Wärme bei moderater Temperatur in den Raum bringen.

Ehrlich bleibt aber: Je höher die nötige Vorlauftemperatur, desto teurer der Betrieb. Oberhalb von 65 °C sinkt die Arbeitszahl unter 2,5, und dann rechnet sich die Anlage nur noch mit einem günstigen Wärmepumpentarif. Für diese Fälle gibt es zwei Wege. Erstens Geräte mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan), die Vorlauftemperaturen bis etwa 70–75 °C erreichen. Welche Geräte das schaffen, zeigt die Übersicht beste Wärmepumpe für den Altbau; Technik und Kältemittel erklären die Ratgeber R32 und R290 und Hochtemperatur-Wärmepumpe. Zweitens die gezielte Teilsanierung, die den Bedarf senkt, statt die Temperatur zu erhöhen.

Ein Förderdetail hilft dabei, das viele übersehen: Die Höchstgrenze der förderfähigen Ausgaben für Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung beträgt 30.000 € für die erste Wohneinheit und steht neben den 28.000 € für die Heizung. Wer beides angeht, schöpft zwei Töpfe aus. Wie man die Reihenfolge sinnvoll plant, behandeln die Ratgeber Wärmepumpe ohne Dämmung und energetische Sanierung im Altbau.

Wovon ich abrate: die Wärmepumpe auf den heutigen, unsanierten Zustand auszulegen, obwohl die Dämmung schon geplant ist. Die Anlage ist danach zu groß, taktet und verschleißt schneller. Legen Sie auf den erwarteten Zustand nach der Sanierung aus und überbrücken Sie die Übergangszeit mit dem Heizstab oder einer leicht erhöhten Vorlauftemperatur.

Luftwärmepumpe oder Erdwärmepumpe im Altbau: Welcher Typ passt zu Ihrem Haus?

Der Markt hat die Frage längst beantwortet, und zwar einseitig. 2025 wurden in Deutschland 299.000 Heizungswärmepumpen abgesetzt, davon 283.000 Luftwärmepumpen und nur 16.000 erdgekoppelte Geräte. Sole-Wasser ist damit rund 5 % des Marktes, obwohl gerade der Altbau von der höheren Arbeitszahl profitiert.

Kriterium Luft-Wasser Sole-Wasser (Erdwärme)
Gemessene JAZ im Bestand 3,4 im Mittel (2,6–4,9) 4,3 im Mittel (3,6–5,4)
Kosten komplett installiert 27.000–40.000 € 40.000–60.000 €
Genehmigung in der Regel keine wasserrechtlich, je nach System
Platzbedarf rund 1 m² Aufstellfläche außen Bohrpunkt oder Gartenfläche
Schall Außengerät, Nachbarschaft beachten praktisch geräuschlos außen
Aufwand im Bestand gering, meist ein Tag Außenarbeiten Erdarbeiten, Baustelle im Garten

Quellen: Fraunhofer ISE (Presseinformation 03.11.2025), Korpus-Orientierungspreise inklusive 19 % MwSt.

Die Faustregel für den Altbau lautet: Bleibt die nötige Vorlauftemperatur unter 55 °C und ist der Aufstellort schalltechnisch unkritisch, ist Luft-Wasser die schnellere und günstigere Lösung. Liegt die Vorlauftemperatur darüber, der Wärmebedarf hoch und ist Gartenfläche vorhanden, holt die Erdwärme den Preisunterschied über die Betriebskosten teilweise wieder herein. Eine ausführliche Gegenüberstellung liefert der Vergleich Luftwärmepumpe oder Erdwärmepumpe.

Erdwärmepumpe im Altbau: Sonde, Kollektor, Genehmigung und Kosten

Erdwärme ist im Altbau die unterschätzte Option, weil die meisten Ratgeber sie nur als Vergleichszeile führen. Genutzt wird die oberflächennahe Geothermie bis 400 Meter Tiefe. Für ein Einfamilienhaus reicht deutlich weniger: Der Bundesverband Wärmepumpe nennt für ein durchschnittliches Haus eine Sondentiefe von rund 100 Metern; ab etwa 10 Metern liegt die Untergrundtemperatur ganzjährig nahezu konstant bei rund 10 °C und steigt mit der Tiefe um etwa 3 °C je 100 Meter.

Kriterium Erdwärmesonde Flächenkollektor
Tiefe beziehungsweise Verlegung rund 100 m Bohrung rund 1,5 m tief, unter der Frostgrenze
Flächenbedarf wenige Quadratmeter am Bohrpunkt etwa das Eineinhalbfache der beheizten Fläche
Rechtlicher Status wasserrechtliche Erlaubnis, Anzeige einen Monat vorher meist nur anzeigepflichtig, Vorgaben je Bundesland
Kosten Gerät und Erschließung 18.000–28.000 € (Bohrung rund 60 €/m) 14.000–20.000 €
Passt im Altbau, wenn wenig Gartenfläche, hoher Wärmebedarf großer Garten ohne Bebauung darüber

Quellen: Bundesverband Wärmepumpe, Umweltbundesamt, Wasserhaushaltsgesetz, Korpus-Orientierungspreise.

Rechtlich gilt: Arbeiten, die so tief in den Boden eindringen, dass sie sich auf das Grundwasser auswirken können, sind der zuständigen Behörde nach § 49 Wasserhaushaltsgesetz einen Monat vor Beginn anzuzeigen. Wird dabei ein Gewässer im Sinne des Gesetzes benutzt, was bei Sonden und erst recht bei Grundwasserbrunnen der Fall sein kann, greift zusätzlich die Erlaubnispflicht nach § 8 WHG. Rechnen Sie mit vier bis zehn Wochen Vorlauf bei der unteren Wasserbehörde und prüfen Sie früh, ob Ihr Grundstück in einem Wasserschutzgebiet liegt.

Kostenseitig gilt: Der Flächenkollektor ist günstiger, verlangt aber eine unbebaute und unversiegelte Fläche. Wie sich beides im Detail zusammensetzt, steht in den Ratgebern Erdwärmepumpe: Kosten und Funktion, Erdwärme: Kosten der Bohrung und Förderung und Flächenkollektor für die Erdwärmepumpe.

Wärmepumpe Kosten im Altbau: Was Luft-Wasser und Sole-Wasser wirklich kosten

Die belastbarste Preisquelle sind reale Angebote. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen an Ein- und Zweifamilienhaus-Eigentümer ausgewertet. Die Spanne reichte von 20.228 € bis 63.061 €, der Mittelwert lag bei 36.279 €, der Median bei 34.979 €. 61 % der Angebote lagen, ohne Heizkörpertausch gerechnet, zwischen 30.000 € und 40.000 €. Die Folgeauswertung 2026 bestätigt das Niveau mit 21.099 € bis 54.168 €. Die angebotene Leistung lag bei 4–18 kW, Mittelwert und Median bei 10 kW.

Der wichtigste Befund ist kontraintuitiv: Nur 26 % der Angebote enthielten Warmwasserbereitung, hydraulischen Abgleich, Fundament und Elektroinstallation gemeinsam. Diese vollständigen Angebote kosteten im Mittel 37.564 €, also gut 1.000 € mehr als der Durchschnitt aller Angebote. Ein günstiges Angebot ist im Zweifel kein billigeres Projekt, sondern ein unvollständiges. Besonders auffällig: In 89 % der Angebote fehlte der Heizkörpertausch, in 20 % der hydraulische Abgleich. Neben dem Gerät summieren sich Montage und Lohn (Mittel 6.997 €), Elektroinstallation (3.032 €), Warmwasserbereitung (2.589 €), Fundament (1.507 €), Pufferspeicher (1.368 €) und hydraulischer Abgleich (1.159 €) auf rund 16.700 €.

Position Luft-Wasser Sole-Wasser
Gesamtkosten brutto (19 % MwSt.) 27.000–40.000 € 40.000–60.000 €
davon Gerät und Erschließung 8.000–16.000 € 14.000–28.000 €
Eigenanteil bei 46 % Förderung 14.120–27.120 € 27.120–47.120 €
Eigenanteil bei 70 % Förderung 7.400–20.400 € 20.400–40.400 €
Eigenanteil bei 80 % Förderung 4.600–17.600 € 17.600–37.600 €
Wartung pro Jahr 150–300 € 150–300 €

Förderung berechnet auf die maximal förderfähigen 28.000 €. Zum Vergleich: Ein neuer Gas-Brennwertkessel kostet 8.000–12.000 € ohne Zuschuss.

Wärmepumpen unterliegen dem vollen Umsatzsteuersatz von 19 %. Der Nullsteuersatz gilt ausschließlich für Photovoltaikanlagen, nicht für Heizungen. Wie Sie Angebote auf Vollständigkeit prüfen, zeigt der Ratgeber Wärmepumpen-Angebote richtig vergleichen; die vollständige Kostenübersicht samt Wirtschaftlichkeitsrechnung steht unter Wärmepumpe: Kosten und Förderung.

Förderung für die Wärmepumpe im Altbau: 30 bis 80 Prozent über die KfW 458

Seit dem 21. Juli 2026 gilt die neue BEG-Förderrichtlinie. Für Altbau-Eigentümer ist sie in einem Punkt besonders günstig, in einem anderen zeitkritisch.

Baustein Satz 2026 Bedingung
Grundförderung 30 % jede förderfähige Wärmepumpe
Klimageschwindigkeitsbonus 16 % bis 31.01.2027 Selbstnutzer, funktionierende fossile Altheizung
Einkommensbonus 40 / 30 / 10 % zvE bis 30.000 € / bis 40.000 € / bis 50.000 €
Obergrenze gesamt 70 % beziehungsweise 80 % 80 % nur bei zvE bis 30.000 €
Förderfähige Ausgaben, erste Wohneinheit 28.000 € sinkt ab 01.02.2027 halbjährlich um 750 €
Höchstzuschuss 22.400 € 80 % von 28.000 €

Quelle: BEG-Förderrichtlinie Einzelmaßnahmen (Nummern 8.3 bis 8.4.5), KfW 458.

Der Klimageschwindigkeitsbonus beträgt 16 Prozentpunkte bis zum 31.01.2027, danach 12, ab 01.08.2027 8, ab 01.02.2028 4 und ab 01.08.2028 null. Voraussetzung ist der Austausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtstromspeicherheizung, bei Gaszentralheizungen zusätzlich ein Inbetriebnahmedatum vor mindestens 20 Jahren. Die Altanlage muss fachgerecht demontiert und entsorgt werden. Wichtig für Altbau-Eigentümer, die über eine Hybridlösung nachdenken: Nach dem Austausch dürfen die versorgten Flächen nicht mehr von fossilen oder gasbetriebenen Heizungen versorgt werden. Eine Gas-Wärmepumpen-Kombination kostet also den Bonus.

Der Einkommensbonus greift nur für Selbstnutzer und nur für die selbst bewohnte Wohneinheit. Maßgeblich ist das durchschnittliche zu versteuernde Haushaltseinkommen des zweiten und dritten Kalenderjahres vor dem Antrag. Lebt mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt, reduziert der Familienzuschlag das anzusetzende Einkommen einmalig pauschal um 10.000 €, wodurch häufiger die nächsthöhere Stufe greift.

Im Standardfall eines Selbstnutzers mit funktionierender Gasheizung ergeben 30 % Grundförderung plus 16 % Bonus genau 46 % oder 12.880 € Zuschuss. Bei einer Gesamtinvestition von 36.800 € (Wärmepumpe 33.000 €, fünf Heizkörper 3.000 €, hydraulischer Abgleich 800 €) bleibt ein Eigenanteil von 23.920 €. Mit dem Einkommensbonus auf 70 % sinkt er auf 17.200 €, bei 80 % auf 14.400 €.

Drei Regeln entscheiden über Erfolg oder Ablehnung. Der Antrag muss vor Wirksamwerden des Liefer- oder Leistungsvertrags gestellt werden, wobei ein Vertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung zulässig ist. Umfeldmaßnahmen wie Elektroinstallation, Fundament oder Pufferspeicher zählen mit auf die 28.000 €. Und ab dem 1. Januar 2028 werden nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln gefördert, wozu R290 zählt, R32 dagegen nicht. Ergänzend regelt die Richtlinie bereits einen Wertschöpfungsbonus von 15 Prozentpunkten ab dem ersten Quartal 2027, zeitgleich sinkt dort allerdings der Grundfördersatz für Wärmepumpen auf 15 %. Wer die KfW-Förderung nicht nutzen kann oder will, kann alternativ den Steuerbonus nach § 35c EStG mit 20 % über drei Jahre und maximal 40.000 € je Objekt in Anspruch nehmen; beides zusammen für dieselbe Maßnahme geht nicht. Die Einzelheiten stehen in den Ratgebern KfW 458 für den Heizungstausch, Einkommensbonus für die Wärmepumpe, Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab 2027 und Förderantrag vor Vorhabenbeginn.

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Betriebskosten der Wärmepumpe im Altbau: Stromkosten gegen Gas und Öl

Die oft zitierte Schwelle „ab JAZ 2,7 schlägt die Wärmepumpe die Gasheizung" stimmt nur mit einer Zusatzangabe, die fast überall fehlt: Sie gilt gegen Haushaltsstrom. Die Rechnung dahinter ist einfach. Eine Gas-Brennwertheizung mit 92 % Nutzungsgrad kostet bei 12,6 ct/kWh Gaspreis effektiv 13,70 ct je Kilowattstunde Wärme. Die Break-even-Arbeitszahl ist der Strompreis geteilt durch diesen Wert: 2,72 bei 37,3 ct Haushaltsstrom, 2,00 bei 27,44 ct Wärmepumpenstrom mit getrennter Messung und 1,75 bei einem Neuvertrag zu 24 ct. Mit dem richtigen Tarif rechnet sich die Wärmepumpe also schon weit unter dem Feldmittel.

Wärmeerzeuger Endenergie bei 20.000 kWh Wärme Wärmepumpentarif 27,44 ct Neuvertrag 24 ct Haushaltsstrom 37,3 ct
Luft-Wasser, JAZ 2,7 7.407 kWh Strom 2.033 € 1.778 € 2.763 €
Luft-Wasser, JAZ 3,0 6.667 kWh Strom 1.829 € 1.600 € 2.487 €
Luft-Wasser, JAZ 3,4 (Feldmittel) 5.882 kWh Strom 1.614 € 1.412 € 2.194 €
Sole-Wasser, JAZ 4,3 (Feldmittel) 4.651 kWh Strom 1.276 € 1.116 € 1.735 €
Gas-Brennwert (92 %) 21.739 kWh Gas 2.739 € bei 12,6 ct
Öl-Brennwert (90 %) 22.222 kWh Öl 2.978 € bei 13,4 ct

Beim Wärmepumpentarif kommen rund 140 € Grundpreis pro Jahr hinzu. Quellen: BDEW, Bundesnetzagentur, Verbraucherzentrale NRW.

Den günstigen Tarif bekommen Sie über die separate Messung nach § 14a EnWG, Modul 2: Der Netzentgelt-Arbeitspreis sinkt auf 40 %, hinzu kommen rund 95 € Grundpreiserlass und eine Konzessionsabgabe von 0,11 statt 1,6 ct/kWh. Im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Wärmepumpe bei Netzengpässen dimmen, aber nicht abschalten; 4,2 kW bleiben garantiert. Marktseitig liegen Wärmepumpentarife für Neuverträge laut einem Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW im Mittel bei 24 ct/kWh mit einer Spanne von 20 bis 29 ct. Ob sich der zweite Zähler lohnt, rechnet der Ratgeber zweiter Stromzähler für die Wärmepumpe vor; die vollständige Verbrauchsrechnung steht unter Stromverbrauch und Stromkosten der Wärmepumpe und die Tarifauswahl unter Wärmepumpenstrom-Tarif 2026.

Auf der Gegenseite steigen die fossilen Kosten planbar. Der nationale CO₂-Preis bewegt sich 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 €/t, ab 2028 übernimmt der europäische Emissionshandel ETS2 die Preisbildung. Was das für Ihre Heizkostenabrechnung bedeutet, steht unter CO₂-Preis und Heizkosten und im Vergleich Wärmepumpe gegen Gasheizung.

Wärmepumpe im Altbau nachrüsten: Der Ablauf von der Prüfung bis zur Inbetriebnahme

Der Weg von der Idee bis zur laufenden Anlage dauert im Bestand typischerweise vier bis neun Monate, wobei der Löwenanteil auf Planung und Förderung entfällt, nicht auf den Einbau.

  1. Eignung prüfen. 55-Grad-Test durchführen, Verbrauch und Wohnfläche zusammentragen, Aufstellort und Zählerschrank ansehen.
  2. Heizlast berechnen lassen. Raumweise nach DIN EN 12831, nicht per Faustformel aus dem alten Kesselaufkleber.
  3. Angebote einholen und vergleichen. Mindestens drei, jeweils mit Warmwasser, Elektroinstallation, Fundament, Pufferspeicher und hydraulischem Abgleich als eigenen Positionen.
  4. Förderung beantragen. Vor Vertragsabschluss über das KfW-Portal, mit Bestätigung des Fachunternehmens.
  5. Einbau und hydraulischer Abgleich. Der reine Austausch dauert meist zwei bis vier Tage, Erdarbeiten entsprechend länger.
  6. Heizkurve einregulieren. Im ersten Winter nachjustieren, statt die Werkseinstellung stehen zu lassen. Hier entstehen die größten Effizienzunterschiede.

Den kompletten Ablauf mit Zeitschiene und Gewerken beschreibt der Ratgeber Wärmepumpe nachrüsten im Altbau, die technische Seite des Einbaus der Beitrag Wärmepumpe einbauen: Ablauf, Dauer und Kosten.

Wann eine Wärmepumpe im Altbau nicht die richtige Wahl ist

Seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz, das als BGBl. 2026 I Nr. 226 am 29. Juli 2026 in Kraft getreten ist, gibt es keine 65-Prozent-Pflicht und keine Austauschpflicht für alte Kessel mehr. Der Wechsel ist damit eine reine Wirtschaftlichkeitsentscheidung, und die fällt nicht immer für die Wärmepumpe aus.

Gegen sie spricht es, wenn der 55-Grad-Test klar scheitert und Sie weder Heizflächen tauschen noch dämmen wollen. Ebenso, wenn kein zulässiger Aufstellort für ein Außengerät existiert und Erdwärme wegen fehlender Fläche oder eines Wasserschutzgebiets ausscheidet. Auch ein bereits verfügbarer Fernwärmeanschluss oder ein geplanter Verkauf in den nächsten zwei bis drei Jahren verschieben die Rechnung. Neue Gasheizungen sind wieder uneingeschränkt zulässig, tragen aber den CO₂-Preis für ihre gesamte Laufzeit. Wer die Alternativen offen abwägen will, findet den Vergleich unter welche Heizung für den Altbau die richtige ist und die Rechtslage unter Heizungsgesetz 2026: die Änderungen.

Typische Fehler beim Wärmepumpen-Einbau im Altbau

Die ISE-Auswertung benennt die Optimierungspotenziale ihrer eigenen Stichprobe erfreulich offen, und sie decken sich mit dem, was in Angeboten fehlt.

Der häufigste Fehler ist die Überdimensionierung. Viele der vermessenen Wärmepumpen waren bezogen auf den tatsächlichen Verbrauch zu groß ausgelegt, einzelne Anlagen zeigten sehr hohe Schalthäufigkeiten. Wenn Mittelwert und Median der angebotenen Leistung bei 10 kW liegen, obwohl viele Bestandshäuser mit 7 oder 8 kW auskommen, ist das kein Zufall, sondern Sicherheitszuschlag auf Kosten der Effizienz. Was dagegen hilft, steht unter Wärmepumpe taktet zu oft.

Der zweite Fehler betrifft den Speicher: Bei einigen Kombispeichern gelang keine zuverlässige Trennung der Temperaturniveaus zwischen Raumheizung und Trinkwasser, wodurch die Anlage dauerhaft auf dem höheren Niveau arbeitet. Dritter Punkt: Warmwasser dauerhaft auf 60 °C zu halten kostet spürbar Effizienz. Moderne Regelungen erhitzen nur periodisch, sonst genügen 48–50 °C. Vierter Punkt: Der hydraulische Abgleich fehlte in 20 % der ausgewerteten Angebote, obwohl ohne ihn einzelne Räume über- und andere unterversorgt werden. Und fünftens werden COP und SCOP aus dem Datenblatt gern für die zu erwartende Jahresarbeitszahl gehalten. Es sind Laborwerte; kalkulieren Sie im Altbau konservativ mit 3,0. Welche Einstellungen nach der Inbetriebnahme wirklich zählen, fasst der Ratgeber Heizen mit der Wärmepumpe zusammen, das Zusammenspiel von Heizung und Trinkwasser der Beitrag Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser.

Wärmepumpe im Altbau: die Ratgeber-Serie

Diese Seite ist der Überblick. Für jede Detailfrage gibt es einen eigenen Ratgeber:

Häufige Fragen zur Wärmepumpe im Altbau

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau ohne Dämmung?

Ja, unter Bedingungen. In der Fraunhofer-Stichprobe waren die ab 1977 gebauten Häuser bis auf eines unsaniert und erreichten trotzdem die genannten Arbeitszahlen. Entscheidend ist nicht die Dämmung selbst, sondern ob die vorhandenen Heizkörper die Wärme bei höchstens 55 °C in den Raum bringen. Bleibt der 55-Grad-Test erfolglos, sind meist einzelne Heizkörper zu klein, nicht das ganze Haus ungeeignet.

Welche Vorlauftemperatur braucht eine Wärmepumpe im Altbau?

Als Faustregel gilt: möglichst ganzjährig unter 55 °C. Bis 45 °C arbeiten Luft-Wasser-Geräte mit Arbeitszahlen von 3,5 und mehr, zwischen 45 und 55 °C liegen sie typischerweise bei 3,0–3,5. Oberhalb von 65 °C fällt die Arbeitszahl unter 2,5 und der Betrieb wird nur mit günstigem Wärmepumpentarif wirtschaftlich.

Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau nach Förderung?

Eine Luft-Wasser-Anlage komplett installiert kostet 27.000–40.000 €. Im Standardfall mit 46 % Zuschuss auf maximal 28.000 € förderfähige Ausgaben bleiben 14.120–27.120 € Eigenanteil. Mit Einkommensbonus und Deckel bei 80 % sinkt er auf 4.600–17.600 €, der Höchstzuschuss beträgt 22.400 €.

Muss ich für eine Wärmepumpe im Altbau die Heizkörper tauschen?

Meistens nicht alle. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Altbau-Heizkörper oft großzügig ausgelegt wurden und deshalb auch mit niedrigerer Vorlauftemperatur genug Wärme abgeben. Typisch ist der Tausch von drei bis fünf unterdimensionierten Heizkörpern zu im Mittel 679 € je Stück. In 89 % der ausgewerteten Angebote fehlte diese Position, prüfen Sie sie deshalb aktiv.

Wie alt darf ein Haus für eine Wärmepumpe sein?

Es gibt keine Altersgrenze. Die Fraunhofer-Auswertung berücksichtigte Gebäude der Baujahre 1826 bis 2001 und fand keine Korrelation zwischen Baujahr und Effizienz. Das Baujahr ist nur eine Hilfsgröße für den erwartbaren Wärmebedarf. Gemessen wird die Eignung an Heizlast und Vorlauftemperatur.

Welche Wärmepumpe eignet sich für einen Altbau ohne Fußbodenheizung?

Eine normale Luft-Wasser-Wärmepumpe genügt, solange die Heizkörper groß genug sind. Reicht das nicht, kommen Geräte mit dem Kältemittel R290 infrage, die Vorlauftemperaturen bis etwa 70–75 °C erreichen, oder Gebläsekonvektoren in den kritischen Räumen. Die Details stehen im Ratgeber Wärmepumpe ohne Fußbodenheizung.

Lohnt sich eine Erdwärmepumpe im Altbau gegenüber einer Luftwärmepumpe?

Rechnerisch dann, wenn der Wärmebedarf hoch bleibt. Erdgekoppelte Anlagen erreichten im Feld 4,3 statt 3,4, was bei 20.000 kWh Wärmebedarf rund 340 € Stromkosten pro Jahr spart. Die Mehrkosten von etwa 13.000–20.000 € amortisieren sich damit erst über sehr lange Zeiträume. Erdwärme lohnt vor allem dort, wo ein Außengerät schalltechnisch oder optisch ausscheidet.

Ab welcher Jahresarbeitszahl lohnt sich die Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung?

Das hängt am Stromtarif, und genau das wird meist verschwiegen. Gegen Haushaltsstrom zu 37,3 ct liegt der Break-even bei einer Arbeitszahl von 2,72. Gegen Wärmepumpenstrom mit getrennter Messung zu 27,44 ct sinkt er auf 2,00, gegen einen Neuvertrag zu 24 ct auf 1,75. Das gemessene Feldmittel von 3,4 liegt in allen drei Fällen deutlich darüber.

Wie laut ist eine Wärmepumpe am Altbau und welche Abstände muss ich einhalten?

Maßgeblich sind die Immissionsrichtwerte der TA Lärm am nächsten schutzbedürftigen Fenster: nachts 35 dB(A) im reinen Wohngebiet, 40 dB(A) im allgemeinen Wohngebiet und 45 dB(A) im Mischgebiet. Der nötige Abstand ergibt sich daraus rechnerisch, nicht aus einer festen Meterzahl. Innen aufgestellte Sole-Wasser-Anlagen haben außen gar keine Schallquelle.

Nächster Schritt: Prüfen Sie Ihr Haus mit echten Gebäudedaten

Der 55-Grad-Test sagt Ihnen, ob es geht. Die zweite Frage lautet, was es kostet und was danach übrig bleibt. reduco wertet dafür die realen Daten Ihres Gebäudes aus, also Baujahr, Fläche, Geometrie und Verbrauch, und rechnet daraus Heizlast, erwartete Arbeitszahl, Investition und Förderung durch. Sie sehen in wenigen Minuten, ob Ihr Altbau ohne Umbau auskommt oder welche drei bis fünf Heizkörper vorher an die Reihe kommen. Eine erste Einschätzung liefert der Wärmepumpen-Rechner, die passenden Fördersätze der Fördermittel-Rechner. Wer schon weiter ist und Preise sehen will, kann direkt Wärmepumpen-Angebote vergleichen.

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