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Ratgeber17 Min. Lesezeit

Erdwärme nutzen 2026: Bohrung, Kosten, Förderung & Genehmigung

Erdwärme erschließen: Bohrkosten 50–120 €/Bohrmeter, JAZ rund 4,1, BEG bis 70 % bzw. 21.000 €. Genehmigung, Kollektortypen und Grundstückseignung verständlich erklärt.

Erdwärmebohrung mit Bohrgerät und Erdsonde zur Erschließung von Geothermie für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe

Das Wichtigste in Kürze

  • Bohrung ist der größte Posten: Eine Erdsondenbohrung kostet ca. 50–120 € je Bohrmeter. Für ein Einfamilienhaus mit rund 10 kW Heizlast sind 150–250 Bohrmeter nötig – das ergibt allein 9.000–30.000 € Bohrkosten vor Förderung.
  • Effizient dank konstanter Erdwärme: Sole-Wasser-Wärmepumpen erreichen im Feldtest eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von rund 4,1–4,3 – deutlich mehr als Luft-Wasser-Geräte mit 2,5–3,4, weil das Erdreich ab 10 m Tiefe ganzjährig rund 10 °C liefert.
  • Förderung bis 70 %: Die BEG-Heizungsförderung (KfW 458) bringt 30 % Grundförderung plus 5 % Effizienzbonus speziell für Erdwärme, maximal 70 % bzw. 21.000 € Zuschuss pro Wohneinheit.
  • Genehmigung ist Pflicht: Jede Erdwärmebohrung muss der unteren Wasserbehörde mindestens einen Monat vor Beginn angezeigt werden (§ 49 WHG); ab 100 m Tiefe kommt das Bergrecht hinzu.
  • Flächenkollektor braucht Platz: Wer statt zu bohren flach verlegt, benötigt rund das 1,5-Fache der Heizfläche als unbebautes Grundstück.
  • Gesamtkosten EFH: Erschließung plus Wärmepumpe plus Installation summieren sich auf rund 27.000–50.000 €, die Erdsondenvariante im Schnitt auf etwa 32.000 € vor Förderung.

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Erdwärme – fachlich oberflächennahe Geothermie – ist die zuverlässigste Wärmequelle für eine Wärmepumpe, weil der Untergrund das ganze Jahr über eine nahezu konstante Temperatur hält. Genau deshalb erreichen erdgekoppelte Anlagen die höchsten Jahresarbeitszahlen im Markt. Der Preis dafür: Sie müssen die Wärme erst aus dem Boden holen – durch eine Tiefenbohrung, einen flächigen Kollektor oder einen Erdwärmekorb. Diese Erschließung ist das Thema dieses Ratgebers. Wie das Gerät selbst funktioniert und was es verbraucht, lesen Sie im Schwesterartikel zu Kosten und Funktion der Erdwärmepumpe selbst.

Wir zeigen Ihnen die drei Wege, Erdwärme zu erschließen, die realistischen Bohrkosten, die Genehmigungspflichten und die BEG-Förderung 2026. Wenn Sie noch grundsätzlich zwischen Wärmequellen schwanken, hilft Ihnen der Vergleich Luftwärmepumpe vs. Erdwärmepumpe. Alle Zahlen sind quellenbelegt – nichts geschätzt.

Die drei Wege, Erdwärme zu erschließen

Oberflächennahe Geothermie nutzt laut Umweltbundesamt die Wärme im Erdreich bis 400 m Tiefe. Für ein Eigenheim kommen praktisch drei Varianten infrage – plus der Erdwärmekorb als Sonderform. Die Wahl hängt fast immer vom verfügbaren Platz und vom Untergrund ab, nicht vom Geschmack.

Erschließung Tiefe / Fläche Kosten je kW Entzug Vorteil Nachteil
Erdsonde (Tiefenbohrung) 50–160 m, ~100 m typisch im Bohrpreis (50–120 €/m) sehr platzsparend, höchste JAZ, ganzjährig stabil teuer, genehmigungs- und bohrintensiv
Flächenkollektor ~1,5 m tief, ~1,5× Heizfläche ~600–1.000 €/kW günstigste Erschließung, keine Tiefenbohrung großer Platzbedarf, Fläche bleibt unbebaubar
Grabenkollektor ~1,5–2 m tief, schmale Gräben ~330–660 €/kW günstig, weniger Fläche als Flächenkollektor dennoch Erdarbeiten nötig, regional ausgelegt
Erdwärmekorb / Spiralkollektor ~10–20 m² je Korb, vertikal ~2.000–5.000 €/kW sehr platzsparend, keine tiefe Bohrung teuerste Variante je kW, mehrere Körbe nötig

Die Kosten je kW Entzugsleistung sind branchenübliche Richtwerte und zeigen die Logik: Wer Platz hat, fährt mit dem Flächen- oder Grabenkollektor am günstigsten. Wer keinen Platz hat, bohrt – und zahlt für die Erschließung mehr, bekommt dafür aber die beste Effizienz und die kleinste Eingriffsfläche.

Erdsondenbohrung: Kosten pro Meter, Tiefe, Ablauf

Die Erdsonde ist die häufigste Lösung für Neubauten und Grundstücke mit wenig Platz. Dabei werden ein oder mehrere Bohrlöcher senkrecht ins Erdreich getrieben, in die ein U-förmiges Sondenrohr eingelassen und mit einer wärmeleitenden Suspension verfüllt wird.

Bohrkosten: Sie liegen bei ca. 50–120 € je Bohrmeter inklusive Verpressung und Anschluss. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit rund 10 kW Heizlast sind 150–250 Bohrmeter erforderlich, sodass sich Bohrkosten von 9.000–30.000 € ergeben. Die große Spanne erklärt sich aus dem Untergrund: weiches Sediment lässt sich schnell und günstig bohren, harter Fels oder Karst treibt den Meterpreis nach oben.

Tiefe: Eine einzelne Sonde reicht beim EFH meist in die Größenordnung von rund 100 Metern. Der physikalische Grund: Ab etwa 10 m Tiefe herrscht ganzjährig eine konstante Temperatur von rund 10 °C, die mit der geothermischen Tiefenstufe um etwa 3 °C je 100 Meter weiter ansteigt. Je tiefer die Sonde, desto wärmer und stabiler die Quelle.

Ablauf: Die reine Bohrausführung dauert in der Regel 3–5 Tage, hinzu kommen Vorlaufzeit für die Genehmigung und der Anschluss an die Wärmepumpe. Ein spezialisiertes Bohrunternehmen mit Zertifizierung nach den einschlägigen technischen Regeln (siehe unten) sollte zwingend beauftragt werden.

Wie viele Bohrmeter Ihr Haus genau braucht, hängt von der Heizlast ab – dazu hilft unsere Anleitung, die Wärmepumpe richtig zu dimensionieren.

Eine oder mehrere Sonden? Reicht eine einzelne Bohrung von rund 100 m nicht aus, werden mehrere flachere Sonden gesetzt. Wichtig ist dabei ein ausreichender Abstand zwischen den Bohrlöchern (Faustregel mehrere Meter), damit sich die Sonden nicht gegenseitig das Erdreich auskühlen. Wird der Boden über die Jahre zu stark abgekühlt, sinkt die JAZ – ein fachgerecht ausgelegtes Sondenfeld berücksichtigt deshalb sowohl die Entzugsleistung als auch die natürliche Regeneration des Untergrunds über den Sommer.

Flächenkollektor & Grabenkollektor: günstiger, aber Platz nötig

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Wenn das Grundstück groß genug ist, ist der Flächenkollektor die preiswerteste Erschließung. Dabei wird ein waagerechtes Rohrsystem schlangenförmig unterhalb der Frostgrenze in rund 1,5 m Tiefe verlegt. Die Wärme stammt hier überwiegend aus eingespeicherter Sonnenenergie und Regen, nicht aus der Tiefe.

Flächenbedarf: Als verbreitete Faustregel gilt rund das Eineinhalbfache der zu beheizenden Wohnfläche; je nach Untergrund und Auslegung werden 1,5–2,5× angesetzt. Bei 150 m² Wohnfläche bedeutet das grob 225–450 m² unbebaute Grundstücksfläche, die nicht überbaut, versiegelt oder tief bepflanzt werden darf.

Grabenkollektor: Eine platzsparendere Variante verlegt die Rohre in mehreren Lagen in schmale Gräben. Das senkt den Flächenbedarf gegenüber dem Flächenkollektor und liegt mit ~330–660 €/kW sogar unter den Flächenkollektor-Kosten von ~600–1.000 €/kW, weil weniger Aushub und Fläche nötig sind.

Kollektortyp Verlegetiefe Flächenbedarf Kosten je kW Geeignet für
Flächenkollektor ~1,5 m ~1,5× Heizfläche ~600–1.000 € großes, freies Grundstück
Grabenkollektor ~1,5–2 m schmale Gräben ~330–660 € mittelgroße Grundstücke

Beide Varianten brauchen meist keine Tiefenbohrung, sind aber dennoch anzeigepflichtig, sobald das Grundwasser beeinflusst werden kann. Der Vorteil: kein Bohrrisiko, geringere Erschließungskosten. Der Nachteil: Die belegte Fläche bleibt dauerhaft Heizfläche.

Erdwärmekorb: die platzsparende Alternative

Reicht der Platz weder für einen Kollektor noch das Budget für eine Tiefenbohrung, ist der Erdwärmekorb (auch Spiral- oder Grabenwärmekorb) eine Option. Die Sonde wird spiralförmig zu einem Korb gewickelt und vertikal in eine Grube von wenigen Metern Tiefe eingebracht.

Laut Buderus benötigt ein einzelner Korb nur ca. 10–20 m² Platz und arbeitet damit sehr platzsparend bei vergleichsweise geringer Eingriffstiefe. Für ein ganzes Einfamilienhaus sind allerdings mehrere Körbe nötig.

Der Preis ist die Kehrseite: Mit ~2.000–5.000 € je kW Entzugsleistung ist der Erdwärmekorb die teuerste Erschließung je Kilowatt. Er lohnt sich vor allem dort, wo eine Tiefenbohrung aus geologischen oder genehmigungsrechtlichen Gründen ausscheidet, der Flächenkollektor aber an der Grundstücksgröße scheitert.

Genehmigung: untere Wasserbehörde, § 49 WHG & Bergrecht

Erdwärme greift in den Untergrund und potenziell ins Grundwasser ein – deshalb ist sie genehmigungs- bzw. anzeigepflichtig. Wer ohne Anzeige bohrt, riskiert Bußgelder und Rückbau.

Anzeigepflicht nach § 49 WHG: Erdaufschlüsse, die so tief in den Boden eindringen, dass sie das Grundwasser beeinflussen können, sind nach § 49 Wasserhaushaltsgesetz mindestens einen Monat vor Beginn der Arbeiten der zuständigen Behörde anzuzeigen. Praktisch ist das die untere Wasserbehörde des Kreises oder der kreisfreien Stadt, die laut dem Geologischen Dienst NRW über die wasserrechtliche Erlaubnis entscheidet.

Bergrecht ab 100 m: Bei Bohrtiefen über 100 m oder einer grundstücksübergreifenden Nutzung ist das Vorhaben zusätzlich nach dem Bundesberggesetz der Bergverwaltung anzuzeigen. Das erklärt, warum viele EFH-Sonden bewusst knapp unter 100 m geplant werden.

Schutzgebiete: In Trinkwasserschutzzonen I und II ist die Errichtung von Erdwärmesonden und -brunnen generell unzulässig. Auch in weiteren Schutzgebieten gelten enge Auflagen.

Bagatellgrenze: Erdwärmetauscher bis 4 m Tiefe außerhalb von Wasserschutzgebieten gelten bei Einhaltung der technischen Anforderungen als unbedenklich, sofern keine räumliche Konzentration mit thermischem Risiko entsteht – relevant vor allem für flache Kollektoren.

Bearbeitungsdauer: Für Bohrungen unter 100 m liegt die behördliche Bearbeitungszeit typisch bei ca. 2–6 Wochen. Planen Sie diese Vorlaufzeit unbedingt ein, bevor das Bohrgerät anrückt.

Ist mein Grundstück geeignet?

Nicht jedes Grundstück eignet sich gleich gut. Diese Faktoren entscheiden, bevor Sie investieren:

  • Zugänglichkeit für das Bohrgerät: Eine Bohranlage braucht eine befahrbare Zufahrt und Aufstellfläche. Enge Reihenhauslagen ohne Zufahrt schließen die Sonde oft aus.
  • Wärmeleitfähigkeit des Untergrunds: Wassergesättigte Sedimente und Festgestein leiten Wärme gut, trockener Sand schlecht. Die benötigte Bohrmeterzahl hängt direkt davon ab.
  • Georisiken: Der Geologische Dienst nennt als Risiken artesisch gespanntes Grundwasser, Karsthohlräume, Gasführung und lösliche Gesteine. In solchen Lagen kann die Behörde Auflagen machen oder die Bohrung untersagen.
  • Schutzgebiete: In Trinkwasserschutzzonen I und II ist Erdwärme tabu (siehe oben).
  • Grundstücksgröße: Fehlt der Platz für einen Kollektor, bleibt nur die Bohrung – mit entsprechend höheren Erschließungskosten.

Eine erste Einschätzung liefern die geologischen Dienste der Länder, die vielerorts kostenlose Standortauskünfte und Eignungskarten bereitstellen. Beruhigend für Anlieger: Bei Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und der einschlägigen technischen Regeln wie der VDI 4640 ist keine dauerhafte Beeinträchtigung der Grundwasserqualität zu erwarten – fachgerechte Verpressung und Sondenmaterial vorausgesetzt.

In der Praxis empfiehlt es sich, früh ein zertifiziertes Bohrunternehmen einzubinden. Es kennt die regionalen Untergrundverhältnisse, übernimmt häufig die Anzeige bei der unteren Wasserbehörde und kann auf Basis der Geologie verlässlich abschätzen, wie viele Bohrmeter Sie tatsächlich brauchen. Diese Vorprüfung kostet wenig, verhindert aber teure Überraschungen während der Bohrung – etwa wenn unerwartet auf hartes Festgestein gestoßen wird und der Meterpreis nach oben rutscht.

Effizienz: Warum Erdwärme höhere JAZ erreicht

Der entscheidende Vorteil der Erdwärme ist die konstante Quellentemperatur. Während Außenluft im Winter auf Minusgrade fällt – genau dann, wenn am meisten geheizt wird –, liefert das Erdreich ab 10 m Tiefe ganzjährig rund 10 °C. Je kleiner der Temperaturhub zwischen Quelle und Heizung, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe.

Das zeigen die Feldtests des Fraunhofer ISE eindrücklich: Erdgekoppelte Sole-Wasser-Wärmepumpen erreichten eine JAZ von 3,3 bis 4,7 (Mittel 4,1), in einer aktuelleren Auswertung sogar im Mittel 4,3 (Spanne 3,6–5,4). Luft-Wasser-Anlagen lagen mit einer JAZ zwischen 2,5 und 3,4 klar darunter.

Wärmequelle JAZ-Spanne (Feldtest) Mittelwert
Sole-Wasser (Erdwärme) 3,3–5,4 ~4,1–4,3
Luft-Wasser 2,5–3,4 ~3

Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Die rund ein Drittel höhere JAZ der Erdwärme senkt die Stromkosten dauerhaft – das ist der Hebel, der die teurere Erschließung über die Jahre teils ausgleicht. Was JAZ, COP und SCOP genau bedeuten, erklärt unser Beitrag zu COP, JAZ und SCOP einfach erklärt.

Gesamtkosten: Erschließung + Wärmepumpe

Für die Budgetplanung zählt die Summe aus Erschließung, Gerät und Installation. Eine Erdwärmepumpe mit Sonde kostet im Schnitt rund 32.000 €; die Gesamtspanne für ein EFH liegt nach branchenüblichen Marktdaten bei ca. 27.000–50.000 € inklusive Erschließung, Installation und Speicher.

Kostenblock Spanne (EFH, vor Förderung)
Erschließung (Sondenbohrung) ~9.000–30.000 €
Wärmepumpe (Sole-Wasser-Gerät) ~12.000–18.000 €
Installation, Speicher, Hydraulik ~5.000–10.000 €
Erdsondenvariante gesamt (typisch) ~19.500–33.000 €
Gesamtspanne inkl. allem ~27.000–50.000 €

Die Bandbreite ist groß, weil Bohrtiefe, Untergrund und Gebäudezustand stark variieren. Den größten Unterschied macht die Erschließung: Wer auf einem großen Grundstück einen Grabenkollektor verlegen kann, bleibt am unteren Ende der Spanne, während eine tiefe Sondenbohrung in hartem Fels das obere Ende markiert. Im Altbau kommen oft Anpassungen am Heizsystem hinzu – worauf es dabei ankommt, lesen Sie unter Wärmepumpe im Altbau nachrüsten. Die gute Nachricht: Ein erheblicher Teil dieser Kosten ist förderfähig.

BEG-Förderung 2026 für Erdwärme

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) macht Erdwärme finanziell attraktiv – und behandelt sie sogar bevorzugt. Beantragt wird der Zuschuss bei der KfW (Programm 458).

Förderbaustein Höhe Bedingung
Grundförderung 30 % jede förderfähige Wärmepumpe
Effizienzbonus +5 % Wärmequelle Erdreich, Grundwasser oder Abwasser bzw. natürliches Kältemittel
Klimageschwindigkeitsbonus +20 % Austausch funktionstüchtiger Öl-/Kohle-/Gasheizung oder Heizung > 20 Jahre
Einkommensbonus +30 % zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 40.000 €/Jahr
Maximale Förderquote 70 % Kappung über alle Boni

Der entscheidende Punkt für die Erdwärme: Laut KfW gibt es einen Effizienzbonus von +5 %, wenn die Wärmepumpe Erdreich, Grundwasser oder Abwasser als Wärmequelle nutzt oder ein natürliches Kältemittel verwendet. Diesen Bonus erhält eine reine Luft-Wasser-Wärmepumpe in der Regel nicht – Erdwärme wird hier also gezielt belohnt.

Die förderfähigen Höchstkosten liegen bei 30.000 € für die erste Wohneinheit im Einfamilienhaus. Bei der maximalen Förderquote von 70 % ergibt das einen Zuschuss von bis zu 21.000 €. Eine Erdsondenanlage für 32.000 € kann sich so auf eine Eigenbeteiligung im Bereich der Hälfte reduzieren.

Wichtig: Der Förderantrag muss zwingend vor Beginn des Vorhabens gestellt werden – also bevor Sie das Bohr- oder Installationsunternehmen beauftragen. Details zu allen Bausteinen finden Sie unter KfW 458 Heizungsförderung mit bis zu 21.000 € und in der Heizungsförderung 2026 mit allen Boni.

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Wovon wir abraten

Erdwärme ist nicht für jede Situation die richtige Wahl. In diesen Fällen raten wir ab oder zu genauer Prüfung:

  • Sehr kleine Grundstücke ohne Bohrzugang: Wenn weder Kollektorfläche vorhanden ist noch ein Bohrgerät anfahren kann, scheidet Erdwärme praktisch aus. Hier ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe meist die realistischere Lösung.
  • Kurze Haltedauer unter 10 Jahren: Die Mehrkosten der Erschließung amortisieren sich über die höhere JAZ erst über viele Jahre. Wer absehbar bald verkauft, holt den Bohraufpreis kaum wieder herein.
  • Lagen in Trinkwasserschutzzonen I und II: Hier ist Erdwärme schlicht unzulässig – jede Planung wäre vergebliche Mühe.
  • Geologisch heikle Standorte: Bei bekanntem artesisch gespanntem Grundwasser, Karst oder Gasführung kann das Bohrrisiko und die Auflagenlast unwirtschaftlich werden. Holen Sie hier zwingend die Auskunft des geologischen Dienstes ein.

Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet eine Erdwärmebohrung pro Meter?

Eine Erdsondenbohrung kostet ca. 50–120 € je Bohrmeter inklusive Verpressung. Für ein Einfamilienhaus mit rund 10 kW Heizlast werden 150–250 Bohrmeter benötigt, woraus sich Bohrkosten von etwa 9.000–30.000 € ergeben. Der Meterpreis hängt stark vom Untergrund ab: Festgestein und Karst sind teurer als weiches Sediment.

Wie tief muss man für Erdwärme bohren?

Eine Erdsonde reicht beim Einfamilienhaus meist in die Größenordnung von rund 100 Metern. Ab etwa 10 m Tiefe herrscht ganzjährig eine konstante Temperatur von rund 10 °C, die um etwa 3 °C je 100 Meter ansteigt. Bei Bohrungen über 100 m greift zusätzlich das Bergrecht, weshalb viele EFH-Sonden knapp darunter geplant werden.

Ist für eine Erdwärmebohrung eine Genehmigung nötig?

Ja. Jedes Erdwärme-Vorhaben muss der unteren Wasserbehörde angezeigt werden. Nach § 49 WHG sind Erdaufschlüsse, die das Grundwasser beeinflussen können, mindestens einen Monat vor Beginn anzuzeigen. Ab 100 m Tiefe kommt eine Anzeige nach dem Bundesberggesetz hinzu. In Trinkwasserschutzzonen I und II ist Erdwärme generell unzulässig.

Erdsonde oder Flächenkollektor – was ist besser?

Das hängt vom Platz ab. Die Erdsonde ist platzsparend, erreicht die höchste und stabilste JAZ, ist aber teurer und genehmigungsintensiver. Der Flächenkollektor ist günstiger (~600–1.000 €/kW), benötigt aber rund das 1,5-Fache der Heizfläche als unbebaute Grundstücksfläche. Wer Platz hat, fährt mit dem Kollektor günstiger; wer keinen hat, bohrt.

Wie viel Fläche braucht ein Erdwärmekollektor?

Als Faustregel gilt rund das Eineinhalbfache der zu beheizenden Wohnfläche, je nach Auslegung 1,5–2,5×. Bei 150 m² Wohnfläche bedeutet das grob 225–450 m² unbebaute Grundstücksfläche. Diese Fläche darf nicht überbaut, versiegelt oder tief bepflanzt werden. Ein Erdwärmekorb ist mit 10–20 m² je Korb deutlich platzsparender.

Wird die Erdwärmebohrung gefördert?

Ja, im Rahmen der BEG-Heizungsförderung (KfW 458). Es gibt 30 % Grundförderung plus 5 % Effizienzbonus speziell für Erdwärme, dazu optional 20 % Klimageschwindigkeitsbonus und 30 % Einkommensbonus – gekappt bei 70 % bzw. 21.000 € Zuschuss. Der Antrag muss zwingend vor Beginn des Vorhabens gestellt werden.

Wie hoch ist die JAZ einer Erdwärmepumpe?

Im Fraunhofer-ISE-Feldtest erreichten erdgekoppelte Sole-Wasser-Wärmepumpen eine JAZ von 3,3 bis 4,7 (Mittel 4,1), in einer aktuelleren Auswertung im Mittel 4,3 (Spanne 3,6–5,4). Damit liegen sie deutlich über Luft-Wasser-Anlagen mit einer JAZ zwischen 2,5 und 3,4. Grund ist die konstante Quellentemperatur des Erdreichs.

Wie lange dauert die Genehmigung und Bohrung für Erdwärme?

Für Bohrungen unter 100 m Tiefe liegt die behördliche Bearbeitungszeit typisch bei 2–6 Wochen. Die reine Bohrausführung dauert anschließend rund 3–5 Tage. Planen Sie die Vorlaufzeit für Anzeige und Genehmigung unbedingt ein, bevor das Bohrgerät bestellt wird.

Ist mein Grundstück für Erdwärme geeignet?

Entscheidend sind die Zugänglichkeit für das Bohrgerät, die Wärmeleitfähigkeit des Untergrunds, mögliche Georisiken wie artesisches Grundwasser oder Karst, die Lage außerhalb von Trinkwasserschutzzonen I und II sowie bei Kollektoren die Grundstücksgröße. Eine erste Einschätzung liefern die geologischen Dienste der Länder, oft kostenlos.

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