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Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten 2026: bis 70 % Förderung

Gastherme raus, Wärmepumpe rein: Eignungs-Check, Ablauf in 7 Schritten, 2–3 Tage Einbau, ~36.000 € Kosten minus bis 21.000 € Förderung. So gelingt der Umstieg.

Demontierte Gastherme neben neu installierter Luft-Wasser-Wärmepumpe im Heizungskeller

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesamtkosten: Eine Wärmepumpe inkl. Einbau kostet im Schnitt rund 36.000 € (Spanne ca. 20.000 € bis über 60.000 €, Stiftung Warentest 2024); je nach Konfiguration beginnt eine Luft-Wasser-Umrüstung ab ca. 8.000–16.000 € Gerätekosten plus Installation.
  • Förderung: Über die BEG-Heizungsförderung (KfW 458) sind bis zu 70 % Zuschuss möglich – 30 % Grundförderung + 20 % Klimageschwindigkeitsbonus + 30 % Einkommensbonus + 5 % Effizienzbonus –, gedeckelt auf max. 21.000 € (70 % von 30.000 € förderfähigen Kosten).
  • Dauer: Der eigentliche Einbau dauert bei einer Umrüstung meist nur 2–3 Tage; müssen Heizkörper getauscht oder größere Umbauten gemacht werden, dauert es länger.
  • Eignungs-Faustregel: Ihr Haus ist ohne Weiteres geeignet, wenn die Vorlauftemperatur ganzjährig unter 55 °C liegt – testen lässt sich das, indem Sie sie im Winter auf 45–50 °C senken und prüfen, ob alle Räume warm werden.
  • Effizienz im Bestand: Im Fraunhofer-ISE-Feldtest 2025 (77 Anlagen im Bestand) erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,4, Erdwärmepumpen 4,3 – die CO₂-Emissionen lagen 2024 rund 64 % unter denen einer Gasheizung.
  • Zeitfenster: Der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 % gilt nur noch bis 31.12.2028; ab 01.01.2029 sinkt er auf 17 % und danach alle zwei Jahre um weitere 3 Prozentpunkte.

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Sie wollen Ihre alte Gastherme durch eine Wärmepumpe ersetzen – und fragen sich, ob Ihr Haus dafür überhaupt taugt, wie der Umbau abläuft und was nach der Förderung übrig bleibt. Genau darum geht es hier: Dieser Ratgeber ist die reine How-to-Anleitung für die Umrüstung von Gas auf Wärmepumpe. Sie kostet inklusive Einbau im Schnitt rund 36.000 € (Stiftung Warentest), über die BEG-Förderung sind davon bis zu 21.000 € Zuschuss möglich, und der eigentliche Einbau ist meist nach 2–3 Tagen erledigt.

Ob sich der Wechsel für Sie überhaupt rechnet – also die reine Kosten-Nutzen-Abwägung – klärt der Systemvergleich Wärmepumpe vs. Gasheizung; den allgemeinen Preisüberblick über alle Heizsysteme liefert Heizung tauschen: Kosten. Hier geht es konkret um den Ablauf: Gastherme raus, Wärmepumpe rein.

Ist mein Haus überhaupt geeignet? Der Eignungs-Check

Der größte Irrtum vorweg: Eine Wärmepumpe braucht keine Fußbodenheizung und kein frisch gedämmtes Haus, um zu funktionieren. Entscheidend ist nicht die Bauart, sondern die Vorlauftemperatur – also wie heiß das Heizwasser sein muss, damit alle Räume an kalten Tagen warm werden.

Faustregel Vorlauftemperatur

Die einfachste Eignungsprüfung, die Sie selbst durchführen können: Ihr Haus ist ohne größere Umbauten für eine Wärmepumpe geeignet, wenn die Vorlauftemperatur ganzjährig unter 55 °C bleibt. Je niedriger die nötige Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe später.

So machen Sie den Praxistest an einem kalten Wintertag:

  1. Stellen Sie die Vorlauftemperatur Ihrer Gasheizung an der Heizungsregelung auf 45–50 °C herunter.
  2. Warten Sie ein bis zwei Tage und prüfen Sie, ob alle Räume ausreichend warm werden.
  3. Werden alle Zimmer warm, ist Ihr Haus gut geeignet. Bleibt ein Raum kalt, ist entweder nur dieser eine Heizkörper unterdimensioniert – oder die Heizlast höher als gedacht.

Wie Sie die Vorlauftemperatur dauerhaft absenken und damit die Effizienz verbessern, erklärt der Ratgeber Vorlauftemperatur senken im Detail.

Heizlast und Heizkörper

Der Selbsttest ist ein guter erster Anhaltspunkt, ersetzt aber keine professionelle Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Sie ermittelt, wie viel Wärme Ihr Haus bei Auslegungstemperatur maximal braucht – und damit, welche Leistung die Wärmepumpe haben muss und ob einzelne Heizkörper zu klein sind. Was diese Berechnung kostet und wie sie abläuft, lesen Sie im Ratgeber Heizlastberechnung.

Wichtig zum Thema Heizkörper: Sie müssen in aller Regel nicht alle Heizkörper austauschen. Eine Wärmepumpe arbeitet auch mit ganz normalen, vorhandenen Heizkörpern. Häufig müssen – wenn überhaupt – nur einzelne, zu klein dimensionierte Heizkörper gegen größere (Niedertemperatur- bzw. Typ-33-Heizkörper) getauscht werden. Wie das im Altbau funktioniert und welche Heizkörper sich eignen, behandelt ausführlich der Ratgeber Wärmepumpe mit Heizkörpern im Altbau.

Funktioniert das auch im unsanierten Altbau?

Ja. Der Fraunhofer-ISE-Feldtest 2025 mit 77 Anlagen im Gebäudebestand belegt: Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4, Erdwärmepumpen 4,3. Die JAZ gibt an, wie viel Wärme die Anlage pro Kilowattstunde Strom liefert – ein Wert von 3,4 bedeutet also 3,4 kWh Wärme je kWh Strom. Die CO₂-Emissionen lagen 2024 rund 64 % unter denen einer Gasheizung, und zwar auch in unsanierten Bestandsgebäuden. Die These „Wärmepumpe funktioniert nur im Neubau" ist damit widerlegt.

Ablauf der Umrüstung: In 7 Schritten von Gas zu Wärmepumpe

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Der Weg von der Gastherme zur betriebsbereiten Wärmepumpe folgt einem klaren Ablauf. Der wichtigste Punkt für Ihren Geldbeutel steckt in Schritt 4: Der Förderantrag muss vor Vorhabenbeginn gestellt sein.

Schritt Was passiert Wer
1. Beratung Erstberatung, ggf. Energieberatung / iSFP Fachbetrieb / Energieberater
2. Heizlast & Eignung Heizlastberechnung, Check Vorlauftemperatur & Heizkörper Fachbetrieb
3. Angebote 2–3 Angebote einholen und vergleichen Sie
4. Vertrag & Förderung Vertrag mit Ausstiegsklausel, dann KfW-Antrag Sie
5. Demontage Gastherme ausbauen, fachgerecht entsorgen Fachbetrieb
6. Installation Wärmepumpe aufstellen, Hydraulik, Elektrik Fachbetrieb
7. Inbetriebnahme Einregulierung, hydraulischer Abgleich Fachbetrieb

Schritt 1: Beratung

Am Anfang steht ein Gespräch mit einem Fachbetrieb (SHK-Handwerk) oder einem Energieberater. Bei größeren Sanierungsvorhaben lohnt sich ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP), der die Wärmepumpe in den Gesamtkontext einordnet und einen zusätzlichen Förderbonus auslösen kann.

Schritt 2: Heizlastberechnung und Eignungs-Check

Der Fachbetrieb ermittelt die Heizlast, prüft die nötige Vorlauftemperatur und beurteilt, ob einzelne Heizkörper getauscht werden müssen. Auf dieser Basis wird die Wärmepumpe richtig dimensioniert – zu groß gewählte Geräte takten häufig und verschleißen schneller, zu kleine springen im Winter dauernd in den teuren Heizstab.

Schritt 3: Angebote einholen und vergleichen

Holen Sie mindestens zwei bis drei Angebote ein. Die Stiftung Warentest hat 2024 gezeigt, dass Angebote oft lückenhaft sind und die Preisspanne für dieselbe Leistung riesig ausfällt. Worauf Sie in einem Angebot achten müssen – von Gerätetyp bis Nebenkosten – zeigt die Checkliste Wärmepumpe-Angebote vergleichen.

Schritt 4: Vertrag mit Ausstiegsklausel und Förderantrag

Hier lauert der teuerste Fehler. Seit dem 31.08.2024 gilt: Bevor Sie den KfW-Antrag stellen, müssen Sie einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit Ausstiegsklausel abschließen – ein Vertrag also, der Sie nur bindet, falls die Förderung tatsächlich bewilligt wird. Erst dann stellen Sie den Antrag über das KfW-Portal, und zwar vor Vorhabenbeginn. Wer zuerst bestellt und dann fördern will, geht leer aus.

Schritt 5: Demontage der Gastherme

Der Fachbetrieb baut die alte Gastherme aus und entsorgt sie fachgerecht. Enthaltene Betriebsstoffe (z. B. Restgas, Öl in Pumpen) müssen ordnungsgemäß behandelt werden. Die Demontage ist im Angebot meist als eigener Posten aufgeführt.

Schritt 6: Installation der Wärmepumpe

Jetzt wird die Wärmepumpe montiert: Aufstellung des Außengeräts (bei Luft-Wasser-Modellen) bzw. der Sole-/Wasser-Technik, Anschluss an das bestehende Heizungsnetz, Einbindung von Puffer- und Warmwasserspeicher sowie die Elektroarbeiten. Ein Blick auf den kompletten Installationsablauf inklusive aller Kostenpositionen lohnt sich im Ratgeber Wärmepumpe einbauen: Ablauf, Dauer und Kosten.

Schritt 7: Inbetriebnahme und hydraulischer Abgleich

Zum Schluss wird die Anlage in Betrieb genommen, die Heizkurve eingestellt und ein hydraulischer Abgleich durchgeführt – er sorgt dafür, dass jeder Heizkörper genau die richtige Wassermenge bekommt. Ohne diesen Abgleich läuft die Wärmepumpe ineffizient; für die BEG-Förderung ist er ohnehin Pflicht.

Wie lange dauert die Umrüstung?

Der eigentliche Einbau bei einer Umrüstung ist meist nach 2–3 Tagen abgeschlossen. Der Gesamtprozess von der ersten Beratung bis zur Inbetriebnahme zieht sich in der Praxis aber deutlich länger – vor allem wegen Angebotsphase, Förderantrag und Handwerkerterminen.

Phase Typische Dauer
Beratung, Heizlast, Angebote 2–6 Wochen
Förderantrag & Bewilligung 1–4 Wochen
Lieferzeit Wärmepumpe 2–12 Wochen (modellabhängig)
Eigentlicher Einbau 2–3 Tage
Größere Umbauten (Heizkörper etc.) + 2–5 Tage

Müssen mehrere Heizkörper getauscht, das Verteilsystem angepasst oder eine Erdsonde gebohrt werden, verlängert sich der Einbau entsprechend. Die reine Umrüstung mit vorhandenen Heizkörpern ist aber der schnelle Standardfall.

Was kostet die Umrüstung – und was bleibt nach Förderung übrig?

Das ist die Kernfrage. Ich trenne bewusst zwischen Gerätekosten, Gesamtkosten inkl. Einbau und dem Eigenanteil nach Förderung.

Gerätekosten nach Wärmepumpen-Typ

Wärmepumpen-Typ Gerätekosten (ohne Zusatzarbeiten)
Luft-Wasser ca. 8.000–16.000 €
Wasser-Wasser (Grundwasser) ca. 13.000–19.000 €
Erdwärme (Sole-Wasser) ca. 14.000–28.000 €
Zusatzarbeiten (Puffer, Heizkörper, Elektro) ca. 2.000–10.000 €

Quelle: co2online. Für die allermeisten Gas-Umrüstungen ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die naheliegende Wahl: Sie braucht keine Bohrung, keine Genehmigung fürs Grundwasser und ist am schnellsten installiert.

Gesamtkosten inkl. Einbau

Über alle Typen und Angebote hinweg kostet eine Wärmepumpe inkl. Einbau im Schnitt rund 36.000 €, mit einer Spanne von ca. 20.000 € bis über 60.000 € (Stiftung Warentest 2024). Dieser breite Korridor erklärt sich durch Gerätetyp, Leistungsgröße, Umfang der Zusatzarbeiten und regionale Handwerkerpreise. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Positionen finden Sie im Ratgeber Wärmepumpe: Kosten und Förderung.

Förderung: Bis zu 70 % über die BEG (KfW 458)

Der große Hebel gegen die hohen Anschaffungskosten ist die staatliche Förderung. Für den Wechsel von Gas auf Wärmepumpe läuft sie über die BEG-Heizungsförderung (KfW 458) und kann sich aus mehreren Bausteinen auf bis zu 70 % summieren.

Baustein Fördersatz Voraussetzung
Grundförderung 30 % Austausch fossiler Heizung / Einbau Wärmepumpe
Klimageschwindigkeitsbonus +20 % Selbstnutzer, Austausch einer mind. 20 Jahre alten funktionstüchtigen Gasheizung, Antrag bis 31.12.2028
Einkommensbonus +30 % Zu versteuerndes Haushaltseinkommen ≤ 40.000 €/Jahr
Effizienzbonus +5 % Natürliches Kältemittel bzw. Wasser/Erdreich/Abwasser als Wärmequelle
Maximum max. 70 % Gedeckelt bei 30.000 € förderfähigen Kosten → max. 21.000 €

Wichtig: Die Boni sind zusammen auf insgesamt 70 % begrenzt – Sie können also nicht 30 + 20 + 30 + 5 = 85 % erhalten, sondern maximal 70 %. Die förderfähigen Kosten sind bei der ersten Wohneinheit auf 30.000 € gedeckelt, der maximale Zuschuss beträgt damit 21.000 €.

Rechenbeispiel: Selbstnutzer, mittleres Einkommen

Ein typischer Fall: Sie tauschen Ihre 25 Jahre alte, noch funktionierende Gasheizung, wohnen selbst im Haus und liegen mit dem Haushaltseinkommen über 40.000 €.

  • Gesamtkosten Umrüstung: 30.000 €
  • Grundförderung (30 %): 9.000 €
  • Klimageschwindigkeitsbonus (20 %): 6.000 €
  • Effizienzbonus (5 %, z. B. R290-Gerät): 1.500 €
  • Gesamtförderung: 16.500 € (55 %)
  • Eigenanteil: 13.500 € (plus etwaige Mehrkosten oberhalb der 30.000-€-Grenze)

Rechenbeispiel: Selbstnutzer mit Einkommensbonus

Liegt das zu versteuernde Haushaltseinkommen bei ≤ 40.000 €, kommen 30 % Einkommensbonus hinzu – dann greift die Deckelung bei 70 %:

  • Gesamtkosten: 30.000 €
  • Fördersatz: 70 % (Deckel)
  • Gesamtförderung: 21.000 €
  • Eigenanteil: 9.000 €

Der 20-%-Klimageschwindigkeitsbonus ist dabei zeitkritisch: Er gilt nur noch für Anträge bis 31.12.2028, ab 01.01.2029 sinkt er auf 17 % und danach alle zwei Jahre um weitere 3 Prozentpunkte. Wer den Umstieg plant, sichert sich mit einem frühen Antrag den höchsten Bonus. Alle Details, Sonderfälle und die Antragsschritte stehen in der Wärmepumpenförderung-Übersicht 2026.

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Was passiert mit Gasanschluss und Schornstein?

Wenn Sie künftig ausschließlich mit der Wärmepumpe heizen (und auch das Warmwasser darüber bereiten), brauchen Sie weder Gasanschluss noch Schornstein. Beide können Sie stilllegen lassen und sparen so laufende Grund- und Kehrgebühren.

Gasanschluss kündigen

Den Gasanschluss kündigen Sie beim Netzbetreiber. Bei den Kosten hat sich die Lage zuletzt bewegt: Laut einem Gesetzentwurf vom April 2026 dürfen Netzbetreiber für die reine Stilllegung keine Kostenerstattung mehr verlangen. Bislang war die Preisspanne groß und rechtlich umstritten – von 0 € bis zu ca. 6.500 €, wobei der vollständige Rückbau der Leitung die mit Abstand teuerste Variante ist. Tipp: Lassen Sie den Anschluss zunächst nur stilllegen statt zurückbauen; das hält die Tür für spätere Nutzungen offen und ist günstiger.

Schornstein stilllegen

Fällt die Gastherme weg, wird der Schornstein oft überflüssig. Das Stilllegen eines Standard-Schornsteins durch den Schornsteinfeger kostet rund 200 €. Danach entfallen die wiederkehrenden Kehr- und Prüfgebühren. Behalten Sie den Schornstein nur, wenn Sie parallel noch eine Feuerstätte (Kaminofen, Hybridlösung) betreiben.

Typische Stolpersteine bei der Umrüstung

Aus der Praxis sind es immer wieder dieselben Fehler, die den Umstieg verteuern oder verzögern. Diese sollten Sie kennen:

  • Förderantrag zu spät gestellt. Der häufigste und teuerste Fehler: Erst bestellen, dann fördern wollen. Ohne Vertrag mit Ausstiegsklausel und Antrag vor Vorhabenbeginn ist die Förderung weg.
  • Falsche Dimensionierung. Ohne saubere Heizlastberechnung wird die Wärmepumpe zu groß oder zu klein gewählt. Beides kostet – durch Takten bzw. durch den teuren Heizstab.
  • Kein hydraulischer Abgleich. Wird er weggelassen, arbeitet die Anlage ineffizient und einzelne Räume bleiben kalt. Er ist Fördervoraussetzung und gehört ins Angebot.
  • Nur ein Angebot eingeholt. Die Preisspanne ist groß. Zwei bis drei Angebote decken Lücken auf und drücken den Preis.
  • 65-%-Regel übersehen. In Städten über 100.000 Einwohner gilt die 65-%-Erneuerbare-Pflicht verbindlich spätestens nach dem 30.06.2026 (kleinere Kommunen: 30.06.2028). Eine Wärmepumpe erfüllt diese Pflicht automatisch – wichtig wird das vor allem, falls Sie stattdessen noch über eine neue Gasheizung nachdenken.
  • Warmwasser vergessen. Wer die Warmwasserbereitung nicht mitplant, muss Gasanschluss oder Durchlauferhitzer behalten – das kostet den Effekt der eingesparten Grundgebühren.

Umrüsten oder lieber doch nicht? Wann ich abrate

Ehrlich bleiben gehört dazu: In den allermeisten Häusern ist die Umrüstung sinnvoll und mit Förderung wirtschaftlich. Es gibt aber Konstellationen, in denen ich zum Abwarten oder zu einer Zwischenlösung rate:

  • Sehr hohe Vorlauftemperaturen (über 60 °C) und keine Bereitschaft, einzelne Heizkörper zu tauschen. Dann sinkt die Effizienz spürbar. Hier lohnt entweder eine Hochtemperatur-Wärmepumpe oder vorab eine Heizkörperoptimierung.
  • Geplanter Verkauf in ein bis zwei Jahren. Die Investition amortisiert sich nicht in so kurzer Zeit – hier zählt eher der Effekt auf den Immobilienwert als die eigene Ersparnis.
  • Anstehende Komplettsanierung. Wer ohnehin bald dämmt und die Fenster tauscht, sollte die Wärmepumpe in die richtige Reihenfolge einbauen, damit sie kleiner und günstiger ausgelegt werden kann.

Ob sich der Umstieg für Ihr Gebäude finanziell trägt, ist eine Rechenaufgabe, die dieser How-to-Ratgeber bewusst nicht ersetzt. Die Kosten-Nutzen-Abwägung übernimmt der Vergleich Wärmepumpe vs. Gasheizung.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich meine Gasheizung überhaupt auf eine Wärmepumpe umrüsten – oder ist mein Haus ungeeignet?

In den allermeisten Häusern funktioniert es. Faustregel: Wenn die Vorlauftemperatur Ihrer Heizung ganzjährig unter 55 °C bleibt, ist das Gebäude ohne größere Umbauten geeignet. Testen Sie es, indem Sie im Winter die Vorlauftemperatur auf 45–50 °C senken und prüfen, ob alle Räume warm werden. Verlässlich klärt das eine Heizlastberechnung durch einen Fachbetrieb.

Muss ich für eine Wärmepumpe alle Heizkörper austauschen?

Nein, in der Regel nicht. Eine Wärmepumpe arbeitet auch mit ganz normalen Heizkörpern. Häufig müssen – wenn überhaupt – nur einzelne, zu klein dimensionierte Heizkörper gegen größere (Niedertemperatur- bzw. Typ-33-Heizkörper) getauscht werden. Eine Fußbodenheizung ist ideal, aber keine Voraussetzung. Details dazu im Ratgeber Wärmepumpe mit Heizkörpern im Altbau.

Wie läuft die Umrüstung Schritt für Schritt ab?

Typischer Ablauf: 1) Beratung bzw. Energieberatung, 2) Heizlastberechnung und Eignungs-Check (Vorlauftemperatur, Heizkörper), 3) Angebote einholen und vergleichen, 4) Liefer-/Leistungsvertrag mit Ausstiegsklausel abschließen und BEG-Förderung bei der KfW beantragen (vor Vorhabenbeginn!), 5) Demontage und fachgerechte Entsorgung der Gastherme, 6) Installation der Wärmepumpe inkl. Elektrik, 7) Inbetriebnahme und hydraulischer Abgleich.

Wie lange dauert der Einbau einer Wärmepumpe?

Der eigentliche Einbau bei einer Umrüstung ist meist nach 2–3 Tagen abgeschlossen. Sind größere Umbauten nötig – etwa der Austausch mehrerer Heizkörper oder Anpassungen am Verteilsystem – kann es entsprechend länger dauern. Der Gesamtprozess inklusive Beratung, Angeboten und Förderantrag zieht sich über mehrere Wochen.

Was kostet die Umrüstung von Gas auf Wärmepumpe – und was bleibt nach Förderung übrig?

Eine Wärmepumpe kostet inkl. Einbau im Schnitt rund 36.000 € (Spanne ca. 20.000 € bis über 60.000 €, Stiftung Warentest). Über die BEG-Förderung sind bis zu 70 %, maximal 21.000 € Zuschuss möglich. Bei 30.000 € förderfähigen Kosten und 70 %-Förderung bleibt so ein Eigenanteil von rund 9.000 € plus etwaige Mehrkosten oberhalb der Förderobergrenze.

Wie viel Förderung bekomme ich für den Wechsel von Gas auf Wärmepumpe?

Bis zu 70 %: 30 % Grundförderung + 20 % Klimageschwindigkeitsbonus (für Selbstnutzer beim Austausch einer mind. 20 Jahre alten, funktionstüchtigen Gasheizung, Antrag bis 31.12.2028) + 30 % Einkommensbonus (bei zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 40.000 €) + 5 % Effizienzbonus. Gedeckelt auf 21.000 € (70 % von 30.000 €). Die Boni sind zusammen auf insgesamt 70 % begrenzt.

Was passiert mit dem Gasanschluss und dem Schornstein?

Wenn Sie ausschließlich mit der Wärmepumpe heizen, können Sie Gasanschluss und Schornstein stilllegen lassen und sparen so laufende Grund- und Kehrgebühren. Den Gasanschluss kündigen Sie beim Netzbetreiber; für die reine Stilllegung dürfen laut Gesetzentwurf (April 2026) keine Kosten mehr verlangt werden – ein vollständiger Rückbau ist die teuerste Variante. Das Stilllegen eines Standard-Schornsteins durch den Schornsteinfeger kostet rund 200 €.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Altbau zuverlässig?

Ja. Der Fraunhofer-ISE-Feldtest 2025 mit 77 Anlagen im Gebäudebestand zeigt: Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4, Erdwärmepumpen 4,3. Die CO₂-Emissionen lagen 2024 rund 64 % unter denen einer Gasheizung – auch in unsanierten Bestandsgebäuden. Ausschlaggebend ist eine passende Auslegung und eine niedrige Vorlauftemperatur.

Lohnt sich der Umstieg von Gas auf Wärmepumpe finanziell?

Das hängt von Ihrem Gebäude, dem Strompreis, der Förderung und der Restlaufzeit Ihrer Gasheizung ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Dieser Ratgeber beschreibt den Ablauf der Umrüstung; die reine Wirtschaftlichkeitsrechnung übernimmt der Vergleich Wärmepumpe vs. Gasheizung und der allgemeine Preisüberblick Heizung tauschen: Kosten.

Nächster Schritt: Passt die Wärmepumpe zu Ihrem Gebäude?

Ob Ihr Haus ohne Weiteres geeignet ist, welche Wärmepumpenleistung Sie brauchen und wie hoch Ihr Eigenanteil nach Förderung tatsächlich ausfällt, hängt von Baujahr, Dämmzustand, Heizkörpern und Ihrem individuellen Einkommen ab – pauschale Empfehlungen ersetzen keine gebäudespezifische Analyse. Mit der kostenlosen Gebäudeanalyse von reduco prüfen Sie in wenigen Minuten, ob sich die Umrüstung für Ihr Haus rechnet, welche Fördermittel Ihnen konkret zustehen und mit welchem Eigenanteil Sie realistisch planen sollten – datenbasiert und auf Ihr Gebäude zugeschnitten.

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