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Wärmepumpe Neubau Kosten 2026: ab 20.000 €, kein 70%-Zuschuss

Was kostet die Wärmepumpe im Neubau? Luft-Wasser ab ca. 20.000 €, oft 3.000–10.000 € günstiger als im Altbau – und warum die 70%-Förderung hier nicht gilt.

Luft-Wasser-Wärmepumpe vor einem neu gebauten Einfamilienhaus mit Fußbodenheizung

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten Luft-Wasser-WP im Neubau: ca. 13.000–25.000 € brutto, häufig ab rund 20.000 € komplett mit Einbau – am unteren Ende der EFH-Spanne, weil kleine Leistung genügt und keine Altheizung entsorgt werden muss.
  • 3.000–10.000 € günstiger als im Altbau: Es entfallen Heizkörpertausch, Demontage der alten Heizung und oft der nachträgliche hydraulische Abgleich.
  • Kein 70%-Zuschuss: Die KfW-458-Heizungsförderung (bis 70 %, max. 21.000 €) gilt ausschließlich für Bestandsgebäude (Baugenehmigung bei Antragstellung ≥ 5 Jahre alt) – der Neubau läuft über KfW 297/298 (zinsverbilligter Kredit bis 100.000 €, mit QNG bis 150.000 € je Wohnung).
  • Kleine Leistung reicht: Heizlast im gut gedämmten Neubau nur 25–40 W/m² (nach EN 12831); ein 140-m²-EFH kommt auf ca. 5–6 kW statt 8–12 kW im Altbau.
  • Beste Effizienz dank Flächenheizung: Bei 35 °C Vorlauf (Fußbodenheizung) erreicht die WP eine JAZ von rund 4,0–5,0 – niedrige Vorlauftemperatur bedeutet niedrige Betriebskosten.
  • WP bleibt de-facto Pflicht: Das am 10.07.2026 verabschiedete Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) streicht die 65-%-EE-Pflicht vor allem für den Bestand; ab 1.1.2030 gilt für alle Neubauten der Nullemissionsstandard – fossile Heizungen sind dann faktisch ausgeschlossen.

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Eine Wärmepumpe im Neubau kostet komplett mit Einbau meist 13.000–25.000 € brutto, in der Praxis häufig ab rund 20.000 € für die verbreitete Luft-Wasser-Variante. Das ist das untere Ende der Einfamilienhaus-Spanne – und damit spürbar günstiger als im Bestand, wo dieselbe Technik je nach Zustand 3.000–10.000 € mehr kostet. Der Grund liegt nicht an der Wärmepumpe selbst, sondern am Haus: gute Dämmung, kleine Heizlast und die ohnehin verbaute Fußbodenheizung. Wie sich die Zahlen im Bestand darstellen, lesen Sie in unserem Ratgeber zu den Wärmepumpe-Kosten im Einfamilienhaus.

Der wichtigste Punkt vorweg, weil ihn fast alle Kostenseiten falsch darstellen: Die populäre 70-%-Förderung gibt es im Neubau nicht. Sie ist ausdrücklich Bestandsgebäuden vorbehalten. Neubauten fördert der Staat stattdessen über einen zinsverbilligten Kredit (KfW 297/298). Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die echten Kosten, den richtigen Förderweg, die passende kW-Leistung und – dank des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes – die ehrliche Antwort auf die Frage: „Brauche ich im Neubau überhaupt (noch) eine Wärmepumpe?" Alle Preise sind Bruttoangaben inklusive 19 % Mehrwertsteuer.

Wärmepumpe Neubau: Kosten auf einen Blick

Im Neubau bestimmt der Wärmepumpentyp den Preis stärker als die Wohnfläche – denn die gute Gebäudehülle hält die benötigte Leistung ohnehin niedrig. Die folgende Tabelle zeigt die realistischen Komplettpreise inklusive Einbau, vor Förderung.

Wärmepumpentyp Kosten komplett (brutto) Typische JAZ im Neubau Anmerkung
Luft-Wasser-WP (5–8 kW) ca. 13.000–25.000 € (oft ab ~20.000 €) 3,5–4,5 Standardlösung, kein Erdarbeit nötig
Sole-Wasser-WP (Erdsonde/Bohrung) 40.000–60.000 € 4,2–5,0 Höchste Effizienz, Bohrung + Genehmigung
Grundwasser-WP (Wasser-Wasser) 40.000–55.000 € 4,5–5,0 Beste Werte, aber Genehmigung + zwei Brunnen
Fußbodenheizung (im Neubau Standard) ca. 30–100 €/m² Ermöglicht niedrige Vorlauftemperatur

Quellen: ADAC, Verbraucherzentrale, reduco.ai-Analysen, Herstellerangaben. Alle Preise brutto inkl. 19 % USt.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist im gut gedämmten Neubau in aller Regel völlig ausreichend und die wirtschaftlichste Wahl. Erdwärme lohnt sich vor allem dann, wenn Sie ohnehin tief gründen oder das letzte Quäntchen Effizienz und Ruhe (kein Außengerät) wollen. Wie viel Leistung Sie brauchen, klärt vorab eine saubere Heizlastberechnung.

Warum der Neubau günstiger ist als der Altbau

Der Preisvorteil im Neubau entsteht an mehreren Stellen gleichzeitig:

  • Kleinere Leistung: Bei einer Heizlast von 25–40 W/m² reicht ein kleineres, günstigeres Gerät (5–6 kW statt 8–12 kW).
  • Keine Altheizung-Demontage: Ausbau und Entsorgung von Gas- oder Ölheizung samt Tank entfallen komplett.
  • Kein Heizkörpertausch: Die Fußbodenheizung ist ohnehin geplant – im Altbau ist sie ein teurer Nachrüstposten.
  • Kein nachträglicher hydraulischer Abgleich am Bestand: Das System wird von Anfang an korrekt eingeregelt.
  • Kein Gasanschluss, kein Schornstein, kein Heizraum: Diese Posten und die spätere Schornsteinfeger-Gebühr fallen weg.

Unterm Strich summieren sich diese entfallenden Positionen auf die genannten 3.000–10.000 €, die die Wärmepumpe im Altbau teurer macht – nicht die Technik, sondern das Drumherum.

Welche kW-Leistung braucht die Wärmepumpe im Neubau?

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Die kW-Leistung ist der Hebel für die Anschaffungskosten – und im Neubau fällt sie klein aus. Ein gut gedämmter Neubau hat nach EN 12831 eine Heizlast von etwa 25–40 W/m². Für ein typisches Einfamilienhaus bedeutet das:

Wohnfläche Heizlast (30 W/m²) Empfohlene WP-Leistung
100 m² ca. 3,0 kW 4–5 kW
120 m² ca. 3,6 kW 5 kW
140 m² ca. 4,2 kW 5–6 kW
180 m² ca. 5,4 kW 6–8 kW

Quelle: Heizlast nach EN 12831; Werte gerundet, Warmwasser eingerechnet. Verbindlich ist die individuelle Heizlastberechnung.

Wichtig: Eine zu groß dimensionierte Wärmepumpe ist teurer und schlechter. Sie taktet häufig (schaltet oft ein und aus), verschleißt schneller und verbraucht mehr Strom. Im Neubau ist die Versuchung groß, „auf Nummer sicher" ein größeres Gerät zu nehmen – tatsächlich ist die exakte Heizlastberechnung hier der wichtigste Kostenfaktor. Details dazu in unserer kW-Tabelle zur WP-Dimensionierung.

Fußbodenheizung + niedrige Vorlauftemperatur = hohe JAZ

Der zweite große Neubau-Vorteil ist die Effizienz. Die Flächenheizung erlaubt niedrige Vorlauftemperaturen von 28–40 °C (optimal rund 35 °C). Je niedriger der Vorlauf, desto weniger muss die Wärmepumpe die Temperatur „hochhebeln" – und desto höher ist ihre Jahresarbeitszahl (JAZ), also das Verhältnis von Wärme zu Stromeinsatz.

Fraunhofer-ISE-Feldtests messen für Luft-Wasser-Wärmepumpen JAZ zwischen 3,0 und 4,0 und für Sole-/Erdreich-Anlagen zwischen 3,8 und 4,7 – und das überwiegend im schwierigeren Bestand. Der Neubau liegt dank Flächenheizung und guter Hülle am oberen Ende: 4,0–5,0 sind hier realistisch. Eine JAZ von 4,5 heißt: Aus 1 kWh Strom werden 4,5 kWh Wärme. Das drückt die Betriebskosten direkt.

Betriebskosten: Was die Wärmepumpe im Neubau im Jahr kostet

Die laufenden Kosten sind der zweite Grund, warum die Wärmepumpe im Neubau glänzt. Sie setzen sich aus Stromkosten und Wartung zusammen:

Kostenposten Betrag pro Jahr Anmerkung
Wartung 150–300 € Kein Schornsteinfeger, kein Gasanschluss nötig
Stromkosten Heizung + Warmwasser ca. 700–1.400 € Abhängig von JAZ, Fläche und Strompreis
Gesamt (Richtwert 140 m² EFH) ca. 900–1.700 € Ohne PV-Eigenstrom

Quelle: Verbraucherzentrale (Wartung 150–300 €/Jahr) sowie reduco.ai-Berechnung.

Die Verbraucherzentrale beziffert die reine Wartung mit 150–300 € pro Jahr. Weil im Neubau Gasanschluss, Schornstein und Heizraum komplett entfallen, sparen Sie zusätzlich die jährliche Schornsteinfeger-Gebühr und die Grundgebühr für den Gasanschluss.

Ehrlicher Hinweis: Die Betriebskosten hängen stark vom Strompreis und der tatsächlich erreichten JAZ ab. Ein schlecht eingeregeltes System oder ein zu hoher Vorlauf frisst den Effizienzvorteil auf. Und: Wer nur zur Wärmepumpe rät, ohne den Strompreis und einen möglichen dynamischen Tarif zu erwähnen, blendet ein reales Risiko aus.

Förderung im Neubau: KfW 297/298 statt 70-%-Zuschuss

Hier liegt der größte Irrtum – und unser wichtigster Punkt. Fast jede Kostenseite wirbt mit „bis 70 % Förderung / max. 21.000 € Zuschuss". Diese KfW-458-Heizungsförderung gilt jedoch ausschließlich für Bestandsgebäude, deren Baugenehmigung oder Bauanzeige bei Antragstellung mindestens 5 Jahre alt ist. Neubauten sind ausdrücklich ausgeschlossen.

Für den Neubau gibt es einen eigenen Förderweg: KfW 297/298 „Klimafreundlicher Neubau" (KFN). Das ist kein Zuschuss, sondern ein zinsverbilligter Kredit.

Programm Wer Was Bedingung
KfW 297/298 (KFN) 297 Selbstnutzer, 298 Vermieter Zinsverbilligter Kredit bis 100.000 € je Wohnung Effizienzhaus 40 (bzw. befristet EH 55) + erneuerbare Wärme
KfW 297/298 mit QNG-Siegel wie oben Kreditrahmen bis 150.000 € je Wohnung zusätzlich QNG-Zertifizierung + Lebenszyklusanalyse
KfW 458 (Heizungsförderung) nur Bestand bis 70 %, max. 21.000 € Zuschuss Neubau ausgeschlossen – Genehmigung ≥ 5 Jahre alt

Quellen: KfW 297/298, KfW 458.

Was das konkret bedeutet

Die Wärmepumpe wird im Neubau also nicht einzeln bezuschusst, sondern über die günstige Gesamtfinanzierung des Hauses gefördert. Das KfW-297/298-Programm setzt voraus, dass Ihr Neubau mindestens den Effizienzhaus-40-Standard erreicht (die Stufe EH 55 ist nur noch befristet bis spätestens 31.12.2026 als Antragseingang möglich) und die Wärme aus erneuerbaren Quellen kommt – die Wärmepumpe erfüllt das direkt.

Das QNG-Siegel (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) schaltet den höheren Kreditrahmen von 150.000 € statt 100.000 € frei. Es verlangt eine zusätzliche Nachhaltigkeitszertifizierung plus Lebenszyklusanalyse – mehr Aufwand, dafür der beste Rahmen und Zins.

Wichtig zum Zinssatz: Die KfW-Konditionen sind tagesaktuell und werden im Kreditrechner ausgewiesen. Verbindliche Zinssätze prüfen Sie bitte direkt beim KfW-Programm 297/298 – wir nennen hier bewusst keine feste Prozentzahl, weil sie sich ändert.

Wie sich die Förderlandschaft insgesamt entwickelt – etwa mit Blick auf Kältemittel-Anforderungen ab 2028 – lesen Sie in unserem Ratgeber zur Wärmepumpen-Förderung und Kältemittel 2028.

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Brauche ich im Neubau überhaupt noch eine Wärmepumpe?

Diese Frage stellen seit dem 10.07.2026 viele Bauherren – denn an diesem Tag hat der Gesetzgeber das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) verabschiedet, das das bisherige Heizungsgesetz ablöst. Die Schlagzeile „65-%-Pflicht gestrichen, Heizung frei wählbar" ist allerdings verkürzt.

Die pauschale 65-%-Erneuerbare-Pflicht entfällt vor allem für den Bestand. Für den Neubau bleiben zwei harte Anforderungen bestehen:

  1. Effizienzhaus-55-Standard des GEG: Neubauten dürfen laut Gebäudeenergiegesetz höchstens 55 % des Jahres-Primärenergiebedarfs eines Referenzgebäudes verbrauchen. Elektrische Wärmepumpen erfüllen die Erneuerbaren-Anforderung ohne Zusatznachweis.
  2. Nullemissionsstandard ab 1.1.2030: Nach dem Gesetzentwurf zur Änderung des GEG gilt der Nullemissionsstandard ab 1.1.2028 für neue öffentliche Gebäude und ab 1.1.2030 für alle Neubauten – Effizienzhaus-55-Niveau plus fossilfreie Wärmeversorgung.

Praktische Antwort: Ja, im Neubau bleibt die Wärmepumpe der De-facto-Standard. Fossile Heizungen sind ab 2030 im Neubau faktisch ausgeschlossen, und die KfW-Neubauförderung setzt erneuerbare Wärme ohnehin voraus. Eine ausdrückliche „Wärmepumpen-Pflicht" gibt es zwar nicht (theoretisch bliebe etwa Fernwärme), aber für das freistehende Einfamilienhaus ist die Wärmepumpe schlicht die naheliegende Lösung. Die Details der Gesetzesänderung erklären wir im Ratgeber Heizungsgesetz 2026: Änderungen.

Hinweis zur Formulierung: Das GModG wurde am 10.07.2026 verabschiedet, die Verkündung im Bundesgesetzblatt steht unmittelbar bevor. Wir stellen es hier als beschlossen, aber nicht als bereits vollständig in Kraft dar.

Luft-Wasser oder Erdwärme im Neubau?

Für die meisten Neubauten ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die richtige Wahl: günstig, kein Erdarbeit, und im gut gedämmten Haus mit Fußbodenheizung erreicht sie eine JAZ von 3,5–4,5. Erdwärme punktet mit der höchsten Effizienz und läuft geräuschlos ohne Außengerät.

Kriterium Luft-Wasser Sole-Wasser (Erdwärme)
Kosten komplett 13.000–25.000 € 40.000–60.000 €
JAZ im Neubau 3,5–4,5 4,2–5,0
Genehmigung nein Bohrung genehmigungspflichtig
Schall/Abstand Außengerät, Abstandsauflagen keine Außeneinheit
Platzbedarf gering Bohrung/Kollektorfläche

Quellen: reduco.ai-Analysen, ADAC. Preise brutto.

Ein oft übersehener Neubau-Vorteil: Weil auf der Baustelle ohnehin Erdarbeiten laufen, kann eine Erdsonden- oder Flächenkollektor-Bohrung hier relativ günstiger ausfallen als beim späteren Nachrüsten. Wenn Sie mit Erdwärme liebäugeln, lohnt der Blick in unseren Ratgeber zu den Erdwärme-Kosten, Bohrung und Förderung.

Ehrliche Nachteile beider Systeme: Bei der Luft-Wasser-WP müssen Sie Schallschutz und Abstandsauflagen zum Nachbargrundstück einhalten. Bei der Erdwärme kommen Bohrkosten und eine wasserrechtliche Genehmigung hinzu.

Der größte Hebel: PV und Wärmepumpe von Anfang an mitplanen

Im Neubau haben Sie eine Chance, die Bestandsbesitzer nicht haben: Sie können Photovoltaik und Wärmepumpe von Anfang an gemeinsam auslegen – Systemtemperatur, Energiemanagement, Speicher und Dachfläche aus einem Guss. Das ist der größte Effizienzhebel überhaupt.

Komponente Kosten (brutto, vor Förderung) Effekt
PV + WP als Kombipaket (10–15 kWp + Speicher) 28.000–54.000 € senkt WP-Stromkosten um ca. 600–1.200 €/Jahr
Solarer Deckungsgrad des WP-Stroms 30–45 %, mit größerem Speicher bis ~62 %

Quelle: reduco.ai – Wärmepumpe + Photovoltaik. Preise brutto.

Mit 10–15 kWp und einem Batteriespeicher lassen sich realistisch 30–45 % (mit größerem Speicher bis ~62 %) des Wärmepumpenstroms solar decken und die Stromkosten um 600–1.200 € pro Jahr senken.

Ehrliche Grenze: 100 % Autarkie sind nicht erreichbar. Der Grund ist der saisonale Mismatch – im Winter, wenn die Wärmepumpe 50–65 % ihres Jahresstroms zieht, liefert die PV-Anlage nur 10–15 % ihres Jahresertrags. Wer Ihnen „autark heizen mit Solar" verspricht, verschweigt die Physik. Realistisch planen Sie das mit Speicherblick, wie in unserem Ratgeber Wärmepumpe, PV und Speicher: Autarkie beschrieben. Auch das Fertighaus profitiert von dieser frühen Gesamtplanung.

Häufige Fragen (FAQ)

Brauche ich im Neubau noch eine Wärmepumpe, wenn die 65-%-Pflicht wegfällt?

Praktisch ja. Das GModG (verabschiedet 10.07.2026) streicht die pauschale 65-%-EE-Pflicht vor allem für den Bestand. Im Neubau greifen weiterhin der Effizienzhaus-55-Standard des GEG und ab 1.1.2030 der Nullemissionsstandard für alle Neubauten – fossile Heizungen sind dann faktisch ausgeschlossen. In Kombination mit den KfW-Neubaustandards (EH 40/QNG) ist die Wärmepumpe damit weiter der De-facto-Standard.

Was kostet eine Wärmepumpe im Neubau?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Neubau inklusive Einbau meist ca. 13.000–25.000 €, häufig ab rund 20.000 € vor Förderung – am unteren Ende der EFH-Spanne, weil kleine Leistung genügt und keine Altheizung entsorgt oder das Heizsystem umgebaut werden muss. Eine Sole-Wasser-Anlage mit Erdsonde liegt bei 40.000–60.000 €.

Ist die Wärmepumpe im Neubau günstiger als im Altbau?

Ja. Gute Dämmung und Fußbodenheizung senken die Heizlast auf ca. 25–40 W/m², sodass eine kleinere WP (ca. 5–8 kW statt 8–12 kW) reicht. Es entfallen Heizkörpertausch, Demontage der Altheizung und teils der hydraulische Abgleich am Bestand. Unterm Strich kostet die WP im Altbau je nach Zustand rund 3.000–10.000 € mehr.

Welche Förderung gibt es für die Wärmepumpe im Neubau?

Im Neubau läuft die Förderung über KfW 297/298 „Klimafreundlicher Neubau" – einen zinsverbilligten Kredit bis 100.000 € je Wohnung (Effizienzhaus 40 bzw. befristet EH 55) bzw. bis 150.000 € je Wohnung mit QNG-Siegel. Die Wärmepumpe wird also nicht einzeln bezuschusst, sondern über die günstige Gebäudefinanzierung gefördert.

Warum bekomme ich im Neubau nicht die 70-%-Heizungsförderung?

Die KfW-458-Heizungsförderung (bis 70 %, max. 21.000 € Zuschuss) ist ausdrücklich Bestandsgebäuden vorbehalten, deren Baugenehmigung bei Antragstellung mindestens 5 Jahre alt ist. Neubauten sind ausgeschlossen – für sie gilt das GEG-Neubaurecht mit eigenen Anforderungen und der KfW-Neubauförderung 297/298.

Welche kW-Leistung braucht die Wärmepumpe im Neubau?

Deutlich weniger als im Altbau. Bei einer Heizlast von 25–40 W/m² (nach EN 12831) benötigt ein 140-m²-Neubau nur etwa 5–6 kW. Wichtig ist eine korrekte Heizlastberechnung: Eine zu groß dimensionierte WP taktet häufig und verschleißt schneller.

Lohnt sich Photovoltaik zusammen mit der Wärmepumpe im Neubau?

Im Neubau ist die gemeinsame Planung von PV und WP der größte Hebel. Mit 10–15 kWp und Speicher lassen sich realistisch 30–45 % (mit größerem Speicher bis ~62 %) des Wärmepumpenstroms solar decken und die Stromkosten um ca. 600–1.200 €/Jahr senken. 100 % Autarkie ist wegen des saisonalen Mismatch (wenig Sonne im Winter) aber nicht erreichbar.

Luft-Wasser oder Erdwärme im Neubau?

Luft-Wasser ist am günstigsten (kein Erdarbeit/Bohrung) und für den gut gedämmten Neubau meist völlig ausreichend (JAZ 3,5–4,5 mit Fußbodenheizung). Erdwärme (Sole-Wasser) erreicht die höchste Effizienz (JAZ bis ~4,7 im Feldtest), kostet aber wegen Bohrung/Genehmigung 40.000–60.000 €. Da im Neubau ohnehin Erdarbeiten laufen, kann Erdwärme hier relativ günstiger ausfallen als beim Nachrüsten.

Ab wann ist die Wärmepumpe im Neubau Pflicht?

Eine ausdrückliche „Wärmepumpen-Pflicht" gibt es nicht, aber ab 1.1.2030 müssen alle Neubauten den Nullemissionsstandard erfüllen (Effizienzhaus-55-Niveau plus fossilfreie Wärme). Damit sind Gas- und Ölheizungen im Neubau praktisch ausgeschlossen und die Wärmepumpe (ggf. mit PV oder Fernwärme) bleibt die naheliegende Lösung.

Nächster Schritt: Ihr Neubau, konkret gerechnet

Die Spannen in diesem Ratgeber sind belastbar – aber Ihr Neubau ist individuell: Heizlast, Wohnfläche, Dämmstandard, Dachfläche für PV und der gewählte Effizienzhaus-Standard entscheiden über die tatsächliche Leistung, den Förderweg und die Betriebskosten. Genau hier setzt die Gebäudeanalyse von reduco.ai an: Sie verbindet die Gebäudedaten mit den passenden Förderprogrammen und rechnet Wärmepumpe und Photovoltaik als Gesamtsystem durch – ehrlich, herstellerneutral und mit klaren Zahlen statt Werbeversprechen. So gehen Sie mit einer belastbaren Grundlage in Ihr Bauvorhaben und ins Gespräch mit dem Fachbetrieb.

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