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Ratgeber17 Min. Lesezeit

Viessmann Vitocal 222-A Test 2026: 220-l-Speicher, COP 5,0

Vitocal 222-A und 222-S im Test: integrierter 220-l-Speicher, COP bis 5,0, 60 °C Vorlauf. Erfahren Sie Preise ab 9.000 € und die Förderung 2026.

Viessmann Vitocal 222-A Luft-Wasser-Wärmepumpe mit integriertem 220-Liter-Warmwasserspeicher an einem Wohnhaus

Das Wichtigste in Kürze

  • Integrierter 220-l-Warmwasserspeicher: Beide Modelle – die Vitocal 222-A (Monoblock) und die 222-S (Split) – tragen einen fest verbauten, emaillierten 220-Liter-Speicher im Innenturm (nutzbar bis ca. 290 Liter bei 40 °C). Ein separater Warmwasserspeicher entfällt komplett.
  • Heizleistung & Effizienz: Vitocal 222-A: 3,8–11,6 kW (A7/W35) über 7 Modelle, COP bis 5,0. Vitocal 222-S: 5,5–14,7 kW, COP bis 5,0.
  • Preis: Gerät ab ca. 9.000 € (222-A) bzw. ab ca. 10.000–11.000 € (222-S); komplett installiert typischerweise ab ca. 12.000 €, realistisch 12.000–18.000 € vor Förderung.
  • Förderung ab Juli 2026: Der 5-%-Effizienzbonus für natürliche Kältemittel ist ersatzlos entfallen – der frühere Förder-Nachteil der 222-Serie gegenüber R290-Geräten ist damit weg. Kritischer ist die Zukunft: Ab 01.01.2028 wird ein Kältemittel mit GWP < 150 voraussichtlich Förder-Voraussetzung, das R410A/R32 nicht erfüllen.
  • Vorlauftemperatur 60 °C: Ausgelegt für Neubau und gut gedämmte Sanierung mit Flächenheizung – nicht für den unsanierten Hochtemperatur-Altbau (dafür ist die 250-A mit 70 °C die richtige Wahl).
  • Sehr leise: 35 dB(A) in 3 m: Der Schalldruck im Nachtbetrieb erfüllt die ab 1.1.2026 verschärfte BEG-Schallanforderung locker.

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Update (Stand: 14. Juli 2026) – Neue BEG-Förderung nach dem GModG: Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, 10.07.2026) und der neuen BEG-Förderrichtlinie gelten ab 21. Juli 2026 neue Fördersätze: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt von 20 % auf 16 % (und danach halbjährlich weiter bis 0 % ab 01.08.2028), der Effizienzbonus (5 %) entfällt ersatzlos, und die maximal förderfähigen Kosten für die Heizung sinken von 30.000 € auf 28.000 €. Neu ist ein einkommensabhängiger Deckel von bis zu 80 %. Für die 222-Serie heißt das: Der frühere 5-%-Nachteil gegenüber R290-Geräten entfällt.

Viessmanns bekannteste Wärmepumpen sind heute die Propan-Modelle Vitocal 150-A und 250-A. Die Vitocal 222-A und 222-S verfolgen ein anderes Konzept: Sie packen Wärmepumpe und Warmwasserspeicher in ein einziges Innengerät. Kernstück ist ein fest integrierter, emaillierter 220-Liter-Warmwasserspeicher – ein separater Speicher entfällt damit. Die 222-A ist ein Monoblock, die 222-S ein Split-Gerät; beide liefern eine Heizleistung von 3,8 bis 14,7 kW, einen COP von bis zu 5,0 (A7/W35) und eine maximale Vorlauftemperatur von 60 °C. In diesem Test ordne ich beide Modelle technisch ein, zeige die realistischen Preise für 2026 und erkläre, warum das Kältemittel R410A bei der Förderung ab 2028 zum Problem werden kann.

Wichtig zur Einordnung: Die 222-Serie ist Viessmanns Kompaktklasse mit integriertem Speicher, nicht das technische Flaggschiff. Wer die volle Bandbreite sucht, findet sie im Überblick Viessmann Wärmepumpe: Modelle und Preise. Wer dagegen ein Propan-Gerät mit höherer Vorlauftemperatur und einem unabhängigen Testurteil will, sollte die Vitocal 250-A und die Vitocal 150-A mitvergleichen; die ältere Monoblock-Schwester ohne integrierten Speicher ist die Vitocal 200-A. Dieser Artikel liefert die dritte Perspektive: das All-in-One-Kompaktgerät.

Vitocal 222-A und 222-S: Wärmepumpe und Speicher in einem Gerät

Das prägende Merkmal der 222-Serie ist die Bauform. Während die meisten Luft-Wasser-Wärmepumpen aus einem Außengerät plus einem separaten Warmwasserspeicher bestehen, integriert Viessmann bei der 222-A und 222-S den Trinkwasserspeicher direkt in die bodenstehende Inneneinheit – einen kompakten Turm. Man kauft also Wärmepumpe und Warmwasserbereitung als eine Einheit und muss im Haustechnikraum nicht zusätzlich einen 200- oder 300-Liter-Speicher aufstellen.

Der integrierte 220-Liter-Speicher ist emailliert und liefert laut Viessmann eine nutzbare Warmwassermenge von bis zu ca. 290 Litern bei 40 °C – ausreichend für einen normalen Vier-Personen-Haushalt. Genau darin liegt der Reiz der Serie: eine schlüsselfertige Kompaktlösung mit minimalem Planungsaufwand. Der Preis dafür ist ein technischer Kompromiss, den ich weiter unten offen benenne.

Die folgende Tabelle stellt beide Modelle direkt gegenüber:

Merkmal Vitocal 222-A Vitocal 222-S
Bauart Monoblock Split
Heizleistung (A7/W35) 3,8–11,6 kW (7 Modelle) 5,5–14,7 kW
COP (A7/W35) bis 5,0 bis 5,0
COP (A2/W35) bis 4,1 bis 4,1
Max. Vorlauftemperatur 60 °C 60 °C
Integrierter Speicher 220 l, emailliert 220 l
Kältemittel R410A R410A oder R32
Schalldruck (3 m, Nacht) 35 dB(A) 35 dB(A)
Energieeffizienzklasse (Heizen W35) A++ A++
Gerätepreis ab ca. 9.000 € ca. 10.000 €

Quelle: Viessmann Vitocal 222-A und Vitocal 222-S; Preise: Fachhandels- und Portalangaben, Stand Juli 2026.

Vitocal 222-A: der Monoblock-Kompaktturm im Detail

Die Vitocal 222-A ist die Monoblock-Variante. Der gesamte Kältemittelkreis sitzt gekapselt im Außengerät; zwischen Außen- und Inneneinheit verlaufen nur wassergefüllte Verbindungsleitungen. Das hat einen praktischen Vorteil: Für die Installation ist keine F-Gas-Zertifizierung des Betriebs am Kältemittelkreis nötig, und im Haus verläuft kein Kältemittel. Das vereinfacht Einbau und Wartung.

Merkmal Wert
Bauart Monoblock, getrennte Innen-/Außeneinheit, wassergefüllte Verbindungsleitungen
Heizleistung (A7/W35) 3,8–11,6 kW, 7 Modelle
COP bis 5,0 (A7/W35), bis 4,1 (A2/W35); modellabhängig 4,6–5,0
Max. Vorlauftemperatur 60 °C (auch bei –10 °C Außentemperatur)
Betriebsgrenze bis –20 °C Außenluft
Warmwasserspeicher 220 l integriert, emailliert (nutzbar bis ca. 290 l bei 40 °C)
Schalldruck 35 dB(A) in 3 m (Nachtbetrieb, Advanced Acoustic Design)
Energieeffizienzklasse A++ (Heizen W35), A+/A (Warmwasser)
Maße Innengerät (T × B × H) 681 × 600 × 1874 mm
Kältemittel R410A (GWP 2088)
Funktion reversibel (Heizen + Kühlen), DC-Inverter-Scrollverdichter, elektronisches Expansionsventil

Quelle: Viessmann Vitocal 222-A; Kältemittelangabe aus Fachhandels-Datenblättern.

Die 222-A ist reversibel, kann also im Sommer auch aktiv kühlen. Der DC-Inverter-Scrollverdichter moduliert die Leistung und arbeitet bis zu einer Außentemperatur von –20 °C. Die maximale Vorlauftemperatur von 60 °C hält Viessmann auch bei –10 °C Außentemperatur – das reicht für Fußboden- und Wandheizungen sowie für großzügig dimensionierte Niedertemperatur-Heizkörper.

Modell- und Leistungsmatrix der Vitocal 222-A

Die 222-A gibt es in sieben Leistungsgrößen. Die kleineren, einphasigen Modelle (Kennung „M", 230 V) decken kompakte Neubauten ab, die dreiphasigen Varianten (400 V) die höheren Heizlasten. Die folgende Matrix ist aus Fachhandels-Datenblättern aggregiert; die Kennwerte beziehen sich auf den Betriebspunkt A7/W35:

Modell Heizleistung (A7/W35) COP Anschluss
AWOT-M-E-AC 221.A04 4,0 kW 4,6 230 V (1-phasig)
AWOT-M-E-AC 221.A06 4,8 kW 4,7 230 V (1-phasig)
AWOT-M-E-AC 221.A08 5,6 kW 4,7 230 V (1-phasig)
AWOT-M-E-AC 221.A10 7,0 kW 4,7 230 V (1-phasig)
AWOT-E-AC 221.A10 7,6 kW 5,0 400 V (3-phasig)
AWOT-E-AC 221.A13 8,9 kW 5,0 400 V (3-phasig)
AWOT-E-AC 221.A16 10,1 kW 5,0 400 V (3-phasig)

Quelle: aggregierte Viessmann-Datenblätter/Fachhandelslistungen. Das „M" in der Typkennung steht für die einphasige 230-V-Ausführung (kleinere Leistung), ohne „M" handelt es sich um die dreiphasige 400-V-Variante. Der von Viessmann angegebene Leistungsbereich 3,8–11,6 kW umfasst die Spannbreite über alle Modelle.

Faustregel für die Auswahl: Ein gut gedämmtes Einfamilienhaus mit 120–160 m² und Fußbodenheizung kommt meist mit 6–10 kW aus. Die genaue Größe sollte immer aus einer Heizlastberechnung folgen – eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet häufiger und arbeitet unwirtschaftlich.

Vitocal 222-S: die Split-Variante mit R410A oder R32

Die Vitocal 222-S ist technisch eng verwandt, aber als Split-Gerät aufgebaut: Der Verdichter sitzt im Außengerät, die Kältemittelleitungen führen ins Haus zum Innenturm. Das ermöglicht in der Spitze eine etwas höhere Heizleistung – bis 14,7 kW –, verlangt aber zwingend einen kältemitteltechnisch qualifizierten (F-Gas-zertifizierten) Fachbetrieb für die Installation.

Merkmal Wert
Bauart Split (Verdichter im Außengerät, Kältemittelleitungen zum Innenturm)
Heizleistung (A7/W35) 5,5–14,7 kW; Bsp. AWBT-M-E-AC 221.C08 = 10,1 kW Nennleistung
COP bis 5,0 (A7/W35), bis 4,1 (A2/W35)
Max. Vorlauftemperatur 60 °C
Warmwasserspeicher 220 l integriert
Schall 35 dB(A) Schalldruck in 3 m (Nacht); 55 dB(A) Schallleistung
Energieeffizienzklasse A++ (Heizen W35), A+ (Warmwasser)
Kältemittel R410A (Serie AWBT-221.C) oder R32 (Variante „222-S R32")
Modellkennung AWBT-E-AC / AWBT-M-E-AC 221.C..

Quelle: Viessmann Vitocal 222-S; Kältemittel- und Modellangaben ergänzt aus Fachhandels-Datenblättern.

Eine wichtige Besonderheit: Die 222-S gibt es in zwei Kältemittel-Ausführungen. Die etablierte Serie AWBT-221.C nutzt R410A, während die neuere Variante „222-S R32" auf das ebenfalls synthetische, aber niedriger belastende R32 setzt. Für die Förderung macht das keinen Unterschied – beides sind synthetische Kältemittel, keine natürlichen. Was R32 und das zukunftssichere Propan (R290) unterscheidet, erkläre ich im Kältemittel-Vergleich R32 gegen R290.

Hinweis zur Verwechslungsgefahr: Ältere Sekundärquellen nennen für die 222-S teils 190 Liter Speicher und einen Leistungsbereich von 2,6–10,4 kW. Diese Angaben betreffen die Vorgänger-Generation. Für die aktuelle Baureihe (AWBT 221.C) gelten die 220 Liter und der Bereich bis 14,7 kW laut Viessmann.

Monoblock oder Split: 222-A oder 222-S?

Die Wahl zwischen 222-A und 222-S ist im Kern eine Bauart-Entscheidung – die grundsätzlichen Vor- und Nachteile von Monoblock und Split beschreibe ich ausführlich im Vergleich Splitgerät gegen Monoblock. Für die 222-Serie lassen sich die Argumente so zusammenfassen:

Für die 222-A (Monoblock) spricht: kein Kältemittel im Haus, kein F-Gas-zertifizierter Betrieb am Kältekreis nötig, einfachere Installation und Wartung, keine Dichtheitsprüfungen im Gebäude. Für die meisten Einfamilienhäuser bis rund 11 kW Heizlast ist die 222-A die unkompliziertere Wahl.

Für die 222-S (Split) spricht: die höhere maximale Heizleistung bis 14,7 kW und die Option auf das Kältemittel R32. Der Preis dafür: Kältemittelleitungen führen ins Haus, die Installation ist anspruchsvoller und darf nur von einem entsprechend zertifizierten Betrieb ausgeführt werden.

Effizienz (COP bis 5,0), Vorlauftemperatur (60 °C) und der integrierte 220-Liter-Speicher sind bei beiden Modellen identisch. Wer keine besonders hohe Heizlast hat, fährt mit der 222-A meist einfacher und oft auch günstiger.

Preise 2026: Gerät und komplett installiert

Einen offiziellen Viessmann-Listenpreis „nur Gerät" gibt es für die 222-Serie nicht auf der Herstellerseite; die folgenden Richtwerte stammen aus Fachhandels- und Portalangeboten und schwanken je nach Leistungsgröße und Ausführung erheblich.

Modell Richtpreis (nur Gerät)
Vitocal 222-A ab ca. 9.000 €
Vitocal 222-S ab ca. 10.000 €
Vitocal 222-S R32 ab ca. 11.000 €
Vitocal 222-S AWBT-E-AC 221.C10 (12,6 kW) UVP 22.607,62 € / Aktionspreis ca. 12.509 €

Quelle: Fachhandels- und Portalangaben (Stand Juli 2026). Der Fachhandelspreis der 222-S illustriert die typische Differenz zwischen UVP und real bezahltem Aktionspreis.

Das Beispiel der 222-S in der 12,6-kW-Ausführung zeigt eindrücklich, wie weit UVP und Straßenpreis auseinanderliegen: einer unverbindlichen Preisempfehlung von 22.607,62 € steht ein Aktionspreis von rund 12.509 € gegenüber. Vergleichen Sie deshalb immer mehrere Angebote und orientieren Sie sich nicht am Listenpreis.

Für die Komplettinstallation inklusive Einbau, Demontage der Altheizung, Hydraulik und Elektrik sollten Sie mit den folgenden Größenordnungen rechnen:

Position Kosten (ca.)
Gerät (222-A/222-S) 9.000–13.000 €
Komplett installiert (EFH, ab) ab 12.000 €
Komplett installiert (realistisch, je nach Aufwand) 12.000–18.000 €

Quelle: Fachhandels- und Portalangaben (Stand Juli 2026); vor Abzug der Förderung.

Wo genau Ihr Projekt in dieser Spanne landet, hängt vom Gebäude, dem vorhandenen Heizsystem und dem Installationsaufwand ab. Eine detaillierte Einordnung der Gesamtkosten inklusive aller Nebenposten finden Sie im Ratgeber Wärmepumpe Kosten im Einfamilienhaus.

Vitocal 222 gegen 150-A und 250-A: welches Viessmann-Modell?

Für viele Interessenten ist die eigentliche Frage nicht „222-A oder 222-S", sondern „222-Serie oder die R290-Modelle 150-A/250-A". Die Antwort hängt an drei Punkten: Kältemittel, Vorlauftemperatur und Speicherkonzept.

Kriterium 222-A / 222-S 150-A / 250-A
Konzept All-in-One-Turm mit integriertem 220-l-Speicher Wärmepumpe ohne Speicher (separater Speicher nötig)
Kältemittel R410A / R32 R290 (Propan), GWP ~3
Max. Vorlauftemperatur 60 °C 70 °C (250-A, auch bei –10 °C)
Effizienz COP bis 5,0 250-A: COP bis 5,31, SCOP bis 5,01
Stiftung Warentest kein Einzeltest 250-A: GUT (2,0), Test 10/2025
Förderfähig ab 01.01.2028 (GWP < 150) nein (R410A/R32) ja (R290)
Gerätepreis ab ca. 9.000 € 250-A ab 7.190 € (Gerät)

Quelle: Herstellerangaben Viessmann; Testnote und 250-A-Preis siehe Vitocal 250-A Test.

Die Kernaussage: Die 222-Serie punktet mit dem integrierten Speicher und der schlüsselfertigen Kompaktbauweise. Die 150-A und 250-A punkten mit dem natürlichen Kältemittel R290, der höheren Vorlauftemperatur (bis 70 °C bei der 250-A) und – im Fall der 250-A – mit einem unabhängigen Testurteil der Stiftung Warentest (GUT 2,0). Wer schwankt, welches der beiden Propan-Modelle das richtige ist, findet die Antwort im Vergleich Vitocal 150-A oder 250-A.

Vereinfacht: Für einen kompakten Neubau oder eine gut gedämmte Sanierung mit wenig Platz und dem Wunsch nach einer Ein-Geräte-Lösung ist die 222-Serie stimmig. Für maximale Zukunftssicherheit beim Kältemittel, hohe Vorlauftemperaturen im Altbau oder ein belegtes Testergebnis sind die R290-Modelle die bessere Wahl.

Förderung ab Juli 2026: worauf es bei der 222-Serie ankommt

Die Wärmepumpenförderung läuft über die KfW-Heizungsförderung (Programm 458). Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden. Mit der neuen BEG-Förderrichtlinie gelten ab 21. Juli 2026 neue Fördersätze:

Baustein Satz Bedingung
Grundförderung 30 % alle Antragsteller
Klimageschwindigkeitsbonus 16 % Selbstnutzer, Austausch alter fossiler Heizung; sinkt halbjährlich (12 % ab 01.02.2027, 8 % ab 01.08.2027, 4 % ab 01.02.2028, 0 % ab 01.08.2028)
Einkommensbonus 40 / 30 / 10 % zu versteuerndes Einkommen ≤ 30.000 € / > 30.000–40.000 € / > 40.000–50.000 €
Familienzuschlag −10.000 € zvE einmalig, wenn mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt lebt
Effizienzbonus (5 %) entfällt ab 21.07.2026 ersatzlos gestrichen
Deckel max. 80 % / 70 % 80 % bei zvE ≤ 30.000 € (bzw. ≤ 40.000 € inkl. Familienzuschlag), sonst 70 %
Max. förderfähige Kosten 28.000 € (1. Wohneinheit) → max. Zuschuss 22.400 € (Geringverdiener)

Quelle: KfW-Heizungsförderung und neue BEG-Förderrichtlinie (gilt ab 21.07.2026).

Der entscheidende Punkt für die 222-Serie hat sich mit der neuen Richtlinie verschoben: Der frühere 5-%-Effizienzbonus für natürliche Kältemittel ist ersatzlos entfallen. Er wurde bislang oft gegen die 222-Serie ins Feld geführt, weil deren R410A/R32 kein natürliches Kältemittel ist. Diesen Bonus gibt es aber jetzt für keine Wärmepumpe mehr – der frühere Förder-Nachteil der 222-Serie gegenüber R290-Geräten ist damit weg.

Was das konkret bedeutet, zeigt ein Rechenbeispiel. Sie tauschen im selbst genutzten Einfamilienhaus eine alte Gasheizung gegen eine Vitocal 222-A und erreichen die maximal förderfähigen 28.000 € (Standardfall ohne Einkommensbonus):

  • Grundförderung (30 %): 8.400 €
  • Klimageschwindigkeitsbonus (16 %): 4.480 €
  • Summe: 46 % = 12.880 € Zuschuss, Eigenanteil 15.120 €

Eine R290-Wärmepumpe (150-A oder 250-A) käme im selben Fall auf exakt dieselben 46 % – auch sie bekommt den Effizienzbonus nicht mehr. Beim reinen Fördersatz sind 222-Serie und R290-Modelle heute also gleichgestellt. Wer zusätzlich den Einkommensbonus erhält, kommt auf bis zu 80 % (Geringverdiener mit zvE ≤ 30.000 €, max. Zuschuss 22.400 €) – auch das gilt für beide Kältemittel gleichermaßen.

Der eigentliche Kältemittel-Nachteil der 222-Serie verlagert sich damit in die Zukunft: Ab 01.01.2028 wird voraussichtlich ein Kältemittel mit GWP < 150 zur Förder-Voraussetzung. Das erfüllt R290, nicht aber R410A oder R32 – die 222-Serie könnte damit ab 2028 die Förderfähigkeit ganz verlieren. Was das für Kaufentscheidungen bedeutet, ordne ich im Beitrag Wärmepumpen-Förderung und Kältemittel ab 2028 ein. Wer die Förderung sicher mitnehmen will, sollte diesen Punkt bewusst abwägen – zumal der Klimageschwindigkeitsbonus jetzt halbjährlich sinkt und ab 01.08.2028 ganz ausläuft.

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Erfahrungen und Testlage: keine eigene Warentest-Note

Hier ist Ehrlichkeit angebracht: Für die Vitocal 222-A und 222-S gibt es kein unabhängiges Labor-Testurteil. Im großen Wärmepumpen-Test der Stiftung Warentest (Ausgabe 10/2025) wurde von Viessmann ausschließlich die 250-A mit dem natürlichen Kältemittel R290 geprüft – sie erhielt die Note GUT (2,0) und war Gesamttestsieger. Details dazu im Vitocal 250-A Test. Auf die 222-Serie lässt sich dieses Ergebnis nicht übertragen, weil es sich um eine andere Geräteplattform mit anderem Kältemittel handelt.

Was bleibt, sind die Herstellerdaten und allgemeine Nutzerberichte zu Viessmann-Wärmepumpen. Diese fallen überwiegend positiv aus – die Geräte gelten als leise und effizient. Vereinzelt werden Schwächen bei Bedienung und Software sowie bei der Dimensionierung genannt. Wichtig: Das sind subjektive Nutzererfahrungen, kein Labortest, und die Dimensionierung hängt maßgeblich vom Planer ab, nicht allein vom Gerät.

Mein Fazit zur Testlage: Wenn Ihnen ein belegtes, unabhängiges Testurteil wichtig ist, spricht das eher für die 250-A. Die 222-Serie müssen Sie in dieser Hinsicht auf Basis der Herstellerangaben und der guten allgemeinen Reputation von Viessmann bewerten.

Nachteile ehrlich betrachtet: wovon ich abrate

Die 222-Serie ist ein solides Kompaktkonzept, hat aber klare Schwächen, die man vor dem Kauf kennen sollte:

  • Synthetisches Kältemittel: R410A (222-A) beziehungsweise R410A oder R32 (222-S) haben einen hohen Treibhauspotenzial-Wert (R410A: GWP 2088). Beim aktuellen Fördersatz ist das seit dem Wegfall des Effizienzbonus zwar kein Nachteil mehr – ab 01.01.2028 wird ein Kältemittel mit GWP < 150 aber voraussichtlich zur Förder-Voraussetzung, die R410A/R32 nicht erfüllen.
  • Zukunftsrisiko: Ab 2028 werden Wärmepumpen mit synthetischem Kältemittel voraussichtlich nicht mehr förderfähig sein (GWP-<-150-Pflicht), und R410A wird unter der EU-F-Gas-Verordnung (2024/573) schrittweise ausgephast. Das kann Wartung im Servicefall verteuern und den Wiederverkaufswert schwächen.
  • Nur 60 °C Vorlauf: Zu wenig für den unsanierten Hochtemperatur-Altbau mit alten Radiatoren. Zielgruppe sind Neubau und gut gedämmte Sanierung mit Flächenheizung. Für hohen Vorlaufbedarf ist die 250-A (70 °C) die bessere Wahl.
  • Kein eigenes Testurteil: Für 222-A/222-S existiert keine unabhängige Labornote – nur Herstellerdaten und allgemeine Nutzerberichte.
  • Speicher nicht frei wählbar: Die 220 Liter sind fest integriert. Für große Haushalte oder hohen gleichzeitigen Warmwasserbedarf kann das knapp werden. Wer mehr Puffer oder einen größeren Speicher will, ist mit 150-A/250-A plus separatem Speicher flexibler – Größen und Kosten dazu im Ratgeber Pufferspeicher für die Wärmepumpe.
  • Platzbedarf im Haus: Der All-in-One-Turm misst 681 × 600 × 1874 mm und braucht einen geeigneten Aufstellort. In einem kleinen Hauswirtschaftsraum ist das nicht immer machbar – mehr dazu unter Wärmepumpe Innenaufstellung.
  • 222-S ist ein Split-Gerät: Der Kältemittelkreis führt ins Haus, Installation nur durch einen F-Gas-zertifizierten Betrieb, gegebenenfalls mit Dichtheitsprüfungen. Die 222-A (Monoblock) ist hier einfacher.
  • Preisvorteil fraglich: Das Gerät kostet ab rund 9.000–11.000 €, komplett ab etwa 12.000 €. Die Kompakt-Bequemlichkeit spart gegenüber einer 250-A plus separatem Speicher nicht zwangsläufig Geld – und man verzichtet auf die höhere Vorlauftemperatur und das ab 2028 förderrelevante natürliche Kältemittel.
  • Ältere Technikgeneration: Viessmanns Innovationsfokus liegt klar auf den R290-Modellen 150-A und 250-A. Die 222-Serie wirkt technologisch überholt und ist mittelfristig eher ein Auslauf- beziehungsweise Übergangskandidat.

Wovon ich abrate: Kaufen Sie die 222-Serie nicht allein wegen des niedrigen Einstiegspreises oder der Kompaktheit, wenn Ihr Gebäude eigentlich hohe Vorlauftemperaturen braucht oder wenn Ihnen Zukunftssicherheit und maximale Förderung wichtig sind. In diesen Fällen ist ein R290-Modell trotz separatem Speicher meist die klügere Investition.

Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet die Viessmann Vitocal 222-A – Gerät und komplett installiert?

Das Gerät der 222-A beginnt bei rund 9.000 €, die 222-S bei etwa 10.000–11.000 € (Variante mit R32 am oberen Ende). Komplett installiert liegt eine Anlage typischerweise ab ca. 12.000 €, realistisch je nach Aufwand bei 12.000–18.000 € vor Förderung. Einen offiziellen Viessmann-Listenpreis „nur Gerät" gibt es nicht – die Werte stammen aus Fachhandels- und Portalangeboten und schwanken stark. Vergleichen Sie deshalb immer mehrere Angebote.

Welches Kältemittel nutzen die Vitocal 222-A und 222-S – und ist das noch förderfähig?

Die 222-A nutzt R410A (GWP 2088), die 222-S je nach Ausführung R410A oder R32. Beides sind synthetische Kältemittel. Die Wärmepumpen bleiben aktuell über die KfW förderfähig (Grundförderung 30 %, Klimageschwindigkeitsbonus 16 %, einkommensabhängiger Bonus). Der frühere 5-%-Effizienzbonus für natürliche Kältemittel ist zum 21.07.2026 ohnehin für alle Wärmepumpen entfallen – dadurch besteht hier heute kein Nachteil mehr. Der Haken liegt in der Zukunft: Ab 01.01.2028 wird voraussichtlich ein Kältemittel mit GWP < 150 zur Förder-Voraussetzung, das R410A/R32 nicht erfüllen – dann könnten Geräte mit synthetischem Kältemittel ganz aus der Förderung fallen.

Was ist der Unterschied zwischen Vitocal 222-A und 222-S?

Die 222-A ist ein Monoblock: Das Kältemittel bleibt im Außengerät, ins Haus führen nur Wasserleitungen – die Installation braucht keine F-Gas-Zertifizierung am Kältekreis. Die 222-S ist ein Split-Gerät mit Kältemittelleitungen ins Haus, erreicht dafür eine höhere Heizleistung bis 14,7 kW und ist optional mit R32 erhältlich. Integrierter 220-Liter-Speicher, COP bis 5,0 und 60 °C Vorlauf sind bei beiden identisch.

Was ist der Unterschied zwischen Vitocal 222-A und Vitocal 250-A?

Die 222-A ist ein All-in-One-Turm mit integriertem 220-Liter-Speicher, arbeitet mit R410A, erreicht 60 °C Vorlauf und wurde nicht einzeln getestet. Die 250-A nutzt das natürliche Kältemittel R290, schafft 70 °C Vorlauf, braucht einen separaten Speicher, bleibt dank GWP < 150 auch über die ab 2028 geplante Kältemittel-Voraussetzung hinaus förderfähig und erhielt bei der Stiftung Warentest die Note GUT (2,0). Kurz: 222-A für die kompakte Ein-Geräte-Lösung, 250-A für Hochtemperatur, Zukunftssicherheit und Testurteil.

Wie groß ist der integrierte Warmwasserspeicher der Vitocal 222-A?

Der fest integrierte, emaillierte Speicher fasst 220 Liter. Laut Viessmann ergibt sich daraus eine nutzbare Warmwassermenge von bis zu ca. 290 Litern bei 40 °C – ausreichend für einen typischen Vier-Personen-Haushalt. Der Speicher ist nicht frei wählbar; wer mehr Kapazität braucht, ist mit einer speicherlosen Wärmepumpe plus separatem, größerem Speicher flexibler.

Welche Vorlauftemperatur erreicht die Vitocal 222-A – ist sie für den Altbau geeignet?

Die 222-A erreicht 60 °C Vorlauftemperatur, und zwar auch bei –10 °C Außentemperatur. Das ist ausreichend für Fußboden- und Wandheizungen sowie gut dimensionierte Niedertemperatur-Heizkörper in Neubauten und gut gedämmten Sanierungen. Für einen unsanierten Hochtemperatur-Altbau mit alten Radiatoren reicht das nicht – dort ist die 250-A mit 70 °C die passende Wahl.

Wie laut ist die Vitocal 222-A und erfüllt sie die Förder-Schallgrenze 2026?

Der Schalldruck liegt im Nachtbetrieb bei nur 35 dB(A) in 3 Metern Abstand (Advanced Acoustic Design). Damit erfüllt die 222-Serie die seit 1.1.2026 verschärfte BEG-Schallanforderung – 10 dB unter dem EU-Ecodesign-Grenzwert – locker. In dicht bebauten Wohngebieten ist der leise Betrieb ein echter Pluspunkt.

Wie hoch ist die KfW-Förderung für die Vitocal 222-A ab Juli 2026?

Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Sätze: Grundförderung (30 %) und Klimageschwindigkeitsbonus (16 %) ergeben im Standardfall 46 % – bei den maximal förderfähigen 28.000 € also rund 12.880 € Zuschuss. Hinzu kommt ein einkommensabhängiger Bonus (40 / 30 / 10 %), der den Deckel auf bis zu 80 % (Geringverdiener mit zvE ≤ 30.000 €, max. 22.400 €) hebt, sonst 70 %. Der frühere 5-%-Effizienzbonus ist entfallen und spielt für keine Wärmepumpe mehr eine Rolle – die 222-Serie ist beim Fördersatz damit R290-Geräten gleichgestellt. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt allerdings halbjährlich und läuft ab 01.08.2028 aus.

Ist die Vitocal 222-A eher für Neubau oder Sanierung geeignet?

Beides ist möglich, sofern eine Flächenheizung oder gut ausgelegte Niedertemperatur-Heizkörper vorhanden sind und die Dämmung stimmt. Die 60 °C Vorlauf reichen für Neubau und gut gedämmte Sanierung; der integrierte Speicher spart Platz und Planungsaufwand. Für einen schlecht gedämmten Altbau mit hohem Vorlaufbedarf ist die Serie dagegen nicht die erste Wahl.

Nächster Schritt: Passt die Vitocal 222 zu Ihrem Haus?

Ob die Vitocal 222-A oder 222-S wirtschaftlich die richtige Wahl ist – oder ob ein R290-Modell mit vollem Effizienzbonus und höherer Vorlauftemperatur besser zu Ihrem Gebäude passt – hängt von Dämmzustand, Heizlast, vorhandenem Heizsystem und Ihren individuellen Fördermöglichkeiten ab. Pauschale Modellempfehlungen ersetzen keine gebäudespezifische Analyse. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Einschätzung, welche Wärmepumpe technisch und wirtschaftlich zu Ihrem Haus passt – inklusive Förderberechnung und konkreter Kosten-Nutzen-Betrachtung.

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