Wärmepumpe Innenaufstellung 2026: Kosten & Platzbedarf
Innen aufgestellte Wärmepumpe ohne Außengerät: 4–6 m² Platzbedarf, 2 Wanddurchbrüche, Kondensat & Kostenaufschlag. Was Sie 2026 wissen müssen.

Das Wichtigste in Kürze
- Platzbedarf: Der Aufstellraum sollte rund 4–6 m² Grundfläche bieten (das Gerät selbst braucht ca. 2 × 2 m Stellfläche plus Wartungsabstand); ideal ist ein ebenerdiger bis halb-ebenerdiger Kellerraum.
- Luftführung: Für die Außenluft sind zwei separate Luftkanäle mit je mindestens 0,6 m² freiem Querschnitt (Zu- und Abluft) nötig – das bedeutet zwei größere Wanddurchbrüche (typisch DN 500–630).
- Kondensat: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erzeugt im Heizbetrieb rund 10–20 Liter Kondensat pro Tag, das über einen Schlauch mit Siphon frostsicher in die Kanalisation ablaufen muss.
- Schall: Innengeräte laufen mit rund 48–56 dB(A) im Aufstellraum – draußen entsteht praktisch kein Nachbarschaftslärm; die TA-Lärm-Grenze von 35 dB(A) nachts im reinen Wohngebiet spielt hier keine Rolle mehr.
- Kosten: Das reine Gerät (Monoblock) für Innenaufstellung kostet ca. 10.000–16.000 € (ohne Installation); Wanddurchbrüche, Kanäle und Lichtschacht treiben die Innenaufstellung meist einige Tausend Euro über eine vergleichbare Außenaufstellung.
- Förderung: Die BEG-Heizungsförderung 2026 (KfW 458) bezuschusst den Wärmepumpen-Tausch mit bis zu 70 % auf maximal 30.000 € förderfähige Kosten je Wohneinheit – also bis zu 21.000 € Zuschuss.
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Bei einer Wärmepumpe mit Innenaufstellung steht die komplette Luft-Wasser-Wärmepumpe im Haus – meist im Keller oder Technikraum – und es gibt kein Außengerät. Die benötigte Außenluft wird über zwei Luftkanäle durch die Wand angesaugt und wieder abgeführt. Der große Vorteil: Von außen ist nichts sichtbar und es entsteht kein Geräusch im Garten oder an der Grundstücksgrenze. Der Preis dafür: Sie geben 4–6 m² Innenfläche her, brauchen zwei Wanddurchbrüche und guten Schallschutz im Aufstellraum. Ob sich diese Bauart lohnt, hängt stark von Ihrer Bausituation ab – und davon, wie eng Ihre Nachbarschaft ist.
Dieser Ratgeber behandelt ausschließlich die Innenaufstellung mit ihren praktischen Anforderungen: Platzbedarf, Wanddurchbrüche, Kondensatablauf und Kostenaufschlag. Die Bauart-Grundlagen kläre ich im Vergleich von Splitgerät und Monoblock, die Schall-Grenzwerte im Detail im Ratgeber Wärmepumpe Lärm & Schallschutz und die Abstands- und Genehmigungsregeln unter Wärmepumpe Abstand zum Nachbarn – hier verlinke ich sie nur, statt sie doppelt auszuwalzen.
Innenaufstellung auf einen Blick
| Merkmal | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Aufstellraum | ca. 4–6 m² | Gerät ca. 2 × 2 m + Wartungsabstand + Speicher |
| Luftkanäle | 2 Stück, je mind. 0,6 m² | Zu- und Abluft, typisch DN 500–630 |
| Wanddurchbrüche | 2 | für Zu- und Abluftkanal |
| Kondensat | ca. 10–20 Liter/Tag | frostsicher über Siphon in die Kanalisation |
| Schall innen | ca. 48–56 dB(A) | im Aufstellraum – Schallschutz im Raum nötig |
| Schall außen | praktisch keiner | kein Außengerät, TA-Lärm irrelevant |
| Gerätepreis | ca. 10.000–16.000 € | ohne Installation, Wanddurchbrüche, Kanäle |
Was ist eine Wärmepumpe mit Innenaufstellung?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und gibt sie ans Heizsystem ab. Bei der Außenaufstellung steht dazu ein Gerät im Garten (Monoblock) oder ein Außenteil an der Wand (Split). Bei der Innenaufstellung entfällt dieses Außengerät komplett: Die gesamte Technik – Verdichter, Ventilator, Wärmetauscher, oft auch Puffer- und Warmwasserspeicher – steht im Gebäude.
Damit die Wärmepumpe der Außenluft trotzdem Energie entziehen kann, wird die Luft über zwei getrennte Kanäle durch die Außenwand geführt: Ein Kanal saugt frische Außenluft an, der zweite bläst die abgekühlte Luft wieder hinaus. Von außen sieht man nur zwei Gitter oder Lichtschächte in der Fassade.
Abgrenzung zu anderen Bauarten: Die Innenaufstellung ist nicht identisch mit einem Monoblock- oder Split-System – auch wenn manche Anbieter die Begriffe vermischen. Wer wissen will, ob Split oder Monoblock grundsätzlich besser passt, findet die Grundlagen im Vergleich Splitgerät vs. Monoblock. Eine echte Innenaufstellung erkennen Sie immer an den zwei Luftkanälen und dem fehlenden Außengerät. Wichtig fürs Angebot: Prüfen Sie genau, ob wirklich eine reine Innenaufstellung mit Luftkanälen angeboten wird oder ein Split-/Monoblock-System mit Außeneinheit.
Für wen die Innenaufstellung sinnvoll ist
Die Innenaufstellung spielt ihre Stärken vor allem dann aus, wenn ein Außengerät problematisch wäre:
- Enge Grundstücke und dichte Reihenhausbebauung – wenn der Abstand zum Nachbarn knapp ist und ein Außengerät für Konflikte sorgen könnte. Details zu den Mindestabständen erklärt der Ratgeber Wärmepumpe Abstand zum Nachbarn.
- Optisch sensible Fassaden – Denkmalschutz, gestalterische Vorgaben oder schlicht der Wunsch nach einem freien Garten.
- Geräuschempfindliche Nachbarschaft – wenn ruhige Schlafzimmerfenster direkt an der Grundstücksgrenze liegen.
Voraussetzung ist allerdings, dass genügend Innenfläche an einer Außenwand vorhanden ist. Fehlt der Platz oder liegt der einzige geeignete Raum in der Gebäudemitte, ist die Innenaufstellung meist nicht die richtige Wahl.
Platzbedarf: Wie viel Raum die Innenaufstellung braucht
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Der Platzbedarf ist der wichtigste Planungsfaktor. Rechnen Sie mit rund 4–6 m² Grundfläche für den Aufstellraum. Das Gerät selbst beansprucht etwa 2 × 2 m Stellfläche, dazu kommen:
- Wartungsabstände rundum, damit der Installateur an alle Komponenten kommt,
- Platz für einen Pufferspeicher (falls nicht integriert),
- Platz für den Warmwasserspeicher,
- Zugang zu den beiden Luftkanälen an der Außenwand.
Der ideale Aufstellraum
| Anforderung | Empfehlung |
|---|---|
| Lage | ebenerdig oder halb-ebenerdiger Keller |
| Wand | direkt an einer Außenwand (kurze Kanäle) |
| Grundfläche | 4–6 m² frei nutzbar |
| Raumhöhe | ausreichend für Kanalführung über Kopf |
| Frostsicherheit | frostfreier Kondensatablauf möglich |
| Bodenablauf | idealerweise vorhanden (Kondensat) |
Der Aufstellraum sollte möglichst an einer Außenwand liegen, denn die Luftkanäle sollten so kurz wie möglich sein. Jeder zusätzliche Meter Kanal und jede Umlenkung erzeugt Druckverluste, die die Effizienz senken. Ein Raum in der Gebäudemitte mit langen Kanalführungen ist technisch möglich, aber selten wirtschaftlich sinnvoll.
Luftkanäle und Wanddurchbrüche
Das technische Herzstück der Innenaufstellung sind die zwei Luftkanäle. Die Wärmepumpe braucht einen Kanal für die angesaugte Außenluft und einen zweiten für die abgekühlte Abluft. Jeder Kanal sollte mindestens 0,6 m² freien Querschnitt haben (typisch DN 500 bis DN 630).
Dafür sind zwei größere Wanddurchbrüche nötig. Diese müssen fachgerecht ausgeführt werden:
- Wärmebrückenfrei – ein großer Durchbruch in der Außenwand kann sonst zur Kältebrücke werden, an der sich Feuchtigkeit niederschlägt.
- Optisch kaschiert – häufig werden die Öffnungen über einen Lichtschacht oder ein Gitter in der Fassade verdeckt.
- Statisch geprüft – zwei große Öffnungen in tragenden Wänden erfordern gegebenenfalls einen Sturz.
Warum zwei getrennte Kanäle? Würde die abgekühlte Abluft direkt wieder angesaugt (Kurzschluss), sänke die Ansaugtemperatur und damit die Effizienz drastisch. Zu- und Abluftöffnung müssen deshalb ausreichend weit auseinander in der Fassade liegen. Dieser Aufwand ist der Hauptgrund, warum die Innenaufstellung planerisch anspruchsvoller ist als ein einfach hingestelltes Außengerät.
Kondensatablauf: Das unterschätzte Detail
Beim Heizen entzieht die Wärmepumpe der Luft Wärme – dabei fällt Kondenswasser an. Je nach Betrieb sind das rund 10–20 Liter pro Tag. Bei der Außenaufstellung versickert dieses Wasser meist einfach im Kies unter dem Gerät. Bei der Innenaufstellung muss es kontrolliert abgeführt werden.
Das Kondensat läuft über einen Schlauch mit Siphon (Geruchsverschluss) ab – entweder in die Kanalisation oder in eine Hebeanlage, falls kein tiefer liegender Anschluss vorhanden ist. Zwei Punkte sind Pflicht:
- Frostsicherheit – die Ablaufleitung darf nicht durch unbeheizte, frostgefährdete Bereiche laufen, sonst friert sie zu.
- Geruchsverschluss – der Siphon verhindert, dass Kanalgerüche in den Aufstellraum ziehen.
Ein fachgerechter, frostfreier Ablauf ist keine Kür, sondern Voraussetzung: Läuft das Kondensat unkontrolliert, drohen Feuchteschäden am Bauwerk. Achten Sie im Angebot darauf, dass der Kondensatablauf ausdrücklich aufgeführt ist.
Schallschutz: Kein Nachbarschaftslärm, aber Schall im Haus
Der größte Vorteil der Innenaufstellung ist der Schall – genauer: der Schall, der draußen nicht mehr entsteht. Weil kein Außengerät im Garten läuft, gibt es praktisch keinen Nachbarschaftslärm. Die für Außengeräte relevante TA-Lärm-Grenze von 35 dB(A) nachts (22–6 Uhr) im reinen Wohngebiet spielt bei der Innenaufstellung keine Rolle mehr – es gibt schlicht keine Schallquelle an der Grundstücksgrenze.
Dafür verlagert sich der Schall nach innen. Ein modernes Innengerät läuft mit rund 48–56 dB(A) im Aufstellraum. Das ist hörbar – etwa wie ein normales Gespräch. Deshalb gilt:
- Der Aufstellraum sollte nicht direkt an ein Schlafzimmer grenzen.
- Körperschallentkopplung (schwingungsdämpfende Aufstellung) verhindert, dass Vibrationen ins Mauerwerk übertragen werden.
- Ein separater Technik- oder Kellerraum mit geschlossener Tür reicht in der Regel aus, um den Schall vom Wohnbereich fernzuhalten.
Einige Hersteller trennen Kältetechnik und Hydraulik. Der Wolf CHC-Monoblock etwa gibt für sein Innenmodul (Hydraulik, Puffer und Warmwasser im Gerät) einen Schallpegel von unter 35 dB(A) an – allerdings wird dieses Innenmodul mit einem CHA-Außengerät kombiniert, ist also keine reine Innenaufstellung mit Luftkanälen. Die vollständigen Grenzwerte, Berechnungsformeln und baulichen Schallschutz-Lösungen behandelt der Ratgeber Wärmepumpe Lärm & Schallschutz.
Vor- und Nachteile gegenüber der Außenaufstellung
Ehrlich abgewogen: Die Innenaufstellung ist kein Selbstläufer. Sie löst das Schall- und Optikproblem, handelt sich dafür aber neue Anforderungen ein.
Vorteile
- Kein Außengerät – freier Garten, unveränderte Fassade, kein Bauteil an der Grundstücksgrenze.
- Kein Nachbarschaftslärm – keine Konflikte mit TA-Lärm-Grenzwerten (35 dB(A) nachts im Wohngebiet).
- Geschützte Technik – Verdichter und Elektronik stehen witterungsgeschützt im Haus, was der Lebensdauer zugutekommen kann.
- Keine Sichtbeeinträchtigung – relevant bei Denkmalschutz oder gestalterischen Vorgaben.
Nachteile
- Platzverlust – Sie verlieren 4–6 m² Wohn- bzw. Kellerfläche.
- Zwei Wanddurchbrüche – baulicher Eingriff in die Außenwand, wärmebrückenfrei auszuführen.
- Schall im Raum – 48–56 dB(A) am Gerät erfordern Schallschutz im Aufstellraum.
- Effizienzverlust möglich – Druckverluste in den Luftkanälen können die Effizienz leicht senken.
- Höhere Montagekosten – Kanäle, Durchbrüche und Lichtschacht kosten extra.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Innenaufstellung | Außenaufstellung |
|---|---|---|
| Außengerät | keins | Monoblock/Split im Garten |
| Nachbarschaftslärm | praktisch keiner | TA-Lärm relevant (35 dB(A) nachts) |
| Platzbedarf innen | 4–6 m² | gering (nur Inneneinheit/Speicher) |
| Baulicher Eingriff | 2 Wanddurchbrüche | Fundament/Wandhalter |
| Effizienz | leicht geringer (Kanäle) | Referenz |
| Optik außen | Fassade frei | Gerät sichtbar |
| Kosten | höher (Aufschlag) | Referenz |
Wer den Platz drinnen nicht opfern möchte, aber trotzdem kein klassisches Außengerät wünscht, sollte sich auch die kompakten Sonderbauformen ansehen – etwa im Ratgeber zu Fenster-Wärmepumpe und Monoblock-Klimagerät ohne Außeneinheit.
Kosten: Womit Sie beim Aufschlag rechnen müssen
Das reine Gerät für die Innenaufstellung (ein Monoblock-Innengerät) kostet rund 10.000–16.000 € ohne Installation (für ein Einfamilienhaus mit 8–12 kW Heizleistung). Damit liegt es preislich ähnlich wie ein vergleichbares Außengerät – der Kostenunterschied entsteht nicht beim Gerät selbst, sondern bei der Installation.
Wo der Aufschlag herkommt
| Position | Warum sie bei Innenaufstellung anfällt |
|---|---|
| 2 Wanddurchbrüche | zwei große Öffnungen statt einer Wanddurchführung |
| Luftkanäle | Zu- und Abluftkanal DN 500–630 inkl. Dämmung |
| Lichtschacht/Gitter | Kaschierung der Fassadenöffnungen |
| Kondensat-Installation | frostsicherer Ablauf, ggf. Hebeanlage |
| Aufwendigere Montage | Einbringen und Ausrichten im Raum |
In Summe liegt die Innenaufstellung dadurch meist einige Tausend Euro über einer vergleichbaren Außenaufstellung. Die genaue Höhe hängt stark von der Bausituation ab: Ein ebenerdiger Kellerraum an einer freien Außenwand ist deutlich günstiger als ein Durchbruch durch dickes Bruchsteinmauerwerk mit statischer Ertüchtigung.
Für die Gesamtkosten einer Anlage – Gerät, Installation, Speicher und Nebenarbeiten – hilft der Ratgeber Wärmepumpe Kosten Einfamilienhaus mit einer belastbaren Einordnung. Und weil das Kältemittel über die Förderfähigkeit entscheidet, lohnt der Blick in den Ratgeber zur Propan-Wärmepumpe (R290).
Förderung 2026: Bis zu 21.000 € Zuschuss
Auch eine innen aufgestellte Wärmepumpe wird 2026 gefördert – die Aufstellart spielt für die Förderfähigkeit keine Rolle. Entscheidend ist, dass Sie eine förderfähige Wärmepumpe einbauen und die alte fossile Heizung ersetzen.
Die BEG-Heizungsförderung 2026 (KfW 458) bezuschusst den Wärmepumpen-Tausch mit bis zu 70 % auf maximal 30.000 € förderfähige Kosten je Wohneinheit – also bis zu 21.000 € Zuschuss. Der Fördersatz setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen.
Förderbausteine im Überblick
| Baustein | Fördersatz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Einbau einer Wärmepumpe |
| Klimageschwindigkeitsbonus | +20 % | Ersatz einer alten fossilen Heizung |
| Einkommensbonus | +30 % | zu versteuerndes Haushaltseinkommen unter 40.000 € |
| Effizienzbonus | +5 % | natürliches Kältemittel (z. B. R290) |
| Maximaler Satz | bis 70 % | gedeckelt auf 30.000 € förderfähige Kosten |
Quelle: KfW – Merkblatt Heizungsförderung (458) und energie-experten.org zur KfW-Förderung.
Rechenbeispiel: Bei förderfähigen Kosten von 30.000 € und einem kombinierten Fördersatz von 55 % (30 % Grund + 20 % Tempo + 5 % Effizienz) erhalten Sie 16.500 € Zuschuss – der Eigenanteil sinkt auf 13.500 €. Wer zusätzlich den Einkommensbonus nutzt, kommt auf den Maximalsatz von 70 % und damit auf die vollen 21.000 €.
Der Antrag muss vor Auftragsvergabe über das KfW-Förderportal gestellt werden. Alle Details, Fristen und Kombinationsmöglichkeiten stehen im Ratgeber Förderung Heizung 2026.
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Was 2026 mit dem Heizungsgesetz passiert
Das bisherige Heizungsgesetz wird 2026 durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) abgelöst (Kabinettsbeschluss vom 13.05.2026, Inkrafttreten für Sommer 2026 erwartet). Die bisher starre 65-%-Erneuerbaren-Pflicht (§§ 71–71p GEG) entfällt. Für Wärmepumpen ändert sich in der Praxis wenig: Sie bleiben die technisch und förderpolitisch bevorzugte Lösung und werden weiterhin bezuschusst. Was sich konkret ändert, ordnet der Ratgeber Heizungsgesetz 2026: GEG fällt weg, GMG kommt ein.
Welche Hersteller Innenaufstellung anbieten
Echte Innengeräte mit Luftkanälen sind ein Nischensegment – nicht jeder Hersteller bietet sie an. Achten Sie im Angebot genau darauf, ob es sich um eine reine Innenaufstellung mit Luftkanälen handelt oder um ein Split-/Monoblock-System mit Außeneinheit.
Weishaupt WWP L I
Weishaupt bietet mit der Baureihe WWP L I zur Innenaufstellung ein dediziertes Innengerät an. Eckdaten der Baureihe:
- Heizleistungsbereich: 8–20 kW
- COP (Modell WWP L 12 IDK, A7/W35): 5,06
Die WWP-L-I-Reihe ist eine der wenigen am Markt, die konsequent auf die Innenaufstellung mit Luftkanälen ausgelegt ist. Mehr zum Hersteller im Ratgeber Weishaupt Wärmepumpe: Modelle und Preise.
NIBE
Auch NIBE führt innen aufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpen im Programm, bei denen die Außenluft über Kanäle geführt wird. Die Modellübersicht und Preise finden Sie im Ratgeber NIBE Wärmepumpe: Modelle und Preise.
Wolf CHC – leises Innenmodul, aber mit Außengerät
Der Wolf CHC-Monoblock ist streng genommen keine reine Innenaufstellung: Das Innenmodul (mit Hydraulikeinheit, Puffer und Warmwasser) läuft zwar sehr leise mit < 35 dB(A), wird aber mit einem CHA-Außengerät kombiniert. Wer den Wolf-Namen im Angebot liest, sollte deshalb nachfragen, ob wirklich Luftkanäle statt eines Außengeräts vorgesehen sind.
Herstellerübersicht
| Hersteller | Baureihe | Echte Innenaufstellung? | Kennwert |
|---|---|---|---|
| Weishaupt | WWP L I | Ja (Luftkanäle) | 8–20 kW, COP 5,06 (A7/W35) |
| NIBE | innen aufgestellte L/W-WP | Ja (Luftkanäle) | siehe Modellratgeber |
| Wolf | CHC | Nein (Innenmodul + CHA-Außengerät) | Innenmodul < 35 dB(A) |
Praxis: Worauf Sie beim Angebot achten sollten
Aus der Beratungspraxis heraus die wichtigsten Prüfpunkte, bevor Sie unterschreiben:
- Ist es wirklich eine Innenaufstellung? Zwei Luftkanäle und kein Außengerät – sonst reden Sie über ein anderes System.
- Sind beide Wanddurchbrüche eingepreist? Inklusive wärmebrückenfreier Ausführung und statischer Prüfung.
- Ist der Kondensatablauf enthalten? Frostsicher, mit Siphon, ggf. mit Hebeanlage.
- Wie kurz sind die Kanäle? Lange, verwinkelte Kanalführungen kosten Effizienz.
- Ist der Schallschutz im Raum bedacht? Körperschallentkopplung und Aufstellort abseits von Schlafräumen.
- Reicht der Platz wirklich? 4–6 m² inklusive Wartungsabstand und Speicher.
Wovon ich abrate
Von der Innenaufstellung in einem Raum ohne Außenwand. Sobald die Luftkanäle quer durchs Gebäude geführt werden müssen, steigen Druckverluste, Effizienzeinbußen und Kosten so stark, dass sich der Aufwand kaum noch rechnet. In diesem Fall ist eine gut geplante Außenaufstellung – oder ein anderer Aufstellort – meist die bessere Wahl.
Von der Innenaufstellung als reiner Schall-Notlösung. Wenn das eigentliche Problem ein zu geringer Abstand zum Nachbarn ist, prüfen Sie erst die günstigeren Optionen: Standortwahl, Schallschutzhaube, Nachtabsenkung. Die Innenaufstellung ist die aufwendigste – nicht automatisch die beste – Lösung.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist eine Wärmepumpe mit Innenaufstellung?
Bei der Innenaufstellung steht die komplette Luft-Wasser-Wärmepumpe im Haus – meist im Keller oder Technikraum. Es gibt kein Außengerät. Die benötigte Außenluft wird über zwei Luftkanäle (Zu- und Abluft) durch die Wand angesaugt und wieder abgeführt. Dadurch ist von außen nichts sichtbar und es entsteht kein Geräusch im Garten oder an der Grundstücksgrenze.
Wie viel Platz braucht eine innen aufgestellte Wärmepumpe?
Rechnen Sie mit rund 4–6 m² Grundfläche für den Aufstellraum. Das Gerät selbst braucht etwa 2 × 2 m Stellfläche, dazu kommen Wartungsabstände sowie Platz für Puffer- und Warmwasserspeicher. Ideal ist ein ebenerdiger oder halb-ebenerdiger Kellerraum an einer Außenwand, weil die Luftkanäle möglichst kurz sein sollten.
Wie funktionieren die Luftkanäle bei der Innenaufstellung?
Die Wärmepumpe braucht zwei getrennte Luftkanäle: einen für die angesaugte Außenluft und einen für die abgekühlte Abluft. Jeder Kanal sollte mindestens 0,6 m² freien Querschnitt haben (typisch DN 500 bis DN 630). Dafür sind zwei größere Wanddurchbrüche nötig, die wärmebrückenfrei ausgeführt und optisch oft über einen Lichtschacht kaschiert werden.
Wohin läuft das Kondensat bei einer Innenaufstellung?
Beim Heizen entzieht die Wärmepumpe der Luft Wärme, dabei fallen je nach Betrieb rund 10–20 Liter Kondenswasser pro Tag an. Dieses Kondensat wird über einen Schlauch mit Siphon (Geruchsverschluss) frostsicher in die Kanalisation oder eine Hebeanlage geführt. Ein fachgerechter, frostfreier Ablauf ist Pflicht, sonst drohen Feuchteschäden.
Was sind die Vor- und Nachteile gegenüber der Außenaufstellung?
Vorteile: kein Außengerät, kein Nachbarschaftslärm und keine Konflikte mit TA-Lärm-Grenzwerten (35 dB(A) nachts im Wohngebiet), kein Bauteil im Garten, geschützte Technik. Nachteile: Sie verlieren 4–6 m² Wohn- bzw. Kellerfläche, brauchen zwei Wanddurchbrüche und guten Schallschutz im Raum (48–56 dB(A) am Gerät), und die Effizienz kann durch Druckverluste in den Luftkanälen leicht sinken.
Ist die Innenaufstellung teurer als die Außenaufstellung?
Das Gerät selbst kostet ähnlich viel (ca. 10.000–16.000 €). Der Aufschlag entsteht durch die zwei Wanddurchbrüche, die Luftkanäle, den Lichtschacht und die aufwendigere Montage. In Summe liegt die Innenaufstellung dadurch meist einige Tausend Euro über einer vergleichbaren Außenaufstellung – die genaue Höhe hängt stark von der Bausituation ab.
Welche Hersteller bieten Wärmepumpen zur Innenaufstellung an?
Echte Innengeräte mit Luftkanälen bieten z. B. Weishaupt (Baureihe WWP L I, 8–20 kW) und NIBE. Wolf bietet mit der CHC-Reihe ein sehr leises Innenmodul (< 35 dB(A)), das aber mit einem CHA-Außengerät kombiniert wird. Achten Sie beim Angebot genau darauf, ob es sich um eine reine Innenaufstellung mit Luftkanälen oder um ein Split-/Monoblock-System mit Außeneinheit handelt.
Wird eine innen aufgestellte Wärmepumpe 2026 gefördert?
Ja. Über die BEG-Heizungsförderung (KfW 458) sind bis zu 70 % Zuschuss auf maximal 30.000 € förderfähige Kosten je Wohneinheit möglich – also bis zu 21.000 €. Der Fördersatz setzt sich aus 30 % Grundförderung, 20 % Klimageschwindigkeitsbonus, ggf. 30 % Einkommensbonus (Einkommen unter 40.000 €) und 5 % Effizienzbonus zusammen. Das Heizungsgesetz wird 2026 durch das Gebäudemodernisierungsgesetz abgelöst, Wärmepumpen bleiben gefördert.
Nächster Schritt: Passt die Innenaufstellung zu Ihrem Haus?
Ob sich die Innenaufstellung für Ihr Gebäude lohnt, hängt an mehreren Fragen gleichzeitig: Haben Sie 4–6 m² an einer Außenwand frei? Lässt die Wandkonstruktion zwei Durchbrüche zu? Ist ein Außengerät bei Ihnen wirklich problematisch – oder tut es eine günstigere, effizientere Außenaufstellung genauso? Diese Abwägung lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern nur gebäudespezifisch. Mit reducos kostenloser Gebäudeanalyse ermitteln Sie in wenigen Minuten, welche Wärmepumpen-Lösung technisch und wirtschaftlich zu Ihrem Haus passt – inklusive Kostenrahmen und konkreter Fördermittelberechnung nach KfW 458.
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