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Brauchwasser-Wärmepumpe Test 2026: Beste Modelle (200 vs 300 l)

Hendrik Stotz

Hendrik Stotz

Zertifizierter Energieeffizienz-Experte

Stand: 7. September 202617 Minuten

Wärmepumpe an einem Wohnhaus in Deutschland

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Das Wichtigste in Kürze

  • Testsieger: Im Stiftung-Warentest-Test 07/2026 (veröffentlicht 19.06.2026) holte die Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus mit der Gesamtnote 1,5 ("sehr gut") das beste Ergebnis unter fünf geprüften Warmwasser-Wärmepumpen.
  • Kältemittel & Speicher: Alle fünf getesteten Modelle (Austria-Email, Dimplex, Stiebel Eltron, Vaillant, Viessmann) nutzen das natürliche Kältemittel R290 (Propan, GWP ~0,02) und haben 260–300 l Speicher – ausgelegt für 3–5 Personen.
  • Speichergröße: Faustregel 50–80 l pro Person; ein 200-l-Speicher reicht für 1–3 Personen, ab 4 Personen oder hohem Warmwasserbedarf empfiehlt sich ein 300-l-Modell.
  • Effizienz: Spitzen-COP der Testsieger: Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus bis 4,34 (A20), Viessmann Vitocal 262-A 4,08 (Umluft) – aus 1 kWh Strom werden gut 4 kWh Wärme; ein Elektroboiler schafft nur 1:1.
  • Kosten: Anschaffung ca. 2.400–3.400 € plus Einbau; die Ersparnis gegenüber einem Elektroboiler liegt bei rund 400–630 €/Jahr, die Amortisation nach etwa 4 Jahren.
  • Förderung: Für sich allein wird eine Brauchwasser-Wärmepumpe NICHT über die BEG-/KfW-458-Heizungsförderung bezuschusst. Im Verbund mit einem förderfähigen Wärmeerzeuger ist sie mitförderfähig, sofern sie keine Raumluft aus beheizten Räumen als Wärmequelle nutzt; der §35c-Steuerbonus scheidet für Umluftgeräte aus.

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Wer sein Warmwasser bisher mit einem Elektroboiler oder einer alten Öl-/Gasheizung erzeugt, zahlt dafür jedes Jahr unnötig viel Strom oder Brennstoff. Eine Brauchwasser-Wärmepumpe (auch Warmwasser-Wärmepumpe, kurz BWWP) macht aus 1 kWh Strom rund 3–4 kWh Wärme und senkt die Warmwasserkosten damit auf etwa ein Drittel. Die aktuelle Stiftung-Warentest-Untersuchung 07/2026 hat fünf Geräte geprüft – Testsieger wurde die Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus mit der Note 1,5. Kein Gerät fiel durch, alle arbeiten mit dem zukunftssicheren Kältemittel R290.

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Update (Stand: 18. August 2026), neue BEG-Förderung nach dem GModG: Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, Bundestag + Bundesrat 10.07.2026) und der neuen BEG-Förderrichtlinie gelten ab 21. Juli 2026 neue Fördersätze für Heizungs-Wärmepumpen: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt von 20 % auf 16 % (und danach halbjährlich weiter bis 0 % ab 01.08.2028), der Effizienzbonus (5 %) entfällt, und die maximal förderfähigen Kosten für die Heizung sinken von 30.000 € auf 28.000 €. Für die reine Brauchwasser-Wärmepumpe gilt unverändert: Als eigenständiger Wärmeerzeuger ist sie nicht über die BEG-/KfW-458-Heizungsförderung förderfähig, im Verbund mit einem förderfähigen Wärmeerzeuger dagegen mitförderfähig, sofern sie als Wärmequelle keine Raumluft aus thermisch konditionierten Zonen nutzt (KfW, Technische FAQ BEG EM, Ziffer 8.20). Korrektur gegenüber der Vorversion dieses Artikels: Der §35c-Steuerbonus ist für Standalone-Geräte kein sicherer Ausweg. Die zugehörige Verordnung nimmt Wärmepumpen, die Raumluft als Wärmequelle nutzen, ausdrücklich von der Steuerermäßigung aus (ESanMV, Anlage 6 Nummer 6.3).

Dieser Ratgeber ist der Kauf- und Modellvergleich: Ich zeige die besten aktuellen Geräte mit COP, Schall und Kältemittel, kläre die entscheidende Frage 200 oder 300 Liter nach Haushaltsgröße und ordne Kosten, Förderung und PV-Kopplung ein. Die reine Kostenaufschlüsselung finden Sie im Kostenvergleich der Warmwasser-Wärmepumpe, die Grundsatzentscheidung Technik gegen Technik im Vergleich Durchlauferhitzer oder Warmwasser-Wärmepumpe.

Der Test-Überblick 2026: die fünf geprüften Modelle

Stiftung Warentest hat im Juli 2026 fünf Warmwasser-Wärmepumpen mit Speichergrößen zwischen 260 und 300 Litern getestet. Die Ergebnisse sind erfreulich eindeutig: Kein Modell fiel durch, und die Spanne reicht von "sehr gut" bis "gut". Alle fünf Geräte eignen sich für Haushalte mit 3–5 Personen. Wie sich Wärmepumpen für die Raumheizung im Vergleich schlagen, zeigt der separate Wärmepumpen-Test 2026.

Modell Speicher Kältemittel Preis (ca.)
Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus 300 l R290 ab 2.569 €
Viessmann Vitocal 262-A 300 l R290 2.400–3.400 €
Vaillant aroSTOR plus VWL B 260/6 260 l R290 2.400–3.400 €
Dimplex DHW 301P 300 l R290 2.400–3.400 €
Austria-Email Explorer EVO 3 300 l R290 2.400–3.400 €

Quelle: Stiftung Warentest, Test 07/2026, veröffentlicht 19.06.2026. Preise ohne Einbau.

Bemerkenswert ist, dass alle fünf Geräte auf das natürliche Kältemittel R290 (Propan) setzen. Das war vor wenigen Jahren noch die Ausnahme – heute ist es der Standard bei modernen BWWP und ein starkes Argument für Zukunftssicherheit. Warum das so wichtig ist, erkläre ich weiter unten im Kapitel zum Kältemittel und ausführlich im Vergleich R32 gegen R290.

Was ist eine Brauchwasser-Wärmepumpe – und wie funktioniert sie?

Eine Brauchwasser-Wärmepumpe ist ein Kompaktgerät, das ausschließlich das Trinkwarmwasser (Duschen, Baden, Küche) bereitet – nicht die Zentralheizung. Im Gegensatz zu einer Heizungs-Wärmepumpe steht sie meist als bodenstehende Einheit im Keller, in der Waschküche oder im Hauswirtschaftsraum. Was so ein Gerät kostet, wie viel Strom es zieht und für wen es sich lohnt, fasst der Grundlagenratgeber zur Brauchwasserwärmepumpe zusammen.

Das Funktionsprinzip ist das einer Umluft-Wärmepumpe: Ein Ventilator saugt Umgebungsluft an (typisch 8–35 °C), entzieht ihr über einen Verdampfer Wärme und hebt diese per Kältemittelkreislauf und Kompressor auf ein nutzbares Temperaturniveau. Diese Wärme geht an den integrierten Warmwasserspeicher. Die abgekühlte, entfeuchtete Luft wird zurück in den Aufstellraum oder über einen Kanal nach außen geblasen.

Der Clou ist die Effizienz: Weil das Gerät den Großteil der Energie kostenlos aus der Raumluft holt, macht es aus 1 kWh Strom etwa 3–4 kWh Wärme. Ein klassischer Elektroboiler oder Heizstab arbeitet dagegen 1:1 – jede Kilowattstunde Strom wird nur zu einer Kilowattstunde Wärme. Genau dieser Faktor 3–4 (der COP, Coefficient of Performance) ist der Grund für die enorme Stromersparnis. Was COP, JAZ und SCOP genau bedeuten, lesen Sie im Grundlagenartikel COP, JAZ und Wirkungsgrad.

Ein angenehmer Nebeneffekt: Weil die BWWP dem Aufstellraum Wärme und Feuchtigkeit entzieht, entfeuchtet und kühlt sie ihn leicht – im Sommer ein Vorteil, im ungeheizten Keller mit feuchten Wänden oft sogar ein echter Nutzen. Eine echte Raumkühlung ersetzt das nicht; wie eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion passiv oder aktiv kühlt, zeigt ein eigener Ratgeber.

Grenzen und Nachteile – ehrlich benannt

  • Aufstellraum nötig: Die BWWP braucht einen Raum mit ausreichend Luftvolumen (meist ≥ 20 m³) oder einen Luftkanal. Ein enger Abstellschrank reicht nicht.
  • Auskühlung im Winter: Steht das Gerät in einem beheizten Raum und nutzt dessen Luft, "klaut" es der Heizung Wärme – dann sinkt die Gesamteffizienz. Ideal ist ein ohnehin warmer, ungenutzter Kellerraum (z. B. neben der alten Heizung).
  • Aufheizzeiten: Eine BWWP heizt langsamer nach als ein Gaskessel. Deshalb ist die richtige Speichergröße entscheidend – dazu gleich mehr.
  • Nur Warmwasser: Sie ersetzt keine Zentralheizung. Für die Raumheizung brauchen Sie weiterhin ein separates System.

200 oder 300 Liter? Die richtige Speichergröße nach Haushaltsgröße

Die wichtigste Kaufentscheidung ist nicht die Marke, sondern die Speichergröße. Zu klein gewählt, geht mitten beim Duschen das warme Wasser aus; zu groß gewählt, zahlen Sie unnötig für Standby-Verluste und eine teurere Anschaffung.

Bei Wärmepumpen gilt eine höhere Faustregel als bei Gas oder Öl, weil die Aufheizzeiten länger sind und ein Puffer nötig ist: Rechnen Sie mit 50–80 Litern pro Person.

Haushaltsgröße Empfohlener Speicher Typischer Warmwasserbedarf
1–2 Personen 150–200 l gering bis mittel
2–3 Personen 200 l mittel
3–4 Personen 250–300 l mittel bis hoch
4–5 Personen 300 l hoch (Bad, häufiges Duschen)
5+ Personen 300 l+ / Kaskade sehr hoch

Faustregel und Zuordnung nach Energie-Experten: Stromverbrauch Warmwasser-Wärmepumpe.

Konkret heißt das: Ein 200-Liter-Speicher passt für 1 bis 3 Personen, ab 4 Personen oder bei hohem Warmwasserbedarf (Badewanne, mehrere Duschen hintereinander) sollten Sie zum 300-Liter-Modell greifen. Alle fünf im Test 2026 geprüften Geräte haben 260–300 l und decken damit 3–5 Personen ab.

Ein oft übersehener Effizienzvorteil: Der größere Speicher läuft in der Regel effizienter, weil die Wärmepumpe seltener anspringen und nachheizen muss. Sie arbeitet in längeren, ruhigeren Zyklen statt in vielen kurzen Takten – das schont den Kompressor und verbessert die Jahresarbeitszahl. Wer zwischen zwei Größen schwankt, fährt daher meist mit der größeren besser, sofern der Aufstellraum es zulässt. Wie Sie die richtige Warmwasserspeicher-Größe für eine Wärmepumpe im Detail berechnen, rechnet der eigene Speicher-Ratgeber vor.

Stromverbrauch nach Haushaltsgröße

Der Verbrauch skaliert grob mit der Personenzahl. Als Orientierung gelten 250–350 kWh pro Person und Jahr. Ein 4-Personen-Haushalt kommt damit auf etwa 1.000–1.400 kWh jährlich – nur rund ein Drittel dessen, was ein Elektroboiler bei gleichem Warmwasserbedarf zieht.

Haushalt Stromverbrauch BWWP/Jahr Stromkosten (0,30 €/kWh)
2 Personen 500–700 kWh 150–210 €
3 Personen 750–1.050 kWh 225–315 €
4 Personen 1.000–1.400 kWh 300–420 €

Verbrauchswerte nach Energie-Experten; Stromkosten eigene Rechnung mit 0,30 €/kWh.

Mit einem günstigen Wärmepumpen- oder dynamischen Stromtarif sinken diese Kosten weiter – dazu lohnt ein Blick auf Wärmepumpen-Stromtarife 2026.

Die besten Modelle im Detail: COP, Schall und Kältemittel

Für den Kauf zählen drei technische Kennwerte: der COP (wie effizient), der Schalldruckpegel (wie leise) und das Kältemittel (wie zukunftssicher). Hier die geprüften Spitzengeräte im Detail.

Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus – der Testsieger

Der klare Sieger des Tests 07/2026. Die WWK-I 300 Plus überzeugt mit einem COP von bis zu 4,34 bei A20 (also 20 °C Ansaugluft), einem 300-Liter-Speicher und dem Kältemittel R290. Der Schalldruckpegel liegt laut Herstellerangabe bei 53 dB(A) in 1 m Abstand, die maximale Warmwassertemperatur bei 65 °C – hoch genug für eine sichere thermische Desinfektion gegen Legionellen. Der Listenpreis beginnt bei rund 2.569 €.

Kennwert Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus
Gesamtnote (test.de 07/2026) 1,5 (sehr gut)
COP (A20) bis 4,34
Speicher 300 l
Kältemittel R290 (Propan)
Schalldruck (1 m) 53 dB(A)
max. Warmwassertemperatur 65 °C
Preis (ohne Einbau) ab ca. 2.569 €

Herstellerdaten laut Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus; Note laut Stiftung Warentest 07/2026.

Viessmann Vitocal 262-A

Das Viessmann-Gerät kommt mit einem 300-Liter-Emailspeicher und punktet mit einem COP von 4,08 im Umluftbetrieb (bzw. 3,45 im Außenluftbetrieb, wenn die Luft über einen Kanal von draußen kommt). Auch hier: Kältemittel R290 mit einem GWP von 0,02. Das Gerät eignet sich gut für 4–5-Personen-Haushalte.

COP- und Speicherdaten laut Viessmann Vitocal 262-A.

Vaillant aroSTOR plus VWL B 260/6

Die Vaillant aroSTOR plus tritt im Test mit 260 Litern an – etwas kleiner, aber für viele 3–4-Personen-Haushalte ausreichend. Auch sie nutzt das natürliche Kältemittel R290 mit einem GWP von 0,02 und erhielt ein "gutes" Testurteil.

Kältemittelangabe laut Vaillant aroSTOR.

Warum das Kältemittel R290 den Ausschlag gibt

Alle fünf Testgeräte arbeiten mit R290 (Propan). Das ist kein Zufall: R290 hat ein Treibhauspotenzial (GWP) von nur rund 0,02 – praktisch vernachlässigbar im Vergleich zu synthetischen F-Gasen. Die EU verschärft die F-Gas-Verordnung schrittweise, sodass Geräte mit hohem GWP künftig teurer und schwerer verfügbar werden. Wer heute eine R290-BWWP kauft, ist von diesen Verboten nicht betroffen und macht sein Warmwassersystem zukunftssicher.

Der einzige Wermutstropfen: Propan ist brennbar, weshalb Hersteller die Kältemittelmenge klein halten und die Geräte entsprechend sicher konstruieren. Für den Aufstellraum im Innenbereich ist das bei den geprüften Kompaktgeräten unkritisch. Die technischen Hintergründe vertieft der Vergleich R32 gegen R290.

Was kostet eine Brauchwasser-Wärmepumpe?

Die reinen Anschaffungskosten liegen für die getesteten Markengeräte bei etwa 2.400–3.400 € plus Einbau. Über alle Ausstattungsvarianten hinweg reicht die Spanne von rund 1.700 € bis 5.000 € – je nach Speichergröße, Ausstattung (SG-Ready, WLAN, zweiter Wärmeübertrager für Solarthermie) und Marke.

Position Kosten (ca.)
Gerät (Markenmodell 260–300 l) 2.400–3.400 €
Gerät (gesamte Spanne) 1.700–5.000 €
Einbau/Installation 500–1.500 €
Ersparnis ggü. Elektroboiler 400–630 €/Jahr
Amortisation ca. 4 Jahre

Anschaffungsspanne nach Energie-Experten: Kosten; Ersparnis und Amortisation nach Praxiswerten aus dem Vergleich zum Elektroboiler.

Die entscheidende Zahl ist die jährliche Ersparnis: Gegenüber einem Elektroboiler spart eine BWWP rund 400–630 € pro Jahr. Bei Anschaffungskosten von etwa 2.400–3.400 € plus Einbau amortisiert sie sich damit nach etwa vier Jahren. Bei einer Lebensdauer von 12–15 Jahren bleibt eine Nettoersparnis von mehreren tausend Euro. Eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsrechnung mit verschiedenen Ausgangssystemen finden Sie im Kostenvergleich Warmwasser-Wärmepumpe.

Förderung: Warum es für das Standalone-Gerät keinen Zuschuss gibt

Hier liegt der häufigste Irrtum. Viele erwarten für ihre Warmwasser-Wärmepumpe denselben üppigen Zuschuss wie für eine Heizungs-Wärmepumpe. Das gibt es nicht.

Keine direkte BEG-/KfW-Förderung für Standalone-Geräte

Eine reine Brauchwasser-Wärmepumpe (ein Gerät, das nur das Warmwasser bereitet, nicht die Zentralheizung) ist kein förderfähiger Wärmeerzeuger der BEG-Heizungsförderung (KfW 458). Mitförderfähig wird sie erst im Verbund. Die Technische FAQ BEG EM formuliert es in Ziffer 8.20 so: „Mit der Installation eines förderfähigen Wärmeerzeugers oder dem Anschluss an ein Wärme- bzw. Gebäudenetz sind Brauchwasserwärmepumpen mitförderfähig, sofern sie als Wärmequelle keine Raumluft aus thermisch konditionierten Zonen nutzen. Es bestehen hierbei keine weiteren technischen Mindestanforderungen an die Brauchwasserwärmepumpe." Ergänzend zu einer förderfähigen Lüftungsanlage gilt dasselbe für Geräte, die Ab- oder Fortluft als Wärmequelle erschließen (Infoblatt Förderfähige Maßnahmen, Nummer 3.1).

Zwei Bedingungen entscheiden also: Es muss gleichzeitig ein förderfähiger Wärmeerzeuger, ein Wärmenetzanschluss oder eine förderfähige Lüftungsanlage dazukommen, und die Wärmequelle darf nicht die Luft eines beheizten Raums sein. Ein Gerät im unbeheizten Keller oder mit Kanalanschluss an die Außenluft erfüllt das, ein Gerät im beheizten Hauswirtschaftsraum nicht. Steht die BWWP ganz für sich allein, gehen Sie bei KfW und BAFA leer aus.

§35c EStG: kein verlässlicher Ausweg

Oft wird als Alternative der Steuerbonus für energetische Sanierungsmaßnahmen nach §35c Einkommensteuergesetz genannt. Damit lassen sich 20 % der Kosten (Material und Einbau) direkt von der Steuerschuld absetzen, verteilt über drei Jahre:

  • Jahr 1: 7 % der Kosten
  • Jahr 2: 7 % der Kosten
  • Jahr 3: 6 % der Kosten
  • Maximal 40.000 € je Objekt

Bei einer Investition von 3.400 € plus 1.100 € Einbau (4.500 € gesamt) wären das 900 € Steuerersparnis, ohne Antragsformalitäten, einfach über die Steuererklärung.

Für die typische Brauchwasser-Wärmepumpe funktioniert dieser Weg jedoch nicht. §35c verweist für die Mindestanforderungen auf die Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung, und deren Anlage 6 sagt zu elektrisch angetriebenen Wärmepumpen wörtlich: „Wärmepumpen, die mit Gas betrieben werden oder Raumluft als Wärmequelle nutzen, sind hiervon ausgenommen" (ESanMV, Anlage 6 Nummer 6.3). Genau das tut ein Standardgerät im Umluftbetrieb: Es zieht die Luft aus dem Aufstellraum.

Hinzu kommen Hürden, die selbst ein außenluftgeführtes Gerät kaum nimmt. Die Anlage 6 verlangt für jede begünstigte Wärmeerzeugungsanlage unter anderem eine Heizlastermittlung nach DIN EN/TS 12831, die messtechnische Erfassung aller Energieverbräuche und erzeugten Wärmemengen, eine Energieverbrauchs- und Effizienzanzeige, einen hydraulischen Abgleich nach Verfahren B und die Anpassung der Heizkurve. Auch die Heizungsoptimierung nach Anlage 8 hilft nicht weiter, denn dort heißt es ausdrücklich: „Nicht umfasst ist der Einbau beziehungsweise Austausch von Wärme- oder Stromerzeugern."

Die formalen Voraussetzungen gelten ohnehin nur zusätzlich: Das Gebäude muss bei Durchführung der Maßnahme älter als 10 Jahre und ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt sein, und der Steuerbonus lässt sich nicht mit einer BEG-/KfW-Förderung für dieselbe Maßnahme kombinieren (§ 35c Absatz 3 EStG). Unsere Empfehlung: Rechnen Sie die Standalone-BWWP ohne Steuerbonus durch. Will Ihr Fachbetrieb die Bescheinigung nach §35c für Ihr konkretes Gerät ausstellen, lassen Sie sich vor der Beauftragung schriftlich bestätigen, dass Gerät und Wärmequelle die Anlage 6 erfüllen; ohne diese Bescheinigung erkennt das Finanzamt nichts an. Wie Sie stattdessen den reinen Arbeitslohn absetzen, erklärt der Beitrag Handwerkerleistungen steuerlich absetzen.

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PV-Kopplung: die BWWP als thermischer Stromspeicher

Wenn Sie eine Photovoltaikanlage haben oder planen, wird die Brauchwasser-Wärmepumpe besonders interessant. Viele Modelle besitzen eine SG-Ready-Schnittstelle (Smart Grid Ready), über die sich das Gerät intelligent steuern lässt.

Das Prinzip: SG Ready kennt vier Betriebszustände. Steht PV-Überschuss zur Verfügung – die Sonne liefert mehr Strom, als das Haus gerade verbraucht –, schaltet die Wärmepumpe in Betriebszustand 3 (Einschaltempfehlung). Sie hebt dann die Speicher-Solltemperatur an und speichert den günstigen, selbst erzeugten Solarstrom als Wärme im Warmwasser.

So wird der Warmwasserspeicher faktisch zum thermischen Stromspeicher: Statt überschüssigen PV-Strom für wenige Cent ins Netz einzuspeisen, verwandeln Sie ihn in warmes Wasser, das Sie am Abend nutzen. Das erhöht den Eigenverbrauch Ihrer PV-Anlage und senkt die laufenden Warmwasserkosten weiter – ein doppelter Effekt, der die Wirtschaftlichkeit spürbar verbessert.

Funktionsweise der SG-Ready-Kopplung nach Energie-Experten: BWWP mit Photovoltaik.

Die BWWP ist damit eine der günstigsten Möglichkeiten, PV-Überschuss sinnvoll zu nutzen. Wie Sie PV-Überschuss allgemein sinnvoll nutzen, zeigt der Beitrag Solarstrom-Eigenverbrauch optimieren. Wer die PV-Anlage selbst erst plant, findet die passende Auslegung im Leitfaden PV-Anlage planen und dimensionieren.

Kaufberatung: Worauf ich beim Modellkauf achten würde

Aus dem Test und der Technik lassen sich klare Empfehlungen ableiten:

  1. Speichergröße zuerst festlegen – nicht die Marke. 200 l für 1–3 Personen, 300 l ab 4 Personen. Im Zweifel die größere Variante wählen (effizienter, mehr Reserve).
  2. Auf R290 achten. Alle Testgeräte nutzen es. Ein Gerät mit synthetischem Kältemittel wäre 2026 die schlechtere Wahl.
  3. SG-Ready ist Pflicht, wenn PV vorhanden ist – oder mittelfristig geplant wird. Der Aufpreis rechnet sich über den Eigenverbrauch.
  4. Warmwassertemperatur ≥ 60 °C für die Legionellen-Desinfektion. Die Testsieger schaffen bis 65 °C.
  5. Schalldruck prüfen, wenn der Aufstellraum an ein Wohnzimmer oder Schlafzimmer grenzt. 53 dB(A) in 1 m sind hörbar, im Keller aber unkritisch.
  6. Aufstellraum ehrlich bewerten: genug Luftvolumen, frostfrei, idealerweise ohnehin ungeheizt.

Wovon ich abrate

  • Zu kleiner Speicher aus Preisgründen. Wenn dreimal die Woche das warme Wasser ausgeht, ärgern Sie sich zehn Jahre lang – die 200 € Ersparnis beim Kauf sind es nicht wert.
  • BWWP in einem beheizten Wohnraum ohne Luftkanal. Sie entzieht dem Raum Wärme, die Ihre Heizung teuer nachliefern muss. Die Gesamtbilanz verschlechtert sich.
  • Standalone-Kauf in der Erwartung eines Zuschusses. Den gibt es nicht, und der §35c-Steuerbonus greift bei Umluftgeräten ebenfalls nicht. Rechnen Sie das Gerät ohne Förderung durch, oder ziehen Sie es in einen ohnehin geplanten Heizungstausch hinein.
  • Billiggeräte ohne SG-Ready, wenn eine PV-Anlage im Haus ist. Sie verschenken den größten Effizienzhebel.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Brauchwasser-Wärmepumpe ist Testsieger 2026?

Im Stiftung-Warentest-Test 07/2026 (veröffentlicht 19.06.2026) setzte sich die Stiebel Eltron WWK-I 300 Plus mit der Gesamtnote 1,5 ("sehr gut") als klarer Testsieger durch. Getestet wurden fünf Geräte von Austria-Email, Dimplex, Stiebel Eltron, Vaillant und Viessmann – alle mit dem natürlichen Kältemittel R290. Kein Modell fiel durch.

200 oder 300 Liter Speicher – welche Größe brauche ich?

Als Faustregel gelten bei Wärmepumpen 50–80 Liter pro Person, weil die Aufheizzeiten länger sind als bei Gas oder Öl. Ein 200-Liter-Speicher passt für 1–3 Personen, ab 4 Personen oder bei hohem Warmwasserbedarf (Badewanne, häufiges Duschen) empfiehlt sich ein 300-Liter-Modell. Der größere Speicher läuft zudem effizienter, weil die Wärmepumpe seltener nachheizen muss.

Wird eine Brauchwasser-Wärmepumpe gefördert?

Eine reine Brauchwasser-Wärmepumpe (nur Warmwasser, nicht die Zentralheizung) ist kein förderfähiger Wärmeerzeuger der BEG-/KfW-458-Heizungsförderung. Mitförderfähig wird sie mit der Installation eines förderfähigen Wärmeerzeugers, dem Anschluss an ein Wärme- oder Gebäudenetz oder ergänzend zu einer förderfähigen Lüftungsanlage, sofern sie als Wärmequelle keine Raumluft aus thermisch konditionierten Zonen nutzt (KfW, Technische FAQ BEG EM, Ziffer 8.20). Für das Standalone-Gerät gibt es keinen Zuschuss, und auch der §35c-Steuerbonus greift nicht, wenn das Gerät Raumluft ansaugt.

Wie funktioniert der 20-%-Steuerbonus nach §35c EStG?

Sie setzen 20 % der Kosten über drei Jahre von der Steuer ab: 7 % im ersten und zweiten Jahr, 6 % im dritten Jahr, maximal 40.000 € je Objekt. Voraussetzung: Das Gebäude ist bei der Maßnahme älter als 10 Jahre und wird ausschließlich selbst zu Wohnzwecken genutzt. Mit einer BEG-/KfW-Förderung für dieselbe Maßnahme lässt sich der Bonus nicht kombinieren. Für Brauchwasser-Wärmepumpen ist er allerdings meist versperrt: Die ESanMV nimmt Wärmepumpen, die Raumluft als Wärmequelle nutzen, in Anlage 6 Nummer 6.3 ausdrücklich aus.

Wie viel Strom verbraucht eine Brauchwasser-Wärmepumpe?

Rund 250–350 kWh pro Person und Jahr. Ein 4-Personen-Haushalt kommt auf etwa 1.000–1.400 kWh jährlich. Weil das Gerät aus 1 kWh Strom etwa 3–4 kWh Wärme macht (COP 3–4), verbraucht es nur rund ein Drittel eines Elektroboilers, der 1:1 arbeitet.

Lohnt sich eine Brauchwasser-Wärmepumpe gegenüber einem Elektroboiler?

Ja. Gegenüber einem Elektroboiler oder einer alten Warmwasserbereitung spart eine BWWP rund 400–630 € Stromkosten pro Jahr. Bei Anschaffungskosten von etwa 2.400–3.400 € plus Einbau amortisiert sie sich nach rund vier Jahren. Bei 12–15 Jahren Lebensdauer bleibt eine Nettoersparnis von mehreren tausend Euro.

Welches Kältemittel nutzen moderne Brauchwasser-Wärmepumpen?

Die aktuellen Spitzenmodelle setzen fast durchgängig auf das natürliche Kältemittel R290 (Propan) mit einem sehr niedrigen Treibhauspotenzial (GWP rund 0,02). Alle fünf im Stiftung-Warentest-Test 2026 geprüften Geräte arbeiten mit R290 – das ist zukunftssicher und von künftigen F-Gas-Verboten nicht betroffen.

Kann ich eine Brauchwasser-Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren?

Ja. Viele Modelle haben eine SG-Ready-Schnittstelle. Steht PV-Überschuss zur Verfügung, hebt die Wärmepumpe die Speicher-Solltemperatur an und speichert den günstigen Solarstrom als Wärme im Warmwasser. So steigt der Eigenverbrauch und die laufenden Kosten sinken weiter – der Warmwasserspeicher wirkt wie ein thermischer Stromspeicher.

Nächster Schritt: passende Speichergröße und System prüfen

Die Brauchwasser-Wärmepumpe ist eine der wirtschaftlichsten Einzelmaßnahmen überhaupt: geringe Investition, Amortisation nach rund vier Jahren, R290 als zukunftssicheres Kältemittel und, bei vorhandener PV, ein echter Eigenverbrauchs-Booster. Entscheidend ist, dass Speichergröße, Aufstellraum und Ihr tatsächlicher Warmwasserbedarf zusammenpassen und dass Sie die Förderfrage vorab klären: Im Verbund mit einem Heizungstausch ist das Gerät mitförderfähig, allein gibt es weder Zuschuss noch §35c-Steuerbonus.

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