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Ratgeber16 Min. Lesezeit

Wärmepumpe mit Gebläsekonvektoren im Altbau 2026: ab 2.500 €

Gebläsekonvektoren machen die Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung tauglich – ab 2.500 € statt 15.000 € für nachträgliche FBH. Alle Kosten, JAZ und Nachteile.

Wandmontierter Gebläsekonvektor als Wärmeübergabe einer Wärmepumpe in einem sanierten Altbauzimmer

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten: Ein Komplett-Kit aus 2–3 Gebläsekonvektoren für die Problemräume ohne Fußbodenheizung kostet ca. 2.500–5.000 € – statt 15.000–30.000 € für eine nachträgliche Fußbodenheizung. Einzelgerät 200–2.000 €, Montage 300–1.000 € pro Gerät.
  • Niedrige Vorlauftemperatur: Dank aktiver Luftumwälzung (EC-Ventilator) geben Gebläsekonvektoren die volle Heizleistung schon bei 35–45 °C Vorlauftemperatur ab – genau dort, wo die Wärmepumpe effizient läuft.
  • JAZ-Effekt: Die mittlere Systemtemperatur sinkt um 8–15 Kelvin, die Jahresarbeitszahl steigt von ca. 3,2–3,3 (alte Heizkörper bei 50 °C) auf 3,8–4,2 – rund 2–3 % Effizienzgewinn je Grad weniger Vorlauf.
  • Kühlen inklusive: Reversible Systeme kühlen aktiv mit ca. 2,0–4,0 kW pro Gerät samt Entfeuchtung – die einzige wassergeführte Übergabe, die das kann.
  • Leise, aber nicht lautlos: Flüstermodus ca. 25–26 dB(A), bei Volllast 42–45 dB(A). Ventilatorgeräusch und Zugluft sind der ehrliche Preis dafür.
  • Förderung: Als Umfeldmaßnahme beim Wärmepumpen-Einbau über die KfW-Heizungsförderung 458 bis zu 70 % bezuschussbar (max. 21.000 € Zuschuss). Nicht isoliert förderfähig.

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Wer eine Wärmepumpe im Altbau plant, stößt fast immer auf denselben Satz: „ohne Fußbodenheizung wird das nichts". Das stimmt so nicht – aber es gibt Räume, in denen sich weder eine Fußbodenheizung nachrüsten noch ein ausreichend großer Heizkörper unterbringen lässt. Genau für diese 2–3 Problemräume sind Gebläsekonvektoren (auch Ventilator- oder Wärmepumpenkonvektoren genannt) die pragmatische dritte Option: Sie liefern über einen kleinen Ventilator schon bei 35–45 °C Vorlauftemperatur die volle Wärme und kosten als Kit ca. 2.500–5.000 € statt der 15.000–30.000 € einer nachträglichen Fußbodenheizung.

Dieser Artikel grenzt Gebläsekonvektoren klar von den zwei Standardwegen ab – dem Vergrößern der vorhandenen Heizkörper und dem Umstieg auf Niedertemperatur-Heizkörper – und nennt ehrlich Kosten, Effizienzgewinn und die Nachteile, die Herstellerprospekte gern weglassen.

Gebläsekonvektor auf einen Blick: Kennwerte

Kennwert Wert Einordnung
Volle Heizleistung ab 35–45 °C Vorlauf Systempunkt z. B. 35/30 °C
Heizleistung pro Gerät ca. 2–5 kW Beispielgerät bei 35 °C ≈ 1,29 kW
Kühlleistung pro Gerät 2,0–4,0 kW mit aktiver Entfeuchtung (Kondensat 1–2 l/h)
Stromaufnahme Ventilator 5–20 W inkl. Stellantrieb 20–50 W
Geräusch Flüster-/Schlafmodus 25–26 dB(A) Komfort 30 dB(A), max. 42–45 dB(A)
Filterwartung alle 3–6 Monate sonst ca. 10–15 % Leistungsverlust
Einzelgerätpreis 200–2.000 € je nach Leistung/Bauart

Quellen: 42watt, Jaga (Herstellerangaben)

Zum Vergleich der zentrale Punkt: Ein klassischer Heizkörper gibt bei 35 °C Vorlauf nur noch 250–350 W ab statt rund 1.000 W bei 75 °C. Deshalb reichen passive Heizkörper bei sehr niedriger Vorlauftemperatur oft nicht – der Gebläsekonvektor umgeht das Problem, indem er die Luft aktiv über den Wärmetauscher bläst.

Was ist ein Gebläsekonvektor – und was ist er nicht?

Ein Gebläsekonvektor ist eine wassergeführte Heizfläche mit integriertem Wärmetauscher und einem stromsparenden EC-Ventilator (meist ein Tangentiallüfter). Er hängt am normalen Heizkreis Ihrer Wärmepumpe – dort, wo sonst ein Heizkörper säße. Der Unterschied zum Heizkörper: Statt die Wärme nur passiv abzustrahlen, wälzt der Ventilator die Raumluft aktiv um. Dadurch überträgt schon lauwarmes Heizwasser genügend Energie, um den Raum warm zu halten.

Wichtig für die Kaufentscheidung ist die Abgrenzung von drei oft verwechselten Begriffen:

  • Gebläsekonvektor / Ventilatorkonvektor: wassergeführt, am Heizkreis der Wärmepumpe. Darum geht es hier.
  • Wärmepumpen-Heizkörper: Marketingname mancher Hersteller (z. B. Mitsubishi Electric) für genau dasselbe Prinzip – ebenfalls wassergeführt.
  • Split-Klimagerät (Luft-Luft): ein Kältemittel-Innengerät, das NICHT am Wasser-Heizkreis hängt. Das ist ein anderes System – Details dazu unter Heizen mit der Klimaanlage.

Verwechseln Sie einen Gebläsekonvektor also nicht mit einem Klima-Innengerät: Er wird wasserseitig eingebunden und braucht zusätzlich nur einen Stromanschluss für Ventilator und Stellantrieb (typisch 3×1,5 mm²).

Warum das für die Wärmepumpe so viel bringt

Wärmepumpen arbeiten umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Die Verbraucherzentrale nennt als Voraussetzung eine ganzjährig niedrige Vorlauftemperatur (unter 55 °C); als Faustregel gilt zudem, dass jedes Grad weniger die Wärmepumpe rund 2–3 % effizienter macht. Genau hier setzt der Gebläsekonvektor an: Weil er bereits bei 35–45 °C die volle Leistung bringt, senkt er die mittlere Systemtemperatur um 8–15 Kelvin – und hebt die Jahresarbeitszahl spürbar an.

Dass Wärmepumpen auch im Bestand funktionieren, ist inzwischen gut belegt. Das Fraunhofer ISE misst im Gebäudebestand für Luft/Wasser-Wärmepumpen eine durchschnittliche JAZ von 3,4 (Erdreich 4,3) – ohne erkennbare Korrelation zwischen Baujahr und Effizienz. Eine frühere ISE-Feldstudie an 56 Bestandsgebäuden fand JAZ-Werte von 2,5–3,8 (Mittel 3,1) und 27–61 % niedrigere CO₂-Emissionen als ein Gas-Brennwertkessel. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die Wärmeübergabe – und die lässt sich mit Konvektoren gezielt verbessern.

Kosten: was Gebläsekonvektoren wirklich kosten

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Die Preisspanne für Einzelgeräte streut je nach Quelle deutlich – daher hier als ehrliche Bandbreite. Ein einzelner Gebläsekonvektor kostet je nach Leistung und Bauart ca. 200–2.000 €, die Montage inklusive Anbindung an Heizkreis und Stromleitung noch einmal 300–1.000 € pro Gerät.

Position Kosten Anmerkung
Einzelgerät (Konvektor) 200–2.000 € je nach Leistung/Bauart
Montage pro Gerät 300–1.000 € Heizkreis + Stromanschluss
Komplett-Kit (2–3 Geräte) 2.500–5.000 € für die Problemräume ohne FBH
Vollausstattung EFH (4–6 Geräte) 8.000–18.000 € vor Förderung
Vergleich: FBH nachrüsten 15.000–30.000 € Estrich aufbrechen, Böden neu

Quellen: gruenes.haus, 42watt

Der differenzierende Kern liegt in der Kit-Logik: Für die typischen 2–3 Räume, in denen weder Fußbodenheizung noch großer Heizkörper machbar sind, landen Sie bei 2.500–5.000 € – ein Bruchteil der 15.000–30.000 €, die eine nachträgliche Fußbodenheizung mit Estrichaufbruch und neuen Bodenbelägen kostet. Nur wenn Sie das ganze Einfamilienhaus auf Konvektoren umstellen, klettern die Kosten auf realistische 8.000–18.000 € vor Förderung – dann lohnt es sich, ehrlich gegen andere Lösungen zu rechnen.

Amortisation: mit Vorsicht zu genießen

Anbieter rechnen gern vor, dass sich die bessere JAZ finanziell auszahlt. Ein Rechenbeispiel von 42watt nennt eine Stromkostenersparnis von rund 346 €/Jahr, eine Amortisation in 5–8 Jahren und eine 20-Jahres-Einsparung von 9.500–12.000 €. Diese Zahlen stammen aus einem Anbieter-Rechenbeispiel, nicht von einer Behörde – nehmen Sie sie als Größenordnung, nicht als garantierten Wert. Ihre tatsächliche Ersparnis hängt von Strompreis, Heizlast und dem Ausgangszustand Ihrer Heizkörper ab.

Förderung: nur im Paket mit der Wärmepumpe

Hier ist Präzision wichtig, weil viele Prospekte schlampig formulieren: Gebläsekonvektoren sind nicht als isolierte Einzelmaßnahme förderfähig. Sie werden nur bezuschusst, wenn Sie sie als Umfeldmaßnahme bzw. Anpassung der Wärmeübergabe im Rahmen eines geförderten Wärmepumpen-Einbaus mitfinanzieren.

Über die KfW-Heizungsförderung (Programm 458) sind dann bis zu 70 % der förderfähigen Kosten möglich, gedeckelt auf 30.000 € für die erste Wohneinheit – also maximal 21.000 € Zuschuss. Der Höchstsatz setzt sich so zusammen:

Bonus-Baustein Satz Bedingung
Grundförderung 30 % für alle
Klimageschwindigkeits-Bonus bis 20 % nur selbstnutzende Eigentümer
Einkommens-Bonus 30 % bis 40.000 € zu verst. Haushaltseinkommen
Effizienz-Bonus 5 % gedeckelt
Summe (gedeckelt) max. 70 %

Quelle: KfW (Konditionen gültig bis 20.07.2026)

Zwei Hinweise, die Sie vor dem Antrag kennen sollten: Erstens passt die KfW ihre Bedingungen zum 21.07.2026 an: Ab dann sinkt der Förderhöchstbetrag für die erste Wohneinheit auf 28.000 €, der Klimageschwindigkeits-Bonus von 20 auf 16 % und der Effizienz-Bonus entfällt – prüfen Sie die aktuellen Sätze also unmittelbar vor Antragstellung. Zweitens steht der Klimageschwindigkeits-Bonus laut einem Regierungsentwurf ab 2027 in der Auslaufplanung; das ist bislang ein Entwurf und noch kein Gesetz, aber ein Grund, nicht zu lange zu warten.

Alternativ ist über die BAFA-Bundesförderung effiziente Gebäude im Gebäudebestand die Optimierung der Wärmeverteilung und Wärmeübergabe grundsätzlich förderfähig – etwa der Ersatz alter Standardheizkörper durch Niedertemperatur-Heizflächen. Welcher Weg für Sie passt, hängt davon ab, ob die Konvektoren Teil des Wärmepumpen-Projekts oder eine separate Heizflächen-Ertüchtigung sind.

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Gebläsekonvektor vs. Heizkörper vs. Fußbodenheizung

Die ehrliche Antwort auf „welche Übergabe ist die beste?" lautet: kommt auf den Raum an. Die folgende Matrix macht die Raum-für-Raum-Logik explizit – das ist meist sinnvoller als eine pauschale Entscheidung fürs ganze Haus.

Kriterium Gebläsekonvektor Große Heizkörper Fußbodenheizung
Vorlauf für volle Leistung 35–45 °C ca. 45–55 °C 30–40 °C
Nachrüstaufwand gering gering–mittel sehr hoch
Kosten (pro Raum) 500–3.000 € 300–1.500 € anteilig 15.000–30.000 €
Aktiv kühlen ja (mit Entfeuchtung) nein nur passiv
Stromverbrauch Übergabe 5–50 W 0 W 0 W (nur Pumpe)
Geräusch Ventilator hörbar lautlos lautlos

Quellen: 42watt, Verbraucherzentrale, gruenes.haus

Daraus ergibt sich eine brauchbare Faustregel für die einzelnen Räume:

  • Obergeschoss mit Holzbalkendecke: Fußbodenheizung praktisch nicht nachrüstbar, oft auch kein Platz für einen großen Heizkörper → Gebläsekonvektor.
  • Erdgeschoss mit Estrich, ohnehin neuer Bodenbelag geplant:Fußbodenheizung, wenn das Budget da ist.
  • Bad oder Raum mit freier Wandfläche: großzügig dimensionierter Niedertemperatur- oder Typ-33-Heizkörper reicht meist → Heizkörper.
  • Raum, der auch gekühlt werden soll:Gebläsekonvektor (die einzige wassergeführte Option, die aktiv kühlt).

Die meisten Altbauten fahren am Ende einen Mix. Der Gebläsekonvektor ist dabei kein Ersatz für die anderen Wege, sondern die Lösung genau dort, wo die anderen scheitern. Wer nur die Heizkörper vergrößern kann oder will, findet die Alternativen unter Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung und Wärmepumpe mit vorhandenen Heizkörpern.

Kühlen im Sommer: der unterschätzte Vorteil

Der größte Trumpf gegenüber Heizkörpern und Fußbodenheizung: Reversible Gebläsekonvektoren kühlen aktiv. Sie liefern ca. 2,0–4,0 kW Kühlleistung pro Gerät und entfeuchten die Luft dabei auf etwa 50 % relative Feuchte. Reine Heizkörper können gar nicht kühlen, eine Fußbodenheizung nur passiv (Wasser leicht unter Raumtemperatur) und ohne Entfeuchtung – mit dem Risiko von Tauwasser am Boden.

Der Haken: Beim Kühlen fällt Kondensat an (1–2 l/h), das über eine Kondensatwanne und ggf. eine kleine Pumpe abgeführt werden muss. Das ist ein zusätzlicher Installationspunkt und, bei schlechter Pflege, ein Schimmel- und Geruchsrisiko. Wer die Kühlfunktion nur als netten Nebeneffekt sieht, sollte prüfen, ob der Aufwand sich lohnt – wer im Dachgeschoss im Sommer leidet, für den ist es oft das entscheidende Argument. Mehr zur Kühlseite im Detail: Wärmepumpe zum Kühlen im Sommer.

Produkte: welche Serien es gibt

Wir bewerten hier ausschließlich Produkte, keine Installations- oder Leasingfirmen. Etablierte Serien für wassergeführte Wärmepumpen-Konvektoren sind:

  • Jaga Briza Net Zero und Strada DBE 2.0: tangentiale EC-Ventilatoren, Cu/Al-Wärmetauscher mit hydrophiler Beschichtung, laut Jaga volle Heizleistung ab 35 °C Vorlauf und auf 30 Jahre Lebensdauer ausgelegt. Schlafzimmerbetrieb max. 26 dB(A), Komfortmodus max. 30 dB(A), nicht-kondensierende Kühlung. Modelle u. a. Briza XS/S/M Net Zero und Briza 22.
  • Kermi x-flair: wassergeführte Gebläsekonvektoren-Serie. Achtung: Verwechseln Sie das nicht mit Kermis Wärmepumpe „x-change dynamic pro" – das ist das Heizgerät, nicht der Konvektor. Exakte kW-Werte je Modell bitte am aktuellen Herstellerdatenblatt gegenprüfen.
  • Mitsubishi Electric: Wärmepumpen-Gebläsekonvektor als Übergabesystem für niedrige Vorlauftemperaturen, mit Heiz- und Kühlfunktion.

Nachteile: was in den Prospekten fehlt

Damit die Entscheidung ehrlich bleibt – hier die Punkte, die für oder gegen einen Gebläsekonvektor sprechen können:

  • Stromverbrauch: Der Ventilator zieht 5–20 W, mit Stellantrieb 20–50 W pro Gerät. Das ist der Effizienzpreis gegenüber passiven Heizkörpern, wird durch die bessere JAZ aber meist überkompensiert.
  • Zugluft und Staub: Die Luftbewegung kann als Zug empfunden werden und wirbelt Staub auf – relevant für Allergiker.
  • Geräusch: Auch wenn im Flüstermodus 25–26 dB(A) eingehalten werden, empfinden manche das zyklische An- und Abschalten des Ventilators nachts als störend. Eine eventuelle Kondensatpumpe (16–25 dB) kann hörbar sein.
  • Filterwartung: Alle 3–6 Monate reinigen. Vernachlässigt man das, steigen Druckverlust und Stromverbrauch, die Leistung sinkt um ca. 10–15 %.
  • Kondensat im Kühlbetrieb: muss zuverlässig abgeführt werden; bei schlechter Pflege drohen Schimmel und Geruch.
  • Zusätzlicher Stromanschluss: je Gerät nötig – ein Installationsposten, den man einplanen muss.

Quellen: 42watt, energie-experten.org

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist ein Gebläsekonvektor (Wärmepumpen-/Ventilatorkonvektor) und wie funktioniert er?

Ein Gebläsekonvektor ist eine wassergeführte Heizfläche mit integriertem Wärmetauscher und einem stromsparenden EC-Ventilator (Tangentiallüfter). Durch die aktive Luftumwälzung gibt er auch bei niedriger Vorlauftemperatur von 35–45 °C genügend Wärme ab. Zum Vergleich: Ein normaler Heizkörper liefert bei 35 °C nur noch 250–350 W statt rund 1.000 W bei 75 °C. Er hängt am selben Heizkreis wie ein Heizkörper, braucht aber zusätzlich einen Stromanschluss.

Was kostet eine Wärmepumpe mit Gebläsekonvektoren im Altbau?

Ein einzelner Konvektor kostet je nach Leistung ca. 200–2.000 €, die Montage 300–1.000 € pro Gerät. Ein Komplett-Kit für die 2–3 Räume ohne Fußbodenheizung liegt bei 2.500–5.000 €, eine Vollausstattung im Einfamilienhaus (4–6 Geräte) bei 8.000–18.000 € vor Förderung. Das ist deutlich günstiger als 15.000–30.000 € für eine nachträgliche Fußbodenheizung. Die Kosten der Wärmepumpe selbst kommen jeweils dazu.

Braucht man für eine Wärmepumpe im Altbau zwingend eine Fußbodenheizung?

Nein. Entscheidend ist eine ganzjährig möglichst niedrige Vorlauftemperatur (Faustregel: unter 55 °C). Das erreichen ausreichend große Heizkörper – oder eben Gebläsekonvektoren, die durch aktive Luftumwälzung schon bei 35–45 °C die volle Leistung bringen. Gebläsekonvektoren sind besonders für Räume sinnvoll, in denen weder eine Fußbodenheizung nachrüstbar noch ein großer Heizkörper platzierbar ist, etwa Obergeschosse mit Holzbalkendecken.

Wie stark verbessern Gebläsekonvektoren die Jahresarbeitszahl (JAZ)?

Weil sie die mittlere Systemtemperatur um 8–15 Kelvin absenken, steigt die JAZ von etwa 3,2–3,3 (alte Heizkörper bei ~50 °C) auf rund 3,8–4,2. Als Faustregel gilt: Jedes Grad weniger Vorlauf macht die Wärmepumpe rund 2–3 % effizienter. Zur Einordnung misst das Fraunhofer ISE im Bestand für Luft/Wasser-Wärmepumpen im Mittel eine JAZ von 3,4.

Können Gebläsekonvektoren im Sommer auch kühlen?

Ja – das ist ihr größter Vorteil gegenüber Heizkörpern. Reversible Systeme kühlen mit ca. 2,0–4,0 kW pro Gerät aktiv und entfeuchten dabei; es fällt Kondensat von 1–2 l/h an, das über eine Wanne abgeführt werden muss. Reine Heizkörper können nicht aktiv kühlen, eine Fußbodenheizung nur passiv und ohne Entfeuchtung.

Wie laut ist ein Gebläsekonvektor – stört er im Schlafzimmer?

Im Flüster- bzw. Schlafzimmermodus arbeiten gute Geräte mit ca. 25–26 dB(A) (z. B. Jaga Briza Net Zero max. 26 dB(A), Komfortmodus 30 dB(A)). Bei maximaler Leistung steigen sie auf ca. 42–45 dB(A). Ehrlich ist: Auch wenn Grenzwerte eingehalten werden, empfinden manche das zyklische Ventilatorgeräusch plus Luftbewegung nachts als störend – und eine eventuelle Kondensatpumpe (16–25 dB) kann hörbar sein.

Welche Produkte und Marken gibt es für Wärmepumpenkonvektoren?

Etablierte Produktserien sind unter anderem Jaga Briza Net Zero und Strada DBE 2.0 (Dynamic Boost, tangentiale EC-Ventilatoren, Cu/Al-Wärmetauscher), Kermi x-flair sowie Wärmepumpen-Gebläsekonvektoren von Mitsubishi Electric. Wir bewerten hier ausschließlich Produkte, keine Installations- oder Leasingfirmen.

Werden Gebläsekonvektoren gefördert?

Ja, aber nur als Umfeldmaßnahme bzw. Anpassung der Wärmeübergabe im Rahmen des Wärmepumpen-Einbaus über die KfW-Heizungsförderung (Programm 458), nicht als isolierte Einzelmaßnahme. Der Zuschuss beträgt bis zu 70 % auf förderfähige Kosten bis 30.000 € (erste Wohneinheit), also maximal 21.000 €. Der Satz setzt sich aus 30 % Grundförderung, bis 20 % Klimageschwindigkeits-Bonus, 30 % Einkommens-Bonus und 5 % Effizienz-Bonus zusammen (gedeckelt). Die KfW passt die Bedingungen zum 21.07.2026 an – prüfen Sie vor Antrag die aktuellen Sätze.

Was sind die Nachteile und Risiken von Gebläsekonvektoren?

Ehrliche Nachteile: höherer Stromverbrauch als passive Heizkörper (Ventilator 5–20 W, mit Stellantrieb 20–50 W), mögliche Zugluft und Staubaufwirbelung (relevant für Allergiker), Ventilatorgeräusch, Wartungsaufwand (Filter alle 3–6 Monate, sonst ca. 10–15 % Leistungsverlust), Kondensatabführung im Kühlbetrieb mit Schimmel- und Geruchsrisiko bei schlechter Pflege sowie ein zusätzlicher Stromanschluss pro Gerät.

Nächster Schritt: prüfen, ob Ihr Altbau überhaupt Konvektoren braucht

Ob Gebläsekonvektoren für Sie die richtige Wahl sind, hängt an einer einzigen Frage: Wie niedrig kommt Ihre Vorlauftemperatur mit den vorhandenen Heizflächen? Erst wenn feststeht, welche Räume auch mit vergrößerten Heizkörpern nicht auf 35–45 °C zu bringen sind, lohnt sich die Investition in Konvektoren – für alle anderen Räume sind größere Heizkörper meist günstiger. Die Heizlast Ihres Gebäudes liefert dafür die Grundlage.

Die Gebäudeanalyse von reduco berechnet auf Basis Ihrer Gebäudedaten, welche Vorlauftemperatur Ihr Altbau realistisch braucht, welche Räume kritisch sind und ob sich eine Wärmepumpe für Sie rechnet – transparent, ohne Verkaufsdruck und in wenigen Minuten. So gehen Sie mit einer belastbaren Einschätzung in das Gespräch mit dem Fachbetrieb, statt sich auf ein Pauschalurteil zu verlassen.

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