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Wärmepumpe ohne Fußbodenheizung: So funktioniert es auch mit Heizkörpern

Eine Wärmepumpe funktioniert auch ohne Fußbodenheizung. Welche Heizkörper geeignet sind, welche Vorlauftemperatur nötig ist und was der Umbau kostet.

Moderne Wärmepumpe in einem Altbau mit klassischen Heizkörpern

Die häufigste Frage, die ich zu Wärmepumpen höre: Brauche ich dafür eine Fußbodenheizung? Die Antwort: Nein.

Dieses Missverständnis hält sich hartnäckig und verhindert, dass viele Eigentümer den Umstieg auf eine Wärmepumpe ernsthaft prüfen. Dabei zeigen aktuelle Praxisdaten des Fraunhofer ISE: Wärmepumpen arbeiten auch mit konventionellen Heizkörpern effizient – sogar in unsanierten Altbauten. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Feldtest eine durchschnittliche Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,4, und das in Gebäuden mit Baujahr vor 1980.

In diesem Ratgeber erkläre ich, warum eine Fußbodenheizung kein Muss ist, welche Heizkörper sich eignen, was ein eventueller Tausch kostet und wie Sie die Effizienz Ihrer Anlage auch ohne Flächenheizung maximieren.

Warum die Fußbodenheizung kein Muss ist

Der Mythos „Wärmepumpe braucht Fußbodenheizung" stammt aus einer Zeit, in der Wärmepumpen nur niedrige Vorlauftemperaturen von 35–45 °C effizient liefern konnten. Diese Temperaturen passen perfekt zu Fußbodenheizungen, die mit 30–35 °C arbeiten. Für konventionelle Heizkörper reichten sie oft nicht aus.

Das hat sich grundlegend geändert:

Moderne Wärmepumpen erreichen 55–75 °C Vorlauftemperatur. Aktuelle Geräte, insbesondere solche mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan), liefern zuverlässig Vorlauftemperaturen von bis zu 75 °C. Damit können sie auch ältere Heizkörpersysteme versorgen, die höhere Temperaturen benötigen. Hersteller wie Viessmann, Bosch und Vaillant bieten R290-Modelle an, die speziell für den Einsatz im Bestand ausgelegt sind.

Fraunhofer ISE belegt: Kein Zusammenhang zwischen Gebäudealter und Effizienz. Im vierjährigen Forschungsprojekt „WP-QS im Bestand" (veröffentlicht November 2025) untersuchte das Fraunhofer ISE 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern unter realen Bedingungen. Das Ergebnis: Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Schnitt eine JAZ von 3,4, erdgekoppelte Systeme sogar 4,3. Entscheidend war nicht das Baujahr, sondern die korrekte Auslegung der Anlage und die Vorlauftemperatur.

Heizkörper funktionieren – wenn sie richtig dimensioniert sind. Die Studie zeigte auch: Ausreichend große Heizkörper können mit ähnlich niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden wie Fußbodenheizungen. Die Fußbodenheizung ist also komfortabel und optimal, aber nicht zwingend erforderlich.

Welche Vorlauftemperatur braucht Ihre Heizung?

Die Vorlauftemperatur ist der entscheidende Faktor für die Effizienz einer Wärmepumpe. Sie gibt an, wie warm das Wasser sein muss, das vom Wärmeerzeuger in die Heizkörper strömt. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto weniger Strom braucht die Wärmepumpe – und desto günstiger wird der Betrieb.

Gebäudetyp Typische Vorlauftemperatur Typische JAZ (Luft-WP) Bewertung
Neubau (Fußbodenheizung) 30–35 °C 4,0–4,5 Optimal
Sanierter Altbau (Heizkörper) 40–50 °C 3,0–4,0 Sehr gut bis gut
Unsanierter Altbau (Heizkörper) 55–70 °C 2,5–3,0 Machbar, aber teurer im Betrieb

Was bedeutet das konkret?

Eine Wärmepumpe arbeitet bei jeder Vorlauftemperatur – die Frage ist nur, wie effizient. Bei 45 °C Vorlauftemperatur erreicht eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe problemlos eine JAZ von 3,5. Das bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3,5 kWh Wärme. Bei 60 °C sinkt die JAZ auf etwa 2,7 – die Wärmepumpe arbeitet immer noch, braucht aber mehr Strom.

Ab einer JAZ von etwa 2,7 ist eine Wärmepumpe wirtschaftlich und ökologisch einer Gasheizung überlegen. Das entspricht einer Vorlauftemperatur von ca. 55–60 °C – ein Wert, den viele Altbauten auch mit bestehenden Heizkörpern erreichen.

Wie finden Sie Ihre aktuelle Vorlauftemperatur heraus?

Am einfachsten: Schauen Sie an einem kalten Wintertag (unter −5 °C Außentemperatur) auf die Anzeige Ihres Heizkessels. Dort wird die Vorlauftemperatur angezeigt. Liegt sie unter 55 °C, sind Ihre Voraussetzungen für eine Wärmepumpe ohne Heizkörpertausch bereits gut. Liegt sie höher, lohnt sich eine genauere Prüfung – oft lässt sich die Vorlauftemperatur durch einfache Maßnahmen senken.

Welche Heizkörper eignen sich für Wärmepumpen?

Nicht jeder Heizkörper ist gleich gut geeignet. Entscheidend ist, wie viel Wärme ein Heizkörper bei einer bestimmten Vorlauftemperatur an den Raum abgeben kann. Hier ein Überblick:

Plattenheizkörper (Typ 22, Typ 33)

Plattenheizkörper sind die am weitesten verbreiteten Heizkörper in Deutschland. Sie bestehen aus einer oder mehreren Heizplatten mit Konvektionsblechen dazwischen. Typ 22 hat zwei Platten und zwei Konvektionsbleche, Typ 33 drei Platten und drei Konvektionsbleche.

Eignung für Wärmepumpen: Gut bis sehr gut. Besonders Typ 22 und Typ 33 sind häufig ausreichend dimensioniert, um bei Vorlauftemperaturen von 45–55 °C genug Wärme abzugeben. Die große Oberfläche sorgt für eine Mischung aus Strahlungs- und Konvektionswärme.

Kosten bei Neutausch: 200–600 € pro Heizkörper (je nach Größe)

Empfehlung: Prüfen Sie zuerst, ob Ihre vorhandenen Plattenheizkörper ausreichend dimensioniert sind. In vielen Fällen müssen sie nicht getauscht werden.

Niedertemperatur-Heizkörper

Speziell für den Betrieb mit niedrigen Vorlauftemperaturen entwickelt. Sie haben eine größere Oberfläche als konventionelle Heizkörper und geben deshalb bei gleicher Vorlauftemperatur mehr Wärme ab. Schlichte Modelle beginnen bei etwa 300 €, größere Modelle renommierter Hersteller kosten 1.000–2.500 € pro Stück.

Eignung für Wärmepumpen: Sehr gut. Sie sind die ideale Lösung, wenn vorhandene Heizkörper zu klein sind und eine Fußbodenheizung nicht nachrüstbar ist.

Kosten: 300–2.500 € pro Heizkörper (je nach Größe und Hersteller)

Empfehlung: Sinnvoll, wenn die vorhandenen Heizkörper für den Betrieb bei 45–50 °C zu klein sind.

Wärmepumpenheizkörper mit Ventilator

Diese Heizkörper besitzen einen integrierten Ventilator, der die Wärmeverteilung aktiv unterstützt. Dadurch geben sie bei niedrigen Vorlauftemperaturen deutlich mehr Wärme ab als passive Heizkörper gleicher Größe. Der Ventilator läuft leise (20–30 dB) und verbraucht nur wenige Watt Strom.

Eignung für Wärmepumpen: Hervorragend. Die beste Option, wenn die baulichen Verhältnisse keine größeren Heizkörper zulassen.

Kosten: 800–2.000 € pro Heizkörper

Empfehlung: Ideal für Räume, in denen der vorhandene Heizkörper deutlich zu klein ist und kein Platz für ein größeres Modell vorhanden ist.

Alte Guss-Rippenheizkörper

Die klassischen Gussheizkörper mit sichtbaren Rippen findet man häufig in Altbauten. Sie sind schwer, träge und geben Wärme hauptsächlich über Konvektion ab.

Eignung für Wärmepumpen: Eingeschränkt. Sie benötigen in der Regel hohe Vorlauftemperaturen (60–70 °C), um genug Wärme abzugeben. Allerdings: Wenn sie sehr groß dimensioniert sind, wie in manchen Altbauten üblich, können auch sie bei moderaten Vorlauftemperaturen funktionieren.

Empfehlung: Im Einzelfall prüfen lassen. Oft ist ein gezielter Tausch der Rippenheizkörper in den Haupträumen sinnvoller als ein kompletter Tausch aller Heizkörper im Haus.

Übersicht: Heizkörpertypen im Vergleich

Heizkörpertyp Kosten pro Stück Min. Vorlauftemperatur Eignung für WP Wann sinnvoll?
Plattenheizkörper (Typ 22/33) 200–600 € 40–50 °C Gut Oft bereits vorhanden und ausreichend
Niedertemperatur-Heizkörper 300–2.500 € 35–45 °C Sehr gut Wenn bestehende HK zu klein
Wärmepumpenheizkörper (mit Ventilator) 800–2.000 € 30–40 °C Hervorragend Wenn kein Platz für größere HK
Guss-Rippenheizkörper (Bestand) 55–70 °C Eingeschränkt Nur bei großer Dimensionierung

Was der Heizkörpertausch kostet

Zunächst die wichtigste Nachricht: Ein Heizkörpertausch ist nicht immer nötig. Bevor Sie Geld ausgeben, sollten Sie prüfen lassen, ob Ihre vorhandenen Heizkörper für den Betrieb mit einer Wärmepumpe ausreichen. In vielen Fällen sind nur einzelne Heizkörper zu klein – ein Kompletttausch ist selten erforderlich.

Kosten pro Heizkörper

Position Kosten
Heizkörper (Material) 300–800 €
Demontage + Montage 200–500 €
Anschlussarbeiten (Rohre, Ventile) 100–300 €
Gesamt pro Heizkörper 600–1.600 €

Kosten für ein typisches Einfamilienhaus

Ein durchschnittliches Einfamilienhaus hat 8–12 Heizkörper. In den meisten Fällen müssen aber nicht alle getauscht werden. Erfahrungsgemäß sind 3–6 Heizkörper betroffen – die in den Haupträumen wie Wohnzimmer, Küche und Schlafzimmer.

Szenario Anzahl HK Gesamtkosten
Nur kritische HK tauschen 3–5 1.800–8.000 €
Alle HK tauschen 8–12 4.800–19.200 €
Typischer Fall 4–6 2.400–9.600 €

Lohnt sich der Heizkörpertausch?

Der Tausch lohnt sich, wenn er die Vorlauftemperatur deutlich senkt und damit die JAZ verbessert. Ein Beispiel: Sinkt die Vorlauftemperatur durch den Heizkörpertausch von 60 °C auf 45 °C, verbessert sich die JAZ von etwa 2,7 auf 3,5. Bei einem Heizwärmebedarf von 20.000 kWh spart das rund 500 € Stromkosten pro Jahr. Die Investition amortisiert sich dann innerhalb von 5–10 Jahren.

JAZ und Stromkosten: Heizkörper vs. Fußbodenheizung

Hier möchte ich ehrlich sein: Eine Fußbodenheizung ist für den Betrieb einer Wärmepumpe effizienter als Heizkörper. Das liegt an der niedrigeren Vorlauftemperatur. Die Frage ist aber nicht, ob es einen Unterschied gibt – sondern wie groß er tatsächlich ist.

Rechenbeispiel: Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Heizwärmebedarf

Kennwert Mit Fußbodenheizung Mit Heizkörpern (45 °C VL) Mit Heizkörpern (55 °C VL)
Vorlauftemperatur 32 °C 45 °C 55 °C
JAZ (Luft-WP) 4,0 3,5 2,8
Stromverbrauch 5.000 kWh 5.714 kWh 7.143 kWh
Stromkosten (25 ct/kWh) 1.250 € 1.429 € 1.786 €
Mehrkosten vs. FBH +179 €/Jahr +536 €/Jahr

Bei einem Wärmepumpenstromtarif von 25 ct/kWh (realistisch für 2026, Spanne liegt bei 22–27 ct/kWh) liegen die Mehrkosten mit Heizkörpern bei 45 °C Vorlauftemperatur bei nur 179 € pro Jahr gegenüber einer Fußbodenheizung. Selbst bei 55 °C Vorlauftemperatur sind es 536 € mehr – ein Betrag, der die Wärmepumpe nicht unwirtschaftlich macht.

Einordnung

Die jährlichen Mehrkosten von 150–550 € gegenüber einer Fußbodenheizung klingen zunächst nach einem Nachteil. Aber: Die Nachrüstung einer Fußbodenheizung im Altbau kostet 15.000–30.000 € (70–120 €/m² bei 200 m² Wohnfläche). Diese Investition amortisiert sich über die Stromersparnis erst nach 30–50 Jahren. Ein Heizkörpertausch ist da deutlich wirtschaftlicher.

Außerdem: Auch mit Heizkörpern ist eine Wärmepumpe günstiger als eine Gasheizung. Bei einem Gaspreis von 12 ct/kWh und einem Heizwärmebedarf von 20.000 kWh betragen die jährlichen Gaskosten rund 2.400 €. Die Wärmepumpe mit Heizkörpern (45 °C VL) spart also etwa 970 € pro Jahr gegenüber Gas – und die Gaskosten steigen durch die CO₂-Steuer weiter.

Wann sich ein Tausch der Heizkörper trotzdem lohnt

In manchen Situationen ist ein Heizkörpertausch klar empfehlenswert:

1. Wenn die Vorlauftemperatur über 60 °C liegt. Bei Vorlauftemperaturen über 60 °C sinkt die JAZ einer Luft-Wasser-Wärmepumpe unter 2,5. Der Betrieb wird dann spürbar teurer und die Wärmepumpe arbeitet am Rand ihres effizienten Bereichs. In diesem Fall können größere oder ventilatorgestützte Heizkörper die Vorlauftemperatur auf ein wirtschaftlicheres Niveau senken.

2. Wenn Heizkörper unterdimensioniert sind. In Altbauten wurden Räume manchmal nachträglich unterteilt – zum Beispiel ein großes Wohnzimmer in zwei kleinere Räume. Der ursprüngliche Heizkörper heizt dann nur noch einen Raum, der andere ist unterversorgt. In solchen Fällen müssen fehlende Heizkörper ergänzt oder bestehende vergrößert werden.

3. Wenn Sie die Betriebskosten langfristig minimieren wollen. Wer plant, das Haus noch 20 Jahre oder länger zu bewohnen, profitiert von niedrigeren Vorlauftemperaturen. Die jährliche Ersparnis summiert sich über die Jahre. Außerdem erhöht eine niedrige Vorlauftemperatur die Lebensdauer der Wärmepumpe, weil der Kompressor weniger belastet wird.

4. Wenn Sie ohnehin sanieren. Im Rahmen einer umfassenden energetischen Sanierung – etwa mit Fassadendämmung und Fenstertausch – sinkt der Wärmebedarf des Gebäudes. Dann sind die bestehenden Heizkörper möglicherweise ohnehin überdimensioniert und können mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden. In diesem Fall ist ein Heizkörpertausch oft nicht nötig.

Hydraulischer Abgleich: Der unterschätzte Gamechanger

Der hydraulische Abgleich ist eine der effektivsten und günstigsten Maßnahmen, um die Effizienz einer Wärmepumpe mit Heizkörpern zu verbessern. Trotzdem wird er von vielen Eigentümern unterschätzt.

Was passiert beim hydraulischen Abgleich?

Beim hydraulischen Abgleich wird sichergestellt, dass jeder Heizkörper im Haus genau die richtige Menge Heizwasser erhält. Ohne Abgleich passiert oft Folgendes: Heizkörper in der Nähe der Wärmepumpe werden zu stark durchströmt und überhitzen den Raum. Heizkörper am Ende des Rohrsystems bekommen zu wenig Wasser und bleiben kalt. Die Reaktion: Die Vorlauftemperatur wird hochgedreht, um auch die entfernten Heizkörper warm zu bekommen – auf Kosten der Effizienz.

Warum er ein Gamechanger ist

Ein professioneller hydraulischer Abgleich kann die benötigte Vorlauftemperatur um 3–5 °C senken. Das klingt nach wenig, macht aber einen messbaren Unterschied: Eine Absenkung von 50 auf 45 °C verbessert die JAZ einer Luft-Wasser-Wärmepumpe um etwa 0,3–0,5 Punkte. Bei 20.000 kWh Heizwärmebedarf spart das 100–200 € Stromkosten pro Jahr.

Kosten und Förderung

Position Kosten
Hydraulischer Abgleich (EFH) 500–1.500 €
Förderung (KfW, als Teil des Heizungstauschs) In den 30.000 € förderfähigen Kosten enthalten
Förderung (BEG EM, als Einzelmaßnahme) 15 % Zuschuss (+ 5 % mit iSFP)

Wichtig: Der hydraulische Abgleich ist bei einer neuen Wärmepumpe ohnehin Pflicht, wenn Sie die KfW-Förderung (Programm 458) in Anspruch nehmen. Ohne Nachweis eines fachgerechten hydraulischen Abgleichs wird der Zuschuss nicht ausgezahlt. Sie müssen ihn also so oder so durchführen lassen – und profitieren dabei direkt von niedrigeren Betriebskosten.

Meine Empfehlung

Lassen Sie sich nicht von dem Mythos abschrecken, dass eine Wärmepumpe ohne Fußbodenheizung nicht funktioniert. Die Praxisdaten sind eindeutig: Es funktioniert – und zwar in den meisten Fällen besser, als viele erwarten.

Mein konkreter Rat:

  1. Lassen Sie zunächst prüfen, welche Vorlauftemperatur Ihr Gebäude tatsächlich benötigt. Oft liegt sie niedriger als gedacht. Viele Heizungen laufen mit unnötig hohen Vorlauftemperaturen, weil sie nie richtig eingestellt wurden.

  2. Prüfen Sie Ihre bestehenden Heizkörper. Sind sie groß genug? In vielen Altbauten wurden die Heizkörper großzügig dimensioniert – besonders in Gebäuden aus den 1960er- bis 1980er-Jahren. Dann brauchen Sie möglicherweise keinen einzigen Heizkörper zu tauschen.

  3. Planen Sie den hydraulischen Abgleich ein. Er ist bei KfW-Förderung ohnehin Pflicht und bringt zusätzliche Effizienz zum kleinen Preis.

  4. Tauschen Sie gezielt, nicht komplett. Wenn einzelne Heizkörper zu klein sind, ersetzen Sie gezielt diese 3–5 kritischen Heizkörper. Ein Kompletttausch aller Heizkörper im Haus ist selten nötig und selten wirtschaftlich.

Mit reduco.ai können Sie Ihr Gebäude in Minuten analysieren und sehen, welche Heizungsoption für Ihren konkreten Bestand am besten passt. Die Analyse berücksichtigt Ihren tatsächlichen Wärmebedarf, die vorhandenen Heizkörper und berechnet die optimale Vorlauftemperatur – damit Sie genau wissen, ob ein Heizkörpertausch nötig ist oder nicht.

Häufige Fragen

Funktioniert eine Wärmepumpe mit alten Rippenheizkörpern?

Grundsätzlich ja – aber es kommt auf die Dimensionierung an. Alte Guss-Rippenheizkörper benötigen in der Regel höhere Vorlauftemperaturen als moderne Plattenheizkörper. Wenn sie allerdings großzügig dimensioniert sind (was in vielen Altbauten der Fall ist), können sie auch bei 50–55 °C Vorlauftemperatur genug Wärme abgeben. Lassen Sie einen Heizungsbauer die Heizlast der einzelnen Räume berechnen. Sind die Rippenheizkörper zu klein, ist ein gezielter Tausch in den Haupträumen sinnvoller als ein Kompletttausch.

Wie laut ist eine Wärmepumpe bei hoher Vorlauftemperatur?

Die Lautstärke einer Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt typischerweise bei 35–50 dB(A) Schalldruckpegel in 3 Metern Entfernung – vergleichbar mit einem Kühlschrank bis hin zu einer leisen Unterhaltung. Bei hoher Vorlauftemperatur muss der Kompressor stärker arbeiten, was die Lautstärke um einige Dezibel erhöhen kann. In der Praxis ist der Unterschied im Normalbetrieb gering. Die volle Leistung wird ohnehin nur an wenigen sehr kalten Tagen benötigt. Moderne Inverter-Wärmepumpen passen ihre Leistung stufenlos an den Bedarf an und laufen die meiste Zeit im Teillastbetrieb – also leiser.

Muss ich alle Heizkörper tauschen?

Nein, in den allermeisten Fällen nicht. Häufig sind nur 3–5 Heizkörper unterdimensioniert – typischerweise in Räumen mit hohem Wärmebedarf wie dem Wohnzimmer oder in nachträglich unterteilten Räumen. Die übrigen Heizkörper, besonders in Schlafzimmern und selten genutzten Räumen, sind oft ausreichend groß. Ein Fachbetrieb kann durch eine raumweise Heizlastberechnung genau ermitteln, welche Heizkörper getauscht werden müssen.

Lohnt sich die Nachrüstung einer Fußbodenheizung im Altbau?

In den meisten Fällen nicht, wenn es nur um die Effizienz der Wärmepumpe geht. Die Nachrüstung einer Fußbodenheizung im Bestand kostet 70–120 €/m². Bei 200 m² Wohnfläche sind das 14.000–24.000 €. Die jährliche Stromersparnis gegenüber Heizkörpern (bei 45 °C Vorlauftemperatur) beträgt nur 150–200 €. Die Amortisation dauert also 70–160 Jahre. Sinnvoller ist es, die vorhandenen Heizkörper zu optimieren oder gezielt einzelne Heizkörper gegen größere Modelle zu tauschen. Eine Ausnahme: Wenn ohnehin ein neuer Estrich gelegt wird (z. B. bei einer Komplettsanierung), können Sie die Fußbodenheizung zu geringeren Mehrkosten gleich mit einbauen.

Welche Förderung gibt es für den Heizkörpertausch?

Wenn der Heizkörpertausch im Rahmen eines Heizungstauschs auf eine Wärmepumpe erfolgt, sind die Kosten Teil der förderfähigen Investitionskosten im KfW-Programm 458. Das bedeutet: Sie erhalten auf die Kosten des Heizkörpertauschs denselben Fördersatz wie auf die Wärmepumpe selbst – bis zu 70 %. Bei förderfähigen Kosten von max. 30.000 € sind das bis zu 21.000 € Zuschuss für das Gesamtpaket aus Wärmepumpe, Heizkörpern und hydraulischem Abgleich.

Kann ich die Wärmepumpe erst installieren und die Heizkörper später tauschen?

Ja, das ist möglich und manchmal sogar sinnvoll. Die Wärmepumpe wird dann zunächst mit einer höheren Vorlauftemperatur betrieben. Die JAZ ist in der Übergangszeit etwas niedriger, aber die Anlage funktioniert. In den Folgejahren können Sie dann gezielt einzelne Heizkörper tauschen und die Vorlauftemperatur schrittweise senken. Beachten Sie aber: Wenn Sie den Heizkörpertausch erst nach der Wärmepumpen-Installation durchführen, fällt er nicht mehr unter die KfW-Förderung für den Heizungstausch (Programm 458). Er kann dann als BEG-Einzelmaßnahme gefördert werden, allerdings mit niedrigerem Fördersatz (15–20 %).

Wie viel CO₂ spare ich mit einer Wärmepumpe gegenüber Gas – auch ohne Fußbodenheizung?

Laut der Fraunhofer-ISE-Studie lagen die CO₂-Emissionen der untersuchten Wärmepumpen im Schnitt 64 % unter denen vergleichbarer Gasheizungen. Dieser Wert gilt für den realen Betrieb in Bestandsgebäuden – also auch mit konventionellen Heizkörpern. Bei 20.000 kWh Heizwärmebedarf verursacht eine Gasheizung ca. 4.000 kg CO₂ pro Jahr. Eine Wärmepumpe mit Heizkörpern (JAZ 3,0) und dem aktuellen Strommix etwa 1.700 kg – eine Einsparung von rund 2.300 kg CO₂ jährlich. Mit steigendem Anteil erneuerbarer Energien im Strommix wird dieser Vorteil in den kommenden Jahren weiter wachsen.


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