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Pufferspeicher Wärmepumpe 2026: nötig? Größe & Kosten ab 900 €

Braucht Ihre Wärmepumpe einen Pufferspeicher? Faustformel 20 l/kW, Kosten 900–1.700 € und wann ein Parallelpuffer die JAZ um 0,3–0,5 Punkte kostet.

Pufferspeicher neben einer Wärmepumpen-Inneneinheit im Technikraum

Das Wichtigste in Kürze

  • Größe: Faustformel rund 20 Liter pro kW Heizleistung (VDI 4645); die DIN EN 15450 nennt eine Spanne von 12 bis 35 l/kW – für eine 8-kW-Wärmepumpe also ca. 100–200 Liter.
  • Kosten: Ein 200-Liter-Pufferspeicher kostet als Gerät ca. 900 €, ein 500-Liter-Speicher rund 1.700 €; inklusive Einbau liegen die Gesamtkosten meist zwischen 1.000 und 3.500 €.
  • Effizienz-Falle: Ein Parallelpufferspeicher hebt die Vorlauftemperatur um ca. 5 K und erhöht den Stromverbrauch um über 10 % – laut Fraunhofer ISE kosten 5 K mehr Vorlauf rund 0,3 bis 0,5 JAZ-Punkte.
  • Oft überflüssig: Bei reiner Fußbodenheizung wirkt der Estrich selbst als thermischer Speicher – ein separater Puffer ist dann häufig unnötig; ein Reihen-/Trennspeicher ist effizienter als ein Parallelpuffer.
  • Sperrzeiten weniger kritisch: Seit 01.01.2024 dürfen Netzbetreiber Wärmepumpen nach §14a EnWG nur noch auf mindestens 4,2 kW dimmen statt komplett abschalten – das Argument "Puffer zur Sperrzeitüberbrückung" verliert an Gewicht.
  • Zu klein ist ein echtes Risiko: Ein Puffer, der den Laufzeit-Richtwert deutlich unterschreitet, bringt weder genug Laufzeit noch Abtaureserve; zur Sperrzeit-Überbrückung rechnet man mit 30–50 l/kW.

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Fast jedes Wärmepumpen-Angebot listet einen Pufferspeicher – manchmal zu Recht, oft aber als teures Standard-Bauteil, das die Anlage sogar ineffizienter macht. Die entscheidende Frage lautet nicht "Wie groß?", sondern zuerst "Überhaupt?": Moderne modulierende Wärmepumpen und eine flächige Fußbodenheizung kommen häufig ganz ohne separaten Puffer aus. Wenn einer nötig ist, entscheidet die Einbindung – Reihe oder parallel – über mehrere Prozent Jahresverbrauch. In diesem Beitrag klären wir die Puffer-Entscheidung sauber getrennt von der Dimensionierung der Wärmepumpe in kW und vom hydraulischen Abgleich: Was ein Puffer leistet, wann Sie ihn brauchen, welche Größe (20 l/kW) passt, was er kostet (900–1.700 € als Gerät) und wann ein Parallelpuffer Ihre Jahresarbeitszahl unnötig drückt.

Puffer ja oder nein? Die Entscheidung auf einen Blick

Bevor wir in Funktion, Größe und Kosten einsteigen, hier die Kurzfassung als Tabelle. Sie zeigt, welcher Speichertyp zu welcher Situation passt – die Details folgen in den einzelnen Abschnitten.

Situation Empfehlung Warum
Modulierende WP + durchgängige Fußbodenheizung Kein separater Puffer Estrich und Systemwasser reichen als Masse
Ein Heizkreis, aber knappe Mindestwassermenge Reihen-/Trennspeicher Sichert Laufzeit ohne Vorlauf-Anhebung
Mehrere Kreise mit unterschiedlicher Temperatur (Heizkörper + FBH) Parallelpufferspeicher Entkoppelt die Volumenströme hydraulisch
Luft-Wärmepumpe mit langem Abtaubedarf Reihen- oder Kombispeicher Liefert Energie fürs Abtauen
Hybrid mit zweitem Wärmeerzeuger Parallelpuffer Bindet zweite Quelle sauber ein

Merksatz: Ein Reihen- bzw. Trennspeicher ist fast immer die effizientere Wahl. Der Parallelpuffer wird nur dann wirklich gebraucht, wenn tatsächlich mehrere getrennte Heizkreise mit unterschiedlichen Temperaturen versorgt werden müssen.

Wofür ist der Pufferspeicher überhaupt gut?

Ein Pufferspeicher ist ein wärmegedämmter Wasserbehälter zwischen Wärmepumpe und Heizkreisen. Er erfüllt vier Aufgaben – wobei nicht jede in jedem Haus relevant ist.

1. Mindestlaufzeit sichern und Takten reduzieren

Jeder Verdichter braucht eine gewisse Mindestlaufzeit pro Start, sonst schaltet die Wärmepumpe zu häufig ein und aus. Dieses "Takten" verschleißt den Verdichter und drückt die Effizienz. Das zusätzliche Wasservolumen des Puffers verlängert die Zeit, bis der Speicher auf- und wieder abgeheizt ist – die Laufzeit pro Takt steigt, die Zahl der Verdichteranläufe sinkt.

Wichtig: Der Puffer ist hier ein Notnagel, keine Lösung der Ursache. Takten entsteht meist dadurch, dass die Wärmepumpe zu groß gewählt ist oder die Heizkurve zu steil eingestellt wurde. Eine korrekt dimensionierte, modulierende Wärmepumpe mit passender Vorlauftemperatur taktet auch ohne dicken Puffer wenig.

2. Energie fürs Abtauen bereitstellen

Luft-Wasser-Wärmepumpen vereisen bei feuchter Kälte am Verdampfer und müssen regelmäßig abtauen. Dazu drehen sie den Kreislauf kurz um und entziehen dem Heizsystem Wärme. Ist zu wenig Wasservolumen im Kreis, bricht die Vorlauftemperatur ein oder das Abtauen gelingt nur unvollständig. Ein Puffer stellt die nötige Abtauenergie zuverlässig bereit – besonders bei kleinen Heizflächen.

3. Hydraulische Entkopplung

Wärmepumpe und Heizkreise brauchen unterschiedliche Volumenströme. Ein Puffer entkoppelt beide Seiten hydraulisch: Die Wärmepumpe fährt ihren optimalen Durchfluss, die Heizkreispumpen ihren. Das ist vor allem im Neubau mit klar getrennten Kreisen ein Thema.

4. Sperrzeiten überbrücken – heute weniger wichtig

Netzbetreiber dürfen die Leistung von Wärmepumpen bei Netzengpässen begrenzen. Früher hieß das: komplette Abschaltung für bis zu drei mal zwei Stunden am Tag – ein klassisches Puffer-Argument. Seit dem 01.01.2024 gilt nach §14a EnWG aber, dass Netzbetreiber steuerbare Verbrauchseinrichtungen nur noch dimmen, nicht abschalten dürfen; eine garantierte Mindestleistung von 4,2 kW bleibt immer verfügbar. Damit läuft die Wärmepumpe auch in der "Sperrzeit" weiter – das Puffer-Argument "Sperrzeitüberbrückung" hat stark an Gewicht verloren.

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Kein Puffer nötig: ausreichendes Wasservolumen

Bei einer durchgängigen Fußbodenheizung mit großen Rohrleitungslängen ist das Systemwasservolumen oft groß genug, um die Mindestlaufzeit zu sichern. Der Estrich wirkt zusätzlich als riesiger thermischer Speicher, der Temperaturschwankungen glättet. In diesem Fall ist ein separater Pufferspeicher häufig überflüssig – und jeder Euro dafür sowie jeder zusätzliche Übergabeverlust vermeidbar.

Kritisch wird es dagegen bei:

  • kleinen Heizkörperflächen mit wenig Wasserinhalt,
  • einzelraumgeregelten Systemen, bei denen viele Thermostatventile gleichzeitig schließen und den Durchfluss abwürgen,
  • Anlagen, die die vom Hersteller geforderte Mindestwassermenge unterschreiten.

Prüfen Sie deshalb im Datenblatt Ihrer Wärmepumpe die geforderte Mindestwassermenge und lassen Sie das vorhandene Systemvolumen realistisch schätzen. Erst wenn es zu knapp ist, ist ein Puffer die richtige Antwort – und dann bevorzugt in Reihe.

Reihen-/Trennspeicher: der Effizienz-Favorit

Ein Reihen- oder Trennspeicher wird in den Vorlauf gesetzt und durchströmt: Das gesamte Heizwasser fließt hindurch, ohne dass sich die Temperaturschichten vermischen. Er erhöht das Wasservolumen und sichert Laufzeit sowie Abtauenergie, ohne die Vorlauftemperatur des Heizsystems anzuheben. Genau das macht ihn für die Effizienz zur besseren Wahl, weil er die niedrige Vorlauftemperatur erhält.

Parallelpufferspeicher: nur bei echtem Bedarf

Ein Parallelpufferspeicher hängt als hydraulische Weiche parallel zwischen Wärmepumpe und Heizkreisen. Er ist unverzichtbar, wenn wirklich mehrere getrennte Heizkreise mit unterschiedlichen Temperaturen versorgt werden – etwa Fußbodenheizung im Erd- und Heizkörper im Obergeschoss – oder wenn ein zweiter Wärmeerzeuger (Hybrid) eingebunden ist. Sein Nachteil: Er kann die Vorlauftemperatur anheben und damit die Effizienz kosten (siehe unten). Wer ihn ohne echten Grund einbaut, verschenkt Jahresverbrauch.

Größe: Wie viele Liter braucht der Puffer?

Die Faustformel: rund 20 l/kW

Für die überschlägige Dimensionierung gilt nach VDI 4645 ein Richtwert von ca. 20 Liter pro kW Heizleistung. Die DIN EN 15450 nennt eine breitere Spanne von 12 bis 35 Liter pro kW bezogen auf die maximale Wärmepumpenleistung. Für eine typische 8-kW-Wärmepumpe landen Sie damit bei rund 100 bis 200 Litern.

Heizleistung WP Puffer ~20 l/kW (Laufzeit) Puffer 30–50 l/kW (Sperrzeit)
5 kW ca. 100 l 150–250 l
8 kW ca. 160 l 240–400 l
12 kW ca. 240 l 360–600 l
16 kW ca. 320 l 480–800 l

Die Zahlen sind Richtwerte für die überschlägige Auslegung, keine Berechnung. Die konkrete Größe hängt von Verdichter, Modulationsbereich und Heizsystem ab und gehört ins Angebot des Fachbetriebs.

Laufzeit vs. Sperrzeit: zwei Rechnungen

Es gibt zwei unterschiedliche Auslegungsziele – und die Größe unterscheidet sich deutlich. Zur reinen Laufzeitoptimierung rechnet man mit 20–25 l/kW, zur Überbrückung von Sperrzeiten eher mit 30–50 l/kW. Da die Sperrzeit dank §14a EnWG kaum noch komplett greift, ist die Laufzeit-Auslegung heute in den meisten Fällen die sinnvollere.

Vorsicht vor Über- und Unterdimensionierung

Zwei Fehler sind verbreitet:

  • Zu klein: Ein Speicher, der deutlich unter dem Laufzeit-Richtwert bleibt, bringt weder ausreichend Laufzeit noch Abtaureserve. Ein fehlender oder zu kleiner Puffer kann dazu führen, dass die Mindestwassermenge unterschritten wird und die Wärmepumpe taktet oder das Abtauen nicht sauber gelingt.
  • Zu groß: Ältere Faustregeln mit 50–100 l/kW stammen von taktenden Altgeräten. Für moderne modulierende Wärmepumpen sind sie meist überdimensioniert – ein zu großer Parallelpuffer verschärft sogar die Effizienzverluste, weil mehr Wasser auf höherem Niveau vorgehalten wird.

Als Orientierung, welche Puffergrößen die Hersteller ab Werk vorsehen: Buderus bietet mit dem Logalux P120–P300 Wärmepumpen-Pufferspeicher Größen von 120 bis 300 Litern an, abgestimmt auf die Logatherm-Wärmepumpen – also genau im Bereich der 20-l/kW-Regel für Ein- und Zweifamilienhäuser.

Kosten: Was kostet ein Pufferspeicher?

Gerätepreise nach Größe

Der reine Gerätepreis hängt vor allem vom Volumen und der Bauart ab. Grobe Orientierung:

Speicher Volumen Gerätepreis (ca.)
Kleiner Puffer 200 l ca. 900 €
Standard 500 l ca. 1.700 €
Schichten-/Kombispeicher bis 1.000 l 2.000–2.500 €

Ein 200-Liter-Pufferspeicher kostet rund 900 €, ein 500-Liter-Speicher etwa 1.700 €. Schichtenspeicher bis 1.000 Liter liegen bei 2.000–2.500 €.

Gesamtkosten inklusive Einbau

Zum Gerät kommen Anschluss, Armaturen, Dämmung, Pumpen und Montage. Inklusive Einbau bewegen sich die Gesamtkosten für einen Pufferspeicher meist zwischen 1.000 und 3.500 €. Bei der Grobplanung Ihres Projekts sollten Sie den Puffer in der Kostenaufstellung des Wärmepumpen-Einbaus als eigene Position ausweisen lassen – so erkennen Sie, ob er begründet oder nur "Standard" ist.

Wichtig für die Wirtschaftlichkeit: Diese 1.000–3.500 € sind förderfähig, wenn der Speicher Teil der geförderten Wärmepumpen-Maßnahme ist. Der Puffer geht also in die BEG-Bemessungsgrundlage ein – die Frage ist trotzdem, ob er den Effizienzverlust wert ist. Genau hier lohnt es sich, kurz innezuhalten und die eigene Anlage prüfen zu lassen, bevor ein teurer Parallelpuffer ins Angebot rutscht.

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Die Effizienz-Falle: Wie ein Parallelpuffer die JAZ drückt

Das ist der wichtigste und am meisten unterschätzte Punkt des ganzen Themas. Ein falsch eingebundener Parallelpufferspeicher kann Ihre Wärmepumpe messbar ineffizienter machen.

Der Mechanismus

Beim Parallelpuffer mischen sich Vor- und Rücklauf im Speicher. Damit die Heizkreise ihre Zieltemperatur erreichen, muss die Wärmepumpe den Puffer auf ein höheres Niveau laden, als das Heizsystem eigentlich bräuchte. Praktisch hebt ein Parallelpufferspeicher die Vorlauftemperatur um ca. 5 K und erhöht den Stromverbrauch um über 10 %.

Warum ist das so teuer? Jedes Grad Vorlauftemperatur kostet Effizienz. Der Feldtest des Fraunhofer ISE zeigt, dass die Effizienz maßgeblich von der benötigten Heizkreistemperatur abhängt – als Faustwert kosten 5 K mehr Vorlauf rund 0,3 bis 0,5 JAZ-Punkte. Bei einer JAZ von 4,0 sind 0,4 Punkte weniger rund 10 % mehr Stromverbrauch – über die Lebensdauer der Anlage schnell ein vierstelliger Betrag. Wie stark die Vorlauftemperatur die Effizienz bestimmt, ist im Detail im Beitrag zu COP, JAZ und SCOP erklärt.

Reihe schlägt parallel

Der Reihen- bzw. Trennspeicher hat diesen Nachteil nicht: Weil das Heizwasser ihn durchströmt statt sich zu vermischen, bleibt die niedrige Vorlauftemperatur erhalten. Für die Effizienz ist er deshalb fast immer die bessere Wahl. Ein Parallelpuffer ist nur dann gerechtfertigt, wenn Sie die parallele hydraulische Weiche für getrennte Heizkreise wirklich brauchen.

Reihe oder parallel – der direkte Vergleich

Kriterium Reihen-/Trennspeicher Parallelpufferspeicher
Vorlauf-Anhebung keine ca. +5 K
Auswirkung JAZ neutral −0,3 bis −0,5 Punkte
Stromverbrauch unverändert über +10 %
Mehrere Temperatur-Kreise eingeschränkt ja
Hybrid-Einbindung eingeschränkt ja
Empfehlung Standard, wenn Puffer nötig nur bei echtem Bedarf

Praxis-Tipps: So vermeiden Sie den teuren Standard-Puffer

Aus vielen geprüften Angeboten lassen sich ein paar klare Empfehlungen ableiten:

  1. Erst dimensionieren, dann puffern. Ein passend ausgelegtes, modulierendes Gerät braucht oft keinen dicken Puffer. Klären Sie zuerst die kW-Auslegung – eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet trotz Puffer.
  2. Systemwasservolumen prüfen. Bei durchgängiger Fußbodenheizung reicht das Volumen häufig aus. Fragen Sie den Betrieb konkret nach der geforderten Mindestwassermenge und dem tatsächlichen Systemvolumen.
  3. Reihe vor parallel. Wenn ein Puffer nötig ist, verlangen Sie eine Begründung, falls parallel eingebunden wird. Ohne mehrere Temperatur-Kreise ist parallel selten sinnvoll.
  4. Größe an der Laufzeit orientieren. 20–25 l/kW reichen zur Laufzeitoptimierung. 30–50 l/kW nur, wenn die Sperrzeit-Überbrückung im Einzelfall wirklich zählt.
  5. Hydraulischen Abgleich nicht vergessen. Ein Puffer ersetzt keinen hydraulischen Abgleich – erst der Abgleich sorgt dafür, dass alle Räume gleichmäßig und mit niedriger Vorlauftemperatur versorgt werden.

Wovon ich abrate

  • Vom Puffer als Reflex. Ein Pufferspeicher gehört nicht in jedes Angebot, nur weil er "üblich" ist. Bei modulierender WP plus Fußbodenheizung ist er oft überflüssig – und jeder unnötige Speicher bringt Wärmeverluste über die Behälteroberfläche.
  • Vom Parallelpuffer ohne Grund. Die 5 K Vorlauf-Anhebung und über 10 % Mehrverbrauch sind real. Wer keine getrennten Temperatur-Kreise hat, sollte einen Reihenspeicher oder gar keinen wählen.
  • Vom Übergroßen "sicherheitshalber". Ein 800-Liter-Speicher an einer 8-kW-WP ist meist Fehlplanung aus der Alt-Geräte-Zeit – teuer und effizienzschädlich.
  • Vom Puffer als Ausrede für schlechte Auslegung. Wenn ein Angebot Takten mit einem großen Puffer "lösen" will, statt die Dimensionierung und Heizkurve zu korrigieren, ist das ein Warnzeichen.

Häufige Fragen (FAQ)

Braucht jede Wärmepumpe einen Pufferspeicher?

Nein. Moderne modulierende (Inverter-)Wärmepumpen passen ihre Leistung stufenlos an und kommen bei einer flächigen Fußbodenheizung oft ganz ohne separaten Pufferspeicher aus, weil der Estrich selbst als thermischer Speicher wirkt. Ein Puffer ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Mindestwassermenge im System zu gering ist, mehrere Heizkreise mit unterschiedlichen Temperaturen versorgt werden, eine Luft-Wärmepumpe zuverlässig abtauen muss oder ein zweiter Wärmeerzeuger (Hybrid) eingebunden ist.

Wie groß muss der Pufferspeicher für eine Wärmepumpe sein?

Als Faustformel gelten rund 20 Liter pro kW Heizleistung (VDI 4645); die DIN EN 15450 nennt eine Spanne von 12 bis 35 l/kW. Für eine 8-kW-Wärmepumpe sind das etwa 100 bis 200 Liter. Soll der Puffer auch Sperrzeiten überbrücken, rechnet man eher mit 30 bis 50 l/kW. Ältere Faustregeln mit 50–100 l/kW stammen von taktenden Altgeräten und sind für moderne modulierende Wärmepumpen meist überdimensioniert.

Was kostet ein Pufferspeicher für die Wärmepumpe?

Ein 200-Liter-Speicher kostet als Gerät rund 900 €, ein 500-Liter-Speicher etwa 1.700 €; Schichtenspeicher bis 1.000 Liter liegen bei 2.000–2.500 €. Inklusive Einbau, Anschluss und Zubehör bewegen sich die Gesamtkosten meist zwischen 1.000 und 3.500 €. Als Teil der geförderten Wärmepumpen-Maßnahme ist der Puffer BEG-förderfähig.

Reihenpufferspeicher oder Parallelpufferspeicher – was ist besser?

Für die Effizienz ist der Reihen- bzw. Trennspeicher meist die bessere Wahl, weil er die niedrige Vorlauftemperatur des Heizsystems nicht anhebt. Ein Parallelpufferspeicher hebt die Vorlauftemperatur typischerweise um etwa 5 K und erhöht den Stromverbrauch um über 10 %. Ein Parallelpuffer wird nur dann wirklich gebraucht, wenn mehrere getrennte Heizkreise mit unterschiedlichen Temperaturen (z. B. Heizkörper und Fußbodenheizung) versorgt werden.

Verschlechtert ein Pufferspeicher die Effizienz der Wärmepumpe?

Ein falsch eingebundener Parallelpuffer kann die JAZ deutlich senken: Weil er die nötige Vorlauftemperatur um rund 5 K anhebt und laut Fraunhofer-ISE-Feldtest jede 5 K höhere Vorlauftemperatur die JAZ um etwa 0,3 bis 0,5 Punkte kostet, kann das mehrere Prozent Mehrverbrauch bedeuten. Ein in Reihe geschalteter Trennspeicher oder der Verzicht auf einen Puffer bei ausreichendem Wasservolumen erhält dagegen die Effizienz.

Reduziert ein Pufferspeicher das Takten der Wärmepumpe?

Ja. Durch das zusätzliche Wasservolumen dauert es länger, bis der Speicher aus- und wieder aufgeheizt ist. Das verlängert die Laufzeit pro Takt und verringert die Zahl der Verdichteranläufe. Wichtiger als der Puffer selbst ist aber, dass die Wärmepumpe richtig dimensioniert und die Heizkurve korrekt eingestellt ist – zu groß gewählte Wärmepumpen takten trotz Puffer.

Wann reicht das Wasservolumen der Heizung ohne Pufferspeicher aus?

Bei einer durchgängigen Fußbodenheizung mit großen Rohrleitungslängen ist das Systemwasservolumen häufig groß genug, um die Mindestlaufzeit der Wärmepumpe zu sichern – dann ist kein zusätzlicher Puffer nötig. Kritisch wird es bei kleinen Heizkörperflächen, einzelraumgeregelten Systemen mit vielen geschlossenen Ventilen oder wenn die Mindestwassermenge des Herstellers unterschritten wird; hier hilft ein (Reihen-)Puffer.

Wofür ist der Pufferspeicher bei der Wärmepumpe überhaupt gut?

Er sichert die Mindestlaufzeit des Verdichters und reduziert so das Takten, stellt bei Luft-Wärmepumpen Energie für den Abtauvorgang bereit, entkoppelt Wärmepumpe und Heizkreise hydraulisch und kann Sperrzeiten des Netzbetreibers überbrücken. Seit 2024 dürfen Netzbetreiber Wärmepumpen nach §14a EnWG allerdings nur noch auf mindestens 4,2 kW dimmen statt komplett abzuschalten – das Sperrzeit-Argument ist damit weniger gewichtig.

Nächster Schritt: Puffer-Bedarf richtig einordnen

Ob Ihre Wärmepumpe einen Pufferspeicher braucht – und wenn ja, in welcher Größe und Einbindung – hängt an Ihrem konkreten Gebäude: Heizsystem, Heizlast, Systemwasservolumen und den geplanten Heizkreisen. Genau diese Faktoren analysiert die kostenlose Gebäudeanalyse von reduco: Sie schätzt Heizlast und passende Wärmepumpen-Leistung für Ihr Haus ein und zeigt, ob eine Fußbodenheizung mit ausreichend Volumen den Puffer überflüssig macht oder ob ein Reihenspeicher sinnvoll ist. So gehen Sie mit einer belastbaren Erwartung ins Angebotsgespräch – und erkennen sofort, wenn ein teurer Parallelpuffer ohne Grund im Angebot steht. Danach lohnt der Blick auf die Wärmepumpen-Planung Schritt für Schritt, damit die gesamte Anlage von Anfang an effizient ausgelegt ist.

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