Gasheizung reparieren oder Wärmepumpe 2026: bis 22.400 € Förderung
Gastherme reparieren oder auf Wärmepumpe umsteigen? Reparatur ab 200 €, Wärmepumpe bis 22.400 € Förderung. So entscheiden Sie 2026 richtig – mit Kostenvergleich.

Das Wichtigste in Kürze
- Reparaturkosten: Eine Gasthermen-Reparatur kostet je nach Bauteil 150–900 € – von der Zündelektrode (150–300 €) bis zum Wärmetauscher (500–900 €); mit mehreren Defekten schnell 2.000 €.
- Faustregel: Übersteigt die Reparatur 30–40 % des Neupreises und ist die Therme älter als 15 Jahre, lohnt sich der Ersatz statt der Reparatur.
- Förderung: Für die reparierte oder neue Gasheizung gibt es 0 € Zuschuss – nur die Wärmepumpe wird gefördert, seit 21.07.2026 mit bis zu 80 % bzw. maximal 22.400 € (KfW).
- Frist: Die alten, besseren Förderkonditionen (20 % Klimageschwindigkeitsbonus, 30.000 € Höchstkosten) gelten mit gültiger BzA nur noch bis 20.07.2026, 20:00 Uhr; ab 21.07.2026 sinkt der Bonus auf 16 %.
- Austauschpflicht: Eine moderne Brennwerttherme müssen Sie nicht zwangsweise ersetzen – die 30-Jahre-Regel des § 72 GEG betrifft nur alte Konstanttemperaturkessel.
- Vollkosten: Über 15 Jahre kommt die reparierte Gasheizung im Modell auf rund 47.000 €, die Wärmepumpe auf rund 39.000 € – Tendenz zugunsten der Wärmepumpe durch den steigenden CO₂-Preis.
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Ihre 16 Jahre alte Gastherme streikt, der Heizungsbauer nennt eine Reparatursumme – und jetzt stellt sich die Frage: noch einmal reparieren oder gleich auf eine Wärmepumpe umsteigen? Es ist die häufigste Heizungsentscheidung in Deutschland, denn Millionen Gasthermen aus den Jahren 2005–2012 kommen jetzt ins kritische Alter. Die kurzfristig günstige Reparatur (200–2.000 €) steht der teuren, aber hoch geförderten Wärmepumpe gegenüber – und über die Förderhöhe entscheidet ausgerechnet in diesen Wochen eine auslaufende Frist.
Dieser Artikel liefert die reine Timing-Entscheidung: Reparieren Sie eine noch laufende, aber alternde Therme – oder ersetzen Sie sie jetzt? Wenn Sie stattdessen den grundsätzlichen Systemvergleich suchen, lesen Sie Wärmepumpe vs. Gasheizung; für den technischen Ablauf des Umbaus Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten; und wenn Sie ohnehin bei Gas bleiben wollen, Gastherme austauschen: Kosten 2026.
Reparieren oder ersetzen? Die Entscheidung in einer Tabelle
Die Entscheidung hängt an drei Größen: dem Alter der Therme, der Höhe der Reparatur im Verhältnis zum Neupreis und Ihrem Zeithorizont im Haus. Die folgende Tabelle fasst zusammen, wann welcher Weg sinnvoll ist.
| Situation | Reparieren | Auf Wärmepumpe umsteigen |
|---|---|---|
| Therme jünger als 12 Jahre, kleiner Defekt (< 500 €) | ✅ klar sinnvoll | ❌ meist unwirtschaftlich |
| Therme 12–15 Jahre, mittlerer Defekt (500–1.000 €) | ⚠️ Übergangslösung | ✅ prüfen, Förderfrist nutzen |
| Therme älter als 15 Jahre, Defekt > 30–40 % Neupreis | ❌ selten lohnend | ✅ meist die bessere Wahl |
| Wärmetauscher oder Steuerplatine defekt bei alter Therme | ❌ klares Ersatzsignal | ✅ jetzt umsteigen |
| Sie wollen < 5 Jahre im Haus bleiben | ✅ günstig überbrücken | ⚠️ Amortisation fraglich |
| Haus schlecht gedämmt, Heizlast sehr hoch | ⚠️ kurzfristig ok | ⚠️ erst Hülle/Heizkörper prüfen |
| Sie planen ohnehin eine Sanierung | ❌ verschenkt Förderung | ✅ Wärmepumpe mitplanen |
Quellen: Faustregel der Heizungsbranche (Reparatur > 30–40 % Neupreis + Alter > 15 Jahre); KfW-Heizungsförderung 2026.
Kurz gesagt: Ein kleiner Defekt an einer jungen Therme wird repariert. Ein teurer Defekt an einer alten Therme ist das Signal, jetzt die geförderte Wärmepumpe zu prüfen – bevor die Therme im nächsten Winter komplett ausfällt und Sie unter Zeitdruck entscheiden müssen.
Was eine Gasthermen-Reparatur 2026 kostet
Der große Vorteil der Reparatur ist der Preis: Die meisten Defekte liegen deutlich unter 1.000 €. Entscheidend ist, welches Bauteil betroffen ist. Die folgende Übersicht zeigt die typischen Reparaturkosten inklusive Material und Arbeitszeit.
| Defektes Bauteil | Typische Reparaturkosten | Ersatzsignal? |
|---|---|---|
| Zündelektrode / Ionisationselektrode | 150–300 € | nein |
| Umwälzpumpe | 300–500 € | nein |
| Ausdehnungsgefäß | 200–400 € | nein |
| Gasventil / Gasarmatur | 300–600 € | eher nein |
| Steuerplatine | 300–800 € | ja, bei altem Gerät |
| Wärmetauscher | 500–900 € | ja, bei altem Gerät |
| Mehrere Bauteile gleichzeitig | bis ~2.000 € | ja |
Quellen: Kostenspannen Gastherme, Herstellerangaben.
Die Spanne von 200–2.000 € ist real – aber sie ist nicht gleichbedeutend mit "immer günstig". Eine defekte Zündelektrode für 200 € an einer acht Jahre alten Therme lässt man selbstverständlich reparieren. Ein defekter Wärmetauscher für 800 € an einem 16 Jahre alten Gerät dagegen ist ein klares Ersatzsignal: Das teuerste Bauteil gibt an einem Gerät nach, dessen übrige Komponenten statistisch als Nächstes fällig sind.
Die 30-40-%-Faustregel: ab wann sich Reparatur nicht mehr lohnt
Die Heizungsbranche nutzt eine einfache Regel: Übersteigen die Reparaturkosten 30–40 % des Neupreises und ist das Gerät älter als 15 Jahre, lohnt sich der Ersatz. Bei einer neuen Gastherme, die im 1:1-Austausch 4.500–9.000 € kostet, liegt diese Schwelle also bei rund 1.400–2.700 €.
Ein Rechenbeispiel: Kostet eine vergleichbare neue Therme 6.000 €, liegt die 40-%-Grenze bei 2.400 €. Eine Reparatur von 800 € liegt darunter – rein rechnerisch also "grün". Aber: Die Faustregel setzt zwei Bedingungen. Ist die Therme zusätzlich über 15 Jahre alt, kippt die Empfehlung, weil die Wahrscheinlichkeit weiterer Defekte stark steigt. Eine Gastherme hält bei jährlicher Wartung typischerweise 15–20 Jahre – wer bei 16 Jahren 800 € investiert, kauft sich oft nur ein bis zwei Jahre.
Laufende Kosten: Wartung, Schornsteinfeger und steigende Reparaturhäufigkeit
Zur ehrlichen Rechnung gehören die laufenden Kosten, die eine Gastherme auch ohne Defekt verursacht:
- Wartung: 100–200 € pro Jahr
- Schornsteinfeger / Abgasmessung: 40–80 € (alle 1–2 Jahre)
- Reparaturhäufigkeit: steigt ab etwa 15 Jahren spürbar an
Diese Kosten fallen bei einer Wärmepumpe zwar auch an (Wartung ca. 100–200 €/Jahr), aber der Schornsteinfeger entfällt vollständig, weil keine Verbrennung mehr stattfindet. Über 15 Jahre summiert sich allein der Schornsteinfeger auf mehrere Hundert Euro.
Muss ich meine Gasheizung überhaupt austauschen? GEG, § 72 und GModG
Ein weit verbreiteter Irrtum: Viele glauben, ihre Gasheizung sei ab einem bestimmten Alter verboten. Für die allermeisten modernen Thermen stimmt das nicht.
Die 30-Jahre-Regel (§ 72 GEG)
Das Gebäudeenergiegesetz schreibt in § 72 GEG vor, dass Konstanttemperaturkessel (4–400 kW) nach 30 Jahren nicht weiter betrieben werden dürfen. Der entscheidende Punkt: Niedertemperatur- und Brennwertkessel sind ausdrücklich ausgenommen. Praktisch jede Gastherme, die seit den 1990er-Jahren verbaut wurde, ist ein Brennwert- oder Niedertemperaturgerät – für sie gilt kein automatisches 30-Jahre-Verbot. Sie dürfen sie also reparieren und weiterbetreiben. Erst zum 31.12.2044 endet der fossile Heizbetrieb generell.
Wenn Ihre Therme also 16 Jahre alt ist, zwingt Sie das Gesetz zu nichts. Die Entscheidung reparieren oder ersetzen ist eine wirtschaftliche, keine juristische.
GModG 2026: Gas wieder erlaubt – ändert das die Reparatur-Entscheidung?
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das Bundestag und Bundesrat am 10.07.2026 verabschiedet haben, wird die bisherige 65-%-Erneuerbare-Pflicht des GEG gestrichen. Neue Gas- und Ölheizungen sind damit wieder ohne die alte Hürde zulässig (Inkrafttreten mit der Verkündung im Bundesgesetzblatt). Details dazu im Beitrag Heizungsgesetz 2026: was jetzt gilt.
Für Ihre Reparatur-Entscheidung heißt das zunächst: Sie dürfen legal bei Gas bleiben, reparieren oder eine neue Gastherme einbauen. Ob sich das lohnt, ist eine andere Frage – die kommunale Wärmeplanung, der steigende CO₂-Preis und die Nulldiät bei der Förderung sprechen dagegen. Warum sich der reine Gas-Weg trotz neuer Freiheit selten rechnet, lesen Sie unter Gasheizung wieder erlaubt: warum sich der Einbau trotzdem nicht lohnt.
Die Wärmepumpe als Alternative: Kosten und Förderung 2026
Die Wärmepumpe ist die teure, aber hoch geförderte Alternative. Eine Wärmepumpe inklusive Einbau kostet laut Stiftung Warentest im Schnitt rund 36.000 € (Spanne ca. 20.000 € bis über 60.000 €). Genau hier greift die Förderung, die es für die Gasheizung nicht gibt.
Was die neue Förderung ab 21. Juli 2026 bringt
Gefördert wird nach der BEG-Reform ausschließlich der erneuerbare Wärmeerzeuger. Die Zuschüsse setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen:
| Förderbaustein | Satz | Bedingung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | für alle |
| Klimageschwindigkeitsbonus (KGB) | 16 % | Austausch fossiler Heizung, ab 21.07.2026 |
| Einkommensbonus | 40 % / 30 % / 10 % | Haushaltseinkommen ≤ 30.000 / 40.000 / 50.000 € |
| Familienzuschlag | +10.000 € auf Einkommensgrenze | Haushalt mit minderjährigem Kind |
| Maximaler Zuschuss | bis 80 %, max. 22.400 € | gedeckelt auf 28.000 € Kosten |
Quellen: KfW-Heizungsförderung, Bundesförderung effiziente Gebäude (BMWK).
Wichtig sind zwei Änderungen seit dem 21.07.2026: Der Klimageschwindigkeitsbonus wurde von 20 % auf 16 % gesenkt, und die förderfähigen Höchstkosten der ersten Wohneinheit sanken von 30.000 € auf 28.000 €. Der reguläre Höchstsatz liegt bei 70 %; die 80 % erreichen nur Haushalte in der niedrigsten Einkommensstufe. Mehr dazu im Klimageschwindigkeitsbonus 2027 und im Einkommensbonus Wärmepumpe 2026.
Rechenbeispiel: So viel Zuschuss bekommen Sie
Alle Beispiele gehen von 28.000 € förderfähigen Kosten aus (Deckel für die erste Wohneinheit ab 21.07.2026):
| Haushalt | Bausteine | Fördersatz | Zuschuss |
|---|---|---|---|
| Einkommen > 50.000 € | 30 % + 16 % KGB | 46 % | 12.880 € |
| Einkommen ≤ 40.000 € | 30 % + 16 % + 30 % | 76 % (Deckel 80 %) | 21.280 € |
| Einkommen ≤ 30.000 € | 30 % + 16 % + 40 % | 86 % → gedeckelt 80 % | 22.400 € |
Quelle: KfW-Heizungsförderung 2026.
Das Ergebnis: Selbst der Standard-Haushalt ohne Einkommensbonus bekommt fast 13.000 € – bei einer 36.000-€-Anlage bleibt ein Eigenanteil von rund 23.000 €. Ein Haushalt mit mittlerem Einkommen zahlt nach Förderung oft nur noch etwa 15.000 € effektiv. Für die reparierte oder neue Gasheizung gibt es keinen einzigen Euro. Eine vollständige Übersicht bietet der Ratgeber Förderung Heizung 2026.
Die Förderfrist: alte Konditionen nur noch bis 20. Juli 2026
Hier liegt der eigentliche Timing-Trigger. Bis zum 20.07.2026, 20:00 Uhr kann der Antrag mit einer gültigen Bestätigung zum Antrag (BzA) noch zu den alten, besseren Konditionen gestellt werden: 20 % Klimageschwindigkeitsbonus und 30.000 € Höchstkosten. Ab 21.07.2026 gelten die neuen, reduzierten Sätze.
Der Haken: Seit dem 09.07.2026 werden keine neuen BzA mehr ausgestellt. Wer heute noch keine gültige BzA hat, kommt an die alten Konditionen faktisch nicht mehr heran – für ihn zählt bereits die neue Staffel. Und die sinkt weiter: Ab 01.02.2027 fällt der Klimageschwindigkeitsbonus halbjährlich um jeweils 4 Prozentpunkte (12 % ab 01.02.2027, 8 % ab 01.08.2027) und läuft bis 2028 aus. Wer den Umstieg ohnehin plant, verschenkt mit jedem Halbjahr Geld.
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Vollkostenvergleich über 15 Jahre: reparierte Gastherme vs. Wärmepumpe
Der faire Vergleich betrachtet nicht nur die Anschaffung, sondern alle Kosten über die Nutzungsdauer. Die folgende Modellrechnung nutzt bewusst konservative Annahmen; die verwendeten Verbrauchs- und Preiswerte sind Annahmen (klar gekennzeichnet), die CO₂- und Förderzahlen dagegen quellenbelegt.
Annahmen: unsaniertes Einfamilienhaus, Wärmebedarf 20.000 kWh/Jahr · Betrachtungszeitraum 15 Jahre · Gaspreis 12 ct/kWh (brutto, inkl. CO₂) · Strompreis Wärmepumpen-Tarif 25 ct/kWh · Jahresarbeitszahl (JAZ) der Luft-Wasser-Wärmepumpe 3,4 · Wärmepumpe nach 76 % Förderung ≈ 15.000 € Eigenanteil.
| Kostenblock (15 Jahre) | Reparierte Gasheizung | Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Anschaffung / Reparatur | 700 € Reparatur + ~6.000 € Ersatztherme (in ~Jahr 4) | 15.000 € Eigenanteil (nach Förderung) |
| Energiekosten | ~36.000 € (20.000 kWh × 12 ct × 15 J) | ~22.100 € (5.900 kWh × 25 ct × 15 J) |
| Wartung | ~3.000 € (inkl. Schornsteinfeger) | ~2.250 € |
| Weitere Reparaturen | ~1.500 € | gering |
| Summe (ohne CO₂-Anstieg) | ~47.200 € | ~39.350 € |
Quellen: Verbrauch/Preise = Annahmen; Förderung KfW 2026; JAZ 3,4 = Fraunhofer-ISE-Feldtest 2025.
Das Ergebnis: Trotz der viel höheren Anschaffung liegt die Wärmepumpe über 15 Jahre im Modell rund 7.800 € günstiger – und dieser Vorsprung wächst mit jedem Jahr steigender CO₂- und Gaspreise. Der Grund ist die Effizienz: Die Wärmepumpe erzeugt aus 5.900 kWh Strom dieselben 20.000 kWh Wärme, für die die Gastherme 20.000 kWh Gas verbrennt. Eine detaillierte Variante dieser Rechnung finden Sie unter CO₂-Preis 2027: warum sich die Wärmepumpe lohnt und im großen 20-Jahres-Kostenvergleich.
Ehrlich bleiben: Die Rechnung kippt, wenn (a) Ihre Therme noch 10+ Jahre problemlos läuft, (b) Ihr Haus so schlecht gedämmt ist, dass die JAZ unter 3 fällt, oder (c) Sie hohe Nachrüstkosten für Heizkörper haben. Ob Ihr Haus geeignet ist, klärt der Beitrag Wärmepumpe mit Heizkörpern im Altbau.
Das CO₂-Preis-Risiko ab 2028
Ein oft unterschätzter Faktor: der CO₂-Preis auf fossiles Gas. Aktuell liegt er 2026 im nationalen BEHG-Korridor bei 55–65 €/t. Der EU-Emissionshandel ETS2 für Gebäude und Verkehr wurde von 2027 auf 2028 verschoben – bis dahin gilt der gedeckelte Korridor, auch für 2027. Vorsicht also bei Aussagen, der freie CO₂-Preis steige "ab 2027": Das Preisrisiko greift erst ab 2028.
Ab 2028 wird es dann unsicher: Das Umweltbundesamt und mehrere Studien erwarten rund 80 €/t, einzelne Szenarien reichen bis 200–300 €/t. Bei einem unsanierten EFH mit rund 4 t CO₂ pro Jahr bedeutet der Sprung von 60 auf 80 €/t bereits +80 € Heizkosten jährlich, bei 200 €/t sogar mehrere Hundert Euro – jedes Jahr, mit steigender Tendenz. Mehr dazu unter ETS2 und Heizkosten ab 2028 und CO₂-Steuer 2026. Die Wärmepumpe ist diesem Risiko nicht ausgesetzt: Sie stieß 2024 laut Fraunhofer ISE rund 64 % weniger CO₂ aus als eine Gasheizung.
Für wen sich was lohnt: drei typische Fälle
Fall 1 – Junge Therme, kleiner Defekt: reparieren. Ihre Gastherme ist unter 12 Jahre alt und die Umwälzpumpe für 400 € defekt? Reparieren Sie. Die Faustregel greift nicht, die Restlebensdauer ist hoch, ein Umstieg wäre jetzt unwirtschaftlich. Prüfen Sie die Wärmepumpe erst zum regulären Lebensende in einigen Jahren.
Fall 2 – Alte Therme, teurer Defekt: umsteigen. Ihre 16 Jahre alte Therme hat einen Wärmetauscher- oder Platinenschaden für 800 €? Das ist das klassische Ersatzsignal. Nutzen Sie den Moment, holen Sie ein Wärmepumpen-Angebot ein und sichern Sie sich die Förderung, bevor der Bonus weiter sinkt.
Fall 3 – Therme läuft noch, aber Sie sanieren ohnehin: umsteigen. Wenn ohnehin Dämmung, Fenster oder eine neue Heizverteilung anstehen, planen Sie die Wärmepumpe gleich mit. So heben Sie die volle Förderung, senken die Heizlast und vermeiden es, kurz nacheinander zweimal zu investieren. Wie sich ein Gesamtpaket rechnet, zeigt Heizung tauschen: Kostenvergleich.
Der Markt gibt die Richtung übrigens vor: 2025 wurden in Deutschland erstmals mehr Wärmepumpen (299.000) als Gasheizungen (229.000) verkauft.
Häufige Fragen (FAQ)
Lohnt sich die Reparatur meiner alten Gasheizung 2026 überhaupt noch – oder gleich auf Wärmepumpe umsteigen?
Das hängt an Alter und Reparaturhöhe. Ist die Therme jünger als 15 Jahre und der Defekt klein (unter 30–40 % des Neupreises), reparieren Sie. Ist sie älter und ein teures Bauteil wie Wärmetauscher oder Steuerplatine defekt, ist das ein klares Ersatzsignal – dann lohnt der geförderte Umstieg auf die Wärmepumpe fast immer.
Ab wann muss ich meine Gasheizung austauschen? Gilt die 30-Jahre-Regel (§ 72 GEG) für mich?
Die 30-Jahre-Austauschpflicht des § 72 GEG betrifft nur Konstanttemperaturkessel. Moderne Brennwert- und Niedertemperaturthermen – also praktisch alle Geräte ab den 1990er-Jahren – sind ausdrücklich ausgenommen. Sie müssen eine solche Therme nicht zwangsweise austauschen; erst zum 31.12.2044 endet der fossile Heizbetrieb generell.
Was kostet eine typische Gasthermen-Reparatur, und ab welcher Summe lohnt sich der Ersatz nicht mehr?
Übliche Reparaturen kosten 150–900 €: Zündelektrode 150–300 €, Umwälzpumpe 300–500 €, Wärmetauscher 500–900 €, Steuerplatine 300–800 €. Als Faustregel gilt: Übersteigt die Reparatur 30–40 % des Neupreises (also etwa 1.400–2.700 € bei einer 4.500–9.000-€-Therme) und ist das Gerät älter als 15 Jahre, lohnt sich der Ersatz.
Wie viel Förderung bekomme ich, wenn ich jetzt statt zu reparieren auf eine Wärmepumpe umsteige?
Seit 21.07.2026 gibt es 30 % Grundförderung plus 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, dazu einen gestaffelten Einkommensbonus von 10–40 %. Maximal sind 80 % bzw. 22.400 € möglich (regulär bis 70 %), bezogen auf 28.000 € förderfähige Kosten. Für die reparierte oder neue Gasheizung gibt es dagegen 0 € Zuschuss.
Bis wann gelten die alten, besseren Förderkonditionen – und was ändert sich ab 21. Juli 2026?
Mit gültiger BzA konnte der Antrag zu den alten Konditionen (20 % Klimageschwindigkeitsbonus, 30.000 € Höchstkosten) nur bis 20.07.2026, 20:00 Uhr, gestellt werden. Ab 21.07.2026 gelten 16 % Bonus und 28.000 € Höchstkosten. Da seit 09.07.2026 keine neuen BzA mehr ausgestellt werden, zählt für Neueinsteiger bereits die neue, niedrigere Staffel.
Ist die Gasheizung ab Juli 2026 wieder erlaubt, und ändert das etwas an der Reparatur-Entscheidung?
Ja, das GModG streicht die 65-%-Erneuerbare-Pflicht, neue Gasheizungen sind wieder zulässig. An der wirtschaftlichen Rechnung ändert das wenig: Die Gasheizung bleibt förderfrei, dem CO₂-Preis-Risiko ausgesetzt und über 15 Jahre im Modell teurer als die Wärmepumpe. Legal erlaubt heißt nicht automatisch wirtschaftlich sinnvoll.
Rechnet sich die Wärmepumpe trotz höherer Anschaffung über 15 bis 20 Jahre gegenüber der reparierten Gasheizung?
In der Modellrechnung ja: rund 39.000 € für die Wärmepumpe gegenüber rund 47.000 € für die reparierte Gasheizung über 15 Jahre. Der Vorsprung entsteht durch niedrigere Energiekosten (JAZ 3,4) und wächst mit steigendem CO₂-Preis. Die Rechnung kippt nur bei sehr schlechter Dämmung, hohen Heizkörper-Nachrüstkosten oder einer noch lange laufenden Therme.
Wie stark steigt der CO₂-Preis für Gas ab 2027/2028 durch den ETS2?
2026 und 2027 gilt der nationale Korridor von 55–65 €/t. Der EU-Emissionshandel ETS2 startet erst 2028 – dann erwartet das Umweltbundesamt rund 80 €/t, einzelne Szenarien reichen bis 200–300 €/t. Für ein unsaniertes Einfamilienhaus können das je nach Szenario 80 € bis mehrere Hundert Euro Mehrkosten pro Jahr bedeuten.
Muss ich bei einer Wärmepumpe alle Heizkörper austauschen, oder funktioniert sie mit den vorhandenen?
Oft funktioniert die Wärmepumpe mit den vorhandenen Heizkörpern, wenn diese ausreichend groß dimensioniert sind und die Vorlauftemperatur unter etwa 55 °C bleibt. Ein hydraulischer Abgleich und punktuell größere Heizkörper reichen meist aus; ein Komplettaustausch ist die Ausnahme. Details klärt der Beitrag zu Heizkörpern im Altbau vor dem Umstieg.
Nächster Schritt: Ihr Gebäude entscheidet
Ob reparieren oder ersetzen – die richtige Antwort hängt von Ihrem konkreten Gebäude ab: vom Alter der Therme, der Heizlast, der Dämmung, den vorhandenen Heizkörpern und Ihrem Zeithorizont. Genau diese Faktoren analysiert die reduco-Gebäudeanalyse: Sie schätzt für Ihr Haus die realistische Wärmepumpen-Effizienz, die zu erwartende Förderhöhe und die Vollkosten über die nächsten 15–20 Jahre ein – und zeigt, ob sich die Reparatur noch lohnt oder der geförderte Umstieg der bessere Weg ist. So treffen Sie die Timing-Entscheidung mit Zahlen statt aus dem Bauch, bevor der Förderbonus weiter sinkt.
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