Wärmepumpe Heizstab 2026: monoenergetisch & nur 1,9 % Anteil
Der elektrische Heizstab sichert Ihre Wärmepumpe im Winter ab. So funktioniert monoenergetischer Betrieb – und warum im Feldtest nur 1,9 % der Heizarbeit anfallen.

Das Wichtigste in Kürze
- Nur 1,9 % Anteil: Im Fraunhofer-ISE-Feldtest deckte der elektrische Heizstab bei Luft-Wärmepumpen im Durchschnitt lediglich 1,9 % der gesamten Heizarbeit – der Heizstab ist kein Kostentreiber, sondern günstige Ausfallsicherung. (Fraunhofer ISE)
- Monoenergetisch = Standard: Wärmepumpe plus Elektro-Heizstab (beide laufen mit Strom) ist die übliche und günstige Auslegung für Neubau und Bestand – nicht zu verwechseln mit dem bivalenten Betrieb mit Gas- oder Ölkessel oder mit einer Infrarotheizung als raumweiser Spitzenlast.
- COP 1 gegen JAZ 3–4: Der Heizstab erzeugt aus 1 kWh Strom nur 1 kWh Wärme, die Wärmepumpe dagegen 3–4 kWh. Jede Heizstab-Kilowattstunde kostet also das Drei- bis Vierfache an Strom.
- Erd-Wärmepumpen fast ohne Heizstab: Im Feldtest nutzten nur 2 von 12 Sole-Wärmepumpen überhaupt den Heizstab – ihre Jahresarbeitszahl lag bei 3,3 bis 4,7 (Mittel 4,1). (Fraunhofer ISE)
- Problem nur bei Fehlern: Nennenswerter Heizstab-Betrieb entstand im Feldtest fast ausschließlich durch falsche Parametrierung, Defekte oder Legionellenschutz – also durch vermeidbare Planungs- und Einstellungsfehler.
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Der elektrische Heizstab hat einen schlechten Ruf – zu Unrecht. Viele Hausbesitzer fürchten, dass die „Notheizung" ihrer Wärmepumpe im Winter permanent mitläuft und die Stromrechnung explodieren lässt. Die Realität sieht anders aus: Im mehrjährigen Feldtest des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) deckte der Heizstab bei 24 von 29 Luft-Wärmepumpen im Auswertungsjahr Juli 2018 bis Juni 2019 durchschnittlich nur 1,9 % der Heizarbeit (Fraunhofer ISE). Ein korrekt dimensionierter Heizstab ist also keine Kostenfalle, sondern eine günstige Ausfallsicherung für die wenigen extrem kalten Tage im Jahr. Teuer wird er erst, wenn er durch Planungsfehler, Unterdimensionierung oder eine falsch eingestellte Regelung zu oft anspringt. In diesem Ratgeber erkläre ich, wie der Heizstab funktioniert, was der Unterschied zwischen monovalent, monoenergetisch und bivalent ist, und woran Sie erkennen, dass Ihr Heizstab zu viel arbeitet. Wer tiefer einsteigen will, findet Details zu COP, JAZ und SCOP der Wärmepumpe und zum Stromverbrauch und den Stromkosten in eigenen Artikeln.
Heizstab-Anteil im Feldtest: die belastbaren Zahlen
Die wichtigste Zahl vorweg – aus einer der wenigen belastbaren Langzeitmessungen unter realen Bedingungen. Das Fraunhofer ISE hat im Projekt „WPsmart im Bestand" bzw. „Wärmepumpen-Monitor" bestehende Wohngebäude über mehrere Jahre vermessen. Für das Auswertungsjahr Juli 2018 bis Juni 2019 ergaben sich folgende Werte:
| Kennwert | Luft-Wärmepumpen | Erd-/Sole-Wärmepumpen |
|---|---|---|
| Anzahl Anlagen im Test | 29 | 12 |
| Anlagen mit Heizstab | 24 | – |
| Anlagen, die Heizstab nutzten | Mehrheit (gering) | nur 2 von 12 |
| Anteil Heizstab an Heizarbeit | im Mittel 1,9 % | vernachlässigbar |
| Jahresarbeitszahl (JAZ) | 2,5–3,8 (Mittel 3,1) | 3,3–4,7 (Mittel 4,1) |
Quelle: Fraunhofer ISE, Feldtest Wärmepumpen im Bestand (2020).
Die Kernaussage der Forscher: Der Heizstab spielt energetisch eine untergeordnete Rolle. Wo im Feldtest überhaupt nennenswerter Heizstab-Betrieb auftrat, war er meist die Folge von fehlerhafter Parametrierung, technischen Defekten oder der Legionellen-Abtötung – nicht der normale, gewollte Betriebszustand (Fraunhofer ISE). Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die Erdwärmepumpen: Von zwölf Sole-Anlagen nutzten nur zwei den Heizstab überhaupt. Das ist ein starkes Argument dafür, dass eine gut ausgelegte Wärmepumpe im Grunde ohne elektrischen Zuheizer auskommt – er ist dann reine Reserve.
Diese 1,9 % sind der Anker dieses Artikels, weil kaum ein Ratgeber oder Herstellerblog eine so sauber belegte Zahl liefert. Foren und Marketing-Texte erklären zwar den Bivalenzpunkt, bleiben aber bei Feldstudien-Werten meist vage. Wenn Sie also die Sorge umtreibt, der Heizstab könnte Ihre Wärmepumpe unwirtschaftlich machen: In der Praxis gut ausgelegter Anlagen ist der Effekt marginal.
Was ist ein elektrischer Heizstab überhaupt?
Ein elektrischer Heizstab (auch Heizpatrone, Elektro-Zuheizer oder Not-/Zusatzheizung genannt) ist ein elektrischer Widerstandsheizer, der im Innengerät oder im Warmwasserspeicher der Wärmepumpe sitzt. Technisch funktioniert er wie ein überdimensionierter Tauchsieder: Strom fließt durch einen Widerstand, dieser wird heiß und gibt die Wärme an das Heizwasser oder das Warmwasser ab.
Der entscheidende physikalische Punkt: Ein Widerstandsheizer arbeitet mit einem Wirkungsgrad von rund 100 %, also mit einem COP von 1. Aus 1 Kilowattstunde Strom wird exakt 1 Kilowattstunde Wärme. Das klingt gut, ist aber im Vergleich zur Wärmepumpe schlecht: Eine Luft-Wärmepumpe erreicht im Jahresmittel eine Jahresarbeitszahl von etwa 3, macht also aus 1 kWh Strom rund 3 kWh Wärme. Der Heizstab braucht für dieselbe Wärmemenge somit das Dreifache an Strom. (Diese Beispielrechnung ist eine physikalische Ableitung aus dem COP-Prinzip, kein Zitat aus einer Einzelstudie.)
Genau deshalb ist der Heizstab kein vollwertiger Wärmeerzeuger, sondern ein Helfer für Ausnahmesituationen. Er kommt in drei Rollen zum Einsatz:
- Spitzenlast an sehr kalten Tagen: Wenn die Außentemperatur unter den Bivalenzpunkt fällt und die Wärmepumpe allein die Heizlast nicht mehr deckt, springt der Heizstab unterstützend ein.
- Legionellenschutz beim Warmwasser: Um Legionellen abzutöten, muss das Warmwasser regelmäßig auf mindestens 60 °C aufgeheizt werden (Verbraucherzentrale) – diese hohe Temperatur schafft nicht jede Wärmepumpe allein effizient.
- Notbetrieb bei Störung: Fällt der Kältemittelkreis der Wärmepumpe aus, kann der Heizstab das Haus notdürftig warmhalten, bis der Fachbetrieb da ist.
Die Leistung des Heizstabs liegt je nach Gerät meist zwischen 6 und 9 kW und wird bei größeren Modellen dreiphasig (400 V) angeschlossen. Ein Praxisbeispiel: Vaillant gibt für die Hydraulikstation der aroTHERM plus (VWZ MEH 97/6) eine modulierende Elektro-Zusatzheizung mit 5,4 kW bei 230 V bzw. 8,54 kW bei 400 V an – dieselbe Zusatzheizung, je nach Anschlussvariante (Vaillant Installationsanleitung). „Modulierend" bedeutet hier, dass der Heizstab seine Leistung stufig anpassen kann und nicht nur an/aus kennt – das reduziert unnötigen Stromverbrauch.
Monovalent, monoenergetisch, bivalent: die Begriffe sauber getrennt
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Kaum ein Thema wird in Foren und Herstellerprospekten so durcheinandergeworfen wie die Betriebsarten. Dabei ist die Unterscheidung einfach, sobald man auf die Wärmeerzeuger und ihre Energieträger schaut:
| Betriebsart | Wärmeerzeuger | Energieträger | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Monovalent | nur Wärmepumpe | Strom | Neubau/Sanierung, WP auf Heizlast ausgelegt, oft Erd-WP |
| Monoenergetisch | Wärmepumpe + Elektro-Heizstab | Strom (beide) | Standard bei Luft-WP in Neubau und Bestand |
| Bivalent | Wärmepumpe + Gas-/Ölkessel | Strom + fossil | Schlecht gedämmter Altbau, hohe Vorlauftemperatur |
- Monovalent heißt: Die Wärmepumpe deckt die gesamte Heizlast allein, ohne jeden Zusatz. Das setzt voraus, dass die Anlage auf die Norm-Heizlast des Gebäudes ausgelegt ist. Erdwärmepumpen laufen häufig monovalent – im Feldtest nutzten wie erwähnt nur 2 von 12 überhaupt einen Heizstab.
- Monoenergetisch heißt: Die Wärmepumpe wird durch einen elektrischen Heizstab ergänzt. Beide Erzeuger nutzen denselben Energieträger – Strom. Das ist die mit Abstand häufigste Auslegung bei Luft-Wasser-Wärmepumpen, weil ein Heizstab günstig ist und nur an wenigen Tagen im Jahr gebraucht wird.
- Bivalent heißt: Die Wärmepumpe arbeitet mit einem zweiten, andersartigen Wärmeerzeuger zusammen – klassisch ein Gas- oder Ölkessel. Das ist nur in schlecht gedämmten Altbauten mit sehr hoher Vorlauftemperatur sinnvoll. Details dazu im Artikel zur Hybridheizung aus Wärmepumpe und Gas.
Der wichtigste Merksatz: Monoenergetisch ist nicht bivalent. Wer eine Wärmepumpe mit Heizstab hat, hat keine „Hybridheizung" – er hat eine reine Stromheizung mit einer kleinen elektrischen Reserve. Und diese Reserve deckt, wie der Feldtest zeigt, im Normalfall nur rund 1,9 % der Arbeit.
Notbetrieb ist nicht Zuheizer
Eine weitere Verwechslung, die ich häufig sehe: Notbetrieb und regulärer Zuheizerbetrieb werden gleichgesetzt. Stiebel Eltron formuliert das für seine Geräte klar: Im Notbetrieb heizt die Anlage ausschließlich elektrisch über die Not-/Zusatzheizung – und darf nicht dauerhaft so betrieben werden. Im regulären monoenergetischen Betrieb dient dieselbe Elektro-Zusatzheizung dagegen nur als Zuheizer, der die Wärmepumpe an Spitzenlasttagen ergänzt (Stiebel Eltron). Wenn Ihre Anlage also längere Zeit rein elektrisch heizt, ist das ein Alarmsignal für eine Störung – nicht der Normalzustand.
Der Bivalenzpunkt: das Herzstück der Auslegung
Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der die Wärmepumpe die geforderte Heizleistung nicht mehr allein erbringt und der Heizstab zuschaltet. Er ist der zentrale Stellhebel dafür, wie oft der Heizstab überhaupt anspringt.
Das Prinzip: Je kälter es draußen wird, desto mehr Wärme braucht das Haus – gleichzeitig sinkt die Leistung einer Luft-Wärmepumpe, weil die Außenluft weniger nutzbare Wärme enthält. Irgendwann kreuzen sich die Kurve der benötigten Heizlast und die Kurve der verfügbaren Wärmepumpenleistung. Dieser Schnittpunkt ist der Bivalenzpunkt. Unterhalb davon füllt der Heizstab die Lücke.
Entscheidend ist: Der Bivalenzpunkt liegt bei einer sauber dimensionierten monoenergetischen Anlage bei einer Temperatur, die nur an wenigen sehr kalten Tagen im Jahr unterschritten wird. Deshalb bleibt der Heizarbeits-Anteil des Heizstabs so klein. Eine harte Temperaturzahl nenne ich hier bewusst nicht als allgemeingültigen Wert, weil sie von der individuellen Auslegung, dem Standort-Klima und der Heizlast abhängt – wer eine Hausnummer sucht, findet die Systematik im Artikel zur richtigen Dimensionierung der Wärmepumpe.
Zwei typische Fehler sorgen dafür, dass der Heizstab zu oft läuft:
- Bivalenzpunkt zu hoch eingestellt: Ist die Regelung so parametriert, dass der Heizstab schon bei milden Temperaturen zuschaltet, verbrennt die Anlage unnötig teuren Strom. Ein häufiger Fehler ab Werk oder nach unsauberer Inbetriebnahme.
- Wärmepumpe unterdimensioniert: Wurde die Wärmepumpe zu klein gewählt, muss der Heizstab dauerhaft die Lücke schließen. Das ist der eigentliche Kostentreiber – und ein Auslegungsfehler, kein Wärmepumpen-Problem.
Wie sich die Wärmepumpe an sehr kalten Tagen generell verhält, erkläre ich ausführlich im Artikel Wärmepumpe im Winter bei Minusgraden.
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Was kostet der Heizstab wirklich? Eine Beispielrechnung
Rechnen wir den Effekt konkret durch. Die folgende Rechnung illustriert den Unterschied zwischen einer korrekt ausgelegten Anlage (1,9 % Heizstab-Anteil, wie im Feldtest) und einer fehlerhaft betriebenen Anlage. Angenommen sei ein Einfamilienhaus mit einem Jahres-Wärmebedarf von 15.000 kWh und ein Strompreis von 0,30 EUR/kWh. Die Wärmepumpe habe eine JAZ von 3, der Heizstab einen COP von 1.
| Szenario | Heizstab-Anteil | Wärme über WP | Wärme über Heizstab | Strom WP | Strom Heizstab | Stromkosten gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Feldtest (gut ausgelegt) | 1,9 % | 14.715 kWh | 285 kWh | 4.905 kWh | 285 kWh | ~1.557 EUR |
| Leicht erhöht | 10 % | 13.500 kWh | 1.500 kWh | 4.500 kWh | 1.500 kWh | ~1.800 EUR |
| Fehlerhaft/unterdimensioniert | 25 % | 11.250 kWh | 3.750 kWh | 3.750 kWh | 3.750 kWh | ~2.250 EUR |
Vereinfachte Modellrechnung zur Illustration, keine Herstellerangabe. JAZ 3, Heizstab COP 1, 0,30 EUR/kWh.
Die Aussage der Tabelle: Bei den realen 1,9 % aus dem Feldtest fallen für den Heizstab nur rund 85 EUR pro Jahr an – ein Betrag, der kaum ins Gewicht fällt. Steigt der Anteil aber durch Fehler auf 25 %, kostet allein der Heizstab-Strom über 1.100 EUR im Jahr, und die Gesamtstromkosten wachsen um rund 45 % gegenüber dem sauber ausgelegten Fall. Der Grund ist immer derselbe: Jede vom Heizstab statt von der Wärmepumpe erzeugte Kilowattstunde kostet das Drei- bis Vierfache an Strom.
Genau deshalb warnt die Verbraucherzentrale, dass ein elektrischer Heizstab als Not- oder Zusatzheizung den Stromverbrauch und die Stromkosten erhöht – und dass kluge Planung unnötigen Heizstab-Einsatz vermeidet und so die Effizienz verbessert (Verbraucherzentrale). Es geht also nicht darum, den Heizstab zu verteufeln, sondern darum, seinen Einsatz auf das Nötige zu begrenzen.
Warmwasser und Legionellenschutz: der planbare Heizstab-Einsatz
Ein legitimer, planbarer Anwendungsfall für den Heizstab ist die Warmwasserbereitung. Um Legionellen sicher abzutöten, muss das Warmwasser regelmäßig auf mindestens 60 °C erhitzt werden (Verbraucherzentrale). Diese Temperatur liegt am oberen Rand dessen, was viele Wärmepumpen effizient allein schaffen – höhere Zieltemperaturen kosten Effizienz, weil sie mehr Strom verbrauchen.
Hier gibt es zwei Wege:
- Mit Heizstab: Der Heizstab hebt das Warmwasser einmal pro Woche (oder je nach Regelung) auf die Legionellen-Temperatur an. Weil das nur selten und für kleine Wassermengen passiert, bleibt der Stromverbrauch überschaubar.
- Ohne Heizstab: Moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen, insbesondere mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan), erreichen 60 °C und mehr direkt über den Kältemittelkreis – ganz ohne elektrischen Zuheizer. Wer eine solche Anlage plant, kann den Heizstab beim Warmwasser weitgehend umgehen. Mehr dazu im Artikel zur Hochtemperatur-Wärmepumpe im Altbau.
Wichtig ist, dass die Legionellenschaltung im Feldtest einer der Gründe für den – ohnehin kleinen – Heizstab-Betrieb war. Sie ist also kein Defekt, sondern ein bewusst eingeplanter, hygienisch notwendiger Einsatz. Wer den Anteil senken will, prüft mit dem Fachbetrieb, ob Intervall und Zieltemperatur der Legionellenschaltung sinnvoll eingestellt sind.
Braucht der Heizstab einen eigenen Stromanschluss?
Ja, der Elektro-Zuheizer wird bei der Elektroinstallation der Wärmepumpe berücksichtigt. Größere Heizstäbe mit 6 bis 9 kW Leistung werden dreiphasig (400 V) angeschlossen und benötigen eine entsprechende Absicherung. Anschluss und Absicherung gehören zwingend in die Hand eines Elektrofachbetriebs – auch, weil der Netzbetreiber die Anmeldung der Wärmepumpe als steuerbare Verbrauchseinrichtung verlangt.
In der Praxis ist der Heizstab-Anschluss selten ein separates Projekt, sondern Teil der gesamten Elektroinstallation für die Wärmepumpe. Was dabei an Kosten und Aufwand anfällt – vom Zählerschrank über die Zuleitung bis zur Absicherung – hängt vom Gebäude ab und wird üblicherweise im Installationsangebot mit erfasst. Die vollständige Kosten- und Förderübersicht finden Sie im Artikel Wärmepumpe: Kosten und Förderung 2026.
Woran erkenne ich, dass mein Heizstab zu oft läuft?
Weil der Heizstab-Anteil bei guter Auslegung so klein ist, lohnt sich ein Blick auf die eigene Anlage. Diese Anzeichen deuten auf zu häufigen Heizstab-Betrieb hin:
- Auffällig hoher Stromverbrauch im Winter, der nicht zur Außentemperatur passt.
- Betriebsstundenzähler des Zuheizers (in vielen Reglern ablesbar) zeigt hohe Werte – deutlich mehr als die Wärmepumpe an wenigen Frosttagen bräuchte.
- Niedrige gemessene Jahresarbeitszahl deutlich unter 3 bei einer Luft-Wärmepumpe. Zum Einordnen: Im Feldtest lag die JAZ der Luft-Wärmepumpen bei 2,5 bis 3,8, im Mittel 3,1 (Fraunhofer ISE). Wie Sie diese Kennzahl richtig lesen, erklärt der Artikel zu COP, JAZ und SCOP.
- Warmwasser wird sehr heiß, obwohl die Wärmepumpe das nicht bräuchte – Hinweis auf eine zu aggressive Legionellen- oder Warmwasser-Einstellung.
Die häufigsten Ursachen und was dagegen hilft:
| Ursache | Auswirkung | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Bivalenzpunkt zu hoch eingestellt | Heizstab schaltet zu früh zu | Regelungseinstellung durch Fachbetrieb prüfen |
| Wärmepumpe unterdimensioniert | Heizstab füllt dauerhaft die Lücke | Heizlastberechnung nachholen, ggf. Anlage anpassen |
| Vorlauftemperatur zu hoch eingestellt | WP erreicht Ziel nicht allein | Heizkurve absenken, Heizflächen prüfen |
| Legionellenschaltung zu häufig/heiß | unnötige Heizstab-Aufheizungen | Intervall und Zieltemperatur optimieren |
| Defekt (Fühler, Kältemittel, Ventil) | dauerhafter Notbetrieb | Störungsdiagnose durch Fachbetrieb |
Wichtig: Fast alle diese Punkte sind Einstell- oder Auslegungsfragen – nicht ein grundsätzliches Problem der Technik „Wärmepumpe mit Heizstab". Genau das ist die entwarnende Botschaft des Fraunhofer-Feldtests.
Wovon ich abrate
Ein paar ehrliche Empfehlungen aus der Praxis:
- Nicht den Heizstab pauschal deaktivieren. Manche Hausbesitzer schalten den Zuheizer aus Angst vor Stromkosten komplett ab. Das kann gefährlich sein: An extrem kalten Tagen oder bei einer Störung fehlt dann die Reserve, und das Haus kühlt aus. Der Heizstab kostet bei guter Auslegung nur rund 85 EUR im Jahr – diese Ausfallsicherung ist ihr Geld wert.
- Nicht die Wärmepumpe „großzügig" überdimensionieren, um den Heizstab zu vermeiden. Eine zu große Wärmepumpe taktet häufiger, läuft ineffizient und ist teurer in der Anschaffung. Der richtige Weg ist eine saubere Heizlastberechnung, nicht die Flucht nach oben.
- Nicht monoenergetisch mit bivalent verwechseln. Wer glaubt, mit dem Heizstab eine „Hybridheizung" zu haben, plant falsch. Für schlecht gedämmte Altbauten mit sehr hoher Vorlauftemperatur kann ein echter bivalenter Betrieb mit Gaskessel sinnvoller sein – das ist aber eine bewusste, andere Auslegungsentscheidung.
- Nicht auf ein günstiges R410A-Auslaufmodell setzen, nur weil es einen großen Heizstab hat. Die Zukunftssicherheit und Förderfähigkeit hängen am Kältemittel, nicht an der Heizstab-Größe.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist ein elektrischer Heizstab bei der Wärmepumpe?
Ein elektrischer Heizstab ist ein Widerstandsheizer (Heizpatrone) im Innengerät oder Warmwasserspeicher, der wie ein großer Tauchsieder funktioniert und mit einem COP von 1 arbeitet – aus 1 kWh Strom wird 1 kWh Wärme. Er unterstützt die Wärmepumpe an sehr kalten Tagen und beim Legionellenschutz. Als vollwertiger Wärmeerzeuger ist er ungeeignet, weil er für dieselbe Wärme drei- bis viermal so viel Strom braucht wie die Wärmepumpe.
Was bedeutet monoenergetischer Betrieb?
Monoenergetisch heißt: Die Wärmepumpe und ein elektrischer Heizstab sind die einzigen Wärmeerzeuger, und beide laufen mit demselben Energieträger – Strom. Der Heizstab deckt nur die Spitzenlast unterhalb des Bivalenzpunkts. Laut Fraunhofer-ISE-Feldtest liegt sein realer Anteil bei nur 1,9 % der Jahresheizarbeit (Fraunhofer ISE). Das ist die Standardauslegung für Luft-Wasser-Wärmepumpen in Neubau und Bestand.
Wie oft springt der Heizstab an?
Bei korrekter Auslegung nur an den wenigen sehr kalten Tagen unterhalb des Bivalenzpunkts und für den Legionellenschutz. Im Fraunhofer-Feldtest lag sein Anteil im Mittel bei 1,9 %, und Erdwärmepumpen nutzten ihn fast gar nicht (nur 2 von 12) (Fraunhofer ISE). Ein häufigerer Einsatz ist fast immer die Folge von falscher Parametrierung, Unterdimensionierung oder einem Defekt.
Wie viel Strom verbraucht der Heizstab?
Der Heizstab hat einen COP von 1, die Wärmepumpe eine JAZ von 3 bis 4. Jede vom Heizstab erzeugte Kilowattstunde Wärme kostet also drei- bis viermal so viel Strom wie über die Wärmepumpe. Bei den realen 1,9 % Anteil aus dem Feldtest fallen in einem typischen Einfamilienhaus nur rund 85 EUR pro Jahr an. Läuft der Heizstab dagegen fehlerhaft mit 25 % Anteil, sind es schnell über 1.100 EUR. Details im Artikel zu Stromverbrauch und Stromkosten.
Wärmepumpe monoenergetisch oder bivalent – was ist besser?
Für die allermeisten Häuser ist die monoenergetische Auslegung mit Elektro-Heizstab die richtige Wahl: günstig, einfach und mit nur rund 2 % Heizstab-Anteil sehr effizient. Ein echter bivalenter Betrieb mit Gas- oder Ölkessel lohnt sich nur in schlecht gedämmten Altbauten mit dauerhaft sehr hoher Vorlauftemperatur. Den Vergleich beider Konzepte finden Sie im Artikel zur Hybridheizung aus Wärmepumpe und Gas.
Was ist der Bivalenzpunkt und wie stellt man ihn ein?
Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der die Wärmepumpenleistung nicht mehr reicht und der Heizstab zuschaltet. Ist er zu hoch eingestellt, schaltet der Heizstab zu früh zu und verbraucht unnötig Strom. Die Einstellung erfolgt in der Regelung und sollte bei Verdacht auf zu häufigen Heizstab-Betrieb vom Fachbetrieb überprüft werden. Wie der Punkt aus der Heizlast folgt, erklärt der Artikel zur Dimensionierung der Wärmepumpe.
Kann die Wärmepumpe auch ohne Heizstab (monovalent) laufen?
Ja, wenn die Wärmepumpe auf die Norm-Heizlast des Gebäudes ausgelegt ist. Erdwärmepumpen laufen häufig monovalent – im Feldtest nutzten nur 2 von 12 überhaupt den Heizstab (Fraunhofer ISE). Luft-Wärmepumpen haben dagegen fast immer einen Heizstab als Reserve und Notheizung, auch wenn er im Betrieb kaum gebraucht wird.
Braucht der Heizstab einen eigenen Stromanschluss?
Der Elektro-Zuheizer (meist 6–9 kW, dreiphasig 400 V) wird bei der Elektroinstallation der Wärmepumpe mit berücksichtigt. Anschluss und Absicherung gehören in die Hand eines Elektrofachbetriebs, da auch die Anmeldung beim Netzbetreiber als steuerbare Verbrauchseinrichtung erforderlich ist. In der Praxis ist das Teil des gesamten Installationsangebots, kein separates Projekt.
Erhöht der Heizstab die Heizkosten stark?
Bei einer korrekt ausgelegten Anlage kaum – mit rund 1,9 % Anteil bleibt der Effekt marginal (Fraunhofer ISE). Läuft der Heizstab dagegen häufig, etwa durch falsche Parametrierung, Unterdimensionierung oder einen Defekt, steigen Stromverbrauch und Kosten spürbar. Die Verbraucherzentrale betont deshalb, dass kluge Planung unnötigen Heizstab-Einsatz vermeidet (Verbraucherzentrale).
Nächster Schritt: Läuft Ihr Heizstab zu oft?
Ob Ihre Wärmepumpe den Heizstab nur als Reserve nutzt oder ihn durch eine falsche Einstellung ständig mitlaufen lässt, entscheidet über mehrere Hundert Euro Stromkosten im Jahr. Und ob eine geplante Anlage überhaupt monoenergetisch ausreicht oder ob ein anderer Ansatz sinnvoller ist, hängt von Heizlast, Dämmzustand, Vorlauftemperatur und den vorhandenen Heizflächen ab – pauschale Antworten gibt es hier nicht. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Einschätzung, wie eine richtig dimensionierte Wärmepumpe für Ihr Haus aussieht – inklusive realistischer Kosten, Fördermittel und der Frage, wie groß der Heizstab-Anteil tatsächlich wird. Wer die Kostenseite vertiefen will, findet die Grundlagen im Artikel Wärmepumpe: Kosten und Förderung 2026.
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