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Bosch Compress 6800i AW Test: 75 °C, Preise & Erfahrungen

Bosch Compress 6800i AW im Test: bis 75 °C Vorlauf, R290, 5 Größen (3,9–11,6 kW). Alle Preise ab 22.000 €, Förderung bis 70 % – so sparen Sie im Altbau.

Bosch Compress 6800i AW Luft-Wasser-Wärmepumpe als Außeneinheit an einem sanierten Wohnhaus

Das Wichtigste in Kürze

  • Vorlauftemperatur bis 75 °C – selbst bei -10 °C Außentemperatur noch bis 65 °C allein über den Wärmepumpenkreislauf. Damit dürfen die bestehenden Heizkörper im Altbau meistens bleiben.
  • Fünf Leistungsgrößen von 3,9 bis 11,6 kW (A-7/W35): AW 4/5/7 OR-S (1-phasig, 230 V) und AW 10/12 OR-T (3-phasig, 400 V).
  • Kältemittel R290 (Propan) mit sehr niedrigem Treibhauspotenzial, Füllmenge 0,95–1,6 kg; sichert den 5 % Effizienzbonus der KfW.
  • Effizienz: COP bis 4,84 (A7/W35, AW 10 OR-T), SCOP bis 4,77 bei 35 °C (A+++) und bis 3,64 bei 55 °C (A++).
  • Sehr leise: im Nachtmodus (Silent Mode) fällt der Schalldruck auf bis zu 25,8 dB(A) in 3 m Abstand.
  • Preis & Förderung: schlüsselfertig 22.000–35.000 € vor Förderung; nach maximal 70 % KfW-Zuschuss (max. 21.000 €) sinkt der Eigenanteil auf ab ca. 9.000 €.

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Die Bosch Compress 6800i AW ist die Luft-Wasser-Monoblock-Wärmepumpe, mit der Bosch den Sanierungsmarkt adressiert: Sie erreicht eine Vorlauftemperatur von bis zu 75 °C und arbeitet mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan). Genau diese 75 °C sind ihr Alleinstellungsmerkmal – sie machen die 6800i AW zu einer der wenigen Wärmepumpen, die vorhandene Heizkörper im Altbau ohne kompletten Flächentausch bedienen. Komplett installiert kostet sie im Einfamilienhaus rund 22.000–35.000 € vor Förderung; mit der Wärmepumpenförderung 2026 sinkt der Eigenanteil auf ab etwa 9.000 €.

Dieser Test ordnet alle Kennwerte, die fünf Baugrößen, die realistischen Preise und die Förderfälle der 6800i AW ehrlich ein – inklusive der Frage, wann Sie besser zur günstigeren Compress 5800i AW (60 °C, Neubau) oder zur größeren Compress 8800i AW greifen. Das komplette Programm sehen Sie im Überblick Bosch Wärmepumpe: Modelle & Preise.

Bosch Compress 6800i AW: Der Steckbrief

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kennwerte der Baureihe zusammen. Sie ist die zentrale Übersicht dieses Tests – alle Werte werden in den folgenden Abschnitten eingeordnet.

Merkmal Bosch Compress 6800i AW
Bauart Luft-Wasser-Wärmepumpe, Monoblock, Außenaufstellung
Leistungsgrößen 5 Modelle, 3,9–11,6 kW Heizleistung (A-7/W35)
Modelle AW 4 / 5 / 7 OR-S (230 V, 1-phasig), AW 10 / 12 OR-T (400 V, 3-phasig)
Kältemittel R290 (Propan), Füllmenge 0,95–1,6 kg
Max. Vorlauftemperatur 75 °C (65 °C noch bei -10 °C Außentemperatur)
COP (A7/W35) bis 4,84 (AW 10 OR-T); AW 4/5/7 OR-S: 4,8
SCOP 35 °C bis 4,77 (Serie ca. 4,57–4,77) – Klasse A+++
SCOP 55 °C bis 3,64 (Serie ca. 3,32–3,64) – Klasse A++
Schall 40–42 dB(A) Schallleistung (ErP); Nachtmodus bis 25,8 dB(A) Schalldruck in 3 m
Betriebsgrenze Heizbetrieb bis -22 °C Außentemperatur
Abmessungen / Gewicht 1.100 × 800 × 540 mm, ca. 141 kg (OR-S) bzw. 1.350 × 1.100 × 540 mm, ca. 203 kg (OR-T)
Smart SG Ready, HomeCom Easy App, Bosch Energiemanager (PV)
Garantie 5 Jahre Systemgarantie (optional 5+2 Jahre)

Quellen: Bosch Home Comfort – Compress 6800i AW, KfW, Herstellerangaben.

Technische Daten im Detail

Die fünf Leistungsgrößen: OR-S gegen OR-T

Die 6800i AW deckt mit fünf Außeneinheiten einen Heizleistungsbereich von 3,9 bis 11,6 kW (bei A-7/W35) ab. Entscheidend ist die Unterteilung in zwei Bauformen:

  • AW 4, 5 und 7 OR-S – einphasiger Anschluss (230 V). Diese kleineren Geräte messen 1.100 × 800 × 540 mm und wiegen rund 141 kg. Der einphasige Anschluss ist im Bestand oft der pragmatischere Weg, weil kein Drehstrom bis zum Aufstellort gelegt werden muss.
  • AW 10 und 12 OR-T – dreiphasiger Anschluss (400 V). Sie sind mit 1.350 × 1.100 × 540 mm und rund 203 kg deutlich größer und schwerer und decken den oberen Leistungsbereich für größere oder schlechter gedämmte Häuser ab.

Wichtig für die Planung: Die kW-Angabe ist keine Wunschgröße, sondern muss über eine Heizlastberechnung zum Gebäude passen. Eine zu groß gewählte Wärmepumpe taktet häufiger und verschleißt schneller; eine zu kleine schaltet im Winter zu oft den Heizstab zu.

Vorlauftemperatur bis 75 °C: der Altbau-Vorteil

Das mit Abstand wichtigste Merkmal der 6800i AW ist ihre maximale Vorlauftemperatur von bis zu 75 °C. Selbst bei -10 °C Außentemperatur erreicht sie noch bis zu 65 °C Vorlauf – und zwar allein über den Kältekreis, ohne dass zwingend der Elektroheizstab zuheizen muss.

Das ist im Sanierungsfall bares Geld wert: Viele Bestandsgebäude sind auf 55–70 °C Systemtemperatur ausgelegt. Mit einer Wärmepumpe, die nur 55 °C schafft, müssten Sie entweder umfangreich Heizkörper tauschen oder eine Fußbodenheizung nachrüsten. Die 6800i AW umgeht diesen Kostenblock in vielen Häusern – deshalb positioniert Bosch sie als Hochtemperatur-Lösung für den Altbau.

Effizienz: COP, SCOP – und was in der Praxis bleibt

Auf dem Datenblatt liest sich die 6800i AW stark. Die Spitzenwerte gelten allerdings nicht für die gesamte Serie, sondern für die dreiphasige AW 10 OR-T:

Kennwert Wert Gilt für
COP bei A7/W35 bis 4,84 AW 10 OR-T (AW 4/5/7 OR-S: 4,8)
SCOP bei 35 °C Vorlauf bis 4,77 (Serie 4,57–4,77) Energieeffizienzklasse A+++
SCOP bei 55 °C Vorlauf bis 3,64 (Serie 3,32–3,64) Energieeffizienzklasse A++

Die entscheidende Praxis-Erkenntnis steckt im Vergleich der beiden SCOP-Werte: Bei 35 °C Vorlauf liegt der SCOP bei bis zu 4,77, bei 55 °C nur noch bei bis zu 3,64. Das ist ein Effizienzverlust von rund einem Viertel. Die 75-°C-Fähigkeit ist also eine Reserve für kalte Tage, kein Dauerbetriebspunkt. Wer die 6800i AW das ganze Jahr auf hoher Vorlauftemperatur laufen lässt, verschenkt Stromkosten. Der wirtschaftliche Betrieb gelingt, wenn die Heizkurve so flach wie möglich eingestellt ist und die Heizflächen groß genug sind – jedes Grad weniger Vorlauf verbessert die Jahresarbeitszahl spürbar.

Kältemittel R290: leise, klimafreundlich – aber brennbar

Die 6800i AW nutzt das natürliche Kältemittel R290 (Propan) mit sehr niedrigem Treibhauspotenzial. Die Füllmenge liegt je nach Modell zwischen 0,95 kg (kleine Geräte) und 1,6 kg (AW 10 OR-T). R290 ist zukunftssicher – die schrittweise Verschärfung der EU-F-Gas-Verordnung betrifft synthetische Kältemittel wie R410A, nicht Propan. Mehr zum Hintergrund im Vergleich R32 vs. R290 und im Ratgeber Propan-Wärmepumpe (R290).

Die Kehrseite: R290 ist als Sicherheitsgruppe A3 brennbar. Rund um die Außeneinheit gelten Sicherheitsabstände zu Kellerschächten, Lichtschächten, Kanalöffnungen und Türen. In beengten Reihenhaus- oder Grenzsituationen kann das den Aufstellort einschränken – das gehört vor der Bestellung geprüft.

Schall: im Nachtmodus kaum wahrnehmbar

Die Schallleistung liegt nach ErP bei 40–42 dB(A). Interessanter für die Nachbarschaft ist der Schalldruck im Betrieb: Im Nachtmodus (Silent Mode) sinkt er auf bis zu 25,8 dB(A) in 3 m Abstand – das ist leiser als ein normales Gespräch und in der Praxis kaum wahrnehmbar. Damit gehört die 6800i AW zu den leiseren Luft-Wasser-Wärmepumpen am Markt. Trotzdem gilt: Der Aufstellort und die Abstände zum Nachbargrundstück sollten früh geplant werden, damit die TA-Lärm-Immissionsrichtwerte an der Grundstücksgrenze sicher eingehalten werden.

SG Ready, App und PV-Kopplung

Die 6800i AW ist SG Ready und lässt sich über das Bosch Gateway-Modul und die HomeCom Easy App steuern. In Kombination mit dem Bosch Energiemanager kann sie überschüssigen Photovoltaik-Strom gezielt für Warmwasser und Heizung nutzen und so den Eigenverbrauch der PV-Anlage erhöhen. Für den Betrieb mit reduziertem, steuerbarem Netzentgelt nach § 14a EnWG ist diese Steuerbarkeit ohnehin Voraussetzung.

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Bosch veröffentlicht keine unverbindliche Preisempfehlung, deshalb kursieren im Netz sehr unterschiedliche Zahlen. Die folgende Spanne trennt sauber zwischen reinem Gerätepreis, Komplettpaket und schlüsselfertiger Installation:

Position Preis (ca.) Hinweis
Außeneinheit (Monoblock) allein, netto 5.500–9.000 € AW 4/5/7 OR-S günstiger, AW 10/12 OR-T teurer
Komplettpaket Außen- + Inneneinheit (Online-Handel), netto 12.000–15.000 € reine Gerätekosten ohne Montage
Schlüsselfertig inkl. Installation, brutto (vor Förderung) 22.000–35.000 € typisch 28.000–32.000 € für ein 7-kW-Referenzsystem
Eigenanteil nach max. 70 % KfW-458-Förderung ab ca. 9.000 € abhängig von Boni; Zuschuss max. 21.000 €

Hinweis: Die Preise sind Marktspannen aus Fachhandel und Installateursangeboten, keine Bosch-Listenpreise. Der tatsächliche Preis hängt stark von Baugröße, Inneneinheit, Aufwand der Altheizungs-Demontage und regionalem Handwerkermarkt ab.

Der große Sprung zwischen Gerätepreis (12.000–15.000 € netto) und schlüsselfertigem Preis (22.000–35.000 € brutto) ist die Installation: Demontage der Altheizung, Hydraulik, Elektroarbeiten, Fundament, Warmwasserspeicher, Inbetriebnahme und Mehrwertsteuer. Diese Position wird regelmäßig unterschätzt. Eine detaillierte Aufschlüsselung finden Sie im Ratgeber Wärmepumpe: Kosten und Förderung.

Förderung: KfW 458 – bis zu 70 % Zuschuss

Die 6800i AW ist über den KfW-Zuschuss 458 (Heizungsförderung) förderfähig, sofern das Gerät in der BAFA-Liste förderfähiger Wärmepumpen geführt wird. Möglich sind bis zu 70 % Zuschuss, gedeckelt bei maximal 21.000 € für die erste Wohneinheit; die förderfähigen Kosten sind bei 30.000 € gedeckelt. Die 70 % setzen sich modular zusammen:

Baustein Fördersatz Voraussetzung
Grundförderung 30 % Einbau einer förderfähigen Wärmepumpe
Klimageschwindigkeitsbonus +20 % Austausch einer alten Öl-, Gas-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung
Einkommensbonus +30 % zu versteuerndes Haushaltseinkommen ≤ 40.000 €/Jahr
Effizienzbonus +5 % natürliches Kältemittel – die 6800i AW erfüllt das dank R290
Maximale Förderung bis 70 % gedeckelt bei 21.000 € (30.000 € förderfähige Kosten)

Quelle: KfW – Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458).

Rechenbeispiel: 6800i AW in der Altbau-Sanierung

Angenommen, die schlüsselfertige Anlage kostet 30.000 € und Sie ersetzen eine alte Gasheizung:

  • Grundförderung (30 %): 9.000 €
  • Klimageschwindigkeitsbonus (20 %): 6.000 €
  • Effizienzbonus R290 (5 %): 1.500 €
  • Zwischensumme: 16.500 € Zuschuss (55 %) → Eigenanteil 13.500 €

Liegt Ihr zu versteuerndes Haushaltseinkommen bei höchstens 40.000 €/Jahr, kommt der Einkommensbonus (+30 %) hinzu. In der Summe ergäben die Bausteine rechnerisch 85 %, doch die Förderquote ist bei 70 % gedeckelt – der Zuschuss endet deshalb bei 21.000 €, und der Eigenanteil sinkt auf rund 9.000 €. Wichtig: Der Antrag muss über das KfW-Portal vor Abschluss des Liefer- bzw. Leistungsvertrags gestellt werden. Alle Schritte erklärt der Ratgeber KfW 458 Heizungsförderung.

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6800i AW vs. 5800i und 8800i: Welches Modell passt?

Die 6800i AW ist der 75-°C-Allrounder in der Mitte der Bosch-Reihe. Nach oben und unten grenzen zwei Schwestermodelle an:

Merkmal 5800i AW 6800i AW 8800i AW
Zielgruppe Neubau / gut saniert Altbau / Sanierung unsanierter Altbau
Max. Vorlauftemperatur 60 °C 75 °C 75 °C (70 °C bei -10 °C)
Leistungsbereich rund 4–12 kW 3,9–11,6 kW 11 / 13 / 15 kW-Klasse
Kältemittel R290 R290 R290
Design schlichtes Metallgehäuse Glasfront Glasfront
  • Für Neubau oder gut gedämmte Häuser mit Fußbodenheizung reichen 60 °C – dann ist die technisch eng verwandte, aber günstigere Compress 5800i AW die wirtschaftlichere Wahl.
  • Braucht Ihr unsaniertes Haus mehr als rund 12 kW Heizleistung, stößt die 6800i-Baureihe an ihre Grenze. Dann führt der Weg zur größeren Compress 8800i AW, die als Hochtemperatur-Flaggschiff mit 11/13/15 kW ebenfalls bis 75 °C liefert (70 °C noch bei -10 °C).
  • Die 6800i AW ist der Sweet Spot dazwischen: hohe Vorlauftemperatur für Bestandsheizkörper bei moderater Leistung. Wer einen anderen Hersteller gegenprüfen will, findet den direkten Vergleich unter Bosch oder Viessmann Wärmepumpe.

Baugleich mit Buderus: der Stiftung-Warentest-Hebel

Ein wichtiger Punkt für alle, die nach einem unabhängigen Testurteil suchen: Die Bosch Compress 6800i AW selbst wurde von der Stiftung Warentest nicht geprüft. Wohl aber das baugleiche Schwestermodell aus dem eigenen Konzern – die Buderus Logatherm WLW186i-10 AR E. Bosch und Buderus gehören beide zur Bosch Home Comfort Group und teilen sich bei diesen Geräten die Entwicklungsplattform.

Die Buderus WLW186i gewann den Stiftung-Warentest-Vergleich (test 8/2024) mit dem Qualitätsurteil „Gut (2,3)" und wurde zusätzlich als Umwelt- und Preistipp ausgezeichnet. Weil die Technik identisch ist, gilt dieses Ergebnis in der Praxis auch für die 6800i AW. Details lesen Sie im Test der Buderus WLW186i AR und im direkten Markenvergleich Bosch oder Buderus Wärmepumpe.

Praxis-Tipp: Weil die Geräte baugleich sind, lohnt es sich, Angebote von Bosch- und von Buderus-Fachbetrieben einzuholen und die Preise zu vergleichen. Die Technik ist dieselbe, die regionalen Installateurspreise können deutlich abweichen.

Für welches Haus lohnt sich die 6800i AW?

Gut geeignet ist die 6800i AW, wenn …

  • Sie ein saniertes oder teilsaniertes Bestandsgebäude mit vorhandenen Heizkörpern beheizen und dafür zeitweise 60–75 °C Vorlauf brauchen.
  • Sie die alten Heizkörper behalten und nicht flächendeckend auf Fußbodenheizung umbauen wollen.
  • Ihnen ein leiser Betrieb und ein hochwertiges Design (Glasfront) wichtig sind.
  • Sie eine PV-Anlage haben oder planen und den Eigenverbrauch über den Bosch Energiemanager steigern wollen.

Weniger sinnvoll ist sie, wenn …

  • Ihr Haus gut gedämmt ist und mit 55–60 °C auskommt – dann ist die 5800i AW günstiger bei praktisch gleicher Technik.
  • Ihr unsanierter Altbau mehr als ~12 kW benötigt – dann ist die 8800i AW die passendere Baugröße.
  • der Aufstellort wegen der R290-Sicherheitsabstände (Schächte, Grenzabstand) problematisch ist.

Ob die 6800i AW für Ihr konkretes Gebäude die wirtschaftlichste Lösung ist, entscheidet am Ende die Heizlast, der Dämmzustand und die vorhandene Heizfläche – nicht der Modellname. Weitere Kaufkriterien nennt der Ratgeber beste Wärmepumpe für den Altbau.

Schwächen: Wovon ich abrate

Kein Gerät ist perfekt. Diese Punkte sollten Sie vor der Kaufentscheidung ehrlich einordnen:

  • R290 ist brennbar (A3). Es gelten Aufstellungs- und Sicherheitsabstände, die den Montageort einschränken können – gerade in engen Grenz- und Reihenhaussituationen.
  • Hohe Anschaffungskosten. Schlüsselfertig sind meist 22.000–35.000 € vor Förderung fällig. Ohne die KfW-Förderung ist die Wirtschaftlichkeit gegenüber einem fossilen Kessel schwächer.
  • Kein eigener Stiftung-Warentest-Bericht. Das „Gut (2,3)" stammt vom baugleichen Buderus-Modell – belastbar, aber eben nicht direkt an der 6800i AW gemessen.
  • Für sehr große, unsanierte Häuser zu klein. Über rund 12–15 kW Heizlast reicht die Baureihe nicht; dann ist die 8800i AW nötig.
  • Die Glasfront kostet Aufpreis. Optisch hochwertig, aber teurer als die schlichtere 5800i AW mit fast identischer Technik bei niedrigerer Vorlauftemperatur. Wer 75 °C nie braucht, zahlt für ungenutzte Reserve.
  • Volle Effizienz nur bei passenden Heizflächen. Hohe Vorlauftemperaturen drücken den SCOP deutlich (35 °C ≈ 4,77 vs. 55 °C ≈ 3,64). Ohne ausreichend große Heizkörper bleibt die Stromrechnung höher als nötig.

Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet die Bosch Compress 6800i AW?

Die Außeneinheit allein liegt netto bei rund 5.500–9.000 €, ein Komplettpaket aus Außen- und Inneneinheit im Online-Handel bei etwa 12.000–15.000 € netto. Schlüsselfertig inklusive Installation kostet die Anlage vor Förderung typisch 22.000–35.000 € brutto – für ein 7-kW-Referenzsystem meist rund 28.000–32.000 €. Bosch nennt keine offizielle UVP, deshalb sind das Marktspannen aus Fachhandel und Installateursangeboten.

Wie viel Förderung gibt es für die Compress 6800i AW?

Über den KfW-Zuschuss 458 sind bis zu 70 % Förderung möglich, maximal 21.000 € für die erste Wohneinheit. Dank R290-Kältemittel erhält die 6800i AW zusätzlich den 5-%-Effizienzbonus. Nach voller Förderung sinkt der Eigenanteil auf etwa 9.000 €. Der Antrag muss vor Vertragsabschluss gestellt werden.

Welche Vorlauftemperatur erreicht die Bosch Compress 6800i AW?

Bis zu 75 °C Vorlauftemperatur, selbst bei -10 °C Außentemperatur noch bis 65 °C – allein über den Wärmepumpenkreislauf. Damit eignet sie sich für vorhandene Heizkörper im Altbau, ohne dass alle Heizflächen getauscht werden müssen. Für die Effizienz gilt trotzdem: je niedriger die tatsächlich gefahrene Vorlauftemperatur, desto besser die Jahresarbeitszahl.

Welches Kältemittel nutzt die Compress 6800i AW?

Das natürliche Kältemittel R290 (Propan) mit sehr niedrigem Treibhauspotenzial. Die Füllmenge liegt je nach Modell bei etwa 0,95 bis 1,6 kg. R290 ist zukunftssicher gegenüber der F-Gas-Verordnung, aber brennbar (Sicherheitsgruppe A3) – daher sind bei der Aufstellung Sicherheitsabstände einzuhalten.

Wie laut ist die Bosch Compress 6800i AW?

Die Schallleistung liegt nach ErP bei 40–42 dB(A). Im Nachtmodus (Silent Mode) sinkt der Schalldruck auf bis zu 25,8 dB(A) in 3 m Abstand – das ist leiser als ein normales Gespräch und in der Praxis kaum wahrnehmbar. Damit zählt sie zu den leiseren Luft-Wasser-Wärmepumpen ihrer Klasse.

Welche Leistungsgrößen gibt es?

Fünf Außeneinheiten mit 3,9 bis 11,6 kW Heizleistung (A-7/W35): AW 4, 5 und 7 OR-S (1-phasig, 230 V) sowie AW 10 und 12 OR-T (3-phasig, 400 V). Welche Größe passt, ergibt sich aus der Heizlastberechnung – nicht aus der beheizten Fläche allein.

Was ist der Unterschied zwischen 6800i, 5800i und 8800i AW?

Die 5800i AW ist technisch eng verwandt, erreicht aber nur 60 °C Vorlauf und hat ein schlichteres Metalldesign – ideal für Neubau und gut gedämmten Bestand. Die 8800i AW ist die größere Hochtemperatur-Variante mit 11/13/15 kW für unsanierte Bestandsgebäude. Die 6800i AW ist der 75-°C-Allrounder dazwischen.

Wurde die Bosch Compress 6800i AW von Stiftung Warentest getestet?

Die 6800i AW selbst wurde nicht geprüft, wohl aber die baugleiche Buderus Logatherm WLW186i-10 AR E. Sie gewann den Stiftung-Warentest (test 8/2024) mit der Note „Gut (2,3)" inklusive Umwelt- und Preistipp. Weil die Technik identisch ist, ist das Ergebnis auf die 6800i AW übertragbar. Details im Test der Buderus WLW186i.

Ist die Compress 6800i AW SG Ready und PV-tauglich?

Ja. Die Wärmepumpe ist SG Ready und lässt sich über das Bosch Gateway-Modul, die HomeCom Easy App und den Bosch Energiemanager steuern, um überschüssigen PV-Strom für Warmwasser und Heizung zu nutzen. Diese Steuerbarkeit ist zugleich Voraussetzung für das reduzierte Netzentgelt nach § 14a EnWG.

Nächster Schritt: Passt die 6800i AW zu Ihrem Gebäude?

Ob die Bosch Compress 6800i AW für Ihr Haus die wirtschaftlichste Lösung ist – oder ob die günstigere 5800i AW, die größere 8800i AW oder ein anderer Hersteller besser passt – hängt von Heizlast, Dämmzustand, vorhandenen Heizflächen und Ihren individuellen Fördermöglichkeiten ab. Pauschale Modellempfehlungen ersetzen keine gebäudespezifische Analyse. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Empfehlung, welche Wärmepumpe technisch und wirtschaftlich zu Ihrem Haus passt – inklusive Fördermittelberechnung und konkreter Kosten-Nutzen-Analyse.

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