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Bosch Compress 5800i AW Test 2026: 60 °C, COP 4,8, R290

Bosch Compress 5800i AW im Test: max. 60 °C Vorlauf, COP 4,8, R290, ab 28,5 dB(A) nachts. Alle Specs, Preise (22.000–35.000 €) und Förderung 2026.

Bosch Compress 5800i AW Monoblock-Wärmepumpe Außengerät im Garten

Die Bosch Compress 5800i AW ist eine Luft-Wasser-Monoblock-Wärmepumpe mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan, GWP 3), die für Neubauten und gut gedämmte Bestandsgebäude mit Fußbodenheizung konzipiert ist — ihre maximale Vorlauftemperatur liegt bei 60 °C. Im Datenblatt erreicht sie einen COP bis 4,8 (A7/W35) und einen Schalldruck von nur 28,5 dB(A) im Nachtmodus (3 m Abstand); die Praxis-Jahresarbeitszahl liegt realistisch zwischen 3,8 und 4,2. Komplett installiert kostet sie im Einfamilienhaus rund 22.000–35.000 € vor Förderung — mit der Wärmepumpenförderung 2026 sinkt der Eigenanteil deutlich. Die 5800i ist baugleich zur Buderus Logatherm WLW176i AR und das kleinere Schwestermodell der Compress 6800i AW (75 °C, Altbau). Dieser Test ordnet alle Specs, Preise und Förderfälle ehrlich ein — inklusive der Frage, wann Sie besser zur 6800i greifen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vorlauftemperatur 60 °C (nicht 75 °C — das ist die 6800i): ausgelegt für Fußbodenheizung und Niedertemperatur-Heizkörper in Neubau und gut gedämmtem Bestand.
  • Kältemittel R290 (Propan), GWP 3, Füllmenge 0,95 kg (5/7 kW) bzw. 1,6 kg (10/12 kW) — zukunftssicher und qualifiziert für den 5 % Effizienzbonus der KfW.
  • COP bis 4,8 (A7/W35), SCOP 4,57–4,77 (35 °C, je nach Variante) laut Datenblatt; Praxis-JAZ 3,8–4,2.
  • Schalldruck nur 28,5 dB(A) bei 3 m im Nachtmodus — eine der leisesten Wärmepumpen ihrer Klasse.
  • Fünf Leistungsgrößen von 4 bis 12 kW; Außengerät baugleich mit der teureren 6800i, nur Inneneinheit und Regelung unterscheiden sich.
  • Gesamtkosten 22.000–35.000 € installiert (vor Förderung); im Neubau eher am unteren Ende.

Technische Daten: Die fünf Leistungsvarianten im Überblick

Die Compress 5800i AW ist eine Monoblock-Wärmepumpe: Alle kältemittelführenden Komponenten sitzen im Außengerät, zwischen außen und innen verlaufen ausschließlich Heizwasserleitungen. Das hat einen praktischen Vorteil gegenüber Split-Geräten — der Installateur benötigt keine F-Gas-Zertifizierung für die Inbetriebnahme. Mehr zu diesem Unterschied im Ratgeber Wärmepumpe: Split oder Monoblock im Vergleich.

Das Außengerät der Baureihe CS5800/6800i gibt es in fünf Größen. Die kleineren Modelle (4, 5, 7 kW) laufen einphasig mit 230 V, die größeren (10, 12 kW) dreiphasig mit 400 V. Wichtig: Die Heizleistung bei A7/W35 wirkt auf den ersten Blick niedrig — das ist der modulierende Teillastpunkt. Die maximale Heizleistung bei Frost (A-7/W35) ist die relevantere Größe für die Auslegung.

Variante Heizleistung A7/W35 Heizleistung A-7/W35 COP A7/W35 SCOP (35 °C) Anschluss
5 OR-S (5 kW) 2,8 kW 5,4 kW 4,8 4,57 1-phasig 230 V
7 OR-S (7 kW) 2,8 kW 6,7 kW 4,8 4,58 1-phasig 230 V
10 OR-T (10 kW) 5,6 kW 9,6 kW 4,8 4,77 3-phasig 400 V
12 OR-T (12 kW) 5,6 kW 11,6 kW 4,8 ~4,66 3-phasig 400 V

Hinweis: Die 4-OR-S-Variante (3,9 kW) ergänzt die Baureihe nach unten. OR-S = einphasig (230 V), OR-T = dreiphasig (400 V). Die 10- und 12-kW-Varianten (OR-T) sind seit November 2024 verfügbar.

Über alle Größen gilt: Energieeffizienzklasse A+++ bei 35 °C Vorlauf, Einsatzbereich -22 °C bis +45 °C Außentemperatur, aktive Kühlung im Sommer durch reversiblen Betrieb möglich. Das Außengerät benötigt nur 0,36 m² Aufstellfläche (5/7 kW: 800 × 1.100 × 540 mm, 143 kg; 10/12 kW: 1.100 × 1.350 × 540 mm, 203 kg).

Was die 5800i AW technisch auszeichnet

Kältemittel R290 (Propan, GWP 3) — Das natürliche Kältemittel ist PFAS- und F-Gas-konform, langfristig service-sicher und der Grund, warum sich die 5800i für den 5 % Effizienzbonus qualifiziert. R410A-Altgeräte verlieren ab 2028 voraussichtlich die Förderfähigkeit — die 5800i ist davon nicht betroffen. Die Füllmenge ist mit 0,95 kg (5/7 kW) bewusst niedrig gehalten.

Maximale Vorlauftemperatur 60 °C — Das ist der definierende Spec gegenüber der 6800i. 60 °C reichen für Fußbodenheizung und Niedertemperatur-Heizkörper in gut gedämmten Gebäuden vollkommen aus. Wer dauerhaft mehr als 60 °C braucht (unsanierter Altbau mit alten Gussheizkörpern), liegt bei der Compress 6800i AW mit 75 °C richtig.

Modulierender Inverter-Verdichter — Die Wärmepumpe passt ihre Leistung stufenlos an den Wärmebedarf an, statt ständig ein- und auszuschalten. Das ist Voraussetzung für hohe Effizienz und geringes Takten — sofern die Hydraulik sauber ausgelegt ist (dazu später mehr im Schwächen-Abschnitt).

Aktive Kühlung — Im Sommer lässt sich die 5800i reversibel betreiben und kühlt aktiv über die Fußbodenheizung. Die 7-kW-Variante liefert dabei je nach Betriebspunkt rund 3,8–5,5 kW Kühlleistung (Herstellerangaben variieren). Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe zur Kühlung im Sommer.

Inneneinheit: Tower M oder Wandgerät E

Anders als beim Außengerät, das mit der 6800i identisch ist, entscheidet die Inneneinheit über den Charakter der Anlage. Bei der 5800i stehen zwei Bauformen zur Wahl — die Entscheidung hängt vor allem vom verfügbaren Stellplatz und einem eventuell schon vorhandenen Speicher ab.

Merkmal Tower "M" (All-in-One) Wandgerät "E"
Bauform bodenstehend wandhängend
Warmwasserspeicher ~180 Liter integriert separat wählbar
Pufferspeicher 16 Liter integriert separat wählbar
E-Zuheizer 9 kW integriert separat
Höhe / Maße ~1.787 mm, 600 × 600 mm 71 cm Höhe (Wandgerät)
3-Wege-Umschaltventil integriert integriert
Ideal wenn kein separater Speicherplatz vorhanden Speicher vorhanden oder flexibel gewünscht

Der Tower M ist die Komplettlösung für Neubauten ohne Technikraum-Vorgeschichte: Warmwasser- und Pufferspeicher sind bereits eingebaut, es entfällt die separate Aufstellung. Das Wandgerät E ist flexibler, wenn bereits ein Speicher vorhanden ist oder eine größere Warmwassermenge gebraucht wird. Im Memodo-Komplettsystem wird das Wandgerät beispielsweise mit einem separaten STORA-Warmwasserspeicher (277 L) und einem 120-L-Pufferspeicher kombiniert — das ergibt deutlich mehr Warmwasserkomfort als der 180-L-Tower.

Bosch Compress 5800i vs. 6800i AW: Welche brauchen Sie?

Das ist die zentrale Entscheidung — und gleichzeitig die Quelle der häufigsten Verwirrung im Netz. Beide Modelle nutzen das identische Außengerät aus denselben Werken. Der Unterschied liegt ausschließlich in Inneneinheit und Regelung, die die Vorlauftemperatur begrenzen. Das erklärt auch, warum etliche Online-Shops fälschlich „75 °C" für die 5800i angeben: Sie übernehmen den Spec des gemeinsamen Außengeräts. Korrekt ist: 5800i = 60 °C, 6800i = 75 °C.

Merkmal Compress 5800i AW Compress 6800i AW
Max. Vorlauftemperatur 60 °C 75 °C
Zielgruppe Neubau / gut gedämmter Bestand Sanierung / Altbau mit Heizkörpern
Heizflächen Fußbodenheizung, NT-Heizkörper konventionelle Heizkörper möglich
Baugleich Buderus WLW176i AR WLW186i AR
Inneneinheit-Schwerpunkt 180-L-WW-Tower (M) 70-L-Puffer-Tower (MB)
Heizkreise 1 (Standard) bis 2 Heizkreise (MB)
Außengerät identisch identisch
Stiftung Warentest nicht direkt getestet (übertragbar) WLW186i = Note 2,3, Testsieger 08/2024

Die Entscheidungsregel ist einfach:

  • Fußbodenheizung + Neubau oder gut gedämmt → 5800i. Sie ist günstiger und ihre 60 °C reichen völlig. Mehr Vorlauftemperatur zu kaufen, die Sie nie nutzen, ist Geldverschwendung.
  • Bestehende Heizkörper + unsaniert/teilsaniert, Vorlauf über 60 °C nötig → 6800i. Hier ist die 5800i schlicht ungeeignet, weil der Heizstab bei Frost zu oft einspringen würde.

Wer unsicher ist, ob die vorhandenen Heizkörper mit 60 °C auskommen, sollte vor der Modellwahl prüfen lassen, welche Vorlauftemperatur das Gebäude bei Auslegungstemperatur tatsächlich braucht. Hintergründe dazu im Ratgeber Wärmepumpe mit Heizkörpern im Altbau und in der Übersicht zur Wärmepumpe im Altbau.

Preise 2026: Gerät, Komplettpaket und Installation

Bei den Preisen muss man genau hinsehen, weil Online-Quellen drei völlig verschiedene Dinge meinen: das reine Außengerät, ein Komplettpaket aus Außen- und Inneneinheit mit Speicher und die fertige Installation. Wer diese Basis nicht mitliest, hält scheinbar widersprüchliche Zahlen in der Hand. Die folgenden Tabellen trennen das sauber.

Reine Außengeräte (Monoblock, brutto inkl. MwSt.)

Diese Preise gelten für das Außengerät allein — baugleich für 5800i und 6800i, da identische Baureihe CS5800/6800i:

Variante Leistung (A-7/W35) Anschluss Straßenpreis Außengerät (ca.)
5 OR-S 5,4 kW 1-phasig ~4.879 €
7 OR-S 6,7 kW 1-phasig ~5.388 €
10 OR-T 9,6 kW 3-phasig ~7.271 €
12 OR-T 11,6 kW 3-phasig ~7.698 €

Komplettpakete (Außen + Inneneinheit mit Speicher, brutto)

Sobald die Inneneinheit mit integriertem Speicher dazukommt, steigt der Gerätepreis spürbar:

Paket Leistung Preis (ca., brutto)
4-kW-Komplettpaket 4 kW ab ~7.700 €
7-kW-Komplettpaket (inkl. integriertem Speicher) 7 kW ~12.000–13.000 €
12-kW-Paket 12 kW bis ~12.500 €

*Die Spanne der reinen Gerätekosten (Außen + Innen) liegt damit grob bei 10.000–15.000 €, je nach Leistung und Inneneinheit — der Tower M mit 180-L-Speicher ist teurer als das Wandgerät E.*

Eine Anmerkung zur Einordnung: Im Bosch-Marken-Hub werden teils niedrigere Paketwerte genannt (z. B. ~6.600 € für das Wand-E-Paket, ~8.400 € für das Tower-M-Paket bei 5 kW). Das sind listenpreis- bzw. nettonahe Einordnungen. Die hier genannten 12.000–13.000 € sind dagegen Online-Brutto-Komplettpakete inklusive integriertem Speicher. Beides ist korrekt — es ist nur eine andere Preisbasis. Verlassen Sie sich deshalb nie auf eine Einzelzahl, sondern denken Sie in Spannen.

Gesamtkosten komplett installiert (Einfamilienhaus, vor Förderung)

Szenario Gesamtkosten (Gerät + Installation)
Neubau / gut gedämmt (5800i, einfache Hydraulik) 19.000–28.000 €
Bestand mit Heizungstausch 28.000–35.000 €
Quellen-Bandbreite gesamt 22.000–35.000 €

Die wichtigste Differenzierung gegenüber der 6800i: Weil die 5800i das Neubau- und Gut-gedämmt-Modell ist, fällt im Neubau weniger Aufwand an — keine Demontage einer alten Heizung, einfachere Hydraulik, oft kein Heizkörpertausch. Dadurch liegen die Installationskosten im Neubau eher am unteren Ende der Spanne. Bei einem Heizungstausch im Bestand (Gas raus, Wärmepumpe rein) kommen Demontage und aufwendigere Hydraulik hinzu, und die Kosten klettern Richtung oberes Ende.

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Installationskosten im Detail

Als Orientierung — übertragen aus der Altbau-Sanierung, im Neubau jeweils am unteren Rand:

Posten Kosten (ca.)
Demontage alte Heizung (entfällt im Neubau) 1.500–3.000 €
Hydraulische Installation 6.000–9.000 €
Elektroarbeiten 1.500–3.500 €
Fundament und Außenarbeiten 1.000–2.000 €
Summe Installation 10.000–17.500 €

Eine modellunabhängige Kostenübersicht finden Sie im Ratgeber Wärmepumpe: Kosten und Förderung, konkrete Hausgrößen-Beispiele im Ratgeber Wärmepumpe-Kosten für ein 120-qm-Haus und im Kostenüberblick fürs Einfamilienhaus.

Förderung 2026: Wie viel bei der 5800i wirklich drin ist

Die Förderung läuft 2026 über die KfW (Programm 458, „Heizungstausch"). Hier ist die Differenzierung entscheidend, denn die viel zitierten „bis zu 70 %" gelten für die typische 5800i im Neubau nicht — sie hängen am Austausch einer alten fossilen Heizung.

Die Förderbausteine

Baustein Fördersatz Voraussetzung
Grundförderung 30 % Einbau Wärmepumpe / Austausch fossiler Heizung
Klimageschwindigkeitsbonus +20 % Ersatz funktionstüchtiger Öl-/Gas-/Kohle-/Nachtspeicherheizung
Einkommensbonus +30 % Zu versteuerndes Haushaltseinkommen unter 40.000 €/Jahr
Effizienzbonus +5 % Natürliches Kältemittel (R290) — 5800i qualifiziert sich
Maximalsatz bis 70 % Gedeckelt bei 30.000 € förderfähigen Kosten (max. 21.000 € Zuschuss)

Szenario 1: 5800i im reinen Neubau (kein Heizungstausch)

Im Neubau gibt es keine alte fossile Heizung, die ersetzt wird — der Klimageschwindigkeitsbonus entfällt. Es bleiben:

  • Grundförderung 30 %
  • Effizienzbonus R290 5 %
  • Maximal also 35 %

Bei 25.000 € Gesamtkosten sind das 8.750 € Zuschuss, Eigenanteil 16.250 €. Das ist die ehrliche Zahl für den Neubau-Käufer — pauschale 70-%-Versprechen wären hier irreführend.

Szenario 2: 5800i im gut gedämmten Bestand mit Gas-Austausch

Hier greift die volle Logik. Rechenbeispiel bei 30.000 € Gesamtkosten (= Förderdeckel):

  • Grundförderung 30 %: 9.000 €
  • Klimageschwindigkeitsbonus 20 %: 6.000 €
  • Effizienzbonus R290 5 %: 1.500 €
  • Gesamtförderung: 16.500 € (entspricht 55 %)
  • Eigenanteil: 13.500 €

Kommt der Einkommensbonus (Haushaltseinkommen unter 40.000 €/Jahr) hinzu, ist bei 70 % Schluss — also 21.000 € Zuschuss auf den 30.000-€-Deckel, Eigenanteil 9.000 €.

Zwei Dinge sind wichtig: Erstens muss der Antrag vor Auftragsvergabe über das KfW-Portal gestellt werden (mit aufschiebender Bedingung im Vertrag). Zweitens ist der R290-Vorteil zukunftssicher — R410A-Geräte verlieren ab 2028 voraussichtlich die Förderfähigkeit. Ein zeitlicher Hinweis: Der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 % gilt nur befristet und soll in den Folgejahren stufenweise abgesenkt werden — wer 2026 mit Heizungstausch saniert, sichert sich noch den vollen Satz. Den genauen Absenkungspfad ordnet der Ratgeber Klimageschwindigkeitsbonus: Absenkung ab 2027 ein.

Die komplette Antragslogik finden Sie in der Wärmepumpenförderung 2026 im Überblick, im Detailratgeber zum KfW-Programm 458 Heizungstausch und in der Förderübersicht Heizung 2026.

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Effizienz in der Praxis: COP, SCOP und reale JAZ

Hier trennt sich Datenblatt von Realität — und Ehrlichkeit ist wichtiger als Hochglanz. Das Datenblatt nennt einen COP bis 4,8 (A7/W35) und einen SCOP von 4,57 bis 4,77 (35 °C, je nach Variante). Das sind Prüfstandswerte unter idealen Bedingungen.

In der Praxis liegt die Jahresarbeitszahl (JAZ) meist zwischen 3,8 und 4,2, je nach Auslegung, Hydraulik und Heizkurve (Fachhändler-Erfahrung, nicht herstellerzertifiziert). Der wichtigste Realitäts-Check: Bei tiefen Außentemperaturen von -5 bis -7 °C sinkt der COP auf etwa 3,0–3,3. Das ist normal und kein Mangel — es ist Physik. Wer mit einer dauerhaften JAZ von 4,5+ rechnet, plant zu optimistisch.

Kennzahl Datenblatt Praxis (real)
COP bei A7/W35 bis 4,8 ~4,0–4,5
COP bei A-7/W35 2,4–2,5 ~3,0–3,3 (bei -5 bis -7 °C)
SCOP (35 °C) 4,57–4,77
Jahresarbeitszahl (JAZ) 3,8–4,2

Den Hintergrund zu diesen Kennzahlen erklärt der Ratgeber COP, JAZ und Wirkungsgrad bei Wärmepumpen.

Stromverbrauch und Betriebskosten

Im Neubau (~150 m²) liegt der jährliche Stromverbrauch bei rund 3.000 kWh für Heizung und Warmwasser. Über alle Einfamilienhaus-Typen reicht die Spanne von 3.000 bis 7.000 kWh/Jahr — der schlechter gedämmte Bestand liegt oben.

Zwei Hebel senken die Betriebskosten spürbar: Ein Wärmepumpen-Stromtarif ist günstiger als Haushaltsstrom (siehe Wärmepumpen-Stromtarif 2026), und eine Photovoltaikanlage deckt im Sommer einen Teil des Verbrauchs aus Eigenstrom (siehe Wärmepumpe und Photovoltaik kombinieren). Wie sich Verbrauch und Kosten genau zusammensetzen, zeigt der Ratgeber Wärmepumpe: Stromverbrauch und Stromkosten.

Schall: 28,5 dB(A) im Nachtmodus

Die Lautstärke ist bei der Aufstellung oft das emotionalste Thema — besonders in dichter Bebauung und bei Reihenhäusern. Hier punktet die 5800i deutlich, weil das Außengerät dank Schalldiffusor und Nachtmodus zu den leisesten seiner Klasse gehört. Die Werte sind identisch zur 6800i, da das Außengerät dasselbe ist.

Betriebszustand Schallleistung Schalldruck (3 m)
Nachtmodus / Silent Mode 46 dB(A) 28,5 dB(A)
Normalbetrieb (10–12 kW) ~42 dB(A) außen ~31 dB(A) innen

Zur Einordnung: Ein Flüstern liegt bei etwa 30 dB(A). Ein Schalldruck von 28,5 dB(A) bei 3 Metern Abstand bedeutet, dass die Wärmepumpe nachts kaum wahrnehmbar ist — ein echtes Argument für dichte Wohnbebauung und Reihenhaus-Situationen. Was rechtlich zu Abständen und Grenzwerten gegenüber dem Nachbarn gilt, klärt der Ratgeber Wärmepumpe: Lärm und Schallschutz zum Nachbarn.

Ehrliche Schwächen: Wovon der Erfolg abhängt

Kein Gerät ist perfekt, und Vertrauen entsteht durch Ehrlichkeit. Diese Punkte sollten Sie kennen, bevor Sie sich für die 5800i entscheiden:

Takten bei schlechter Hydraulik. Die Bosch-Regelung reagiert vergleichsweise „nervös". Ist der Pufferspeicher zu klein dimensioniert oder fehlt ein sauberer hydraulischer Abgleich, taktet das Gerät häufig — also schaltet zu oft ein und aus, was Effizienz und Lebensdauer mindert. Das ist kein Gerätefehler, sondern eine Frage der Installationsqualität. Der häufigste Praxisfehler bei der 5800i hat fast immer mit der Hydraulik zu tun, nicht mit der Wärmepumpe selbst. Was sonst noch schiefgehen kann, sammelt der Ratgeber Wärmepumpe: Nachteile und Probleme.

PV- und Energiemanager-Integration teils träge. Die Kopplung mit einer Photovoltaikanlage ist möglich, der Bosch-Energiemanager reagiert aber teils langsam und erfordert für den vollen Funktionsumfang Zusatz-Hardware (HomeCom / Connect-Key). Wer wattgenaues PV-Lastmanagement erwartet, sollte das im Angebot konkret prüfen.

Smart-Home schwächer als bei Viessmann. Das Bosch-HomeCom-Ökosystem ist solide, gilt aber als weniger ausgereift als das ViCare-System von Viessmann. Für Technik-Enthusiasten mit hohem App-Anspruch ein Punkt.

Kunststoffgitter kann ausbleichen. Die grauen Kunststoffgitter am Außengerät können nach 3–4 Jahren in praller Sonne leicht ausbleichen. Das ist rein kosmetisch und ohne funktionale Folgen — aber erwähnenswert.

Nur 60 °C. Der wichtigste Punkt zur Abgrenzung: Für unsanierte Altbauten mit Hochtemperatur-Heizkörpern ist die 5800i nicht geeignet. Hier ist die 6800i die richtige Wahl. Diese Ehrlichkeit erspart Fehlkäufe — eine zu kleine Vorlauftemperatur lässt sich nachträglich nicht „nachrüsten".

Welche Größe (kW) brauchen Sie?

Die richtige Dimensionierung ist erfolgskritisch — und Überdimensionierung der häufigste Fehler. Eine zu groß gewählte Wärmepumpe taktet mehr, läuft ineffizienter und kostet unnötig. Grundlage ist immer eine professionelle Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, keine Faustformel.

Gebäudetyp Wohnfläche Empfohlene Variante
Neubau / KfW-Effizienzhaus 120–150 m² 5–7 kW (OR-S, einphasig)
Gut gedämmter Bestand 120–180 m² 7–10 kW
Größerer gedämmter Bestand über 180 m² 10–12 kW (OR-T, dreiphasig)

Diese Werte sind eine grobe Orientierung. Die belastbare Auslegung liefert nur die Heizlastberechnung — wie sie funktioniert, erklärt der Ratgeber Heizlastberechnung verständlich erklärt, und welche kW-Zahl zu welchem Haus passt, zeigt die kW-Tabelle zur Wärmepumpen-Dimensionierung.

Vergleich zu Alternativen: Viessmann und Vaillant

Die 5800i ist nicht konkurrenzlos. Im R290-Segment sind vor allem zwei Modelle direkte Wettbewerber. Beide qualifizieren sich wie die Bosch für bis zu 70 % Förderung.

Kriterium Bosch Compress 5800i AW Viessmann Vitocal 250-A Vaillant aroTHERM plus
Kältemittel R290 R290 R290
Effizienz (Spitzenwert) COP bis ~4,85 SCOP bis ~5,2 COP bis ~5,4
Schalldruck (nachts) ~28,5 dB(A) ~32 dB(A) ~27,5 dB(A)
Stärke Akustik, Reihenhaus-Eignung, Preis Effizienz, Altbau-Leistung Effizienz, sehr leise
Garantie bis 7 Jahre (5+2) 5 Jahre 5 Jahre
Installiert (ca.) 22.000–35.000 € 26.000–32.000 € vergleichbar

Gegen Viessmann Vitocal 250-A: Viessmann gewinnt bei Effizienz und Altbau-Leistung (höherer SCOP), Bosch bei Akustik und Reihenhaus-Eignung — und ist meist etwas günstiger. Details im Ratgeber Viessmann Wärmepumpe: Modelle und Preise und im Test der Viessmann Vitocal 250-A.

Gegen Vaillant aroTHERM plus: Vaillant hat den höheren SCOP und mit 27,5 dB(A) im Nachtmodus die Nase knapp vorn; Bosch kontert mit der 7-Jahres-Garantie (5+2) gegen 5 Jahre bei Vaillant. Mehr im Ratgeber Vaillant Wärmepumpe: Modelle und Preise und in den Erfahrungen zur Vaillant aroTHERM plus.

Wer breiter vergleichen will, findet im Wärmepumpen-Herstellervergleich 2026 und im Wärmepumpen-Test 2026 eine Gesamtschau. Und falls die Grundsatzfrage noch offen ist, lohnt der Blick auf Wärmepumpe vs. Gasheizung sowie den Heizsysteme-Vergleich 2026.

Garantie, Wartung und Lebensdauer

Bosch gewährt eine Standard-Systemgarantie von 5 Jahren ab Installation. Diese lässt sich kostenlos auf 7 Jahre (5+2) verlängern — Voraussetzungen sind die Anbindung an HomeCom Pro, ein Antrag innerhalb von 6 Monaten nach Inbetriebnahme und die Einhaltung der jährlichen Wartung. Die 6-Monats-Frist sollten Sie nicht versäumen; die Verlängerung kostet nichts und ist im Marktvergleich (Viessmann und Vaillant je 5 Jahre) ein klarer Pluspunkt.

Was die jährliche Wartung kostet und worauf zu achten ist, steht im Ratgeber Wärmepumpe: Wartungskosten und Anleitung. Wie lange eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe insgesamt hält, ordnet der Ratgeber Wärmepumpe: Lebensdauer ein.

Verfügbarkeit

Die 5800i/6800i-Generation ist seit 2024 am Markt. Die einphasigen Varianten (4, 5, 7 kW) waren zuerst verfügbar, die dreiphasigen 10- und 12-kW-Varianten (OR-T) folgten ab November 2024. Insgesamt stehen damit fünf Leistungsgrößen zur Wahl, sodass sich die Baureihe sowohl für kompakte Neubauten als auch für größere gut gedämmte Bestandsgebäude eignet.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Vorlauftemperatur erreicht die Bosch Compress 5800i AW?

Die maximale Vorlauftemperatur der Compress 5800i AW liegt bei 60 °C. Das reicht für Fußbodenheizung und Niedertemperatur-Heizkörper in Neubau und gut gedämmtem Bestand. Wichtig: Im Netz kursiert oft fälschlich „75 °C" — das ist der Wert der Schwester 6800i, nicht der 5800i. Beide nutzen zwar dasselbe Außengerät, aber die Inneneinheit und Regelung der 5800i begrenzen den Vorlauf auf 60 °C.

Ist die Bosch Compress 5800i AW für den Altbau geeignet?

Nur bedingt. Für gut gedämmte oder teilsanierte Bestandsgebäude mit Fußbodenheizung oder Niedertemperatur-Heizkörpern ist die 5800i passend. Für unsanierte Altbauten mit konventionellen Hochtemperatur-Heizkörpern, die Vorlauftemperaturen über 60 °C brauchen, ist sie es nicht — hier sollten Sie zur Compress 6800i AW mit 75 °C greifen. Eine Prüfung der nötigen Vorlauftemperatur vor der Modellwahl klärt das eindeutig.

Was ist der Unterschied zwischen Bosch Compress 5800i und 6800i AW?

Der zentrale Unterschied ist die maximale Vorlauftemperatur: 60 °C (5800i) gegenüber 75 °C (6800i). Das Außengerät ist bei beiden identisch — nur Inneneinheit und Regelung unterscheiden sich. Die 5800i (baugleich Buderus WLW176i) zielt auf Neubau und gut gedämmten Bestand mit Fußbodenheizung, die 6800i (baugleich WLW186i) auf Sanierung und Altbau mit Heizkörpern und bietet bis zu 2 Heizkreise.

Wie laut ist die Bosch Compress 5800i AW?

Im Nachtmodus erreicht die 5800i einen Schalldruck von nur 28,5 dB(A) bei 3 Metern Abstand — leiser als ein Flüstern (etwa 30 dB(A)). Im Normalbetrieb liegt die Schallleistung bei rund 42 dB(A) außen und etwa 31 dB(A) innen. Dank Schalldiffusor gehört sie zu den leisesten Luft-Wasser-Wärmepumpen ihrer Klasse und eignet sich gut für dichte Wohnbebauung und Reihenhäuser.

Was kostet die Bosch Compress 5800i AW komplett installiert?

Komplett installiert kostet die 5800i im Einfamilienhaus rund 22.000–35.000 € vor Förderung. Im Neubau mit einfacher Hydraulik liegt sie eher bei 19.000–28.000 €, beim Heizungstausch im Bestand Richtung 28.000–35.000 €. Das reine Außengerät kostet je nach Größe ca. 4.879–7.698 € brutto, ein Komplettpaket mit Speicher ca. 7.700–13.000 €. Abzüglich Förderung sinkt der Eigenanteil deutlich.

Ist die Bosch Compress 5800i AW baugleich mit der Buderus WLW176i?

Ja. Die Compress 5800i AW entspricht der Buderus Logatherm WLW176i AR — gleiche Entwicklungsplattform, gleiches Außengerät, gleiche Werke. (Die 6800i entspricht entsprechend der WLW186i AR.) Das bedeutet: Sie können Angebote sowohl von Bosch- als auch von Buderus-Fachbetrieben einholen und die Preise vergleichen, obwohl die Technik identisch ist.

Welche Förderung gibt es 2026 für die Bosch Compress 5800i AW?

Das hängt vom Fall ab. Im reinen Neubau (ohne Austausch einer fossilen Heizung) gibt es maximal 35 %: 30 % Grundförderung plus 5 % Effizienzbonus für das R290-Kältemittel. Im gut gedämmten Bestand mit Austausch einer alten Gas-/Ölheizung kommen +20 % Klimageschwindigkeitsbonus und ggf. +30 % Einkommensbonus hinzu — bis zu 70 %, gedeckelt bei 30.000 € förderfähigen Kosten (max. 21.000 € Zuschuss). Der Antrag muss vor Auftragsvergabe über das KfW-Programm 458 gestellt werden.

Welche JAZ erreicht die Bosch Compress 5800i AW in der Praxis?

Die reale Jahresarbeitszahl (JAZ) liegt meist zwischen 3,8 und 4,2, je nach Auslegung und Hydraulik (Fachhändler-Erfahrung). Der Datenblatt-SCOP von 4,57–4,77 (35 °C) wird in der Praxis nicht 1:1 erreicht. Bei tiefen Außentemperaturen von -5 bis -7 °C sinkt der COP auf etwa 3,0–3,3. Entscheidend für eine gute JAZ sind eine korrekte Dimensionierung, eine niedrige Heizkurve und ein sauberer hydraulischer Abgleich.

Welche Größe (kW) der Compress 5800i AW brauche ich für mein Haus?

Als grobe Orientierung: Neubau bzw. KfW-Effizienzhaus mit 120–150 m² meist 5–7 kW (einphasig), gut gedämmter Bestand mit 120–180 m² eher 7–10 kW, größere Gebäude 10–12 kW (dreiphasig). Verbindlich ist aber nur eine professionelle Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Vermeiden Sie Überdimensionierung — eine zu große Wärmepumpe taktet häufiger und läuft ineffizienter.

Hat die Bosch Compress 5800i bei Stiftung Warentest abgeschnitten?

Nicht direkt. Stiftung Warentest hat im August 2024 die Buderus WLW186i-10 AR E getestet — das ist das baugleiche Schwestermodell der Bosch 6800i, nicht der 5800i. Es erreichte Note 2,3 (gut) und war Testsieger. Da das Außengerät der 5800i identisch ist, sind Effizienz- und Schallwerte übertragbar — ein separater Test der 5800i (WLW176i) liegt jedoch nicht vor. Streng genommen bezieht sich die Note 2,3 also auf die 6800i.

Kann die Bosch Compress 5800i AW im Sommer kühlen?

Ja. Die 5800i ist reversibel und kann im Sommer aktiv kühlen, in der Regel über die Fußbodenheizung. Die 7-kW-Variante liefert dabei je nach Betriebspunkt rund 3,8–5,5 kW Kühlleistung (Herstellerangaben variieren). Die Kühlung ersetzt keine Klimaanlage, nimmt der Raumtemperatur aber spürbar die Spitzen. Mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe zur Kühlung im Sommer.

Nächster Schritt: Passt die 5800i zu Ihrem Gebäude?

Ob die Compress 5800i AW für Ihr Haus die richtige Wahl ist — oder ob die 60 °C zu knapp sind und Sie besser zur 6800i greifen — entscheidet sich an Dämmzustand, vorhandenen Heizflächen, der nötigen Vorlauftemperatur und Ihrem konkreten Förderfall (Neubau oder Heizungstausch). Pauschale Empfehlungen ersetzen keine gebäudespezifische Analyse. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Einschätzung, welche Wärmepumpe technisch und wirtschaftlich passt — inklusive Förderberechnung für Ihren individuellen Fall und einer realistischen Kosten-Nutzen-Rechnung.

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