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Heizung Wasser nachfüllen 2026: Anleitung und 1,5 bar Solldruck

Hendrik Stotz

Hendrik Stotz

Zertifizierter Energieeffizienz-Experte

Stand: 7. September 202616 Minuten

Manometer an der Sicherheitsgruppe einer Heizungsanlage im Keller mit Blick auf den Fülldruck

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ESMT Berlin
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Das Wichtigste in Kürze

  • Solldruck kalt: Im Ein- und Mehrfamilienhaus gehören meist 1,0 bis 2,0 bar aufs Manometer, im zweigeschossigen Einfamilienhaus 1,2 bis 1,8 bar. Fällt der Druck im kalten Zustand unter 1,0 bar, liegt Wassermangel oder ein Leck vor.
  • Faustformel: Statische Höhe in Metern × 0,1 bar + 0,5 bar Zuschlag. Zehn Meter zwischen Wärmeerzeuger und oberstem Heizkörper ergeben rund 1,5 bar.
  • Trinkwasserschutz: Befüllt wird ausschließlich über die fest installierte Fülleinrichtung mit Sicherungseinrichtung (§ 13 TrinkwV). Der Füllschlauch kommt danach wieder ab, der Systemtrenner wird mindestens alle 12 Monate gewartet.
  • Normale Häufigkeit: Eine dichte Anlage verliert im Betrieb nichts. Wer öfter als ein- bis zweimal im Jahr nachfüllt, sucht besser die Ursache: Der Tausch eines Membranausdehnungsgefäßes kostet 250 bis 500 €.
  • Wärmepumpe: Fülldruck kalt 1,0 bis 1,5 bar, Warnmeldung ab 0,7 bar, Abschaltung mit Fehler F.22 unter 0,5 bar. Den Solekreis füllt ausschließlich der Fachbetrieb nach.

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Wasser müssen Sie in die Heizung nachfüllen, sobald das Manometer im kalten Zustand unter 1,0 bar sinkt. Der richtige Fülldruck hängt an der Gebäudehöhe und liegt meist zwischen 1,0 und 2,0 bar: Höhe des obersten Heizkörpers über dem Wärmeerzeuger in Metern mal 0,1 bar, plus 0,5 bar Sicherheitszuschlag. Nachgefüllt wird nur über die fest installierte Fülleinrichtung, danach kommt der Schlauch wieder ab. Und wer mehrmals im Jahr nachfüllt, hat kein Druckproblem, sondern ein Leck oder ein defektes Ausdehnungsgefäß.

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Kalte Heizkörper haben allerdings mehrere Ursachen, und zu wenig Druck ist nur eine davon: Welche Fehler sonst noch dahinterstecken, zeigt der Ratgeber dazu, dass die Heizung nicht warm wird. Der richtige Fülldruck ersetzt außerdem keinen hydraulischen Abgleich, er ist nur die Voraussetzung dafür, dass die Anlage überhaupt sauber umläuft.

Wie viel bar Druck muss die Heizung haben?

Der richtige Anlagendruck hängt an der statischen Höhe, also am Höhenunterschied zwischen Wärmeerzeuger und höchstgelegenem Heizkörper. Jeder Meter Wassersäule erzeugt 0,1 bar. Damit auch oben Überdruck herrscht und keine Luft eingesaugt wird, kommt ein Sicherheitszuschlag von 0,5 bar dazu.

Viessmann formuliert das als Faustformel Systemdruck = Höhenunterschied in Metern × 0,1 + 0,5 bar und nennt für zehn Meter Höhenunterschied 1,5 bar. Vaillant bestätigt den Kern der Rechnung in der aktuellen Gerätedokumentation: Der erforderliche Vordruck variiert je nach statischer Druckhöhe mit 0,1 bar pro Höhenmeter. Bosch Home Comfort gibt für das zweigeschossige Einfamilienhaus 1,2 bis 1,8 bar im Heizkreislauf an.

Gebäude Statische Höhe über dem Wärmeerzeuger Rechnung Empfohlener Fülldruck kalt
Bungalow, Heizung im selben Geschoss ca. 3 m 3 × 0,1 + 0,5 = 0,8 bar mindestens 1,0 bar (Herstellermindestwert)
Einfamilienhaus, Keller + 1 Vollgeschoss ca. 5 m 5 × 0,1 + 0,5 = 1,0 bar 1,0–1,2 bar
Einfamilienhaus, Keller + 2 Vollgeschosse ca. 7–8 m 7,5 × 0,1 + 0,5 = 1,25 bar 1,2–1,8 bar
Einfamilienhaus mit ausgebautem Dachgeschoss ca. 10 m 10 × 0,1 + 0,5 = 1,5 bar ca. 1,5 bar
Mehrfamilienhaus, 4 Etagen ca. 13 m 13 × 0,1 + 0,5 = 1,8 bar ca. 1,8 bar
Mehrfamilienhaus, 6 Etagen ca. 19 m 19 × 0,1 + 0,5 = 2,4 bar ca. 2,4 bar, Auslegung durch den Fachbetrieb

Quellen: Viessmann (Faustformel und 10-Meter-Beispiel), Bosch Home Comfort (1,2–1,8 bar im zweigeschossigen Einfamilienhaus), Vaillant (0,1 bar je Höhenmeter) · Stand: September 2026

Zwei Dinge sind wichtig. Die Faustformel ist eine Untergrenze: Im Bungalow rechnet sie 0,8 bar aus, die Hersteller nennen trotzdem 1,0 bar als Minimum. Und sie gilt für die kalte Anlage. Ab vier Etagen gehört die Auslegung von Ausdehnungsgefäß und Sicherheitsventil in die Hand des Fachbetriebs.

Manometer an der Sicherheitsgruppe: was der rote Zeiger anzeigt

Das Manometer sitzt an der Kesselsicherheitsgruppe über dem Wärmeerzeuger oder als Digitalanzeige in der Bedienoberfläche. Der schwarze Zeiger zeigt den aktuellen Druck, der rote ist ein von Hand verstellbarer Sollzeiger, den der Installateur auf den berechneten Wert gedreht hat. Steht der schwarze deutlich darunter, fehlt Wasser. Den aufgedruckten grünen Bereich nehmen Sie nur als groben Rahmen: Er kennt Ihre Gebäudehöhe nicht.

Kalt oder warm messen: warum der Solldruck für die kalte Anlage gilt

Wasser dehnt sich beim Erwärmen aus, deshalb steigt der Druck im Betrieb um mehrere Zehntel bar. Vaillant beschreibt für Wandgeräte einen optimalen Wasserdruck von 1,0 bis 1,5 bar im kalten Zustand und einen Anstieg auf 2 bar oder etwas mehr im Betrieb. Messen und nachfüllen Sie also immer bei abgekühlter Anlage. Wer bei 60 °C Vorlauf auf 1,8 bar auffüllt, hat am nächsten Morgen 1,2 bar und im Heizbetrieb ein tropfendes Sicherheitsventil.

Wenn der Druck über 2,5 bar steigt: Sicherheitsventil und zu kleines Ausdehnungsgefäß

Nach oben setzt das Membran-Sicherheitsventil die Grenze. Vaillant verlangt für Heizkreise Sicherheitsventile mit einem Schaltpunkt von mindestens 3 bar. Erreicht die Anlage diesen Wert, bläst das Ventil ab. Läuft eine Anlage, die kalt bei 1,5 bar steht, im Betrieb bis an das Ventil, ist das Ausdehnungsgefäß zu klein oder sein Vordruck stimmt nicht mehr. Nachfüllen hilft dann nicht.

Heizung Wasser nachfüllen: Anleitung in acht Schritten

Die Reihenfolge stammt aus den Hersteller-Anleitungen von Viessmann und Vaillant und gilt für Anlagen mit fest installierter Fülleinrichtung. Sie brauchen Füllschlauch, Entlüftungsschlüssel, Lappen, ein Gefäß und rund 30 Minuten.

  1. Anlage abschalten und abkühlen lassen. Umwälzpumpe aus, Vorlauftemperatur auf Minimum, mindestens eine Stunde warten. Nur die kalte Anlage zeigt den echten Fülldruck.
  2. Thermostatventile an allen Heizkörpern ganz aufdrehen. So verteilt sich das Wasser und die Luft sammelt sich dort, wo Sie sie ablassen können.
  3. Von unten nach oben entlüften. Beginnen Sie im untersten Geschoss und arbeiten Sie sich zum obersten Heizkörper vor. Die Details stehen im Ratgeber Heizung richtig entlüften.
  4. Füllschlauch blasenfrei füllen. Den Schlauch zuerst wasserseitig anschließen und laufen lassen, bis er luftfrei ist. Sonst drücken Sie Luft in das gerade entlüftete System.
  5. Schlauch an die Fülleinrichtung anschließen und langsam öffnen. Das Wasser soll hörbar, aber nicht schlagartig einströmen. Das Manometer im Blick behalten.
  6. Bei Erreichen des Solldrucks schließen. Viessmann nennt für den Normalfall rund 1,5 bar, Vaillant empfiehlt, bei 1,2 bis 1,5 bar zu schließen. Maßgeblich ist der Wert aus der Tabelle für Ihre Gebäudehöhe.
  7. Füllschlauch abnehmen und die Schraubkappe wieder aufsetzen. Dieser Schritt ist nicht optional, sondern der eigentliche Trinkwasserschutz. Ein dauerhaft angeschlossener Schlauch ist eine unzulässige Verbindung zwischen Trinkwasser- und Heizungsanlage.
  8. Erneut entlüften und den Druck kontrollieren. Nach dem Entlüften fällt der Druck meist wieder etwas ab, dann füllen Sie ein zweites Mal auf den Sollwert.

Fehlt Ihrer Anlage die Fülleinrichtung, improvisieren Sie nicht mit einem Gartenschlauch am Waschbecken, sondern lassen Sie sie nachrüsten.

KFE-Hahn, Füll- und Entleerhahn, Fülleinrichtung: dieselbe Sache, drei Namen

Für denselben Anschluss kursieren drei Bezeichnungen. Bosch schreibt vom KFE-Hahn, kurz für Kessel-Füll- und Entleerhahn; Vaillant nennt das Bauteil Fülleinrichtung mit Schraubkappe. Im Handwerk heißt es Füll- und Entleerhahn an der tiefsten Stelle der Anlage. Optisch erkennen Sie ihn an einem kleinen Ventil mit Schlauchtülle und Vierkant oder Rändelgriff, meist am Rücklauf in Bodennähe; in Kompaktgeräten und Hydraulikstationen liegt er hinter der Frontverkleidung.

Nach dem Nachfüllen: erneut entlüften und den Druck am nächsten Tag prüfen

Frisches Wasser bringt gelöste Gase mit, die sich beim ersten Aufheizen ausperlen. Ein zweiter Entlüftungsgang ein bis zwei Wochen später gehört deshalb dazu. Bleiben Gluckern und Rauschen bestehen, steckt meist ein anderes Problem dahinter: Der Ratgeber zu gluckernden Geräuschen in der Heizung ordnet die Geräusche ihren Ursachen zu.

Notieren Sie den Druck am nächsten Morgen und noch einmal nach einer Woche. Ein stabiler Wert heißt: alles in Ordnung. Fällt er binnen 24 Stunden wieder um 0,3 bar, ist es ein Leck oder das Ausdehnungsgefäß, kein Füllproblem.

Braucht das Nachfüllen von Heizungswasser einen Systemtrenner?

Ja, und das ist kein Detail für Perfektionisten, sondern geltendes Recht. Als Heizmedium wird meist Trinkwasser genutzt, das der Trinkwasser-Installation entnommen wird. Damit entsteht eine Verbindung zwischen Trinkwasser- und Nichttrinkwasseranlage. Die Trinkwasserverordnung erlaubt diese Verbindung nur mit einer Sicherungseinrichtung (§ 13 TrinkwV), und Wasserversorgungsanlagen müssen mindestens den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen.

Diese Regeln stehen in der DIN EN 1717, der Norm zum Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen durch Rückfließen. Sie ordnet Sicherungseinrichtungen nach Flüssigkeitskategorien zu. Welche Kategorie Ihr Heizungswasser hat, hängt von den Zusatzstoffen ab: Frostschutz, Inhibitoren oder Dichtmittel ziehen eine höhere Schutzklasse nach sich. Das ist eine Gefährdungsbeurteilung des Fachbetriebs, keine Entscheidung nach Gefühl.

Warum der Füllschlauch nach dem Befüllen abgenommen wird

Der DVGW beschreibt die Heizungsfülleinrichtung als das Bauteil, das die notwendige Sicherungseinrichtung zum Schutz der Trinkwasser-Installation enthält: Sie trennt die beiden Systeme und verhindert, dass Wasser aus dem Heizsystem in die Trinkwasser-Installation zurückfließt. Genau deshalb schreibt Vaillant vor, den Füllschlauch nach dem Befüllen zu entfernen und die Schraubkappe wieder aufzuschrauben. Ein dauerhaft montierter Schlauch macht aus einer zulässigen Befüllung eine unzulässige Dauerverbindung.

Systemtrenner jährlich warten lassen: die 12-Monats-Regel des DVGW

Sicherungseinrichtungen sind Verschleißteile. Der DVGW nennt für den Systemtrenner ein Wartungsintervall von mindestens 12 Monaten. Bei der jährlichen Heizungswartung wird das miterledigt, wenn Sie es im Auftrag nennen. Steht die Anlage 15 Jahre und wurde die Fülleinrichtung nie angefasst, trennt sie vermutlich nicht mehr sicher.

Wie oft ist Wasser nachfüllen bei der Heizung normal?

Die ehrliche Antwort lautet: fast nie. Ein geschlossener Heizkreis verbraucht im Normalbetrieb kein Wasser. Zulässiger Verlust entsteht beim Entlüften, denn dabei wird bis zum Wasseraustritt entlüftet. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, vor und nach dem Entlüften den Druck zu prüfen und gegebenenfalls nachzufüllen.

Statt eines Bauchgefühls gibt es eine harte Grenze aus der Wasseraufbereitung. Vaillant schreibt vor, das Füll- und Ergänzungswasser aufzubereiten, wenn die gesamte Füll- und Ergänzungswassermenge während der Nutzungsdauer der Anlage das Dreifache des Nennvolumens überschreitet.

Nach dem Entlüften ist Nachfüllen normal, mitten in der Heizperiode nicht

Ein Druckabfall von 0,1 bis 0,3 bar unmittelbar nach einer Entlüftungsrunde ist erwartbar und harmlos. Ein Druckabfall im Januar, ohne dass jemand an der Anlage war, ist es nicht. Ordnen Sie den Verlust deshalb zeitlich ein, bevor Sie zum Schlauch greifen: Wurde entlüftet, wurde ein Heizkörper getauscht, lief die Anlage nach dem Sommer zum ersten Mal wieder heiß?

Rechenbeispiel: wie viel Ergänzungswasser ein 12-kW-Einfamilienhaus verträgt

Die folgende Rechnung ist eine eigene Ableitung aus der Vaillant-Vorgabe und einem Planungsfaustwert, keine zitierbare Norm. Mit rund 10 Litern Anlagenvolumen je Kilowatt kommt ein Einfamilienhaus mit 12 kW Heizlast auf etwa 120 Liter Nennvolumen. Das Dreifache sind 360 Liter über die gesamte Nutzungsdauer, verteilt auf 20 Jahre also rund 18 Liter pro Jahr.

Das klingt nach viel, ist es aber nicht: Eine Auffüllung von 1,0 auf 1,5 bar verbraucht nur wenige Liter. Wer alle paar Wochen nachfüllt, reißt die Grenze in wenigen Jahren und handelt sich ein Wasserqualitätsproblem ein, weil mit jedem Liter frische Härtebildner und Sauerstoff ins System kommen.

Ab wann Nachfüllen den Schaden vergrößert statt ihn zu beheben

Beim undichten Rohr im Estrich transportiert jeder nachgefüllte Liter Wasser in die Dämmschicht. Beim gerissenen Ausdehnungsgefäß verschiebt jede Auffüllung nur den nächsten Abblasvorgang. Viessmann nennt drei Anzeichen für echten Wasserverlust, bei denen der Heizungsbauer ran muss: wenn der Druck in kurzer Zeit stark abfällt, wenn kurz nach dem Nachfüllen erneut Druck verloren geht, oder wenn feuchte Flecken an Wänden, Decken, Heizkörpern oder unter dem Wärmeerzeuger auftauchen.

Druckverlust im Heizkreis: sechs Ursachen mit Reparaturkosten

Viessmann systematisiert den Wasserverlust in sechs Gruppen: häufiges Entlüften, angebohrte Rohre in Wand- oder Fußbodenheizungen, Korrosion und Lochfraß, ein defektes Sicherheitsventil, ein defektes Membranausdehnungsgefäß sowie ein undichter Wärmetauscher im Altkessel. Vaillant formuliert die Konsequenz knapp: Wer häufigen Druckverlust beobachtet, soll die Ursache ermitteln und beseitigen.

Ursache Typisches Erkennungsmerkmal Selbst prüfbar? Kostenspanne
Häufiges Entlüften Druck fällt genau nach dem Entlüften ja 0 €
Nachfüllen durch den Fachbetrieb keine Fülleinrichtung vorhanden oder Unsicherheit Auftrag 90–180 €
Vordruck im Ausdehnungsgefäß zu niedrig Druck schwankt stark zwischen kalt und warm Klopftest 80–180 €
Kappenventil am Ausdehnungsgefäß undicht feuchte Stelle an der Verschraubung ja, sichtbar 100–180 €
Membran im Ausdehnungsgefäß gerissen am Ventil tritt Wasser statt Luft aus Klopftest 250–500 €
Sicherheitsventil tropft Tropfen an der Abblaseleitung ja, sichtbar 120–250 €
Manometer oder Drucksensor defekt Anzeige passt nicht zum Verhalten der Anlage nein 100–250 €
Leck an Verschraubung oder Heizkörper Rostfahnen, feuchte Stellen, Pfützen ja, sichtbar 90–180 € (Anfahrt plus eine Stunde)
Rohrleck im Estrich oder in der Wand Druck fällt stetig, keine sichtbare Stelle nein Leckortung 300–1.200 €, Reparatur 1.000–4.000 €
Undichter Wärmetauscher im Altkessel Druckverlust plus Wasser im Heizraum nein meist wirtschaftlicher Totalschaden

Kostenangaben = Orientierungswerte aus Marktrecherche, keine Angebote; plausibilisiert gegen JVEG Anlage 1, Sachgebiet 4.2 (104 €/h für handwerklich-technische Ausführung am Bau) und den destatis-Baupreisindex (Heizanlagen +5,0 % im Mai 2026). Für Stundenverrechnungssätze im SHK-Handwerk existiert keine amtliche Statistik. · Stand: September 2026

Ausdehnungsgefäß defekt: Vordruck, Klopftest und was der Tausch kostet

Das Membranausdehnungsgefäß, kurz MAG, nimmt das Volumen auf, um das sich das Heizwasser beim Erwärmen ausdehnt. Innen trennt eine Membran Wasser und Gaspolster. Reißt sie oder entweicht das Gas, verliert die Anlage ihren Puffer: Der Druck springt beim Aufheizen nach oben, das Sicherheitsventil bläst ab, und beim Abkühlen fehlt das abgeblasene Wasser.

Zwei Indizien prüfen Sie selbst. Klopfen Sie das Gefäß von oben nach unten ab: Oben soll es hohl klingen, unten dumpf. Klingt es auf ganzer Länge dumpf, steht es voll Wasser. Und drücken Sie den Stift im Ventil an der Gaskappe ein. Kommt Wasser statt Luft, ist die Membran hin. Vaillant führt die Prüfung des Vordrucks als jährliche Wartungsposition, mit Nachfüllen über Stickstoff.

Sicherheitsventil tropft: warum der Verlust im Abfluss unsichtbar bleibt

Die Abblaseleitung endet meist im Bodenablauf oder Siphon, deshalb sieht niemand, wenn dort über Wochen Wasser wegläuft. Legen Sie ein Blatt Küchenpapier unter den Auslauf und prüfen Sie es nach einem Heizzyklus. Häufige Ursachen sind Schmutz auf dem Ventilsitz und Alterung des Dichtelements. Bläst das Ventil regelmäßig ab, ist nicht es das Problem, sondern der zu hohe Druckanstieg beim Aufheizen und damit wieder das Ausdehnungsgefäß.

Leck an Heizkörper, Verschraubung oder im Estrich

Sichtbare Lecks finden Sie mit Taschenlampe und Papier: Ventilverschraubungen, Entlüfterstopfen, Blindstopfen und die Anschlüsse an der Heizungsverteilung. Trockene Rostfahnen und Kalkränder verraten auch längst verdunstete Tropfen. Verstecken sich Lecks in Estrich oder Wand, bleibt die Leckortung mit Thermografie, Feuchtemessung, Tracergas oder Druckprobe für 300 bis 1.200 €. Davor lohnt der Blick in die Police: Viele Wohngebäudeversicherungen übernehmen die Suchkosten bei einem versicherten Bruchschaden.

Undichter Wärmetauscher im Altkessel: wenn Reparatur keine Option mehr ist

Bei Kesseln jenseits der 20 Jahre ist ein undichter Wärmetauscher regelmäßig das Ende. Ersatzteile sind teuer oder abgekündigt, der Einbau lohnt in einem Gerät am Ende seiner Nutzungsdauer wirtschaftlich nicht. Ab hier wird aus der Reparaturfrage eine Investitionsentscheidung, die der Ratgeber Heizung reparieren oder tauschen im Detail durchrechnet.

Welches Wasser dürfen Sie in die Heizung nachfüllen?

Grundsätzlich Trinkwasser. Die Anforderung steht in der VDI-Richtlinie 2035, auf die die Hersteller in ihren Anleitungen verweisen. Vaillant macht daraus drei Auslöser für eine Aufbereitung: zu viel Ergänzungswasser, ein pH-Wert außerhalb des Fensters oder eine Wasserhärte über den Richtwerten. Die Härte-Tabelle der Richtlinie ist in der Geräteanleitung abgedruckt.

Gesamtheizleistung ≤ 20 l/kW > 20 bis ≤ 40 l/kW > 40 l/kW
≤ 50 kW, Wasserinhalt Wärmeerzeuger ≥ 0,3 l/kW keine Anforderung an die Härte ≤ 16,8 °dH (3,0 mol/m³) < 0,3 °dH (0,05 mol/m³)
≤ 50 kW, Wasserinhalt Wärmeerzeuger < 0,3 l/kW ≤ 16,8 °dH ≤ 8,4 °dH < 0,3 °dH
> 50 bis ≤ 200 kW ≤ 11,2 °dH ≤ 5,6 °dH < 0,3 °dH

Quelle: Vaillant, Installations- und Wartungsanleitung aroTHERM plus, Wiedergabe der VDI-2035-Richtwerte für Deutschland · Stand: September 2026

Dazu kommt das pH-Fenster. Vaillant lässt den Wert am entnommenen Wasser bei 25 °C messen; liegt er unter 8,2 oder über 10,0, sind Reinigung und Aufbereitung fällig.

Anlagenvolumen abschätzen: 10 bis 20 Liter je Kilowatt

Ohne das spezifische Anlagenvolumen ist die Tabelle nicht anwendbar. In der Anlagenplanung wird überschlägig mit rund 10 Litern je Kilowatt bei Heizkörpern und rund 20 Litern je Kilowatt bei Fußbodenheizungen gerechnet. Das sind Faustwerte, keine Normwerte, und Puffer- sowie Speichervolumen zählen mit. Daran scheitert die Abschätzung bei Wärmepumpen häufig, denn ein 200-Liter-Puffer verdreifacht das Anlagenvolumen eines 12-kW-Hauses beinahe. Welche Größe sinnvoll ist, behandelt der Ratgeber zum Pufferspeicher der Wärmepumpe.

Wann Enthärtung oder Vollentsalzung nötig wird

Die Tabelle liefert die Entwarnung für das typische Einfamilienhaus selbst: Unter 50 kW und bis 20 Liter je Kilowatt stellt die Richtlinie an die Härte keine Anforderung, sofern der Wärmeerzeuger mindestens 0,3 Liter Wasserinhalt je Kilowatt hat. Kritisch wird es bei großem Anlagenvolumen, sehr hartem Wasser und Aluminium-Wärmetauschern mit ihrem engeren pH-Fenster. Die Vollentsalzung einer Anlage mit rund 150 Litern kostet als Marktspanne 250 bis 600 €. Zusatzmittel gehören nur in Absprache mit dem Fachbetrieb ins System, weil sie Herstellerfreigabe und Schutzklasse an der Fülleinrichtung berühren.

Wärmepumpe: Fülldruck im Heizkreis und Soledruck prüfen

Bei Wärmepumpen ist der Druck kein Komfortthema, sondern eine Abschaltbedingung. Die Geräte messen ihn elektronisch und melden sich zweistufig: erst Hinweis, dann Störabschaltung.

Kennwert Wert Was passiert
Fülldruck Heizkreis kalt 1,0–1,5 bar (0,10–0,15 MPa) Normalbetrieb; bei mehrgeschossigen Anlagen kann ein höherer Fülldruck nötig sein
Druck nach dem Entlüftungsprogramm 1,5 bar (150 kPa) darunter wird Wasser nachgefüllt
Meldung M32 unter 0,7 bar (0,07 MPa) Hinweis im Display, die Anlage läuft weiter
Fehler F.22 unter 0,5 bar (0,05 MPa) länger als eine Minute Abschaltung; erlischt, sobald der Druck wieder über 0,5 bar steigt
Vordruck Ausdehnungsgefäß jährliche Prüfposition unter 0,75 bar mit Stickstoff auffüllen
Sicherheitsventil Heizkreis Schaltpunkt mindestens 3 bar bläst ab und entzieht der Anlage Wasser

Quellen: Vaillant, Betriebsanleitung und Installations- und Wartungsanleitung aroTHERM plus; Sole-Werte sind baureihenspezifisch und stehen in der Anleitung Ihres Geräts · Stand: September 2026

Warum die Wärmepumpe früher abschaltet als die Gastherme

Eine Wärmepumpe arbeitet mit niedriger Spreizung und hohem Volumenstrom. Fehlt Wasser, sinkt der Volumenstrom, die Spreizung steigt, der Verdichter läuft in ungünstige Betriebspunkte. Deshalb greifen die Schutzfunktionen früher als bei einem Gaskessel, der auch mit 0,8 bar noch irgendwie heizt. Prüfen Sie den Fülldruck im Herbst und lassen Sie den Vordruck des Ausdehnungsgefäßes jährlich kontrollieren. Beides gehört in die Wartung der Wärmepumpe und kostet dort keine Extraposition.

Sole nachfüllen ist Fachbetriebsarbeit, kein Heimwerkerjob

Beim Sole-Wasser-Gerät gibt es zwei getrennte Kreise, und nur der Heizkreis lässt sich wie beschrieben auffüllen. Der Solekreis wird über Mischbehälter, Befüllpumpe, Solebehälter und Schmutzfilter befüllt, also mit Fachhandwerker-Ausrüstung. Ethylenglykol-Sole ist gesundheitsschädlich; Handschuhe, Schutzbrille und die Entsorgung nach den örtlichen Vorschriften gehören dazu. Welcher Soledruck gilt und ab welchem Wert das Gerät abschaltet, steht baureihenspezifisch in Ihrer Geräteanleitung. Dazu kommt das Wasserrecht: Als Wärmeträger sind nur nicht wassergefährdende Stoffe oder Gemische der Wassergefährdungsklasse 1 mit Ethylen- oder Propylenglycol als Hauptbestandteil zulässig (§ 35 Abs. 2 AwSV). Fällt der Soledruck wiederholt, ist das ein Leckageverdacht im Erdkreis.

Wann Sie kein Wasser in die Heizung nachfüllen dürfen: Mietwohnung, Fernwärme, Etagenheizung

Nicht jede Anlage steht Ihnen zur Verfügung, auch wenn das Manometer sichtbar im Keller hängt.

Mietwohnung: wer den Druck verantwortet und wen Sie informieren

Die Instandhaltung der Mietsache ist Sache des Vermieters. Das Bürgerliche Gesetzbuch verpflichtet ihn, die Mietsache in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten (§ 535 Abs. 1 Satz 2 BGB). Bei einer Zentralheizung im Mehrfamilienhaus ist das Nachfüllen laut Verbraucherzentrale mit der Hausverwaltung abzustimmen. Mieter füllen nicht selbst nach, sie melden den Druckabfall. Wer eigenmächtig an der Anlage hantiert und einen Schaden verursacht, steht bei der Haftungsfrage schlecht da.

Fernwärme-Hausstation und Zentralheizung in der WEG

An der Fernwärme-Übergabestation trennt ein Wärmetauscher das Netz vom Hauskreis; der Primärkreis gehört dem Versorger. Der Sekundärkreis hat zwar einen eigenen Druck, gehört aber der Eigentümergemeinschaft. In der WEG ist die Zentralheizung Gemeinschaftseigentum: Auch als Eigentümer füllen Sie nicht auf eigene Faust nach.

Etagenheizung in der Eigentumswohnung

Anders liegt der Fall bei der Gasetagenheizung oder einer eigenen Wärmepumpe in der Wohnung: eigener Kreis, eigene Fülleinrichtung, Vorgehen wie im Einfamilienhaus. Prüfen Sie vorher, ob die Fülleinrichtung wirklich zu Ihrer Anlage gehört und nicht zur Steigleitung, und ob die Teilungserklärung die Anlage Ihrem Sondereigentum zuordnet.

Zahlt die Versicherung, wenn die Heizung Wasser verliert?

Die Antwort hängt daran, ob ein Bruchschaden oder ein Gerätedefekt vorliegt. Die Musterbedingungen der Wohngebäudeversicherung zählen Wasser, das bestimmungswidrig aus Heizungs- oder Klimaanlagen austritt, ausdrücklich zum Leitungswasser; auch Betriebsflüssigkeiten aus solchen Anlagen gelten als Leitungswasser. Versichert sind zudem frostbedingte und sonstige Bruchschäden an Rohren von Heizungsanlagen innerhalb des Gebäudes. Die Ausnahme steht im selben Absatz: Diese Rohre dürfen kein Bauteil von Heizkesseln, Boilern oder vergleichbaren Anlagen sein.

Fall Gedeckt? Fundstelle VGB 2022
Bruchschaden an Heizungsrohren im Gebäude ja A 4.3.1.2
Rohr, das Bauteil von Heizkessel oder Boiler ist nein A 4.3.1, Schlusssatz
Frostbedingter Bruch an Heizkörper, Kessel oder Boiler ja A 4.3.2.2
Rohre unterhalb der Bodenplatte nur mit besonderer Vereinbarung A 4.3, Schlusssatz
Defektes Ausdehnungsgefäß, tropfendes Sicherheitsventil nein, Gerätedefekt ohne Bruchschaden ohne Deckung
Kosten für den Wasserverlust selbst ja, bis zum vereinbarten Betrag A 11.1.3

Quelle: Musterbedingungen VGB 2022 (Wohnflächenmodell) des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft; die Bedingungen Ihres Vertrags können abweichen · Stand: September 2026

Für den Alltag heißt das: Das geplatzte Rohr im Estrich ist ein Versicherungsfall, das gerissene Ausdehnungsgefäß nicht. Melden Sie anhaltenden Druckverlust früh und dokumentieren Sie die Messwerte. Welche Lücken speziell bei Wärmepumpen bleiben, zeigt der Ratgeber zu den Lücken der VGB 2022.

Heizungsförderung 2026: 30 Prozent Grundförderung plus 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus

Wenn aus der Reparaturfrage eine Investitionsentscheidung wird, ändert die Förderung die Rechnung deutlich. Die Sätze der KfW-458-Heizungsförderung gelten in der Fassung der BEG-Förderrichtlinie seit dem 21.07.2026.

Baustein Satz Voraussetzung
Grundförderung 30 % Heizung mit mindestens 65 % erneuerbarer Energie, Antrag über die KfW
Klimageschwindigkeitsbonus 16 % funktionstüchtige fossile Altanlage, nur selbstnutzende Eigentümer
Degression des Bonus 12 % ab 01.02.2027, 8 % ab 01.08.2027, 4 % ab 01.02.2028, 0 % ab 01.08.2028 maßgeblich ist der Antragszeitpunkt
Einkommensbonus 40 / 30 / 10 % zvE bis 30.000 / 40.000 / 50.000 €, Durchschnitt des 2. und 3. Vorjahres
Familienzuschlag zvE −10.000 € mindestens ein minderjähriges, im Haushalt gemeldetes Kind, pauschal und einmalig
Deckel 80 % bzw. 70 % 80 % bei zvE bis 30.000 €, mit Familienzuschlag bis 40.000 €
Förderfähige Kosten 28.000 € erste Wohneinheit; 15.000 € je 2. bis 6. WE, 8.000 € ab der 7.
Maximaler Zuschuss 22.400 € Einfamilienhaus, 80 % von 28.000 €
Ergänzungskredit 358/359 bis 120.000 € je Wohneinheit Kredit 358 nur für Selbstnutzer mit zvE bis 90.000 €

Quellen: KfW, Heizungsförderung, BEG-Förderrichtlinie Einzelmaßnahmen (Stand 21.07.2026) · Stand: September 2026

Zwei Punkte werden regelmäßig falsch dargestellt. Der Klimageschwindigkeitsbonus gilt nur für selbstnutzende Eigentümer und nur, solange die alte Anlage noch funktioniert. Und der Effizienzbonus von 5 % sowie der Emissionsminderungszuschlag von 2.500 € sind zum 21.07.2026 ersatzlos entfallen. Wer im Netz noch 20 % Klimageschwindigkeitsbonus oder 30.000 € Höchstkosten liest, rechnet mit Altstand.

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Reparatur oder Heizungstausch: die Kostenrechnung nach Förderung

Ein einzelnes defektes Bauteil ist kein Grund für eine neue Heizung. Bei einem acht Jahre alten Brennwertgerät tauschen Sie das Ausdehnungsgefäß für 250 bis 500 € und haben Ruhe. Anders sieht es aus, wenn die Anlage über 20 Jahre alt ist, der Druck trotz Reparaturen weiter fällt und in kurzer Folge mehrere Bauteile ausfallen.

Szenario Aufwand über fünf Jahre Förderung Bleibt bei Ihnen
22 Jahre alte Gasheizung weiter reparieren (Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil, Leckortung, eine Kesselreparatur) 1.500–3.500 € plus laufende Brennstoffkosten keine 1.500–3.500 €, Anlage ohne Restwert
Wärmepumpe für 30.000 €, Standardfall 46 % (30 % + 16 %) 30.000 € einmalig 12.880 € 17.120 €
Dieselbe Anlage, zvE über 30.000 bis 40.000 € (rechnerisch 76 %, gedeckelt auf 70 %) 30.000 € einmalig 19.600 € 10.400 €
Dieselbe Anlage, zvE bis 30.000 € (rechnerisch 86 %, gedeckelt auf 80 %) 30.000 € einmalig 22.400 € 7.600 €

Quellen: KfW 458 und BEG-Förderrichtlinie Einzelmaßnahmen (Stand 21.07.2026); Investitions- und Reparaturkosten als Marktspannen ohne amtliche Quelle · Stand: September 2026

Wann sich die Reparatur der alten Heizung noch rechnet

Drei Bedingungen sprechen für die Reparatur: Das Gerät ist jünger als 15 Jahre, der Fehler ist eindeutig einem Bauteil zuzuordnen, und die Anlage hält den Druck nach dessen Tausch. Dann ist der Austausch der kompletten Heizung wegen eines Ausdehnungsgefäßes unsinnig, egal wie attraktiv die Förderung aussieht. Umgekehrt setzt der Klimageschwindigkeitsbonus eine funktionstüchtige Altanlage voraus: Wer wartet, bis der Kessel steht, verliert ihn.

Wann ständiger Druckverlust das Ende der Anlage ankündigt

Umgekehrt ist wiederkehrender Druckverlust bei einer alten Anlage oft das erste sichtbare Symptom von Korrosion im Rohrnetz oder Materialermüdung im Kessel. Nach den Erhebungen 2025 des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks sind über 86 % der messpflichtigen Ölfeuerungsanlagen älter als 20 Jahre, bei Gas rund 66 %. Was ein Systemwechsel kostet, rechnet der Ratgeber zu den Kosten einer neuen Heizung für alle Erzeugerarten durch.

Häufige Fragen zum Wasser-Nachfüllen bei der Heizung

Wie viel bar muss die Heizung haben?

Im kalten Zustand gehören meist 1,0 bis 2,0 bar aufs Manometer, im zweigeschossigen Einfamilienhaus 1,2 bis 1,8 bar. Den genauen Wert liefert die Faustformel: Höhe des obersten Heizkörpers über dem Wärmeerzeuger in Metern mal 0,1 bar plus 0,5 bar. Unter 1,0 bar liegt Wassermangel oder ein Leck vor.

Wie oft muss man bei der Heizung Wasser nachfüllen?

Im Idealfall gar nicht, denn ein geschlossener Heizkreis verliert im Normalbetrieb kein Wasser. Nach dem Entlüften ist Nachfüllen normal, einmal jährlich unauffällig. Wer öfter nachfüllt, sucht besser die Ursache: Über die Nutzungsdauer darf die Ergänzungswassermenge das Dreifache des Anlagenvolumens nicht überschreiten.

Kann ich bei der Heizung selbst Wasser nachfüllen?

Ja, wenn Ihre Anlage eine fest installierte Fülleinrichtung mit Sicherungseinrichtung hat und Sie Eigentümer sind. Ohne sie ist die Befüllung Sache des Fachbetriebs, weil eine direkte Verbindung von Trinkwasser- und Heizungsanlage nach § 13 TrinkwV unzulässig ist. In Mietwohnung und WEG füllen Sie nicht selbst nach.

Darf ich normales Leitungswasser in die Heizung füllen?

In vielen Einfamilienhäusern ja. Unter 50 kW und bis 20 Liter Anlagenvolumen je Kilowatt stellt die VDI 2035 an die Härte keine Anforderung, sofern der Wärmeerzeuger mindestens 0,3 Liter Wasserinhalt je Kilowatt hat. Entscheidend sind also Heizleistung, Anlagenvolumen und Wasserhärte. Bei großem Volumen, sehr hartem Wasser oder Aluminium-Wärmetauscher ist aufbereitetes Wasser Pflicht.

Woran erkenne ich ein defektes Ausdehnungsgefäß?

An drei Zeichen: Der Druck steigt beim Aufheizen bis an den Ansprechdruck des Sicherheitsventils, das Ventil bläst regelmäßig ab, und beim Abkühlen fällt der Druck unter den Sollwert. Beim Klopftest klingt das Gefäß auf ganzer Länge dumpf statt oben hohl. Kommt am Gas-Ventil Wasser statt Luft, ist die Membran gerissen.

Was kostet der Tausch des Ausdehnungsgefäßes?

Als Orientierung aus der Marktrecherche: Vordruck prüfen und mit Stickstoff nachfüllen 80 bis 180 €, ein neues Kappenventil 100 bis 180 €, der komplette Tausch eines 18- bis 25-Liter-Gefäßes 250 bis 500 €. Das sind Spannen, keine Angebote; die Preise hängen an Anfahrt und Zugänglichkeit.

Wo sitzt der KFE-Hahn an meiner Heizung?

Meist am Rücklauf in Bodennähe, an der tiefsten Stelle der Anlage, als kleines Ventil mit Schlauchtülle. Hersteller nennen ihn Füll- und Entleerhahn oder Fülleinrichtung. In Kompaktgeräten und Hydraulikstationen liegt er hinter der Frontverkleidung. Die Geräteanleitung zeigt die Position im Anschlussplan.

Muss ich erst entlüften oder erst Wasser nachfüllen?

Erst entlüften, dann nachfüllen und danach noch einmal entlüften, denn beim Entlüften entweicht Wasser. Die Reihenfolge: Pumpe aus, Thermostatventile auf, von unten nach oben entlüften, Druck prüfen, auf den Sollwert auffüllen. Die vollständige Anleitung steht im Ratgeber Heizung richtig entlüften.

Wie viel bar braucht eine Wärmepumpe im Heizkreis?

Im kalten Zustand 1,0 bis 1,5 bar, bei mehrgeschossigen Gebäuden entsprechend mehr. Unter 0,7 bar erscheint bei Vaillant-Geräten die Meldung M32, unter 0,5 bar über eine Minute schaltet die Wärmepumpe mit Fehler F.22 ab. Den Solekreis eines Sole-Wasser-Geräts befüllt ausschließlich der Fachbetrieb.

Nächster Schritt: den Druckverlust vom Zustand Ihres Hauses her denken

Ein fallender Heizungsdruck ist ein Messwert, keine Diagnose. Er sagt Ihnen, dass Wasser das System verlässt, aber nicht, ob die Anlage noch fünf Jahre trägt oder ob Sie den ersten Vorboten eines Kesselschadens sehen. Diese Einordnung entscheidet, ob 250 € für ein Ausdehnungsgefäß gut angelegt sind.

Deshalb lohnt der Blick aufs Gebäude statt nur auf das Bauteil: Baujahr, Dämmstandard, Heizlast und Alter des Wärmeerzeugers ergeben ein Bild davon, wie lange die Heizung noch sinnvoll läuft und welche Leistung ein Nachfolger bräuchte. Die Gebäudeanalyse von reduco liefert diese Einordnung mit den Daten Ihrer Adresse.

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