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Volumenstrom der Wärmepumpe berechnen: Tabelle in l/h

Volumenstrom der Wärmepumpe berechnen: Formel, l/h-Tabelle und Hersteller-Mindestwerte. Bei 5 K Spreizung sind es 172 l/h je kW. So prüfen Sie Ihre Anlage.

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Hendrik Stotz

Hendrik Stotz

31. August 2026

Hendrik ist zertifizierter Energieeffizienz-Experte und bringt durch seinen Bachelor of Engineering und Master of Science tiefe Expertise in den Bereichen Sanierung und Gebäudeenergiesysteme mit sich. Seit fast 7 Jahren beschäftigt er sich angefangen bei Bosch Building Technologies mit Gebäudetechnik und verfolgt mit Reduco die Mission, so viele Eigentümer, Berater und Installateure wie möglich bei der Planung von wirtschaftlich sinnvollen Sanierungen zu unterstützen.

Heizungsverteiler mit Umwälzpumpe und Absperrhähnen im Technikraum einer Wärmepumpenanlage

Das Wichtigste in Kürze

  • Formel: Volumenstrom in l/h = Heizleistung in Watt geteilt durch (1,163 × Spreizung in Kelvin). Die spezifische Wärmekapazität von Wasser mit 1,163 Wh/(kg·K) stammt aus dem Dimplex-Projektierungshandbuch.
  • Faustwert je kW: Bei 5 K Spreizung braucht jedes Kilowatt Heizleistung 172 l/h, bei 7 K sind es 123 l/h, bei 8 K nur noch 107 l/h. Eine 10-kW-Anlage benötigt also 1.720 l/h bei 5 K und 1.075 l/h bei 8 K.
  • Empfohlene Spreizung: ca. 5 K bei 35 °C Vorlauf, ca. 7 K bei 45 °C, maximal 10 K bei 55 °C laut Dimplex. Fußbodenheizungen werden typisch auf 5 K ausgelegt, Heizkörper auf rund 8 K.
  • Herstellerminimum ist kein Auslegungswert: Die Vaillant aroTHERM plus VWL 105/8.1 A fordert mindestens 1.075 l/h (Vaillant). Auf ihre Heizleistung von 10,58 kW bei A-7/W35 zurückgerechnet entspricht das 8,5 K Spreizung, also mehr als die empfohlenen 5–7 K.
  • Folgen bei Unterschreitung: Daikin gibt den Flussfehler 7H aus und stellt Heizen und Betrieb ein (Daikin). Bei Vaillant startet der Verdichter ohne erkannten Durchfluss gar nicht, und die Abtauung schlägt fehl.
  • Nicht verwechseln: Der Volumenstrom ist ein Durchfluss in l/h, das Mindest-Wasservolumen eine Füllmenge in Litern. Beide Werte stehen im Datenblatt nebeneinander und meinen völlig Verschiedenes.

Der Volumenstrom ist die Wassermenge, die pro Stunde durch den Wärmeübertrager Ihrer Wärmepumpe fließt, angegeben in Litern pro Stunde (l/h) oder Litern pro Minute (l/min). Er entscheidet darüber, wie viel Wärme die Anlage überhaupt an das Haus abgeben kann. Die Rechnung dahinter ist überschaubar: Volumenstrom = Heizleistung geteilt durch (1,163 × Spreizung). Bei 5 K Spreizung ergibt das 172 l/h je Kilowatt.

Zu wenig Durchfluss erklärt einen großen Teil der typischen Beschwerden: schwache Effizienz, misslungene Abtauungen, Fehlermeldungen und eine Anlage, die zu oft taktet. Unten finden Sie die fertige l/h-Tabelle, die Mindestwerte aus den Original-Datenblättern von fünf Herstellern und eine Diagnose ohne Messgerät.

Volumenstrom-Tabelle: l/h nach Heizleistung und Spreizung

Die folgende Tabelle ist mit der Standardformel selbst berechnet, nicht aus einer Herstellerunterlage übernommen. Suchen Sie die Zeile mit Ihrer Heizleistung und die Spalte mit der Spreizung, die Ihre Anlage tatsächlich fährt.

Heizleistung 3 K 5 K 7 K 8 K 10 K
3 kW 860 516 369 322 258
4 kW 1.146 688 491 430 344
5 kW 1.433 860 614 537 430
6 kW 1.720 1.032 737 645 516
7 kW 2.006 1.204 860 752 602
8 kW 2.293 1.376 983 860 688
9 kW 2.580 1.548 1.106 967 774
10 kW 2.866 1.720 1.228 1.075 860
12 kW 3.439 2.064 1.474 1.290 1.032
14 kW 4.013 2.408 1.720 1.505 1.204
16 kW 4.586 2.752 1.965 1.720 1.376

Alle Werte in l/h, kaufmännisch gerundet. Eigene Berechnung nach V = Q / (1,163 × ΔT); Konstante nach Dimplex-Projektierungshandbuch.

Je Kilowatt Heizleistung sind das 287 l/h bei 3 K, 215 l/h bei 4 K, 172 l/h bei 5 K, 143 l/h bei 6 K, 123 l/h bei 7 K, 107 l/h bei 8 K und 86 l/h bei 10 K. Viele Datenblätter arbeiten mit l/min. Zum Umrechnen multiplizieren Sie mit 60: 14 l/min sind 840 l/h, 20 l/min sind 1.200 l/h, 28 l/min sind 1.680 l/h.

Die Formel und woher die 1,163 kommt

Die Konstante 1,163 Wh/(kg·K) ist die spezifische Wärmekapazität von Wasser in praxisgerechten Einheiten. Sie entspricht exakt einer Kilokalorie je Kilogramm und Kelvin: 1 kcal sind 4.186,8 Joule, geteilt durch 3.600 Sekunden ergibt das 1,163 Wattstunden. Der physikalisch exakte Wert liegt bei 20 °C bei rund 1,1617 und bei 40 °C bei 1,1608 Wh/(kg·K), die Abweichung bleibt also unter 0,2 Prozent.

Eine zweite Vereinfachung setzt einen Liter mit einem Kilogramm gleich, was bei 40 °C wegen der geringeren Dichte etwa 0,8 Prozent Fehler bedeutet. Manche Quellen rechnen außerdem mit dem Kehrwert 0,86 statt mit 1,163. Für die Heizungspraxis ist beides bedeutungslos, solange Sie innerhalb einer Rechnung bei einer Variante bleiben.

Gegenprobe an einer Herstellertabelle

Bosch nennt für die Compress 5800i AW Nenndurchflüsse für den Fußbodenheizungsbetrieb bei 5 K: 11,4 l/min in der 4-kW-Klasse, 20,0 l/min bei 7 kW und 28,6 l/min bei 10 kW. Das sind 684, 1.200 und 1.716 l/h. Setzt man diese Durchflüsse in die Formel ein, ergeben sich 3,98 kW, 6,98 kW und 9,98 kW. Die Formel trifft jede Zeile auf unter ein Prozent genau (Herstellerangabe, Installationsanleitung Compress 5800i AW, Dok. 6721892042, 09/2024).

Welche Spreizung ist richtig: 5 K oder 8 K?

Die Spreizung, also die Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf, ist der zweite Hebel in der Formel. Sie ist keine freie Wahl, sondern hängt an der Vorlauftemperatur. Das Dimplex-Projektierungshandbuch nennt folgende Richtwerte, jeweils mit dem Zusatz, dass der Mindest-Heizwasserdurchsatz auf keinen Fall unterschritten werden darf:

Vorlauftemperatur Empfohlene Spreizung
35 °C ca. 5 K
45 °C ca. 7 K
55 °C max. 10 K
65 °C max. 10 K

Quelle: Dimplex-Projektierungshandbuch, Absicherung des Heizwasserdurchsatzes.

Ein zweiter Anhaltspunkt steckt in den Bosch-Zahlen oben. Dieselbe Tabelle führt eine zweite Spalte für Heizkörperbetrieb mit 7,1, 12,5 und 17,9 l/min. Rechnet man diese Werte mit den zuvor ermittelten Leistungen zurück, ergibt sich für jede Baugröße exakt 8,0 K. Das ist keine Herstelleraussage, sondern unsere eigene Rückrechnung, aber sie ist eindeutig: Der Hersteller legt Fußbodenheizung auf 5 K aus und Heizkörper auf 8 K. Auch die Normmessung folgt der niedrigen Spreizung, denn Viessmann weist die Leistungsdaten der Vitocal 250-A nach EN 14511 am Punkt A7/W35 ausdrücklich mit 5 K Spreizung aus. Wie sich die Spreizung im Detail auswirkt, lesen Sie im Artikel zur Spreizung der Wärmepumpe.

Mindestvolumenstrom: Was die Hersteller vorschreiben

Jedes Gerät hat einen absoluten Mindestdurchfluss, der unabhängig von Ihrer Auslegung eingehalten werden muss. Die folgenden Werte stammen aus den Original-Datenblättern und Installationsanleitungen.

Gerät Angabe im Datenblatt Wert Gilt für
Vaillant aroTHERM plus VWL 105/8.1 A und 125/8.1 A Volumenstrom minimal / maximal 1.075 / 2.065 l/h Heizkreis
Viessmann Vitocal 250-A (251.A04 bis A19) Mindestvolumenstrom Wärmepumpenkreis 1.000 l/h, alle acht Baugrößen Abtaubetrieb
Stiebel Eltron WPL 07 / 09 ACS classic Volumenstrom Heizung min. 0,4 m³/h = 400 l/h Heizbetrieb
Stiebel Eltron WPL 13 / 17 ACS classic Volumenstrom Heizung min. 0,6 m³/h = 600 l/h Heizbetrieb
Daikin Altherma 3 M (EBLA/EDLA 09–16D) Minimal erforderliche Durchflussmenge 20 l/min = 1.200 l/h Heizen und Abtauen über −5 °C
Daikin Altherma 3 M Minimal erforderliche Durchflussmenge 22 l/min = 1.320 l/h Heizen und Abtauen unter −5 °C
Daikin Altherma 3 M Minimal erforderliche Durchflussmenge 28 l/min = 1.680 l/h Brauchwasserbereitung
Bosch Compress 5800i AW, Inneneinheit CS5800iAW 12 E Mindestdurchfluss (Abtauung) 14 l/min = 840 l/h (Außeneinheit 4–7 kW), 21 l/min = 1.260 l/h (über 10 kW) Abtaubetrieb

Quellen: Vaillant Installations- und Wartungsanleitung 8000035176_02 (10.06.2025), Viessmann Datenblatt 6195458 (4/2025), Stiebel Eltron Planungshandbuch WPL classic, Daikin Installationsanleitung 4P620239-1B, Bosch Installationsanleitung Compress 5800i AW, Dok. 6721892042 (09/2024).

Zwei Details sind erklärungsbedürftig. Beim Viessmann Vitocal 250-A gilt derselbe Mindestwert von 1.000 l/h für alle acht im Datenblatt geführten Baugrößen von 4,0 bis 9,0 kW Nenn-Wärmeleistung bei A7/W35, denn er hängt am Abtauvorgang, nicht an der Heizleistung. Und bei Daikin steigt das Minimum unterhalb von −5 °C von 20 auf 22 l/min, also genau dann, wenn die Abtauzyklen am häufigsten werden.

Warum das Herstellerminimum nicht Ihr Auslegungswert ist

Dies ist der Punkt, an dem in der Praxis die meisten Fehler entstehen. Wer die Umwälzpumpe auf den Datenblattwert einstellt, hat nicht die richtige Einstellung gefunden, sondern nur die Schutzgrenze. Rechnet man die Mindestwerte mit der Formel auf die Nennleistung zurück, wird das sofort sichtbar:

Gerät Mindestvolumenstrom Heizleistung laut Datenblatt Resultierende Spreizung
Vaillant VWL 105/8.1 A 1.075 l/h 10,58 kW (A-7/W35) 8,5 K
Vaillant VWL 125/8.1 A 1.075 l/h 12,14 kW (A-7/W35) 9,7 K
Bosch Compress 5800i AW, Klasse über 10 kW 1.260 l/h 12 kW 8,2 K
Viessmann 251.A04 1.000 l/h 4,0 kW (A7/W35) 3,4 K

Eigene Rückrechnung nach ΔT = Q / (1,163 × V) auf Basis der oben verlinkten Herstellerangaben.

Bei Volllast landen Sie mit dem Minimum also schnell bei 8 bis 10 Kelvin, deutlich über den empfohlenen 5–7 K. Das Minimum ist eine Schutzgrenze für den Abtaubetrieb, kein Auslegungswert. Die Viessmann-Zeile zeigt den umgekehrten Extremfall: Bei der kleinsten Baugröße liegt das Minimum sogar über dem Auslegungswert bei 5 K. Richtig ist deshalb immer der höhere der beiden Werte, also Auslegungsvolumenstrom aus der Tabelle oben oder Herstellerminimum. Die passende Heizleistung dafür ermitteln Sie über eine saubere Dimensionierung nach kW-Tabelle.

Was passiert bei zu geringem Volumenstrom

Die Hersteller formulieren hier ungewöhnlich deutlich. Dimplex schreibt, der Mindest-Heizwasserdurchsatz sei anlagenseitig sicherzustellen und dürfe in keinem Betriebszustand unterschritten werden. Ein eingebauter Durchflussschalter diene ausschließlich zur Abschaltung bei einem außergewöhnlichen Abfall des Durchsatzes und ausdrücklich nicht zur Überwachung des geforderten Mindestdurchsatzes. Die Umwälzpumpe müsse den Durchsatz auch bei maximalem Druckverlust halten, also bei fast vollständig geschlossenen Heizkreisen.

Vier belegte Fehlerbilder treten auf:

  • Abtauung misslingt. Die Abtauung läuft über Kältekreisumkehr, die Energie dafür kommt aus der Heizungsanlage. Vaillant hält fest, dass ein korrekter Enteisungsbetrieb nur möglich ist, wenn ein Mindestvolumen an Heizwasser zirkuliert.
  • Verdichter startet nicht. Vaillant überwacht die Umlaufwassermenge mit einem Durchflusssensor. Wird bei Wärmeanforderung und laufender Pumpe kein Durchfluss erkannt, geht der Verdichter nicht in Betrieb.
  • Störabschaltung. Daikin weist darauf hin, dass die Mindestdurchflussmenge auch bei geschlossenen ferngesteuerten Ventilen gewährleistet sein muss. Wird sie nicht erreicht, erscheint der Flussfehler 7H, und die Anlage heizt nicht mehr.
  • Takten. Zu wenig Durchfluss bedeutet zu wenig Wärmeabnahme, der Rücklauf erreicht die Abschalttemperatur zu früh und der Verdichter schaltet ab. Die Zusammenhänge und Grenzwerte dazu stehen im Artikel Wärmepumpe taktet zu oft.

Der Effizienzverlust entsteht dabei indirekt. Eine zu große Spreizung zwingt die Regelung zu einer höheren Vorlauftemperatur, damit der Rücklauf die geforderte Raumtemperatur noch trägt. Und die Vorlauftemperatur ist der teure Faktor, nicht die Spreizung selbst. Wie Sie sie senken, steht im Artikel zur Vorlauftemperatur der Wärmepumpe.

Volumenstrom ist nicht Wasservolumen

Beide Größen heißen umgangssprachlich "zu wenig Wasser", sind aber physikalisch verschieden. Der Volumenstrom ist ein Durchfluss (l/h), das Mindest-Wasservolumen eine Füllmenge (Liter). Vaillant fordert für die VWL 105/8.1 A und 125/8.1 A ein Mindestvolumen Heizwasser für den Enteisungsbetrieb, das von der Leistung der elektrischen Zusatzheizung abhängt: 70 Liter bei bis zu 0,5 kW, 55 Liter bei 3,0 kW, 40 Liter bei 6,0 kW und 0 Liter ab 8,0 kW, jeweils bezogen auf 20 °C Heizwassertemperatur beim Start. Daikin verlangt für die Altherma 3 M je nach Ausstattung 0, 20 oder 50 Liter.

Auch scheinbare Widersprüche in einem Datenblatt lösen sich damit auf. Stiebel Eltron nennt für die WPL 13 und 17 ACS classic 600 l/h Mindestvolumenstrom Heizung, im Auslegungsblatt für den Führungsraum aber 800 l/h. Der höhere Wert ist der Auslegungswert mit Reserve, der niedrigere das Gerätelimit.

Überströmventil, Pufferspeicher oder offene Heizfläche

Die eigentliche Aufgabe lautet: Der Mindestdurchfluss muss auch dann fließen, wenn nahezu alle Einzelraumregler geschlossen haben. Dafür gibt es drei Wege, und der teuerste ist nicht automatisch der beste.

Überströmventil. Daikin nennt das Überdruck-Bypass-Ventil ausdrücklich als Bauteil, das in das System integriert werden kann, und beschreibt die Einstellprozedur konkret: alle absperrbaren Heizkreise schließen, den Pumpen-Testlauf starten, die angezeigte Durchflussmenge ablesen und das Bypass-Ventil so einstellen, dass die minimal erforderliche Durchflussmenge plus 2 l/min erreicht wird.

Pufferspeicher. Ein Reihenpufferspeicher entkoppelt Wärmepumpe und Heizkreis hydraulisch und sichert die Umlaufmenge auch bei geschlossenen Fußbodenkreisen. Nötig ist er aber nicht immer: Stiebel Eltron führt für alle vier WPL-ACS-classic-Baugrößen ausdrücklich "Pufferspeicher zwingend erforderlich: nein" und verlangt stattdessen 16 Liter Mindestwasserinhalt im Puffer oder in den geöffneten Kreisen. Größen und Preise finden Sie unter Pufferspeicher für die Wärmepumpe.

Garantiert offene Fläche. Die oft günstigste Lösung ist ein Führungsraum ohne Einzelraumregelung, dessen Heizkreise immer offen bleiben. Stiebel Eltron rechnet dafür mit 21 m² Grundfläche und drei Kreisen à 70 m bei Verbundrohr 16 × 2 mm und 10 cm Verlegeabstand. Bosch nennt für Geräte über 10 kW im Heizbetrieb mit Fußbodenheizung drei gleichwertige Alternativen zum Puffer: mehr als 16 Liter serielles Volumen, mehr als 9 m Verbindungsrohr oder mehr als 35 m² offene Fußbodenfläche (Herstellerangabe, Installationsanleitung Compress 5800i AW, Dok. 6721892042, 09/2024).

Welcher Weg passt, hängt an der konkreten Hydraulik. Sinnvoll ist jeder von ihnen nur zusammen mit einem hydraulischen Abgleich: Verfahren B kostet 800–1.500 €, Verfahren A 400–600 €.

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Volumenstrom messen und prüfen

Der schnellste Weg führt über die Regelung selbst. Daikin zeigt die Durchflussmenge an der Bedieneinheit und im Pumpen-Testlauf an. Eine Einschränkung nennt der Hersteller ausdrücklich: Wurde Glykol zugesetzt und ist das Kreislaufwasser kalt, erscheint der Wert nicht auf der Bedieneinheit, dann hilft nur der Pumpentest. Viessmann führt für die Vitocal 250-A eine Volumenstromerfassung als Ausstattungsmerkmal, Vaillant überwacht den Heizkreis mit einem Durchflusssensor.

Zeigt Ihre Anlage nichts an, hilft die Umkehrung der Formel. Lesen Sie Vorlauf- und Rücklauftemperatur ab, bilden Sie die Differenz und setzen Sie die aktuelle Heizleistung ein. Liegt die Spreizung bei Volllast deutlich über 8 K, ist der Volumenstrom zu klein. Messen Sie dafür an einem kalten Tag im stabilen Heizbetrieb, nicht direkt nach einem Abtauzyklus und nicht während der Warmwasserbereitung. Wie Sie die daraus abgeleiteten Kennzahlen einordnen, erklärt der Artikel zu COP und Jahresarbeitszahl.

Pflicht, Förderung und Nachweis

Hier wird es oft falsch dargestellt. Eine gesetzliche Pflicht zum hydraulischen Abgleich nach Einbau einer Heizungsanlage besteht nach § 60c GModG nur in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder sonstigen selbständigen Nutzungseinheiten. Für ein Einfamilienhaus greift diese Vorschrift nicht.

Sobald Sie fördern lassen, sieht es anders aus. Die technischen FAQ zur BEG EM halten fest, dass für Gebäude mit wassergeführten Heizungssystemen bei Erneuerung der Anlagentechnik ein hydraulischer Abgleich nach Verfahren B stets erforderlich ist, nachgewiesen über das VdZ-Formular. Das gilt auch im Einfamilienhaus. Hinzu kommt eine Messtechnikpflicht: Energieverbräuche und erzeugte Wärmemengen müssen erfasst werden, inklusive Hilfsstrom für Heizstab und Pumpen. Anforderungen an die Genauigkeit gibt es keine, geeicht muss nichts sein, und eine geräteintegrierte Bilanzierung über die Regelung ist ausdrücklich zulässig.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie berechne ich den Volumenstrom meiner Wärmepumpe?

Teilen Sie die Heizleistung in Watt durch das Produkt aus 1,163 und der Spreizung in Kelvin. Eine 8-kW-Wärmepumpe mit 5 K Spreizung benötigt also 8.000 / (1,163 × 5) = 1.376 l/h. Die Konstante 1,163 Wh/(kg·K) ist die spezifische Wärmekapazität von Wasser.

Wie viel Liter pro Stunde braucht eine Wärmepumpe pro kW Heizleistung?

Bei 5 K Spreizung sind es 172 l/h je Kilowatt, bei 7 K 123 l/h und bei 8 K 107 l/h. Achten Sie auf die Einheit, denn dieselbe Menge heißt je nach Datenblatt 172 l/h, 2,87 l/min oder 0,048 l/s. Wer l/h und l/min verwechselt, liegt um den Faktor 60 daneben.

Welche Spreizung ist bei einer Wärmepumpe richtig, 5 K oder 8 K?

Beides, je nach Heizfläche. Dimplex empfiehlt rund 5 K bei 35 °C Vorlauf und rund 7 K bei 45 °C. Bosch legt Fußbodenheizung nach unserer Rückrechnung seiner Nenndurchflüsse auf 5 K aus und Heizkörper auf 8,0 K. Die Normmessung nach EN 14511 am Punkt A7/W35 erfolgt mit 5 K.

Was passiert, wenn der Volumenstrom zu gering ist?

Die Abtauung findet zu wenig Wärme in der Anlage und misslingt, die Spreizung steigt, die Regelung fährt die Vorlauftemperatur hoch und die Effizienz sinkt. Im Extremfall greifen Schutzfunktionen: Daikin gibt den Flussfehler 7H aus, bei Vaillant startet der Verdichter ohne erkannten Durchfluss nicht.

Woran erkenne ich ohne Messgerät, dass der Volumenstrom zu niedrig ist?

Über die Spreizung. Lesen Sie Vorlauf und Rücklauf an einem kalten Tag im stabilen Heizbetrieb ab. Liegt die Differenz bei Volllast deutlich über 8 K, obwohl die Anlage eine Fußbodenheizung versorgt, fließt zu wenig Wasser. Häufige Abtaustörungen und kurze Verdichterlaufzeiten sind zusätzliche Indizien.

Wo kann ich den aktuellen Volumenstrom meiner Wärmepumpe ablesen?

Moderne Geräte zeigen ihn direkt an. Daikin blendet die Durchflussmenge an der Bedieneinheit ein und im Pumpen-Testlauf, Viessmann führt bei der Vitocal 250-A eine Volumenstromerfassung als Ausstattungsmerkmal, Vaillant arbeitet mit einem Durchflusssensor im Heizkreis. Bei Glykol im Kreislauf und niedriger Wassertemperatur zeigt Daikin den Wert nicht an.

Ist der Mindestvolumenstrom aus dem Datenblatt gleichzeitig der richtige Betriebswert?

Nein. Das Minimum schützt vor allem den Abtaubetrieb. Rechnet man es auf die Heizleistung zurück, entspricht es bei der Vaillant VWL 125/8.1 A rund 9,7 K und bei der Bosch Compress 5800i AW der Klasse über 10 kW rund 8,2 K, also deutlich mehr als die empfohlene Spreizung. Richtig ist der jeweils höhere Wert aus Auslegungsvolumenstrom und Herstellerminimum.

Was ist der Unterschied zwischen Volumenstrom und Mindest-Wasservolumen?

Der Volumenstrom ist ein Durchfluss in l/h, das Mindest-Wasservolumen die Füllmenge der Anlage in Litern. Vaillant fordert für die VWL 105/8.1 A je nach Zusatzheizung 70 bis 0 Liter Anlagenwasser für die Enteisung, davon unabhängig aber immer 1.075 l/h Durchfluss. Beide Anforderungen gelten gleichzeitig.

Nächster Schritt: Volumenstrom im Gesamtbild prüfen

Der Volumenstrom ist selten ein isoliertes Problem. Er hängt an der Heizlast, an den Heizflächen, an der Pumpenkennlinie und an der Frage, ob ein Puffer oder eine offene Fläche die Umlaufmenge sichert. Wer nur an der Pumpe dreht, verschiebt das Problem meist nur. Sinnvoller ist es, die Anlage einmal im Zusammenhang zu betrachten: gemessene Spreizung, Vorlauftemperatur, Verdichterlaufzeiten und Heizlast des Gebäudes. Mit der Gebäudeanalyse von reduco sehen Sie, welche Heizleistung Ihr Haus tatsächlich braucht und welche Vorlauftemperatur nach einer Sanierung realistisch ist. Aus beidem ergibt sich der Auslegungsvolumenstrom fast von selbst.

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