Erdwärmepumpe Stromverbrauch 2026: Kosten mit JAZ 4,3
Erdwärmepumpen erreichen im Feldtest eine JAZ von 4,3. So berechnen Sie Ihren Stromverbrauch: Tabellen je Gebäudetyp, Kosten ab 279 € im Jahr, Spartipps.

Das Wichtigste in Kürze
- Stromverbrauch: Mit der im Feldtest gemessenen Jahresarbeitszahl 4,3 braucht eine Erdwärmepumpe 2.326 kWh Strom pro Jahr für ein Haus mit 10.000 kWh Wärmebedarf und 3.488 kWh bei 15.000 kWh Wärmebedarf. Das entspricht rund 558 bzw. 837 € Stromkosten.
- Gemessene Effizienz: Der Fraunhofer-ISE-Feldtest in Bestandsgebäuden ergibt für Erdreich-Wärmepumpen im Mittel eine JAZ von 4,3 (Bandbreite 3,6–5,4), für Luft-Wasser-Wärmepumpen 3,4.
- Vergleich zur Luftwärmepumpe: Bei gleichem Wärmebedarf verbraucht ein Luft-Wasser-Gerät rund 26 bis 32 Prozent mehr Strom, je nach Gebäudetyp 74–369 € Mehrkosten pro Jahr.
- Winterstabil: Die Soletemperatur lag im Feldtest im Mittel bei 4,7 °C, der Heizstab-Anteil am Stromverbrauch bei 0,1 Prozent. Abtauzyklen gibt es bei Erdwärme nicht.
- Stromtarif: Wärmepumpenstrom kostet in Neuverträgen im Mittel rund 24 ct/kWh (Spanne 20–29 ct), dazu kommen etwa 140 € Grundpreis pro Jahr.
- Sommerbonus: Passive Kühlung über die Erdsonde kommt mit 30–80 kWh pro Saison aus, das sind rund 7–19 € Stromkosten.
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Eine Erdwärmepumpe (Sole-Wasser-Wärmepumpe) verbraucht in einem typischen Einfamilienhaus 2.300 bis 3.500 kWh Strom pro Jahr, im unsanierten Altbau bis rund 5.800 kWh. Der Grund für die niedrigen Werte ist die Wärmequelle: Das Erdreich liefert ganzjährig stabile Temperaturen, im Feldtest erreichen Erdwärmepumpen deshalb eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4,3. Aus einer Kilowattstunde Strom werden im Jahresmittel also 4,3 Kilowattstunden Wärme. Luft-Wasser-Wärmepumpen kommen im selben Feldtest auf 3,4; deren Verbrauchswerte behandelt der Ratgeber zum Stromverbrauch der Wärmepumpe.
Dieser Artikel rechnet den Stromverbrauch der Erdwärmepumpe für fünf Gebäudetypen durch, vergleicht Erdreich mit Luft, erklärt die wichtigsten Einflussfaktoren von der Vorlauftemperatur bis zur Solepumpe und zeigt, wo Sie im Betrieb sparen. Anschaffungskosten, Bohrung und Funktionsweise stehen im Überblicksartikel Erdwärmepumpe: Kosten und Funktion.
Stromverbrauch berechnen: Formel und Tabelle nach Gebäudetyp
Die Rechnung kommt mit zwei Werten aus:
Stromverbrauch (kWh/Jahr) = Wärmebedarf inkl. Warmwasser (kWh/Jahr) ÷ Jahresarbeitszahl
Den Wärmebedarf Ihres Hauses finden Sie im Energieausweis oder näherungsweise in alten Heizkostenabrechnungen; bei einer Gasheizung ist der Jahresverbrauch in Kilowattstunden ein brauchbarer Startwert. Für die Stromkosten multiplizieren Sie das Ergebnis mit dem Strompreis. Ich rechne durchgängig mit 24 ct/kWh, dem Marktdurchschnitt für Wärmepumpen-Neuverträge (Details im Tarif-Kapitel).
Ein Beispiel: Der sanierte Altbau mit 15.000 kWh Wärmebedarf braucht 15.000 ÷ 4,3 = 3.488 kWh Strom, also 3.488 × 0,24 = 837 € im Jahr. Mit dem Grundpreis von rund 140 € kostet das Heizen inklusive Warmwasser damit etwa 977 €. Für alle fünf Gebäudetypen ergibt das:
| Gebäudetyp | Wärmebedarf inkl. Warmwasser | Stromverbrauch (JAZ 4,3) | Stromkosten pro Jahr (24 ct/kWh) |
|---|---|---|---|
| KfW-40-Neubau | 5.000 kWh | 1.163 kWh | 279 € |
| Neubau nach 2000 | 10.000 kWh | 2.326 kWh | 558 € |
| Sanierter Altbau | 15.000 kWh | 3.488 kWh | 837 € |
| Teilsanierter Altbau | 20.000 kWh | 4.651 kWh | 1.116 € |
| Unsanierter Altbau (vor 1978) | 25.000 kWh | 5.814 kWh | 1.395 € |
Quellen: Eigene Berechnung mit der Feldtest-JAZ 4,3 (Fraunhofer ISE, „WP-QS im Bestand", 2025) und 24 ct/kWh (Verbraucherzentrale NRW, Marktcheck Februar 2026). Hinzu kommt der Grundpreis des Stromtarifs von rund 140 € pro Jahr.
Die Tabelle nutzt bewusst dieselbe Gebäude-Leiter wie der Luft-Wasser-Ratgeber, damit Sie beide Systeme direkt nebeneinanderlegen können. Gerechnet wird konservativ mit dem Mittelwert über alle vermessenen Bestandsanlagen: Einzelne Anlagen im Feldtest lagen zwischen 3,6 und 5,4, gut geplante Anlagen unterschreiten die genannten Verbräuche also spürbar.
Woher die JAZ 4,3 stammt
Die Zahl ist kein Prospektwert, sondern ein Messergebnis. Das Fraunhofer ISE hat im Projekt „WP-QS im Bestand" vier Jahre lang 77 Wärmepumpen in Bestandsgebäuden vermessen. Das Ergebnis: Erdreich-Wärmepumpen erreichen im Mittel eine Jahresarbeitszahl von 4,3, mit einer Bandbreite von 3,6 bis 5,4; die Luft-Wasser-Geräte kamen auf 3,4 (2,6–4,9). Ein älterer ISE-Feldtest („WPsmart im Bestand", Messjahr 2018/2019) hatte für Erdreich im Mittel 4,1 ergeben, und das bei mittleren Heizkreistemperaturen von knapp 38 °C und maximalen Vorlauftemperaturen von im Mittel gut 45 °C. Die Größenordnung ist damit über Jahre und Gerätegenerationen hinweg belegt. Was Jahresarbeitszahl und COP genau unterscheidet, erklärt der Ratgeber zu COP, JAZ und Wirkungsgrad der Wärmepumpe.
Wichtig fürs Rechnen: Die ISE-Jahresarbeitszahl bilanziert den kompletten Strombedarf des Wärmeerzeugers, also Verdichter samt Steuerung, die Sole-Umwälzpumpe und den Elektroheizstab. Sie müssen auf die Tabellenwerte nichts mehr aufschlagen. Der Heizstab spielte bei den Erdreich-Anlagen ohnehin praktisch keine Rolle: Sein Anteil an der elektrischen Arbeit lag bei 0,1 Prozent.
Erdwärme gegen Luft: gut ein Fünftel weniger Strom
Mit den Feldtest-Mittelwerten lässt sich der Abstand sauber beziffern. JAZ 4,3 statt 3,4 bedeutet bei identischem Wärmebedarf 21 Prozent weniger Stromverbrauch für die Erdwärmepumpe. Umgekehrt formuliert verbraucht die Luft-Wasser-Wärmepumpe 26,5 Prozent mehr; mit den Werten des älteren Feldtests (4,1 gegen 3,1) wären es sogar 32 Prozent. Als Merksatz: Luft braucht im gleichen Haus rund 26 bis 32 Prozent mehr Strom.
| Gebäudetyp | Erdwärmepumpe (JAZ 4,3) | Luft-Wasser-WP (JAZ 3,4) | Mehrverbrauch Luft | Mehrkosten pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| KfW-40-Neubau (5.000 kWh) | 1.163 kWh | 1.471 kWh | 308 kWh | 74 € |
| Neubau nach 2000 (10.000 kWh) | 2.326 kWh | 2.941 kWh | 615 kWh | 148 € |
| Sanierter Altbau (15.000 kWh) | 3.488 kWh | 4.412 kWh | 924 kWh | 222 € |
| Teilsanierter Altbau (20.000 kWh) | 4.651 kWh | 5.882 kWh | 1.231 kWh | 295 € |
| Unsanierter Altbau (25.000 kWh) | 5.814 kWh | 7.353 kWh | 1.539 kWh | 369 € |
Quellen: Eigene Berechnung aus den JAZ-Mittelwerten des Fraunhofer-ISE-Feldtests „WP-QS im Bestand" (2025) und 24 ct/kWh; Mehrkosten aus dem Mehrverbrauch in kWh.
Zwei ehrliche Einschränkungen gehören dazu. Erstens vergleicht die Tabelle Gruppen-Mittelwerte aus verschiedenen Häusern, keine Parallelmessung am selben Gebäude. Zweitens sagt der Stromverbrauch allein nichts über die Wirtschaftlichkeit, denn die Erdwärmepumpe kostet in der Anschaffung wegen Bohrung oder Kollektor deutlich mehr. Die Gesamtrechnung mit Investition, Förderung und Betriebskosten zieht der Vergleich Luftwärmepumpe oder Erdwärmepumpe.
Über die Betriebsdauer summiert sich der Abstand trotzdem deutlich: Bei 20 Jahren sind es je nach Gebäudetyp rund 1.500 bis 7.400 € Stromkosten-Vorsprung für die Erdwärmepumpe, konstante Preise vorausgesetzt.
Warum die Erdwärmepumpe weniger Strom braucht
Der Vorteil steckt in der Quelle. Unterhalb der obersten 10 bis 15 Meter, in denen Sonne und Witterung wirken, hält der Untergrund bis in etwa 50 Meter Tiefe konstant rund 10 °C; darunter steigt die Temperatur um etwa 3 °C je 100 Meter. Typische Erdsonden mit 50 bis 100 Metern Länge arbeiten also ganzjährig an einer nahezu jahreszeitfreien Quelle. Im ISE-Feldtest lagen die gemessenen Soletemperaturen im Mittel bei 4,7 °C, die Bandbreite reichte von -0,2 °C bis +7,2 °C. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe muss ihre Wärme dagegen bei Frost aus der Außenluft holen, ausgerechnet dann, wenn das Haus am meisten Wärme braucht.
Der Effizienzvorsprung zahlt auch aufs Klimakonto ein: Für das Jahr 2024 weist das ISE für die untersuchten Wärmepumpen im Schnitt 64 Prozent weniger CO2-Emissionen aus als für eine Erdgasheizung.
Winterprofil: stabil, wenn es zählt
Beim Luftgerät schwankt die Effizienz mit der Außentemperatur. Im ISE-Feldtest bewegten sich die Monats-Arbeitszahlen der Luft-Wasser-Anlagen zwischen 3,8 im milden Oktober (13 °C) und 2,7 im Dezember bei 2 °C Außenluft; im Januar lag der Mittelwert bei 2,9. Die Erdwärmepumpe kennt diese Winterdelle kaum, weil ihre Quellentemperatur übers Jahr nur um wenige Grad pendelt. Dazu kommen zwei strukturelle Vorteile: Es gibt keinen Abtaubetrieb, denn nur am Verdampfer eines Außenluftgeräts friert feuchte Winterluft an. Und der Heizstab blieb mit 0,1 Prozent Stromanteil praktisch arbeitslos, gegenüber 1,3 Prozent bei den Luftgeräten. Der Mehrverbrauch der Luftwärmepumpe entsteht damit genau in den Monaten, in denen ohnehin am meisten geheizt wird.
Sonde, Kollektor oder Erdwärmekörbe: ändert die Erschließung den Verbrauch?
Die Tiefe der Erschließung bestimmt, wie stabil die Quelle ist. Erdsonden tauchen unter die obersten 10 bis 15 Meter ab und erreichen den Bereich nahezu konstanter Temperaturen. Flächenkollektoren und Erdwärmekörbe liegen in den oberen Bodenschichten, deren Temperatur den Jahreszeiten gedämpft und zeitverzögert folgt: Im Spätwinter ist die Quelle dort kühler, die Arbeitszahl streut stärker mit Auslegung und Bodenart. Richtig dimensioniert bleibt aber auch ein Kollektor im tiefsten Winter deutlich im Vorteil gegenüber der Außenluft; das Grundprinzip der stabilen Quelle gilt für alle Varianten.
Was den Stromverbrauch wirklich beeinflusst
Die JAZ 4,3 ist ein Mittelwert. Ob Ihre Anlage eher bei 3,6 oder bei 5,4 landet, entscheiden vor allem vier Faktoren.
Vorlauftemperatur schlägt Baujahr
Der überraschendste Befund des Feldtests: Zwischen Effizienz und Baualter des Gebäudes fand das ISE keinen Zusammenhang. Entscheidend waren allein die Heizkreistemperaturen. Beide Gruppen, Erdreich wie Luft, liefen im Mittel mit 36 °C energetisch gewichteter Heizkreismitteltemperatur, denn ausreichend groß dimensionierte Heizkörper erreichen ähnlich niedrige Werte wie eine Flächenheizung. Für Sie heißt das: Auch ein Altbau kann die 4,3 erreichen, wenn die Heizflächen passen. Der Erdreich-Vorteil kommt aus der Quelle, nicht aus besseren Heizkörpern.
Warmwasser: 19 Prozent der Wärme, überproportional viel Strom
Im Feldtest entfielen 81 Prozent der abgegebenen Wärme auf die Raumheizung und 19 Prozent auf das Trinkwasser. Warmwasser ist der ineffizienteste Betriebsmodus, weil die Wärmepumpe dafür auf rund 50 °C durchheizen muss: Bei den Luft-Wasser-Anlagen lag die Teil-Arbeitszahl der Warmwasserbereitung bei 2,8, die der Raumheizung bei 3,9. Für die Erdreich-Gruppe weist der Bericht wegen der kleinen Stichprobe keine getrennten Werte aus, der Mechanismus gilt aber identisch. Praktisch bedeutet das: Je kleiner der Heizwärmebedarf, desto stärker drückt der Warmwasseranteil auf die Gesamt-JAZ, im sparsamen Neubau deutlicher als im Altbau.
Die Solepumpe: eingerechnet und kleiner als gedacht
Ein häufiger Einwand gegen die Erdwärmepumpe lautet, die Umwälzpumpe des Solekreises fresse den Effizienzvorteil wieder auf. Die Datenlage sagt etwas anderes. Die Hocheffizienz-Solepumpe einer Viessmann Vitocal 300-G nimmt je nach Betriebspunkt 5,7 bis 87 Watt auf. Überschlägig ergeben sich daraus bei 2.000 bis 3.000 Verdichter-Betriebsstunden grob 80–270 kWh im Jahr, also wenige Prozent des Gesamtverbrauchs. Vor allem aber steckt dieser Strom bereits in der Feldtest-JAZ von 4,3, weil die ISE-Bilanzgrenze den Antrieb der Wärmequelle einschließt. Doppelt rechnen müssen Sie die Solepumpe also nicht.
Speicher und Verteilung: warum Ihr Zähler mehr zeigt
Wer den eigenen Wärmepumpenzähler abliest, misst meist etwas schlechtere Werte als die Erzeuger-JAZ. Auch das hat das ISE quantifiziert: Die Systemarbeitszahl nach Puffer- und Warmwasserspeicher lag im Schnitt rund 15 Prozent unter der Erzeuger-Arbeitszahl (3,1 statt 3,6, ausgewertet über 36 Anlagen beider Typen). Treiber sind fast ausschließlich thermische Speicher- und Verteilverluste; die Speicherladepumpen selbst machten nur 1,2 Prozent des Stroms aus. Für die eigene Kontrolle genügen der separate Wärmepumpen-Stromzähler und ein Wärmemengenzähler: Jahreswärme geteilt durch Jahresstrom ergibt Ihre reale Arbeitszahl. Liegt sie deutlich unter der Erwartung, lohnt der Blick auf Speicherkonzept und Leitungsdämmung eher als der auf die Wärmepumpe selbst.
Stromkosten: Tarif, Grundpreis und komplette Jahresrechnung
Der Arbeitspreis entscheidet über mehrere hundert Euro im Jahr. Die Verbraucherzentrale NRW hat im Februar 2026 Wärmepumpenstromtarife für Neuverträge erhoben: Mit separatem Zähler und der Netzentgelt-Reduktion nach § 14a EnWG (Modul 2) kosten sie im Mittel rund 24 ct/kWh bei einer Spanne von 20 bis 29 ct, dazu im Schnitt 140 € Grundpreis pro Jahr. Die amtliche Vergleichszahl der Bundesnetzagentur liegt mit 27,44 ct/kWh höher, weil sie den Bestand aller laufenden Verträge zum Stichtag 1. April 2025 mittelt, darunter viele Alttarife. Wer noch in einem solchen Bestandstarif steckt, spart mit dem Wechsel auf Neuvertragsniveau rund 3,4 ct/kWh, beim sanierten Altbau mit 3.488 kWh etwa 120 € pro Jahr. Welche Tarifmodelle es gibt und worauf Sie achten sollten, sortiert der Ratgeber zum Wärmepumpen-Stromtarif 2026.
So sieht die komplette Jahresrechnung für drei typische Fälle aus:
| Wärmebedarf | Stromverbrauch (JAZ 4,3) | Arbeitspreis (24 ct/kWh) | Grundpreis | Stromkosten gesamt |
|---|---|---|---|---|
| 10.000 kWh | 2.326 kWh | 558 € | 140 € | 698 € |
| 15.000 kWh | 3.488 kWh | 837 € | 140 € | 977 € |
| 25.000 kWh | 5.814 kWh | 1.395 € | 140 € | 1.535 € |
Quellen: Verbraucherzentrale NRW, Marktcheck Wärmepumpenstromtarife (20.02.2026); eigene Berechnung mit der Feldtest-JAZ 4,3.
Voraussetzung für den Wärmepumpentarif ist ein separater Zähler für die Anlage. Die niedrigen Betriebskosten sind zugleich das wirtschaftliche Argument der Erdvariante, denn hier holt sie ihren höheren Anschaffungspreis Jahr für Jahr zurück; was Gerät und Erschließung kosten, schlüsselt der Artikel zu den Kosten der Sole-Wasser-Wärmepumpe auf.
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Passive Kühlung: der Sommerbonus der Erdsonde
Erd- und grundwassergekoppelte Wärmepumpen können etwas, das Luftgeräten verwehrt bleibt: passiv kühlen. Im Sommer zirkuliert die Sole durch Fußbodenheizung oder andere Flächenheizkreise und trägt überschüssige Raumwärme in den Untergrund ab. Der Verdichter bleibt dabei aus; Strom brauchen nur Umwälzpumpen und Regelung, zusammen etwa 50–150 Watt. Über eine Kühlsaison kommen so grob 30–80 kWh zusammen, bei 24 ct/kWh also 7–19 €. Die Raumtemperatur sinkt damit typischerweise um 2–4 °C; Viessmann nennt für sein Natural Cooling etwa 3 °C.
Der Nebeneffekt macht die Sache doppelt attraktiv: Die im Sommer eingelagerte Gebäudewärme regeneriert die Erdsonde. Das kann die Jahresarbeitszahl der folgenden Heizsaison um grob 0,1 bis 0,3 Punkte verbessern. Die passive Kühlung senkt den Jahresstromverbrauch also eher, statt ihn zu erhöhen.
Sechs Hebel, mit denen Sie den Verbrauch senken
- Heizkurve absenken. Die Effizienz hängt fast ausschließlich an den Heizkreistemperaturen. Tasten Sie sich in kleinen Schritten nach unten; die Feldtest-Anlagen liefen im Mittel mit 36 °C Heizkreismitteltemperatur, auch mit Heizkörpern.
- Warmwasser entschärfen. Zieltemperatur nicht höher als nötig einstellen und die Zirkulationspumpe zeitlich begrenzen. Warmwasser ist der ineffizienteste Betriebsmodus der Anlage.
- In den passenden Tarif wechseln. 24 statt 27,44 ct/kWh sparen im sanierten Altbau rund 120 € jährlich, ganz ohne technische Änderung.
- Betriebsweise prüfen. Gleichmäßiges Durchheizen mit niedriger Vorlauftemperatur schlägt starkes Absenken und Wiederaufheizen; die Varianten vergleicht der Artikel zu den Betriebsweisen der Wärmepumpe.
- Photovoltaik einbinden. Selbst erzeugter Solarstrom ersetzt Netzstrom vor allem in der Übergangszeit und beim Warmwasser im Sommer; zusammen mit der hohen JAZ sinken die effektiven Heizkosten weiter.
- Speicher- und Verteilverluste angehen. Rund 15 Prozent Differenz zwischen Erzeuger- und Systemarbeitszahl entstehen hinter der Wärmepumpe. Gedämmte Leitungen, ein schlankes Speicherkonzept und die passive Kühlung zur Sonden-Regeneration holen davon einiges zurück.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viel Strom verbraucht eine Erdwärmepumpe im Einfamilienhaus?
Mit der im Feldtest gemessenen Jahresarbeitszahl 4,3 liegt der Verbrauch bei 2.326 kWh pro Jahr für ein Haus mit 10.000 kWh Wärmebedarf und bei 3.488 kWh für einen sanierten Altbau mit 15.000 kWh. Ein unsanierter Altbau mit 25.000 kWh Wärmebedarf kommt auf rund 5.814 kWh. Warmwasser ist in diesen Werten bereits enthalten.
Ist eine Erdwärmepumpe sparsamer als eine Luftwärmepumpe?
Ja, deutlich. Im Fraunhofer-ISE-Feldtest erreichen Erdreich-Anlagen im Mittel die Jahresarbeitszahl 4,3, Luft-Wasser-Geräte 3,4. Das entspricht 21 Prozent weniger Stromverbrauch bei gleichem Wärmebedarf, beim sanierten Altbau rund 222 € Ersparnis pro Jahr. Dafür kostet die Erdwärmepumpe in der Anschaffung mehr, die Gesamtbetrachtung entscheidet.
Wie viel Strom verbraucht die Solepumpe?
Wenig. Die Hocheffizienzpumpe eines marktüblichen Geräts wie der Viessmann Vitocal 300-G nimmt je nach Betriebspunkt 5,7 bis 87 Watt auf, übers Jahr überschlägig 80–270 kWh. Dieser Anteil ist in der Feldtest-JAZ von 4,3 bereits enthalten, weil die ISE-Bilanz den Wärmequellenantrieb mitzählt.
Welche Jahresarbeitszahl ist für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe realistisch?
Der Feldtest-Mittelwert für Bestandsgebäude liegt bei 4,3, die Bandbreite reicht von 3,6 bis 5,4. Entscheidend sind die Heizkreistemperaturen, nicht das Baualter: Auch Altbauten erreichen gute Werte, wenn Heizflächen und Auslegung passen. Ein älterer Feldtest maß im Mittel 4,1 bei mittleren Heizkreistemperaturen von knapp 38 °C.
Warum zeigt mein Stromzähler mehr an, als die Jahresarbeitszahl verspricht?
Zwischen Wärmepumpe und Heizfläche geht Wärme verloren, vor allem in Puffer- und Warmwasserspeichern. Die Systemarbeitszahl nach Speicher lag im Feldtest rund 15 Prozent unter der Erzeuger-Arbeitszahl. Prüfen Sie Speicherkonzept, Leitungsdämmung und Regelung, bevor Sie am Gerät zweifeln.
Braucht eine Erdwärmepumpe einen Heizstab?
Eingebaut ist er meist, gebraucht wird er fast nie. Im ISE-Feldtest lag der Heizstab-Anteil an der elektrischen Arbeit der Erdreich-Anlagen bei 0,1 Prozent. Die Quelle bleibt auch in Kälteperioden stabil, deshalb kommt die Anlage praktisch ohne elektrische Nachhilfe durch den Winter.
Was kostet der Strom für eine Erdwärmepumpe?
In Neuverträgen mit separatem Zähler kostet Wärmepumpenstrom im Mittel rund 24 ct/kWh (Spanne 20–29 ct), dazu kommen etwa 140 € Grundpreis pro Jahr. Der amtliche Durchschnitt über alle Bestandsverträge liegt bei 27,44 ct/kWh, ein Tarifwechsel lohnt sich deshalb häufig. Für den sanierten Altbau ergeben sich Gesamtkosten von rund 977 € im Jahr.
Kann die Erdwärmepumpe im Sommer auch kühlen?
Ja, und zwar besonders günstig. Bei der passiven Kühlung bleibt der Verdichter aus, es laufen nur Umwälzpumpen und Regelung. Über die Saison fallen dadurch etwa 30–80 kWh Strom an, rund 7–19 € bei 24 ct/kWh. Die Raumtemperatur sinkt typischerweise um 2–4 °C, gleichzeitig regeneriert die abgeführte Wärme die Erdsonde für den Winter.
Lohnt sich die Erdwärmepumpe trotz der höheren Anschaffungskosten?
Beim Strom spart sie je nach Gebäude 74–369 € pro Jahr gegenüber einer Luftwärmepumpe, dazu kommt die fast kostenlose passive Kühlung im Sommer. Die Kosten für Bohrung und Erschließung liegen dafür deutlich höher, und die Förderung deckelt die förderfähigen Kosten bei 28.000 €: Im Standardfall (30 Prozent Grundförderung plus 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus) sind das rund 12.900 € Zuschuss, mit Einkommensbonus je nach Einkommen maximal 19.600 € (70-Prozent-Deckel) oder 22.400 € (80-Prozent-Deckel). Der Aufpreis der Erschließung bleibt daher oft ungefördert. Je höher Ihr Wärmebedarf, desto eher rechnet sich die Erdvariante.
Nächster Schritt: Ihren Wärmebedarf präzise bestimmen
Die größte Unbekannte in jeder Verbrauchsrechnung ist nicht die Jahresarbeitszahl, sondern der Wärmebedarf Ihres Gebäudes. Wer ihn nur schätzt, verschätzt sich schnell um mehrere tausend Kilowattstunden und damit bei Dimensionierung, Bohrmetern und Betriebskosten. Mit der reduco-Gebäudeanalyse ermitteln Sie den Wärmebedarf digital am Modell Ihres Hauses und sehen, welcher Wärmepumpentyp mit welcher Jahresarbeitszahl und welchen Stromkosten zu Ihrem Gebäude passt, inklusive Fördercheck. So wird aus der Faustformel dieses Artikels eine belastbare Entscheidungsgrundlage.
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