Reduco
Ratgeber17 Min. Lesezeit

NIBE S1155 & S1255 Test 2026: Erdwärme, reale JAZ 5,85

NIBE S1155 & S1255 im Test: SCOP 5,2–5,3, reale JAZ 5,85, Preise ab 10.434 €. Was die Sole-Erdwärmepumpe taugt und wie Sie bis 80 % Förderung sichern.

NIBE S1255 Sole-Wasser-Wärmepumpe zur Erdwärmenutzung im Technikraum eines Einfamilienhauses

Das Wichtigste in Kürze

  • Effizienz (Datenblatt, EN 14825, 35 °C): SCOP 5,2 bis 5,3 (S1155-6: 5,3; S1255-12 und S1155-25: 5,2). Die von Vergleichsportalen genannten „SCOP bis 7,0/7,3" sind Marketingwerte ohne angegebene Prüfbedingung und liegen deutlich über NIBEs eigenem Datenblatt.
  • Real gemessene Jahresarbeitszahl: System-JAZ 5,85 nach der ersten Heizsaison (S1155-6 PC, 135 m² Haus Bj. 2001, 150-m-Erdsonde, Fußbodenheizung) – ohne Umwälzpumpe und Standby gerechnet sogar 6,81.
  • Gerätepreis inkl. 19 % MwSt.: S1155-6 PC ca. 10.434 €, S1255-12 (mit 180-l-Speicher) ca. 14.229 €, S1155-25 ca. 20.748 € – jeweils nur das Gerät, ohne Bohrung und Montage.
  • Komplettsystem Erdwärme: 25.000 bis 50.000 € inklusive Erschließung und Montage, vor Förderung. Größter Einzelposten ist die Erdsondenbohrung (80–120 €/Bohrmeter).
  • Förderung ab 21.07.2026 (KfW 458): bis 80 % Zuschuss (einkommensabhängig), maximal 22.400 €; im Standardfall rund 12.880 €. Der frühere +5 % Effizienzbonus für die Wärmequelle Erdreich ist mit der neuen BEG-Förderrichtlinie ersatzlos entfallen – das Kältemittel R407C spielt für die Förderhöhe damit ohnehin keine Rolle.
  • Kältemittel: R407C (GWP 1.774), auslaufende Generation; die Nachfolger S1156/S1256 nutzen bereits R454B (GWP 466). Für die Förderung ist das bei Erdwärme bis 2028 unkritisch, technisch aber ein echter Nachteil.

Sie interessieren sich für eine Erdwärmepumpe?

Anzeige

Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region und sparen Sie bis zu 37 % durch unseren Angebotsvergleich.

  • 100 % kostenlos & unverbindlich
  • Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
  • Durch Vergleich bis zu 37 % sparen

Update (Stand: 14. Juli 2026) – Neue BEG-Förderung nach dem GModG: Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, 10.07.2026) und der neuen BEG-Förderrichtlinie gelten ab dem 21. Juli 2026 neue Fördersätze: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt von 20 % auf 16 % (und danach halbjährlich weiter bis 0 % ab 01.08.2028), der Effizienzbonus (5 %) für die Wärmequelle Erdreich entfällt ersatzlos, die maximal förderfähigen Kosten für die Heizung sinken von 30.000 € auf 28.000 €, und es gilt ein einkommensabhängiger Deckel von bis zu 80 %.

Die NIBE S1155 und S1255 sind die Sole-/Wasser-Wärmepumpen des schwedischen Herstellers für die Nutzung von Erdwärme – also Erdsonde oder Flächenkollektor statt Außenluft. Auf dem Datenblatt erreichen sie einen SCOP von 5,2 bis 5,3 (EN 14825, 35 °C, Durchschnittsklima); ein Eigentümer hat nach der ersten Heizsaison sogar eine real gemessene System-Jahresarbeitszahl von 5,85 dokumentiert. Die oft zitierten Werte „SCOP bis 7,0/7,3" der Vergleichsportale sind dagegen Marketing ohne angegebene Prüfbedingung – dazu weiter unten mehr. Preislich beginnt die Baureihe beim Gerät bei rund 10.434 € inkl. MwSt., das Komplettsystem inklusive Bohrung liegt bei 25.000 bis 50.000 € vor Förderung.

In diesem Test ordne ich die Effizienz ehrlich ein, zeige alle technischen Daten und Preise für 2026 und rechne die Förderung konkret durch. Wer zuerst die Grundlagen sucht, findet sie im Ratgeber zu Kosten und Funktion einer Erdwärmepumpe; die komplette Marken-Übersicht steht in der NIBE-Modell- und Preisübersicht. Die Luft-Wasser-Alternative aus demselben Haus ist die NIBE S2125 – der direkte Vergleich Luft gegen Erdwärme lohnt sich vor jeder Kaufentscheidung.

S1155 und S1255 im Überblick: zwei Sole-Wärmepumpen, ein Regler

Beide Geräte sind vollmodulierende (drehzahlgeregelte) Sole-/Wasser-Wärmepumpen zur Innenaufstellung. Sie nutzen dieselbe S-Serie-Regelung mit der myUplink-App, WLAN und Modbus – der Unterschied liegt vor allem im integrierten Warmwasserspeicher. Der S1155 kommt ohne eigenen Speicher (ein separater Warmwasserspeicher ist nötig), während der S1255 einen 180-Liter-Speicher bereits an Bord hat. Beide Baureihen sind laut NIBE-Produktseite in der Energieeffizienzklasse A+++ eingestuft, sowohl bei 35 °C als auch bei 55 °C Vorlauf.

Wichtig für die Kaufentscheidung 2026: Die im Handel noch verkauften S1155/S1255 sind die auslaufende Generation mit dem Kältemittel R407C. Ihre Nachfolger S1156 und S1256 sind seit Sommer 2024 im Katalog und nutzen bereits das modernere Kältemittel R454B.

Modell Warmwasserspeicher Typ Kältemittel Status 2026
S1155 kein integrierter (separat nötig) Sole/Wasser, invertergeregelt R407C noch lieferbar (auslaufend)
S1255 integrierter 180-l-Speicher Sole/Wasser, invertergeregelt R407C noch lieferbar
S1156 / S1256 (Nachfolger, seit Sommer 2024) S1256: ca. 178 l integriert Sole/Wasser R454B (GWP 466) aktuelle Katalog-Generation

Quellen: NIBE S1155 (offizielle Produktseite), NIBE S1156 (offizielle Produktseite).

Der große Vorteil gegenüber jeder Luft-Wasser-Wärmepumpe: Es gibt keine Außeneinheit. Die komplette Technik steht im Keller oder Hauswirtschaftsraum, es gibt keinen Ventilator, der bei Frost vereisen oder Nachbarn stören könnte, und die Wärmequelle Erdreich liefert das ganze Jahr über eine gleichmäßige Temperatur. Genau daraus resultiert die höhere Effizienz – aber eben auch der höhere Erschließungsaufwand. Ob sich dieser Aufwand für Sie lohnt, klärt der Ratgeber Luft- vs. Erdwärmepumpe im Vergleich.

Technische Daten im Detail

Die folgende Tabelle fasst die zentralen Kennwerte beider Baureihen zusammen. Der S1155 ist als einziges Modell auch in der großen Leistungsgröße 6–25 kW verfügbar und damit für größere Gebäude oder kleine Mehrfamilienhäuser geeignet.

Kennwert S1155 S1255
Heizleistung (Modellgrößen) 1,5–6 / 3–12 / 4–16 / 6–25 kW 1,5–6 / 3–12 / 4–16 kW
Integrierter WW-Speicher nein (separat) 180 l
Max. Vorlauftemperatur bis 65 °C (67 °C bei B0, S1155-25) bis 65 °C
Kältemittel / Füllmenge R407C / 1,16 bis ca. 2,47 kg R407C / 2,0 kg
CO₂-Äquivalent der Füllung 4,39 t (S1155-25) ca. 3,5 t (S1255-12)
Schallleistung 36–47 dB(A) (S1155-6: 36–43) 36–47 dB(A)
Maße (H×B×T) 1500 × 600 × 620 mm 1800 × 600 × 620 mm
Gewicht 205 kg 250–270 kg (mit Speicher)
Stromanschluss 3×400 V 3×400 V
Passivkühlung (PC-Variante) ja (S1155-6 PC: 6 kW bei B10/W23) ja (S1255 PC)

Quellen: NIBE S1155 (offizielle Produktseite) für Maße 1500 × 600 × 620 mm, 205 kg, CO₂-Äquivalent 4,39 t und A+++. Angaben zu Kältemittelfüllmenge (R407C 1,16–2,0 kg), 180-l-Speicher, 3×400 V, Schallleistung 36–47 dB(A) und Passivkühlung stammen aus den NIBE-Installateur- und -Datenblättern zur Baureihe S1155/S1255.

Zwei Punkte fallen in der Praxis besonders ins Gewicht. Erstens der Schallpegel: Mit 36 bis 47 dB(A) Schallleistung – beim kleinen S1155-6 sogar nur 36 bis 43 dB(A) – gehören die Geräte dank doppelt gekapseltem Verdichter zu den sehr leisen Innenaufstellern. Eine Außeneinheit, die nachts stören könnte, gibt es ohnehin nicht. Zweitens der Stromanschluss: Beide Baureihen brauchen einen 3×400-V-Drehstromanschluss. In vielen Altbauten muss die Elektroinstallation dafür angepasst werden – ein Kostenpunkt, den Sie bei der Angebotseinholung mitdenken sollten.

Effizienz: SCOP, COP und die ehrliche Wahrheit über „SCOP 7"

Hier trennt sich die Werbung von den Fakten. Auf mehreren Vergleichsportalen kursieren für die S1155/S1255 Werte wie „SCOP 7,0" (S1155-6) oder „SCOP 7,3" (S1155-25) – ohne Angabe der Prüfbedingung, also ohne Klimazone und Vorlauftemperatur. Diese Zahlen übersteigen NIBEs eigenes Datenblatt deutlich. Nach der maßgeblichen Norm EN 14825 im Durchschnittsklima bei 35 °C Vorlauf liegt der SCOP der S1255-12 bei 5,2 und der SCOP der S1155-6 PC bei 5,3 (NIBE-Datenblätter zur Baureihe). Woher kommt eine „7"? Am ehesten aus einer nicht deklarierten Kombination aus sehr niedriger Vorlauftemperatur und günstiger Soletemperatur – als Norm-SCOP ist der Wert nicht belegt.

Der ehrliche und viel überzeugendere Beleg für die hohe Effizienz ist deshalb nicht die Marketingzahl, sondern eine real gemessene System-Jahresarbeitszahl von 5,85. Ein Eigentümer hat sie mit einem Shelly-Stromzähler über die erste Heizsaison dokumentiert – S1155-6 PC, 135 m² Haus von 2001, 150-m-Erdsonde, Fußbodenheizung. Rechnet man Umwälzpumpe und Standby-Verbrauch heraus, ergibt sich für die reine Wärmepumpe sogar 6,81. Eine JAZ knapp unter 6 ist für eine gut geplante Sole-Anlage ein exzellenter, aber realistischer Wert.

Modell SCOP (35 °C, EN 14825) Zusatzangabe Kältemittel
S1155-6 PC 5,3 Passivkühlung 6 kW (B10/W23) R407C
S1255-12 5,2 ca. 4,1 bei 55 °C Vorlauf R407C
S1155-25 5,2 COP B0/W35 ca. 4,68 R407C
S1256-8 (Nachfolger) 5,67 R454B
S1156-18 (Nachfolger) 6,22 (kaltes Klima) R454B

Quellen: NIBE-Datenblätter zur Baureihe S1155/S1255 (SCOP-Werte nach EN 14825); NIBE S1156 (offizielle Produktseite, Nachfolge-Generation).

Wenn Ihnen die Begriffe SCOP, COP und JAZ durcheinandergehen: Der Ratgeber COP, JAZ und SCOP einfach erklärt ordnet die Kennzahlen ein. Kurz gesagt ist der COP ein Laborwert bei einem festen Betriebspunkt, der SCOP ein saisonaler Normwert und die JAZ der reale Wert über ein Betriebsjahr in Ihrem Haus. Für die Wirtschaftlichkeit zählt allein die JAZ – und die hängt weniger vom Modell als von Planung, Heizlast, Vorlauftemperatur und der Qualität der Wärmequelle ab.

Preise 2026: Gerät, Bohrung und Komplettsystem

Der Gerätepreis ist bei Erdwärme nur die halbe Wahrheit. Zunächst die reinen Gerätepreise im Fachhandel, jeweils inklusive 19 % Mehrwertsteuer und ohne Montage:

Modell Besonderheit Gerätepreis (inkl. MwSt.)
S1155-6 PC mit Passivkühlung ca. 10.434 €
S1255-12 mit integriertem 180-l-Speicher ca. 14.229 €
S1155-25 große Leistung 6–25 kW ca. 20.748 €

Quellen: Gerätepreise als Fachhandels-Richtpreise inkl. 19 % MwSt. (Stand 2026); Endkunden-Richtpreise über Vergleichsportale liegen wegen Aufschlägen höher (S1155 ab ca. 13.000 €, S1255 PC bis ca. 16.500 €).

Zum Gerät kommt der größte Kostenblock: die Erschließung der Wärmequelle. Für ein Einfamilienhaus mit rund 10 kW Heizlast sind marktüblich 80 bis 120 € pro Bohrmeter fällig; bei 150 bis 250 benötigten Bohrmetern ergeben sich 9.000 bis 30.000 € allein für die Bohrung. Zusammen mit Montage, Hydraulik und Elektrik landet ein komplettes Erdwärme-System deshalb realistisch bei 25.000 bis 50.000 € vor Förderung.

Kostenblock Spanne (EFH, vor Förderung)
Wärmepumpe (Gerät) 10.400–20.700 €
Erdsondenbohrung (150–250 m à 80–120 €) 9.000–30.000 €
Montage, Hydraulik, Warmwasserspeicher, Elektrik 5.000–10.000 €
Genehmigung untere Wasserbehörde 250–700 €
Komplettsystem 25.000–50.000 €

Quellen: Gerätepreise siehe oben; Bohr- und Genehmigungskosten als marktübliche Richtwerte (Stand 2026).

Ehrlich eingeordnet: NIBE liegt preislich rund 20 bis 40 % über typischen Mainstream-Wettbewerbern. Sie bezahlen die Effizienz, die Verarbeitung und die ausgereifte Regelung – aber die Amortisation verlängert sich gegenüber günstigeren Sole-Anbietern. Eine detaillierte Aufschlüsselung des großen Kostenblocks finden Sie im Ratgeber Erdwärme nutzen: Bohrung, Kosten und Genehmigung.

Wärmequelle: Erdsonde, Kollektor und Genehmigung

Die Wärmequelle entscheidet über Effizienz, Kosten und Genehmigungsaufwand. Grundsätzlich haben Sie zwei Optionen:

  • Erdsondenbohrung (Tiefenbohrung): platzsparend, hohe und konstante Soletemperatur, dadurch beste JAZ – aber teuer und genehmigungspflichtig. Jede Bohrung muss der unteren Wasserbehörde nach § 49 WHG mindestens einen Monat vorher angezeigt werden; ab 100 m Tiefe greift zusätzlich das Bergrecht. Die Genehmigung kostet 250 bis 700 €, und in Wasserschutzgebieten ist eine Bohrung oft gar nicht möglich.
  • Ringgraben- oder Flächenkollektor: genehmigungsfrei und beim Aushub günstiger als eine Bohrung, benötigt aber ausreichend unbebaute Grundstücksfläche. Für Neubaugrundstücke mit Garten eine attraktive Alternative, für kleine Grundstücke meist keine Option.

Eine dritte, angrenzende Möglichkeit ist die Grundwasser-Wärmepumpe (Wasser/Wasser), die NIBE mit denselben S-Serie-Reglern bedient und die bei geeignetem Grundwasser eine noch höhere Jahresarbeitszahl erreichen kann. Sie ist ebenfalls genehmigungspflichtig und setzt ausreichend ergiebiges, sauberes Grundwasser voraus.

Für die reine Effizienz gilt: Erdsonde vor Kollektor vor Luft. Für das Budget gilt oft die umgekehrte Reihenfolge. Genau in dieser Abwägung liegt die eigentliche Entscheidung – nicht in der Wahl zwischen S1155 und S1255.

Förderung ab 21. Juli 2026: bis zu 80 % über die KfW 458

Die gute Nachricht für alle, die eine Erdwärmepumpe planen: Die S1155/S1255 sind trotz des Kältemittels R407C voll förderfähig. Die Förderung läuft über die KfW 458 und beträgt seit dem 21. Juli 2026 bis zu 80 % Zuschuss (einkommensabhängig), maximal 22.400 € auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten pro Wohneinheit. Im Standardfall ohne Einkommensbonus liegt der Zuschuss bei rund 12.880 €.

Förderbaustein Fördersatz Voraussetzung
Grundförderung 30 % Einbau einer Wärmepumpe
Klimageschwindigkeitsbonus +16 % Austausch einer alten Öl-, Gas- oder Kohleheizung; sinkt halbjährlich, 0 % ab 01.08.2028
Einkommensbonus +40 / +30 / +10 % zu versteuerndes Haushaltseinkommen ≤ 30.000 / ≤ 40.000 / ≤ 50.000 €/Jahr
Familienzuschlag zvE −10.000 € (einmalig) mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt
Effizienzbonus entfällt seit 21.07.2026 ersatzlos gestrichen
Maximale Förderung bis 80 % einkommensabhängiger Deckel, gedeckelt bei 28.000 € förderfähigen Kosten

Quelle: KfW – Heizungsförderung; neue BEG-Förderrichtlinie, gültig ab 21.07.2026.

Wichtig für Erdwärme-Interessenten: Der frühere Effizienzbonus von 5 %, den Sole-/Erdwärmepumpen bislang über die Wärmequelle Erdreich (oder ein natürliches Kältemittel) erhielten, ist mit der neuen BEG-Förderrichtlinie zum 21. Juli 2026 ersatzlos entfallen. Für die S1155/S1255 spielt das Kältemittel R407C bei der Förderhöhe damit ohnehin keine Rolle mehr – entscheidend sind jetzt allein Grundförderung, Klimageschwindigkeitsbonus und der einkommensabhängige Bonus. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt zudem halbjährlich (16 % → 12 % ab 01.02.2027 → 8 % ab 01.08.2027 → 4 % → 0 % ab 01.08.2028), ein früher Austausch lohnt sich also.

Rechenbeispiel S1255-12 im Altbau (Ölheizung wird ersetzt, Standardfall):

  • Komplettsystem inkl. Bohrung: 40.000 €, förderfähig gedeckelt auf 28.000 €
  • Grundförderung (30 %): 8.400 €
  • Klimageschwindigkeitsbonus (16 %): 4.480 €
  • Gesamtförderung: 12.880 € (46 % der förderfähigen Kosten)
  • Eigenanteil: 27.120 € (40.000 € abzüglich 12.880 €)

Kommt der Einkommensbonus hinzu, steigt die Förderung deutlich. Bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 40.000 €/Jahr (Einkommensbonus +30 %) ergeben sich 30 % + 16 % + 30 % = 76 %, also 21.280 €; der Eigenanteil sinkt auf 18.720 €. Bei einem Einkommen bis 30.000 €/Jahr (Einkommensbonus +40 %) greift der neue Höchstsatz von 80 %, gedeckelt auf 22.400 € – der Eigenanteil fällt auf 17.600 €. Haushalte mit mindestens einem minderjährigen Kind profitieren zusätzlich vom neuen Familienzuschlag, der das zu versteuernde Einkommen einmalig um 10.000 € reduziert. Wichtig: Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe an den Installateur gestellt werden; die technische Prüfung erfolgt über das BAFA-Wärmeerzeuger-Portal, die Auszahlung über die KfW.

Sie interessieren sich für eine Erdwärmepumpe?

Anzeige

Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region und sparen Sie bis zu 37 % durch unseren Angebotsvergleich.

100 % kostenlos & unverbindlich · In 2 Minuten angefragt

NIBE gegen den Wettbewerb und die Nachfolger S1156/S1256

Innerhalb des NIBE-Portfolios sind die S1155/S1255 die Sole-Klassiker – die aktuelle Katalog-Generation heißt aber bereits S1156/S1256. Der Unterschied ist mehr als eine neue Ziffer:

Merkmal S1155/S1255 (auslaufend) S1156/S1256 (aktuell)
Kältemittel R407C (GWP 1.774) R454B (GWP 466)
CO₂-Äquivalent der Füllung 3,5–4,39 t ca. 0,54 t
SCOP (35 °C) 5,2–5,3 bis 5,67 (S1256-8); 6,22 (S1156-18, kaltes Klima)
Verfügbarkeit Restlager/auslaufend reguläre Produktion

Quelle: NIBE S1156 (offizielle Produktseite).

Die Nachfolger sind also effizienter und nutzen ein Kältemittel mit rund einem Viertel des Treibhauspotenzials. Wer 2026 neu kauft, sollte deshalb den Aufpreis prüfen: Ist er gering, spricht viel für die neuere Generation; wird das R407C-Modell dagegen als echtes Restlager-Schnäppchen angeboten, kann sich der Kauf für ein Erdwärme-System – das über die Wärmequelle ohnehin förderfähig bleibt – durchaus rechnen.

Gegenüber Mainstream-Anbietern positioniert sich NIBE klar im Premium-Segment. Der Aufpreis von 20 bis 40 % ist die zentrale Abwägung: hervorragende Regelung, sehr leiser Lauf und ausgereifte Anbindung (Modbus, myUplink, SG-Ready für PV-Überschuss) gegen einen spürbar höheren Anschaffungspreis. Wo die S1155/S1255 im gesamten NIBE-Portfolio einzuordnen sind, zeigt die eingangs verlinkte Marken- und Preisübersicht.

Garantie

Die Herstellergarantie beträgt bei NIBE standardmäßig 5 Jahre. Auf 7 Jahre verlängert sie sich, wenn die Installation durch einen zertifizierten NIBE-Effizienzpartner erfolgt und das Gerät innerhalb von 180 Tagen registriert wird; anschließend ist eine Verlängerung auf bis zu 10 Jahre versicherbar. Achten Sie also darauf, dass Ihr Fachbetrieb die Registrierung tatsächlich vornimmt – die zwei zusätzlichen Jahre gibt es nur bei fristgerechter Anmeldung.

Praxis-Erfahrungen und ehrliche Nachteile

Die dokumentierten Owner-Reports zeichnen ein überwiegend positives Bild: sehr leiser Lauf, gute Modbus- und myUplink-Integration und eben jene gemessene System-JAZ von 5,85. Doch die S1155/S1255 sind nicht makellos. Diese Punkte sollten Sie kennen, bevor Sie fünfstellig investieren:

  • R407C ist die auslaufende Kältemittel-Generation. Unter der EU-F-Gas-Verordnung wird R407C schrittweise verknappt – künftige Nachfüllungen und Reparaturen können teurer oder eingeschränkter werden. Für die Förderung 2026 ist das bei Erdwärme unkritisch, technisch und zukunftsseitig aber ein realer Nachteil.
  • Die „SCOP bis 7"-Werbung ist irreführend. Realistisch und gemessen sind rund 5,2 bis 5,9. Wer eine JAZ von 7 erwartet, wird enttäuscht – die Zahl ist ohne Prüfbedingung angegeben und übersteigt NIBEs eigenes Datenblatt.
  • Hohe Einstiegshürde. Der Gerätepreis (ca. 10.400–20.700 €) ist nur ein Teil; Bohrung und Montage treiben das Komplettsystem auf 25.000–50.000 € vor Förderung. Das ist deutlich mehr als bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.
  • Genehmigungs- und Standortabhängigkeit. Tiefenbohrungen sind anzeige- und genehmigungspflichtig, kosten 250–700 € und sind nicht auf jedem Grundstück oder in Wasserschutzgebieten möglich.
  • NIBE-Premiumpreis. Rund 20–40 % über Mainstream-Wettbewerbern – gute Technik, aber längere Amortisation als bei günstigeren Sole-Anbietern.
  • Auslaufende Vorgänger-Generation. NIBEs aktueller Katalog führt S1156/S1256. Beim Neukauf sollten Sie den Aufpreis zur neueren R454B-Generation ehrlich gegen den Restlager-Rabatt abwägen.
  • S1155 ohne integrierten Warmwasserspeicher. Ein separater Speicher kostet Platz und Geld. Nur der S1255 hat den 180-l-Speicher an Bord.
  • Software-Eigenheiten. Owner berichten von einem Neustart-Verhalten im Estrich-Ausheizmodus (12-Stunden-Zyklen mit Wärmeverlust) und teils gemischt deutsch/englischen Menüs. Funktional, aber nicht perfekt.
  • 3-phasiger 400-V-Anschluss nötig – im Altbau gegebenenfalls mit Anpassung der Elektroinstallation verbunden.
  • Förder-Zukunftsfrage beim Kältemittel. Die neue BEG-Förderrichtlinie schreibt ab dem 01.01.2028 ein Kältemittel mit GWP unter 150 für die Förderung vor (R290 ja, R407C nein). Für R407C-Geräte ist das perspektivisch ein echtes Risiko – Stand Juli 2026 bleiben die Sole-S1155/S1255 aber voll förderfähig.

Wovon ich abrate: die S1155/S1255 blind als „SCOP-7-Wärmepumpe" zu kaufen und die Wärmequelle stiefmütterlich zu behandeln. Die reale Effizienz entsteht in der Erdsonde und in der Heizlast- und Vorlaufplanung, nicht im Datenblatt. Und wenn der Aufpreis zum Nachfolger S1156/S1256 gering ausfällt, würde ich nicht das R407C-Restlager nehmen, nur um ein paar Hundert Euro zu sparen – der Kältemittelvorteil des Nachfolgers wiegt schwerer.

Häufige Fragen (FAQ)

Welchen SCOP erreicht die NIBE S1155 / S1255 wirklich – stimmt der Wert 7?

Nach NIBEs eigenem Datenblatt (EN 14825, Durchschnittsklima, 35 °C) liegt der SCOP bei 5,2 bis 5,3. Die auf Vergleichsportalen genannten „SCOP 7,0" oder „7,3" sind ohne Prüfbedingung angegeben und übersteigen die Herstellerwerte deutlich – als Norm-SCOP sind sie nicht belegt. Der ehrliche Beleg für die hohe Effizienz ist eine real gemessene System-JAZ von 5,85. Erwarten Sie also keine 7, sondern eine starke, realistische JAZ um 5,2 bis 5,9.

Was ist der Unterschied zwischen NIBE S1155 und S1255?

Der zentrale Unterschied ist der Warmwasserspeicher: Der S1255 hat einen 180-Liter-Speicher integriert, der S1155 nicht – hier ist ein separater Speicher nötig. Ansonsten sind beide baugleich in Technik und Regelung. Der S1155 ist zusätzlich in der großen Leistungsgröße 6–25 kW erhältlich, während der S1255 bis 16 kW reicht. Für kompakte Aufstellung spricht der S1255, für maximale Leistung oder flexible Speicherwahl der S1155.

Was kostet eine NIBE S1155 / S1255 inklusive Erdbohrung 2026?

Das Gerät kostet je nach Modell rund 10.434 € (S1155-6 PC) bis 20.748 € (S1155-25) inklusive Mehrwertsteuer. Hinzu kommt die Erschließung: Die Erdsondenbohrung schlägt mit 80 bis 120 € pro Bohrmeter zu Buche, bei 150 bis 250 Metern also 9.000 bis 30.000 €. Ein Komplettsystem liegt damit realistisch bei 25.000 bis 50.000 € vor Förderung. Über die KfW 458 sind seit dem 21. Juli 2026 bis zu 80 % beziehungsweise maximal 22.400 € Zuschuss möglich (im Standardfall rund 12.880 €).

Welches Kältemittel nutzt die NIBE S1155/S1255 – und ist R407C ein Problem?

Die 2026 noch verkauften S1155/S1255 nutzen R407C (GWP 1.774) mit 1,16 bis 2,0 kg Füllmenge. Das ist die auslaufende Generation; die Nachfolger S1156/S1256 setzen bereits auf R454B (GWP 466). Für die Förderung ist R407C bei einer Erdwärmepumpe bis Ende 2027 kein Problem, da die Förderhöhe nicht am Kältemittel hängt. Achtung: Die neue BEG-Förderrichtlinie verlangt ab dem 01.01.2028 ein Kältemittel mit GWP unter 150 (R290 ja, R407C nein). Auch technisch ist R407C ein Nachteil: Unter der F-Gas-Verordnung wird es verknappt, Nachfüllungen können künftig teurer werden.

Wie viel Förderung gibt es für eine NIBE Erdwärmepumpe?

Über die KfW 458 sind seit dem 21. Juli 2026 bis zu 80 % Zuschuss (einkommensabhängig), maximal 22.400 € auf höchstens 28.000 € förderfähige Kosten möglich; im Standardfall ohne Einkommensbonus sind es rund 12.880 €. Der Zuschuss setzt sich zusammen aus 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus (sinkt halbjährlich, 0 % ab 01.08.2028) und einem einkommensabhängigen Bonus von 10 bis 40 %. Der frühere Effizienzbonus (5 %) für die Wärmequelle Erdreich ist mit der neuen BEG-Förderrichtlinie entfallen. Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden.

Wie unterscheiden sich S1155/S1255 von den Nachfolgern S1156/S1256?

Die Nachfolger S1156/S1256 sind seit Sommer 2024 im Katalog und nutzen das modernere Kältemittel R454B (GWP 466 statt 1.774) mit einem CO₂-Äquivalent von nur rund 0,54 t. Zudem sind sie effizienter: Der S1256-8 erreicht SCOP 5,67, der S1156-18 sogar 6,22 im kalten Klima. Die S1155/S1255 sind damit die auslaufende Generation. Beim Neukauf lohnt der Preisvergleich beider Generationen.

Ist die NIBE S1155/S1255 mit Erdsonde oder Flächenkollektor besser?

Für die Effizienz ist die Erdsonde meist besser, weil sie eine höhere und konstantere Soletemperatur liefert – dafür ist sie teuer und genehmigungspflichtig (§ 49 WHG). Der Flächen- oder Ringgrabenkollektor ist genehmigungsfrei und beim Aushub günstiger, braucht aber ausreichend Grundstücksfläche. Auf kleinen Grundstücken bleibt oft nur die Bohrung, auf großen Neubaugrundstücken ist der Kollektor die wirtschaftlichere Wahl. Beide funktionieren mit S1155 und S1255 gleich gut.

Wie laut ist die NIBE S1155/S1255 und braucht sie eine Außeneinheit?

Eine Außeneinheit gibt es nicht – die komplette Technik steht im Innenraum, es gibt keinen Ventilator. Die Schallleistung liegt bei 36 bis 47 dB(A), beim kleinen S1155-6 sogar nur bei 36 bis 43 dB(A). Dank doppelt gekapseltem Verdichter zählen die Geräte zu den sehr leisen Innenaufstellern. Nachbarschaftskonflikte durch Ventilatorgeräusche, wie sie bei Luft-Wasser-Wärmepumpen vorkommen, entfallen bei der Sole-Technik komplett.

Welche Jahresarbeitszahl (JAZ) berichten NIBE-Besitzer in der Praxis?

Ein dokumentierter Owner-Report zeigt für einen S1155-6 PC eine System-JAZ von 5,85 nach der ersten Heizsaison – gemessen mit einem Shelly-Stromzähler in einem 135-m²-Haus von 2001 mit 150-m-Erdsonde und Fußbodenheizung. Ohne Umwälzpumpe und Standby gerechnet ergibt sich für die reine Wärmepumpe sogar 6,81. Solche Werte sind bei sauberer Planung und niedriger Vorlauftemperatur realistisch – sie liegen über dem Datenblatt-SCOP, aber klar unter den werblichen „7".

Nächster Schritt: Passt eine NIBE Erdwärmepumpe zu Ihrem Gebäude?

Ob sich die aufwendigere, aber effizientere Sole-Lösung wie die S1155 oder S1255 für Ihr Haus überhaupt lohnt – oder ob eine Luft-Wasser-Wärmepumpe wirtschaftlicher wäre – hängt von Heizlast, Dämmzustand, Grundstück, vorhandenem Heizsystem und Ihren individuellen Fördermöglichkeiten ab. Gerade bei Erdwärme mit ihrer hohen Einstiegsinvestition entscheidet die gebäudespezifische Analyse über die Wirtschaftlichkeit, nicht das Datenblatt. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Empfehlung, welches Wärmepumpen-System technisch und wirtschaftlich zu Ihrem Haus passt – inklusive Fördermittelberechnung und einer konkreten Kosten-Nutzen-Analyse.

wärmepumpenibeerdwärmepumpesole-wasser-wärmepumpetest

Angebot für Ihre Wärmepumpe erhalten

Anzeige

Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich Angebote von geprüften Fachbetrieben in Ihrer Region.

  • 100 % kostenlos & unverbindlich
  • Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
  • Durch Vergleich bis zu 37 % sparen

Lieber erst selbst rechnen? Ist Ihr Haus für eine Wärmepumpe geeignet?

Wärmepumpen-Rechner starten

Kostenlose Gebäudechecks

Datenbasiert für Ihr Gebäude – kostenlos und ohne Anmeldung.

Wärmepumpe in Ihrer Region

Heizlast, Baualter und Energieträger unterscheiden sich stark von Ort zu Ort. reduco zeigt für hunderte Städte den realen Gebäudebestand – und vermittelt Fachbetriebe aus der Region.

Nach Bundesland

Städte und Kreise

Verwandte Artikel