Erdwärmepumpe: Kosten, Funktion und Voraussetzungen 2026
Erdwärmepumpe 2026: Was Erdsonde und Erdkollektor kosten, wie die Technik funktioniert, welche Voraussetzungen Ihr Grundstück erfüllen muss und welche Förderung es gibt.

Das Wichtigste in Kürze
- Kosten: Eine Erdsonde kostet inkl. Einbau 24.000–50.000 EUR, ein Erdkollektor 20.000–30.000 EUR.
- Effizienz: Der COP liegt bei 4,0–5,0, weil ab 10 Metern Tiefe ganzjährig rund 10 °C herrschen – höher als bei Luft-Wasser-Wärmepumpen (3,0–4,0).
- Förderung: Über das KfW-Programm 458 sind ab 21. Juli 2026 einkommensabhängig bis zu 80 % Förderung möglich, gedeckelt bei den maximal förderfähigen Kosten von 28.000 EUR (max. Zuschuss 22.400 EUR für Geringverdiener).
- Effizienzbonus entfällt: Der frühere Effizienzbonus von 5 % für Erdwärme wird mit der neuen BEG-Förderrichtlinie ab 21. Juli 2026 ersatzlos gestrichen.
- Betriebskosten: Die laufenden Stromkosten liegen bei ca. 700 EUR/Jahr (Erdsonde) bzw. 900 EUR/Jahr (Erdkollektor).
- Lebensdauer: Die Wärmepumpe hält 20–25 Jahre, die Erdwärmequelle 50 Jahre und länger – sie übersteht den ersten Gerätetausch.
Sie interessieren sich für eine Wärmepumpe?
Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region und sparen Sie bis zu 37 % durch unseren Angebotsvergleich.
- 100 % kostenlos & unverbindlich
- Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
- Durch Vergleich bis zu 37 % sparen
Update (Stand: 14. Juli 2026) – Neue BEG-Förderung nach dem GModG: Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, Bundestag + Bundesrat 10.07.2026) und der neuen BEG-Förderrichtlinie gelten ab 21. Juli 2026 neue Fördersätze: Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt von 20 % auf 16 % (und danach halbjährlich weiter bis 0 % ab August 2028), der Effizienzbonus (5 %) entfällt ersatzlos – auch für Erdwärmepumpen –, und die maximal förderfähigen Kosten für die Heizung sinken von 30.000 EUR auf 28.000 EUR. Neu ist ein einkommensabhängiger Deckel von bis zu 80 %. Die Förder-Angaben in diesem Artikel sind auf diesen Stand aktualisiert.
Die Erdwärmepumpe – technisch korrekt Sole-Wasser-Wärmepumpe – gilt als die effizienteste Art, ein Gebäude mit erneuerbarer Wärme zu versorgen. Sie nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs als Wärmequelle und erreicht damit höhere Jahresarbeitszahlen als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Dafür ist sie teurer in der Anschaffung und stellt Anforderungen an das Grundstück.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, was eine Erdwärmepumpe 2026 kostet, wie Erdsonde und Erdkollektor funktionieren, welche Voraussetzungen Ihr Grundstück erfüllen muss und welche Förderung Sie erhalten.
Wie funktioniert eine Erdwärmepumpe?
Eine Erdwärmepumpe entzieht dem Erdreich Wärme und hebt sie mithilfe eines Kältemittelkreislaufs auf ein nutzbares Temperaturniveau an. Das Prinzip ist identisch mit dem einer Luft-Wasser-Wärmepumpe – nur die Wärmequelle unterscheidet sich.
Das Sole-Wasser-Prinzip
Im Erdreich verlaufen Kunststoffrohre, die mit einer frostsicheren Flüssigkeit gefüllt sind – der sogenannten Sole (ein Wasser-Glykol-Gemisch). Die Sole nimmt die Erdwärme auf, transportiert sie zur Wärmepumpe im Gebäude und gibt sie dort an den Kältemittelkreislauf ab. Die Wärmepumpe verdichtet das Kältemittel und erhöht so die Temperatur, bis sie für die Heizung und Warmwasserbereitung ausreicht.
Warum ist Erdwärme so effizient?
Der entscheidende Vorteil: Ab etwa 10 Metern Tiefe herrscht das ganze Jahr über eine nahezu konstante Bodentemperatur von rund 10 °C – unabhängig davon, ob draußen -15 °C oder +35 °C sind.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe muss im Winter bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt arbeiten und erreicht dann niedrigere Leistungszahlen. Die Erdwärmepumpe hingegen arbeitet das gesamte Jahr unter stabilen Bedingungen. Daraus resultieren zwei wesentliche Vorteile:
- Höhere Effizienz: Die COP-Werte (Coefficient of Performance) liegen bei 4,0 bis 5,0 – das bedeutet, aus 1 kWh Strom werden 4 bis 5 kWh Wärme. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen typischerweise 3,0 bis 4,0.
- Keine Abtauzyklen: Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen den Verdampfer bei niedrigen Außentemperaturen regelmäßig abtauen, was Energie kostet. Erdwärmepumpen kennen dieses Problem nicht.
Die zwei Systeme: Erdsonde vs. Erdkollektor
Für die Erschließung der Erdwärme gibt es zwei bewährte Systeme: die vertikale Erdsonde und den horizontalen Erdkollektor. Beide haben ihre Stärken und Grenzen.
Erdsonde (Vertikalbohrung)
Bei der Erdsonde werden eine oder mehrere Bohrungen senkrecht in den Boden getrieben – typischerweise 50 bis 100 Meter tief. In die Bohrlöcher werden U-Rohr-Sonden eingeführt, durch die die Sole zirkuliert.
Vorteile:
- Geringer Platzbedarf – die Bohrung benötigt nur wenige Quadratmeter Aufstellfläche
- Höchste Effizienz durch konstante Temperaturen in der Tiefe
- Niedrigste Betriebskosten (ca. 700 EUR/Jahr)
- Auch für kleinere Grundstücke geeignet
Nachteile:
- Hohe Bohrkosten (50–100 EUR pro Bohrmeter)
- Genehmigungspflichtig (Untere Wasserbehörde)
- Nicht in allen Gebieten zulässig (z. B. Wasserschutzgebiete)
- Zertifiziertes Bohrunternehmen nach DVGW W120 erforderlich
Erdkollektor (Horizontalkollektor)
Beim Erdkollektor werden Kunststoffrohre in einer Tiefe von etwa 1,2 bis 1,5 Metern flächig im Garten verlegt – unterhalb der Frostgrenze, aber deutlich weniger tief als bei der Erdsonde.
Vorteile:
- Keine Bohrung nötig, daher günstiger
- Geringere Genehmigungshürden
- Gesamtkosten ab 20.000 EUR möglich
Nachteile:
- Großer Flächenbedarf: Die Kollektorfläche muss dem 1,5- bis 2-fachen der beheizten Wohnfläche entsprechen
- Die verlegte Fläche darf nicht überbaut oder versiegelt werden
- Leicht geringere Effizienz als Erdsonde (Temperatur schwankt jahreszeitlich stärker)
- Etwas höhere Betriebskosten (ca. 900 EUR/Jahr)
Direkter Vergleich: Erdsonde vs. Erdkollektor
| Kriterium | Erdsonde | Erdkollektor |
|---|---|---|
| Erschließungsprinzip | Vertikale Bohrung, 50–100 m tief | Horizontale Verlegung, ca. 1,2–1,5 m tief |
| Platzbedarf | Gering (wenige m²) | Groß (1,5–2× beheizte Wohnfläche) |
| Gesamtkosten (inkl. Einbau) | 24.000–50.000 EUR | 20.000–30.000 EUR |
| Typischer COP | 4,5–5,0 | 4,0–4,5 |
| Jährliche Betriebskosten | ca. 700 EUR | ca. 900 EUR |
| Genehmigung | Immer erforderlich (Untere Wasserbehörde) | Meist nur Anzeige |
| Bohrfirma nötig | Ja, DVGW-W120-zertifiziert | Nein (Tiefbau/Erdbau genügt) |
| Lebensdauer Erdwärmequelle | 50+ Jahre | 50+ Jahre |
| Kühlung im Sommer | Passive Kühlung möglich | Bedingt möglich |
Sie interessieren sich für eine Wärmepumpe?
Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region und sparen Sie bis zu 37 % durch unseren Angebotsvergleich.
100 % kostenlos & unverbindlich · In 2 Minuten angefragt
Was kostet eine Erdwärmepumpe 2026?
Die Gesamtkosten einer Erdwärmepumpe setzen sich aus der Wärmepumpe selbst, der Erschließung der Wärmequelle und der Installation im Gebäude zusammen.
Kostenübersicht Erdsonde
| Position | Kosten |
|---|---|
| Erdsondenbohrung (50–100 m, 50–100 EUR/m) | 5.000–10.000 EUR |
| Wärmepumpengerät (Sole-Wasser) | 8.000–15.000 EUR |
| Pufferspeicher / Warmwasserspeicher | 1.500–3.000 EUR |
| Installation und Verrohrung | 4.000–8.000 EUR |
| Elektroarbeiten (Zählerplatz, Anschluss) | 2.000–4.000 EUR |
| Sole-Befüllung und Druckprüfung | 500–1.500 EUR |
| Hydraulischer Abgleich | 500–1.500 EUR |
| Genehmigung und Gutachten | 500–2.000 EUR |
| Demontage Altanlage | 500–2.000 EUR |
| Gesamtkosten Erdsonde | 24.000–50.000 EUR |
Die große Spanne erklärt sich vor allem durch die Bohrtiefe und die geologischen Verhältnisse. In Regionen mit guter Wärmeleitfähigkeit des Gesteins (z. B. wasserführende Schichten) reichen kürzere Bohrungen, was die Kosten deutlich senkt. Bei schwierigen Bodenverhältnissen oder wenn mehrere Bohrungen nötig sind, steigen die Kosten entsprechend.
Kostenübersicht Erdkollektor
| Position | Kosten |
|---|---|
| Erdarbeiten (Aushub, Verfüllung) | 3.000–6.000 EUR |
| Kollektorrohre und Verteiler | 2.000–4.000 EUR |
| Wärmepumpengerät (Sole-Wasser) | 8.000–15.000 EUR |
| Pufferspeicher / Warmwasserspeicher | 1.500–3.000 EUR |
| Installation und Verrohrung | 3.000–6.000 EUR |
| Elektroarbeiten | 2.000–4.000 EUR |
| Hydraulischer Abgleich | 500–1.500 EUR |
| Demontage Altanlage | 500–2.000 EUR |
| Gesamtkosten Erdkollektor | 20.000–30.000 EUR |
Laufende Betriebskosten
Die laufenden Kosten einer Erdwärmepumpe sind niedriger als bei jeder anderen Heizungsart – dank der hohen Effizienz.
| Kostenart | Erdsonde | Erdkollektor | Luft-Wasser-WP |
|---|---|---|---|
| Stromkosten (WP-Tarif, 24 ct/kWh) | ca. 700 EUR/Jahr | ca. 900 EUR/Jahr | ca. 1.200 EUR/Jahr |
| Wartung | 150–300 EUR/Jahr | 150–300 EUR/Jahr | 150–400 EUR/Jahr |
| Gesamte Betriebskosten | ca. 850–1.000 EUR/Jahr | ca. 1.050–1.200 EUR/Jahr | ca. 1.350–1.600 EUR/Jahr |
Die niedrigeren Stromkosten der Erdwärmepumpe resultieren direkt aus dem höheren COP: Bei einem COP von 4,5 benötigt die Erdsonde für 20.000 kWh Heizwärme nur rund 4.440 kWh Strom. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einem COP von 3,0 braucht dafür 6.670 kWh – ein Drittel mehr.
Über die Lebensdauer der Wärmepumpe (20–25 Jahre) summiert sich dieser Unterschied auf 5.000 bis 10.000 EUR niedrigere Betriebskosten gegenüber einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.
Förderung für Erdwärmepumpen 2026
Erdwärmepumpen profitieren von der gleichen KfW-Förderung wie alle Wärmepumpen. Mit der neuen BEG-Förderrichtlinie, die ab dem 21. Juli 2026 gilt, wurde die Heizungsförderung allerdings neu geordnet: Der bisherige Effizienzbonus von 5 % – den Erdwärmepumpen zuvor automatisch über die geothermische Wärmequelle erhielten – entfällt ersatzlos. Dafür steigt der maximale Förderdeckel einkommensabhängig auf bis zu 80 %.
KfW-Programm 458: Heizungsförderung
| Förderbaustein | Fördersatz (ab 21.07.2026) | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Für alle Antragsteller (unverändert) |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % | Austausch einer funktionstüchtigen fossilen Heizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gas-/Biomasseheizung (selbstgenutzt); sinkt halbjährlich weiter (12 % ab 02/2027, 8 % ab 08/2027, 4 % ab 02/2028, 0 % ab 08/2028) |
| Einkommensbonus | 40 % / 30 % / 10 % | Gestaffelt nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen: 40 % (≤ 30.000 EUR), 30 % (30.000–40.000 EUR), 10 % (40.000–50.000 EUR) |
| Familienzuschlag | einmalig −10.000 EUR auf das zvE | Mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt (nicht je Kind) |
| Effizienzbonus | entfällt | Der frühere 5-%-Bonus für Erdwärme/Grundwasser wurde ersatzlos gestrichen |
| Maximaler Förderdeckel | 80 % / 70 % | 80 % bei zvE ≤ 30.000 EUR (bzw. ≤ 40.000 EUR inkl. Familienzuschlag), sonst 70 % |
Quellen: KfW-Heizungsförderung 458 – Fördersätze und Boni sowie die neue Förderrichtlinie BEG EM.
Die förderfähigen Kosten für die Heizung sind seit dem 21. Juli 2026 auf 28.000 EUR pro Wohneinheit gedeckelt (zuvor 30.000 EUR; die Grenze sinkt ab Februar 2027 halbjährlich weiter). Der maximale Zuschuss beträgt damit 22.400 EUR (80 % × 28.000 EUR für Geringverdiener) bzw. rund 12.880 EUR im Standardfall (46 % × 28.000 EUR).
Wichtig für Erdwärmepumpen: Bis zum 20. Juli 2026 erhielten Erdwärmepumpen den Effizienzbonus von 5 % automatisch über die geothermische Wärmequelle. Mit der neuen Förderrichtlinie entfällt dieser Bonus ersatzlos – der bisherige Effizienzvorteil bei der Förderung gegenüber Luft-Wasser-Systemen besteht damit nicht mehr. Die niedrigeren Betriebskosten der Erdwärmepumpe bleiben davon unberührt.
Rechenbeispiel: Förderung für eine Erdsonde
Familie Weber ersetzt ihre 25 Jahre alte Gasheizung durch eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde. Das Einfamilienhaus wird selbst bewohnt. Haushaltseinkommen (zvE): 48.000 EUR/Jahr. Antrag nach dem 21. Juli 2026.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Gesamtkosten (Wärmepumpe + Erdsonde) | 38.000 EUR |
| Förderfähige Kosten (max. 28.000 EUR) | 28.000 EUR |
| Grundförderung (30 %) | 8.400 EUR |
| Klimageschwindigkeitsbonus (16 %) | 4.480 EUR |
| Einkommensbonus (10 %, zvE 40.000–50.000 EUR) | 2.800 EUR |
| Gesamtförderung (56 %) | 15.680 EUR |
| Eigenanteil | 22.320 EUR |
Der Effizienzbonus, der vor dem 21. Juli 2026 zusätzlich 5 % gebracht hätte, entfällt seither. Läge das zu versteuernde Haushaltseinkommen unter 30.000 EUR, stiege der Einkommensbonus auf 40 % – rechnerisch 86 %, gedeckelt auf den maximalen Fördersatz von 80 %. Die Förderung betrüge dann 22.400 EUR (80 % × 28.000 EUR), der Eigenanteil läge bei 15.600 EUR.
KfW-Ergänzungskredit (Programm 358/359)
Zusätzlich zur Zuschussförderung können Eigentümer den KfW-Ergänzungskredit beantragen: bis zu 120.000 EUR zu einem vergünstigten Zinssatz. Voraussetzung ist ein Haushaltseinkommen unter 90.000 EUR/Jahr. Das ist besonders relevant für Erdwärmepumpen, da die Investitionskosten höher ausfallen als bei Luft-Wasser-Systemen.
Einen vollständigen Überblick über alle Förderprogramme für Heizungstausch und Sanierung finden Sie in unserem Ratgeber zu Wärmepumpen-Kosten und Förderung.
Voraussetzungen: Was Ihr Grundstück erfüllen muss
Nicht jedes Grundstück eignet sich für eine Erdwärmepumpe. Die Anforderungen unterscheiden sich je nachdem, ob Sie eine Erdsonde oder einen Erdkollektor planen.
Voraussetzungen für eine Erdsonde
Genehmigung: Jede Erdwärmebohrung ist genehmigungspflichtig. Der Antrag wird bei der Unteren Wasserbehörde Ihres Landkreises gestellt. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 4 bis 12 Wochen. Planen Sie diesen Vorlauf ein. Wie Sie Erdwärme erschließen – von der Bohrung über die Kosten bis zur Förderung, erklärt unser ausführlicher Ratgeber Schritt für Schritt.
Bohrverbot in Wasserschutzgebieten: In Wasserschutzgebieten (insbesondere Zone I und II) sind Erdwärmebohrungen häufig untersagt. In Zone III kann eine Einzelfallprüfung erforderlich sein. Ob Ihr Grundstück in einem Wasserschutzgebiet liegt, erfahren Sie bei Ihrer Kommune oder über die Geoinformationssysteme der Bundesländer.
Zertifiziertes Bohrunternehmen: Die Bohrung darf nur von einem nach DVGW W120 zertifizierten Unternehmen durchgeführt werden. Diese Zertifizierung stellt sicher, dass die Bohrung fachgerecht abgeteuft, verrohrt und verfüllt wird – zum Schutz des Grundwassers.
Geologische Eignung: Die thermische Ergiebigkeit des Untergrunds variiert regional stark. Gute Voraussetzungen bieten wasserführende Schichten und Festgestein mit hoher Wärmeleitfähigkeit. In sandigen oder trockenen Böden sind längere Bohrungen nötig, was die Kosten erhöht.
Zugänglichkeit: Das Bohrgerät (in der Regel ein LKW-montiertes Bohrgerät) muss das Grundstück erreichen können. Zufahrt, Platzbedarf und Abstandsregelungen zu Nachbargrundstücken und Gebäuden sind vorab zu klären.
Voraussetzungen für einen Erdkollektor
Grundstücksgröße: Die Kollektorfläche muss dem 1,5- bis 2-fachen der beheizten Wohnfläche entsprechen. Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche benötigen Sie also 225 bis 300 m² unbebaute, unversiegelte Gartenfläche.
Bodenbeschaffenheit: Lehmige, feuchte Böden leiten Wärme besser als sandige, trockene Böden. Bei ungünstigen Böden muss die Kollektorfläche größer dimensioniert werden.
Keine Überbauung: Die Fläche über dem Kollektor darf nicht versiegelt, überbaut oder durch tiefwurzelnde Bäume bepflanzt werden. Rasen, Beete und Sträucher sind unproblematisch.
Genehmigung: In den meisten Bundesländern ist der Erdkollektor nur anzeigepflichtig, nicht genehmigungspflichtig. Die Hürden sind deutlich niedriger als bei der Erdsonde.
Checkliste: Ist mein Grundstück geeignet?
| Frage | Erdsonde | Erdkollektor |
|---|---|---|
| Liegt das Grundstück in einem Wasserschutzgebiet? | Prüfung erforderlich, ggf. Ausschluss | Meist kein Hindernis |
| Ist ausreichend Freifläche vorhanden? | Ca. 5–10 m² reichen | 1,5–2× beheizte Wohnfläche |
| Ist die Zufahrt für ein Bohrgerät möglich? | Ja, zwingend erforderlich | Nicht relevant |
| Gibt es geologische Einschränkungen? | Vorab-Gutachten empfohlen | Seltener problematisch |
| Kann die Fläche unbebaut bleiben? | Nur Bohrpunkt | Gesamte Kollektorfläche |
Lebensdauer und Wartung
Ein häufig unterschätzter Vorteil der Erdwärmepumpe ist ihre Langlebigkeit.
Wärmepumpe: Die Sole-Wasser-Wärmepumpe selbst hat eine erwartete Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren – etwas länger als Luft-Wasser-Systeme, da kein Außengerät mit Ventilator den Witterungseinflüssen ausgesetzt ist.
Erdwärmequelle: Erdsonden und Erdkollektoren halten 50 Jahre und länger. Die Kunststoffrohre im Erdreich unterliegen praktisch keinem Verschleiß. Das bedeutet: Wenn die Wärmepumpe nach 20–25 Jahren getauscht wird, kann die vorhandene Erdwärmequelle weitergenutzt werden. Der teure Teil der Investition – die Bohrung oder der Erdkollektor – fällt beim Gerätetausch nicht erneut an.
Wartung: Die jährliche Wartung umfasst die Prüfung des Soledrucks, des Kältemittelkreislaufs und der Regelung. Die Kosten liegen bei 150 bis 300 EUR pro Jahr. Im Vergleich zu Gas- oder Ölheizungen entfällt die Schornsteinfegerprüfung, da keine Verbrennung stattfindet.
Geräuschentwicklung: Anders als Luft-Wasser-Wärmepumpen hat eine Erdwärmepumpe kein Außengerät mit Ventilator. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe steht vollständig im Gebäudeinneren und arbeitet sehr leise. Konflikte mit Nachbarn wegen Lärmemissionen – ein reales Problem bei Luft-Wasser-Systemen – gibt es nicht.
Erdwärmepumpe vs. Luft-Wasser-Wärmepumpe: Wann lohnt sich was?
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe deckt rund 80 % des deutschen Wärmepumpenmarkts ab. Sie ist günstiger, flexibler einsetzbar und für die meisten Gebäude die richtige Wahl. Aber es gibt Situationen, in denen die Erdwärmepumpe die bessere Option ist.
Gesamtvergleich
| Kriterium | Erdwärmepumpe (Sole-Wasser) | Luft-Wasser-Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Anschaffungskosten | 20.000–50.000 EUR | 27.000–40.000 EUR |
| COP (typisch) | 4,0–5,0 | 3,0–4,0 |
| Jährliche Betriebskosten | 700–900 EUR | 1.200–1.500 EUR |
| Förderung (max.) | bis zu 80 % (einkommensabhängig) | bis zu 80 % (einkommensabhängig) |
| Platzbedarf außen | Bohrpunkt oder große Gartenfläche | Ca. 1–2 m² für Außengerät |
| Lautstärke | Sehr leise (kein Außengerät) | 35–55 dB(A) am Außengerät |
| Genehmigung | Erforderlich (Erdsonde) | Keine |
| Kühlung im Sommer | Passive Kühlung möglich | Nur aktive Kühlung (teurer) |
| Lebensdauer WP | 20–25 Jahre | 15–20 Jahre |
| Lebensdauer Wärmequelle | 50+ Jahre | Unbegrenzt (Luft) |
| Installation | 2–6 Wochen (inkl. Bohrung) | 2–3 Tage |
Wann die Erdwärmepumpe die bessere Wahl ist
Neubau mit Garten: Beim Neubau können Erdarbeiten und Bohrung in die Bauphase integriert werden, was die Kosten senkt. Die höhere Effizienz zahlt sich über die gesamte Lebensdauer aus.
Großes Grundstück: Wer ausreichend Gartenfläche hat, kann einen Erdkollektor zu Kosten ab 20.000 EUR realisieren – oder mit Eigenleistung einen noch günstigeren Ringgrabenkollektor verlegen und damit deutlich unter dem Preis einer hochwertigen Luft-Wasser-Wärmepumpe bleiben. Welche Geräte sich für Erdwärme besonders eignen, zeigt unser Vergleich der besten Erdwärmepumpen-Hersteller.
Geräuschempfindliche Lage: In dicht bebauten Gebieten mit strengen Lärmschutzanforderungen oder sensiblen Nachbarn vermeidet die Erdwärmepumpe das Außengeräusch-Problem komplett.
Kühlbedarf im Sommer: Über die Erdsonde lässt sich passive Kühlung realisieren (natural cooling): Die kühle Sole wird direkt durch die Heizflächen geleitet, ohne dass der Kompressor läuft. Das kostet praktisch nur Pumpenstrom.
Langfristige Perspektive: Wer ein Gebäude über 30+ Jahre nutzen will, profitiert von den niedrigeren Betriebskosten und der Tatsache, dass die Erdwärmequelle den ersten Wärmepumpen-Tausch überlebt.
Wann die Luft-Wasser-Wärmepumpe ausreicht
Begrenztes Budget: Die niedrigeren Investitionskosten machen die Luft-Wasser-Wärmepumpe für die meisten Haushalte attraktiver – besonders nach Abzug der Förderung.
Kleines Grundstück ohne Bohrmöglichkeit: Ohne Platz für Kollektor oder Bohrzugang bleibt die Luft-Wasser-Wärmepumpe die einzige Option.
Wasserschutzgebiet: Wenn Bohrungen nicht genehmigt werden, scheidet die Erdsonde aus. Auch der Erdkollektor ist dann zu prüfen.
Altbau mit Sanierungsbedarf: Im Altbau steht oft die Frage im Vordergrund, ob eine Wärmepumpe überhaupt funktioniert. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe lässt sich schneller und unkomplizierter installieren, während parallel Dämmmaßnahmen umgesetzt werden.
Passive Kühlung: Der Sommer-Bonus der Erdsonde
Ein Vorteil, der in der Diskussion oft zu kurz kommt: Erdwärmepumpen mit Erdsonde können im Sommer passive Kühlung liefern. Dabei wird die kühle Sole aus dem Erdreich direkt über die Fußbodenheizung geleitet. Der Kompressor der Wärmepumpe läuft nicht – es arbeitet nur die Umwälzpumpe.
Das Ergebnis: Eine spürbare Absenkung der Raumtemperatur um 2 bis 4 °C bei Stromkosten von wenigen Cent pro Stunde. Im Vergleich zu einer Klimaanlage oder einer aktiven Kühlung über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist das extrem günstig und energieeffizient.
Voraussetzung ist eine Fußbodenheizung oder Wandflächenheizung als Wärmeverteilsystem. Heizkörper eignen sich nicht für die passive Kühlung.
Häufige Fragen zur Erdwärmepumpe
Brauche ich eine Genehmigung für eine Erdwärmepumpe?
Für eine Erdsonde (Vertikalbohrung) ja – die Genehmigung wird bei der Unteren Wasserbehörde des zuständigen Landkreises beantragt. Die Bohrung muss von einem nach DVGW W120 zertifizierten Unternehmen durchgeführt werden. Für einen Erdkollektor (Horizontalverlegung) ist in den meisten Bundesländern nur eine Anzeige erforderlich.
Wie tief muss eine Erdsondenbohrung sein?
Typisch sind 50 bis 100 Meter, abhängig vom Wärmebedarf des Gebäudes und der thermischen Ergiebigkeit des Untergrunds. Je besser die Wärmeleitfähigkeit des Gesteins, desto kürzer kann die Bohrung sein.
Kann ich eine Erdwärmepumpe im Altbau einbauen?
Ja, grundsätzlich ist das möglich. Die Erdwärmepumpe wird im Gebäudeinneren installiert und an das vorhandene Heizsystem angeschlossen. Entscheidend sind die Voraussetzungen auf dem Grundstück (Platz, Genehmigung) und die Vorlauftemperatur des Heizsystems. Tipps zur Wärmepumpe im Bestandsgebäude finden Sie in unserem Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.
Wie lange hält eine Erdwärmepumpe?
Die Wärmepumpe selbst hält 20 bis 25 Jahre. Die Erdwärmequelle (Erdsonde oder Erdkollektor) hält 50 Jahre und länger. Beim Gerätetausch nach 20–25 Jahren kann die vorhandene Erdwärmequelle weiterverwendet werden.
Lohnt sich eine Erdwärmepumpe finanziell?
Über 25 Jahre betrachtet ist die Erdwärmepumpe trotz höherer Anschaffungskosten oft günstiger als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil die jährlichen Betriebskosten 300 bis 500 EUR niedriger liegen. Zudem entfallen beim Gerätetausch die Kosten für die Wärmequelle. Die höhere Investition rechnet sich besonders dann, wenn ein Erdkollektor möglich ist oder wenn die Förderung den Eigenanteil stark reduziert.
Wie hoch ist die Förderung für eine Erdwärmepumpe?
Über das KfW-Programm 458 erhalten Sie seit dem 21. Juli 2026 mindestens 30 % Grundförderung. Mit dem Klimageschwindigkeitsbonus (16 %) und dem einkommensabhängigen Einkommensbonus (40 % / 30 % / 10 %) sind einkommensabhängig bis zu 80 % möglich, gedeckelt bei maximal förderfähigen Kosten von 28.000 EUR (max. Zuschuss 22.400 EUR). Der frühere Effizienzbonus von 5 % für Erdwärme entfällt mit der neuen Förderrichtlinie. Zusätzlich steht der KfW-Ergänzungskredit (Programm 358/359) mit bis zu 120.000 EUR zur Verfügung.
Nächster Schritt: Eignung prüfen
Ob eine Erdwärmepumpe für Ihr Gebäude die wirtschaftlich beste Lösung ist, hängt von vielen Faktoren ab: Grundstücksgröße, geologische Verhältnisse, Dämmzustand, Heizsystem und Ihr individuelles Förderpotenzial. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine konkrete Kosten-Nutzen-Rechnung für verschiedene Heizsysteme – inklusive Fördermittelberechnung und Vergleich von Erdwärmepumpe, Luft-Wasser-Wärmepumpe und weiteren Optionen. Datenbasiert, nicht geschätzt.
Angebot für Ihre Wärmepumpe erhalten
Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich Angebote von geprüften Fachbetrieben in Ihrer Region.
- 100 % kostenlos & unverbindlich
- Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
- Durch Vergleich bis zu 37 % sparen
Lieber erst selbst rechnen? Ist Ihr Haus für eine Wärmepumpe geeignet?
Wärmepumpen-Rechner startenKostenlose Gebäudechecks
Datenbasiert für Ihr Gebäude – kostenlos und ohne Anmeldung.
Verwandte Artikel
Erdwärme nutzen 2026: Bohrung, Kosten, Förderung & Genehmigung
Erdwärme erschließen: Bohrkosten 50–120 €/Bohrmeter, JAZ rund 4,1, BEG bis 80 % bzw. 22.400 €. Genehmigung, Kollektortypen und Grundstückseignung verständlich erklärt.
RatgeberFlächenkollektor Wärmepumpe 2026: Kosten & 1,5–3× Fläche
Was kostet eine Erdwärmepumpe mit Flächenkollektor? Sie brauchen das 1,5–3-Fache der Wohnfläche, zahlen 19.000–30.000 € und sichern bis zu 80 % Förderung.
RatgeberNIBE S1155 & S1255 Test 2026: Erdwärme, reale JAZ 5,85
NIBE S1155 & S1255 im Test: SCOP 5,2–5,3, reale JAZ 5,85, Preise ab 10.434 €. Was die Sole-Erdwärmepumpe taugt und wie Sie bis 80 % Förderung sichern.
