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Erdwärmepumpe: Kosten, Funktion und Voraussetzungen 2026

Erdwärmepumpe 2026: Was Erdsonde und Erdkollektor kosten, wie die Technik funktioniert, welche Voraussetzungen Ihr Grundstück erfüllen muss und welche Förderung es gibt.

Erdwärmepumpe mit Erdsonde vor einem Einfamilienhaus

Die Erdwärmepumpe – technisch korrekt Sole-Wasser-Wärmepumpe – gilt als die effizienteste Art, ein Gebäude mit erneuerbarer Wärme zu versorgen. Sie nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs als Wärmequelle und erreicht damit höhere Jahresarbeitszahlen als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Dafür ist sie teurer in der Anschaffung und stellt Anforderungen an das Grundstück.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, was eine Erdwärmepumpe 2026 kostet, wie Erdsonde und Erdkollektor funktionieren, welche Voraussetzungen Ihr Grundstück erfüllen muss und welche Förderung Sie erhalten.

Wie funktioniert eine Erdwärmepumpe?

Eine Erdwärmepumpe entzieht dem Erdreich Wärme und hebt sie mithilfe eines Kältemittelkreislaufs auf ein nutzbares Temperaturniveau an. Das Prinzip ist identisch mit dem einer Luft-Wasser-Wärmepumpe – nur die Wärmequelle unterscheidet sich.

Das Sole-Wasser-Prinzip

Im Erdreich verlaufen Kunststoffrohre, die mit einer frostsicheren Flüssigkeit gefüllt sind – der sogenannten Sole (ein Wasser-Glykol-Gemisch). Die Sole nimmt die Erdwärme auf, transportiert sie zur Wärmepumpe im Gebäude und gibt sie dort an den Kältemittelkreislauf ab. Die Wärmepumpe verdichtet das Kältemittel und erhöht so die Temperatur, bis sie für die Heizung und Warmwasserbereitung ausreicht.

Warum ist Erdwärme so effizient?

Der entscheidende Vorteil: Ab etwa 10 Metern Tiefe herrscht das ganze Jahr über eine nahezu konstante Bodentemperatur von rund 10 °C – unabhängig davon, ob draußen -15 °C oder +35 °C sind.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe muss im Winter bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt arbeiten und erreicht dann niedrigere Leistungszahlen. Die Erdwärmepumpe hingegen arbeitet das gesamte Jahr unter stabilen Bedingungen. Daraus resultieren zwei wesentliche Vorteile:

  • Höhere Effizienz: Die COP-Werte (Coefficient of Performance) liegen bei 4,0 bis 5,0 – das bedeutet, aus 1 kWh Strom werden 4 bis 5 kWh Wärme. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen typischerweise 3,0 bis 4,0.
  • Keine Abtauzyklen: Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen den Verdampfer bei niedrigen Außentemperaturen regelmäßig abtauen, was Energie kostet. Erdwärmepumpen kennen dieses Problem nicht.

Die zwei Systeme: Erdsonde vs. Erdkollektor

Für die Erschließung der Erdwärme gibt es zwei bewährte Systeme: die vertikale Erdsonde und den horizontalen Erdkollektor. Beide haben ihre Stärken und Grenzen.

Erdsonde (Vertikalbohrung)

Bei der Erdsonde werden eine oder mehrere Bohrungen senkrecht in den Boden getrieben – typischerweise 50 bis 100 Meter tief. In die Bohrlöcher werden U-Rohr-Sonden eingeführt, durch die die Sole zirkuliert.

Vorteile:

  • Geringer Platzbedarf – die Bohrung benötigt nur wenige Quadratmeter Aufstellfläche
  • Höchste Effizienz durch konstante Temperaturen in der Tiefe
  • Niedrigste Betriebskosten (ca. 700 EUR/Jahr)
  • Auch für kleinere Grundstücke geeignet

Nachteile:

  • Hohe Bohrkosten (50–100 EUR pro Bohrmeter)
  • Genehmigungspflichtig (Untere Wasserbehörde)
  • Nicht in allen Gebieten zulässig (z. B. Wasserschutzgebiete)
  • Zertifiziertes Bohrunternehmen nach DVGW W120 erforderlich

Erdkollektor (Horizontalkollektor)

Beim Erdkollektor werden Kunststoffrohre in einer Tiefe von etwa 1,2 bis 1,5 Metern flächig im Garten verlegt – unterhalb der Frostgrenze, aber deutlich weniger tief als bei der Erdsonde.

Vorteile:

  • Keine Bohrung nötig, daher günstiger
  • Geringere Genehmigungshürden
  • Gesamtkosten ab 20.000 EUR möglich

Nachteile:

  • Großer Flächenbedarf: Die Kollektorfläche muss dem 1,5- bis 2-fachen der beheizten Wohnfläche entsprechen
  • Die verlegte Fläche darf nicht überbaut oder versiegelt werden
  • Leicht geringere Effizienz als Erdsonde (Temperatur schwankt jahreszeitlich stärker)
  • Etwas höhere Betriebskosten (ca. 900 EUR/Jahr)

Direkter Vergleich: Erdsonde vs. Erdkollektor

Kriterium Erdsonde Erdkollektor
Erschließungsprinzip Vertikale Bohrung, 50–100 m tief Horizontale Verlegung, ca. 1,2–1,5 m tief
Platzbedarf Gering (wenige m²) Groß (1,5–2× beheizte Wohnfläche)
Gesamtkosten (inkl. Einbau) 24.000–50.000 EUR 20.000–30.000 EUR
Typischer COP 4,5–5,0 4,0–4,5
Jährliche Betriebskosten ca. 700 EUR ca. 900 EUR
Genehmigung Immer erforderlich (Untere Wasserbehörde) Meist nur Anzeige
Bohrfirma nötig Ja, DVGW-W120-zertifiziert Nein (Tiefbau/Erdbau genügt)
Lebensdauer Erdwärmequelle 50+ Jahre 50+ Jahre
Kühlung im Sommer Passive Kühlung möglich Bedingt möglich

Was kostet eine Erdwärmepumpe 2026?

Die Gesamtkosten einer Erdwärmepumpe setzen sich aus der Wärmepumpe selbst, der Erschließung der Wärmequelle und der Installation im Gebäude zusammen.

Kostenübersicht Erdsonde

Position Kosten
Erdsondenbohrung (50–100 m, 50–100 EUR/m) 5.000–10.000 EUR
Wärmepumpengerät (Sole-Wasser) 8.000–15.000 EUR
Pufferspeicher / Warmwasserspeicher 1.500–3.000 EUR
Installation und Verrohrung 4.000–8.000 EUR
Elektroarbeiten (Zählerplatz, Anschluss) 2.000–4.000 EUR
Sole-Befüllung und Druckprüfung 500–1.500 EUR
Hydraulischer Abgleich 500–1.500 EUR
Genehmigung und Gutachten 500–2.000 EUR
Demontage Altanlage 500–2.000 EUR
Gesamtkosten Erdsonde 24.000–50.000 EUR

Die große Spanne erklärt sich vor allem durch die Bohrtiefe und die geologischen Verhältnisse. In Regionen mit guter Wärmeleitfähigkeit des Gesteins (z. B. wasserführende Schichten) reichen kürzere Bohrungen, was die Kosten deutlich senkt. Bei schwierigen Bodenverhältnissen oder wenn mehrere Bohrungen nötig sind, steigen die Kosten entsprechend.

Kostenübersicht Erdkollektor

Position Kosten
Erdarbeiten (Aushub, Verfüllung) 3.000–6.000 EUR
Kollektorrohre und Verteiler 2.000–4.000 EUR
Wärmepumpengerät (Sole-Wasser) 8.000–15.000 EUR
Pufferspeicher / Warmwasserspeicher 1.500–3.000 EUR
Installation und Verrohrung 3.000–6.000 EUR
Elektroarbeiten 2.000–4.000 EUR
Hydraulischer Abgleich 500–1.500 EUR
Demontage Altanlage 500–2.000 EUR
Gesamtkosten Erdkollektor 20.000–30.000 EUR

Laufende Betriebskosten

Die laufenden Kosten einer Erdwärmepumpe sind niedriger als bei jeder anderen Heizungsart – dank der hohen Effizienz.

Kostenart Erdsonde Erdkollektor Luft-Wasser-WP
Stromkosten (WP-Tarif, 24 ct/kWh) ca. 700 EUR/Jahr ca. 900 EUR/Jahr ca. 1.200 EUR/Jahr
Wartung 150–300 EUR/Jahr 150–300 EUR/Jahr 150–400 EUR/Jahr
Gesamte Betriebskosten ca. 850–1.000 EUR/Jahr ca. 1.050–1.200 EUR/Jahr ca. 1.350–1.600 EUR/Jahr

Die niedrigeren Stromkosten der Erdwärmepumpe resultieren direkt aus dem höheren COP: Bei einem COP von 4,5 benötigt die Erdsonde für 20.000 kWh Heizwärme nur rund 4.440 kWh Strom. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einem COP von 3,0 braucht dafür 6.670 kWh – ein Drittel mehr.

Über die Lebensdauer der Wärmepumpe (20–25 Jahre) summiert sich dieser Unterschied auf 5.000 bis 10.000 EUR niedrigere Betriebskosten gegenüber einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Förderung für Erdwärmepumpen 2026

Erdwärmepumpen profitieren von der gleichen KfW-Förderung wie alle Wärmepumpen – mit einem entscheidenden Bonus: Sie qualifizieren sich automatisch für den Effizienzbonus, weil sie eine geothermische Wärmequelle nutzen.

KfW-Programm 458: Heizungsförderung

Förderbaustein Fördersatz Voraussetzung
Grundförderung 30 % Für alle Antragsteller
Klimageschwindigkeitsbonus 20 % Austausch einer funktionstüchtigen fossilen Heizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gas-/Biomasseheizung (selbstgenutzt, bis Ende 2028)
Einkommensbonus 30 % Zu versteuerndes Haushaltseinkommen max. 40.000 EUR/Jahr
Effizienzbonus 5 % Wärmequelle Erdwärme oder Grundwasser – oder natürliches Kältemittel
Maximale Förderung 70 % Alle Boni kombiniert

Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 EUR pro Wohneinheit gedeckelt. Der maximale Zuschuss beträgt damit 21.000 EUR.

Wichtig für Erdwärmepumpen: Den Effizienzbonus von 5 % erhalten Sie bei einer Erdwärmepumpe immer – unabhängig davon, welches Kältemittel verbaut ist. Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe müssten Sie dafür ein Gerät mit natürlichem Kältemittel (z. B. R290) wählen. Die Erdwärmepumpe qualifiziert sich allein durch die geothermische Wärmequelle.

Rechenbeispiel: Förderung für eine Erdsonde

Familie Weber ersetzt ihre 25 Jahre alte Gasheizung durch eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde. Das Einfamilienhaus wird selbst bewohnt. Haushaltseinkommen: 48.000 EUR/Jahr.

Position Betrag
Gesamtkosten (Wärmepumpe + Erdsonde) 38.000 EUR
Förderfähige Kosten (max. 30.000 EUR) 30.000 EUR
Grundförderung (30 %) 9.000 EUR
Klimageschwindigkeitsbonus (20 %) 6.000 EUR
Effizienzbonus (5 %) 1.500 EUR
Gesamtförderung (55 %) 16.500 EUR
Eigenanteil 21.500 EUR

Hätte Familie Weber ein Haushaltseinkommen unter 40.000 EUR, käme der Einkommensbonus (30 %) hinzu – die Förderung stiege auf 70 % (gedeckelt bei 21.000 EUR), und der Eigenanteil läge bei nur 17.000 EUR.

KfW-Ergänzungskredit (Programm 358/359)

Zusätzlich zur Zuschussförderung können Eigentümer den KfW-Ergänzungskredit beantragen: bis zu 120.000 EUR zu einem vergünstigten Zinssatz. Voraussetzung ist ein Haushaltseinkommen unter 90.000 EUR/Jahr. Das ist besonders relevant für Erdwärmepumpen, da die Investitionskosten höher ausfallen als bei Luft-Wasser-Systemen.

Einen vollständigen Überblick über alle Förderprogramme für Heizungstausch und Sanierung finden Sie in unserem Ratgeber zu Wärmepumpen-Kosten und Förderung.

Voraussetzungen: Was Ihr Grundstück erfüllen muss

Nicht jedes Grundstück eignet sich für eine Erdwärmepumpe. Die Anforderungen unterscheiden sich je nachdem, ob Sie eine Erdsonde oder einen Erdkollektor planen.

Voraussetzungen für eine Erdsonde

Genehmigung: Jede Erdwärmebohrung ist genehmigungspflichtig. Der Antrag wird bei der Unteren Wasserbehörde Ihres Landkreises gestellt. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 4 bis 12 Wochen. Planen Sie diesen Vorlauf ein.

Bohrverbot in Wasserschutzgebieten: In Wasserschutzgebieten (insbesondere Zone I und II) sind Erdwärmebohrungen häufig untersagt. In Zone III kann eine Einzelfallprüfung erforderlich sein. Ob Ihr Grundstück in einem Wasserschutzgebiet liegt, erfahren Sie bei Ihrer Kommune oder über die Geoinformationssysteme der Bundesländer.

Zertifiziertes Bohrunternehmen: Die Bohrung darf nur von einem nach DVGW W120 zertifizierten Unternehmen durchgeführt werden. Diese Zertifizierung stellt sicher, dass die Bohrung fachgerecht abgeteuft, verrohrt und verfüllt wird – zum Schutz des Grundwassers.

Geologische Eignung: Die thermische Ergiebigkeit des Untergrunds variiert regional stark. Gute Voraussetzungen bieten wasserführende Schichten und Festgestein mit hoher Wärmeleitfähigkeit. In sandigen oder trockenen Böden sind längere Bohrungen nötig, was die Kosten erhöht.

Zugänglichkeit: Das Bohrgerät (in der Regel ein LKW-montiertes Bohrgerät) muss das Grundstück erreichen können. Zufahrt, Platzbedarf und Abstandsregelungen zu Nachbargrundstücken und Gebäuden sind vorab zu klären.

Voraussetzungen für einen Erdkollektor

Grundstücksgröße: Die Kollektorfläche muss dem 1,5- bis 2-fachen der beheizten Wohnfläche entsprechen. Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche benötigen Sie also 225 bis 300 m² unbebaute, unversiegelte Gartenfläche.

Bodenbeschaffenheit: Lehmige, feuchte Böden leiten Wärme besser als sandige, trockene Böden. Bei ungünstigen Böden muss die Kollektorfläche größer dimensioniert werden.

Keine Überbauung: Die Fläche über dem Kollektor darf nicht versiegelt, überbaut oder durch tiefwurzelnde Bäume bepflanzt werden. Rasen, Beete und Sträucher sind unproblematisch.

Genehmigung: In den meisten Bundesländern ist der Erdkollektor nur anzeigepflichtig, nicht genehmigungspflichtig. Die Hürden sind deutlich niedriger als bei der Erdsonde.

Checkliste: Ist mein Grundstück geeignet?

Frage Erdsonde Erdkollektor
Liegt das Grundstück in einem Wasserschutzgebiet? Prüfung erforderlich, ggf. Ausschluss Meist kein Hindernis
Ist ausreichend Freifläche vorhanden? Ca. 5–10 m² reichen 1,5–2× beheizte Wohnfläche
Ist die Zufahrt für ein Bohrgerät möglich? Ja, zwingend erforderlich Nicht relevant
Gibt es geologische Einschränkungen? Vorab-Gutachten empfohlen Seltener problematisch
Kann die Fläche unbebaut bleiben? Nur Bohrpunkt Gesamte Kollektorfläche

Lebensdauer und Wartung

Ein häufig unterschätzter Vorteil der Erdwärmepumpe ist ihre Langlebigkeit.

Wärmepumpe: Die Sole-Wasser-Wärmepumpe selbst hat eine erwartete Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren – etwas länger als Luft-Wasser-Systeme, da kein Außengerät mit Ventilator den Witterungseinflüssen ausgesetzt ist.

Erdwärmequelle: Erdsonden und Erdkollektoren halten 50 Jahre und länger. Die Kunststoffrohre im Erdreich unterliegen praktisch keinem Verschleiß. Das bedeutet: Wenn die Wärmepumpe nach 20–25 Jahren getauscht wird, kann die vorhandene Erdwärmequelle weitergenutzt werden. Der teure Teil der Investition – die Bohrung oder der Erdkollektor – fällt beim Gerätetausch nicht erneut an.

Wartung: Die jährliche Wartung umfasst die Prüfung des Soledrucks, des Kältemittelkreislaufs und der Regelung. Die Kosten liegen bei 150 bis 300 EUR pro Jahr. Im Vergleich zu Gas- oder Ölheizungen entfällt die Schornsteinfegerprüfung, da keine Verbrennung stattfindet.

Geräuschentwicklung: Anders als Luft-Wasser-Wärmepumpen hat eine Erdwärmepumpe kein Außengerät mit Ventilator. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe steht vollständig im Gebäudeinneren und arbeitet sehr leise. Konflikte mit Nachbarn wegen Lärmemissionen – ein reales Problem bei Luft-Wasser-Systemen – gibt es nicht.

Erdwärmepumpe vs. Luft-Wasser-Wärmepumpe: Wann lohnt sich was?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe deckt rund 80 % des deutschen Wärmepumpenmarkts ab. Sie ist günstiger, flexibler einsetzbar und für die meisten Gebäude die richtige Wahl. Aber es gibt Situationen, in denen die Erdwärmepumpe die bessere Option ist.

Gesamtvergleich

Kriterium Erdwärmepumpe (Sole-Wasser) Luft-Wasser-Wärmepumpe
Anschaffungskosten 20.000–50.000 EUR 27.000–40.000 EUR
COP (typisch) 4,0–5,0 3,0–4,0
Jährliche Betriebskosten 700–900 EUR 1.200–1.500 EUR
Förderung (max.) 70 % (inkl. Effizienzbonus) 70 % (Effizienzbonus nur mit R290)
Platzbedarf außen Bohrpunkt oder große Gartenfläche Ca. 1–2 m² für Außengerät
Lautstärke Sehr leise (kein Außengerät) 35–55 dB(A) am Außengerät
Genehmigung Erforderlich (Erdsonde) Keine
Kühlung im Sommer Passive Kühlung möglich Nur aktive Kühlung (teurer)
Lebensdauer WP 20–25 Jahre 15–20 Jahre
Lebensdauer Wärmequelle 50+ Jahre Unbegrenzt (Luft)
Installation 2–6 Wochen (inkl. Bohrung) 2–3 Tage

Wann die Erdwärmepumpe die bessere Wahl ist

Neubau mit Garten: Beim Neubau können Erdarbeiten und Bohrung in die Bauphase integriert werden, was die Kosten senkt. Die höhere Effizienz zahlt sich über die gesamte Lebensdauer aus.

Großes Grundstück: Wer ausreichend Gartenfläche hat, kann einen Erdkollektor zu Kosten ab 20.000 EUR realisieren – günstiger als eine hochwertige Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Geräuschempfindliche Lage: In dicht bebauten Gebieten mit strengen Lärmschutzanforderungen oder sensiblen Nachbarn vermeidet die Erdwärmepumpe das Außengeräusch-Problem komplett.

Kühlbedarf im Sommer: Über die Erdsonde lässt sich passive Kühlung realisieren (natural cooling): Die kühle Sole wird direkt durch die Heizflächen geleitet, ohne dass der Kompressor läuft. Das kostet praktisch nur Pumpenstrom.

Langfristige Perspektive: Wer ein Gebäude über 30+ Jahre nutzen will, profitiert von den niedrigeren Betriebskosten und der Tatsache, dass die Erdwärmequelle den ersten Wärmepumpen-Tausch überlebt.

Wann die Luft-Wasser-Wärmepumpe ausreicht

Begrenztes Budget: Die niedrigeren Investitionskosten machen die Luft-Wasser-Wärmepumpe für die meisten Haushalte attraktiver – besonders nach Abzug der Förderung.

Kleines Grundstück ohne Bohrmöglichkeit: Ohne Platz für Kollektor oder Bohrzugang bleibt die Luft-Wasser-Wärmepumpe die einzige Option.

Wasserschutzgebiet: Wenn Bohrungen nicht genehmigt werden, scheidet die Erdsonde aus. Auch der Erdkollektor ist dann zu prüfen.

Altbau mit Sanierungsbedarf: Im Altbau steht oft die Frage im Vordergrund, ob eine Wärmepumpe überhaupt funktioniert. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe lässt sich schneller und unkomplizierter installieren, während parallel Dämmmaßnahmen umgesetzt werden.

Passive Kühlung: Der Sommer-Bonus der Erdsonde

Ein Vorteil, der in der Diskussion oft zu kurz kommt: Erdwärmepumpen mit Erdsonde können im Sommer passive Kühlung liefern. Dabei wird die kühle Sole aus dem Erdreich direkt über die Fußbodenheizung geleitet. Der Kompressor der Wärmepumpe läuft nicht – es arbeitet nur die Umwälzpumpe.

Das Ergebnis: Eine spürbare Absenkung der Raumtemperatur um 2 bis 4 °C bei Stromkosten von wenigen Cent pro Stunde. Im Vergleich zu einer Klimaanlage oder einer aktiven Kühlung über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist das extrem günstig und energieeffizient.

Voraussetzung ist eine Fußbodenheizung oder Wandflächenheizung als Wärmeverteilsystem. Heizkörper eignen sich nicht für die passive Kühlung.

Häufige Fragen zur Erdwärmepumpe

Brauche ich eine Genehmigung für eine Erdwärmepumpe?

Für eine Erdsonde (Vertikalbohrung) ja – die Genehmigung wird bei der Unteren Wasserbehörde des zuständigen Landkreises beantragt. Die Bohrung muss von einem nach DVGW W120 zertifizierten Unternehmen durchgeführt werden. Für einen Erdkollektor (Horizontalverlegung) ist in den meisten Bundesländern nur eine Anzeige erforderlich.

Wie tief muss eine Erdsondenbohrung sein?

Typisch sind 50 bis 100 Meter, abhängig vom Wärmebedarf des Gebäudes und der thermischen Ergiebigkeit des Untergrunds. Je besser die Wärmeleitfähigkeit des Gesteins, desto kürzer kann die Bohrung sein.

Kann ich eine Erdwärmepumpe im Altbau einbauen?

Ja, grundsätzlich ist das möglich. Die Erdwärmepumpe wird im Gebäudeinneren installiert und an das vorhandene Heizsystem angeschlossen. Entscheidend sind die Voraussetzungen auf dem Grundstück (Platz, Genehmigung) und die Vorlauftemperatur des Heizsystems. Tipps zur Wärmepumpe im Bestandsgebäude finden Sie in unserem Ratgeber Wärmepumpe im Altbau.

Wie lange hält eine Erdwärmepumpe?

Die Wärmepumpe selbst hält 20 bis 25 Jahre. Die Erdwärmequelle (Erdsonde oder Erdkollektor) hält 50 Jahre und länger. Beim Gerätetausch nach 20–25 Jahren kann die vorhandene Erdwärmequelle weiterverwendet werden.

Lohnt sich eine Erdwärmepumpe finanziell?

Über 25 Jahre betrachtet ist die Erdwärmepumpe trotz höherer Anschaffungskosten oft günstiger als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil die jährlichen Betriebskosten 300 bis 500 EUR niedriger liegen. Zudem entfallen beim Gerätetausch die Kosten für die Wärmequelle. Die höhere Investition rechnet sich besonders dann, wenn ein Erdkollektor möglich ist oder wenn die Förderung den Eigenanteil stark reduziert.

Wie hoch ist die Förderung für eine Erdwärmepumpe?

Über das KfW-Programm 458 erhalten Sie mindestens 30 % Grundförderung plus 5 % Effizienzbonus (automatisch für Erdwärme). Mit Klimageschwindigkeitsbonus (20 %) und Einkommensbonus (30 %) sind bis zu 70 % möglich, gedeckelt bei 21.000 EUR. Zusätzlich steht der KfW-Ergänzungskredit (Programm 358/359) mit bis zu 120.000 EUR zur Verfügung.

Nächster Schritt: Eignung prüfen

Ob eine Erdwärmepumpe für Ihr Gebäude die wirtschaftlich beste Lösung ist, hängt von vielen Faktoren ab: Grundstücksgröße, geologische Verhältnisse, Dämmzustand, Heizsystem und Ihr individuelles Förderpotenzial. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine konkrete Kosten-Nutzen-Rechnung für verschiedene Heizsysteme – inklusive Fördermittelberechnung und Vergleich von Erdwärmepumpe, Luft-Wasser-Wärmepumpe und weiteren Optionen. Datenbasiert, nicht geschätzt.

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