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Ratgeber17 Min. Lesezeit

Ölheizung Kosten 2026: 1.343 € je 1.000 Liter im Check

Heizöl kostet aktuell 1.343 € je 1.000 Liter. Sie sehen hier alle Kosten Ihrer Ölheizung: Anschaffung, Tank, Wartung, CO₂-Preis und die 20-Jahres-Rechnung.

Wärmepumpe an einem Einfamilienhaus, das bisher mit Öl beheizt wird, als Kostenvergleich zur Ölheizung

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Brennstoff ist der Hauptposten, nicht der Kessel: Bei 20.000 kWh Wärmebedarf verbrennt ein Einfamilienhaus rund 2.000 Liter im Jahr. Zum Preis der Woche vom 17.08.2026 von 1.343 € je 1.000 Liter sind das 2.686 € pro Jahr allein für das Öl. Die Anschaffung liegt mit 6.000-9.000 € über die Laufzeit deutlich darunter.
  • Rund ein Drittel des Literpreises sind Steuern und Abgaben: 449,73 € je 1.000 Liter, also 33 %. Größter Einzelposten ist die Umsatzsteuer; unter den energiespezifischen Abgaben hat der CO₂-Preis die Energiesteuer (61,35 €) längst überholt.
  • Der Preis schwankt extrem: Der Zehnjahresschnitt 2016-2025 liegt bei 838,60 € je 1.000 Liter, das Wochenhoch 2022 bei 1.972 €, das Tief 2016 bei 407 €. Allein 2026 lag die Spanne zwischen 905 € (12.01.) und 1.531 € (06.04.).
  • ETS2 startet 2028, nicht 2027: Bis einschließlich Berichtsjahr 2027 gilt der nationale Emissionshandel. Der Preiskorridor von 55-65 € je Tonne ist dabei nur für 2026 gesetzlich festgeschrieben; für 2027 koppelt § 10 BEHG den Preis an den EU-Emissionshandel, ohne feste Obergrenze.
  • Öl trägt die höchste CO₂-Last: 266 g CO₂ je kWh gegenüber 201 g bei Erdgas. Das macht 2026 rund 350-410 € CO₂-Kosten pro Jahr im Einfamilienhaus, bei Gas sind es 260-310 €.
  • Es gibt keine Austauschpflicht: § 71 und § 72 des Gebäudemodernisierungsgesetzes sind ersatzlos gestrichen. Ein laufender Kessel darf weiterlaufen. Neu eingebaute Ölheizungen unterliegen dagegen ab 2029 der Bio-Treppe nach § 43.

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Die Frage "Was kostet eine Ölheizung?" wird fast immer falsch beantwortet, weil sie auf den Anschaffungspreis verkürzt wird. Über eine realistische Nutzungsdauer von 20 Jahren macht der Kessel zwischen dem Zehnjahresschnitt und dem heutigen Preisniveau nur 10-21 % der Gesamtkosten aus. Alles andere sind Brennstoff, Steuern, CO₂-Preis, Tankpflichten und Schornsteinfeger. Genau deshalb entscheidet nicht der Angebotspreis des Heizungsbauers darüber, ob sich Öl für Sie rechnet, sondern die Frage, wo der Literpreis in den nächsten zwei Jahrzehnten steht.

Dieser Artikel rechnet alle Posten einzeln durch und stellt sie am Ende zu einer 20-Jahres-Bilanz zusammen. Wenn Sie wissen wollen, ob Sie überhaupt tauschen müssen, gehört das in den Ratgeber zur Austauschpflicht für Ölheizungen. Den direkten Systemvergleich führt Wärmepumpe oder Ölheizung, die Übersicht aller Umstiegsoptionen finden Sie unter Alternative zur Ölheizung. Wer die gleiche Rechnung für Erdgas sucht, findet sie unter Gasheizung Kosten 2026.

Was Heizöl 2026 wirklich kostet

Die belastbarste Preisquelle ist das wöchentliche Oil Bulletin der EU-Kommission. Es weist für jedes Mitgliedsland den Verbraucherpreis für "Heating gas oil" je 1.000 Liter aus, jeweils mit und ohne Steuern. Für Deutschland ergibt sich daraus diese Jahresreihe:

Jahr Ø Preis je 1.000 l Ø ct je Liter Jahreskosten bei 2.000 l
2016 522 € 52,2 1.044 €
2017 604 € 60,4 1.208 €
2018 735 € 73,5 1.470 €
2019 711 € 71,1 1.422 €
2020 521 € 52,1 1.042 €
2021 758 € 75,8 1.516 €
2022 1.368 € 136,8 2.736 €
2023 1.106 € 110,6 2.212 €
2024 1.058 € 105,8 2.116 €
2025 959 € 95,9 1.918 €
2026 (33 Wochen bis 17.08.) 1.180 € 118,0 2.360 €

Der Zehnjahresdurchschnitt 2016-2025 liegt bei 838,60 € je 1.000 Liter. Das aktuelle Niveau von 1.343 € liegt also rund 60 % darüber. Wer eine Kostenprognose auf den heutigen Preis stützt, rechnet mit einem historisch hohen Wert. Wer den Zehnjahresschnitt nimmt, unterstellt implizit, dass CO₂-Preis und Ölmarkt zurück auf das Niveau von 2018 finden. Beides ist möglich, keines davon ist sicher.

Die Bandbreite ist der eigentliche Befund. Das Wochenhoch der Reihe seit 2005 lag am 14.03.2022 bei 1.972 € je 1.000 Liter, der Tiefstwert am 25.01.2016 bei 407 €. Das ist ein Faktor 4,8 zwischen bestem und schlechtestem Einkaufszeitpunkt. Selbst innerhalb des laufenden Jahres 2026 reichte die Spanne von 905 € am 12. Januar bis 1.531 € am 6. April. Für ein Haus mit 2.000 Litern Jahresverbrauch bedeutet das: Je nach Tankzeitpunkt liegen zwischen einer guten und einer schlechten Bestellung im selben Jahr rund 1.250 €.

Was im Literpreis steckt

Das Oil Bulletin weist den Preis ohne Steuern separat aus. In der Woche vom 17.08.2026 waren das 893,27 € je 1.000 Liter gegenüber 1.343,00 € mit Steuern. Die Differenz von 449,73 € je 1.000 Liter entspricht rund 33 % des Endpreises und lässt sich aus den amtlichen Einzelwerten fast vollständig rekonstruieren:

Bestandteil € je 1.000 l ct je Liter
Produkt, Logistik, Handelsmarge (Preis ohne Steuern) 893,27 89,33
Energiesteuer auf schwefelarmes Gasöl 61,35 6,14
CO₂-Preis (rechnerisch aus dem Restbetrag) ca. 173,95 ca. 17,40
Umsatzsteuer 19 % 214,43 21,44
Summe 1.343,00 134,30

Diese Aufteilung ist eine eigene Näherungsrechnung, aber sie geht sauber auf: Die Nettobestandteile summieren sich auf 1.128,57 €, mit 19 % Umsatzsteuer ergibt das den ausgewiesenen Endpreis. Interessant ist der Rückschluss daraus. Teilt man die rechnerisch verbleibenden rund 174 € je 1.000 Liter durch den Emissionsfaktor von 2,68 kg CO₂ je Liter, landet man bei rund 65 € je Tonne. Das ist punktgenau der Höchstpreis des 2026 gültigen Preiskorridors nach § 10 BEHG. Der CO₂-Preis steht also derzeit am oberen Rand seines gesetzlichen Rahmens. Der größte Einzelposten im Literpreis bleibt zwar die Umsatzsteuer, aber unter den energiespezifischen Abgaben hat der CO₂-Preis die Energiesteuer längst überholt: Er ist inzwischen fast dreimal so hoch.

Zum Vergleich: Erdgas zum Verheizen wird mit 5,50 € je MWh besteuert, also 0,55 ct je Kilowattstunde. Heizöl kommt bei 61,35 € je 1.000 Liter und einem Heizwert von 10,05 kWh je Liter auf 0,61 ct je Kilowattstunde. Energiesteuerlich sind beide Brennstoffe fast gleichauf. Der Unterschied zwischen Öl und Gas entsteht praktisch vollständig über den CO₂-Preis und den Weltmarktpreis, nicht über die Verbrauchsteuer.

Anschaffung: Was eine neue Ölheizung kostet

Für das Komplettpaket aus Ölbrennwertkessel, Speicher, Regelung, Montage, hydraulischem Anschluss und Inbetriebnahme ist im durchschnittlichen Einfamilienhaus mit mindestens 6.000-9.000 € zu rechnen. Nach oben ist die Spanne offen, sobald Abgasanlage, Speicher oder Tankanlage mit erneuert werden müssen. Das ist der Punkt, an dem Ölheizungen im Vergleich immer noch gut aussehen: Die reine Anschaffung ist günstig.

Diese Rechnung hat allerdings drei Haken, die in Angeboten selten auftauchen.

Erstens gibt es für den Einbau einer fossilen Heizung keine Bundesförderung. Beim Umstieg auf ein förderfähiges System stehen dagegen Zuschüsse im Raum, die den Anschaffungsvorteil des Ölkessels aufzehren können. Ein Angebotsvergleich, der die Investitionssumme brutto gegenüberstellt, vergleicht deshalb nicht dasselbe.

Zweitens hängt an jeder neu eingebauten Ölheizung die Bio-Treppe. Dazu gleich mehr.

Drittens ist die Nutzungsdauer nicht der entscheidende Hebel. Ob der Kessel 6.000 oder 9.000 € kostet, macht über 20 Jahre 150 € pro Jahr aus. Ein um 15 ct höherer Literpreis macht im selben Haus 300 € pro Jahr aus. Die Brennstoffseite ist also doppelt so hebelstark wie die gesamte Preisspanne bei der Anschaffung.

Die Bio-Treppe hängt an jeder neuen Ölheizung

Wer nach dem 29.07.2026 eine Öl-, Gas- oder Flüssiggasheizung in ein bestehendes Gebäude einbaut, muss nach § 43 Abs. 1 des Gebäudemodernisierungsgesetzes einen steigenden Anteil der bereitgestellten Wärme aus Bioöl, Biomethan, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff decken:

ab dem Mindestanteil erneuerbarer Brennstoff
01.01.2029 10 %
01.01.2030 15 %
01.01.2035 30 %
01.01.2040 60 %

Für Bestandsanlagen gilt das nicht. Wenn Ihr Kessel heute schon läuft, ändert sich für Sie nichts. Für eine Neuanlage ist die Bio-Treppe dagegen ein Kostenrisiko, das sich seriös nicht beziffern lässt, weil niemand weiß, was Bioheizöl 2029 oder 2035 kostet. Sie kaufen also mit einer neuen Ölheizung eine Preiswette, deren Einsatz erst in drei Jahren fällig wird.

Kostenrelevant ist vor allem die Havarie-Ausnahme: Wird die Anlage wegen eines irreparablen Ausfalls im Jahr 2028 eingebaut, greift die Quote erst zwölf Monate nach dem Einbau (§ 43 Abs. 7). Den Nachweis liefert Ihr Brennstofflieferant mit der Abrechnung (§ 96 Abs. 4 und 5), geprüft wird er bei der Feuerstättenschau (§ 97 Abs. 1 Nr. 2). Welche Nachweis- und Aufbewahrungspflichten daran hängen, ordnet der Ratgeber zur Austauschpflicht für Ölheizungen ein.

Der Öltank: Kosten, Prüfpflichten, Stilllegung

Der Tank ist der Posten, den fast jede Ölheizungs-Rechnung im Netz unterschlägt. Maßgeblich ist die Anlagenverordnung wassergefährdender Stoffe (AwSV). Sie ordnet jede Heizölverbraucheranlage nach Volumen und Wassergefährdungsklasse einer Gefährdungsstufe zu (§ 39 Abs. 1 AwSV):

Volumen Gefährdungsstufe bei WGK 2 Gefährdungsstufe bei WGK 3
bis 1 m³ A B (über 0,22 m³)
über 1 bis 10 m³ B C
über 10 bis 100 m³ C D (über 10 m³)
über 100 m³ D D

Heizöl EL wird in der Praxis nach der WGK-2-Staffel eingestuft. Ein typischer Kellertank mit 3.000 oder 5.000 Litern fällt damit in Gefährdungsstufe B. Lassen Sie sich die Stufe im Zweifel vom Fachbetrieb schriftlich bestätigen, denn an ihr hängen sämtliche Folgepflichten.

Wann Ihr Tank geprüft werden muss

Tankart und Lage Vor Inbetriebnahme Wiederkehrend Bei Stilllegung
Kellertank oberirdisch, Stufe B, außerhalb Schutzgebiet ja nein nein
Kellertank oberirdisch, Stufe C oder D ja alle 5 Jahre ja
Kellertank oberirdisch im Wasserschutz- oder Überschwemmungsgebiet, ab Stufe B ja alle 5 Jahre ja
Erdtank unterirdisch, jede Stufe von A bis D ja alle 5 Jahre ja

Die Systematik steht in Anlage 5 AwSV für den Normalfall und in Anlage 6 für Schutz- und Überschwemmungsgebiete. Für den durchschnittlichen Hausbesitzer mit oberirdischem Kellertank außerhalb eines Schutzgebiets ist die gute Nachricht darin versteckt: Es gibt keine wiederkehrende Sachverständigenprüfung. Sie zahlen alle fünf Jahre nichts an einen Sachverständigen, weil die Pflicht erst ab Stufe C greift.

Zwei Konstellationen drehen das um. Wer im Wasserschutz- oder Überschwemmungsgebiet wohnt, ist schon ab Stufe B im Fünfjahresrhythmus, also mit dem ganz normalen Kellertank. Und ein Erdtank ist unabhängig von seiner Größe dauerhaft prüfpflichtig, inklusive Prüfung bei Stilllegung. Wenn Sie nicht sicher wissen, in welchem Gebiet Ihr Haus liegt, ist das eine Frage an die untere Wasserbehörde und keine, die Sie schätzen sollten.

Fachbetriebspflicht, Anzeige und Betreiberpflichten

Nach § 45 Abs. 1 Nr. 4 AwSV dürfen Heizölverbraucheranlagen der Gefährdungsstufen B, C und D nur von zertifizierten Fachbetrieben errichtet, gereinigt, instand gesetzt und stillgelegt werden. Das betrifft den typischen Kellertank in voller Härte. Die Tankstilllegung ist damit kein Job für einen beliebigen Handwerker und auch keine Eigenleistung, sondern eine Fachbetriebsleistung mit Reinigung, Restölentsorgung und Demontage. Rechnen Sie diesen Posten fest in ein Umstiegsszenario ein und lassen Sie ihn sich im Angebot separat ausweisen.

Dazu kommen laufende Pflichten, die nichts kosten, aber Ärger sparen. Errichtung, wesentliche Änderung, Maßnahmen mit Änderung der Gefährdungsstufe und ein Betreiberwechsel sind der zuständigen Behörde anzuzeigen (§ 40 AwSV). Nach § 46 Abs. 1 müssen Sie als Betreiber Dichtheit und Funktionsfähigkeit der Sicherheitseinrichtungen regelmäßig kontrollieren, und das Merkblatt nach Anlage 3 AwSV muss gut sichtbar in der Nähe der Anlage hängen. Bei austretendem Öl gilt: sofort Maßnahmen zur Schadensbegrenzung, dann Feuerwehr und Behörde informieren. Der praktische Grund, das ernst zu nehmen, ist nicht das Bußgeld, sondern die Haftung bei einem Ölschaden im Erdreich.

Wartung und Schornsteinfeger: was geregelt ist und was nicht

Hier steckt die größte Fehlinformation im Netz. Für Schornsteinfegerleistungen gibt es zwei völlig verschiedene Preiswelten, und nur eine davon ist amtlich festgelegt. Nach § 6 Abs. 1 KÜO sind gebührenpflichtig unter anderem die Feuerstättenschau, der Feuerstättenbescheid, die anlassbezogene Überprüfung und die Ersatzvornahme. Kehr- und Messarbeiten sind freie Leistungen und im Preis frei verhandelbar. Wenn Ihnen ein Ratgeber eine Pauschale für "Schornsteinfeger pro Jahr" nennt, ist das für den freien Teil eine Schätzung ohne Rechtsgrundlage.

Der hoheitliche Teil lässt sich dagegen auf den Cent ausrechnen. Ein Arbeitswert kostet nach § 6 Abs. 3 KÜO 1,40 € netto, also 1,666 € brutto. Anlage 3 der KÜO nennt die Arbeitswerte je Leistung:

Leistung Arbeitswerte netto brutto
Feuerstättenschau, Grundwert je Gebäude inkl. erster Nutzungseinheit 11,7 16,38 € 19,49 €
Zuschlag je Feuerstätte 6,0 8,40 € 10,00 €
je Meter senkrechter Abgasanlage 1,0 1,40 € 1,67 €
Kehren, Messen, Wartung nicht geregelt frei frei

Für ein Einfamilienhaus mit einer Ölfeuerstätte kommt die Feuerstättenschau damit auf 17,7 Arbeitswerte, also 24,78 € netto oder 29,49 € brutto, zuzüglich der Meter der senkrechten Abgasanlage. Für die Kontrolle der Bio-Treppe fällt daneben nichts Zusätzliches an: Die früheren Positionen 3.11 und 3.11.1 des Gebührenverzeichnisses zur Überprüfung des Mindestanteils erneuerbarer Energien sind weggefallen. Der Nachweis wird im Rahmen der ohnehin fälligen Feuerstättenschau mitgeprüft.

Intervalle: Ihr Kesselalter bestimmt die Häufigkeit

Anlage Überprüfung nach KÜO Anlage 1 Abgasverlustmessung nach § 15 Abs. 3 der 1. BImSchV
Ölfeuerung, Standardfall einmal im Kalenderjahr alle 3 Jahre, wenn Inbetriebnahme oder wesentliche Änderung 12 Jahre und weniger zurückliegt
schwefelarmes Heizöl und raumluftunabhängige Feuerstätte bzw. raumluftabhängige Brennwertfeuerstätte an einer Überdruck-Abgasanlage einmal in jedem zweiten Kalenderjahr alle 2 Jahre bei mehr als 12 Jahren
dieselbe Anlage zusätzlich mit selbstkalibrierender kontinuierlicher Regelung einmal in jedem dritten Kalenderjahr alle 5 Jahre

Zwei Details lohnen die Aufmerksamkeit. Schwefelarmes Heizöl halbiert das Überprüfungsintervall von jährlich auf jedes zweite Kalenderjahr, allerdings nur in Kombination mit der passenden Feuerstätte: Die KÜO verlangt dafür zusätzlich eine raumluftunabhängige Feuerstätte oder eine raumluftabhängige Brennwertfeuerstätte an einer Abgasanlage für Überdruck. Ein alter Konstanttemperaturkessel bleibt also auch mit schwefelarmem Öl im Jahresrhythmus. Und der Abstand der Abgasverlustmessung verkürzt sich mit dem Alter: Bis zwölf Jahre wird alle drei Jahre gemessen, danach alle zwei Jahre. Eine alte Anlage kostet also nicht nur mehr Brennstoff, sondern verursacht auch mehr Messtermine.

Gemessen wird gegen die Grenzwerte aus § 10 der 1. BImSchV:

Nennwärmeleistung Grenzwert Abgasverlust
4 bis 25 kW 11 %
über 25 bis 50 kW 10 %
über 50 kW 9 %

Ausgenommen sind Einzelraumfeuerungsanlagen bis 11 kW und Anlagen zur reinen Brauchwasserbereitung bis 28 kW. Reißt Ihre Anlage den Grenzwert, folgt eine Frist zur Instandsetzung. Das ist der Punkt, an dem aus einer 200-€-Wartung schnell eine Reparaturentscheidung wird.

CO₂-Preis: nationaler Handel bis 2027, ETS2 ab 2028

Öl ist beim CO₂-Preis strukturell im Nachteil. Der amtliche Emissionsfaktor für Gasöl zu Heizzwecken beträgt nach Anlage 2 der EBeV 2030 0,074 t CO₂ je Gigajoule, das sind 2,68 kg CO₂ je Liter oder 266 g je Kilowattstunde. Erdgas liegt bei 0,0558 t/GJ und damit bei rund 201 g je Kilowattstunde. Jede Kilowattstunde Wärme aus Öl trägt also rund ein Drittel mehr CO₂-Kosten als dieselbe Kilowattstunde aus Gas.

Jahr CO₂-Preis je Tonne Aufschlag je Liter Heizöl (brutto) bei 2.000 l pro Jahr
2021 25 € 7,97 ct 159 €
2022 und 2023 je 30 € 9,57 ct 191 €
2024 45 € 14,35 ct 287 €
2025 55 € 17,54 ct 351 €
2026 (Korridor 55-65 €) 55-65 € 17,54-20,73 ct 351-415 €
2026 Nachverkauf bei Unterdeckung 68 € 21,69 ct 434 €

Seit 2026 werden die Zertifikate nicht mehr zum Festpreis verkauft, sondern nach Angaben der DEHSt an der EEX Leipzig versteigert, ab Anfang Juli mindestens wöchentlich bis Ende Oktober 2026. Bleibt die Nachfrage ungedeckt, gibt es einen Nachverkauf zu 68 € je Zertifikat. Die DEHSt beziffert die Mehrkosten gegenüber 2025 bei Diesel und Heizöl auf 0 ct je Liter bei 55 €, 1,6 ct bei 60 €, 3,2 ct bei 65 € und 4,1 ct bei 68 €. Die Größenordnung der jährlichen Belastung im Einfamilienhaus deckt sich mit der Rechnung der Verbraucherzentrale: 350-410 € pro Jahr bei Öl gegenüber 260-310 € bei Gas.

Wichtig für die Planung, weil dazu viel Falsches kursiert: Der EU-weite Emissionshandel ETS2 startet nicht 2027. Die EU-Kommission schreibt dazu: "The ETS2 will become fully operational in 2028." Bis einschließlich Berichtsjahr 2027 besteht die Abgabeverpflichtung ausschließlich im nationalen Emissionshandel; die erste Abgabe für das Berichtsjahr 2028 ist bis zum 31.05.2029 fällig. Für das Startjahr wird eine um 30 % erhöhte Zertifikatsmenge versteigert, um dem Markt Liquidität zu geben.

Was das für Ihre Kostenrechnung heißt, ist zweistufig, und hier wird oft zu viel Entwarnung gegeben: Nur für 2026 ist der Korridor von 55 bis 65 € gesetzlich festgeschrieben (§ 10 Abs. 2 BEHG), der Aufschlag ist damit auf maximal 20,73 ct je Liter brutto gedeckelt. Für 2027 gilt dieser Deckel nicht mehr. § 10 Abs. 3 BEHG koppelt den Preis dann an den mengengewichteten Durchschnittspreis der Versteigerungen im europäischen Emissionshandel. Liegt der über 65 €, steigt auch der nationale CO₂-Preis entsprechend. Ab 2028 entscheidet ohnehin der freie Markt, ohne gesetzliche Obergrenze. Wer eine Ölheizung heute einbaut, sollte diese Unsicherheit ehrlich einpreisen, statt sich an einer konkreten Prognosezahl festzuhalten, die niemand seriös liefern kann. Für Erdgas gilt dieselbe Mechanik, nur mit rund einem Drittel geringerem Emissionsfaktor, wie die Kostenrechnung zur Gasheizung zeigt.

Gesamtkosten über 20 Jahre

Jetzt die Zusammenrechnung. Annahme ist ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf. Bei einem Heizwert von 10,05 kWh je Liter sind das 1.990 Liter, also gerundet 2.000 Liter pro Jahr. Für die Anschaffung setzen wir die Spanne von 6.000-9.000 € an.

Szenario Heizölpreis je 1.000 l Brennstoff pro Jahr Brennstoff über 20 Jahre plus Anschaffung
Zehnjahresschnitt 2016-2025 838,60 € 1.677 € 33.540 € 39.540-42.540 €
Jahr 2026 bisher 1.180 € 2.360 € 47.200 € 53.200-56.200 €
Stand 17.08.2026 1.343 € 2.686 € 53.720 € 59.720-62.720 €
Preisniveau Rekordhoch 14.03.2022 1.972 € 3.944 € 78.880 € 84.880-87.880 €
Preisniveau Tiefpunkt 25.01.2016 407 € 814 € 16.280 € 22.280-25.280 €

Die Spreizung ist der eigentliche Befund: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Szenario liegen über 20 Jahre mehr als 65.000 €, während die gesamte Preisspanne bei der Anschaffung 3.000 € beträgt. Anders gesagt: Der Ölpreis ist gut zwanzigmal so entscheidend wie die Frage, welches Angebot Sie für den Kessel annehmen.

Nicht enthalten sind in dieser Tabelle bewusst drei Posten, für die es keine belastbaren Pauschalen gibt:

  • Wartung und freie Schornsteinfegerleistungen. Kehren und Messen sind nach § 6 Abs. 1 KÜO frei verhandelbar. Jede Jahrespauschale wäre hier eine Erfindung. Amtlich fix sind nur die hoheitlichen Gebühren, also etwa 29,49 € brutto für die Feuerstättenschau im Einfamilienhaus mit einer Ölfeuerstätte.
  • Tankprüfungen und eine spätere Stilllegung. Ob überhaupt und wie oft geprüft wird, hängt an Gefährdungsstufe und Lage, wie oben gezeigt. Die Stilllegung ist ab Stufe B fachbetriebspflichtig.
  • Der Bioanteil ab 2029 bei Neuanlagen. Was Bioheizöl 2029 oder 2035 kostet, weiß heute niemand.

Rechnen Sie diese Posten also nicht klein, sondern lassen Sie sie sich für Ihren konkreten Fall beziffern. Vor allem der Tank kann in einem Wasserschutzgebiet oder als Erdtank spürbar zu Buche schlagen.

Wann sich der Weiterbetrieb rechnet und wann nicht

Ehrlich bleibt hier nur eine differenzierte Antwort, denn die Ausgangslagen unterscheiden sich stark.

Für den Weiterbetrieb spricht, wenn Ihr Kessel läuft, die Abgaswerte einhält und Sie ihn abbezahlt haben. Eine Austauschpflicht gibt es nicht: § 71 und § 72 stehen im geltenden Gesetzestext beide als "(weggefallen)", und die Bio-Treppe gilt für Bestandsanlagen ohnehin nicht. Wer eine funktionierende Anlage aus Angst vor einer Pflicht ersetzt, die es nicht gibt, verbrennt Geld. Die Rechtslage im Detail steht im Ratgeber zur Austauschpflicht.

Gegen einen Neueinbau spricht, dass Sie sich mit einem neuen Ölkessel 20 Jahre lang an zwei Preisrisiken binden, die Sie nicht kontrollieren: den Weltmarktpreis für Öl und den CO₂-Preis, der ab 2028 ohne gesetzliche Obergrenze im ETS2 gebildet wird. Dazu kommt ab 2029 die Bio-Treppe mit unbekannten Beschaffungskosten. Der niedrige Anschaffungspreis kauft diese Risiken nicht weg, er verschiebt sie nur in die Betriebskostenzeile.

Ehrlich gehört auch die Gegenseite dazu. Eine Wärmepumpe kostet in der Anschaffung deutlich mehr, ist auf einen Stromtarif und auf ausreichend große Heizflächen angewiesen und liefert im schlecht gedämmten Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen schlechtere Arbeitszahlen. Ein Fernwärmeanschluss bindet Sie an einen Monopolanbieter. Es gibt hier kein System ohne Nachteil, sondern nur eine Frage nach dem passenden System für Ihr konkretes Gebäude. Den Kopf-an-Kopf-Vergleich der beiden Systeme führt Wärmepumpe oder Ölheizung; welche Option zu welchem Baujahr und Dämmstandard passt, ordnet Welche Heizung für den Altbau ein.

Die belastbare Entscheidungsgrundlage ist deshalb immer ein Vergleich für Ihr Haus: Ihr tatsächlicher Verbrauch, Ihre Heizflächen, Ihre Tanksituation, Ihre Förderfähigkeit. Wenn Sie diese Zahlen einmal sauber nebeneinander haben, ist die Entscheidung meistens eindeutig, und zwar in beide Richtungen.

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Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet eine Ölheizung pro Jahr?

Bei 20.000 kWh Wärmebedarf verbraucht ein Einfamilienhaus rund 2.000 Liter Heizöl. Zum Preisstand vom 17.08.2026 von 1.343 € je 1.000 Liter sind das 2.686 € allein für den Brennstoff. Auf dem Zehnjahresschnitt von 838,60 € wären es 1.677 €. Hinzu kommen Wartung, Schornsteinfeger und je nach Tank Prüfkosten.

Wie hoch ist der CO₂-Preis bei Heizöl 2026?

Der nationale Preiskorridor liegt 2026 bei 55-65 € je Tonne, bei Unterdeckung gibt es einen Nachverkauf zu 68 €. Diese Deckelung gilt allerdings nur für 2026. Umgerechnet auf den Emissionsfaktor von 2,68 kg CO₂ je Liter ergibt das 17,54-20,73 ct je Liter brutto, bei 68 € sind es 21,69 ct. Für 2.000 Liter im Jahr sind das 351-434 €. Dieser Betrag ist im ausgewiesenen Heizölpreis bereits enthalten.

Muss ich meine Ölheizung austauschen?

Nein. § 71 und § 72 des Gebäudemodernisierungsgesetzes sind ersatzlos gestrichen, im amtlichen Gesetzestext stehen beide als "(weggefallen)". Damit gibt es weder die 65-Prozent-Pflicht noch die pauschale 30-Jahre-Austauschpflicht noch ein fossiles Betriebsende 2045. Eine funktionierende Anlage dürfen Sie weiterbetreiben, solange sie die Abgasgrenzwerte einhält. Details dazu im Ratgeber zur Austauschpflicht.

Gilt die Bio-Treppe auch für meine alte Ölheizung?

Nein, sie gilt nur für Anlagen, die nach dem 29.07.2026 in ein bestehendes Gebäude eingebaut werden. Für diese Neuanlagen sind ab 01.01.2029 mindestens 10 % der bereitgestellten Wärme aus erneuerbaren Brennstoffen zu decken, ab 2030 sind es 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 %. Bestandsanlagen bleiben davon unberührt.

Wie oft muss mein Öltank geprüft werden?

Das hängt von Gefährdungsstufe und Lage ab. Ein oberirdischer Kellertank der Stufe B außerhalb von Schutzgebieten braucht nur eine Prüfung vor Inbetriebnahme und danach keine wiederkehrende Sachverständigenprüfung. Im Wasserschutz- oder Überschwemmungsgebiet gilt dagegen bereits ab Stufe B der Fünfjahresrhythmus. Erdtanks sind in allen Gefährdungsstufen alle fünf Jahre und zusätzlich bei der Stilllegung zu prüfen.

Was kostet der Schornsteinfeger bei einer Ölheizung?

Nur ein Teil ist amtlich geregelt. Ein Arbeitswert kostet 1,40 € netto, die Feuerstättenschau im Einfamilienhaus mit einer Ölfeuerstätte umfasst 17,7 Arbeitswerte und damit 24,78 € netto beziehungsweise 29,49 € brutto, zuzüglich je Meter senkrechter Abgasanlage. Kehr- und Messarbeiten sind dagegen freie Leistungen und im Preis frei verhandelbar. Holen Sie dafür ruhig einen Vergleich ein.

Startet der ETS2 wirklich 2027?

Nein. Die EU-Kommission nennt 2028 als Startjahr: "The ETS2 will become fully operational in 2028." Bis einschließlich Berichtsjahr 2027 gilt ausschließlich der nationale Emissionshandel, die erste Abgabe für das Berichtsjahr 2028 ist bis 31.05.2029 fällig. Wichtig: Der Preiskorridor von 55 bis 65 € ist nur für 2026 gesetzlich fixiert. 2027 koppelt § 10 Abs. 3 BEHG den nationalen Preis an den EU-Emissionshandel, eine feste Obergrenze gibt es dann nicht mehr.

Lohnt sich der Einbau einer neuen Ölheizung noch?

Die Anschaffung ist mit 6.000-9.000 € günstig, aber sie ist über 20 Jahre nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten. Sie binden sich an den Ölpreis, an den ab 2028 nicht mehr gedeckelten CO₂-Preis im ETS2 und ab 2029 an die Bio-Treppe mit unbekannten Beschaffungskosten. Für Bundesförderung ist eine fossile Neuanlage nicht qualifiziert. Rechnen lässt sich das nur im konkreten Fall, pauschal ist die Antwort für Neuanlagen aber selten günstig.

Wie stark schwankt der Heizölpreis wirklich?

Sehr stark. Das Wochenhoch der amtlichen EU-Reihe lag am 14.03.2022 bei 1.972 € je 1.000 Liter, der Tiefstwert am 25.01.2016 bei 407 €. Allein 2026 reichte die Spanne von 905 € am 12. Januar bis 1.531 € am 6. April. Für ein Haus mit 2.000 Litern Jahresbedarf liegen zwischen einem guten und einem schlechten Bestellzeitpunkt im selben Jahr rund 1.250 €.

Nächster Schritt: Ihre Zahlen statt Durchschnittswerte

Alle Rechnungen in diesem Artikel arbeiten mit einem Standardhaus von 20.000 kWh. Ihr Haus ist aber nicht der Durchschnitt. Ob sich der Weiterbetrieb Ihrer Ölheizung rechnet oder ein Umstieg der bessere Weg ist, hängt an Ihrem tatsächlichen Verbrauch, am Baujahr, an den vorhandenen Heizflächen, an der Dämmung und an Ihrer Tanksituation.

Die Gebäudeanalyse von reduco.ai setzt genau dort an: Sie hinterlegen Ihre Gebäudedaten und bekommen den Energiebedarf, die sinnvolle Maßnahmenreihenfolge und die realistische Kostenspanne für Ihr Objekt, statt mit Pauschalen zu rechnen. Wenn Sie konkrete Angebote vergleichen wollen, bevor Sie sich festlegen, nutzen Sie den Angebotsvergleich weiter oben auf dieser Seite. Beides kostet Sie nichts außer ein paar Minuten und ersetzt das Bauchgefühl durch Zahlen, die zu Ihrem Haus gehören.

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