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Flächenkollektor Wärmepumpe 2026: Kosten & 1,5–3× Fläche

Was kostet eine Erdwärmepumpe mit Flächenkollektor? Sie brauchen das 1,5–3-Fache der Wohnfläche, zahlen 19.000–30.000 € und sichern bis 70 % Förderung.

Verlegung eines horizontalen Flächenkollektors im Erdreich für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe

Das Wichtigste in Kürze

  • Flächenbedarf: Ein Flächenkollektor braucht das 1,5- bis 3-Fache der beheizten Wohnfläche als unversiegelte Grundstücksfläche (NIBE); Viessmann rechnet mit dem 1,5- bis 2-Fachen.
  • Verlegetiefe: Die Rohre liegen horizontal und frostfrei in nur 1,0–1,5 Metern Tiefe (Verbraucherzentrale) – ohne teure Bohrung.
  • Gesamtkosten: Eine Erdwärmepumpe inklusive Erschließung kostet rund 19.000–30.000 EUR; die Flächen-Erschließung ist günstiger als eine Erdsonden-Bohrung (allein ca. 10.000 EUR, Bosch).
  • Effizienz: Das Erdreich hält ganzjährig 7–13 °C, Feldstudien des Fraunhofer ISE messen bei Sole/Erdreich eine mittlere JAZ von 4,3 (Fraunhofer ISE) – deutlich mehr als Luft-Wasser-Wärmepumpen (3,4).
  • Förderung: Als erdgekoppeltes System sichern Sie den 5 % Effizienzbonus und in Summe bis zu 70 % Zuschuss auf max. 30.000 EUR (KfW 458).

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Der Flächenkollektor – auch Erdkollektor genannt – ist die günstigste Art, Erdwärme für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe zu erschließen: Statt einer teuren Tiefenbohrung werden Kunststoffrohre horizontal und frostfrei in etwa 1,0 bis 1,5 Metern Tiefe verlegt (Verbraucherzentrale). Der Haken: Sie brauchen viel Platz. Faustregel ist das 1,5- bis 3-Fache der zu beheizenden Wohnfläche (NIBE) als offene, unbebaute Gartenfläche. Für die Gesamtanlage inklusive Erschließung müssen Sie mit 19.000–30.000 EUR rechnen (Bosch) – abzüglich bis zu 70 % Förderung. In diesem Ratgeber zeige ich, wie Sie den Flächenbedarf berechnen, welcher Boden geeignet ist, wo der Flächenkollektor gegenüber Erdsonde und Ringgrabenkollektor gewinnt – und wovon ich abrate. Wer die Grundlagen der Erdwärmepumpe und ihrer Funktion sucht, findet dort den Überblick.

Flächenkollektor, Erdsonde oder Ringgrabenkollektor? Der schnelle Vergleich

Bevor es ins Detail geht, hier die drei Erschließungsarten für erdgekoppelte Wärmepumpen im direkten Vergleich. Diese Entscheidung ist der Kern jeder Planung – und der Punkt, an dem die meisten Ratgeber oberflächlich bleiben.

Kriterium Flächenkollektor Ringgrabenkollektor Erdsonde
Verlegung horizontal, 1,0–1,5 m tief horizontal in Graben, ~1,5 m vertikal, bis 100 m tief
Flächenbedarf 1,5–3× Wohnfläche ~100–200 m² (bei 8 kW) sehr gering
Bohrung nötig? nein (nur Bagger) nein (nur Bagger) ja, aufwendig
Genehmigung meist nur Anzeige meist nur Anzeige genehmigungspflichtig
Erschließungskosten niedrig niedrig (Eigenleistung möglich) ~10.000 EUR (Bohrung)
JAZ (Effizienz) hoch hoch am höchsten
Eigenleistung teils möglich gut möglich nein

Quellen: Verbraucherzentrale, NIBE, Bosch.

Kurz gesagt: Der klassische Flächenkollektor lohnt sich, wenn Sie ein großes, unbebautes Grundstück haben und Bohrungen scheuen. Fehlt der Platz, ist der Ringgrabenkollektor die kompakte Alternative, und wer gar keine Fläche hat, greift zur Erdsonde. Alle drei speisen dieselbe Sole-Wasser-Wärmepumpe.

Wie funktioniert ein Flächenkollektor?

Ein Flächenkollektor nutzt die oberflächennahe Geothermie – also die Wärme, die Sonne und Regen ganzjährig in den obersten Bodenschichten speichern. Als oberflächennahe Geothermie gilt die Nutzung der Erdwärme aus bis zu 400 Metern Tiefe; der Flächenkollektor bleibt mit 1–1,5 Metern ganz oben in diesem Bereich.

In dieser Tiefe hält das Erdreich ganzjährig relativ konstante Temperaturen zwischen 7 und 13 Grad Celsius (Verbraucherzentrale). Genau diese Konstanz macht Sole-Wasser-Wärmepumpen so effizient: Anders als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe muss die Anlage im Januar nicht gegen –10 °C Außenluft anarbeiten, sondern zieht ihre Wärme aus einem stabilen 8-°C-Reservoir.

Der Weg der Wärme

  1. In den horizontal verlegten Rohren zirkuliert ein frostsicheres Sole-Gemisch (Wasser mit Frostschutzmittel).
  2. Die Sole nimmt die Erdwärme auf und transportiert sie zur Wärmepumpe.
  3. Die Wärmepumpe hebt das Temperaturniveau über den Verdichter auf die nötige Vorlauftemperatur an.
  4. Die abgekühlte Sole fließt zurück ins Erdreich und nimmt erneut Wärme auf.

Wichtig ist, dass sich der Boden über der Kollektorfläche regenerieren kann. Deshalb darf die Fläche laut Viessmann nicht bedeckt oder überbaut werden: Regen und Sonneneinstrahlung müssen die entzogene Wärme nachliefern. Zwischen den einzelnen Kollektorrohren muss außerdem ein ausreichender Abstand eingehalten werden – sonst würde dem Boden punktuell zu viel Wärme entzogen, und die genutzte Fläche würde vereisen (Viessmann).

Flächenbedarf: Wie viel Platz brauchen Sie wirklich?

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Das ist die entscheidende Frage – und der häufigste Grund, warum ein Flächenkollektor am Grundstück scheitert. Die Faustregel lautet: Sie benötigen das 1,5- bis 3-Fache der zu beheizenden Wohnfläche als unversiegelte Kollektorfläche (NIBE). Viessmann gibt die etwas engere Spanne vom 1,5- bis 2-Fachen an.

Der große Streubereich hat einen Grund: Er hängt maßgeblich vom Bodentyp ab (dazu gleich mehr). Zur groben Orientierung:

Beheizte Wohnfläche Kollektorfläche (1,5×) Kollektorfläche (3×)
100 m² ~150 m² ~300 m²
120 m² ~180 m² ~360 m²
150 m² ~225 m² ~450 m²
200 m² ~300 m² ~600 m²

Richtwerte auf Basis der Faustformel 1,5–3× Wohnfläche. Bei feuchtem Lehmboden liegen Sie am unteren Ende, bei trockenem Sand am oberen. Maßgeblich ist immer die Auslegung durch den Fachbetrieb.

Praxis-Beispiel: Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² beheizter Wohnfläche brauchen Sie also grob 225 bis 450 m² offene Gartenfläche – und zwar zusätzlich zu Haus, Terrasse, Einfahrt und allen Flächen, die Sie überbauen oder versiegeln möchten. In der Praxis fällt genau hier die Entscheidung: Auf einem 600-m²-Stadtgrundstück ist das oft nicht darstellbar, auf einem 1.000-m²-Grundstück am Ortsrand schon.

Reicht der Platz nicht, ist der Ringgrabenkollektor die naheliegende Alternative: Er beansprucht für ein typisches Einfamilienhaus mit rund 8 kW Heizlast nur circa 100 bis 200 Quadratmeter Fläche bei etwa 80 Metern Umfang – deutlich weniger als ein klassischer Flächenkollektor (NIBE).

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Der Boden entscheidet: feucht schlägt trocken

Ob Ihr Grundstück am unteren oder oberen Rand der Flächen-Faustregel liegt, entscheidet vor allem der Bodentyp. Denn nicht jeder Boden leitet Wärme gleich gut.

Ideal für Flächenkollektoren sind feuchte Lehmböden mit guter Wärmeleitung; trockene, sandige Böden liefern weniger Energie und erhöhen den Flächenbedarf spürbar (NIBE). Der physikalische Grund: Wasser leitet Wärme deutlich besser als Luft. Ein feuchter, wasserführender Boden gibt seine gespeicherte Energie an die Sole-Rohre ab, während in trockenem Sand viele Luftporen als Isolator wirken.

Bodentyp Wärmeleitung Auswirkung auf Fläche
Feuchter Lehm / Ton sehr gut geringster Flächenbedarf (~1,5×)
Normaler, feuchter Mischboden gut mittlerer Flächenbedarf
Trockener, sandiger Boden schlecht höchster Flächenbedarf (bis 3×)

Quelle: NIBE.

Mein Rat: Lassen Sie den Boden vor der Planung durch den Fachbetrieb bewerten. Wer auf trockenem Sand plant und mit der optimistischen 1,5×-Faustregel rechnet, riskiert eine unterdimensionierte Anlage, die im Februar vereist und dann über den Heizstab teuren Strom verbraucht. Die genaue Hydraulik- und Flächenauslegung gehört in Fachhände – hier ist Eigenleistung fehl am Platz, auch wenn das Baggern selbst durchaus machbar sein kann.

Verlegung: Tiefe, Abstand und Aufbau

Die Verlegung eines Flächenkollektors ist technisch simpel, folgt aber klaren Regeln. Viessmann gibt für Erdkollektoren eine Verlegetiefe von 1,0 bis 1,5 Metern und eine Kollektorfläche vom etwa 1,5- bis 2-Fachen der zu beheizenden Fläche an.

Die wichtigsten Verlegeregeln:

  • Frostfreie Tiefe: Die Rohre liegen bei 1,0–1,5 m – tief genug, dass der Boden auch im Winter nicht durchfriert, flach genug, dass Sonne und Regen die Wärme nachliefern.
  • Rohrabstand: Zwischen den Rohrschleifen muss ein ausreichender Abstand liegen, sonst entzieht die Anlage dem Boden punktuell zu viel Wärme und die Fläche vereist (Viessmann).
  • Fläche freihalten: Die Kollektorfläche darf nicht bedeckt oder überbaut werden (Viessmann). Keine Terrasse, kein Carport, keine versiegelte Einfahrt darüber.
  • Keine tiefen Wurzeln: Rasen und flache Beete sind unproblematisch, tief wurzelnde Bäume und Sträucher sollten Sie über der Fläche nicht pflanzen.

Weil keine Bohrung nötig ist, sondern nur ein Bagger die Fläche auf 1–1,5 m aushebt, ist die Erschließung deutlich günstiger und schneller als bei einer Erdsonde. Das ist der zentrale Kostenvorteil des Flächenkollektors.

Flächenkollektor vs. Erdsonde: die baulichen Unterschiede

Der Gegenpol zum Flächenkollektor ist die Erdsonde. Sie reicht vertikal bis zu 100 Meter tief in den Boden (Verbraucherzentrale) und ist damit extrem platzsparend – aber sie erfordert eine behördliche Genehmigung und aufwendige Bohrungen (Verbraucherzentrale). Erdkollektoren dagegen benötigen zwar eine ausreichend große, unversiegelte Grundstücksfläche, kommen aber ganz ohne Bohrung aus (Verbraucherzentrale). Details zur Bohrung finden Sie im Ratgeber Erdwärme nutzen: Bohrung, Kosten und Genehmigung.

Kosten: Was kostet eine Erdwärmepumpe mit Flächenkollektor?

Kommen wir zum Geld. Bosch beziffert die Gesamtkosten einer Erdwärmepumpe inklusive Erschließung mit rund 19.000 bis 30.000 Euro. Eine reine Erdsonden-Bohrung schlägt dabei mit etwa 10.000 Euro zu Buche – und genau das ist der Grund, warum der Flächenkollektor die günstigere Erschließungsvariante ist (Bosch).

Kostenblock Spanne (ca.) Anmerkung
Wärmepumpe (Gerät) 9.000–15.000 EUR Sole-Wasser-Wärmepumpe inkl. Speicher
Erschließung Flächenkollektor günstiger als Bohrung Erdarbeiten, Rohre, Sole – keine Bohrkosten
Vergleich: Erdsonden-Bohrung ~10.000 EUR entfällt beim Flächenkollektor
Gesamtsystem inkl. Erschließung 19.000–30.000 EUR Bosch-Richtwert
Wartung 150–300 EUR / Jahr zzgl. Arbeits- und Fahrtstunden

Quellen: Bosch, Verbraucherzentrale.

Laufende Kosten: Für die Wartung einer Wärmepumpe sind jährlich etwa 150 bis 300 Euro einzuplanen, hinzu kommen Arbeits- und Fahrtstunden des Fachbetriebs (Verbraucherzentrale). Der große Vorteil erdgekoppelter Systeme sind die niedrigen Stromkosten dank hoher Effizienz – dazu gleich mehr. Eine vollständige Kostenaufstellung finden Sie im Ratgeber Wärmepumpe Kosten und Förderung 2026.

Effizienz: JAZ und COP der Erdwärmepumpe

Der Grund, warum sich der Aufwand für einen Flächenkollektor lohnt, ist die hohe Effizienz. Weil die Wärmequelle Erdreich ganzjährig 7–13 °C liefert, arbeitet die Wärmepumpe konstant im günstigen Bereich.

Bosch nennt für Erdwärmepumpen durchschnittliche Jahresarbeitszahlen (JAZ) von 3,5 bis 4,5 und COP-Werte von 4,4 bis 4,8. Noch aussagekräftiger sind die Feldstudien des Fraunhofer ISE: Dort erreichten erdgekoppelte (Sole/Erdreich-)Wärmepumpen eine mittlere Jahresarbeitszahl von 4,3 (Spanne 3,6 bis 5,4), Luft-Wasser-Wärmepumpen dagegen im Mittel nur 3,4 (Fraunhofer ISE).

Kennzahl Erdwärmepumpe (Sole) Luft-Wasser-Wärmepumpe
JAZ (Fraunhofer ISE, Feld) 4,3 (3,6–5,4) 3,4
JAZ (Bosch-Angabe) 3,5–4,5
COP (Bosch-Angabe) 4,4–4,8 niedriger

Quellen: Fraunhofer ISE, Bosch.

Was bedeutet eine JAZ von 4,3? Aus einer Kilowattstunde Strom macht die Anlage im Jahresmittel 4,3 kWh Wärme. Gegenüber einer Luft-Wärmepumpe mit JAZ 3,4 senkt das den Stromverbrauch bei gleicher Heizarbeit um rund ein Viertel – Jahr für Jahr. Wie diese Kennzahlen zusammenhängen, erklärt der Ratgeber COP, JAZ und SCOP: Effizienz einfach erklärt. Welcher Hersteller die effizientesten Sole-Geräte baut, zeigt der Erdwärmepumpen-Herstellervergleich.

Förderung 2026: Der 5 % Effizienzbonus ist gesetzt

Hier liegt ein Vorteil, den viele Ratgeber übersehen: Ein Flächenkollektor ist ein erdgekoppeltes System – und qualifiziert sich damit automatisch für den zusätzlichen Effizienzbonus der KfW.

Die KfW-Heizungsförderung (Programm 458) gewährt 30 % Grundförderung plus 5 % Effizienzbonus, wenn als Wärmequelle Wasser, Erdreich oder Abwasser genutzt wird (oder ein natürliches Kältemittel). Flächenkollektoren nutzen das Erdreich – der 5 % Bonus ist damit gesetzt.

Förderbaustein Fördersatz Voraussetzung
Grundförderung 30 % Einbau einer Wärmepumpe
Effizienzbonus +5 % Wärmequelle Erdreich / Wasser / Abwasser (erdgekoppelt)
Klimageschwindigkeitsbonus +20 % Austausch alter Öl-/Gasheizung (noch bis Ende 2026)
Einkommensbonus +30 % zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 40.000 EUR
Maximale Förderung bis 70 % gedeckelt auf max. 30.000 EUR förderfähige Kosten

Quelle: KfW – Heizungsförderung Wohngebäude (458).

Zusätzlich zur Grund- und Effizienzförderung sind ein Klimageschwindigkeitsbonus von 20 % und ein Einkommensbonus von 30 % (bei zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 40.000 Euro) möglich; die Gesamtförderung ist auf maximal 70 % der förderfähigen Kosten gedeckelt, bei der ersten Wohneinheit auf höchstens 30.000 Euro Kosten (KfW).

Wichtiger Hinweis zum Klimageschwindigkeitsbonus: Der 20-%-Bonus gilt Stand 2026 unverändert. Ein Regierungsentwurf aus dem Juli 2026 sieht vor, ihn ab 2027 auslaufen zu lassen – das ist bislang aber ein Entwurf, kein geltendes Recht. Wer den Bonus sichern will, sollte den Antrag noch bis Ende 2026 stellen.

Rechenbeispiel Flächenkollektor-Anlage:

  • Gesamtkosten: 28.000 EUR
  • Grundförderung (30 %): 8.400 EUR
  • Effizienzbonus erdgekoppelt (5 %): 1.400 EUR
  • Klimageschwindigkeitsbonus (20 %): 5.600 EUR
  • Gesamtförderung: 15.400 EUR (55 %)
  • Eigenanteil: 12.600 EUR

Bei niedrigem Einkommen kommen weitere 30 % hinzu – die Förderung ist dann bei 70 % (max. 21.000 EUR) gedeckelt. Alle Details finden Sie im Ratgeber Wärmepumpe Kosten und Förderung 2026.

Für wen lohnt sich ein Flächenkollektor – und wovon ich abrate

Ein Flächenkollektor lohnt sich, wenn:

  • Sie ein großes, unbebautes Grundstück haben (mind. das 1,5- bis 3-Fache der Wohnfläche als freie Fläche).
  • der Boden feucht und lehmig ist – dann liegen Sie am günstigen Ende der Flächen-Faustregel.
  • Sie Bohrungen und Genehmigungsverfahren vermeiden möchten.
  • Sie maximale Effizienz (JAZ ~4,3) und niedrige Stromkosten suchen und dafür einmalig Gartenfläche opfern.

Wovon ich abrate:

  • Zu kleines Grundstück knapp rechnen. Wer die Fläche auf Kante kalkuliert, riskiert eine vereisende, unterdimensionierte Anlage. Dann lieber Ringgrabenkollektor oder Erdsonde.
  • Trockenen Sandboden mit der 1,5×-Regel planen. Auf Sand brauchen Sie eher das 3-Fache – sonst reicht die Entzugsleistung nicht.
  • Die Fläche später überbauen wollen. Terrasse, Pool oder Anbau über dem Kollektor sind tabu. Wer in fünf Jahren erweitern will, sollte das jetzt einplanen.
  • Die Auslegung selbst machen. Erdarbeiten in Eigenleistung sind denkbar, die hydraulische Dimensionierung gehört aber zwingend zum Fachbetrieb.

Ob Ihr Haus überhaupt für eine Wärmepumpe geeignet ist, klärt der Ratgeber Wärmepumpe Voraussetzungen: Ist mein Haus geeignet?.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viel Fläche braucht ein Flächenkollektor für die Wärmepumpe?

Als Faustregel gilt das 1,5- bis 3-Fache der beheizten Wohnfläche (NIBE); Viessmann rechnet mit dem 1,5- bis 2-Fachen. Für 150 m² Wohnfläche brauchen Sie also grob 225 bis 450 m² unversiegeltes Grundstück. Bei trockenem Sandboden liegen Sie eher am oberen Ende, bei feuchtem Lehm am unteren. Die Fläche kommt zusätzlich zu Haus, Terrasse und Einfahrt.

Was kostet eine Erdwärmepumpe mit Flächenkollektor?

Das Gesamtsystem inklusive Erschließung kostet rund 19.000 bis 30.000 Euro (Bosch). Der Flächenkollektor ist dabei günstiger als eine Erdsonden-Bohrung, die allein etwa 10.000 Euro kostet. Nach der KfW-Förderung von bis zu 70 % sinkt der Eigenanteil deutlich – im Rechenbeispiel bei 55 % Förderung auf rund 12.600 Euro.

Wie tief wird ein Flächenkollektor verlegt?

Die Rohre werden horizontal und frostfrei in etwa 1,0 bis 1,5 Metern Tiefe verlegt (Verbraucherzentrale, Viessmann). In dieser Tiefe nimmt der Kollektor ganzjährig Sonnen- und Regenwärme aus dem Erdreich auf, ohne dass der Boden im Winter durchfriert. Eine Bohrung ist nicht nötig – ein Bagger hebt die Fläche aus.

Flächenkollektor oder Erdsonde – was ist besser?

Das hängt vom Grundstück ab. Der Flächenkollektor braucht keine Genehmigung und keine Bohrung, aber viel Fläche, und teils ist Eigenleistung möglich. Die Erdsonde ist platzsparend und erreicht eine etwas höhere JAZ, ist aber genehmigungspflichtig und verursacht Bohrkosten von rund 10.000 Euro (Verbraucherzentrale, Bosch). Haben Sie Platz, aber wenig Budget für Bohrungen, ist der Kollektor die bessere Wahl.

Welcher Boden eignet sich für einen Flächenkollektor?

Ideal sind feuchte Lehmböden mit guter Wärmeleitung; trockene, sandige Böden liefern weniger Wärme und erhöhen den Flächenbedarf spürbar (NIBE). Der Grund: Wasser leitet Wärme besser als die Luftporen in trockenem Sand. Lassen Sie den Boden vor der Planung vom Fachbetrieb bewerten, damit die Fläche richtig dimensioniert wird.

Braucht ein Flächenkollektor eine Genehmigung?

Anders als Erdsonden, die bohr- und genehmigungspflichtig sind, sind Flächenkollektoren meist nur anzeige- bzw. wasserrechtlich zu prüfen (Verbraucherzentrale). Die genauen Anforderungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Wasserschutzgebiet. Wichtig in jedem Fall: Die Kollektorfläche darf nicht überbaut oder versiegelt werden (Viessmann).

Welche JAZ erreicht eine Erdwärmepumpe mit Flächenkollektor?

Bosch nennt für Erdwärmepumpen eine JAZ von 3,5 bis 4,5. Die Feldstudien des Fraunhofer ISE messen bei Sole/Erdreich-Wärmepumpen im Mittel 4,3 (Spanne 3,6 bis 5,4) – höher als bei Luft-Wasser-Wärmepumpen mit 3,4 (Fraunhofer ISE). Eine höhere JAZ bedeutet direkt niedrigere Stromkosten.

Kann man den Flächenkollektor über der Fläche noch nutzen?

Ja, aber nur eingeschränkt. Rasen und flache Beete sind unproblematisch, doch die Fläche darf nicht überbaut, versiegelt oder mit tief wurzelnden Bäumen bepflanzt werden (Viessmann). Die Fläche muss offen bleiben, damit Sonne und Regen die entzogene Wärme nachliefern können. Terrasse, Carport oder Pool über dem Kollektor sind daher ausgeschlossen.

Wie hoch ist die Förderung für einen Flächenkollektor?

Sie erhalten 30 % Grundförderung plus 5 % Effizienzbonus, weil ein Flächenkollektor als erdgekoppeltes System zählt (KfW). Hinzu kommen bei Austausch einer alten Heizung 20 % Klimageschwindigkeitsbonus (noch bis Ende 2026) und je nach Einkommen bis zu 30 % Einkommensbonus. Die Gesamtförderung ist auf maximal 70 % von bis zu 30.000 Euro förderfähigen Kosten gedeckelt.

Nächster Schritt: Passt ein Flächenkollektor zu Ihrem Grundstück?

Ob ein Flächenkollektor auf Ihrem Grundstück funktioniert, hängt von drei Dingen ab, die sich nur individuell klären lassen: der verfügbaren unversiegelten Fläche, dem Bodentyp und der Heizlast Ihres Hauses. Reicht der Platz nicht, ist der Ringgrabenkollektor oder eine Erdsonde die bessere Wahl – oder eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ganz ohne Erdarbeiten. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Empfehlung, welche Wärmequelle wirtschaftlich und technisch zu Ihrem Haus passt – inklusive Fördermittelberechnung und konkreter Kosten-Nutzen-Analyse.

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