Beste Erdwärmepumpe 2026: 4 Hersteller im Vergleich
Welche Erdwärmepumpe ist 2026 die beste? Stiebel, Waterkotte, NIBE & iDM im Vergleich: SCOP bis 7,0, JAZ 4,3, Kosten und wie Sie bis 70 % Förderung sichern.

Das Wichtigste in Kürze
- Kosten komplett: Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe kostet installiert 25.000–45.000 €. Den größten Posten macht die Wärmequelle aus: Eine Erdsonden-Bohrung kostet 50–120 € pro Bohrmeter – bei rund 10 kW Heizlast (150–250 m) sind das 9.000–30.000 € allein für die Erschließung.
- Reale Effizienz: Im Fraunhofer-ISE-Feldtest (77 Anlagen, 4 Jahre) erreichen Erdwärmepumpen eine mittlere Jahresarbeitszahl von 4,3 (Spanne 3,6–5,4) – stabiler als Luft-Wasser-Geräte (2,6–4,9).
- Förderung 2026: Jede Erdwärmepumpe sichert über die Wärmequelle Erdreich automatisch den 5-%-Effizienzbonus; mit Grund-, Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus sind bis zu 70 % Zuschuss möglich, gedeckelt auf 21.000 € pro Wohneinheit (KfW 458).
- Effizienz-Spitze: Die Waterkotte EcoTouch Geo Cube ist das einzige Top-Modell mit Naturkältemittel R290, SCOP bis 7,0, bis 80 °C Vorlauf und A+++ – Made in Germany (Herne, seit 1972).
- Testsieger-Referenz: Die Stiebel Eltron WPE-I 12 H Premium liefert SCOP 5,59, COP 5,01 (B0/W35), 75 °C Vorlauf und bis zu 7 Jahre Garantie – der Effizienz-Maßstab der vier Marken.
- Nischenmarkt: Nur rund 5 % der 299.000 im Jahr 2025 verkauften Heizungs-Wärmepumpen waren Sole-Wasser (≈16.000 Stück) – im Neubau aber ~25 % (BWP).
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Erdwärme gilt als die effizienteste Art, ein Haus mit einer Wärmepumpe zu heizen – und trotzdem entscheiden sich nur rund 5 % aller Käufer dafür. Der Grund ist die teure Erschließung der Wärmequelle. Wer die Mehrkosten stemmt, bekommt dafür die stabilste Effizienz am Markt: eine reale Jahresarbeitszahl von im Schnitt 4,3. In diesem Hersteller-Vergleich ranke ich die vier relevantesten Sole-Wasser-Marken für das Einfamilienhaus – Stiebel Eltron, Waterkotte, NIBE und iDM – nach Effizienz, Kältemittel, Vorlauftemperatur, Preis und Praxistauglichkeit.
Anders als beim Luft-Wasser-Hersteller-Vergleich geht es hier ausschließlich um Sole-Wasser-Wärmepumpen, die ihre Energie über eine Erdsonde oder einen Flächenkollektor aus dem Erdreich ziehen. Wenn Sie noch grundsätzlich zwischen den Bauarten schwanken, lesen Sie zuerst den Vergleich Luftwärmepumpe vs. Erdwärmepumpe; wer die Kosten- und Funktionsgrundlagen sucht, findet sie im Pillar-Artikel Erdwärmepumpe: Kosten und Funktion.
Die vier Top-Erdwärmepumpen 2026 im direkten Vergleich
Alle vier Modelle sind für ein typisches Einfamilienhaus mit 8–12 kW Heizlast ausgelegt. Die folgende Tabelle stellt die zentralen Datenblattwerte gegenüber – Effizienz (SCOP/COP), Leistungsbereich, Kältemittel, maximale Vorlauftemperatur und Schall. Zur Einordnung habe ich die günstige Wolf BWS-1-10 als Referenz aus dem Preis-Leistungs-Segment ergänzt.
| Modell | SCOP (W35) | COP (B0/W35) | Leistung | Kältemittel | Max. Vorlauf | Schall | Klasse |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Stiebel Eltron WPE-I 12 H 230 Premium | 5,59 | 5,01 | 2,1–12,7 kW | R454C | 75 °C | 39–46 dB(A) | A+++ |
| Waterkotte EcoTouch Geo Cube | bis 7,0 | bis 6,6 ¹ | 6–19 kW | R290 (Propan) | 80 °C | 30 dB(A) innen | A+++ |
| NIBE S1155-25 | 5,2 ² | 3,99 | 6–25 kW | R410A | 65 °C | 36–47 dB(A) | A+++ |
| iDM Terra SWM 3-13 HGL | 5,51 | 5,01 ³ | 3–13 kW | R410A (synth.) | 62 °C | 41 dB(A) | A+++ |
| Wolf BWS-1-10 (Referenz) | ~4,7 | 4,70 | 5,9–16,8 kW | R407C | 63 °C | 41–43 dB(A) | – |
¹ COP bis 6,6 im Prüfpunkt W10/W35. ² SCOP 4,0 bei 55 °C; COP B0/W55 = 2,79. ³ S0/W35 nominal. Quellen: offizielle Herstellerdatenblätter Stiebel Eltron, Waterkotte, NIBE und iDM (Stand 2026); Wolf-Werte als Preis-Leistungs-Referenz.
Schon die Tabelle zeigt die Spreizung: Bei der Vorlauftemperatur reichen die Werte von 62 °C (iDM) bis 80 °C (Waterkotte) – ein entscheidendes Kriterium für den Altbau. Beim Kältemittel trennt sich die Spreu vom Weizen, weil nur Waterkotte auf das natürliche Propan (R290) setzt, während NIBE und iDM noch mit dem auslaufenden R410A arbeiten. Und bei der Datenblatt-Effizienz liegt die Waterkotte mit einem SCOP bis 7,0 vorn – allerdings gemessen im günstigen Prüfpunkt W10/W35, der die Realität schöner zeichnet als der Vergleichspunkt B0/W35 der anderen.
Kursierende „Testsieger"-Auszeichnungen für Sole-Wasser-Geräte (Effizienz-Testsieger Stiebel WPE-I, Preis-Leistungs-Champion Wolf BWS-1-10, Altbau-Spezialist Waterkotte) stammen von Fachportalen, nicht von der Stiftung Warentest, die bisher fast ausschließlich Luft-Wasser-Wärmepumpen geprüft hat. Ordnen Sie diese Labels entsprechend ein – sie ersetzen kein neutrales Prüfsiegel.
Warum eine Sole-Wasser-Wärmepumpe so effizient ist
Der Effizienzvorteil der Erdwärmepumpe hat einen physikalischen Grund: Während eine Luft-Wasser-Wärmepumpe an einem Wintertag Wärme aus −10 °C kalter Außenluft ziehen muss, liefert das Erdreich ab etwa 1,5 m Tiefe ganzjährig konstante 8–12 °C. Je kleiner der Temperaturhub zwischen Wärmequelle und Vorlauf, desto weniger Strom braucht der Verdichter – und desto höher die Arbeitszahl.
Genau das bestätigt der wichtigste Praxis-Beleg, den es dazu gibt: Im Fraunhofer-ISE-Feldtest „WP-QS im Bestand" wurden 77 real installierte Anlagen über vier Jahre vermessen. Ergebnis: Erdreich-Wärmepumpen erreichten eine mittlere Jahresarbeitszahl von 4,3 (Spanne 3,6–5,4), Luft-Wasser-Geräte lagen bei 2,6–4,9. Bemerkenswert: Es gab keinen Zusammenhang zwischen Gebäudealter und Effizienz – Erdwärme funktioniert auch im Bestand zuverlässig.
Wichtig für die Bewertung der Datenblätter: Der SCOP (etwa „bis 7,0" bei Waterkotte) ist ein Prüfstandswert unter Idealbedingungen. Die JAZ ist der reale Jahresschnitt inklusive Warmwasser, Taktung und ungünstiger Betriebspunkte – und liegt systematisch darunter. Wenn Sie die Begriffe sauber auseinanderhalten wollen, hilft der Ratgeber COP, JAZ und SCOP erklärt. Für den Kaufvergleich gilt: Nutzen Sie SCOP/COP nur relativ zwischen Geräten – und planen Sie mit einer realen JAZ um 4,3.
Hersteller 1: Stiebel Eltron WPE-I – der Effizienz-Maßstab
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Stiebel Eltron aus Holzminden baut seit über 50 Jahren Wärmepumpen und gilt als einer der solidesten deutschen Anbieter. Die Sole-Wasser-Baureihe WPE-I H 230 Premium ist voll invertergeregelt und deckt den kompletten Einfamilienhaus-Bereich ab.
Die Eckdaten der WPE-I 12 H 230 Premium: SCOP 5,59, COP 5,01 im Vergleichspunkt B0/W35, ein Leistungsbereich von 2,1–12,7 kW, maximale Vorlauftemperatur 75 °C und ein Schallpegel von 39–46 dB(A). Als Kältemittel kommt das moderate R454C zum Einsatz. Bei Komplettanlage mit Wartungsvertrag und Internet-Service-Gateway (ISG) gewährt Stiebel bis zu 7 Jahre Garantie – Spitze im Vergleichsfeld.
Für wen geeignet: Wer maximale, alltagstaugliche Effizienz mit hoher Vorlauftemperatur für gemischte Heizsysteme (Fußbodenheizung plus Heizkörper) sucht und Wert auf einen etablierten deutschen Service legt. Ein tieferer Blick auf die gesamte Modellpalette inklusive der Luft-Wasser-Geräte findet sich in der Marken-Übersicht Stiebel Eltron.
Schwäche: Das Gerät liegt mit rund 14.000 € am oberen Ende der Preisskala. Und R454C ist zwar deutlich klimafreundlicher als R410A, aber kein natürliches Kältemittel wie das Propan der Waterkotte.
Hersteller 2: Waterkotte EcoTouch Geo – R290 und 80 °C
Waterkotte ist der Pionier: Das Unternehmen aus Herne baut seit 1972 Wärmepumpen und wirbt konsequent mit „Made in Germany". Die EcoTouch Geo Cube ist die technisch ambitionierteste Erdwärmepumpe im Vergleich – und das einzige Modell mit natürlichem Kältemittel.
Laut Herstellerdatenblatt arbeitet die Geo Cube mit R290 (Propan), erreicht einen SCOP bis 7,0, einen COP bis 6,6 (W10/W35), einen Leistungsbereich von 6–19 kW und eine maximale Vorlauftemperatur von 80 °C – der höchste Wert im Feld. Sie ist innen mit nur 30 dB(A) sehr leise (außen 42 dB(A)) und in Energieklasse A+++/A+++ eingestuft. Waterkotte gibt 5 Jahre Garantie auf Teile und Arbeit.
Für wen geeignet: Für den anspruchsvollen Altbau mit klassischen Heizkörpern (dank 80 °C) und für alle, die auf Zukunftssicherheit beim Kältemittel setzen. Die 80-°C-Reserve macht die Geo Cube zum „Altbau-Spezialisten" der Runde. Details zu Praxisverhalten und Ausstattung habe ich im Waterkotte-Test zusammengetragen.
Schwäche: Der SCOP-Spitzenwert 7,0 stammt aus dem günstigen Prüfpunkt W10/W35 und ist nicht 1:1 mit den B0/W35-Werten der Konkurrenz vergleichbar. Und wie bei Stiebel liegt der Gerätepreis bei rund 14.000 €.
Hersteller 3: NIBE S1155 und S1255 – der Inverter-Spezialist aus Schweden
Der schwedische Hersteller NIBE liefert mit der voll invertergeregelten S-Serie die skalierbarste Lösung. Zwei Modelle sind für das Einfamilienhaus relevant – und der Unterschied ist rein baulich:
| Merkmal | NIBE S1155 | NIBE S1255 |
|---|---|---|
| Warmwasserspeicher | ohne (extern) | integriert, 180 l |
| Leistungsgrößen | bis ~25 kW | ~1,5–8 / 3–13 / 4–18 kW |
| SCOP (35 °C / 55 °C) | 5,2 / 4,0 | vergleichbar |
| Kältemittel | R410A | R410A |
| Vorlauf (Heizkreis) | 20–65 °C | 20–65 °C |
| Schall | 36–47 dB(A) | 36–47 dB(A) |
| Ideal für | niedrige Deckenhöhen | kompakte Komplettlösung |
Quellen: NIBE technische Daten S1155 und Produktdaten S1255.
Die NIBE S1155-25 erreicht SCOP 5,2 (bei 55 °C nur noch 4,0), einen COP von 3,99 (B0/W35), deckt 6–25 kW ab und nutzt R410A (Füllmenge 2,1 kg). Beide Modelle werden über die myUplink-App per WLAN oder LAN gesteuert. Die S1155 verzichtet auf den integrierten Speicher und passt dadurch in Räume mit niedriger Deckenhöhe; die S1255 bringt einen 180-Liter-Brauchwasserspeicher gleich mit. Welche der beiden Varianten zu Ihrem Technikraum passt, klärt der NIBE S1155/S1255 Sole-Vergleich.
Schwäche: NIBE setzt weiterhin auf R410A (GWP 2088), das über die F-Gas-Verordnung ausläuft – langfristig teurere Wartung und Nachfüllung. Zudem endet der Heizkreis bei 65 °C Vorlauf, was für unsanierte Altbauten mit kleinen Heizkörpern knapp werden kann.
Hersteller 4: iDM Terra SWM – Regelung aus Österreich
Der familiengeführte österreichische Hersteller iDM (Matrei in Osttirol, gegründet 1997) ist unter Effizienz-Enthusiasten für seine ausgefeilte NAVIGATOR-Regelung bekannt. Für das Einfamilienhaus ist die Terra SWM 3-13 HGL das passende Modell – nicht zu verwechseln mit der gewerblichen Terra SW Max (55–280 kW, kaskadierbar bis 1.500 kW).
Die Terra SWM 3-13 HGL erreicht einen SCOP von 5,51, einen COP von 5,01 (S0/W35 nominal), deckt 3–13 kW ab (nominal 6,6 kW, maximal 13,28 kW) und ist mit 41 dB(A) angenehm leise. Das Kürzel HGL steht für die passive Kühlung und Warmwasserbereitung ohne Zuheizer – ein praktischer Effizienzvorteil im Sommer. Energieklasse A+++/A+++.
Schwäche: Die maximale Vorlauftemperatur liegt bei nur 62 °C – der niedrigste Wert im Vergleich. Für unsanierte Altbauten mit klassischen Heizkörpern ist das grenzwertig; ohne Austausch einzelner Heizflächen wird es an den kältesten Tagen eng. Außerdem arbeitet die Baureihe je nach Ausführung mit synthetischem Kältemittel (laut Fachdatenblättern R410A).
Kosten 2026: Gerät, Bohrung und Kollektor
Bei einer Erdwärmepumpe entfällt der größte Kostenblock nicht auf das Gerät, sondern auf die Erschließung der Wärmequelle. Genau das erklärt, warum die Investition trotz besserer Effizienz höher liegt als bei Luft-Wasser-Systemen. Zunächst die reinen Gerätepreise (ohne Erschließung):
| Hersteller / Modell | Gerätepreis (ca.) |
|---|---|
| Stiebel Eltron WPE-I | ~14.000 € |
| Waterkotte EcoTouch Geo | ~14.000 € |
| NIBE S1155 / S1255 | ~12.000 € |
| iDM Terra SWM | ~12.000 € |
| Wolf BWS-1-10 (Referenz) | ~6.400 € |
Gerätepreise als Marktschätzung inkl. MwSt., ohne Installation und Wärmequelle.
Entscheidend für die Gesamtrechnung ist die Wahl der Wärmequelle. Hier liegen Welten zwischen der Tiefenbohrung und dem Flächen- bzw. Ringgrabenkollektor:
| Wärmequelle | Kosten | Genehmigung | Platzbedarf |
|---|---|---|---|
| Erdsonde (Tiefenbohrung) | 50–120 €/Bohrmeter → 9.000–30.000 € | wasserrechtliche Erlaubnis nötig | gering (Bohrpunkt) |
| Flächenkollektor | mittel | anzeigepflichtig | ~100–200 m² Fläche |
| Ringgrabenkollektor | ab 2.000–3.000 € | keine Erlaubnis nötig | ~80 m Graben / 100–200 m² |
Die Erdsonden-Bohrung kostet 50–120 € pro Bohrmeter; bei rund 10 kW Heizlast sind 150–250 Bohrmeter nötig, was 9.000–30.000 € ergibt – vor Förderung. Wer Grundstücksfläche hat, spart mit einem Ringgrabenkollektor massiv: Die Quelle ist oft schon ab 2.000–3.000 € erschlossen, viel Eigenleistung ist möglich und es braucht keine wasserrechtliche Genehmigung. Alle Details zu Bohrung, Ablauf und Genehmigung stehen im Ratgeber Erdwärme nutzen: Bohrung, Kosten und Förderung.
In der Summe ergeben sich diese realistischen Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus:
| System | Gesamtkosten (installiert) |
|---|---|
| Sole-Wasser mit Flächen-/Ringgrabenkollektor | 25.000–35.000 € |
| Sole-Wasser mit Erdsonde | 30.000–45.000 € |
| Laufende Stromkosten | 700–1.500 € / Jahr |
| Wartung | 150–300 € / Jahr |
Kostenrahmen als Marktüberblick; die tatsächlichen Bohrkosten hängen stark von Geologie und Region ab.
Förderung 2026: bis zu 70 % über die KfW
Hier spielt die Erdwärmepumpe ihren strukturellen Vorteil aus. Die Heizungsförderung läuft 2026 über die KfW (Programm 458) und kombiniert mehrere Bausteine:
| Baustein | Fördersatz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Austausch fossiler Heizung / Einbau Wärmepumpe |
| Klimageschwindigkeitsbonus | +20 % | Ersatz einer alten Öl-, Gas-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung (Selbstnutzer) |
| Einkommensbonus | +30 % | zu versteuerndes Haushaltseinkommen unter 40.000 €/Jahr |
| Effizienzbonus | +5 % | Wärmequelle Erdreich/Wasser oder natürliches Kältemittel |
| Maximum | 70 % | gedeckelt auf 30.000 € Kosten → max. 21.000 € Zuschuss |
Quelle: KfW – Heizungsförderung für Privatpersonen, Wohngebäude (458).
Der entscheidende Punkt: Den 5-%-Effizienzbonus bekommt jede Sole-Wasser-Wärmepumpe automatisch über die Wärmequelle Erdreich – ganz unabhängig vom Kältemittel. Während bei Luft-Wasser-Geräten der Bonus am natürlichen Kältemittel (R290) hängt, qualifizieren sich hier also auch die NIBE- und iDM-Modelle mit R410A für die zusätzlichen 5 %.
Rechenbeispiel – Erdwärmepumpe mit Erdsonde, Gesamtkosten 40.000 €:
- Förderfähige Kosten (gedeckelt): 30.000 €
- Grundförderung (30 %): 9.000 €
- Klimageschwindigkeitsbonus (20 %): 6.000 €
- Effizienzbonus Erdreich (5 %): 1.500 €
- Zwischensumme (55 %): 16.500 € → Eigenanteil 23.500 €
- Mit Einkommensbonus (+30 %, gedeckelt bei 70 %): 21.000 € → Eigenanteil 19.000 €
Damit sinkt der Eigenanteil trotz teurer Bohrung deutlich – im günstigsten Fall auf unter 20.000 €. Der Antrag muss immer vor Auftragsvergabe über das KfW-Förderportal gestellt werden.
Genehmigung: Was die Untere Wasserbehörde verlangt
Wer sich für die Erdsonde entscheidet, muss einen behördlichen Ablauf einplanen, den viele unterschätzen. Eine Tiefenbohrung braucht eine wasserrechtliche Erlaubnis der Unteren Wasserbehörde; die Anzeige nach § 49 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) muss mindestens einen Monat vor Beginn erfolgen. Ab mehr als 100 m Bohrtiefe kommt zusätzlich das Bergrecht (BBergG) ins Spiel.
In Wasserschutzzonen I und II sind Erdsonden in der Regel verboten. Die Bohrfirma muss nach DVGW W 120 zertifiziert sein, meist ist ein Baugrund-Gutachten nötig. Rechnen Sie für die Bearbeitung der Erlaubnis mit 3–6 Monaten – dieser Zeitpuffer gehört zwingend in die Projektplanung.
Der Flächen- oder Ringgrabenkollektor umgeht diesen Aufwand: Er benötigt keine wasserrechtliche Erlaubnis, dafür aber viel unversiegelte Grundstücksfläche. Auf kleinen Stadtgrundstücken ist das oft der Knackpunkt, der über Erdsonde oder Luft-Wasser-Wärmepumpe entscheidet.
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Erdwärmepumpe vs. Alternativen: Wann sich der Aufwand lohnt
Die Erdwärmepumpe ist nicht automatisch die beste Wahl. Ihr Effizienzvorsprung von grob einer JAZ-Einheit gegenüber der Luft-Wasser-Variante muss die Mehrkosten der Erschließung erst wieder einspielen. Als Faustregel gilt:
- Neubau oder Grundstück mit Platz: Hier lohnt sich Erdwärme am ehesten – der Kollektor kann günstig im Zuge der Erdarbeiten verlegt werden, und die hohe JAZ senkt die Stromkosten über 20 Jahre spürbar. Das erklärt auch den Neubau-Anteil von rund 25 %.
- Sanierung mit hoher Vorlauftemperatur: Für unsanierte Altbauten mit klassischen Heizkörpern punkten Waterkotte (80 °C) und Stiebel (75 °C).
- Kleines Grundstück, enges Budget: Oft ist eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe wirtschaftlicher. Den direkten Kostenvergleich liefert Luftwärmepumpe vs. Erdwärmepumpe.
- Hoher Grundwasserstand: Dann kann eine Grundwasser-Wärmepumpe (Wasser-Wasser) mit noch höherer JAZ die dritte Erdwärme-Variante sein.
Wovon ich abrate: Eine Erdsonden-Bohrung „auf gut Glück" ohne belastbare Heizlastberechnung und geologische Voreinschätzung. Wird die Sonde zu kurz dimensioniert, sinkt die Soletemperatur über die Heizsaison ab, die JAZ bricht ein – und nachträglich lässt sich eine Bohrung kaum verlängern. Genauso rate ich davon ab, allein wegen des SCOP-Spitzenwerts zu kaufen: Die reale JAZ von 4,3 zählt, nicht der Prüfstands-Bestwert.
Kältemittel: R290, R454C oder R410A?
Beim Kältemittel trennen sich die vier Marken deutlich – und das hat Folgen für Zukunftssicherheit und Servicekosten:
| Modell | Kältemittel | GWP | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Waterkotte EcoTouch Geo | R290 (Propan) | 3 | zukunftssicher, natürlich |
| Stiebel Eltron WPE-I | R454C | ~146 | moderat, gute Wahl |
| NIBE S1155 / S1255 | R410A | 2088 | läuft über F-Gas aus |
| iDM Terra SWM | R410A (synth.) | 2088 | läuft über F-Gas aus |
Das synthetische R410A wird durch die EU-F-Gas-Verordnung schrittweise verknappt – Wartung und Nachfüllung werden über die Lebensdauer teurer. Ein Detailvergleich der Kältemittel steht im Ratgeber R32 vs. R290: welches Kältemittel ist zukunftssicher?.
Wichtig zur Einordnung: Anders als bei Luft-Wasser-Wärmepumpen kostet R410A bei der Erdwärmepumpe nicht den Förderbonus – den 5-%-Effizienzbonus sichert bereits die Wärmequelle Erdreich. Das Kältemittel bleibt aber ein Kriterium für die langfristigen Betriebskosten und den Wiederverkaufswert. In diesem Punkt hat Waterkotte mit R290 die Nase vorn, Stiebel mit R454C liegt im soliden Mittelfeld.
Für wen sich welche Erdwärmepumpe lohnt – mein Fazit
Es gibt keine pauschal „beste" Erdwärmepumpe, sondern eine beste Wahl je nach Gebäude und Priorität:
- Beste Gesamt-Effizienz mit deutschem Service: Stiebel Eltron WPE-I – SCOP 5,59 im aussagekräftigen B0/W35-Punkt, 75 °C Vorlauf, bis zu 7 Jahre Garantie.
- Altbau und Zukunftssicherheit: Waterkotte EcoTouch Geo – als einzige mit R290 und mit 80 °C die stärkste Reserve für klassische Heizkörper.
- Skalierbarkeit und App-Komfort: NIBE S1155/S1255 – voll invertergeregelt, ausgereifte myUplink-Steuerung, günstigerer Gerätepreis; Abstriche beim Kältemittel und bei 65 °C Vorlauf.
- Regelungs-Feinschliff und passive Kühlung: iDM Terra SWM – effiziente NAVIGATOR-Regelung, sehr gute JAZ; nur 62 °C Vorlauf begrenzen den Altbau-Einsatz.
Ehrlich bleibt festzuhalten: Die Erdwärmepumpe bleibt mit ~5 % Marktanteil ein Nischenprodukt – wegen der teuren Erschließung und weil qualifizierte Bohrfirmen (DVGW W 120) regional knapp sind, was zu längeren Wartezeiten führt. Wer die Bohrung stemmen kann und ein Gebäude mit passender Heizlast hat, wird mit der stabilsten Effizienz am Markt belohnt.
Häufige Fragen (FAQ)
Welche ist die beste Erdwärmepumpe 2026 – Stiebel Eltron, Waterkotte, NIBE oder iDM?
Das hängt von Ihrem Gebäude ab. Für maximale, alltagstaugliche Effizienz und langen Service ist die Stiebel Eltron WPE-I (SCOP 5,59, 75 °C) der Maßstab. Für den Altbau und volle Zukunftssicherheit beim Kältemittel führt die Waterkotte EcoTouch Geo (R290, 80 °C, SCOP bis 7,0). NIBE punktet mit App-Komfort und Preis, iDM mit ausgefeilter Regelung und passiver Kühlung – beide aber mit R410A und niedrigerer Vorlauftemperatur.
Was kostet eine Sole-Wasser-Wärmepumpe komplett mit Bohrung oder Kollektor?
Komplett installiert liegt eine Erdwärmepumpe bei 25.000–45.000 €. Mit Flächen- oder Ringgrabenkollektor bewegen Sie sich eher bei 25.000–35.000 €, mit Erdsonden-Bohrung bei 30.000–45.000 €. Die Bohrung allein kostet 50–120 € pro Bohrmeter, bei ~10 kW Heizlast also 9.000–30.000 €. Nach KfW-Förderung sinkt der Eigenanteil je nach Bonus auf 19.000–24.000 € oder weniger.
Welche Erdwärmepumpe hat den höchsten SCOP bzw. COP?
Auf dem Datenblatt führt die Waterkotte EcoTouch Geo mit einem SCOP bis 7,0 und COP bis 6,6. Allerdings ist dieser Wert im günstigen Prüfpunkt W10/W35 gemessen. Im direkt vergleichbaren Punkt B0/W35 liegen Stiebel (COP 5,01) und iDM (5,01 nominal) vorn, NIBE bei 3,99. Vergleichen Sie SCOP-Werte deshalb nur bei identischem Prüfpunkt.
Wie hoch ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) einer Erdwärmepumpe im echten Betrieb?
Im Fraunhofer-ISE-Feldtest mit 77 real vermessenen Anlagen lag die mittlere JAZ bei 4,3 (Spanne 3,6–5,4). Das ist die entscheidende Praxiszahl – deutlich unter den SCOP-Datenblattwerten, weil sie Warmwasser, Taktung und ungünstige Betriebspunkte einschließt. Luft-Wasser-Geräte erreichten im selben Test 2,6–4,9, sodass Erdwärme im Schnitt spürbar stabiler abschneidet.
Welche Förderung gibt es 2026 für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe?
Über die KfW (Programm 458) sind bis zu 70 % Zuschuss möglich, gedeckelt auf 30.000 € förderfähige Kosten – also maximal 21.000 € pro Wohneinheit. Der Satz setzt sich aus Grundförderung (30 %), Klimageschwindigkeitsbonus (20 %), Einkommensbonus (30 %) und Effizienzbonus (5 %) zusammen. Den 5-%-Effizienzbonus sichert jede Erdwärmepumpe automatisch über die Wärmequelle Erdreich – unabhängig vom Kältemittel.
Braucht eine Erdwärmepumpe eine Genehmigung von der Wasserbehörde?
Für eine Erdsonden-Bohrung ja: Sie benötigen eine wasserrechtliche Erlaubnis der Unteren Wasserbehörde, die Anzeige nach § 49 WHG erfolgt mindestens einen Monat vor Beginn. In Wasserschutzzonen I und II sind Bohrungen meist verboten, ab über 100 m Tiefe greift zusätzlich das Bergrecht. Planen Sie 3–6 Monate Bearbeitungszeit ein. Ein Flächen- oder Ringgrabenkollektor ist dagegen nicht wasserrechtlich erlaubnispflichtig.
Erdsonde, Flächenkollektor oder Ringgrabenkollektor – was ist günstiger?
Der Ringgrabenkollektor ist die günstigste Quelle: oft schon ab 2.000–3.000 € erschlossen, viel Eigenleistung möglich, keine Genehmigung – braucht aber rund 100–200 m² Grundstücksfläche. Die Erdsonde ist mit 9.000–30.000 € am teuersten, dafür platzsparend und auf kleinen Grundstücken oft die einzige Option. Der Flächenkollektor liegt dazwischen, benötigt aber ebenfalls viel unversiegelte Fläche.
Lohnt sich eine Erdwärmepumpe im Altbau trotz höherer Anschaffungskosten?
Sie kann sich lohnen, wenn das Gebäude eine passende Heizlast hat und Platz für einen günstigen Kollektor bietet – dann spielt die hohe JAZ die Mehrkosten über die Jahre ein. Für unsanierte Altbauten mit klassischen Heizkörpern sind Modelle mit hoher Vorlauftemperatur wie Waterkotte (80 °C) oder Stiebel (75 °C) sinnvoll. Auf kleinen Stadtgrundstücken mit teurer Bohrung ist eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe dagegen oft wirtschaftlicher.
Welches Kältemittel ist bei Erdwärmepumpen zukunftssicher – R290, R454C oder R410A?
Am zukunftssichersten ist das natürliche R290 (Propan, GWP 3), das nur Waterkotte einsetzt. R454C (Stiebel) ist mit deutlich niedrigerem GWP als R410A ein guter Kompromiss. R410A (NIBE, iDM, GWP 2088) läuft über die F-Gas-Verordnung aus, was Wartung und Nachfüllung langfristig verteuert. Anders als bei Luft-Wasser-Geräten kostet R410A bei der Erdwärmepumpe aber nicht den Förderbonus, da diesen die Wärmequelle Erdreich absichert.
Nächster Schritt: Welche Erdwärmepumpe passt zu Ihrem Gebäude?
Ob sich die teure Erschließung einer Erdwärmepumpe für Ihr Haus rechnet – und welches der vier Modelle technisch und wirtschaftlich am besten passt – hängt von Heizlast, Grundstück, vorhandenem Heizsystem, Vorlauftemperatur und Ihren individuellen Fördermöglichkeiten ab. Pauschale Empfehlungen ersetzen diese Rechnung nicht. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Einschätzung, ob eine Sole-Wasser-Wärmepumpe die wirtschaftlichste Lösung ist – inklusive Fördermittelberechnung und konkreter Kosten-Nutzen-Analyse für Ihren Fall.
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