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Ratgeber17 Min. Lesezeit

Eisspeicher-Heizung: Kosten 2026 ab 30.000 € im Check

Eisspeicher als Wärmequelle: Funktion, reale Kosten ab 30.000 €, Förderung bis 22.400 € und der Vergleich mit Erdsonde und Kollektor. So planen Sie richtig.

Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Eisspeicher als Wärmequelle an einem Einfamilienhaus

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten: Eisspeicher, Sole-Wasser-Wärmepumpe und Solar-Luftabsorber kosten zusammen 18.000–36.000 €; schlüsselfertig mit Erdarbeiten sind nach unserer Einordnung rund 30.000–50.000 € vor Förderung realistisch.
  • Förderung: Die BEG-Heizungsförderung übernimmt im Regelfall bis zu 70 %, bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 € bis zu 80 % von höchstens 28.000 € förderfähigen Kosten, also maximal 22.400 € Zuschuss. Jeder Euro oberhalb des Deckels bleibt ungefördert.
  • Prinzip: Beim Gefrieren gibt Wasser 93 Wh je Kilogramm Kristallisationswärme ab, so viel wie beim Abkühlen von 80 auf 0 °C. Die rund 10 m³ große Zisterne liefert damit etwa 930 kWh zusätzliche Wärme, laut Viessmann so viel wie 110 Liter Heizöl.
  • Platz und Recht: Statt einer Tiefenbohrung oder rund 40 m² Kollektorfläche je Kilowatt Heizleistung genügen eine Baugrube für die 10-m³-Zisterne und Platz für die Solar-Luftabsorber auf dem Dach oder als Energiezaun im Garten. Das System ist genehmigungsfrei und funktioniert auch dort, wo Bohrungen unzulässig sind.
  • Effizienz: Die eingesetzten Wärmepumpen erreichen einen COP bis 5,0 (B0/W35). Unabhängige Feld-Jahresarbeitszahlen fehlen; realistisch ist eine JAZ zwischen Luft-Wasser-Niveau (3,4) und Erdsonden-Niveau (4,3).
  • Kühlung inklusive: Im Sommer kühlt das Eis das Gebäude passiv bei ausgeschaltetem Verdichter, und die aufgenommene Raumwärme regeneriert zugleich den Speicher.

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Ein Eisspeicher klingt nach einem Widerspruch: Er heizt, indem Wasser gefriert. Genau dieser Phasenwechsel ist der Kern des Systems, denn beim Übergang von Wasser zu Eis wird bei konstant 0 °C so viel Energie frei wie beim Abkühlen desselben Wassers von 80 auf 0 °C. Eine unisolierte Zisterne mit rund 10 m³ Leitungswasser im Garten wird damit zur Wärmequelle für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, ohne Tiefenbohrung und ohne wasserrechtliches Verfahren. Interessant ist das überall dort, wo eine klassische Erdwärmepumpe an Bohrverboten, Wasserschutzauflagen oder schlicht am Platz scheitert.

Der Preis für diese Freiheit ist ein stattliches Budget: 18.000–36.000 € kosten allein die Komponenten, schlüsselfertig sind je nach Grundstück eher 30.000–50.000 € anzusetzen, bevor die BEG-Förderung bis zu 22.400 € übernimmt. Dieser Ratgeber erklärt die Physik hinter der Heizung aus Eis, rechnet Kosten, Förderung und Stromverbrauch durch und vergleicht den Eisspeicher mit Erdsonde, Flächenkollektor und Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Wie die Eisspeicher-Heizung funktioniert

Technisch ist eine Eisspeicher-Heizung eine Sole-Wasser-Wärmepumpenanlage mit einer ungewöhnlichen Quelle: einer im Erdreich vergrabenen, mit normalem Leitungswasser gefüllten Zisterne. Die Wärmepumpe entzieht dem Wasser über einen Wärmetauscher Energie und kühlt es im Lauf des Winters bis auf 0 °C ab. Dann beginnt der eigentliche Trick: Das Wasser gefriert und gibt dabei seine Kristallisationswärme ab, während die Temperatur der Quelle stabil um den Gefrierpunkt bleibt. Solar-Luftabsorber auf dem Dach oder im Garten und das umgebende Erdreich führen laufend Energie nach und tauen den Speicher wieder auf.

Kennzahl Wert im Einfamilienhaus-System
Speichervolumen ca. 10 m³ Leitungswasser je Zisterne
Kristallisationswärme ca. 93 kWh je m³, rund 930 kWh je Speicher
Energieäquivalent 10 m³ durchgefroren entsprechen ca. 110 l Heizöl
Systemleistungen 6,0–17,2 kW (Pakete mit 1–2 Speichern)
Quelltemperatur im Mittel ca. +3 °C, minimal -8 °C
COP der Wärmepumpe bis 5,0 (B0/W35, EN 14511)
Genehmigung keine Bohrung, genehmigungsfrei

Quellen: Viessmann, Produktseite Vitoset Eis-Energiespeicher, Viessmann-Grundlagenbeitrag Eisspeicher und Viessmann-Planungsanleitung Vitofriocal Eisspeichersystem (Nr. 5624552, Stand 5/2018).

93 Wattstunden je Kilogramm: die Physik der Kristallisation

Wasser speichert Wärme auf zwei Arten. Solange es flüssig ist, nimmt es je Kilogramm und Kelvin 1,163 Wh auf oder gibt sie ab, das ist die sensible Wärme. Beim Phasenwechsel kommt die latente Wärme dazu: Während Wasser vollständig gefriert, gibt es laut Viessmann-Planungsanleitung 93 Wh je Kilogramm ab, und zwar bei konstant 0 °C. Das ist exakt so viel Energie, wie beim Abkühlen desselben Kilogramms von 80 auf 0 °C frei wird (80 K mal 1,163 Wh). Der Eisspeicher zapft also ein Energiereservoir an, das ein reiner Wassertank bei niedrigen Temperaturen nicht hätte.

Vorgang Energie je Kilogramm Wasser
Abkühlen von 80 °C auf 0 °C (sensible Wärme) 93 Wh
Vollständiges Gefrieren bei konstant 0 °C (latente Wärme) 93 Wh
Spezifische Wärmekapazität Wasser 1,163 Wh je Kelvin
Spezifische Wärmekapazität Eis 0,58 Wh je Kelvin

Quelle: Viessmann, Planungsanleitung Vitofriocal Eisspeichersystem, S. 4 (Nr. 5624552, Stand 5/2018).

Hochgerechnet liefert ein Kubikmeter Wasser (1.000 kg) beim Durchfrieren rund 93 kWh allein aus dem Phasenwechsel, ein 10-m³-Speicher entsprechend etwa 930 kWh, zusätzlich zur sensiblen Wärme. Viessmann übersetzt das anschaulich: Ein komplett durchgefrorener 10-m³-Speicher gibt die gleiche Energiemenge ab wie die Verbrennung von 110 Litern Heizöl. Herstellerunabhängige Technikmedien bestätigen die Größenordnung: Das VDI-Portal ingenieur.de rechnet mit einer Schmelzenthalpie von 333 kJ je Kilogramm und kommt auf rund 83 kWh je Kubikmeter Speichervolumen, etwas weniger, weil Eis eine geringere Dichte hat als Wasser.

Drei Wege, auf denen Energie nachfließt

Der Speicher wäre nach Wochen leergefroren, würde er nicht laufend regeneriert. Laut Planungsanleitung speisen drei Pfade das System: erstens die Solar-Luftabsorber, die direkte und diffuse Sonnenstrahlung, Umgebungsluft und sogar Niederschlag und Raureif als Energiequelle nutzen; zweitens das Erdreich, das über die Oberfläche des unisolierten Behälters Wärme nachliefert; drittens die Kristallisationsenergie selbst als Reserve für Zeiten ohne äußeren Eintrag. Die niedrige Speichertemperatur ist dabei ein struktureller Vorteil: Weil der Speicher kaum wärmer ist als seine Umgebung, bleiben die Verluste gering, und selbst Umweltwärme auf sehr niedrigem Temperaturniveau kann den Speicher noch regenerieren. Auch das herstellerunabhängige VDI-Portal ingenieur.de hebt hervor, dass ein Eisspeicher anders als klassische Wärmespeicher ohne Wärmedämmung auskommt.

Gewolltes Einfrieren ohne Frostschaden

Dass ein Behälter voll Eis nicht platzt, ist Konstruktionssache. Im Speicher sitzt ein laut Viessmann patentiertes Wärmetauschersystem aus zwei getrennten Kreisen: dem Entzugswärmetauscher des Wärmepumpen-Primärkreises und dem Regenerationswärmetauscher des Absorberkreises. Beide sind so ausgelegt, dass sie vollständig einfrieren können, ohne Schaden zu nehmen. In den Rohrschlangen zirkuliert ein Wasser-Glykol-Gemisch mit 30 Volumenprozent Ethylenglykol, frostsicher bis -19 °C. Eine physikalische Grenze bleibt allerdings: Je dicker die Eisschicht auf den Wärmetauschern wird, desto länger ist der Weg, den die Wärme durch das Eis zurücklegen muss, und desto schlechter wird der Wärmeübergang; Entzugsleistung und COP sinken in dieser Phase. Auslegung und Regelung des Vereisungsgrads entscheiden deshalb über die reale Effizienz.

Systemaufbau: Zisterne im Garten, Absorber auf Dach oder Grundstück

Die Zisterne: kompakteste Form der Erdwärmequelle

Für Einfamilienhäuser bietet Viessmann den Eis-Energiespeicher als standardisiertes Systempaket mit rund 10 m³ Wasserinhalt an: eine Kunststoff-Zisterne, befüllt mit normalem Leitungswasser, kombiniert mit Sole-Wasser-Wärmepumpen von 6,0 bis 17,2 kW Nenn-Wärmeleistung. Eine Bohrung entfällt, das System ist genehmigungsfrei. Die ältere Beton-Ausführung aus der Planungsanleitung zeigt, welche Baustelle Sie erwartet: 2,70 m Außendurchmesser, gut 3,3 m Gesamthöhe, 8.605 kg Gewicht, abgesetzt per Kran in die Baugrube. Tief liegt der Speicher nicht; das Fachportal heizung.de aus der Viessmann-Gruppe nennt eine Einbautiefe von oft nur rund 4 m.

Nach oben skaliert das Prinzip über das Einfamilienhaus hinaus: Ab 13,0 kW gehören zwei Zisternen zum Paket, für Heizlasten zwischen 13 und 20 kW sind nach Herstellerlogik (zwei Zisternen à rund 10 m³) etwa 20 m³ Speichervolumen anzusetzen, und für größere Objekte wie Bürogebäude oder Wohnquartiere legt Viessmann den Eis-Energiespeicher projektspezifisch aus.

Solar-Luftabsorber: unverglaste Kollektoren mit Doppelrolle

Die Solar-Luftabsorber sind unverglaste, offene Absorber. Die Planungsanleitung beschreibt Module aus Polyethylen (Typ SLK, 2,61 m² Bruttofläche je Modul, 38 kg Leergewicht) für die Montage auf Schräg- und Flachdächern; das aktuelle Vitoset-Paket liefert laut Viessmann-Produktseite stattdessen Aluminium-Absorber samt Fundamenten, die als Energiezaun im Garten aufgestellt werden. Beide Varianten nennt auch das VDI-Portal ingenieur.de. Anders als verglaste Kollektoren einer klassischen Solarthermie-Anlage sollen die Absorber keine hohen Temperaturen erzeugen, sondern bei jedem Wetter Energie einsammeln: aus Sonnenstrahlung, Umgebungsluft, Regen und sogar Raureif. Ist ihr Temperaturniveau hoch genug, dienen sie der Wärmepumpe direkt als Quelle; sonst regenerieren sie den Eisspeicher. Wer die Dachfläche lieber für höhere Temperaturen nutzen will, findet im Ratgeber Wärmepumpe mit Solarthermie das verwandte Konzept mit verglasten Kollektoren.

Systempakete und Auslegung: welches Paket Ihr Haus braucht

Die Pakete kombinieren einen oder zwei Speicher mit vier bis 13 Absorbern:

Nenn-Wärmeleistung des Pakets Eisspeicher Solar-Luftabsorber
6,0 kW 1 4
8,0 kW 1 5
10,4 kW 1 8
13,0 kW 2 10
17,2 kW 2 13

Quelle: Viessmann, Planungsanleitung Vitofriocal Eisspeichersystem, S. 6 und 32.

Ausgelegt wird monovalent: Die Wärmepumpe deckt die Heizlast zu 100 %, ein elektrischer Heizwasser-Durchlauferhitzer ist nur als Notheizung vorgesehen. Auslegungspunkt ist B-5/W35, also -5 °C Soletemperatur bei 35 °C Vorlauf; im Durchschnitt liegt die Quelltemperatur laut Planungsanleitung bei etwa +3 °C, minimal bei -8 °C. Das Rechenbeispiel des Herstellers zeigt die Größenordnung: Ein Gebäude mit 3,5 kW Heizlast, 0,5 kW Warmwasser-Zuschlag für zwei Personen und Sperrzeiten-Zuschlag kommt auf 4,2 kW Gesamtheizlast, dafür genügt bereits das kleinste Paket.

Für die erste Einschätzung Ihrer Heizlast reichen Faustwerte:

Gebäudestandard Überschlägige Heizlast
Passivhaus 10 W/m²
Niedrigenergiehaus 40 W/m²
Neubau (EnEV-Niveau) 50 W/m²
Haus vor Baujahr 1995 mit normaler Wärmedämmung 80 W/m²
Altbau ohne Wärmedämmung 120 W/m²

Quelle: Viessmann, Planungsanleitung Vitofriocal Eisspeichersystem, S. 31.

Die Tabelle markiert zugleich die Grenze des Konzepts: Ein ungedämmter Altbau mit 150 m² käme überschlägig auf 18 kW und läge damit über dem größten Paket. Der Eisspeicher ist eine Technik für Neubauten und energetisch sanierte Gebäude mit Flächenheizung und niedrigen Vorlauftemperaturen, nicht für den unsanierten Altbau mit 70 °C im Heizkreis.

Eisspeicher-Kosten 2026: Anschaffung, Förderung, Betrieb

Anschaffungskosten: Komponenten plus Erdarbeiten

Komponente Preisspanne (Einfamilienhaus)
Eisspeicher (Zisterne inkl. Wärmetauscher) 7.000–12.000 €
Sole-Wasser-Wärmepumpe 8.000–18.000 €
Solar-Luftabsorber 3.000–6.000 €
Komponenten gesamt 18.000–36.000 €

Einordnung: marktübliche Komponentenpreise 2026 nach Herstellerangaben und Fachhandelslisten, Stand August 2026; ohne Erdarbeiten, Montage und Inbetriebnahme. Verbindlich ist nur das Angebot eines Fachbetriebs.

Dazu kommen Baugrube, Kraneinsatz, Anbindungsleitungen ins Haus, die hydraulische Einbindung und die Inbetriebnahme. Eine unabhängige Statistik über schlüsselfertige Eisspeicher-Projekte existiert nicht; auf Basis der Komponentenspannen plus Erdarbeiten halten wir als Einordnung rund 30.000–50.000 € vor Förderung für realistisch. Damit liegt das System spürbar über einer vergleichbaren Erdwärmepumpe mit Flächenkollektor und meist auch über einer Erdsondenanlage. Wer Angebote einholt, sollte auf die Abgrenzung achten: Manche Angebote enthalten nur die Komponenten, andere das komplette Gewerk inklusive Tiefbau.

Förderung: bis zu 22.400 € Zuschuss über die BEG

Als Sole-Wasser-Wärmepumpe ist das Eisspeichersystem regulär über die BEG-Heizungsförderung (KfW-Zuschuss 458) förderfähig, einschließlich der Erschließung der Wärmequelle. Seit der Förderrichtlinie vom 21. Juli 2026 gelten diese Bausteine:

Baustein (Stand Juli 2026) Satz Zuschuss bei 28.000 € förderfähigen Kosten
Grundförderung 30 % 8.400 €
Klimageschwindigkeitsbonus (sinkt ab Februar 2027 halbjährlich um 4 Punkte) 16 % 4.480 €
Einkommensbonus (zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000 / 40.000 / 50.000 €) 40 / 30 / 10 % 11.200 / 8.400 / 2.800 €
Höchstförderung (Deckel 70 %, bei Einkommen bis 30.000 € 80 %) 70 / 80 % 19.600 / 22.400 €

Quelle: KfW-Merkblatt 458 (gültig ab 21.07.2026); förderfähige Höchstkosten für die erste Wohneinheit 28.000 €. Lebt mindestens ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt, verschiebt der Familienzuschlag die Einkommensgrenzen um 10.000 € nach oben.

Drei Rechenbeispiele: Ohne Einkommensbonus erhalten Sie 46 %, also 12.880 € Zuschuss; bei 40.000 € Gesamtkosten bleiben 27.120 € Eigenanteil. Mit 30 % Einkommensbonus greift der 70-%-Deckel, der Zuschuss steigt auf 19.600 €, der Eigenanteil sinkt auf 20.400 €. Bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 € gilt der 80-%-Deckel: 22.400 € Zuschuss, 17.600 € Eigenanteil. Der frühere Effizienzbonus von 5 % für Wärmepumpen mit Erdreich oder Wasser als Wärmequelle ist mit der neuen Richtlinie entfallen; ein Eisspeichersystem bekommt damit keinen Aufschlag mehr gegenüber einer Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Die unbequeme Wahrheit steckt im Deckel: Weil die förderfähigen Kosten bei 28.000 € enden, ein Eisspeicher-Projekt aber häufig 30.000–50.000 € kostet, tragen Sie den Aufpreis gegenüber einer günstigeren Wärmepumpenlösung praktisch vollständig selbst. Die Förderung erleichtert den Einstieg, den Systemaufpreis gleicht sie nicht aus.

Betriebskosten: Stromverbrauch mit Wärmepumpentarif

Beim Strom gelten dieselben Konditionen wie für jede Wärmepumpe: Spezielle Wärmepumpentarife kosten im Marktdurchschnitt für Neuverträge rund 24 ct je Kilowattstunde einschließlich der reduzierten Netzentgelte nach § 14a EnWG (Spanne 20–29 ct), plus etwa 140 € Grundpreis im Jahr. Zur Einordnung: Der amtliche Durchschnitt über Bestandsverträge lag laut Bundesnetzagentur zuletzt bei 27,44 ct je Kilowattstunde (Stand 1. April 2025).

Wärmequelle JAZ Strombedarf Stromkosten je Jahr*
Luft-Wasser-Wärmepumpe 3,4 (Feldwert) ca. 5.290 kWh ca. 1.410 €
Eisspeicher-System ca. 4,0 (Einordnung) ca. 4.500 kWh ca. 1.220 €
Erdsonde 4,3 (Feldwert) ca. 4.190 kWh ca. 1.150 €

*Beispielrechnung für 18.000 kWh Jahres-Wärmebedarf bei 24 ct/kWh, inklusive rund 140 € Grundpreis. Quellen: Feld-Jahresarbeitszahlen Fraunhofer ISE (Bestandsgebäude); Tarifdaten Verbraucherzentrale NRW, Marktcheck Februar 2026; Eisspeicher-JAZ: Einordnung der Redaktion.

Die mittlere Zeile ist bewusst als Einordnung markiert: Für Eisspeicher-Systeme im Einfamilienhaus gibt es bislang keine unabhängigen Feldtests. Physikalisch plausibel ist ein Wert zwischen den beiden Nachbarn, weil die Quelle stabiler ist als Außenluft, in der Vereisungsphase aber kälter als eine Erdsonde. Wie sich der Verbrauch im Detail zusammensetzt und welche Stellschrauben ihn senken, zeigt der Ratgeber zum Stromverbrauch der Erdwärmepumpe.

Kühlen im Sommer: das Eis arbeitet doppelt

Am Ende der Heizsaison steht ein Block Eis im Garten, und genau der wird im Sommer zum zweiten Nutzen des Systems. Bei der passiven Kühlung ("natural cooling") bleibt der Verdichter der Wärmepumpe ausgeschaltet; nur die Umwälzpumpen laufen, und die Sole transportiert Raumwärme über den Primärkreis direkt in den Speicher. In Verbindung mit der NC-Box wird der Speicher dabei laut Planungsanleitung höchstens auf 8 °C erwärmt. Der Clou: Die dem Gebäude entzogene Wärme ist keine Abfallenergie, sondern regeneriert den Speicher für den nächsten Winter. Voraussetzung ist eine Flächenheizung, die im Sommer als Kühlfläche arbeitet. Was passive Kühlung leisten kann und wo ihre Grenzen liegen, lesen Sie im Beitrag Kühlen mit der Wärmepumpe.

Wärmequellen im Vergleich: Eisspeicher, Sonde, Kollektor oder Luft?

Die Verbraucherzentrale zählt den Eisspeicher zu den Wärmequellen, die heute noch eher selten genutzt werden, und genau daraus ergibt sich sein Profil: Er tritt dort an, wo die etablierten Quellen nicht dürfen oder nicht passen. Eine Erdsonde braucht als Faustregel etwa 20 m Bohrtiefe je Kilowatt Heizleistung, und Bohrungen sind nicht überall erlaubt, etwa bei instabilen Gesteinsformationen oder im Wasserschutzgebiet. Ein Flächenkollektor benötigt rund 40 m² unversiegelte Gartenfläche je Kilowatt in bis zu 2 m Verlegetiefe. Platzsparende Zwischenformen wie Erdwärmekörbe reduzieren die Fläche, brauchen aber ebenfalls Garten.

Kriterium Eisspeicher Erdsonde Flächenkollektor Luft-Wasser
Platzbedarf Baugrube für ca. 10 m³ plus Absorber auf dem Dach oder als Energiezaun im Garten Bohrplatz, ca. 20 m Tiefe je kW ca. 40 m² Garten je kW, unversiegelt Stellfläche für Außeneinheit
Genehmigung keine erforderlich wasserrechtliches Verfahren, nicht überall zulässig anzeigepflichtig, meist unkritisch keine
Feld-JAZ ca. 3,4–4,3 (Einordnung, keine Feldstudien) 4,3 (Spanne 3,6–5,4)* 4,3 (Spanne 3,6–5,4)* 3,4 (Spanne 2,6–4,9)
Passive Kühlung ja, regeneriert zugleich den Speicher ja eingeschränkt nein, nur aktiv
Investition am höchsten hoch mittel am niedrigsten

*Der Fraunhofer-ISE-Feldtest weist Erdreich-Wärmepumpen gesamt aus, ohne zwischen Sonde und Kollektor zu trennen. Quellen: Platzbedarf und Faustregeln Verbraucherzentrale (Stand März 2026); Genehmigung: wasserrechtliche Praxis der Bundesländer; Jahresarbeitszahlen Fraunhofer ISE, Feldtest Bestandsgebäude; Eisspeicher: Einordnung der Redaktion.

Zur Effizienz nennt der Hersteller für die eingesetzten Wärmepumpen einen COP bis 5,0 im Normpunkt B0/W35 nach EN 14511; das ist ein Prüfstandswert, keine Jahresarbeitszahl. Das VDI-Portal ingenieur.de hält für Eisspeicher-Systeme Jahresarbeitszahlen um fünf für erreichbar, allerdings ausdrücklich nur bei niedrigen Vorlauftemperaturen um 30 °C, wie sie eine Fußbodenheizung ermöglicht. Für das kompakte 10-m³-Standardpaket sind unabhängig gemessene Werte nicht belegt; hier bleibt die nüchterne Einordnung zwischen Luft- und Sondenniveau.

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Für wen sich der Eisspeicher lohnt

Gute Voraussetzungen

  • Bohrung ausgeschlossen: Ihr Grundstück liegt im Wasserschutzgebiet oder über kritischer Geologie. Genau für diese Fälle wurde das Konzept entwickelt.
  • Wenig Gartenfläche: Für einen Flächenkollektor fehlen die rund 40 m² je Kilowatt; die Zisterne braucht nur eine Baugrube.
  • Kühlwunsch: Sie möchten im Sommer passiv kühlen, ohne zusätzliche Split-Klimageräte.
  • Passendes Gebäude: Neubau oder sanierter Bestand mit Flächenheizung und Vorlauftemperaturen um 35 °C.
  • Platz für die Absorber: Für vier bis 13 Absorbermodule ist neben der Photovoltaik noch Dachfläche frei (je 2,61 m² bei den Dachmodulen), oder im Garten steht ein Streifen für den Energiezaun zur Verfügung.

Die ehrlichen Nachteile

  • Höchste Investition: Rund 30.000–50.000 € vor Förderung, und der 28.000-€-Deckel lässt den Aufpreis ungefördert; der frühere 5-%-Effizienzbonus für Erdreich-Wärmequellen ist seit Juli 2026 entfallen.
  • Große Baustelle: Baugrube und Kraneinsatz sind Pflicht; die Beton-Ausführung wiegt 8.605 kg.
  • Dünner Markt: Die Wärmequelle wird laut Verbraucherzentrale bislang eher selten genutzt; erfahrene Planer und vergleichbare Angebote sind schwerer zu finden als bei Standard-Wärmepumpen.
  • Dünne Datenlage: Unabhängige Feldmessungen für das Einfamilienhaus-Paket fehlen; die Effizienzangaben stammen aus Herstellerunterlagen und der Fachliteratur.
  • Physikalische Grenze: Wächst die Eisschicht, sinken Entzugsleistung und COP. Eine knapp ausgelegte Anlage verliert genau dann Effizienz, wenn sie am meisten leisten muss.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie funktioniert eine Eisspeicher-Heizung?

Eine mit Leitungswasser gefüllte Zisterne im Garten dient als Wärmequelle einer Sole-Wasser-Wärmepumpe. Die Wärmepumpe entzieht dem Wasser Wärme, bis es gefriert; beim Phasenwechsel gibt jedes Kilogramm zusätzlich 93 Wh Kristallisationswärme ab, ohne dass die Quelltemperatur unter 0 °C fällt. Solar-Luftabsorber auf dem Dach oder als Energiezaun im Garten und das umgebende Erdreich tauen den Speicher anschließend wieder auf.

Was kostet eine Eisspeicher-Heizung im Einfamilienhaus?

Die Komponenten aus Speicher, Wärmepumpe und Absorbern kosten 18.000–36.000 €. Rechnet man Baugrube, Kran und hydraulische Einbindung dazu, sind nach unserer Einordnung 30.000–50.000 € vor Förderung realistisch. Über die BEG-Heizungsförderung sind davon im Regelfall bis zu 19.600 € und bei niedrigem Einkommen bis zu 22.400 € Zuschuss erreichbar.

Wie groß muss ein Eisspeicher sein?

Die Standardpakete für Einfamilienhäuser arbeiten mit rund 10 m³ Wasserinhalt je Zisterne und decken 6,0–17,2 kW ab, ab 13,0 kW mit zwei Zisternen. Ein durchgefrorener 10-m³-Speicher liefert rund 930 kWh Kristallisationswärme. Größere Objekte wie Bürogebäude oder Wohnquartiere legt der Hersteller projektspezifisch aus.

Braucht ein Eisspeicher eine Genehmigung?

Nein. Anders als bei der Erdsonde entfällt das wasserrechtliche Bohrverfahren, das System ist laut Hersteller genehmigungsfrei. Damit funktioniert es auch dort, wo Bohrungen unzulässig sind, etwa in Wasserschutzgebieten. Für die Baugrube gelten die üblichen Regeln des Tiefbaus.

Friert der Speicher komplett durch, und schadet das?

Das vollständige Durchfrieren ist ausdrücklich Teil des Konzepts. Entzugs- und Regenerationswärmetauscher sind so konstruiert, dass sie komplett einfrieren können, ohne Schaden zu nehmen; die Sole bleibt bis -19 °C flüssig. Nachteilig ist nur eine zu dicke Eisschicht im laufenden Betrieb, weil sie den Wärmeübergang bremst; Regelung und Absorber halten die Vereisung deshalb im Rahmen.

Wie effizient ist ein Eisspeicher im Vergleich zur Erdsonde?

Der Hersteller nennt einen COP bis 5,0 im Prüfpunkt B0/W35. Im Feld erreichen Erdreich-Wärmepumpen eine Jahresarbeitszahl von 4,3 und Luft-Wasser-Geräte 3,4; das Eisspeichersystem ordnet sich mangels unabhängiger Messungen realistisch dazwischen ein. Das VDI-Portal ingenieur.de hält bei niedrigen Vorlauftemperaturen über eine Fußbodenheizung Jahresarbeitszahlen um fünf für erreichbar.

Kann der Eisspeicher das Haus im Sommer kühlen?

Ja, passiv und ohne Verdichter: Die Sole führt Raumwärme über die Flächenheizung in den Speicher ab, der sich dabei höchstens auf 8 °C erwärmt. Die aufgenommene Wärme regeneriert zugleich den Speicher für den Winter. Weil nur Umwälzpumpen laufen, bleibt der Stromverbrauch der Kühlung sehr gering.

Wird die Eisspeicher-Heizung 2026 gefördert?

Ja, als Sole-Wasser-Wärmepumpe über die BEG: 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus (sinkt ab Februar 2027) und je nach Einkommen 10, 30 oder 40 % Einkommensbonus, gedeckelt bei 70 % von maximal 28.000 € förderfähigen Kosten, bei zu versteuerndem Einkommen bis 30.000 € bei 80 %. Das ergibt bis zu 19.600 € bzw. 22.400 € Zuschuss. Der frühere Effizienzbonus für Erdreich-Wärmequellen ist entfallen, Kosten oberhalb des Deckels bleiben ungefördert.

Nächster Schritt: Passt ein Eisspeicher zu Ihrem Grundstück?

Ob der Eisspeicher für Ihr Haus die richtige Wärmequelle ist, entscheiden vier Größen: die Heizlast (passt sie in die Pakete bis 17,2 kW?), die erreichbare Vorlauftemperatur, die Platz- und Rechtslage auf dem Grundstück und der Abstand zwischen Gesamtkosten und Förderdeckel. Diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten, aber sie lassen sich rechnen. Mit der reduco-Gebäudeanalyse ermitteln Sie in wenigen Minuten Heizlast und Sanierungszustand Ihres Gebäudes und sehen, welches Wärmepumpensystem technisch und wirtschaftlich passt, inklusive Förderrechnung und dem direkten Vergleich von Eisspeicher-Budget, Erdsonde, Kollektor und Luft-Wasser-Gerät.

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