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Heizungsbauer-Stundensatz 2026: von 21,98 € Lohn zur Rechnung

Hendrik Stotz

Hendrik Stotz

Zertifizierter Energieeffizienz-Experte

Stand: 14. September 202615 Minuten

Heizungsmonteur arbeitet an einer Wärmepumpen-Installation, im Vordergrund Werkzeug und Montagematerial

Bekannt aus

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Das Wichtigste in Kürze

  • Stundensatz ist nicht Stundenlohn: Der tarifliche Ecklohn im Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk Nordrhein-Westfalen liegt bei 21,98 € je Stunde (gültig ab 1. März 2026). Im Rechnungsbetrag stecken zusätzlich Lohnnebenkosten, Gemeinkosten, Wagnis und Gewinn sowie 19 % Umsatzsteuer.
  • 1.455 von 2.088 bezahlten Stunden: Nach dem Kalkulationsschema der Handwerkskammer bleiben je Monteur und Jahr 1.712 Anwesenheitsstunden, von denen nur 1.455 direkt verrechenbar sind. Diese Lücke ist der Hauptgrund für den Aufschlag.
  • Rechnerisch 89 bis 101 € brutto je Stunde: Das ist eine Modellrechnung aus Tarifvertrag, Kammerschema und Umsatzsteuer, keine Erhebung. Eine amtliche Statistik der SHK-Stundensätze existiert nicht.
  • Anfahrt hat eine Kostenbasis: Fallen beide Reisewege in die regelmäßige Arbeitszeit, sind sie tariflich als Arbeitszeit zu vergüten, eine Auslösung entfällt dann. Liegt die Einsatzstelle weiter als 7 km vom Betriebssitz entfernt, gilt tariflich eine gestaffelte Auslösung von 9,32 € bis 75,00 €.
  • Steuerbonus nur ohne Zuschuss: § 35a Abs. 3 EStG bringt 20 % der Arbeitskosten, höchstens 1.200 € im Jahr. Für öffentlich geförderte Maßnahmen mit steuerfreiem Zuschuss, etwa die KfW-Heizungsförderung, gilt er nicht.

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Der Heizungsbauer-Stundensatz ist der Preis einer abrechenbaren Arbeitsstunde, nicht der Lohn des Monteurs. Beides liegt weit auseinander: Der tarifliche Ecklohn im Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk Nordrhein-Westfalen beträgt 21,98 € je Stunde (gültig ab 1. März 2026), der Rechnungsbetrag je Stunde liegt rechnerisch bei einem Vielfachen davon. Der Grund steckt in drei Posten, die niemand auf der Rechnung sieht: Lohnnebenkosten, Gemeinkosten und die Stunden, die ein Betrieb bezahlt, aber nicht verkaufen kann.

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Dieser Text erklärt ausschließlich die Tiefe hinter dieser einen Zahl. Wie Sie Betriebe finden, drei Angebote sauber gegenüberstellen und den Auftrag abwickeln, steht im Prozessartikel Heizungsbauer finden und Angebote vergleichen. Was das Gesamtprojekt kostet, lesen Sie unter Heizung tauschen: Kosten.

Was kostet ein Heizungsbauer pro Stunde und woher kommt der Stundensatz?

Die ehrliche Antwort beginnt mit einer Lücke. Für Stundenverrechnungssätze im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk gibt es keine amtliche Erhebung. Weder das Statistische Bundesamt noch ein Fachverband veröffentlicht eine Statistik, die sagen würde, was ein Geselle oder ein Meister bundesweit im Mittel kostet. Die Tabellen, die zu dieser Frage im Netz kursieren, stammen überwiegend aus Branchenblogs und von Anbietern von Handwerkersoftware. Sie tragen keine Quellenangabe und werden seit Jahren voneinander übernommen.

Was es dagegen gibt, sind die Eingangsgrößen. Der Tariflohn ist auf den Cent festgeschrieben, weil ihn Fachverband und Gewerkschaft miteinander aushandeln. Das Rechenschema, mit dem ein Betrieb daraus seinen Verrechnungssatz bildet, veröffentlichen die Handwerkskammern in ihren Betriebsberatungen. Und die amtliche Arbeitskostenstatistik liefert eine unabhängige Gegenprobe für die Größenordnung. Aus diesen drei Bausteinen lässt sich ein Stundensatz nachrechnen, statt ihn zu behaupten.

Die folgende Tabelle zeigt diese Rechnung Zeile für Zeile. Sie ist ausdrücklich eine Modellrechnung und keine Erhebung: Jede Eingangsgröße ist belegt, das Ergebnis ist es nicht, weil Gemeinkostenstruktur, Auslastung und Gewinnaufschlag von Betrieb zu Betrieb verschieden sind.

Position je abgerechneter Stunde Betrag Grundlage
Tariflicher Stundenlohn Monteur (Ecklohn, ab 01.03.2026) 21,98 € Lohntarifvertrag SHK Nordrhein-Westfalen, § 3
Lohnnebenkosten (Arbeitgeberanteil rund 25 %, Urlaubs- und Weihnachtsgeld) rund 6 € Kalkulationsschema der Handwerkskammer
Umlage der nicht abrechenbaren Zeit (1.712 Anwesenheits- zu 1.455 verrechenbaren Stunden) rund 12 € Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern
Zwischensumme Lohnkostenverrechnungssatz rund 40 € eigene Modellrechnung
Gemeinkosten (Fahrzeug, Werkzeug, Lager, Büro, Versicherungen, Ausbildung) 31 bis 41 € 76 bis 102 % des Lohnkostensatzes im Kammerbeispiel
Wagnis und Gewinn (5 % im Kammerbeispiel) rund 4 € Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern
Stundenverrechnungssatz netto rund 75 bis 85 € eigene Modellrechnung
zuzüglich 19 % Umsatzsteuer 14 bis 16 € § 12 Abs. 1 UStG
Rechnungsbetrag je Stunde brutto rund 89 bis 101 € eigene Modellrechnung

Quellen: Lohntarifvertrag SHK Nordrhein-Westfalen (gültig ab 01.03.2026), Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern (Kalkulationsschema, Bearbeitungsstand 01.09.2019, nur als Struktur verwendet), § 12 Abs. 1 UStG · eigene Modellrechnung, keine amtliche Erhebung · Stand: September 2026

Eine unabhängige Gegenprobe liefert die amtliche Arbeitskostenstatistik. Im Baugewerbe lagen die Arbeitskosten 2025 bei 39,60 € je geleistete Stunde, im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich insgesamt bei 45,00 €. Diese Zahl enthält nur Bruttoverdienste und Lohnnebenkosten, also weder Werkzeug noch Fahrzeug, Büro oder Gewinn. Sie bezieht sich außerdem auf die geleistete, nicht auf die abrechenbare Stunde. Beide Punkte bedeuten: Die Zwischensumme von rund 40 € in der Tabelle oben ist eher vorsichtig gerechnet als großzügig.

Wie sich der Heizungsbauer-Stundensatz aus Lohn, Gemeinkosten und Gewinn zusammensetzt

Das Kalkulationsschema, das Handwerkskammern in ihrer Betriebsberatung ausgeben, kennt drei Stufen. Wer diese drei Stufen einmal gesehen hat, liest jede Handwerkerrechnung anders.

Die erste Stufe ist der Lohnkostenverrechnungssatz. Er entsteht, indem der Betrieb alle Personalkosten eines Monteurs für ein Jahr zusammenzählt, also Bruttolohn, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, und die Summe durch die Zahl der direkt verrechenbaren Stunden teilt. Im Beispiel der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern beträgt allein der Arbeitgeberanteil 25,0 % des Bruttolohns. Nach dem Tarifstand 2026 in Nordrhein-Westfalen ergibt sich für einen Monteur im Ecklohn ein Jahresbruttolohn von rund 45.900 € (21,98 € mal 261 Zahltage mal 8 Stunden). Mit Sonderleistungen und Arbeitgeberanteil liegen die Jahres-Arbeitskosten bei gut 58.000 €. Geteilt durch 1.455 verrechenbare Stunden sind das rund 40 € je abrechenbarer Stunde.

Die zweite Stufe ist der Gemeinkostenverrechnungssatz. Hier landet alles, was ein Betrieb braucht, um die Arbeitsstunde überhaupt anbieten zu können: Werkstattmiete, Lager, Servicefahrzeuge samt Versicherung und Wartung, Werkzeug und Messgeräte, Softwarelizenzen, Berufshaftpflicht, Buchhaltung, Ausbildungskosten und die Büroarbeitszeit, die kein Kunde bezahlt. Im Kammerbeispiel liegt dieser Satz zwischen 76 und 102 % des Lohnkostensatzes, je nachdem, ob kalkulatorische Kosten wie Unternehmerlohn und Eigenkapitalverzinsung eingerechnet werden.

Die dritte Stufe ist der Zuschlag für Wagnis und Gewinn. Im Schema der Kammer sind dafür 5 % angesetzt. Das Wagnis meint Gewährleistungsfälle, Forderungsausfälle und Nacharbeiten, die kein Kunde bezahlt. Erst nach dieser Stufe steht der Nettostundensatz, und darauf kommt noch die Umsatzsteuer.

Wichtig zur Einordnung: Das Kammerdokument trägt den Bearbeitungsstand 1. September 2019, und seine Beispielbeträge sind aus D-Mark umgerechnet. Verwendbar ist deshalb nur die Struktur, also die Verhältnisse zwischen den Stufen, nicht das Preisniveau von damals.

Warum beträgt der Stundenverrechnungssatz ein Vielfaches des Tariflohns?

Der Posten, der Kundinnen und Kunden am meisten irritiert, ist nicht der Gewinn. Es ist die Zeit, die ein Betrieb bezahlt, aber nicht verkaufen kann. Die Handwerkskammer rechnet das offen vor: Von 365 Kalendertagen bleiben nach Abzug der Wochenenden 261 Zahltage. Davon gehen Urlaub, Krankheit, Feiertage und sonstige Ausfalltage ab. Übrig bleiben 214 Anwesenheitstage.

Rechenschritt Wert
Tage im Jahr 365
abzüglich Samstage und Sonntage 104
= Zahltage 261
abzüglich Urlaubstage 24
abzüglich Krankheitstage 10
abzüglich Feiertage 10
abzüglich sonstige Ausfalltage (Weiterbildung, Sonderurlaub, Dienstreise) 3
= Anwesenheitstage 214
mal tarifliche Arbeitszeit 8,0 Stunden
= Anwesenheitsstunden 1.712
abzüglich nicht direkt verrechenbare Stunden (rund 15 %) 257
= direkt verrechenbare Stunden 1.455

Quelle: Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, Betriebsberatung „Ermittlung des Stundenverrechnungssatzes" · Stand: September 2026

Der Betrieb bezahlt also 2.088 Stunden Arbeitszeit (261 Tage mal 8 Stunden) und kann davon 1.455 in Rechnung stellen. Die restlichen 633 Stunden sind Urlaub, Krankheit, Feiertage, Fahrten ohne Auslösung, Nacharbeiten, Reinigung, Materialbestellung, Schulung und Leerlauf zwischen zwei Aufträgen. Jede dieser Stunden muss über die verkauften Stunden wieder hereinkommen, sonst zahlt der Betrieb sie aus der Substanz.

Genau das ist der Kern der Antwort auf die Frage, warum jemand mit 21,98 € Stundenlohn eine dreistellige Zahl auf der Rechnung erzeugt. Im Kammerbeispiel liegt der fertige Verrechnungssatz beim 3,4- bis 3,9-Fachen des Ecklohns. Dieser Faktor ist keine Marge, sondern eine Umlage. Ein niedrigerer Faktor bedeutet in aller Regel nicht, dass ein Betrieb bescheidener rechnet, sondern dass er entweder besser ausgelastet ist oder Kosten nicht vollständig einkalkuliert.

Was verdient ein Monteur im SHK-Handwerk 2026?

Die Qualifikationsstaffel, die viele Ratgebertabellen frei erfinden, existiert tatsächlich, nur eben im Tarifvertrag und nicht im Verrechnungssatz. Der Lohntarifvertrag für das Installateur- und Heizungsbauer-, Klempner-, Behälter- und Apparatebauer-Handwerk Nordrhein-Westfalen, gültig ab 1. März 2026, staffelt die Lohngruppen nach Berufsjahren und Verantwortung. Die Tarifeinigung vom 11. Februar 2026 brachte den rund 65.000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen 2,95 % mehr Lohn ab März 2026 und weitere 2,55 % ab März 2027.

Lohngruppe Stundenlohn Einordnung
Monteur 1. Berufsjahr 18,60 € Einstieg nach der Gesellenprüfung
Monteur 4. Berufsjahr (Ecklohn, 100 %) 21,98 € Bezugsgröße der gesamten Lohntabelle
Selbstständiger Monteur 24,17 € mindestens fünf Jahre Praxis, montiert eigenständig
Kundendienstmonteur 25,28 € die Gruppe, die zur Störung fährt
Obermonteur 26,39 € acht Jahre Praxis oder Meisterprüfung
Montagehelfer 16,72 bis 17,55 € kurze Einarbeitungszeit
Ecklohn Schleswig-Holstein (Vergleich, ab 01.05.2026) 19,65 € 10,6 % unter Nordrhein-Westfalen

Quellen: Lohntarifvertrag SHK Nordrhein-Westfalen, § 2 und § 3 (gültig ab 01.03.2026); IG Metall Küste, Tarifabschluss SHK-Handwerk Schleswig-Holstein 2026 (Lohnerhöhung ab 01.05.2026) · Stand: September 2026

Zwei Dinge folgen daraus für Ihre Rechnung. Erstens: Wenn ein Kundendienstmonteur zur Störung kommt, arbeitet die zweithöchste Lohngruppe an Ihrer Anlage, nicht die günstigste. Zweitens: Der Abstand zwischen Montagehelfer und Obermonteur beträgt rund 58 % in der Lohnbasis. Wenn ein Betrieb für Hilfsarbeiten wie Demontage, Entsorgung oder Kernbohrungen einen eigenen, niedrigeren Satz ausweist, ist das keine Kulanz, sondern korrekte Kalkulation.

Regionale Spannen beim Heizungsbauer-Stundensatz: Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein

Regionale Unterschiede werden in Ratgebern oft als Süd-Nord- oder West-Ost-Gefälle erzählt, ohne dass jemand Zahlen dazu liefert. Belegbar ist der Vergleich zweier Tarifgebiete: Der Ecklohn im SHK-Handwerk Schleswig-Holstein liegt bei 19,65 € ab 1. Mai 2026 und steigt zum 1. Mai 2027 auf 20,28 €. Gegenüber den 21,98 € in Nordrhein-Westfalen sind das 2,33 € oder 10,6 % weniger allein in der Lohnbasis.

Mehr sagt dieser Vergleich nicht aus. Zwei Tarifgebiete sind keine Deutschlandkarte, und die übrigen Gebiete haben eigene Verträge mit eigenen Laufzeiten. Für die Praxis ist die Größenordnung trotzdem nützlich: Selbst zwischen zwei weit auseinanderliegenden Tarifgebieten macht der Lohn gut ein Zehntel Unterschied. Die viel größeren Abweichungen zwischen zwei Angeboten entstehen also nicht in der Lohnzeile, sondern bei der Auslastung, beim Gemeinkostenblock und vor allem beim angesetzten Stundenumfang.

Das deckt sich mit dem, was Angebotsauswertungen zeigen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luft-Wasser-Wärmepumpen geprüft und Preise zwischen 21.099 € und 54.168 € gefunden, im Mittel rund 36.400 €. Diese Spreizung entsteht nicht durch unterschiedliche Stundensätze. Sie entsteht dadurch, dass die Angebote unterschiedliche Leistungen enthalten.

Was darf ein Heizungsbauer für Anfahrt und Wegezeit berechnen?

Die Anfahrtspauschale gilt vielen als Ärgernis. Sie hat aber eine nachvollziehbare Kostenbasis, die im Tarifvertrag steht. Die Regel im SHK-Handwerk Nordrhein-Westfalen lautet: Fallen beide Reisewege in die regelmäßige tägliche Arbeitszeit, sind sie als Arbeitszeit zu vergüten, und der Anspruch auf Auslösung entfällt. Fällt nur eine Reisezeit in die Arbeitszeit, wird sie wie Arbeitszeit plus Fahrgeld vergütet, zusätzlich gibt es 50 % Aufwandsentschädigung.

Im Klartext: Die Stunde, die der Monteur im Servicefahrzeug sitzt, bezahlt der Betrieb seinem Personal in jedem Fall. Kommt der Termin aus einem entfernteren Ort, kommt tariflich eine gestaffelte Tagesauslösung obendrauf.

Entfernung vom Betriebssitz (Luftlinie) Tarifliche Leistung
bis 7 km nur tatsächliches Fahrgeld, keine Auslösung
7 bis 12 km 9,32 € Tagesauslösung
12 bis 20 km 13,07 €
20 bis 30 km 18,51 €
30 bis 50 km 23,90 €
50 bis 85 km 37,39 €
über 85 km 75,00 €
beide Reisewege in der regelmäßigen Arbeitszeit als Arbeitszeit zu vergüten, Auslösung entfällt
nur ein Reiseweg in der Arbeitszeit wie Arbeitszeit plus Fahrgeld, zusätzlich 50 % Aufwandsentschädigung

Quelle: Lohntarifvertrag SHK Nordrhein-Westfalen, § 5 und § 6 (Reise- und Aufwandsentschädigungen), gültig ab 01.03.2026 · Stand: September 2026

Eine typische Höhe der Anfahrtspauschale in Euro nenne ich hier bewusst nicht, weil es dafür keine belastbare Quelle gibt. Was Sie stattdessen prüfen können, ist die Vereinbarung: Was vor der Beauftragung nicht besprochen wurde, entsteht nicht nachträglich auf dem Rechnungsformular. Ist die Höhe der Vergütung nicht bestimmt, gilt nach § 632 Abs. 2 BGB die übliche Vergütung als vereinbart. Fragen Sie deshalb schon bei der Terminvereinbarung, ob Anfahrt pauschal, nach Kilometern oder als Fahrzeit abgerechnet wird, und ob der Rückweg enthalten ist.

Notdienst und Wochenende: Zuschläge auf den Heizungsbauer-Stundensatz erklärt

Ein Einsatz am Sonntagabend kostet mehr als einer am Dienstagvormittag, und das hat wenig mit Gelegenheit zu tun. Es hat zwei Gründe: Der Betrieb zahlt selbst Zuschläge, und er darf am Sonntag überhaupt nur arbeiten lassen, weil das Gesetz eine Ausnahme vorsieht.

Der erste Grund steht im Steuerrecht. § 3b EStG legt fest, bis zu welcher Höhe Zuschläge für den Beschäftigten steuerfrei bleiben, und markiert damit den üblichen Rahmen: 25 % für Nachtarbeit, 50 % für Sonntagsarbeit und 125 % für gesetzliche Feiertage. Der zweite Grund steht im Arbeitszeitgesetz: § 9 ArbZG verbietet die Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich, § 10 ArbZG lässt Ausnahmen zu, unter anderem für Not- und Rettungsdienste, für Instandhaltung von Betriebseinrichtungen und für Maßnahmen zur Schadensabwehr. Ein Heizungsausfall im Winter fällt in diesen Rahmen, ein geplanter Kesseltausch nicht.

Zuschlagsart Rahmen Grundlage
Nachtarbeit bis 25 % des Grundlohns steuerfrei (40 % zwischen 0 und 4 Uhr bei Aufnahme vor Mitternacht) § 3b Abs. 1 und 3 EStG
Sonntagsarbeit bis 50 % steuerfrei § 3b EStG
Gesetzliche Feiertage bis 125 % steuerfrei § 3b EStG
24.12. ab 14 Uhr, 25. und 26.12., 1. Mai bis 150 % steuerfrei § 3b EStG
Obergrenze des anzusetzenden Grundlohns höchstens 50 € je Stunde § 3b Abs. 2 EStG
Besonders schmutzige Arbeiten (Kanal-, Boiler-, Fetttopfanlagen) 100 % Erschwerniszulage auf den Stundenlohn Lohntarifvertrag SHK NRW, § 4
Heizkesselreinigung, Abbau alter Kessel ab 30 kW, Kriechräume unter 1,50 m 20 % Lohntarifvertrag SHK NRW, § 4
Schweißen verzinkter Rohre und an Säureleitungen 30 % Lohntarifvertrag SHK NRW, § 4

Quellen: § 3b EStG, §§ 9 und 10 ArbZG, Lohntarifvertrag SHK Nordrhein-Westfalen § 4 · Stand: September 2026

Diese Tabelle erklärt die Kostenseite, nicht die Rechnungsobergrenze. Welche Obergrenze Verbraucherschützer für Nacht- und Notdienstzuschläge nennen und welche Positionen auf einer Notdienstrechnung stehen dürfen, steht ausführlich unter Heizung kaputt: reparieren oder tauschen. Für den Alltag hilft die Empfehlung der Verbraucherzentrale: Die beste Lösung ist ein verbindlicher Komplettpreis für alle Arbeiten, der Anfahrtskosten und eventuelle Zuschläge bereits enthält. Ebenfalls hilfreich aus derselben Quelle: Auf Barzahlung kann ein Dienstleister nur bestehen, wenn das vorher vertraglich vereinbart wurde.

Für die Praxis bedeutet das zwei Fragen am Telefon, bevor jemand losfährt: Gilt ein Zuschlag, und wenn ja, auf welche Positionen? Und läuft die Zuschlagszeit ab Ankunft oder ab Abfahrt im Betrieb? Wer eine Gastherme im Blick hat, findet die Vorabprüfungen, die den Einsatz oft ganz ersparen, unter Gastherme: Störung beheben.

Kleinmaterialpauschale und Entsorgung: welche Nebenkosten auf der Rechnung stehen

Neben Stunden und Anfahrt tauchen auf Handwerkerrechnungen regelmäßig drei kleinere Posten auf. Erstens die Kleinmaterial- oder Verbrauchsmaterialpauschale für Dichtungen, Schrauben, Lötmittel, Isolierband und Reinigungsmittel, deren Einzelabrechnung teurer wäre als das Material selbst. Zweitens die Entsorgung von Altgerät, Dämmmaterial und Verpackung. Drittens Erschwerniszuschläge, die der Betrieb seinem Personal tariflich schuldet, etwa 20 % beim Abbau eines alten Kessels ab 30 kW oder beim Arbeiten in Kriechräumen unter 1,50 m lichter Höhe.

Zu typischen Höhen einer Kleinmaterialpauschale gibt es keine belastbare Quelle, deshalb nenne ich hier keine Zahl. Prüfbar ist etwas anderes, nämlich die Form. Eine Rechnung über Arbeiten am Haus muss nach § 14 Abs. 4 UStG Menge und Art der Leistung ausweisen, dazu Zeitpunkt der Leistung, nach Steuersätzen aufgeschlüsseltes Entgelt, Steuersatz und Steuerbetrag. Bei einer Leistung im Zusammenhang mit einem Grundstück an eine Privatperson besteht Rechnungspflicht innerhalb von sechs Monaten nach Ausführung. Als privater Auftraggeber müssen Sie diese Rechnung zwei Jahre aufbewahren (§ 14b Abs. 1 UStG).

Ein Posten „Kleinmaterial" ohne jede Beschreibung erfüllt die Anforderung an Menge und Art der Leistung nur schwach. Bitten Sie in dem Fall um eine kurze Konkretisierung, etwa als Prozentsatz auf das eingesetzte Material oder als benannte Position. Das ist keine Streitfrage, sondern in der Regel eine Formsache, und es hilft Ihnen später beim Steuerbonus, weil dort nur der Lohnanteil zählt.

Stundenlohn oder Pauschalpreis: Was ist beim Heizungstausch die bessere Vereinbarung?

Die Faustregel ist kurz: Für planbare Arbeiten der Festpreis, für unklare Ursachen der Stundenlohn mit Deckel.

Ein Heizungstausch ist planbar. Umfang, Gerät, Hydraulik, Elektroanschluss und Inbetriebnahme lassen sich vorher beschreiben, also lässt sich auch ein Preis dafür zusagen. Eine Störungssuche ist nicht planbar. Niemand weiß vorher, ob es die Umwälzpumpe, ein Sensor oder eine verstopfte Kondensatleitung ist. Hier ist die Abrechnung nach Aufwand fair, sinnvollerweise mit einer vereinbarten Obergrenze, ab der Rücksprache genommen wird.

Rechtlich lohnt der Blick auf den Unterschied zwischen Kostenvoranschlag und Festpreis. Ein Kostenvoranschlag ist eine Schätzung. Zeichnet sich eine wesentliche Überschreitung ab, muss der Unternehmer das nach § 649 Abs. 2 BGB unverzüglich anzeigen, und Sie dürfen den Vertrag dann kündigen. Ein Festpreis dagegen bindet. Für Wartungsarbeiten ist beides üblich: Der Vertrag nennt entweder eine Pauschale je Termin oder einen vereinbarten Stundensatz plus Material. Welche Leistungen dabei tatsächlich enthalten sein sollten, steht unter Wärmepumpen-Wartung: Kosten und Intervalle.

Hilfreich ist auch, die Stundenzahl realistisch einzuschätzen, bevor man über den Satz diskutiert. Ein Wärmepumpentausch im Bestand belegt mehrere Montagetage, wie der Ablauf beim Wärmepumpen-Einbau zeigt. Ein Prozentpunkt weniger beim Stundensatz bewegt in so einem Projekt wenig. Eine Position, die im Angebot fehlt und später nachkommt, bewegt sehr viel.

Welche Positionen müssen im Angebot des Heizungsbauers getrennt ausgewiesen sein?

Drei Trennlinien sollten in jedem Angebot sichtbar sein, und alle drei haben einen praktischen Grund.

Die erste Trennlinie verläuft zwischen Material und Arbeitszeit. Nur der Lohnanteil ist steuerlich begünstigt, und nur wenn er separat ausgewiesen ist, können Sie ihn geltend machen. Die zweite Trennlinie verläuft zwischen den Gewerken. Heizungsbau, Elektroinstallation und gegebenenfalls Maurer- oder Kernbohrarbeiten haben unterschiedliche Sätze und unterschiedliche Verantwortliche. Die dritte Trennlinie verläuft zwischen fest kalkulierten und aufwandsabhängigen Positionen. Wo Stundenlohn gilt, gehören der Satz je Stunde und die geschätzte Stundenzahl ins Angebot, sonst ist die Position keine Kalkulation, sondern ein Blankoscheck.

Wie häufig diese Trennung fehlt, zeigt die bereits genannte Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Elektroinstallationsarbeiten waren in rund 80 % der geprüften Wärmepumpenangebote enthalten, der Umbau des Zählerschranks nur in etwa einem Drittel, und das Zählerkonzept fehlte in rund 90 %. Genau diese Positionen kommen später als Nachtrag, und sie bestehen zu großen Teilen aus Elektro-Arbeitszeit. Was dabei auf Sie zukommen kann, steht unter Zählerschrank erneuern: Kosten.

Die Systematik des Angebotsvergleichs selbst, also welche Pflichtpositionen hineingehören und wie Sie drei Angebote auf eine gemeinsame Grundlage bringen, ist im Prozessartikel Heizungsbauer finden und Angebote vergleichen beschrieben. Für die technische Seite hilft die Checkliste unter Wärmepumpen-Angebote vergleichen.

Steuerbonus auf den Lohnanteil: 20 Prozent und bis zu 1.200 € nach § 35a EStG

Für Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt ermäßigt sich die Einkommensteuer um 20 % der Aufwendungen, höchstens jedoch um 1.200 €. Der Höchstbetrag ist bei 6.000 € berücksichtigungsfähigen Arbeitskosten im Jahr erreicht. Gerade bei kleinen Gewerken schlägt das durch: Wer die Heizungsrohre dämmen lässt, zahlt fast nur Lohn. Drei Bedingungen gelten dabei ohne Ausnahme: Der Abzug gilt nur für Arbeitskosten, Material ist ausgeschlossen. Es muss eine Rechnung vorliegen. Und die Zahlung muss auf das Konto des Leistungserbringers erfolgt sein, Barzahlung schließt die Ermäßigung aus (§ 35a Abs. 5 EStG).

Jetzt kommt der Punkt, den viele Ratgeber auslassen. § 35a Abs. 3 Satz 2 EStG nimmt öffentlich geförderte Maßnahmen aus, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden. Der Zuschuss aus der KfW-Heizungsförderung ist ein solcher steuerfreier Zuschuss. Wer seine neue Heizung fördern lässt, bekommt auf denselben Aufwand nicht zusätzlich 20 % über die Steuererklärung. Für Grenzfälle, etwa bei Rechnungsanteilen oberhalb der förderfähigen Kosten, ist die Rechtslage nicht eindeutig geklärt. Das gehört in die Hand eines Steuerberaters und nicht in eine Faustregel.

Weg Höhe Bedingungen
§ 35a Abs. 3 EStG (Handwerkerleistung) 20 % der Arbeitskosten, höchstens 1.200 € im Jahr nur Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten, Rechnung und Überweisung zwingend
§ 35c EStG (energetische Maßnahme) 7 % / 7 % / 6 % über drei Jahre, höchstens 40.000 € je Objekt Gebäude älter als zehn Jahre, Selbstnutzung, Fachunternehmen, deutschsprachige Rechnung
KfW-Heizungsförderung (Programm 458) 30 % Grundförderung plus Boni, förderfähige Kosten 28.000 € für die erste Wohneinheit, maximal 22.400 € Antrag vor Auftragsbeginn, Vertrag mit aufschiebender Bedingung
Kombination jede Position nur einmal § 35a entfällt bei öffentlich geförderten Maßnahmen mit steuerfreiem Zuschuss, § 35c entfällt bei § 35a, § 10f oder öffentlicher Förderung

Quellen: § 35a EStG, § 35c EStG, KfW-Heizungsförderung (Programm 458, Richtlinienstand 21.07.2026) · Stand: September 2026

Der Steuerbonus lohnt deshalb vor allem dort, wo keine Förderung fließt und der Materialanteil klein ist. Ein hydraulischer Abgleich besteht fast vollständig aus Arbeitszeit, ebenso die Wartung, die Störungssuche oder die Entkalkung eines Warmwasserspeichers. Wer keinen Zuschuss in Anspruch nimmt und energetisch saniert, sollte statt der 1.200 € den deutlich größeren Rahmen der energetischen Sanierung nach § 35c EStG prüfen. Antragsweg, Eintrag in die Steuererklärung und Rechenbeispiele stehen im Detail unter Handwerkerleistungen steuerlich absetzen.

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Wann ein niedriger Heizungsbauer-Stundensatz kein Vorteil ist

Nach allem, was die Kalkulation zeigt, ist der Stundensatz ein schlechter Einzelmaßstab. Drei Gründe sprechen dagegen, Angebote danach zu sortieren.

Erstens entscheidet die Stundenzahl, nicht der Satz. Zwei Betriebe mit 85 € und 95 € liegen bei zwölf angesetzten Stunden 120 € auseinander. Setzt der günstigere Betrieb 18 Stunden an, weil er anders plant, kehrt sich das Ergebnis um. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn Leistungsumfang und Stundenzahl beschrieben sind.

Zweitens hängt vom Satz ab, was der Betrieb sich leisten kann. In den Gemeinkosten stecken Messtechnik, Schulungen für neue Kältemittel, Rückstellungen für Gewährleistung und die Zeit für eine ordentliche Heizlastberechnung. Wer diese Posten nicht einkalkuliert, kann sie im Projekt nicht erbringen.

Drittens steigen die Preise der Gewerke ohnehin, und zwar quer über alle Leistungen. Der Baupreisindex des Statistischen Bundesamts weist für Mai 2026 gegenüber dem Vorjahr 5,0 % bei Heizanlagen und zentralen Wassererwärmungsanlagen aus, 6,4 % bei Elektro-, Sicherheits- und informationstechnischen Anlagen sowie 5,6 % bei Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden. Ein Angebot, das ein halbes Jahr liegen bleibt, wird nicht günstiger.

Sinnvoll ist deshalb die umgekehrte Reihenfolge: Erst klären, welche Maßnahme das Haus wirklich braucht und welcher Umfang daraus folgt, dann Angebote für genau diesen Umfang einholen und den Gesamtpreis vergleichen. Der Stundensatz ist dann nur noch eine Kontrollgröße für Nachträge und Zusatzarbeiten.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Für Ihren Einzelfall wenden Sie sich an Steuerberater bzw. Fachanwalt.

Häufige Fragen zum Stundensatz des Heizungsbauers

Was kostet ein Heizungsbauer pro Stunde?

Eine amtliche Statistik der Stundenverrechnungssätze im SHK-Handwerk existiert nicht, deshalb gibt es keine belastbare Durchschnittszahl. Rechnet man den tariflichen Ecklohn von 21,98 € über das Kalkulationsschema einer Handwerkskammer hoch, ergeben sich rund 75 bis 85 € netto und damit etwa 89 bis 101 € brutto je Stunde. Das ist eine Modellrechnung, keine Erhebung. Im Einzelfall entscheiden Auslastung, Gemeinkostenstruktur und Region.

Wie setzt sich der Stundenverrechnungssatz im Handwerk zusammen?

In drei Stufen. Zuerst der Lohnkostenverrechnungssatz aus Bruttolohn, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Arbeitgeberanteil, geteilt durch die direkt verrechenbaren Stunden. Dann der Gemeinkostenverrechnungssatz für Fahrzeug, Werkzeug, Lager, Büro, Versicherungen und Ausbildung. Zuletzt ein Zuschlag für Wagnis und Gewinn, im Beispiel der Handwerkskammer 5 %. Auf die Summe kommen 19 % Umsatzsteuer.

Warum ist der Stundensatz so viel höher als der Stundenlohn des Monteurs?

Weil ein Betrieb deutlich mehr Stunden bezahlt, als er verkaufen kann. Nach dem Kammerschema stehen 1.712 Anwesenheitsstunden im Jahr nur 1.455 direkt verrechenbaren Stunden gegenüber, bei 2.088 bezahlten Arbeitsstunden. Urlaub, Krankheit, Feiertage, Nacharbeiten, Reinigung und Leerlauf müssen über die verkauften Stunden hereinkommen. Dazu addieren sich Lohnnebenkosten und Gemeinkosten.

Darf ein Heizungsbauer Anfahrt und Wegezeit getrennt berechnen?

Ja, wenn es vorher vereinbart wurde und die Rechnung nachvollziehbar zeigt, was berechnet wird. Der Betrieb selbst muss dem Monteur die Reisezeit tariflich als Arbeitszeit vergüten, wenn beide Wege in die regelmäßige Arbeitszeit fallen, und ab 7 km Entfernung zusätzlich eine gestaffelte Auslösung zahlen. Was vor der Beauftragung nicht besprochen wurde, lässt sich nachträglich nicht über das Rechnungsformular einführen.

Wie hoch dürfen Notdienst- und Wochenendzuschläge bei der Heizung sein?

Eine gesetzliche Obergrenze für die Rechnung gibt es nicht. Einen Anhaltspunkt für den üblichen Rahmen liefert § 3b EStG mit den steuerfreien Höchstsätzen: 25 % für Nachtarbeit, 50 % für Sonntage und 125 % für gesetzliche Feiertage. Die Empfehlung der Verbraucherzentrale lautet, vorab einen verbindlichen Komplettpreis zu vereinbaren, der Anfahrt und Zuschläge einschließt.

Was ist eine Kleinmaterialpauschale und muss ich sie zahlen?

Sie fasst Verbrauchsmaterial wie Dichtungen, Schrauben, Lötmittel und Reinigungsmittel zusammen, deren Einzelabrechnung aufwendiger wäre als der Wert. Zahlbar ist sie, wenn sie vereinbart wurde. Die Rechnung muss nach § 14 Abs. 4 UStG Menge und Art der Leistung ausweisen, ein Posten ohne jede Beschreibung erfüllt das nur schwach. Für den Steuerbonus ist die Pauschale ohnehin Material und damit nicht begünstigt.

Ist ein Festpreis oder eine Abrechnung nach Stunden günstiger?

Das hängt von der Planbarkeit ab. Für beschreibbare Arbeiten wie einen Heizungstausch ist der Festpreis die bessere Vereinbarung, weil das Risiko beim Betrieb liegt. Für eine Störungssuche mit unbekannter Ursache ist die Abrechnung nach Aufwand fair, am besten mit einer vereinbarten Obergrenze für die Rücksprache. Ein Kostenvoranschlag bindet nicht, eine wesentliche Überschreitung muss der Betrieb aber unverzüglich anzeigen.

Kann ich den Stundenlohn des Heizungsbauers von der Steuer absetzen?

Ja, über § 35a Abs. 3 EStG mit 20 % der Arbeitskosten und höchstens 1.200 € im Jahr. Begünstigt sind nur Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten, nicht das Material, weshalb die Rechnung beides getrennt ausweisen muss. Es muss eine Rechnung vorliegen, und der Betrag muss überwiesen sein. Barzahlung schließt die Ermäßigung aus.

Bekomme ich den Steuerbonus nach § 35a auch, wenn ich KfW-Förderung für die Heizung erhalte?

Nein, nicht für denselben Aufwand. § 35a Abs. 3 Satz 2 EStG nimmt öffentlich geförderte Maßnahmen aus, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden, und der Zuschuss der KfW-Heizungsförderung ist ein solcher steuerfreier Zuschuss. Rechnen Sie deshalb vor der Antragstellung beide Wege durch. Bei Grenzfällen fragen Sie Ihren Steuerberater.

Nächster Schritt: erst die Zahlen zu Ihrem Haus, dann der Handwerkertermin

Ein Stundensatz wird erst dann zu einer belastbaren Zahl, wenn klar ist, wie viele Stunden für welche Maßnahme anfallen. Genau das lässt sich vorab klären: Welche Heizleistung Ihr Gebäude braucht, welche Maßnahme sich rechnet und mit welchem Investitionsvolumen Sie kalkulieren, zeigt die Gebäudeanalyse von reduco anhand der Daten Ihrer Adresse. Mit diesem Rahmen im Kopf führen Sie das Gespräch mit dem Fachbetrieb über den Leistungsumfang statt über den Stundensatz, und das ist der Teil des Angebots, in dem die großen Beträge stecken.

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