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Ratgeber13 Min. Lesezeit

Erdwärmekörbe 2026: Kosten ab 10.000 €, Fläche & Abstand

Erdwärmekörbe: Erdwärme ohne Bohrung mit 1,6–2,0 kW je Korb. Wie viele Körbe Sie brauchen, welche Abstände gelten und warum 10.000–15.000 € realistisch sind.

Bagger hebt im Garten die Baugrube für Erdwärmekörbe einer Sole-Wasser-Wärmepumpe aus

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten: Ein komplettes Korbfeld kostet für ein Einfamilienhaus als Wärmequelle rund 10.000–15.000 € (Markteinordnung). Allein das Material für 3 große Körbe samt Verteiler und Zubehör liegt ab Werk bei etwa 6.000 € netto (Herstellerangabe).
  • Entzugsleistung: Ein großer Erdwärmekorb liefert 1,6–2,0 kW, kompaktere Modelle 1,1–1,5 kW. Kleine Körbe im engen 4-m-Raster kommen laut Bundesverband Geothermie im Mittel nur auf etwa 0,5 kW.
  • Anzahl: Ein Einfamilienhaus braucht in der Regel 3–5 Körbe. Im Auslegungsbeispiel des Herstellers BetaTherm decken 4 große Körbe einen Wärmebedarf von 12.000 kWh pro Jahr.
  • Fläche und Abstand: Je Korb sollten Sie 35–40 m² Grundstücksfläche einplanen, der Mittenabstand beträgt 6–7 m. Für 4 Körbe genügen damit etwa 130–160 m².
  • Genehmigung: Erdwärmekörbe kommen ohne Bohrung aus. Statt des Bohranzeige-Verfahrens der Erdsonde genügt meist eine wasserrechtliche Anzeige nach § 49 WHG einen Monat vor Baubeginn; seit Dezember 2025 gelten Kollektoren bis 4 m Tiefe außerhalb von Wasserschutzgebieten bundesrechtlich als unbedenklich. Die Details regelt das Landesrecht.
  • Förderung: Die Sole-Wasser-Wärmepumpe samt Korbfeld fördert der Staat im Standardfall mit 46 %, einkommensabhängig mit bis zu 70 oder 80 % auf maximal 28.000 € förderfähige Kosten, also mit 12.880 € bis maximal 22.400 €. Der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % sinkt ab Februar 2027.

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Erdwärmekörbe sind die vierte Wärmequelle für die Erdwärmepumpe, neben Erdsonde, Flächenkollektor und Ringgrabenkollektor: spiralförmig gewickelte Kunststoffrohre, die in wenigen Metern Tiefe dem Boden Wärme entziehen. Ihr größter Vorteil ist der Platzbedarf. Ein Korbfeld für ein Einfamilienhaus kommt mit 130–160 m² Gartenfläche aus, während ein klassischer Flächenkollektor für dieselbe Entzugsleistung mindestens die doppelte Verlegefläche belegt. Und weil kein Bohrgerät anrückt, bleiben Genehmigungsaufwand und Baustellenlogistik überschaubar.

Dieser Ratgeber zeigt, was ein einzelner Korb leistet, wie viele Körbe Ihr Haus braucht, welche Abstände gelten und mit welchen Kosten Sie 2026 realistisch rechnen sollten.

Erdwärmekörbe im Überblick: die wichtigsten Kennzahlen

Kennwert Typischer Wert
Entzugsleistung je Korb 0,5–2,0 kW (je nach Größe, Boden und Abstand)
Körbe je Einfamilienhaus 3–5 Stück
Wärmeertrag je großem Korb ca. 2.400 kWh pro Jahr (feuchter, lehmiger Boden)
Platzbedarf je Korb 35–40 m², davon 15–25 m² unversiegelt
Mittenabstand der Körbe 6–7 m (kleine Körbe: ca. 4 m)
Einbautiefe Wärmeentzug aus 1–5 m Tiefe, Aushub ca. 3,2–3,9 m
Materialkosten ca. 2.000 € netto je großem Korb inkl. anteiligem Zubehör; Materialpaket mit 3 Körben laut Preisliste 05/2026 ca. 6.500–7.200 € brutto inkl. Fracht
Komplette Wärmequelle (EFH) ca. 10.000–15.000 € brutto (Markteinordnung)
Einbauzeit meist 1 Tag für ein Einfamilienhaus

Quellen: BetaTherm (Datenblatt 04/2023, Handbuch 09/2023, FAQ 06/2024, Paketpreise Stand 05/2026), Bundesverband Geothermie, Energie-Atlas Bayern; Gesamtkosten als Markteinordnung.

Was sind Erdwärmekörbe und wie funktionieren sie?

Ein Erdwärmekorb ist ein konisch gewickeltes Kunststoffrohr, das wie ein umgedrehter Lampenschirm in eine Baugrube gestellt und wieder eingesandet wird. Behördenleitfäden wie der Hamburger Leitfaden Erdwärmenutzung führen ihn als Zwischenform aus Erdwärmekollektor und Erdsonde, häufig unter dem Begriff Spiralsonde. Durch das Rohr zirkuliert Sole, ein Gemisch aus Wasser und Frostschutz. Sie nimmt die im Erdreich gespeicherte Sonnenwärme auf und transportiert sie zur Sole-Wasser-Wärmepumpe, deren Kältekreis das Temperaturniveau auf Heizungsniveau anhebt.

Aufbau: gewickeltes PE-Rohr statt Bohrloch

Marktübliche Körbe sind laut Bundesverband Geothermie 1,5–3 m hoch, messen oben 2–3 m im Durchmesser und enthalten etwa 100–200 m Rohr. Beim deutschen Hersteller BetaTherm stecken im kompakten ECO-Korb 150 m, im großen MAXI-Korb 200 m PE-100-RC-Rohr, das von Stützleisten in Form gehalten wird. Statt eines Bohrgeräts genügt ein gewöhnlicher Bagger: Er hebt die Grube aus, der Korb wird eingesetzt, angeschlossen und wieder überdeckt. Mehrere Körbe verbindet ein erdverlegter Soleverteiler zu einem Korbfeld.

Einbautiefe und Temperaturniveau

Erdwärmekollektoren liegen je nach Bauart 1–4 m unter der Erdoberfläche, Körbe werden bis zu 4,5 m tief eingebaut. Konkret sitzt die Korb-Oberkante beim genannten Hersteller rund 1,2 m unter der Geländeoberkante, die Baugrube ist je nach Modell 3,2–3,9 m tief, und der Wärmeentzug erfolgt gleichmäßig aus 1–5 m Tiefe. Der Vorteil dieser Tiefe: Selbst im Februar herrschen dort laut Hersteller-Handbuch noch rund 5 °C, deutlich mehr als in der frostgefährdeten obersten Bodenschicht. In der warmen Jahreshälfte regeneriert sich das Erdreich über Sonne, Niederschlag und den Wärmestrom aus der Umgebung.

Abgrenzung: Korb, Flächenkollektor, Ringgraben oder Sonde?

Wärmequelle Prinzip Platzbedarf Bohrung nötig?
Erdwärmekörbe Spiralrohre in 1–5 m Tiefe ca. 130–160 m² für 4 Körbe nein
Flächenkollektor horizontale Rohrschlangen knapp unter der Frostgrenze mindestens doppelte Verlegefläche gegenüber Körben (Herstellervergleich) nein
Ringgrabenkollektor Rohrschleifen in einem umlaufenden Graben langer Grabenverlauf, viel Eigenleistung möglich nein
Erdwärmesonde senkrechte Bohrung in große Tiefe wenige m² Stellfläche ja, mit Bohranzeige bzw. Erlaubnis

Quellen: Bundesverband Geothermie; Leitfaden Erdwärmenutzung Hamburg (2021); Herstellerangaben.

Alle vier Varianten versorgen dieselbe Technik im Heizungskeller. Der Unterschied liegt in Platzbedarf, Erdarbeiten und Genehmigung. Auf großen Grundstücken ist der Flächenkollektor oft die günstigste Lösung, der Ringgraben punktet mit Eigenleistung, die Sonde braucht am wenigsten Platz, kostet dafür aber Bohrgeld und Genehmigungsaufwand. Der Korb besetzt die Lücke dazwischen.

Entzugsleistung: Wie viel Wärme liefert ein Erdwärmekorb?

Die Entzugsleistung hängt von der Korbgröße, dem Boden und dem Abstand der Körbe untereinander ab. BetaTherm gewährleistet je MAXI-Korb 1,6–2,0 kW bei 1.800 Volllaststunden pro Jahr, beim kompakteren ECO-Korb sind es 1,1–1,5 kW. Der Bundesverband Geothermie nennt für größere Körbe ebenfalls 1,5–2,0 kW, für kleine Modelle im engen Korbfeld mit 4 m Abstand dagegen im Mittel nur etwa 0,5 kW; größere Körbe brauchen entsprechend mehr Abstand.

Korbtyp Rohrlänge Korbhöhe Entzugsleistung je Korb
Kompaktkorb (z. B. BetaTherm ECO) 150 m 2,0 m 1,1–1,5 kW
Großer Korb (z. B. BetaTherm MAXI) 200 m 2,7 m 1,6–2,0 kW
Marktübliche Spanne 100–200 m 1,5–3 m ca. 0,5–2,0 kW

Quellen: BetaTherm Datenblatt 04/2023 (gewährleistete Werte bei 1.800 Volllaststunden pro Jahr); Bundesverband Geothermie.

Der Boden entscheidet mit

Feuchte, bindige Böden leiten Wärme gut nach. Mit Grundwasseranbindung steigt die Ergiebigkeit deutlich, in trockenen Sedimenten ist sie laut Bundesverband Geothermie stark eingeschränkt. Im Auslegungsbeispiel des Herstellers liefert ein MAXI-Korb in feuchtem, lehmigem Boden rund 2.400 kWh Entzugsarbeit pro Jahr. Vor der Bestellung gehört deshalb eine Einschätzung des Baugrunds in jede Planung. Die fachliche Grundlage für die Auslegung erdgekoppelter Anlagen ist die Richtlinie VDI 4640 Blatt 2; auch die Druckprüfung der fertigen Korbanlage mit 5 bar über 30 Minuten folgt laut Hersteller-Handbuch dieser Richtlinie.

Wie viele Erdwärmekörbe braucht ein Einfamilienhaus?

Der Rechenweg ist einfacher, als er klingt. Vom Jahreswärmebedarf des Hauses (Heizung plus Warmwasser) steuert die Wärmepumpe einen Teil als Strom bei, der Rest muss als Entzugsarbeit aus dem Boden kommen. Die Beispielrechnung des Herstellers: Ein Haus mit 12.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr und einer Jahresarbeitszahl von 5 braucht 9.600 kWh aus dem Erdreich. Bei rund 2.400 kWh je großem Korb sind das 4 MAXI-Körbe an einem 4-fach-Verteiler mit insgesamt etwa 470 l Solevolumen.

Zur Einordnung: Die Jahresarbeitszahl 5 des Beispiels ist ein Bestwert für Neubauten mit Flächenheizung. Im Feldtest des Fraunhofer ISE erreichten Erdreich-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden im Schnitt eine JAZ von 4,3 (Spanne 3,6–5,4). Damit steigt die nötige Entzugsarbeit im Beispiel auf rund 9.200 kWh, an der Korbanzahl ändert das in der Praxis meist nichts.

Anzahl große Körbe (MAXI) Jahreswärmebedarf bis Beispielhaus (Neubau KfW 40)
3 9.000 kWh bis 165 m² Wohnfläche ohne Keller
4 12.000 kWh bis 150 m² mit Keller oder 210 m² ohne Keller
5 15.000 kWh bis 175 m² mit Keller oder 260 m² ohne Keller

Quelle: BetaTherm FAQ 06/2024, Neubau-Staffel nach GEG-Jahreswärmebedarf.

Und im Bestand?

Auch der Bundesverband Geothermie hält fest: Für ein Einfamilienhaus sind in der Regel mehrere Körbe erforderlich. Im Bestand liegt der Wärmebedarf meist über den Neubauwerten der Tabelle, entsprechend wächst das Korbfeld. Ab einem gewissen Bedarf wird die Fläche knapp und eine Sonde wirtschaftlicher. Basis jeder seriösen Auslegung ist die Heizlast, nicht die Wohnfläche; wie Sie diese ermitteln, zeigt unser Ratgeber zum richtigen Dimensionieren der Wärmepumpe.

Fläche und Abstand: So viel Platz brauchen Erdwärmekörbe

Als Faustregel des Herstellers gilt: 35–40 m² Grundstücksfläche je Korb einplanen, davon müssen 15–25 m² unversiegelt bleiben. Für das typische Feld aus 4 Körben ergeben sich 130–160 m² Baufläche. Der Mittenabstand beträgt 6 m beim ECO- und 7 m beim MAXI-Korb; für kleine Körbe rechnet der Bundesverband Geothermie mit einem 4-m-Raster. Nach Herstellerangaben benötigt ein Korbfeld bis zu 60 % weniger Platz als ein Flächenkollektor gleicher Leistung.

Abstand Richtwert
Korbmitte zu Korbmitte 6 m (ECO) bzw. 7 m (MAXI), kleine Körbe ca. 4 m
Zu Gebäude und Straße 2 m ab Korbkante
Zum unbebauten Nachbargrundstück 1 m (zum Nachbargebäude 2 m)
Zu Fundamenten, Verkehrsflächen, Pools, Wasser- und Abwasserleitungen 1,5–2 m
Leitungsweg vom Korb zum Verteiler maximal 25 m

Quellen: BetaTherm Datenblatt 04/2023 und FAQ 06/2024; Bundesverband Geothermie. Ein gesetzlicher Mindestabstand zum Nachbargrundstück ist meist nicht definiert und je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.

Was auf der Fläche erlaubt bleibt

Das Korbfeld darf nicht überbaut und nicht versiegelt werden: Garage, Carport, Pool, Keller oder Straße scheiden darüber aus. Beete, Sträucher und Hecken sind dagegen möglich, nur Bäume gehören nicht in den Bereich der Kronentraufe über die Körbe. Nach 1 m Erdüberdeckung ist die Fläche laut Hersteller-Handbuch mit Achslasten bis 10 t befahrbar, eine unbefestigte Zufahrt bleibt also nutzbar. Der Garten bleibt Garten.

Kosten 2026: Was kostet ein Erdwärmekorb-Feld?

Material und Einbau

Der Hersteller BetaTherm beziffert 3 MAXI-Körbe inklusive Verteiler und gesamtem Zubehör mit rund 6.000 € netto ab Werk, zuzüglich Fracht und Mehrwertsteuer. Rechnerisch entspricht das etwa 2.000 € netto je großem Korb samt anteiligem Zubehör. Die aktuelle Paketpreisliste für den Selbsteinbau (Stand 05/2026) bestätigt die Größenordnung: Das Materialpaket mit 3 MAXI-Körben kostet je nach Postleitzahlgebiet rund 6.500–7.200 €, mit 4 Körben 8.000–8.800 € und mit 5 Körben 9.500–10.500 €, jeweils inklusive Fracht und Mehrwertsteuer. Jeder weitere große Korb schlägt im Paket also mit rund 1.500 € brutto zu Buche. Für die Einbaubegleitung durch das Montageteam über 1–2 Tage fallen etwa 1.600 € inklusive Mehrwertsteuer an, zuzüglich Fahrtkosten. Den Bagger mit rund 14 t und Fahrer beauftragen Sie bauseits; für ein Einfamilienhaus ist das Feld meist innerhalb eines Tages anschlussfertig. Geeignet sind die Bodenklassen 1–4 nach VOB/DIN 18300, nach Herstellererfahrung rund 90 % aller Baugruben. In Fels lassen sich Körbe nicht setzen.

Gesamtkosten realistisch einordnen

Der Energie-Atlas Bayern nennt als groben amtlichen Faustwert für die Erschließung einer Erdwärmequelle 700–1.000 € pro kW Heizleistung, ohne die Wärmepumpe selbst. Bei einer Heizlast von 8–10 kW sind das 5.600–10.000 € plus Nebenkosten. Zusammen mit den Materialpreisen und der Montagebegleitung ergibt sich als Markteinordnung für ein typisches Einfamilienhaus mit 4–5 großen Körben eine komplette Wärmequelle für rund 10.000–15.000 € brutto.

Kostenbaustein Betrag Einordnung
Material: 3 MAXI-Körbe inkl. Verteiler und Zubehör ca. 6.000 € netto Herstellerangabe (FAQ), zzgl. Fracht und MwSt.
Materialpaket 3 / 4 / 5 MAXI-Körbe (Selbsteinbau) ca. 6.500–7.200 € / 8.000–8.800 € / 9.500–10.500 € brutto Hersteller-Preisliste Stand 05/2026, inkl. Fracht und MwSt., je nach PLZ-Gebiet
Material je weiterem großen Korb ca. 1.500 € brutto Differenz der Paketpreise
Montagebegleitung (1–2 Tage) ca. 1.600 € inkl. MwSt. Herstellerangabe, zzgl. Fahrtkosten
Erdarbeiten (Bagger ca. 14 t mit Fahrer, bauseits) je nach Region und Aushub üblich: 1 Einbautag beim Einfamilienhaus
Faustwert komplette Wärmequelle 700–1.000 € je kW Heizleistung Energie-Atlas Bayern, ohne Wärmepumpe
Komplette Wärmequelle EFH (4–5 Körbe) ca. 10.000–15.000 € brutto Markteinordnung reduco

Quellen: BetaTherm FAQ 06/2024 und Paketpreise Stand 05/2026; Energie-Atlas Bayern; Gesamtsumme als eigene Markteinordnung.

Den Kostenvorteil gegenüber Tiefensonden beziffert der Hersteller auf 20–40 % bei gleicher Effizienz, zudem seien Korbanlagen häufiger genehmigungsfähig als Tiefenbohrungen. Was eine Sondenanlage kostet, rechnet unser Ratgeber zu Erdwärmebohrung, Kosten und Förderung vor. In beiden Fällen kommt die Wärmepumpe selbst hinzu, inklusive hydraulischer Einbindung und Inbetriebnahme.

Betriebskosten: Warum sich der Aufwand rechnet

Der Lohn der Erdarbeiten ist die Effizienz. Im Feldtest des Fraunhofer ISE erreichten Erdreich-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 4,3, Luft-Wasser-Geräte kamen auf 3,4. Für das Beispielhaus mit 12.000 kWh Wärmebedarf heißt das: rund 2.800 kWh Strom pro Jahr. Wärmepumpenstrom kostete Anfang 2026 im Marktdurchschnitt neuer Verträge rund 24 ct/kWh inklusive der Netzentgelt-Reduktion nach § 14a EnWG (Spanne 20–29 ct), dazu kommen etwa 140 € Grundpreis im Jahr. Macht rund 670 € Arbeitspreis und insgesamt gut 800 € Stromkosten pro Jahr. Eine detaillierte Rechnung mit Vergleichswerten finden Sie im Beitrag zum Stromverbrauch der Erdwärmepumpe.

Genehmigung: keine Bohrung, aber Wasserrecht beachten

Der wichtigste Unterschied zur Erdsonde: Für Körbe wird nicht gebohrt, sondern gebaggert. Damit entfällt das Bohranzeige-Regime der Sonden. In Bayern etwa verlangt eine Sondenbohrung mindestens eine Bohranzeige nach § 49 WHG in Verbindung mit Art. 30 BayWG und bei Grundwasserkontakt eine wasserrechtliche Erlaubnis.

Genehmigungsfrei sind Erdwärmekörbe deshalb aber nicht. Das Bundesrecht verlangt in § 49 Abs. 1 WHG, Erdarbeiten, die sich auf das Grundwasser auswirken können, der zuständigen Behörde einen Monat vor Beginn anzuzeigen. Neu seit dem 23. Dezember 2025: Mit dem Geothermie-Beschleunigungsgesetz hat der Bund in § 49 Abs. 1 WHG die Vermutung eingefügt, dass Erdwärmekollektoren bis 4 m Tiefe außerhalb von Wasserschutzgebieten die Grundwasserbeschaffenheit nicht beeinträchtigen, sofern die Anlage die technischen Anforderungen des § 35 Abs. 2 AwSV erfüllt (endloses Rohr, Leckageüberwachung mit Pumpenabschaltung, Sole auf Glykolbasis der Wassergefährdungsklasse 1 oder nicht wassergefährdend). Dann bleibt es bei der Anzeige, eine wasserrechtliche Erlaubnis ist nicht nötig. Erdwärmekörbe der beschriebenen Bauart liegen mit 3,2–3,9 m Aushubtiefe innerhalb dieser Grenze; ob die Behörde sie als Kollektor einstuft, klären Sie am besten im Vorgespräch, denn Leitfäden führen sie als Zwischenform von Kollektor und Sonde. Bayern fordert die Anzeige jeder Erdwärmeanlage bei der Unteren Wasserbehörde, das schließt Kollektoren und Körbe ein. Hamburg behandelt Erdwärmekollektoren grundsätzlich als erlaubnispflichtige Grundwasserbenutzung nach § 8 WHG, macht aber eine Ausnahme, wenn die Anlage mehr als einen Meter über dem höchsten gemessenen Grundwasserstand liegt; Anträge sind mindestens 4 Wochen vor Baubeginn zu stellen. Da Körbe je nach Modell bis in rund 4 m Tiefe reichen, manche bis 4,5 m, sollten Sie den örtlichen Grundwasserstand früh klären.

Ebene Regelung für Erdwärmekörbe
Bund (§ 49 WHG) Anzeige von Erdaufschlüssen 1 Monat vor Baubeginn, wenn sie sich auf das Grundwasser auswirken können; seit 23.12.2025 gelten Kollektoren bis 4 m Tiefe außerhalb von Wasserschutzgebieten als unbedenklich, wenn sie § 35 Abs. 2 AwSV erfüllen (keine Erlaubnis nötig)
Bayern Anzeigepflicht jeder Erdwärmeanlage bei der Unteren Wasserbehörde (Kreisverwaltungsbehörde bzw. Umweltamt)
Hamburg grundsätzlich Erlaubnispflicht nach § 8 WHG, Ausnahme bei mehr als 1 m Abstand zum höchsten gemessenen Grundwasserstand, Antrag mindestens 4 Wochen vor Baubeginn
Zum Vergleich: Erdwärmesonde Bohranzeige (Bayern: § 49 WHG i. V. m. Art. 30 BayWG), bei Grundwasserkontakt wasserrechtliche Erlaubnis

Quellen: § 49 WHG (gesetze-im-internet.de, Fassung nach dem Geothermie-Beschleunigungsgesetz vom 22.12.2025, BGBl. 2025 I Nr. 348); Energie-Atlas Bayern; Leitfaden Erdwärmenutzung Hamburg (BUKEA, 2021); Leitfaden Erdwärmesonden in Bayern (StMWi, 2021).

Wasserschutzgebiete: früh nachfragen

Das Landesamt für Umwelt in Bayern zählt Wasserschutzgebiete und Gewässer zu den Regionen, in denen der Bau von Erdwärmekollektoren voraussichtlich nicht möglich ist; in Wasserschutzgebieten sind Kollektoranlagen dort in der Regel untersagt. Auch die bundesrechtliche Unbedenklichkeitsvermutung für flache Kollektoren gilt ausdrücklich nur außerhalb von Wasserschutzgebieten. Der Hersteller BetaTherm berichtet, dass in der äußeren Schutzzone 3 Genehmigungen meist erteilt werden, teilweise mit Auflagen. Verbindlich klärt das nur die Untere Wasserbehörde Ihres Landkreises, idealerweise vor der Planung.

Förderung: Bis zu 80 % Zuschuss für die Erdwärmepumpe

Die Heizungsförderung der BEG bezuschusst die Sole-Wasser-Wärmepumpe einschließlich der Erschließung der Wärmequelle, das Korbfeld zählt also zu den förderfähigen Kosten. Für Selbstnutzer setzt sich der Zuschuss zusammen aus 30 % Grundförderung, dem Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % (Stand seit 21. Juli 2026, er sinkt ab Februar 2027) und gegebenenfalls dem gestaffelten Einkommensbonus: 40 % bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 €, 10 % bis 50.000 €. Gedeckelt ist der Satz bei 70 %, für Haushalte bis 30.000 € zu versteuerndem Einkommen bei 80 %; die förderfähigen Kosten liegen beim Einfamilienhaus bei maximal 28.000 €.

Posten Betrag
Gesamtkosten Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 4 Erdwärmekörben (Beispiel) 34.000 €
Förderfähige Kosten (Deckel Einfamilienhaus) 28.000 €
Grundförderung 30 % 8.400 €
Klimageschwindigkeitsbonus 16 % 4.480 €
Zuschuss gesamt (46 %) 12.880 €
Verbleibender Eigenanteil 21.120 €

Quelle: eigene Beispielrechnung auf Basis der BEG-Konditionen, Stand Juli 2026.

Mit Einkommensbonus steigt der Zuschuss auf bis zu 70 %, im Beispiel also auf 19.600 € und einen Eigenanteil von 14.400 €; Haushalte bis 30.000 € zu versteuerndem Einkommen erreichen den 80-%-Deckel, also 22.400 € Zuschuss und 11.600 € Eigenanteil. Wer ein Korbfeld plant, sollte den Zeitplan im Blick behalten: Ab Februar 2027 schmilzt der Klimageschwindigkeitsbonus schrittweise ab (12 % ab 1. Februar 2027, 8 % ab 1. August 2027), jedes Zögern kostet dann bares Geld.

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Für wen lohnen sich Erdwärmekörbe?

Gut geeignet sind Körbe, wenn drei Dinge zusammenkommen

Erstens: Das Grundstück ist zu klein für einen Flächenkollektor, bietet aber 130–160 m² unbebaute Fläche mit Zufahrt für einen 14-t-Bagger. Zweitens: Eine Bohrung ist nicht möglich oder nicht gewollt, sei es wegen der Kosten, der Genehmigungslage oder des Untergrunds. Drittens: Der Wärmebedarf ist moderat, also Neubau oder energetisch guter Bestand bis etwa 15.000 kWh pro Jahr, was 5 großen Körben entspricht. Passt dazu noch ein feuchter, bindiger Boden, spielt das Korbfeld seine Stärken voll aus.

Wo Erdwärmekörbe an Grenzen stoßen

In trockenen, sandigen Böden ist die Ergiebigkeit laut Bundesverband Geothermie stark eingeschränkt, in Fels lassen sich die Gruben gar nicht erst ausheben. Bei unsanierten Altbauten mit hohem Wärmebedarf wächst das Korbfeld schnell über das praktikable Maß hinaus; dann ist die Sonde trotz Bohrkosten oft die bessere Wahl. Kritisch wird es auch bei knapper Auslegung: Entzieht das Feld dem Boden mehr Wärme, als sich über den Sommer regeneriert, sinken die Soletemperaturen von Jahr zu Jahr, um die Wicklungen bildet sich Eis und die Jahresarbeitszahl fällt. Deshalb gehört die Dimensionierung in die Hand eines Fachplaners, der nach VDI 4640 rechnet und lieber einen Korb mehr setzt. Ist weder Boden noch Fläche geeignet, kann ein Eisspeicher als Wärmequelle einspringen.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viele Erdwärmekörbe braucht ein Einfamilienhaus?

In der Regel 3–5 große Körbe. Im Herstellerbeispiel decken 4 MAXI-Körbe einen Jahreswärmebedarf von 12.000 kWh bei einer Jahresarbeitszahl von 5. Für Neubauten gilt als Staffel: 3 Körbe bis 9.000 kWh, 4 bis 12.000 kWh, 5 bis 15.000 kWh Jahreswärmebedarf. Im Bestand entscheidet die tatsächliche Heizlast, die ein Fachplaner ermitteln sollte.

Was kostet ein einzelner Erdwärmekorb?

Rechnerisch etwa 2.000 € netto Material je großem Korb inklusive anteiligem Zubehör; 3 MAXI-Körbe mit Verteiler kosten laut Hersteller rund 6.000 € netto ab Werk, als Selbsteinbau-Paket laut Preisliste 05/2026 rund 6.500–7.200 € inklusive Fracht und Mehrwertsteuer. Jeder weitere große Korb kostet im Paket rund 1.500 € brutto. Dazu kommen etwa 1.600 € Montagebegleitung sowie die bauseitigen Baggerarbeiten. Für die komplette Wärmequelle eines Einfamilienhauses sind rund 10.000–15.000 € brutto eine realistische Markteinordnung.

Welcher Abstand muss zwischen Erdwärmekörben liegen?

Der Mittenabstand beträgt 6 m bei kompakten und 7 m bei großen Körben, für kleine Modelle rechnet der Bundesverband Geothermie mit einem 4-m-Raster. Zu Gebäuden und Straßen gelten 2 m ab Korbkante, zum unbebauten Nachbargrundstück 1 m, zu Fundamenten, Pools und Versorgungsleitungen 1,5–2 m. Der Leitungsweg zum Verteiler sollte 25 m nicht überschreiten.

Wie tief werden Erdwärmekörbe eingebaut?

Die Korb-Oberkante liegt typischerweise rund 1,2 m unter der Geländeoberkante, die Baugrube ist je nach Korbhöhe etwa 3,2–3,9 m tief. Der Wärmeentzug erfolgt gleichmäßig aus 1–5 m Tiefe, der Bundesverband Geothermie nennt Einbautiefen bis 4,5 m. In dieser Tiefe herrschen selbst im Februar noch rund 5 °C.

Braucht man für Erdwärmekörbe eine Genehmigung?

Eine Bohranzeige wie bei der Sonde ist nicht nötig, weil nicht gebohrt wird. Wasserrechtlich gilt aber § 49 WHG: Erdarbeiten mit möglicher Wirkung auf das Grundwasser sind einen Monat vorher anzuzeigen. Seit dem 23. Dezember 2025 gelten Erdwärmekollektoren bis 4 m Tiefe außerhalb von Wasserschutzgebieten bundesrechtlich als unbedenklich, wenn sie die technischen Anforderungen des § 35 Abs. 2 AwSV erfüllen; dann genügt die Anzeige. Bayern verlangt die Anzeige jeder Erdwärmeanlage bei der Unteren Wasserbehörde, Hamburg arbeitet mit einer Erlaubnispflicht samt Ausnahme oberhalb des Grundwassers. Fragen Sie früh bei Ihrer Unteren Wasserbehörde an, in Wasserschutzgebieten ist der Bau oft nicht möglich.

Darf man die Fläche über den Körben nutzen?

Als Garten ja: Beete, Sträucher und Hecken sind unproblematisch, nur Bäume dürfen nicht über den Körben stehen. Überbauen oder versiegeln ist tabu, also keine Garage, kein Carport, kein Pool und keine Straße. Mit 1 m Erdüberdeckung trägt die Fläche laut Hersteller Achslasten bis 10 t und bleibt damit befahrbar.

Frieren Erdwärmekörbe im Winter ein?

Bei korrekter Auslegung nicht in schädlichem Maß, denn in 1–5 m Tiefe herrschen auch im Februar noch rund 5 °C. Problematisch wird es nur, wenn das Feld zu klein dimensioniert ist: Dann kühlt der Boden schneller aus, als er sich im Sommer regeneriert, es bildet sich zunehmend Eis um die Rohre und die Effizienz sinkt. Die Auslegung nach VDI 4640 Blatt 2 mit realistischer Heizlast verhindert genau das.

Sind Erdwärmekörbe besser als eine Erdwärmesonde?

Sie sind vor allem günstiger und einfacher zu genehmigen: Der Hersteller nennt 20–40 % Kostenersparnis gegenüber Tiefensonden bei gleicher Effizienz, und statt des Bohranzeige-Verfahrens genügt meist die wasserrechtliche Anzeige. Die Sonde punktet dafür mit minimalem Platzbedarf und konstanten Temperaturen aus großer Tiefe, auch bei hohem Wärmebedarf. Die Wahl hängt von Grundstück, Untergrund und Budget ab.

Nächster Schritt: Passt ein Korbfeld auf Ihr Grundstück?

Ob Erdwärmekörbe für Ihr Haus die richtige Wärmequelle sind, entscheiden drei Faktoren, die sich nur individuell klären lassen: die verfügbare unversiegelte Fläche, der Boden und die tatsächliche Heizlast. Mit der Gebäudeanalyse von reduco ermitteln Sie in wenigen Minuten den Wärmebedarf Ihres Hauses auf Basis realer Gebäudedaten und sehen, welche Wärmepumpen-Lösung technisch und wirtschaftlich passt, inklusive Förderrechnung und Kosten-Nutzen-Vergleich der Wärmequellen. So gehen Sie mit belastbaren Zahlen ins Gespräch mit Fachplaner und Wasserbehörde.

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