Luft-Luft oder Luft-Wasser-Wärmepumpe? Vergleich JAZ 3,5
Luft-Luft oder Luft-Wasser-Wärmepumpe? Die eine kann kein Warmwasser, die andere schon. Wer Heizkörper hat, nimmt fast immer Luft-Wasser – inkl. Förderung 2026.

Das Wichtigste in Kürze
- Der entscheidende Unterschied: Eine Luft-Luft-Wärmepumpe (technisch ein reversibles Split-Klimagerät) heizt nur die Raumluft und kann kein Warmwasser bereiten. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe überträgt die Wärme auf Heizungswasser und deckt damit Heizung und Warmwasser über einen Speicher ab (Verbraucherzentrale).
- Faustregel: Wer Heizkörper oder eine Fußbodenheizung und einen Warmwasserbedarf hat – also nahezu jeder Bestandsbau –, nimmt Luft-Wasser. Luft-Luft lohnt sich nur in sehr gut gedämmten Häusern oder Neubauten ohne wasserführendes Heizsystem.
- Effizienz (Feldwerte Fraunhofer ISE): Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen im Bestand eine Jahresarbeitszahl von 2,5–3,5, erdgekoppelte Systeme 3,5–4,5. Für eine förderfähige Luft-Luft-Anlage gilt eine JAZ ≥ 3,5.
- GEG: Beide Bauformen sind elektrische Wärmepumpen und erfüllen als pauschale Erfüllungsoption nach § 71c GEG die 65-%-Pflicht – aber nur als alleinige Hauptheizung.
- Förderung (KfW 458, Stand ab 21.07.2026): Beide sind grundsätzlich förderfähig, Luft-Luft aber nur mit BAFA-Listung und JAZ ≥ 3,5. Einkommensabhängiger Höchstsatz bis 80 % von 28.000 EUR förderfähigen Kosten = bis 22.400 EUR Zuschuss.
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Wenn Sie vor der Wahl zwischen Luft-Luft und Luft-Wasser stehen, lässt sich die Entscheidung meist in einem Satz beantworten: Sobald Ihr Haus wasserführende Heizkörper oder eine Fußbodenheizung besitzt und Sie warmes Wasser aus der Leitung brauchen, ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die richtige Wahl – sie ist der Standardfall für praktisch jeden Bestandsbau. Der Grund liegt in der Physik: Eine Luft-Luft-Wärmepumpe überträgt die aus der Außenluft gewonnene Wärme direkt an die Raumluft und kennt kein Wassersystem – sie kann deshalb kein Warmwasser bereiten (Verbraucherzentrale).
Die Luft-Luft-Variante ist damit keine schlechtere Wärmepumpe, sondern eine andere Geräteklasse für einen anderen Zweck. Sie spielt ihre Stärken im gut gedämmten Neubau ohne Heizungsrohre aus und bietet als reversibles Gerät im Sommer echte aktive Kühlung. Dieser Ratgeber grenzt die beiden Systeme sauber voneinander ab, klärt die oft missverstandene Förderfrage und zeigt, für welches Haus welche Bauform passt.
Luft-Luft oder Luft-Wasser: der Direktvergleich
Die folgende Tabelle stellt die beiden Bauformen entlang der Kriterien gegenüber, die bei der Kaufentscheidung wirklich zählen. Warmwasser und die vorhandene Wärmeverteilung sind dabei die K.-o.-Kriterien.
| Kriterium | Luft-Luft-Wärmepumpe | Luft-Wasser-Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Wärmeübertragung | direkt an die Raumluft (Innengeräte) | an Heizungswasser (Heizkörper/Fußbodenheizung) |
| Warmwasser | nein – separate Bereitung nötig | ja, über Brauchwasser-/Kombispeicher |
| Vorhandene Heizkörper/FBH | nicht nutzbar (kein Wasserkreis) | direkt nutzbar |
| Aktive Kühlung im Sommer | ja, serienmäßig | nur mit reversiblen Modellen, meist begrenzt |
| Typischer Einsatz | Neubau/gut gedämmt, ohne Wasserheizung | Bestand/Altbau mit vorhandener Heizung |
| Anschaffung | meist deutlich günstiger (Split-Gerät) | höher, dafür Komplettheizung inkl. Warmwasser |
| Förderfähigkeit | nur bei BAFA-Listung + JAZ ≥ 3,5 | breit förderfähig |
| GEG-65-%-Erfüllung | ja, als alleinige Hauptheizung | ja, als alleinige Hauptheizung |
Die Kernaussage: Die Luft-Luft-Anlage wirkt in der reinen Anschaffung günstiger, verliert diesen Vorteil aber schnell, sobald Warmwasser und eine wasserführende Verteilung im Spiel sind – denn dann müssen Sie beides separat lösen. Wie sich die beiden Systeme technisch unterscheiden, klärt der nächste Abschnitt.
Wie die beiden Systeme funktionieren
Beide Bauformen nutzen dasselbe physikalische Prinzip: Ein Kältemittelkreislauf entzieht der Außenluft Wärme und hebt sie mit elektrischem Strom auf ein nutzbares Temperaturniveau. Der Unterschied liegt darin, wohin diese Wärme geht.
Luft-Luft: Wärme direkt in die Raumluft
Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist technisch identisch mit einem reversiblen Split-Klimagerät. Ein Außengerät gewinnt die Wärme, ein oder mehrere Innengeräte (Wandkassetten) blasen die erwärmte Luft direkt in den Raum. Es gibt kein Heizungswasser, keine Heizkörper und keinen Warmwasserspeicher. Genau deshalb kann eine Luft-Luft-Anlage laut Verbraucherzentrale keine Warmwasserbereitung übernehmen – wer Warmwasser braucht, muss es separat erzeugen, etwa über einen Durchlauferhitzer oder eine kleine Brauchwasserwärmepumpe.
Der große Pluspunkt: Da das Gerät reversibel arbeitet, kühlt es im Sommer denselben Raum aktiv – eine echte Klimaanlage im besten Sinne. Für ein gut gedämmtes Haus ohne bestehende Zentralheizung kann das die schlankste Lösung sein.
Luft-Wasser: Wärme ins Heizsystem und in den Speicher
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe überträgt die gewonnene Wärme auf das Heizungswasser. Damit versorgt sie vorhandene Heizkörper oder eine Fußbodenheizung und lädt über einen integrierten oder separaten Speicher auch das Warmwasser (Verbraucherzentrale). Sie ersetzt eine alte Gas- oder Ölheizung eins zu eins, ohne dass die Wärmeverteilung im Haus umgebaut werden muss. In der Anschaffung ist sie vergleichsweise günstig, weil – anders als bei der Erdwärme – keine Bohrungen oder Erdarbeiten nötig sind; das macht sie besonders für den Bestand attraktiv (Verbraucherzentrale).
Rund 80 % aller in Deutschland installierten Wärmepumpen sind Luft-Wasser-Systeme – nicht zufällig, sondern weil sie genau den typischen Bestandsbau abdecken.
Die Warmwasser-Frage entscheidet fast alles
Kein anderer Punkt trennt die beiden Systeme so klar wie das Warmwasser. Eine Luft-Luft-Anlage erwärmt ausschließlich die Raumluft. Duschen, Baden und die Küche verlangen aber warmes Wasser – und das muss bei Luft-Luft komplett separat erzeugt werden. In der Praxis heißt das: elektrische Durchlauferhitzer oder eine zusätzliche Warmwasser-Wärmepumpe, jeweils mit eigenen Anschaffungs- und Betriebskosten.
Rechnen Sie diesen Posten immer mit ein, wenn Sie die vermeintlich günstige Luft-Luft-Anlage kalkulieren. Ein elektrischer Durchlauferhitzer ist in der Anschaffung billig, im Betrieb bei reiner Widerstandsheizung aber teuer – er erreicht keine Arbeitszahl über 1, während die Wärmepumpe für die Raumheizung ein Vielfaches davon liefert. Bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe ist Warmwasser dagegen bereits im System enthalten: Ein Speicher wird von derselben Wärmepumpe effizient mitgeladen. Für einen Haushalt, der täglich duscht, ist das der praktisch wichtigste Grund, zu Luft-Wasser zu greifen.
Effizienz: Warum sich JAZ und SCOP nicht direkt vergleichen lassen
Auf dem Datenblatt wirken Luft-Luft-Geräte oft effizienter – Split-Klimageräte weisen SCOP-Werte von 4 bis 5 aus. Dieser Vergleich führt jedoch in die Irre, und zwar aus einem methodischen Grund: Ein Luft-Luft-Gerät muss die Wärme nur auf rund 20 °C Raumluft-Temperatur bringen, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe dagegen auf 35–55 °C Heizwasser (plus 55–60 °C fürs Warmwasser). Je niedriger die Zieltemperatur, desto höher die Arbeitszahl. Der hohe SCOP der Luft-Luft-Anlage erkauft sich diesen Wert also mit einem Verzicht: Er liefert nur Raumwärme, kein 45-°C-Heizwasser und kein Warmwasser.
Ein belastbarer Realitätscheck kommt aus den Feldstudien des Fraunhofer ISE (Projektreihe „WPsmart im Bestand"): Im tatsächlich bewohnten Bestandsgebäude erreichen Luft-Wasser-Wärmepumpen Jahresarbeitszahlen von 2,5–3,5, erdgekoppelte Sole-Wasser-Systeme 3,5–4,5. Für Luft-Luft-Anlagen liegt kein vergleichbarer Feld-JAZ vor – die Datenblatt-SCOP sind daher nicht eins zu eins auf die Praxis übertragbar.
| Kennwert | Luft-Luft (Datenblatt-SCOP) | Luft-Wasser (Feld-JAZ) | Sole-Wasser (Feld-JAZ) |
|---|---|---|---|
| Typischer Wert | 4–5 | 2,5–3,5 | 3,5–4,5 |
| Zieltemperatur | ~20 °C Raumluft | 35–55 °C Heizwasser | 35–55 °C Heizwasser |
| Warmwasser inklusive | nein | ja | ja |
| Quelle | Herstellerangabe | Fraunhofer ISE | Fraunhofer ISE |
Wichtig für die Förderung: Damit eine Luft-Luft-Wärmepumpe als effizient gilt und förderfähig ist, sollte ihre JAZ mindestens 3,5 betragen. Wer die Kennzahlen im Detail verstehen will, findet die Systematik im Ratgeber zu COP, JAZ und Wirkungsgrad.
Kosten: Anschaffung und laufender Betrieb
Bei den reinen Anschaffungskosten liegt die Luft-Luft-Anlage vorn – ein Split-Gerät ist in der Regel deutlich günstiger als eine komplette Luft-Wasser-Heizung. Dieser Vorsprung schmilzt aber, sobald Sie die Zusatzkosten für die separate Warmwasserbereitung und – bei mehreren Räumen – für zusätzliche Innengeräte einrechnen. Konkrete Preisspannen für beide Systeme finden Sie in den Schwesterartikeln zu den Luft-Luft-Kosten und zur Wärmepumpen-Förderung und -Kosten; dieser Ratgeber konzentriert sich auf die Entscheidungslogik.
Belastbar belegt ist der Wartungsaufwand: Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe fallen laut Verbraucherzentrale rund 150–300 EUR pro Jahr an laufenden Wartungskosten an.
| Kostenposten | Luft-Luft | Luft-Wasser |
|---|---|---|
| Anschaffung Grundgerät | niedriger | höher |
| Warmwasserbereitung | separat einzurechnen | im System enthalten |
| Zusatz-Innengeräte pro Raum | ja, je Raum | entfällt (zentrale Verteilung) |
| Wartung pro Jahr | gerätespezifisch | 150–300 EUR |
Ein realistischer Betriebskosten-Nachteil der Luft-Luft-Anlage entsteht bei tiefen Außentemperaturen: Wie jede Luft-Wärmepumpe verliert sie im Frost an Effizienz, und die separate elektrische Warmwasserbereitung schlägt zusätzlich zu Buche. Für den Dauerbetrieb als alleinige Heizung im unsanierten Altbau ist sie deshalb selten die wirtschaftlichste Wahl.
Auch bei der Wärmeverteilung lohnt der genaue Blick: Eine Luft-Luft-Anlage erwärmt nur die Räume, in denen ein Innengerät hängt. Wer ein ganzes Einfamilienhaus versorgen will, braucht mehrere Innengeräte – jedes mit eigenem Anschaffungs- und Montageaufwand –, während Flure, Bäder und Nebenräume ohne Gerät kühl bleiben. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe verteilt die Wärme dagegen zentral über das vorhandene Rohrnetz an alle Heizflächen im Haus. Für ein gleichmäßig beheiztes Gebäude mit mehreren Zimmern ist das ein spürbarer Komfort- und Kostenvorteil, der in der ersten Preisrechnung leicht übersehen wird. Wie sich die Bauform grundsätzlich von der Erdwärme abgrenzt, zeigt der Vergleich Luftwärmepumpe gegen Erdwärmepumpe.
Förderung: Der oft missverstandene Punkt
Hier liegt das Alleinstellungsmerkmal dieses Vergleichs, denn die Förderfrage wird bei Luft-Luft häufig falsch beantwortet. Die gute Nachricht: Auch eine Luft-Luft-Wärmepumpe ist förderfähig. Die Bedingungen sind aber strenger als bei Luft-Wasser.
Eine Luft-Luft-Anlage wird nur gefördert, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind: Sie wird überwiegend zum Heizen (als Hauptheizung) genutzt, und das konkrete Gerät steht auf der BAFA-Liste förderfähiger Wärmepumpen. Diese Listung sichert einen Mindestwirkungsgrad und den Prüfnachweis; die Anforderungen stehen in Punkt 3 der Technischen Mindestanforderungen (TMA) zur BEG EM, inklusive der geforderten JAZ ≥ 3,5. Reine Klimageräte, die primär kühlen, sind dagegen nicht förderfähig. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist demgegenüber breit und unkompliziert förderfähig.
Ein wichtiger Unterschied bei den Boni: Den früheren Effizienzbonus gab es nur für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel (z. B. R290/Propan) oder mit Erd-/Wasser-/Abwasserquelle. Mit der neuen BEG-Förderrichtlinie ist dieser Bonus ohnehin zum 21. Juli 2026 ersatzlos entfallen – für Luft-Luft war er praktisch nie erreichbar.
Die Fördersätze im Detail (KfW 458, Stand ab 21.07.2026)
Über das KfW-Programm 458 („Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude") gelten seit dem 21. Juli 2026 folgende Sätze:
- Grundförderung: 30 % der förderfähigen Kosten für alle Antragsteller (KfW 458).
- Klimageschwindigkeitsbonus: 16 % zusätzlich beim Austausch einer alten fossilen Heizung – für selbstnutzende Eigentümer. Er sinkt erstmals zum 01.02.2027 und danach halbjährlich (jeweils 01.02. und 01.08.) um 4 Prozentpunkte, wie im Ratgeber Klimageschwindigkeitsbonus 2027 beschrieben.
- Einkommensbonus: bis 40 % bei niedrigem zu versteuerndem Haushaltseinkommen (gestaffelt: 40 % bis 30.000 EUR, 30 % bis 40.000 EUR, 10 % bis 50.000 EUR pro Jahr).
- Förderfähige Höchstkosten: 28.000 EUR für die erste Wohneinheit.
- Höchstfördersatz: bis zu 80 % für Geringverdiener, sonst maximal 70 %.
Die Details der Reform vom Sommer 2026 finden Sie im Überblick zu den Änderungen ab 21. Juli 2026.
Rechenbeispiel: Standardfall ohne Einkommensbonus
Familie Berg ersetzt ihre 21 Jahre alte Gasheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Haushaltseinkommen 55.000 EUR/Jahr (kein Einkommensbonus), Antrag zwischen 22.07.2026 und 31.01.2027:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Förderfähige Kosten (max.) | 28.000 EUR |
| Grundförderung (30 %) | 8.400 EUR |
| Klimageschwindigkeitsbonus (16 %) | 4.480 EUR |
| Fördersumme (46 %) | 12.880 EUR |
Läge das zu versteuernde Haushaltseinkommen bei maximal 40.000 EUR, käme der Einkommensbonus hinzu. Die Summe würde dann auf den Höchstfördersatz von 80 % gedeckelt – das entspricht 22.400 EUR Zuschuss (80 % × 28.000 EUR). Bei einer Luft-Luft-Anlage gelten dieselben Prozentsätze, sofern das gelistete Gerät als Hauptheizung eingebaut wird.
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Für welches Haus welche Bauform?
Die Entscheidung folgt am Ende drei einfachen Fragen: Gibt es wasserführende Heizkörper oder eine Fußbodenheizung? Brauchen Sie Warmwasser aus der Anlage? Ist das Haus sehr gut gedämmt?
| Haussituation | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Bestand/Altbau mit Heizkörpern oder FBH | Luft-Wasser | nutzt die vorhandene Verteilung, liefert Warmwasser |
| Einfamilienhaus im Sanierungsfall | Luft-Wasser | ersetzt Gas/Öl eins zu eins, breit förderfähig |
| Sehr gut gedämmter Neubau ohne Wasserheizung | Luft-Luft oder Abluft-WP | kein Heizsystem vorhanden, geringe Heizlast |
| Ergänzung/Einzelraum, primär Kühlung | Luft-Luft (ohne Förderung) | Nischenlösung, GEG-neutral |
Als Faustregel: Für sehr gut gedämmte Neubauten mit mechanischer Lüftung ist auch die Abluftwärmepumpe (eine Variante der Luft-Wasser-WP) besonders wirtschaftlich, während Luft-Luft vor allem in gut gedämmten Gebäuden ohne Wasserheizsystem punktet (Verbraucherzentrale). Für den typischen reduco-Fall – ein bestehendes Einfamilienhaus mit Heizkörpern und Warmwasserbedarf – führt der Weg fast immer zur Luft-Wasser-Wärmepumpe. Ob Ihr konkretes Gebäude geeignet ist und welche Heizlast anzusetzen ist, lässt sich vorab gebäudegenau ermitteln.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen einer Luft-Luft- und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe überträgt die aus der Außenluft gewonnene Wärme direkt an die Raumluft über Innengeräte – sie hat kein Wassersystem. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe überträgt die Wärme dagegen auf Heizungswasser und versorgt damit Heizkörper oder eine Fußbodenheizung sowie einen Warmwasserspeicher. Der praktische Kernunterschied: Luft-Luft heizt nur die Raumluft, Luft-Wasser liefert zusätzlich Warmwasser.
Kann eine Luft-Luft-Wärmepumpe Warmwasser bereiten?
Nein. Laut Verbraucherzentrale können Luft-Luft-Wärmepumpen keine Warmwasserbereitung übernehmen, weil sie kein wasserführendes System besitzen. Das Warmwasser muss separat erzeugt werden, etwa über einen elektrischen Durchlauferhitzer oder eine zusätzliche Brauchwasserwärmepumpe. Diesen Zusatzposten sollten Sie in jeder Kostenrechnung berücksichtigen.
Ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe förderfähig (BAFA/BEG)?
Ja, aber unter zwei Bedingungen: Das Gerät muss überwiegend zum Heizen als Hauptheizung genutzt werden und auf der BAFA-Liste förderfähiger Wärmepumpen stehen. Die Anforderungen ergeben sich aus Punkt 3 der Technischen Mindestanforderungen zur BEG EM, inklusive einer JAZ von mindestens 3,5. Reine Klimageräte, die primär kühlen, sind nicht förderfähig.
Welche Wärmepumpe ist effizienter – Luft-Luft oder Luft-Wasser?
Der Vergleich ist methodisch heikel. Luft-Luft-Geräte zeigen hohe Datenblatt-SCOP von 4 bis 5, weil sie die Wärme nur auf rund 20 °C Raumluft bringen. Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen 35–55 °C Heizwasser plus Warmwasser erzeugen und erreichen im Bestand laut Fraunhofer ISE Jahresarbeitszahlen von 2,5–3,5. Der höhere SCOP der Luft-Luft-Anlage ist also nicht direkt vergleichbar, weil sie eine kleinere Leistung erbringt.
Ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe dasselbe wie eine Klimaanlage bzw. ein Split-Klimagerät?
Technisch ja: Eine reversible Split-Klimaanlage ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Sie kann im Winter heizen und im Sommer aktiv kühlen. Der Unterschied ist eher eine Frage der Nutzung und Zertifizierung – als geförderte Hauptheizung muss das Gerät BAFA-gelistet sein und eine JAZ ≥ 3,5 erreichen, ein reines Kühlgerät ist es nicht.
Erfüllt eine Luft-Luft-Wärmepumpe die 65-Prozent-Regel des GEG?
Ja. Das Gebäudeenergiegesetz verlangt, dass neue Heizungen mindestens 65 % der Wärme aus erneuerbaren Energien erzeugen. Eine elektrisch angetriebene Wärmepumpe gilt nach § 71c GEG als pauschale Erfüllungsoption ohne Einzelnachweis – das gilt auch für die Luft-Luft-Variante, sofern sie als alleinige Hauptheizung eingesetzt wird. Als bloße Ergänzung neben einer fossilen Heizung erfüllt sie das GEG nicht selbst.
Für welche Häuser lohnt sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe – Neubau oder Altbau?
Luft-Luft eignet sich vor allem für sehr gut gedämmte Gebäude und Neubauten ohne wasserführendes Heizsystem und ohne hohen Warmwasserbedarf aus der Anlage. Im Altbau mit vorhandenen Heizkörpern oder Fußbodenheizung ist dagegen die Luft-Wasser-Wärmepumpe die passende Wahl, weil sie die bestehende Verteilung nutzt und Warmwasser mitliefert.
Was kostet eine Luft-Luft-Wärmepumpe im Vergleich zur Luft-Wasser-Wärmepumpe?
In der reinen Anschaffung ist die Luft-Luft-Anlage als Split-Gerät meist deutlich günstiger. Rechnet man jedoch die separate Warmwasserbereitung, zusätzliche Innengeräte je Raum und den Effizienznachteil bei tiefen Temperaturen hinzu, relativiert sich der Preisvorteil. Konkrete Preisspannen finden Sie in den verlinkten Kostenartikeln; belegt ist die Wartung der Luft-Wasser-WP mit 150–300 EUR pro Jahr.
Braucht eine Luft-Luft-Wärmepumpe Heizkörper oder eine Fußbodenheizung?
Nein – das ist gerade der Unterschied. Die Luft-Luft-Wärmepumpe gibt die Wärme über Innengeräte direkt an die Raumluft ab und benötigt weder Heizkörper noch eine Fußbodenheizung. Umgekehrt kann sie eine vorhandene wasserführende Heizung auch nicht nutzen. Wer bereits Heizkörper oder eine Fußbodenheizung hat, fährt mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe besser.
Nächster Schritt: Prüfen, welche Wärmepumpe zu Ihrem Haus passt
Ob Luft-Luft oder Luft-Wasser die richtige Wahl ist, hängt an drei konkreten Größen Ihres Gebäudes: der Dämmung, der vorhandenen Wärmeverteilung und der benötigten Heizlast. Die Gebäudeanalyse von reduco ermittelt genau diese Werte für Ihr Haus, ordnet den Warmwasserbedarf ein und zeigt, welche Bauform technisch und wirtschaftlich passt – als solide Grundlage, bevor Sie Angebote von Fachbetrieben einholen. So treffen Sie die Entscheidung nicht nach Bauchgefühl, sondern auf Basis Ihrer tatsächlichen Gebäudedaten.
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