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Spreizung der Wärmepumpe 2026: optimale Delta-T-Werte 5–10 K

Die Spreizung verrät den Volumenstrom Ihrer Wärmepumpe: 5 bis 10 K sind normal. So rechnen Sie nach, erkennen zu wenig Durchfluss und stellen richtig ein.

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Hendrik Stotz

Hendrik Stotz

31. August 2026

Hendrik ist zertifizierter Energieeffizienz-Experte und bringt durch seinen Bachelor of Engineering und Master of Science tiefe Expertise in den Bereichen Sanierung und Gebäudeenergiesysteme mit sich. Seit fast 7 Jahren beschäftigt er sich angefangen bei Bosch Building Technologies mit Gebäudetechnik und verfolgt mit Reduco die Mission, so viele Eigentümer, Berater und Installateure wie möglich bei der Planung von wirtschaftlich sinnvollen Sanierungen zu unterstützen.

Vor- und Rücklaufleitungen einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Technikraum eines Wohnhauses

Das Wichtigste in Kürze

  • Zielkorridor: 5 bis 10 Kelvin Differenz zwischen Vorlauf und Rücklauf. Flächenheizungen liegen am unteren Rand (5 K), Heizkörper im Bestand am oberen (10 K).
  • Die Formel: Volumenstrom in l/h = Heizleistung in kW × 860 ÷ Spreizung in K. Damit prüfen Sie in zwei Minuten, ob Ihre Anlage genug Wasser umwälzt.
  • Kein Einstellwert: Die Spreizung lässt sich nicht direkt einstellen. Sie ist das Ergebnis aus Heizleistung und Volumenstrom, also eine Anzeige und keine Stellschraube.
  • Harte Grenze: Verbindlich ist der Mindestvolumenstrom im Datenblatt Ihres Geräts, nicht die Faustformel. Er liegt je nach Modell zwischen 400 und 1.075 l/h. Fehlt der Durchfluss, startet der Verdichter gar nicht erst.
  • Die Reparatur: Ein hydraulischer Abgleich kostet im Einfamilienhaus 750 bis 1.200 € und senkt die Heizkosten um bis zu 15 %, bei einer Wärmepumpe rund 270 € pro Jahr.

Wer an seiner Wärmepumpe die Vorlauf- und die Rücklauftemperatur abliest und voneinander abzieht, hat in einer Sekunde die aussagekräftigste Diagnosezahl der ganzen Anlage. Normal sind 5 bis 10 Kelvin. Steht dort dauerhaft 15 K, wälzt die Heizung zu wenig Wasser um. Steht dort 2 K, läuft die Pumpe unnötig stark.

Der eigentliche Wert dieser Zahl liegt darin, dass sie den Volumenstrom verrät, ohne dass Sie ein Messgerät kaufen müssen. Und der Volumenstrom entscheidet, welche Vorlauftemperatur Ihre Heizflächen brauchen, wie oft der Verdichter taktet und wie hoch am Jahresende die Stromrechnung ausfällt.

Spreizung ist Vorlauf minus Rücklauf

Die Spreizung ist die Temperaturdifferenz zwischen dem Wasser, das die Wärmepumpe zu den Heizflächen schickt, und dem Wasser, das von dort zurückkommt. Vaillant formuliert es in der eigenen Wissensdatenbank so: Die Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf wird auch als Spreizung bezeichnet und technisch korrekt in Kelvin (K) angegeben. Für die Praxis ist das gleichbedeutend mit Grad Celsius: 10 K Differenz sind 10 °C Unterschied.

Der entscheidende Denkfehler, der in fast jedem Forenbeitrag zum Thema steckt: Die Spreizung ist keine Größe, die Sie am Regler eintippen. Der Verdichter gibt die Wärmeleistung vor, die Umwälzpumpe den Volumenstrom. Die Spreizung ist das rechnerische Ergebnis aus beidem. Wer sie verändern will, verändert in Wahrheit den Volumenstrom, die Heizfläche oder die Leistungsabgabe.

Genau deshalb taugt sie als Diagnoseinstrument. Sie ist ein Symptom, und Symptome zeigen auf Ursachen.

Soll-Werte: welche Spreizung zu welchem System passt

System oder Betriebsfall Vorlauf/Rücklauf Spreizung
Fußboden- und Flächenheizung, Auslegungsfall 35/30 °C 5 K
Norm-Prüfpunkt A7/W35 nach EN 14511 35/30 °C 5 K
Luft-Wasser-Wärmepumpe im Auslegungsfall A-7/W35 gerätespezifisch 5 bis 7 K
Heizkörper im teilsanierten Bestand 55/45 °C 10 K
Bestand nach Tausch gegen größere Heizkörper 47/40 °C 7 K
Klassische Kesselheizung (kein WP-Zielwert) 70/50 °C 10 bis 20 K
Auffällig nach unten: Pumpe läuft zu stark beliebig unter 3 K
Auffällig nach oben: Volumenstrom zu gering beliebig über 10 K

Quellen: Vaillant (Vorlauf-/Rücklauftemperatur), Stiebel Eltron Planungsunterlagen WPL classic und WPL A, Prüfpunkt A7/W35 nach EN 14511.

Eine Sache muss hier klar gesagt werden, weil sie fast überall falsch dargestellt wird: Es gibt keine Norm, die eine Soll-Spreizung vorschreibt. Was existiert, sind Auslegungswerte einzelner Geräte. Und die widersprechen sich sogar innerhalb desselben Herstellers. Stiebel Eltron legt die WPL-classic-Serie im Punkt A-7/W35 mit 5 K aus, die größere WPL-A-Serie im selben Punkt mit 7 K. Beide Werte stehen in offiziellen Planungsunterlagen, beide sind richtig.

Der Auslegungswert steht im Datenblatt Ihres Geräts, nicht in einer Faustformel. Die 5 bis 10 K sind ein Plausibilitätsrahmen, kein Zielwert.

Die Formel: 860 ist die einzige Zahl, die Sie brauchen

Physikalisch steckt dahinter die Grundgleichung der Wärmeübertragung, Q = ṁ × c_p × Δt. Setzt man die Dichte und die spezifische Wärmekapazität von Wasser ein und rechnet auf Stunden um, bleibt eine Zahl übrig: 860.

Volumenstrom [l/h] = Heizleistung [kW] × 860 ÷ Spreizung [K]

Umgestellt: Spreizung [K] = Heizleistung [kW] × 860 ÷ Volumenstrom [l/h]

Heizleistung 3 K 5 K 7 K 10 K 15 K
4 kW 1.147 l/h 688 l/h 491 l/h 344 l/h 229 l/h
6 kW 1.720 l/h 1.032 l/h 737 l/h 516 l/h 344 l/h
8 kW 2.293 l/h 1.376 l/h 983 l/h 688 l/h 459 l/h
10 kW 2.867 l/h 1.720 l/h 1.229 l/h 860 l/h 573 l/h
12 kW 3.440 l/h 2.064 l/h 1.474 l/h 1.032 l/h 688 l/h
15 kW 4.300 l/h 2.580 l/h 1.843 l/h 1.290 l/h 860 l/h

Erforderlicher Volumenstrom. Eigene Berechnung nach Q = ṁ × c_p × Δt.

Die Gegenprobe am Herstellerdatenblatt

Ob die Formel trägt, lässt sich prüfen. Stiebel Eltron gibt für die WPL-A-Serie sowohl die Wärmeleistung im Punkt A-7/W35 als auch den zugehörigen Nennvolumenstrom bei 7 K an, beides im selben Dokument:

Gerät Wärmeleistung A-7/W35 Formel: kW × 860 ÷ 7 K Datenblatt
WPL 15 6,86 kW 843 l/h 842 l/h
WPL 20 9,54 kW 1.172 l/h 1.170 l/h
WPL 25 12,86 kW 1.580 l/h 1.590 l/h

Datenblattwerte: Stiebel Eltron WPL A/AC/AS/ACS. Abweichung unter 1 %.

Die Formel bildet also exakt ab, was der Hersteller selbst rechnet. Sie können damit das Datenblatt Ihres eigenen Geräts nachrechnen und sehen sofort, ob Ihre Anlage im vorgesehenen Fenster arbeitet.

Der Mindestvolumenstrom schlägt jede Faustformel

Verbindlich ist nicht die Spreizung, sondern der Mindestvolumenstrom. Er steht in jeder Installationsanleitung und ist der Wert, unterhalb dessen der Hersteller den Betrieb nicht mehr freigibt.

Gerät (Beispiele) Mindestvolumenstrom Zusätzliche Vorgabe
Stiebel Eltron WPL 07/09 ACS classic 400 l/h Mindestwasserinhalt 16 l, Pufferspeicher nicht zwingend
Stiebel Eltron WPL 13/17 ACS classic 600 l/h Mindestwasserinhalt 19 l
Stiebel Eltron WPL 15 700 l/h 16 l Wasserinhalt der geöffneten Kreise ohne Puffer
Stiebel Eltron WPL 20 und WPL 25 1.000 l/h 29 l Wasserinhalt der geöffneten Kreise ohne Puffer
Vaillant aroTHERM plus VWL 105/8.1 A 1.075 l/h (max. 2.065 l/h) Durchflusssensor sperrt den Verdichter

Quellen: Herstellerangaben Stiebel Eltron und Vaillant, Stand 2026.

Rechnet man diese Grenzen mit der Formel zurück, zeigt sich, warum ein einzelner Messwert wenig aussagt. Die aroTHERM plus VWL 105/8.1 A liefert nominal 5,69 kW im Punkt A7/W35. Bei ihrem Mindestvolumenstrom ergibt das rechnerisch 4,6 K Spreizung, bei maximalem Durchfluss nur 2,4 K. Fährt dasselbe Gerät im selben Punkt seine Maximalleistung von 14,40 kW, sind es bei Mindeststrom schon 11,5 K.

Die Spreizung wandert also im Betrieb. Ein Momentanwert bei milden 8 °C Außentemperatur sagt fast nichts. Aussagekräftig ist der Wert bei Volllast an einem kalten Tag.

Diagnose: Symptom, Ursache, Maßnahme

Symptom Wahrscheinliche Ursache Maßnahme
Über 10 K bei Volllast Volumenstrom zu gering: Kreise gedrosselt, Schmutzfänger zugesetzt, Pumpenstufe zu niedrig Filter reinigen, Anlage entlüften, mehr Kreise dauerhaft öffnen, Pumpenstufe anheben
Über 15 K, Vorlauf steigt weiter an Heizflächen zu klein oder Überströmventil falsch eingestellt Heizflächen vergrößern, Überströmventil korrekt einstellen, hydraulischen Abgleich prüfen
Verdichter startet nicht, Meldung „kein Durchfluss" Mindestvolumenstrom unterschritten Ventile öffnen, Pumpe und Durchflusssensor prüfen lassen
Störung während oder nach dem Abtauen zu wenig Anlagenwasser für die Abtauenergie Heizkreise öffnen, Wasserinhalt erhöhen, Pufferlösung prüfen
Heizstab springt beim Abtauen regelmäßig an Volumenstrom oder Wasserinhalt zu knapp bemessen Volumenstrom anheben, Speichervolumen ergänzen
Unter 3 K im Heizbetrieb Pumpe läuft zu stark, Überströmventil dauerhaft offen Pumpenstufe senken, Spreizungsregelung aktivieren, Überströmventil schließen
Spreizung schwankt stark, sehr kurze Laufzeiten Takten, Gerät überdimensioniert oder Speichervolumen zu klein Heizkurve und Leistungsstufe prüfen, Speicherkonzept überprüfen
Einzelne Räume kalt, Spreizung am Gerät unauffällig ungleiche Verteilung, kein hydraulischer Abgleich raumweise Heizlastberechnung und Abgleich nach Verfahren B

Was eine zu große Spreizung anrichtet

Eine zu große Spreizung bedeutet immer dasselbe: zu wenig Wasser für die abgegebene Wärme. Vier Folgen sind durch Herstellerdokumente belegt.

Der Verdichter startet nicht. Vaillant überwacht die Umlaufwassermenge mit einem Durchflusssensor. Wird bei Wärmeanforderung und laufender Umwälzpumpe kein Durchfluss erkannt, dann geht der Kompressor nicht in Betrieb. Die Anlage heizt schlicht nicht.

Das Abtauen scheitert. Beim Abtauen dreht die Wärmepumpe den Kreislauf um und entnimmt dem Heizwasser Energie. Stiebel Eltron schreibt dazu, dass der Mindestvolumenstrom und die Abtauenergie immer gewährleistet sein müssen. Vaillant nennt für den korrekten Enteisungsbetrieb ein Mindestvolumen an Heizwasser: 70 Liter ohne nennenswerte elektrische Zusatzheizung, sinkend auf 35 Liter bei 7 bis 7,5 kW Zusatzheizung. Erst ab 8 kW entfällt die Anforderung, weil dann der Heizstab die Abtauenergie liefert.

Der Heizstab springt an. Reicht die Energie im Heizwasser nicht, kann laut Stiebel Eltron bei sehr geringen Heizkreistemperaturen in Ausnahmefällen die elektrische Not- und Zusatzheizung während der Abtauung aktiviert werden. Jede so erzeugte Kilowattstunde kostet den vollen Strompreis, ohne dass der Effizienzgewinn der Wärmepumpe greift.

Die Vorlauftemperatur muss steigen. Das ist der teuerste, aber unsichtbarste Effekt. Eine Heizfläche gibt Wärme nach ihrer mittleren Temperatur ab, nicht nach der Vorlauftemperatur. Bleibt die geforderte mittlere Temperatur konstant, dann muss der Vorlauf umso höher liegen, je größer die Spreizung ist. Für eine 8-kW-Anlage bei konstanter mittlerer Heizmitteltemperatur von 50 °C:

Spreizung Vorlauf Rücklauf Volumenstrom
5 K 52,5 °C 47,5 °C 1.376 l/h
7 K 53,5 °C 46,5 °C 983 l/h
10 K 55,0 °C 45,0 °C 688 l/h
15 K 57,5 °C 42,5 °C 459 l/h

Eigene Berechnung nach Q = ṁ × c_p × Δt sowie der arithmetischen Heizmittelübertemperatur.

Von 15 K auf 5 K sinkt die nötige Vorlauftemperatur um 5 K, ohne dass am Haus irgendetwas verändert wird. Wie stark die Vorlauftemperatur auf Leistungszahl und Jahresarbeitszahl durchschlägt, steht in jedem Datenblatt. Die Stiebel Eltron WPL 15 erreicht bei minus 7 °C Außentemperatur eine Leistungszahl von 2,83 bei 35 °C Vorlauf, aber nur 2,10 bei 55 °C. 20 K mehr Vorlauftemperatur kosten also gut ein Viertel der Effizienz. Wer die Heizkörper vergrößert und dadurch von 55/45 auf 47/40 °C kommt, verkleinert damit zugleich die Spreizung von 10 K auf 7 K.

Hinzu kommt das Takten. Eine große Spreizung geht oft mit wenig Anlagenwasser einher, und wenig Wasser bedeutet kurze Verdichterlaufzeiten. Ob ein Speicher das Problem löst oder nur verschiebt, behandelt der Beitrag zur Pufferspeicher-Größe.

Zu kleine Spreizung: das kleinere Problem

Unter 3 K wird es auffällig, aber nicht dramatisch. Die Umwälzpumpe schiebt dann mehr Wasser durch den Kreis, als für die Wärmeabgabe nötig wäre, und verbraucht dafür Strom. Ein Anhaltspunkt aus dem Datenblatt: Die Heizungspumpe der aroTHERM plus nimmt zwischen 3 und 87 W auf. Zwischen kleinster und größter Stufe liegen also rund 84 W dauerhaft, über 5.000 Betriebsstunden etwa 420 kWh.

Ehrlich eingeordnet ist das die deutlich harmlosere Fehlstellung. Der Verdichter nimmt keinen Schaden, die Vorlauftemperatur sinkt sogar leicht. Eine Obergrenze existiert trotzdem: Vaillant gibt für dasselbe Gerät einen maximalen Volumenstrom von 2.065 l/h an, darüber ist der Betrieb nicht vorgesehen.

So messen Sie Ihre Spreizung

  1. Am Regler ablesen. Vor- und Rücklauftemperatur stehen bei praktisch jedem Gerät in den Prozessdaten. Stiebel Eltron führt zusätzlich den Volumenstrom als eigenen Menüpunkt unter Info, Wärmepumpe, Prozessdaten.
  2. Anlegethermometer nutzen, wenn der Regler nichts anzeigt. Fühler an das blanke Vorlauf- und Rücklaufrohr, Dämmung kurz zurückschlagen, Differenz bilden.
  3. Wärmemengenzähler auslesen. Bei BEG-geförderten Wärmepumpen ist ohnehin eine Bilanzierungstechnik vorgeschrieben, entweder als externer Zähler oder geräteintegriert.
  4. Zum richtigen Zeitpunkt messen: an einem kalten Tag im stabilen Heizbetrieb, mindestens 30 Minuten nach dem letzten Verdichterstart, nicht während der Warmwasserbereitung und nicht kurz nach einer Abtauung.

So stellen Sie nach: die richtige Reihenfolge

Stiebel Eltron beschreibt in der eigenen Installationsanleitung eine klare Reihenfolge, um den Mindestvolumenstrom sicherzustellen. Sie funktioniert herstellerübergreifend:

  1. Hydraulischen Abgleich sicherstellen. Ohne ihn ist jede weitere Einstellung Raten.
  2. Heizkreise öffnen. Im Führungsraum alle Kreise vollständig öffnen, ein vorhandenes Überströmventil vorübergehend schließen.
  3. Volumenstrom ablesen und mit dem Mindestwert aus der Datentabelle vergleichen.
  4. Weitere Räume dauerhaft öffnen, falls der Wert nicht erreicht wird, und erneut ablesen.
  5. Überströmventil korrekt einstellen. Es ist die Notlösung, nicht die Lösung: Es führt Heizwasser im Kurzschluss zurück und verschlechtert die Spreizung im Nutzkreis.
  6. Spreizungsregelung aktivieren, falls das Gerät sie anbietet. Die Pumpe regelt dann auf eine Ziel-Spreizung statt auf feste Drehzahl.
  7. Planung prüfen lassen, wenn nichts hilft. Dann liegt ein Auslegungsfehler vor, und es hilft nur eine saubere Heizlastberechnung.

Hydraulischer Abgleich: die eigentliche Reparatur

Der Abgleich verteilt den Volumenstrom raumweise nach berechneter Heizlast. Ohne ihn bekommen nahe Heizkreise zu viel Wasser und ferne zu wenig. Am Gerät sehen Sie dann eine unauffällige Mittelwert-Spreizung, während einzelne Räume unterversorgt bleiben und die Heizkurve zum Ausgleich hochgedreht wird.

Beim Heizungstausch ist er ohnehin Pflicht. Die KfW hält in den technischen FAQ zur BEG fest, dass für Gebäude mit wassergeführten Heizungssystemen bei Erneuerung der Anlagentechnik die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs nach Verfahren B stets erforderlich ist. Der Nachweis läuft über das VdZ-Formular.

Die Verbraucherzentrale beziffert die Kosten für ein Einfamilienhaus mit zehn Heizkörpern auf 750 bis 1.200 €, das aufwendigere Verfahren B kostet 400 bis 600 € zusätzlich. Ein Ventiltausch schlägt mit 50 bis 100 € je Heizkörper zu Buche, eine Hocheffizienzpumpe mit 350 bis 550 €. Dem stehen bis zu 15 % Einsparung gegenüber, im Rechenbeispiel für eine Wärmepumpe mit 6.000 kWh Jahresverbrauch rund 270 € pro Jahr plus etwa 100 € durch den Pumpentausch.

Was gefördert wird: Beim Heizungstausch über die KfW 458 sind Abgleich, voreinstellbare Thermostatventile, Hocheffizienzpumpe und Niedertemperatur-Heizkörper bis 55 °C Vorlauftemperatur Teil der förderfähigen Kosten. Grundförderung sind 30 %, mit Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus bis zu 70 %, bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 € bis zu 80 %. Details stehen in der Übersicht zur Wärmepumpenförderung. Ohne Heizungstausch greift die BAFA-Einzelmaßnahme Heizungsoptimierung mit 15 % der förderfähigen Ausgaben, zugänglich für Wohngebäude bis fünf Wohneinheiten und Wärmeerzeuger ab zwei Jahren Alter.

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Prüfpflicht: was § 60a GModG verlangt

Der Gesetzgeber hat die Vor- und Rücklauftemperaturen selbst zum Pflicht-Prüfpunkt gemacht. Nach § 60a GModG müssen Wärmepumpen, die nach dem 31. Dezember 2023 eingebaut wurden, nach einer vollständigen Heizperiode und spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme einer Betriebsprüfung unterzogen werden. Nummer 3 des Prüfkatalogs nennt ausdrücklich die Überprüfung der Vor- und Rücklauftemperaturen. Weitere Punkte sind der hydraulische Abgleich, die Regelparameter, die Jahresarbeitszahl und der Kältemittelfüllstand. Wiederholt wird die Prüfung spätestens alle fünf Jahre, sofern die Wärmepumpe nicht einer Fernkontrolle unterliegt.

Wichtig für Eigentümer von Einfamilienhäusern: Diese Pflicht gilt nicht für Sie. Sie greift nur in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder vergleichbaren Nutzungseinheiten, ebenso wie die Abgleichpflicht nach § 60c. Ein- und Zweifamilienhäuser sind ausgenommen, Warmwasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen ebenfalls. Für Mehrfamilienhäuser ist die Prüfung dagegen verbindlich.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Spreizung sollte eine Wärmepumpe haben?

Als Plausibilitätsrahmen gelten 5 bis 10 Kelvin. Flächenheizungen fahren im Auslegungsfall typisch 35/30 °C, also 5 K, Heizkörper im teilsanierten Bestand 55/45 °C, also 10 K. Der verbindliche Wert ist aber immer der Auslegungspunkt aus dem Datenblatt Ihres Geräts, denn eine allgemeingültige Norm für die Soll-Spreizung existiert nicht.

Wie berechne ich die Spreizung meiner Wärmepumpe?

Sie ziehen die Rücklauf- von der Vorlauftemperatur ab. Rechnerisch gilt: Spreizung in Kelvin = Heizleistung in kW × 860 ÷ Volumenstrom in l/h. Umgekehrt können Sie prüfen, ob der Volumenstrom ausreicht: 8 kW bei 7 K erfordern 983 l/h.

Warum ist die Spreizung bei meiner Wärmepumpe zu hoch?

In fast allen Fällen fließt zu wenig Wasser. Typische Ursachen sind gedrosselte oder geschlossene Heizkreise, ein zugesetzter Schmutzfänger, Luft in der Anlage, eine zu niedrig eingestellte Pumpenstufe oder ein falsch eingestelltes Überströmventil. Zu kleine Heizflächen erzeugen denselben Effekt, weil das Wasser dort zu stark abkühlt.

Ist eine zu kleine Spreizung schlecht für die Wärmepumpe?

Sie ist das deutlich kleinere Problem. Unter 3 K läuft die Umwälzpumpe stärker als nötig und verbraucht zusätzlichen Strom, im Beispiel einer 87-W-Pumpe rund 420 kWh über 5.000 Betriebsstunden. Der Verdichter nimmt keinen Schaden. Den maximalen Volumenstrom aus dem Datenblatt sollten Sie trotzdem nicht überschreiten.

Welche Spreizung ist bei einer Fußbodenheizung richtig?

Flächenheizungen werden klassisch mit 35 °C Vorlauf und 30 °C Rücklauf ausgelegt, also mit 5 K. Auch der Norm-Prüfpunkt A7/W35, an dem Hersteller COP und Leistung messen, wird mit 5 K gefahren. Werte zwischen 3 und 7 K sind im laufenden Betrieb unauffällig.

Wie stelle ich die Spreizung an meiner Wärmepumpe ein?

Direkt einstellen lässt sie sich nicht. Sie beeinflussen den Volumenstrom: über die Pumpenstufe, über die Zahl der dauerhaft geöffneten Heizkreise, über das Überströmventil und über die Heizflächengröße. Viele moderne Geräte bieten eine Spreizungsregelung, bei der die Pumpe automatisch auf eine Ziel-Spreizung regelt statt mit fester Drehzahl zu laufen.

Was kostet es, eine falsche Spreizung korrigieren zu lassen?

Der hydraulische Abgleich als eigentliche Reparatur liegt laut Verbraucherzentrale bei 750 bis 1.200 € für ein Einfamilienhaus mit zehn Heizkörpern, das für die Förderung nötige Verfahren B kostet 400 bis 600 € mehr. Kleinere Korrekturen wie das Anheben der Pumpenstufe oder das Öffnen zusätzlicher Kreise kosten nichts außer Zeit.

Muss ich die Vor- und Rücklauftemperaturen prüfen lassen?

Nur in Gebäuden mit mindestens sechs Wohneinheiten. Dort verlangt § 60a GModG eine Betriebsprüfung nach der ersten vollständigen Heizperiode und spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme, die ausdrücklich die Vor- und Rücklauftemperaturen umfasst. Ein- und Zweifamilienhäuser sind nicht betroffen, eine freiwillige Prüfung lohnt sich dort trotzdem.

Nächster Schritt: Zahlen statt Faustformeln

Die Spreizung ist deshalb so nützlich, weil sie zwei Minuten kostet und trotzdem verrät, ob Volumenstrom, Heizflächen und Leistung zueinander passen. Was sie nicht verrät, ist die Ursache. Ob Ihr Haus zu kleine Heizkörper hat, die Pumpe falsch eingestellt ist oder die Wärmepumpe schlicht zu groß dimensioniert wurde, zeigt erst der Blick auf Heizlast, Heizflächen und Gebäudehülle zusammen.

Genau dort setzt die Gebäudeanalyse von reduco an: Sie berechnet aus Baujahr, Fläche und Bauteilen die realistische Heizlast Ihres Hauses und macht sichtbar, welche Vorlauftemperatur nach welcher Maßnahme möglich wäre. Das ist die Grundlage, auf der sich eine sinnvolle Ziel-Spreizung überhaupt erst festlegen lässt.

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