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Geschossdeckendämmung: Kosten, Pflicht & Förderung 2026

Geschossdeckendämmung 2026: Kosten ab 20 EUR/m², GEG-Pflicht nach § 47, 3 Methoden im Vergleich und BAFA-Förderung bis 20 % mit iSFP-Bonus.

Oberste Geschossdecke mit Dämmplatten und Einblasdämmung im Dachboden

Die oberste Geschossdecke ist neben der Kellerdecke die Stelle, an der eine Dämmung mit dem geringsten Aufwand die größte Wirkung erzielt. Über ein ungedämmtes Dach oder eine ungedämmte oberste Geschossdecke gehen 15--20 % der Heizenergie verloren. Anders als bei der Fassade oder dem Dach lässt sich die Geschossdeckendämmung in den meisten Fällen innerhalb von ein bis zwei Tagen umsetzen -- bei Kosten von nur 2.000--6.000 EUR für ein typisches Einfamilienhaus.

Hinzu kommt: Die Geschossdeckendämmung ist in vielen Fällen keine freiwillige Maßnahme, sondern eine gesetzliche Pflicht. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt in § 47 vor, dass die oberste Geschossdecke einen U-Wert von maximal 0,24 W/(m2K) einhalten muss -- sofern das Dach selbst nicht gedämmt ist. Wer dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 EUR.

Dieser Ratgeber erklärt die drei gängigen Methoden, vergleicht die Kosten, zeigt die Fördermöglichkeiten und hilft bei der Entscheidung: Geschossdeckendämmung oder Dachdämmung?

GEG § 47: Die gesetzliche Nachrüstpflicht

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verpflichtet Eigentümer, die oberste Geschossdecke zu dämmen, wenn sie an einen unbeheizten Dachraum grenzt und der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 nicht eingehalten wird. Konkret:

Was schreibt das GEG vor?

Anforderung Details
Betroffene Gebäude Wohngebäude und Nichtwohngebäude mit normal beheizten Räumen unter der obersten Geschossdecke
Pflicht U-Wert der obersten Geschossdecke ≤ 0,24 W/(m2K)
Alternativ Wenn das Dach selbst einen U-Wert ≤ 0,24 W/(m2K) erreicht, entfällt die Pflicht für die Geschossdecke
Frist Nachrüstpflicht besteht seit 2016 (ehemals EnEV § 10). Für Eigentümer, die vor dem 01.02.2002 im Gebäude wohnten, galt eine Ausnahme, die bei Eigentümerwechsel entfällt.
Bußgeld bei Verstoß Bis zu 50.000 EUR (§ 108 GEG)
Ausnahmen Ein- und Zweifamilienhäuser, die der Eigentümer seit 01.02.2002 selbst bewohnt (Bestandsschutz). Bei Eigentümerwechsel entfällt diese Ausnahme -- der neue Eigentümer hat 2 Jahre Zeit.

Wer muss nachrüsten?

Die Nachrüstpflicht greift in der Praxis vor allem in diesen Fällen:

  • Eigentümerwechsel: Wer ein Haus kauft, erbt oder geschenkt bekommt, muss innerhalb von 2 Jahren die oberste Geschossdecke nachrüsten, wenn sie den U-Wert von 0,24 W/(m2K) nicht einhält.
  • Vermietete Gebäude: Vermieter müssen die Pflicht unabhängig vom Eigentümerwechsel erfüllen.
  • Mehrfamilienhäuser: Die Nachrüstpflicht gilt generell, unabhängig von der Eigentümerstruktur.

Tipp: Wenn Sie ein Haus geerbt oder gekauft haben, prüfen Sie als erstes die oberste Geschossdecke. Die Nachrüstung ist günstig, schnell umsetzbar und gesetzlich vorgeschrieben. Ein Verstoß kann bei einer Kontrolle durch die untere Bauaufsichtsbehörde teuer werden.

Was kostet eine Geschossdeckendämmung 2026?

Die Kosten hängen von der Methode, der Dämmstärke und der Zugänglichkeit des Dachbodens ab. Die Geschossdeckendämmung ist mit Abstand die günstigste Dämmmaßnahme am Gebäude.

Kosten nach Methode

Methode Kosten pro m² (inkl. Einbau) Geeignet für Begehbar?
Aufblasdämmung (lose Schüttung) 20--35 EUR Nicht genutzter Dachboden Nein
Dämmplatten (begehbar) 40--60 EUR Genutzter Dachboden, Lagerfläche Ja
Einblasdämmung (Holzbalkendecke) 25--40 EUR Holzbalkendecken mit Hohlraum Nein (Hohlraum)

Gesamtkosten für ein typisches Einfamilienhaus

Für ein EFH mit 80--100 m2 Geschossdeckenfläche:

Methode Gesamtkosten brutto Nach BAFA-Förderung (15 %) Nach BAFA + iSFP (20 %)
Aufblasdämmung (nicht begehbar) 1.600--3.500 EUR 1.360--2.975 EUR 1.280--2.800 EUR
Dämmplatten (begehbar) 3.200--6.000 EUR 2.720--5.100 EUR 2.560--4.800 EUR
Einblasdämmung (Holzbalkendecke) 2.000--4.000 EUR 1.700--3.400 EUR 1.600--3.200 EUR

Zum Vergleich: Eine Dachdämmung kostet 7.000--22.000 EUR, eine Fassadendämmung 18.000--37.000 EUR. Die Geschossdeckendämmung ist somit die mit Abstand günstigste Dämmmaßnahme.

Die drei Methoden im Detail

Aufblasdämmung (nicht begehbar) -- die günstigste Variante

Bei der Aufblasdämmung wird loser Dämmstoff mit einer Einblasmaschine gleichmäßig auf die Geschossdecke aufgeblasen. Das Material -- meist Zelluloseflocken, Mineralwollflocken oder Perlite -- bildet eine fugenlose Dämmschicht.

Aufbau:

  1. Bestehende Geschossdecke (Betondecke oder Holzbalkendecke)
  2. Dampfbremse (bei Holzbalkendecken, wenn nicht vorhanden)
  3. Loser Dämmstoff, 18--24 cm Schütthöhe

Materialien und Dämmstärken:

Dämmstoff WLG Schüttdichte Erforderliche Stärke für U ≤ 0,24 Materialkosten pro m2
Zelluloseflocken 038--042 28--45 kg/m3 16--18 cm 6--12 EUR
Mineralwollflocken 035--040 20--35 kg/m3 14--17 cm 8--14 EUR
Perlite-Schüttung 045--060 80--100 kg/m3 19--25 cm 10--18 EUR

Vorteile:

  • Günstigste Methode (20--35 EUR/m2 komplett)
  • Fugenlose Dämmschicht ohne Wärmebrücken
  • Schnelle Umsetzung (1 Tag für ein EFH)
  • Auch bei unebenen Decken und um Hindernisse herum einsetzbar

Nachteile:

  • Dachboden ist nicht mehr begehbar (es sei denn, man verlegt zusätzlich Laufstege)
  • Staub bei der Einbringung
  • Setzverhalten: lose Schüttungen können sich im Laufe der Zeit setzen (Zellulose ca. 5--10 %)

Tipp: Wenn der Dachboden nur als Abstellfläche für wenige Gegenstände genutzt wird, legen Sie einzelne OSB-Platten auf Holzlatten über die Aufblasdämmung. So behalten Sie einen Laufsteg, ohne die Dämmwirkung zu beeinträchtigen.

Dämmplatten (begehbar) -- wenn der Dachboden genutzt wird

Wenn der Dachboden als Lagerfläche, Trockenboden oder gelegentlich genutzter Raum dienen soll, müssen begehbare Dämmplatten verwendet werden. Diese werden auf die Geschossdecke gelegt und mit einer begehbaren Abdeckung (OSB-Platte, Spanplatte oder spezielle Laufplatten) versehen.

Aufbau:

  1. Bestehende Geschossdecke
  2. Dampfbremse (bei Holzbalkendecken)
  3. Dämmplatten (EPS, Mineralwolle oder PUR/PIR)
  4. Begehbare Abdeckung (OSB 18--22 mm oder Laufplatten)

Materialien und Kosten:

Dämmstoff WLG Plattenstärke für U ≤ 0,24 Materialkosten (Platte + Abdeckung) pro m2
EPS-Hartschaum 032--035 12--14 cm 15--25 EUR
Mineralwolle (Trittschallplatte) 035--040 14--17 cm 18--28 EUR
PUR/PIR 024--028 10--12 cm 25--40 EUR

Vorteile:

  • Dachboden bleibt begehbar und nutzbar
  • Gute Dämmwerte erreichbar
  • In Eigenleistung gut umsetzbar

Nachteile:

  • Teurer als Aufblasdämmung (40--60 EUR/m2)
  • Plattenstöße können Wärmebrücken bilden (sorgfältiges Verlegen erforderlich)
  • Höherer Aufbau (15--20 cm inkl. Abdeckung)
  • Türen zum Dachboden müssen ggf. angepasst werden

Einblasdämmung in Holzbalkendecken -- die unsichtbare Lösung

Viele Altbauten haben Holzbalkendecken mit Hohlräumen zwischen den Balken. In diese Hohlräume kann Dämmmaterial eingeblasen werden, ohne den Aufbau der Decke zu verändern.

So funktioniert es: Über kleine Bohrlöcher (ca. 20--25 mm) in der Deckenverkleidung oder im Fußboden des Dachbodens wird Dämmmaterial in die Hohlräume eingeblasen. Die Bohrlöcher werden anschließend verschlossen.

Dämmstoff WLG Kosten pro m2 (komplett) Besonderheiten
Zelluloseflocken 038--042 25--35 EUR Am häufigsten verwendet
Mineralwollegranulat 035--040 28--40 EUR Nicht brennbar (A1)
Perlite 045--060 30--40 EUR Nicht brennbar, schüttfähig

Vorteile:

  • Keine Veränderung der Raumhöhe auf dem Dachboden
  • Keine sichtbare Veränderung
  • Schnelle Durchführung (wenige Stunden)
  • Keine Beeinträchtigung des Wohnraums

Nachteile:

  • Nur bei Holzbalkendecken mit ausreichend Hohlraum möglich
  • Hohlraumtiefe begrenzt die Dämmstärke (oft nur 10--16 cm)
  • U-Wert von 0,24 W/(m2K) wird nur erreicht, wenn der Hohlraum tief genug ist
  • Nicht in Eigenleistung möglich (Einblasmaschine und Erfahrung erforderlich)

Tipp: Prüfen Sie die Tiefe der Holzbalken. Bei Balken mit weniger als 14 cm Höhe reicht die Einblasdämmung allein möglicherweise nicht aus, um den GEG-Grenzwert von 0,24 W/(m2K) zu erreichen. In diesem Fall kombinieren Sie die Einblasdämmung mit einer zusätzlichen Aufdämmung.

Vergleich: Geschossdeckendämmung vs. Dachdämmung

Die Geschossdeckendämmung und die Dachdämmung lösen dasselbe Problem -- Wärmeverluste nach oben --, aber sie unterscheiden sich in Kosten, Aufwand und Ergebnis. Die folgende Tabelle hilft bei der Entscheidung:

Kriterium Geschossdeckendämmung Dachdämmung (Zwischensparren/Aufsparren)
Kosten (EFH) 2.000--6.000 EUR 7.000--22.000 EUR
Kosten pro m2 20--60 EUR 60--200 EUR
Dachboden nutzbar? Nur eingeschränkt (begehbare Variante) oder nicht (Aufblasdämmung) Ja, als Wohnraum nutzbar
Wohnraum gewonnen? Nein Ja (Dachgeschossausbau möglich)
Umsetzungsdauer 1--2 Tage 1--3 Wochen
Amortisation 3--7 Jahre 10--20 Jahre
GEG-Pflicht erfüllt? Ja Ja
Eingriff in Dachkonstruktion? Nein Ja
Förderung BAFA 15 % + 5 % iSFP BAFA 15 % + 5 % iSFP

Wann welche Lösung?

Geschossdeckendämmung wählen, wenn:

  • Der Dachboden nicht als Wohnraum genutzt werden soll
  • Das Budget begrenzt ist
  • Eine schnelle Maßnahme gewünscht ist
  • Die GEG-Pflicht erfüllt werden muss
  • Das Dach in gutem Zustand ist und nicht saniert werden muss

Dachdämmung wählen, wenn:

  • Der Dachboden als Wohnraum ausgebaut werden soll oder bereits genutzt wird
  • Das Dach ohnehin saniert werden muss (neue Eindeckung fällig)
  • Eine Photovoltaikanlage installiert werden soll (häufig in Kombination)
  • Maximale Energieeinsparung angestrebt wird

Tipp: Wenn Sie unsicher sind, ob Sie den Dachboden langfristig als Wohnraum nutzen wollen, entscheiden Sie sich jetzt für die günstige Geschossdeckendämmung. Sie können das Dach später immer noch dämmen und ausbauen. Die Geschossdeckendämmung ist dann eine Zwischenlösung, die sich bereits nach wenigen Jahren amortisiert hat.

Energieeinsparung und Amortisation

Rechenbeispiel: EFH, 100 m2 Geschossdecke, Aufblasdämmung

Ausgangssituation:

  • Einfamilienhaus, Baujahr 1975
  • Betondecke ohne Dämmung, U-Wert: 1,8 W/(m2K)
  • Geschossdeckenfläche: 100 m2
  • Gasheizung, Energiepreis: 11 ct/kWh (inkl. CO2-Preis 2026)
Kennwert Vor Dämmung Nach Dämmung (U = 0,20 W/(m2K))
Transmissionswärmeverlust (Decke) ca. 12.960 kWh/a ca. 1.440 kWh/a
Einsparung -- ca. 11.520 kWh/a
Heizkosteneinsparung -- ca. 1.267 EUR/a

Berechnung: Q = U x A x Gt. Gradtagzahl (Mittelwert Deutschland): 72.000 Kh. Einsparung = (1,8 - 0,2) x 100 x 72 = 11.520 kWh/a. Bei einem Anlagenwirkungsgrad von ca. 85 % ergibt sich ein Brennstoffbedarf von ca. 13.550 kWh. Einsparung vereinfacht: 11.520 x 0,11 = 1.267 EUR/a.

Amortisation

Variante Investition Jährliche Einsparung Amortisation
Aufblasdämmung, ohne Förderung 2.500 EUR 1.267 EUR ca. 2 Jahre
Aufblasdämmung, mit BAFA 15 % 2.125 EUR 1.267 EUR ca. 1,7 Jahre
Aufblasdämmung, mit BAFA 20 % (iSFP) 2.000 EUR 1.267 EUR ca. 1,6 Jahre
Begehbare Platten, ohne Förderung 5.000 EUR 1.267 EUR ca. 4 Jahre
Begehbare Platten, mit BAFA 20 % 4.000 EUR 1.267 EUR ca. 3,2 Jahre

Die Geschossdeckendämmung hat die kürzeste Amortisationszeit aller Sanierungsmaßnahmen. Selbst in der teuersten Variante (begehbare Platten, ohne Förderung) liegt sie unter 5 Jahren. In der günstigen Aufblas-Variante mit Förderung amortisiert sich die Investition in weniger als 2 Jahren.

Vergleich mit anderen Dämmmaßnahmen

Maßnahme Typische Kosten (EFH) Jährliche Einsparung Amortisation
Geschossdeckendämmung 2.000--6.000 EUR 800--1.300 EUR 2--5 Jahre
Kellerdeckendämmung 2.500--6.000 EUR 120--220 EUR 3--6 Jahre
Dachdämmung 7.000--22.000 EUR 700--1.200 EUR 7--20 Jahre
Fassadendämmung 18.000--37.000 EUR 600--1.200 EUR 15--25 Jahre

Die Geschossdeckendämmung ist zusammen mit der Kellerdeckendämmung die Maßnahme mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis. Wenn Sie vor der Frage stehen, mit welcher Sanierungsmaßnahme Sie beginnen sollen, ist die Antwort in den meisten Fällen: Geschossdecke und Kellerdecke zuerst.

Förderung 2026: BAFA-Zuschuss

Die Geschossdeckendämmung wird als Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle über die Bundesförderung für effiziente Gebäude -- Einzelmaßnahmen (BEG EM) gefördert.

Förderweg Zuschuss Förderfähige Kosten pro WE
BAFA-Einzelmaßnahme (Gebäudehülle) 15 % Max. 30.000 EUR
Mit iSFP-Bonus 20 % (15 % + 5 %) Max. 60.000 EUR

Voraussetzungen für die BAFA-Förderung

  • U-Wert nach Dämmung: maximal 0,14 W/(m2K) (Anforderung für die oberste Geschossdecke in der BEG EM ist strenger als die GEG-Nachrüstpflicht von 0,24 W/(m2K))
  • Mindestdämmstärke: je nach Material und WLG ca. 18--24 cm
  • Fachunternehmer: Die Arbeiten müssen durch einen qualifizierten Fachbetrieb ausgeführt werden
  • Energieeffizienz-Experte: Einbindung eines Energieeffizienz-Experten aus der dena-Expertenliste ist Pflicht
  • Antragstellung vor Beginn: Der BAFA-Antrag muss genehmigt sein, bevor ein Auftrag erteilt oder mit den Arbeiten begonnen wird

Rechenbeispiel Förderung

Position Betrag
Gesamtkosten (Aufblasdämmung, 100 m2) 2.800 EUR
BAFA-Zuschuss ohne iSFP (15 %) 420 EUR
BAFA-Zuschuss mit iSFP (20 %) 560 EUR
Eigenanteil ohne iSFP 2.380 EUR
Eigenanteil mit iSFP 2.240 EUR

Bei der günstigen Geschossdeckendämmung ist die absolute Förderung naturgemäß gering. Der iSFP lohnt sich dennoch: Er kostet nach BAFA-Förderung des iSFP selbst nur 300--500 EUR Eigenanteil und liefert neben dem Förderbonus einen umfassenden Sanierungsfahrplan für Ihr gesamtes Gebäude.

Tipp: Nutzen Sie die Geschossdeckendämmung als Einstieg in eine umfassende Sanierung. Mit einem iSFP sehen Sie, welche weiteren Maßnahmen sinnvoll sind und können die erhöhte Förderobergrenze von 60.000 EUR pro Wohneinheit auch für spätere Maßnahmen nutzen.

Materialvergleich für die Geschossdeckendämmung

Material WLG Stärke für U ≤ 0,24 Stärke für U ≤ 0,14 (BAFA) Kosten pro m2 (Material) Brandklasse Besonderheiten
Zelluloseflocken 038--042 16--18 cm 24--28 cm 6--12 EUR B2 (normal entflammbar) Recyclingprodukt, preiswert
Mineralwollflocken 035--040 14--17 cm 22--26 cm 8--14 EUR A1 (nicht brennbar) Bester Brandschutz
EPS-Platten 032--035 12--14 cm 20--24 cm 10--18 EUR B1 (schwer entflammbar) Begehbar mit Abdeckung
Mineralwolleplatten 035--040 14--17 cm 22--26 cm 12--22 EUR A1 (nicht brennbar) Begehbar, bester Brandschutz
PUR/PIR-Platten 024--028 8--12 cm 16--18 cm 20--35 EUR B1/B2 Geringste Aufbauhöhe
Holzfaserplatten 038--045 16--19 cm 24--30 cm 15--28 EUR B1 Ökologisch, guter Sommerwärmeschutz
Perlite-Schüttung 045--060 19--25 cm 28--36 cm 10--18 EUR A1 (nicht brennbar) Nicht brennbar, schüttfähig

Die Wahl des Materials hängt von drei Faktoren ab: Budget, gewünschte Begehbarkeit und Brandschutzanforderungen. Für nicht begehbare Dachböden sind Zelluloseflocken oder Mineralwollflocken die wirtschaftlichste Wahl. Für begehbare Lösungen sind EPS-Platten oder Mineralwolleplatten mit OSB-Abdeckung der Standard.

Ausführung: Worauf Sie achten müssen

Dampfbremse bei Holzbalkendecken

Bei Holzbalkendecken muss auf der warmen Seite (also auf der Deckenunterseite, Richtung beheizter Raum) eine Dampfbremse vorhanden sein. In vielen Altbauten fehlt diese. Bevor Dämmmaterial aufgebracht wird, muss geprüft werden, ob eine Dampfbremse vorhanden ist oder nachgerüstet werden muss.

Bei Betondecken ist eine Dampfbremse in der Regel nicht erforderlich, da Beton selbst eine hohe Dampfbremswirkung hat.

Lückenfreie Verlegung

Die häufigste Fehlerquelle bei der Geschossdeckendämmung sind Lücken und Fugen:

  • Bei Platten: Plattenstöße müssen dicht aneinander liegen. Bei zweilagiger Verlegung werden die Fugen versetzt.
  • Bei Aufblasdämmung: Die Schütthöhe muss gleichmäßig sein. Randbereiche an Wänden und Schornsteinen dürfen nicht ausgespart werden.
  • Zugangsluke: Die Dachluke ist eine typische Schwachstelle. Sie muss ebenfalls gedämmt werden (gedämmte Bodentreppen oder Lukendeckel mit Dämmung).

Brandschutz am Schornstein

Rund um den Schornsteindurchgang durch die Geschossdecke muss ein Sicherheitsabstand eingehalten werden. Brennbare Dämmstoffe (EPS, Zellulose, Holzfaser) müssen einen Abstand von mindestens 5 cm zum Schornstein haben. Dieser Bereich wird mit nicht brennbarem Material (Mineralwolle, Baustoffklasse A1) ausgefüllt.

Geschossdeckendämmung in Eigenleistung

Die Geschossdeckendämmung ist eine der wenigen Sanierungsmaßnahmen, die sich gut in Eigenleistung umsetzen lässt -- zumindest die begehbare Variante mit Dämmplatten.

Was ist in Eigenleistung machbar?

Methode Eigenleistung möglich? Schwierigkeitsgrad Werkzeug
Dämmplatten verlegen Ja Gering Cutter, Zollstock, Wasserwaage
Aufblasdämmung Nein (Einblasmaschine nötig) -- Professionelle Einblasmaschine
Einblasdämmung (Holzbalkendecke) Nein -- Professionelle Einblasmaschine

Kostenersparnis bei Eigenleistung (begehbare Platten):

Position Fachbetrieb Eigenleistung
Material (EPS + OSB, 100 m2) 1.500--2.500 EUR 1.500--2.500 EUR
Arbeitskosten 1.700--3.500 EUR 0 EUR
Gesamtkosten 3.200--6.000 EUR 1.500--2.500 EUR

Die Eigenleistung spart ca. 50 % der Kosten. Beachten Sie jedoch: Für die BAFA-Förderung ist die Ausführung durch einen Fachbetrieb Pflicht. Die Eigenleistung macht also nur Sinn, wenn Sie auf die Förderung verzichten -- was bei den geringen Kosten und dem hohen Fördersatz wirtschaftlich abzuwägen ist.

Häufige Fragen

Ist die Geschossdeckendämmung Pflicht?

Ja, in vielen Fällen. Das GEG (§ 47) schreibt vor, dass die oberste Geschossdecke einen U-Wert von maximal 0,24 W/(m2K) einhalten muss, wenn das Dach nicht gedämmt ist. Für selbstnutzende Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die seit dem 01.02.2002 im Gebäude wohnen, gibt es Bestandsschutz. Bei Eigentümerwechsel (Kauf, Erbschaft, Schenkung) entfällt dieser Schutz -- der neue Eigentümer hat 2 Jahre Zeit für die Nachrüstung.

Was kostet die Geschossdeckendämmung für ein Einfamilienhaus?

Für ein typisches EFH mit 80--100 m2 Geschossdeckenfläche liegen die Kosten bei 2.000--6.000 EUR (je nach Methode). Die günstigste Variante (Aufblasdämmung) kostet 1.600--3.500 EUR, die begehbare Variante mit Platten 3.200--6.000 EUR. Mit BAFA-Förderung (15--20 %) sinkt der Eigenanteil um weitere 300--1.200 EUR.

Wie dick muss die Geschossdeckendämmung sein?

Um die GEG-Pflicht (U ≤ 0,24 W/(m2K)) zu erfüllen, sind je nach Dämmmaterial 12--25 cm nötig. Für die BAFA-Förderung (U ≤ 0,14 W/(m2K)) sind 20--36 cm erforderlich. PUR/PIR-Platten benötigen die geringste Stärke, Perlite-Schüttung die größte.

Geschossdeckendämmung oder Dachdämmung -- was ist besser?

Das hängt von der geplanten Nutzung ab. Wenn der Dachboden nicht als Wohnraum genutzt werden soll, ist die Geschossdeckendämmung die bessere Wahl: Sie ist 3--5x günstiger, in 1--2 Tagen umgesetzt und amortisiert sich in 2--5 Jahren. Wenn der Dachboden als Wohnraum ausgebaut werden soll oder das Dach ohnehin saniert werden muss, ist die Dachdämmung die richtige Wahl.

Kann ich die Geschossdeckendämmung selbst machen?

Begehbare Dämmplatten können Sie gut in Eigenleistung verlegen -- Schwierigkeitsgrad gering, Werkzeug minimal. Aufblasdämmung und Einblasdämmung erfordern jedoch professionelle Maschinen und sind nicht in Eigenleistung umsetzbar. Beachten Sie: Für die BAFA-Förderung ist grundsätzlich die Ausführung durch einen Fachbetrieb vorgeschrieben.

Wird die Geschossdeckendämmung gefördert?

Ja. Über die BAFA (BEG EM) erhalten Sie 15 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erhöht sich der Zuschuss auf 20 % (15 % + 5 % iSFP-Bonus). Voraussetzung: U-Wert nach Dämmung ≤ 0,14 W/(m2K), Ausführung durch Fachbetrieb, Einbindung eines Energieeffizienz-Experten und Antragstellung vor Maßnahmenbeginn.

Fazit und nächste Schritte

Die Geschossdeckendämmung ist die effizienteste Sanierungsmaßnahme: niedrige Kosten (2.000--6.000 EUR), kurze Amortisation (2--5 Jahre), einfache Umsetzung (1--2 Tage) und gesetzliche Pflicht in vielen Fällen. Sie ist die ideale Einstiegsmaßnahme in die energetische Sanierung und sollte bei jedem ungedämmten Dachboden die erste Priorität sein.

Die BAFA-Förderung (15 % + 5 % iSFP-Bonus) senkt den ohnehin geringen Eigenanteil weiter. In Kombination mit einer Kellerdeckendämmung erreichen Sie mit einem Gesamtbudget von unter 10.000 EUR eine spürbare Verbesserung des Wohnkomforts und eine deutliche Senkung der Heizkosten.

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