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Energieberater finden: dena-Expertenliste, Tipps & Wartezeiten

Energieberater in der Nähe finden: So nutzen Sie die dena-Expertenliste, worauf Sie bei der Auswahl achten und wie Sie trotz langer Wartezeiten schnell einen Termin bekommen.

Energieberater finden: dena-Expertenliste, Tipps & Wartezeiten

Einen qualifizierten Energieberater zu finden, ist der erste konkrete Schritt in Richtung Sanierung. Doch die Suche ist nicht trivial: Es gibt tausende Anbieter, die Wartezeiten sind lang, und nicht jeder Energieberater darf jede Förderung begleiten. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie die dena-Expertenliste richtig nutzen, welche Alternativen es gibt, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten und wie Sie typische Fehler vermeiden. Was eine Energieberatung im Detail kostet, lesen Sie in unserem separaten Artikel Energieberater: Kosten, iSFP & Förderung. Welche Arten der Energieberatung es gibt und wie eine Beratung abläuft, erklärt unser Ratgeber Energieberatung.

Die dena-Expertenliste: Ihre wichtigste Anlaufstelle

Die Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes — kurz dena-Expertenliste — ist die zentrale Datenbank qualifizierter Energieberaterinnen und Energieberater in Deutschland. Sie wird von der Deutschen Energie-Agentur (dena) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geführt.

Warum die dena-Expertenliste so wichtig ist

Die Listung auf der dena-Expertenliste ist keine optionale Auszeichnung — sie ist Pflicht für alle Energieberater, die Förderprogramme des Bundes begleiten wollen. Konkret:

  • KfW 261 (Effizienzhaus-Sanierung): Nur dena-gelistete Experten dürfen die Bestätigung zum Antrag (BzA) ausstellen und die Baubegleitung übernehmen
  • BAFA BEG EM (Einzelmaßnahmen): Nur dena-gelistete Experten dürfen den technischen Projektnachweis erstellen
  • KfW 458 (Heizungstausch): Hier erstellt das Fachunternehmen die Dokumentation, kein Energieberater nötig — aber empfohlen
  • BAFA Energieberatung für Wohngebäude (EBW): Die Erstellung eines geförderten iSFP erfordert die dena-Listung

Ohne dena-Listung: Keine Förderung. Das ist die einfache Regel. Ein noch so kompetenter Energieberater, der nicht auf der Liste steht, kann Ihnen keine förderfähige Bestätigung ausstellen. Der gesamte Förderantrag hängt von dieser Voraussetzung ab. Den vollständigen Antragsprozess beschreibt unser Leitfaden zur KfW-Antragstellung.

Zahlen und Fakten zur dena-Expertenliste

Kennzahl Stand 2026
Registrierte Experten gesamt ca. 22.800
Über die Suche verfügbar ca. 20.600
Website energie-effizienz-experten.de
Betreiber Deutsche Energie-Agentur (dena)
Auftraggeber BMWK
Suchmöglichkeiten PLZ, Umkreis, Name, Kompetenzkategorie

Die Differenz zwischen registrierten und suchbaren Experten ergibt sich durch zeitweise inaktive oder nicht freigeschaltete Profile — etwa bei ablaufender Fortbildungspflicht.

Kompetenzkategorien auf der dena-Expertenliste

Nicht jeder gelistete Experte darf alles. Die Expertenliste unterscheidet drei Hauptbereiche:

  1. Wohngebäude: Energieberatung und Förderbegleitung für private Wohngebäude (Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser). Das ist die für Privatpersonen relevanteste Kategorie.
  2. Nichtwohngebäude: Energieberatung für Gewerbe-, Büro- und Industriegebäude.
  3. Anlagen und Prozesse: Energieoptimierung in Unternehmen (Produktion, Prozessenergie).

Innerhalb des Bereichs Wohngebäude gibt es weitere Differenzierungen — zum Beispiel, ob der Experte oder die Expertin für die BAFA-Energieberatung, für KfW-Effizienzhaussanierungen oder für die Baubegleitung qualifiziert ist. Achten Sie bei der Suche darauf, dass die Kompetenzen zum geplanten Vorhaben passen.

So finden Sie einen Energieberater in der Nähe: 6 Wege

1. dena-Expertenliste (energie-effizienz-experten.de)

Die dena-Expertenliste ist der primäre Suchweg und für förderfähige Beratungen der einzig relevante.

Schritt-für-Schritt-Suche:

  1. Gehen Sie auf energie-effizienz-experten.de
  2. Wählen Sie den Bereich „Wohngebäude"
  3. Geben Sie Ihre Postleitzahl ein
  4. Wählen Sie einen Umkreis (5 km, 10 km, 20 km, 50 km — in ländlichen Regionen ggf. 100 km)
  5. Optional: Filtern Sie nach spezifischen Kompetenzen (z. B. „Energieberatung für Wohngebäude" oder „Bundesförderung für effiziente Gebäude")
  6. Die Ergebnisliste zeigt Name, Adresse und Kontaktdaten

So lesen Sie ein Expertenprofil:

Jedes Profil auf der dena-Expertenliste zeigt:

  • Name und Kontaktdaten: Anschrift, Telefon, E-Mail, Website
  • Qualifikation: Berufsausbildung (Architekt, Ingenieur, Handwerksmeister etc.)
  • Kompetenzbereiche: Für welche Programme der Experte zugelassen ist
  • Referenzen: Anzahl der durchgeführten Beratungen und begleiteten Förderprojekte (nicht bei allen Profilen sichtbar)

Tipp: Die Referenzen sind ein guter Indikator für Erfahrung. Ein Energieberater mit 50+ durchgeführten iSFPs hat deutlich mehr Routine als jemand, der gerade erst begonnen hat.

2. Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale bietet eigene Energieberatungen an rund 900 Standorten in Deutschland an. Diese Beratungen sind nicht über die dena-Expertenliste organisiert, sondern über das eigene Netzwerk der Verbraucherzentrale mit fast 1.000 Energieberaterinnen und Energieberatern.

Geeignet für: Erstorientierung, allgemeine Fragen, Vor-Ort-Energiecheck für max. 40 € Eigenanteil. Die Verbraucherzentrale-Beratung ersetzt keinen iSFP und berechtigt nicht zum Förderbonus — sie kann aber helfen zu klären, ob und welche Sanierung sinnvoll ist.

Kontakt: 0800 – 809 802 400 (kostenlos) oder online unter verbraucherzentrale-energieberatung.de.

3. Handwerkskammern (HWK)

Viele regionale Handwerkskammern führen eigene Verzeichnisse von Energieberatern. Diese Listen sind besonders nützlich, wenn Sie einen Energieberater aus dem Handwerk suchen — etwa einen Heizungsbaumeister oder Zimmerermeister mit Energieberater-Zusatzqualifikation.

Vorteil: Handwerkliche Energieberater kennen die Praxis besonders gut und können oft realistischer einschätzen, was eine Maßnahme tatsächlich kostet.

Einschränkung: Nicht alle in HWK-Listen geführten Berater sind auf der dena-Expertenliste. Prüfen Sie die dena-Listung vor der Beauftragung.

4. Ingenieur- und Architektenkammern

Architektinnen und Ingenieure mit Energieberater-Qualifikation finden Sie über die Kammerverzeichnisse der jeweiligen Landesarchitekten- oder Landesingenieurkammer. Diese Berater haben in der Regel eine fundierte bautechnische Ausbildung und können Sanierungsplanung und Baubegleitung aus einer Hand bieten.

Vorteil: Umfassende Kompetenz in Planung und Baurecht, ideal bei komplexen Sanierungsprojekten.

5. Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld

Fragen Sie Nachbarn, Freunde oder Bekannte, die kürzlich saniert haben. Persönliche Empfehlungen sind wertvoll, weil sie auf konkreter Erfahrung beruhen — Sie erfahren nicht nur, ob die fachliche Kompetenz stimmte, sondern auch, wie die Kommunikation, Zuverlässigkeit und Termintreue waren.

Tipp: Auch Handwerksbetriebe, mit denen Sie bereits gute Erfahrungen gemacht haben, können oft Energieberater empfehlen, mit denen sie regelmäßig zusammenarbeiten.

6. Online-Suche (Google Maps, lokale Portale)

Eine Google-Suche nach „Energieberater + [Ihr Ort]" liefert schnell Ergebnisse. Achten Sie auf Bewertungen und Rezensionen, prüfen Sie aber immer, ob der Berater auf der dena-Expertenliste steht. Viele Energieberaterinnen und Energieberater haben eigene Websites mit Referenzen und Leistungsbeschreibungen.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Nicht jeder dena-gelistete Energieberater ist automatisch der richtige für Ihr Projekt. Diese Kriterien helfen bei der Auswahl:

Qualifikation passend zum Vorhaben

Ihr Vorhaben Benötigte Kompetenz
iSFP erstellen lassen BAFA-Energieberatung für Wohngebäude
Einzelmaßnahme mit BAFA-Förderung dena-Listung für BEG-Einzelmaßnahmen
Effizienzhaus-Sanierung (KfW 261) dena-Listung für Effizienzhaussanierung + Baubegleitung
Energieausweis Ausstellungsberechtigung nach GEG

Prüfen Sie im Profil auf der dena-Expertenliste, ob die Kompetenzkategorien zu Ihrem Projekt passen. Nicht jeder Berater, der einen iSFP erstellen darf, ist auch für die Begleitung einer Effizienzhaus-Sanierung zugelassen.

Regionale Erfahrung

Ein Energieberater, der Ihre Region kennt, bringt wichtige Vorteile:

  • Kenntnis lokaler Bauweisen: Fachwerkhäuser in Nordhessen, Klinkerbauten in Norddeutschland oder Siedlungshäuser aus den 1950ern — jede Region hat typische Gebäudetypen mit spezifischen Herausforderungen
  • Regionale Klimadaten: Heizgradtage, Wind- und Sonnenverhältnisse variieren erheblich und beeinflussen die Maßnahmenauswahl
  • Handwerkernetzwerk: Gute Energieberater kennen zuverlässige Fachbetriebe vor Ort und können bei der Handwerkersuche helfen
  • Kommunale Förderprogramme: Viele Kommunen haben eigene Zuschüsse, die ein regionaler Berater kennt

Verfügbarkeit und Wartezeiten

Die aktuelle Marktsituation (dazu gleich mehr) bedeutet: Planen Sie bei der Auswahl die Wartezeit mit ein. Fragen Sie direkt im Erstgespräch:

  • Wann ist der nächste freie Termin für eine Vor-Ort-Begehung?
  • Wie lange dauert die Erstellung des iSFP nach der Begehung?
  • Wie ist die Erreichbarkeit bei Rückfragen?

Transparente Preisgestaltung

Seriöse Energieberaterinnen und Energieberater nennen ihre Preise offen und erstellen ein schriftliches Angebot vor der Beauftragung. Die Kosten sollten klar aufgeschlüsselt sein:

  • Beratungshonorar für iSFP-Erstellung
  • Kosten für Vor-Ort-Begehung
  • Ggf. Zusatzleistungen (Thermografie, Blower-Door-Test)
  • Kosten für Baubegleitung (falls gewünscht)
  • Information über BAFA-Förderung und Eigenanteil

Die Preise für eine Energieberatung mit iSFP liegen bei Ein- und Zweifamilienhäusern zwischen 1.500 und 2.500 € brutto. Die BAFA übernimmt 50 %, maximal 650 €. Alle Details zu den Kosten eines Energieberaters finden Sie im verlinkten Artikel.

Referenzen und Bewertungen

  • Fragen Sie nach Referenzprojekten — wie viele iSFPs hat der Berater bereits erstellt?
  • Gibt es Bewertungen online (Google, Provenexpert, Yelp)?
  • Kann der Berater Erfahrung mit Ihrem Gebäudetyp nachweisen?

Warnsignale: Woran Sie unseriöse Anbieter erkennen

Nicht jeder, der Energieberatung anbietet, ist qualifiziert oder seriös. Achten Sie auf diese Warnsignale:

Keine dena-Listung

Wenn ein Energieberater nicht auf der dena-Expertenliste steht, kann er keine förderfähige Beratung durchführen. Prüfen Sie die Listung immer selbst auf energie-effizienz-experten.de — verlassen Sie sich nicht auf mündliche Aussagen. Die Listung kann auch ablaufen, wenn Fortbildungsnachweise nicht rechtzeitig eingereicht werden.

Kein Vor-Ort-Termin angeboten

Eine seriöse Energieberatung beinhaltet immer eine Begehung des Gebäudes. Berater, die einen iSFP ausschließlich auf Basis von Fotos und Beschreibungen erstellen, liefern in der Regel ungenaue Ergebnisse. Die BAFA schreibt für die geförderte Energieberatung eine Vor-Ort-Begehung explizit vor.

Einseitige Produktempfehlungen

Vorsicht bei Beratern, die auffällig stark bestimmte Hersteller oder Produkte empfehlen. Ein unabhängiger Energieberater schlägt die für Ihr Gebäude optimale Lösung vor — unabhängig vom Hersteller. Wenn ein Berater gleichzeitig als Vertriebspartner eines Wärmepumpenherstellers oder Dämmstoffproduzenten auftritt, ist die Unabhängigkeit fragwürdig.

Unrealistische Einsparversprechen

„Mit unserer Beratung sparen Sie 80 % Energiekosten" — solche pauschalen Aussagen sind unseriös. Seriöse Energieberaterinnen und Energieberater nennen realistische Einsparpotenziale, die von vielen Faktoren abhängen (Gebäudezustand, Nutzerverhalten, Energiepreisentwicklung). Typische Einsparungen durch eine umfassende Sanierung liegen bei 40–60 % — nicht bei 80 %.

Kein schriftlicher Beratungsbericht

Jede professionelle Energieberatung mündet in einen schriftlichen Bericht. Bei der BAFA-geförderten Beratung ist das der iSFP. Bei privaten Beratungen sollte es mindestens ein Beratungsprotokoll oder ein Kurzbericht sein. Mündliche Empfehlungen allein sind nicht ausreichend und im Nachhinein nicht überprüfbar.

Aktuelle Marktsituation: Wartezeiten und Verfügbarkeit

Warum Energieberater so gefragt sind

Die Nachfrage nach qualifizierten Energieberatern ist seit 2023 stark gestiegen — getrieben durch mehrere Faktoren:

  • GEG-Anforderungen: Das Gebäudeenergiegesetz und die kommunale Wärmeplanung erhöhen den Beratungsbedarf
  • Förderboom: Die attraktiven BEG-Fördersätze motivieren mehr Eigentümer zur Sanierung
  • iSFP-Bonus: Der 5-%-Bonus und die Verdopplung der förderfähigen Kosten machen den iSFP wirtschaftlich attraktiv
  • Sanierungspflichten: Bei Eigentümerwechsel und bestimmten Gebäudeklassen bestehen Nachrüstpflichten

Aktuelle Wartezeiten (Stand 2026)

Region Typische Wartezeit für Ersttermin
Großstädte / Ballungsräume 6–12 Wochen
Mittelstädte 4–8 Wochen
Ländliche Regionen 3–6 Wochen

Hinzu kommen 4–8 Wochen für die Erstellung des iSFP nach der Vor-Ort-Begehung. Gesamtdauer vom Erstkontakt bis zum fertigen iSFP: 2–5 Monate.

So verkürzen Sie die Wartezeit

  1. Frühzeitig suchen: Beginnen Sie die Suche nach einem Energieberater, sobald Sie über eine Sanierung nachdenken — nicht erst, wenn Sie sich entschieden haben
  2. Mehrere Berater kontaktieren: Schreiben Sie 3–5 Energieberater gleichzeitig an und fragen Sie nach dem nächsten freien Termin
  3. Umkreis erweitern: Viele Energieberater fahren 50–100 km. In ländlichen Regionen kann ein Berater aus der nächsten Stadt schneller verfügbar sein
  4. Flexibel bei Terminen sein: Wer auch unter der Woche vormittags verfügbar ist, bekommt oft schneller einen Termin
  5. Unterlagen vorab vorbereiten: Baupläne, Energieausweis und Heizkostenabrechnungen vorab senden spart dem Berater Zeit und beschleunigt den Prozess
  6. Digitale Vorab-Analyse nutzen: Wer vorab eine digitale Gebäudeanalyse durchführt, kann das Erstgespräch gezielter führen und die Beratung beschleunigen

Fragen, die Sie vor der Beauftragung stellen sollten

Ein kurzes Erstgespräch (telefonisch oder per E-Mail) reicht, um die wichtigsten Punkte zu klären:

Zur Qualifikation:

  • Sind Sie auf der dena-Expertenliste gelistet?
  • Für welche Förderprogramme können Sie die BzA ausstellen (KfW 261, BAFA BEG EM)?
  • Erstellen Sie einen iSFP nach dem aktuellen Standard?

Zum Ablauf:

  • Wie ist Ihre aktuelle Wartezeit für einen Vor-Ort-Termin?
  • Wie lange dauert die Erstellung des iSFP nach der Begehung?
  • Bieten Sie auch Baubegleitung an?

Zu den Kosten:

  • Was kostet die Energieberatung mit iSFP?
  • Übernehmen Sie die BAFA-Antragstellung?
  • Gibt es einen Paketpreis für iSFP und Baubegleitung?

Zur Erfahrung:

  • Wie viele iSFPs haben Sie bereits erstellt?
  • Haben Sie Erfahrung mit meinem Gebäudetyp (Baujahr, Bauweise)?
  • Kennen Sie regionale Förderprogramme in meiner Kommune?

Checkliste: Energieberater beauftragen

Wenn Sie sich für einen Energieberater entschieden haben, durchlaufen Sie folgende Schritte:

  1. Schriftliches Angebot anfordern: Lassen Sie sich ein detailliertes Angebot mit allen Leistungen und Kosten erstellen. Achten Sie darauf, dass der BAFA-Zuschuss und Ihr Eigenanteil klar aufgeschlüsselt sind.

  2. BAFA-Antragstellung klären: In der Regel übernimmt der Energieberater die Antragstellung bei der BAFA. Klären Sie, ob das im Angebot enthalten ist oder ob Sie den Antrag selbst stellen müssen.

  3. Vertrag erst nach BAFA-Antrag: Die BAFA-Förderung für die Energieberatung muss beantragt werden, bevor der Beratungsvertrag geschlossen wird. Die Bearbeitungszeit beim BAFA beträgt aktuell etwa zwei Wochen.

  4. Unterlagen zusammenstellen: Je besser Sie vorbereitet sind, desto effizienter verläuft die Begehung. Suchen Sie vorab Baupläne, Energieausweis, Heizkostenabrechnungen und Informationen zu bisherigen Sanierungen zusammen.

  5. Vor-Ort-Termin vereinbaren: Planen Sie 2–3 Stunden für die Begehung ein. Ideal ist ein Termin in der Heizperiode, wenn Schwachstellen in der Gebäudehülle am besten erkennbar sind.

  6. Ergebnisse besprechen: Nach Erhalt des iSFP vereinbaren Sie einen Besprechungstermin. Nehmen Sie sich Zeit, die Empfehlungen zu verstehen und Rückfragen zu stellen. Ein guter Berater erklärt verständlich, warum er bestimmte Maßnahmen empfiehlt — und warum andere weniger sinnvoll sind.

Energieberater finden für spezielle Vorhaben

Für die KfW-Effizienzhaus-Sanierung

Wenn Sie Ihr Gebäude umfassend zum Effizienzhaus sanieren möchten (KfW 261), brauchen Sie einen Experten, der sowohl den iSFP erstellen als auch die Baubegleitung übernehmen kann. Prüfen Sie auf der dena-Expertenliste, ob der Berater für die Kategorie „Bundesförderung für effiziente Gebäude" zugelassen ist.

Die Baubegleitung wird übrigens separat gefördert: 50 % Zuschuss, maximal 2.500 € bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Alle Details zum KfW-Antragsprozess finden Sie im verlinkten Ratgeber.

Für den Heizungstausch

Für die KfW 458 (Heizungsförderung) brauchen Sie grundsätzlich keinen Energieberater — das Fachunternehmen übernimmt die technische Dokumentation. Trotzdem kann sich eine Beratung lohnen: Eine Energieberaterin hilft bei der richtigen Dimensionierung und zeigt, ob vorab eine Dachdämmung oder Fassadendämmung den Heizwärmebedarf so weit senken kann, dass eine kleinere Wärmepumpe ausreicht. Mehr zu den Kosten und Fördermöglichkeiten einer Wärmepumpe.

Für Mehrfamilienhäuser und WEG

Bei Mehrfamilienhäusern und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) ist die Beratung komplexer. Achten Sie auf Erfahrung mit größeren Gebäuden und WEG-Prozessen. Der Energieberater muss die Ergebnisse verständlich für die Eigentümerversammlung aufbereiten können — die BAFA gewährt dafür einen WEG-Bonus von 250 €.

Für den Hauskauf

Wenn Sie eine Immobilie kaufen möchten, kann ein Energieberater den energetischen Zustand einschätzen und bevorstehende Sanierungskosten beziffern. Das ist besonders wichtig, weil bei einem Eigentümerwechsel Sanierungspflichten greifen können. Eine Kurzberatung vor dem Kauf (200–500 €) kann zehntausende Euro an unerwarteten Sanierungskosten aufdecken und den Immobilienwert realistisch einordnen.

Häufige Fragen

Wie finde ich einen Energieberater in meiner Nähe?

Der direkteste Weg ist die dena-Expertenliste unter energie-effizienz-experten.de. Geben Sie Ihre Postleitzahl ein, wählen Sie den Bereich „Wohngebäude" und einen passenden Umkreis. Alternativ bietet die Verbraucherzentrale Beratungen an rund 900 Standorten an (0800 – 809 802 400). Ergänzend helfen Empfehlungen von Nachbarn, Handwerkskammern und lokale Online-Suchen. Prüfen Sie bei allen Wegen die dena-Listung, wenn Sie Fördermittel nutzen möchten.

Wie lange muss ich auf einen Termin warten?

Die Wartezeiten variieren regional stark. In Großstädten und Ballungsräumen müssen Sie aktuell mit 6–12 Wochen rechnen, in ländlichen Regionen oft mit 3–6 Wochen. Hinzu kommen 4–8 Wochen für die iSFP-Erstellung. Tipp: Kontaktieren Sie mehrere Berater gleichzeitig und beginnen Sie die Suche frühzeitig — idealerweise 3–5 Monate vor dem geplanten Sanierungsstart.

Was kostet ein Energieberater?

Eine vollständige Energieberatung mit iSFP kostet für ein Ein-/Zweifamilienhaus zwischen 1.500 und 2.500 € brutto. Die BAFA übernimmt 50 %, maximal 650 €. Ihr Eigenanteil liegt bei ca. 850–1.850 €. Dieser Betrag rechnet sich bereits bei der ersten Sanierungsmaßnahme durch den 5-%-Förderbonus. Alle Details finden Sie in unserem Kostenratgeber.

Muss mein Energieberater auf der dena-Expertenliste stehen?

Ja — wenn Sie KfW- oder BAFA-Förderung beantragen möchten, ist die dena-Listung zwingend erforderlich. Nur gelistete Experten dürfen die für den Förderantrag notwendige Bestätigung zum Antrag (BzA) ausstellen. Für eine private Beratung ohne Förderbezug ist die Listung nicht vorgeschrieben, aber sie ist ein guter Qualitätsindikator, da die Aufnahme eine nachgewiesene Qualifikation und regelmäßige Fortbildung voraussetzt.

Kann ich den Energieberater während des Projekts wechseln?

Ja, Sie sind nicht an einen bestimmten Energieberater gebunden. Der iSFP gehört Ihnen und kann von jedem dena-gelisteten Experten als Grundlage verwendet werden. Für einzelne Maßnahmen oder die Baubegleitung können Sie einen anderen Experten beauftragen als für den iSFP. Wichtig: Informieren Sie den neuen Berater über den bestehenden iSFP und bereits umgesetzte Maßnahmen.

Was mache ich, wenn kein Energieberater verfügbar ist?

Nutzen Sie die Wartezeit sinnvoll: Sammeln Sie alle relevanten Unterlagen (Baupläne, Energieausweis, Heizkostenabrechnungen), informieren Sie sich über Förderprogramme und führen Sie eine digitale Gebäudeanalyse durch. Mit reduco können Sie Ihr Gebäude vorab analysieren und erfahren, welche Maßnahmen sich lohnen — so kommen Sie bestens vorbereitet zum Termin mit Ihrer Energieberaterin oder Ihrem Energieberater.


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