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ESG-Software für Immobilien im Vergleich: Predium, Deepki, CAALA & Co.

Hendrik Stotz

Hendrik Stotz

Zertifizierter Energieeffizienz-Experte

Stand: 18. Oktober 202616 Minuten

Wohn- und Gewerbeimmobilien im Bestand

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Das Wichtigste in Kürze

  • Sechs Lösungen im Vergleich: Predium, Deepki, CAALA, ista, Wüest Partner und reduco.ai (unser eigenes Produkt), von der Datenplattform für internationale Portfolios bis zum Werkzeug für Energiebilanz und Sanierungsplanung.
  • Preise: Veröffentlicht hat nur CAALA Preise (Beispielpakete ab 525 € pro Monat, 10 Tage kostenloser Test); reduco.ai bietet einen kostenlosen Einstieg, Bezahlpläne auf Anfrage. Predium, Deepki, ista und Wüest Partner nennen für ihre ESG-Angebote keine Preise (Oktober 2026).
  • Datenbasis: Deepki nennt über 600 Kunden, mehr als 85.000 Plattformnutzer und über 7.300 automatisierte Schnittstellen; das ista ESG-Navi nutzen nach Angaben von ista rund 700 Unternehmen.
  • CRREM-Analyse: Predium, Deepki und Wüest Partner sind als CRREM License Partner gelistet, CAALA bietet eine Stranded-Asset-Analyse nach CRREM, ista visualisiert seit September 2026 Effekte auf den CRREM-Pfad. reduco.ai bietet keine CRREM-Analyse, sondern einen Klimapfad nach den Klimazielen der Bundesregierung.
  • CO2KostAufG: ista weist die CO₂-Kostenaufteilung in seiner Heizkostenabrechnung aus; Predium bietet eine Auswertung zu CO₂-Kosten.
  • Energiebilanz und Sanierung: reduco.ai berechnet aus der Adresse die Energie- und CO₂-Bilanz und Sanierungsvarianten mit BEG-Förderung je Maßnahme; CAALA ist auf Ökobilanz (LCA) spezialisiert.

Welche ESG-Software passt zu Ihrem Immobilienbestand? Dieser Vergleich stellt sechs Lösungen gegenüber: Predium, Deepki, CAALA, ista, Wüest Partner und reduco.ai. reduco.ai ist unser eigenes Produkt; alle Angaben zu den anderen Anbietern stammen von deren Websites und Pressemitteilungen, der Status als CRREM License Partner aus dem Verzeichnis auf crrem.org (Stand 18.10.2026). Seit Anfang 2026 hat sich der Rahmen verschoben: Die CSRD erfasst nach der Omnibus-Richtlinie nur noch sehr große Unternehmen, das kostenlose CRREM-Excel-Tool wurde am 01.07.2026 eingestellt, und große Banken sollen nach den EBA-Leitlinien seit dem 11.01.2026 bei Immobilienkrediten die Energieeffizienzklasse der Gebäude berücksichtigen.

Warum ESG-Software für Immobilien unverzichtbar wird

Gleich mehrere regulatorische Entwicklungen machen den manuellen Umgang mit ESG-Daten im Immobilienbereich aufwendig:

  • CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive): Nach der Omnibus-Richtlinie (EU) 2026/470 berichten nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. € Umsatz, neu erfasste Unternehmen erstmals für das Geschäftsjahr 2027; börsennotierte KMU fallen heraus. Deutschland hat die CSRD bis Oktober 2026 nicht umgesetzt; für die meisten Bestandshalter ist der freiwillige VSME-Standard (Delegierte Verordnung (EU) 2026/1560) der realistische Rahmen. Energieverbräuche, CO₂-Emissionen und Dekarbonisierungspfade sollten Sie trotzdem systematisch erfassen, weil Banken und Investoren danach fragen.
  • Banken: Die Datenanfragen Ihrer Bank beruhen auf den EBA-Leitlinien zu ESG-Risiken, §§ 26c/26d KWG und der MaRisk (Rundschreiben 06/2026). Die EBA-Leitlinien gelten seit dem 11.01.2026, für kleine und nicht komplexe Institute spätestens ab dem 11.01.2027; große Institute sollen bei Immobilienkrediten die Energieeffizienzklasse berücksichtigen, und wo Daten fehlen, dürfen Banken mit Schätzungen arbeiten. Als gemeinsame Datenbasis für Bankfragebögen haben ZIA und vdp im Mai 2025 eine KPI-Liste vorgelegt.
  • EU-Taxonomie: Als ökologisch nachhaltig gilt eine Immobilientätigkeit nur, wenn sie wesentlich zu einem Umweltziel wie dem Klimaschutz beiträgt, kein anderes Umweltziel erheblich beeinträchtigt, den Mindestschutz einhält und die technischen Bewertungskriterien erfüllt (Art. 3 Taxonomie-Verordnung). Die Gebäudekriterien der Taxonomie gelten unverändert (Bestandsgebäude mit Baujahr vor 2021: Energieausweis Klasse A oder Top 15 % des Bestands); eine Revision liegt seit dem 17.03.2026 im Entwurf vor, die Annahme ist für Q4 2026 geplant.
  • EPBD-Revision (Energy Performance of Buildings Directive): Die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie führt Mindestvorgaben für bestehende Nichtwohngebäude und einen Renovierungspfad für den Wohngebäudebestand ein und verpflichtet die Mitgliedstaaten zu einem freiwillig nutzbaren Renovierungspass, den das GModG nicht regelt. Umgesetzt ist die Richtlinie in Deutschland teilweise: Das Gebäudeenergiegesetz heißt seit dem 29.07.2026 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) (verkündet am 28.07.2026, BGBl. 2026 I Nr. 226). Für Portfoliohalter besonders relevant: § 40 GModG begrenzt ab dem 01.01.2030 den Jahres-Primärenergiebedarf bestehender Nichtwohngebäude auf das 3,5fache und ab dem 01.01.2033 auf das 2,95fache eines Referenzgebäudes (§ 40 Abs. 2 Satz 1); die Vorschrift tritt zum 01.01.2027 in Kraft. Als erfüllt gilt die Anforderung unter anderem bei Gebäuden, die ab 1996 errichtet wurden, bei überwiegender Wärmeerzeugung mit Wärmepumpe oder Biomasse und bei Fernwärmeversorgung (§ 40 Abs. 3).
  • CO₂-Kostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG): Seit 2023 müssen Vermieter je nach CO₂-Ausstoß des Gebäudes je Quadratmeter Wohnfläche einen Anteil der CO₂-Kosten tragen, bei Nichtwohngebäuden die Hälfte. Neu seit 29.07.2026: Für fossile Heizungen, die nach diesem Tag in vermieteten Wohngebäuden eingebaut werden, teilen Vermieter und Mieter ab 2028 CO₂-Kosten und Gasnetzentgelte hälftig, ab 2029 auch die Kosten des Bio-Anteils für bis zu 30 % des Brennstoffs (§ 5a CO2KostAufG). Die korrekte Berechnung erfordert verlässliche Verbrauchsdaten.
  • CRREM (Carbon Risk Real Estate Monitor): CRREM stellt 1,5-°C-Dekarbonisierungspfade je Land und Nutzungsart auf Basis der IPCC-Budgets bereit; der Zeitpunkt, ab dem ein Gebäude den Pfad überschreitet, heißt seit Juli 2025 „CRREM Misalignment Year“. Wer CRREM in kommerzielle Software einbettet, braucht einen Vertrag als License Partner (Liste auf crrem.org). Was nach dem Ende des Excel-Tools bleibt, erklärt unser Beitrag zur CRREM-Analyse ohne Excel-Tool.

Stand 17.10.2026: Die CRREM Foundation (crrem.org) hat das kostenlose Excel-Tool am 1. Juli 2026 eingestellt. Pfade, Emissionsfaktoren und die Rechenlogik für das „CRREM Misalignment Year“ (früher „Stranding Year“) stehen weiterhin frei in der CRREM Library v2.05 zur Verfügung (Erstveröffentlichung 30.04.2026, Emissionsfaktoren aktualisiert 28.05.2026). Es gibt derzeit nur 1,5-°C-Pfade; 2-°C-Pfade sind für Q4 2027 angekündigt. Büro Deutschland 2030: 21,2 kgCO₂/m²·a; Mehrfamilienhaus Deutschland 2030: 12,5 kgCO₂/m²·a (Quelle: CRREM Foundation (2026), CRREM Global Pathways v2.05). Alle Werte je Nutzungsart: CRREM-Schwellenwerte je Gebäudetyp.

Je mehr Gebäude ein Bestand umfasst, desto aufwendiger wird es, diese Anforderungen manuell in Excel zu bearbeiten. ESG-Software kann Datenerfassung, Reporting und Szenarioanalyse automatisieren und so die Grundlage für wirtschaftlich fundierte Entscheidungen schaffen.

Kriterien für die Auswahl einer ESG-Software

Bei der Bewertung von ESG-Softwarelösungen für Immobilien sind folgende Kriterien entscheidend:

  1. Datenimport und -qualität: Wie gelangen Verbrauchsdaten, Energieausweise und Gebäudeinformationen ins System? Gibt es automatisierte Schnittstellen (z. B. zu Messdienstleistern) oder KI-gestützte Erfassung?
  2. Reporting-Standards: Unterstützt die Software CSRD, GRESB, EU-Taxonomie, INREV und weitere relevante Frameworks? GRESB hat die Ergebnisse 2026 am 01.10.2026 veröffentlicht; nach der EU-Verordnung über ESG-Ratings, die seit dem 02.07.2026 gilt, legt GRESB Methodik und Datenquellen seiner Bewertungen in einer Offenlegungserklärung dar.
  3. CRREM: Rechnet die Software mit den aktuellen CRREM-Pfaden (Library v2.05) und dem Misalignment Year, und ist der Anbieter als CRREM License Partner gelistet?
  4. CO₂-Tracking und CO2KostAufG: Werden CO₂-Emissionen gebäudescharf erfasst, und lässt sich die Kostenaufteilung nach CO2KostAufG automatisiert berechnen?
  5. Sanierungsplanung und Fördermittel: Bietet die Lösung Werkzeuge für die Planung von Sanierungsmaßnahmen und zeigt verfügbare Förderprogramme (z. B. KfW-Förderung) an?
  6. Kosten und Skalierbarkeit: Wie ist die Preisstruktur, pro Gebäude, pro Portfolio oder als Flatrate? Ist die Lösung auch für kleinere Portfolios erschwinglich?
  7. Bedienbarkeit und Self-Service: Brauche ich ein Beratungs-Team für das Onboarding oder kann ich sofort loslegen?
  8. Fokus auf den deutschen Markt: Werden deutsche Regularien wie GModG und CO2KostAufG nativ abgebildet?

Die wichtigsten Anbieter im Überblick

Die Anbieter unterscheiden sich deutlich in Zielgruppe, Funktionstiefe und Preismodell. Im Folgenden stellen wir fünf Lösungen vor, Predium, Deepki, CAALA, ista und Wüest Partner, sowie reduco.ai, unser eigenes Produkt, für Energiebilanz und Sanierungsplanung. Alle Angaben zu den anderen Anbietern stammen von deren Websites und Pressemitteilungen (abgerufen am 17. und 18.10.2026), der Status als CRREM License Partner aus dem Verzeichnis auf crrem.org; „nicht genannt“ heißt nur, dass eine Funktion dort nicht erwähnt ist.

Predium

Herkunft: München (Predium Technology GmbH).

Finanzierung: 13 Mio. Euro Series A (bekanntgegeben im November 2024), angeführt von Norrsken VC, mit UVC Partners, b2venture, Mutschler Ventures und Reimann Investors.

Positionierung laut Anbieter: „Real Estate Intelligence Plattform“ für „effektive Kapital-Entscheidungen“ in der Immobilienbranche.

Kernfunktionen laut Website:

  • Datenerfassung aus Energieausweisen, Adressen und Rechnungen; fehlende Angaben wie U-Werte ergänzt Predium per KI, Satelliten- und Geodaten.
  • Szenarioanalyse für Investitions- und Maßnahmenpläne mit Auswirkungen auf Rendite und CO₂-Reduktion, Priorisierung über den Bestand.
  • 1,5-°C-Zielpfad nach CRREM; Predium ist als CRREM License Partner gelistet.
  • Maßnahmenplanung mit Kostenschätzung und Fördermittel-Check, Auswertung zu CO₂-Kosten.
  • ESG-Reporting; laut Website deckt Predium u. a. EU-Taxonomie, SFDR, CSRD, GRESB und die Energieausweis-Pflichten nach dem GEG (seit 29.07.2026 GModG) ab.

Referenzen (Logos auf der Website): u. a. Deutsche Investment, Colliers, Baloise, WBM, Vivawest, Bayerische Hausbau.

Fokus:

  • Verbindet Datenerfassung, Szenarioanalyse, Maßnahmenplanung und Reporting in einer Plattform.
  • Ausrichtung auf Investitions- und Kapitalentscheidungen.
  • Nach eigener Angabe nach ISO 27001 zertifiziert.

Grenzen (laut Website, Stand 18.10.2026):

  • Preise nicht veröffentlicht; Einstieg über Demo- oder Beratungstermin.

Zielgruppe laut Anbieter: Institutionelle Investoren, Wohnungswirtschaft, Banken, ESG-Manager.

Preise: Nicht veröffentlicht (auf Anfrage).

Deepki

Herkunft: Paris, gegründet 2014 von Vincent Bryant und Emmanuel Blanchet; deutsche Gesellschaft in Berlin.

Finanzierung: 150 Mio. Euro Series C (März 2022), angeführt von One Peak und Highland Europe.

Positionierung laut Anbieter: „Die führende Nachhaltigkeitslösung für die Immobilienbranche“.

Kernfunktionen laut Website:

  • Über 600 Kunden, mehr als 85.000 Plattformnutzer und nach eigener Angabe 4 Bio. € überwachtes Immobilienvermögen.
  • Mehr als 7.300 automatisierte Schnittstellen und KI-gestützte Schätzungen für über 60 Asset-Typen.
  • Simulation von Investitionseffekten anhand von CRREM und eigenen Zielen; Deepki ist als CRREM License Partner gelistet.
  • Prüfbereite Berichte u. a. für CSRD, GRESB und SFDR.
  • Software für die grauen Emissionen (Embodied Carbon) von Bau- und Renovierungsprojekten über Nooco, ein von Deepki übernommenes Unternehmen.
  • Zertifizierungen laut Website: ISO 27001, ISAE 3000 Type 2, SOC 2 Type II.

Referenzen (Logos auf der Website): u. a. Generali, Swiss Life Asset Managers, Nuveen, AEW, HIH, Invesco, Ville de Paris.

Fokus:

  • Datenplattform für internationale Portfolios mit breiter Schnittstellen-Abdeckung.
  • Reporting für internationale Rahmenwerke (CSRD, GRESB, SFDR).
  • Unabhängig geprüfter Datenerfassungsprozess (ISAE 3000 Type 2).

Grenzen (laut Website, Stand 18.10.2026):

  • Preise nicht veröffentlicht; Einstieg über Demo-Anfrage.
  • CO2KostAufG auf den geprüften deutschen Seiten nicht genannt.

Zielgruppe laut Anbieter: Eigentümer, Nutzer (Mieter), Banken, Bauwirtschaft, Asset Management sowie ESG- und Property-Management-Teams; Referenzen u. a. internationale Asset Manager und Versicherer.

Preise: Nicht veröffentlicht (auf Anfrage).

CAALA

Herkunft: München (CAALA GmbH); Software, Beratung und Akademie für Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienbranche.

Positionierung laut Anbieter: Analyse-Software auf Basis parametrischer Lebenszyklusanalyse, um Optimierungs- und Dekarbonisierungspotenziale auf Gebäudeebene zu finden.

Kernfunktionen laut Website:

  • Parametrische Lebenszyklusanalyse: Werte zu CO₂, Energiebedarf und Lebenszykluskosten je Planungsvariante.
  • Stranded-Asset-Analyse nach CRREM und Aggregation von Projektergebnissen für das CSRD-Reporting auf Portfolio- und Objektebene (Dashboard-Lizenz).
  • Analyse von Neubau- und Sanierungsprojekten sowie Portfolioanalysen (CO₂-Risiko, Sanierungspotenzial).
  • Gebäudemodell von der Flächeneingabe bis zum BIM-Modell; IFC-Modell-Check in der Basis-Lizenz.
  • Kombination aus Software und optionaler Beratung (Modellerstellung, ESG-Due-Diligence, Nachhaltigkeitszertifizierung).

Preismodell: Lizenzen je Projekt (Monats- oder Jahreslizenz) und Dashboard-Lizenzen; veröffentlichte Beispielpakete von 525 € bis 2.733 € pro Monat bei zwei bis drei Jahren Laufzeit (ob netto oder brutto, nennt die Seite nicht); 10 Tage kostenloser Test, ein Gratis-Tarif ist nicht ausgewiesen.

Fokus:

  • Ökobilanz (LCA) und CO₂-Optimierung in Planung und Projektentwicklung.
  • Lebenszykluskosten und Variantenvergleich in frühen Planungsphasen.
  • Stranded-Asset-Analyse nach CRREM im Portfolio-Dashboard.

Grenzen (laut Website, Stand 18.10.2026):

  • GRESB-Reporting und CO2KostAufG auf den geprüften Seiten nicht genannt.
  • Kein dauerhaft kostenloser Tarif, nur ein 10-tägiger Test.

Zielgruppe laut Anbieter: Bau- und Immobilienbranche; Beispielpakete für Architektur, Projektentwicklung und Asset Management.

Preise: Beispielpakete ab 525 € pro Monat (Stand 18.10.2026).

ista

Herkunft: Essen (ista SE). Nach eigener Angabe sind Produkte und Services von ista weltweit in über 14 Millionen Wohnungen und Gewerbeimmobilien im Einsatz; ista bietet unter anderem Messdienst und Heizkostenabrechnung.

Positionierung: Für ESG-Datenmanagement bietet ista das ESG-Navi an.

Kernfunktionen laut Website und Pressemitteilungen:

  • Einen Großteil der Verbrauchsdaten kann ista selbst bereitstellen; Benchmarks auf Basis anonymisierter ista-Datensätze.
  • Visualisierung von Verbrauch, CO₂-Emissionen und Kosten auf Portfolio- und Gebäudeebene.
  • Die CO₂-Kostenaufteilung nach CO2KostAufG weist ista in seiner Heizkostenabrechnung aus; das ESG-Navi zeigt seit September 2026 die Effekte von Dekarbonisierungsschritten auf Effizienzklasse und Verteilung der CO₂-Kosten und enthält ein Prognose-Tool für CO₂-Kosten.
  • Planung und Dokumentation von Dekarbonisierungsmaßnahmen, seit September 2026 mit priorisierten Sanierungsempfehlungen je Gebäude.
  • Effekte auf den CRREM-Pfad lassen sich laut Pressemitteilung vom 02.09.2026 visualisieren; eine Prüfung auf Konformität mit der EU-Taxonomie und mit CRREM kündigt die Produktseite als „demnächst“ an.
  • API-Schnittstellen und Import-/Exportfunktionen; Nachhaltigkeitsberichte gemäß CSRD.
  • Laut ista nutzen rund 700 Unternehmen mit fast 700.000 Nutzeinheiten das ESG-Navi (September 2026).

Fokus:

  • Verbrauchsdaten aus dem eigenen Messdienst als Datenbasis.
  • CO₂-Kostenaufteilung im Zusammenspiel mit der Heizkostenabrechnung.
  • Ausrichtung auf die Wohnungswirtschaft.

Grenzen (laut Website, Stand 18.10.2026):

  • Ob das ESG-Navi ohne ista-Messdienstvertrag nutzbar ist, nennt die Produktseite nicht.
  • Preise nicht veröffentlicht.

Zielgruppe laut Anbieter: Wohnungswirtschaft.

Preise: Nicht veröffentlicht.

Wüest Partner

Herkunft: Zürich, gegründet 1985; nach eigener Beschreibung „ein innovatives und unabhängiges Software- und Dienstleistungsunternehmen der Immobilienwirtschaft“ mit rund 500 Mitarbeitenden und fünf deutschen Standorten in Frankfurt, Berlin, München, Düsseldorf und Hamburg.

Positionierung: Immobilienbewertung und -beratung mit integriertem RE ESG-Rating. Kombination aus Daten, Software und Beratung.

Kernfunktionen laut Website:

  • RE ESG-Rating mit drei Ratings: Location, Building und Plus.
  • Rund 50 Indikatoren (Location), 30 (Building) und 120 (Plus); RE ESG Plus enthält die Nachhaltigkeits-KPIs des ZIA.
  • Standardisierte Bewertungsmatrix (Rating 1–5 pro Indikator) für portfolioweite Vergleichbarkeit.
  • Wüest Visits für strukturierte Gebäudeinspektionen.
  • Alle drei Ratings sind seit 2023 von GRESB anerkannt (als Green Building Certificates).
  • Software Wüest Dimensions mit einem Modul für Nachhaltigkeitsmanagement (CRREM-Pfad mit und ohne geplante Investitionen, Capex und Energiekosten); die „Optimizer Technology“ verbindet nach eigener Angabe Bewertung, Marktdaten, ESG und Investitionsplanung. Wüest Partner ist als CRREM License Partner gelistet.

Fokus:

  • Verbindung von ESG-Rating, Immobilienbewertung und Beratung.
  • GRESB-anerkanntes Rating.
  • Datenerfassung bis zur Vor-Ort-Inspektion.

Grenzen (laut Website, Stand 18.10.2026):

  • Selbst durchführen lässt sich laut Website das Location-Rating (über Wüest Dimensions); für Plus werden auch manuell erhobene Daten genutzt, bei der Datenaufnahme unterstützt das ESG-Team von Wüest Partner.
  • CO2KostAufG auf den geprüften Seiten nicht genannt; Preise nicht veröffentlicht.

Zielgruppe laut Anbieter: u. a. institutionelle Investoren, Family Offices, Banken, Corporate Real Estate und Projektentwickler.

Preise: Nicht veröffentlicht.

reduco.ai

Herkunft: Berlin (Reduco UG (haftungsbeschränkt)). reduco.ai ist unser eigenes Produkt.

Positionierung: reduco (reduco.ai) ist eine deutsche Web-Plattform für Dekarbonisierungsentscheidungen im Gebäudebestand: Aus einer Adresse erstellt reduco ein Gebäudemodell, berechnet den Energiebedarf und die CO₂-Bilanz, zeigt den Klimapfad nach den Klimazielen der Bundesregierung oder auf Wunsch nach dem eigenen Unternehmensziel sowie das Klimarisiko und vergleicht förderfähige Sanierungsvarianten mit einer 20-Jahres-Wirtschaftlichkeit, für Einzelgebäude und Portfolios mit etwa 1 bis 100 Gebäuden.

Funktionsumfang (Stand 17.10.2026):

  • Gebäudemodell aus der Adresse (amtliche LoD2-/CityGML-Daten), Grundriss- und IFC-Import.
  • Energie- und CO₂-Bilanz je Gebäude für Wohn- und Nichtwohngebäude (Mehrzonen).
  • Klimapfad je Gebäude nach den Klimazielen der Bundesregierung (klimaneutral 2045) oder auf Wunsch nach Ihrem eigenen Unternehmensziel.
  • Klimarisiko-Screening je Adresse (physische Gefahren).
  • Sanierungsvarianten mit Mengen aus dem Modell, BEG-Förderung je Maßnahme, Sowieso- und Mehrkosten, Kalkulation, Wirtschaftlichkeit nach VDI 2067 (Annuität, 20-Jahres-Cashflow), Ertragswert und Modernisierungsumlage.
  • Dashboard über mehrere Gebäude.

Grenzen (Stand 17.10.2026): keine CRREM-Analyse (reduco ist kein CRREM License Partner), keine GRESB- oder CSRD-Berichte, keine CO2KostAufG-Aufteilung, keine Ökobilanz (LCA), keine Erstellung von iSFP; die Energiebilanz beruht auf dem berechneten Bedarf, nicht auf laufend erfassten Verbräuchen.

Zielgruppe: Bestandshalter mit etwa 1 bis 100 Gebäuden, Wohnungsunternehmen, Energieberater und Planer.

Preise: Kostenloser Einstieg; Bezahlpläne für Unternehmen auf Anfrage.

Vergleichstabelle: Alle Anbieter auf einen Blick

Kriterium Predium Deepki CAALA ista Wüest Partner reduco.ai
Hauptsitz München Paris München Essen Zürich Berlin
Zielgruppe (laut Anbieter) Instit. Investoren, Wohnungswirtschaft, Banken, ESG-Manager Eigentümer, Nutzer, Banken, Asset Management, ESG-Teams Bau- und Immobilienbranche (Planung, Projektentwicklung, Asset Management) Wohnungswirtschaft Instit. Investoren, Family Offices Bestandshalter mit ca. 1–100 Gebäuden, Energieberater, Planer
Datenbasis Energieausweise, Rechnungen, Adresse; Ergänzung per KI und Geodaten 7.300+ Schnittstellen, KI-gestützte Schätzungen Flächeneingabe bis BIM-/IFC-Modell Verbrauchsdaten aus dem ista-Messdienst, API, Import/Export Daten und Vor-Ort-Inspektion (Wüest Visits) Adresse (amtliche LoD2-Daten), Grundriss- und IFC-Import
CRREM-Analyse Ja (License Partner) Ja (License Partner) Ja (Stranded-Asset-Analyse nach CRREM) Visualisierung der Effekte auf den CRREM-Pfad (seit 09/2026) Ja (License Partner) Nein (Klimapfad nach den Klimazielen der Bundesregierung)
GRESB-Reporting Ja (laut Website) Ja Nicht genannt Nicht genannt GRESB-anerkanntes Rating Nein
CSRD-Reporting Ja (laut Website) Ja Aggregation für das CSRD-Reporting Ja (Berichte gemäß CSRD) Beratung zur ESG-Berichterstattung Nein
CO2KostAufG Auswertung zu CO₂-Kosten Nicht genannt Nicht genannt Ja (in der Heizkostenabrechnung) Nicht genannt Nein
LCA / Ökobilanz Nicht genannt Ja (über Nooco) Ja (Kernkompetenz) Nicht genannt Beratung zu grauer Energie Nein
Sanierungsplanung Maßnahmenplanung mit Kosten und Fördermittel-Check Simulation von Investitionseffekten Sanierungspotenzialanalyse, Variantenvergleich Sanierungsempfehlungen (seit 09/2026) Sanierungs- und CO₂-Simulation Ja (Varianten mit Mengen, BEG je Maßnahme, VDI 2067, Modernisierungsumlage)
Kostenloser Einstieg Nicht genannt (Demo-Termin) Nicht genannt (Demo-Anfrage) 10 Tage Test Nicht genannt Nicht genannt Ja (kostenloser Einstieg)
Preise veröffentlicht Nein Nein Ja (ab 525 €/Monat) Nein Nein Nein (Bezahlpläne auf Anfrage)

Quellen: Websites und Pressemitteilungen der Anbieter, abgerufen am 17. und 18.10.2026; Liste der CRREM License Partner auf crrem.org. „Nicht genannt“ heißt: auf den geprüften Seiten des Anbieters nicht erwähnt. Preise und Funktionen können sich ändern. · Stand: Oktober 2026

Für wen eignet sich welche Lösung?

Die Wahl hängt maßgeblich von Portfoliogröße, internen Ressourcen und regulatorischen Anforderungen ab. Die folgenden Zuordnungen stützen sich auf die Zielgruppen und Funktionen, die die Anbieter selbst nennen:

Sie sind ein großer institutioneller Investor mit internationalem Portfolio: Deepki nennt über 600 Kunden, mehr als 7.300 Schnittstellen und prüfbereite Berichte für CSRD, GRESB und SFDR. Predium richtet sich ebenfalls an institutionelle Investoren, mit Schwerpunkt auf Investitions- und Kapitalentscheidungen.

Sie sind ein mittelgroßer Bestandshalter in Deutschland: Predium verbindet Datenerfassung, Maßnahmenplanung mit Fördermittel-Check und Reporting. Wer ista als Messdienstleister nutzt, kann Verbrauchsdaten im ista ESG-Navi verwenden.

Sie sind Architekt, Planer oder Projektentwickler: CAALA ist auf Ökobilanz und Lebenszyklusanalyse in der Planung spezialisiert und verarbeitet Gebäudemodelle bis hin zu BIM-/IFC-Daten.

Sie bewerten Immobilienportfolios im DACH-Raum: Wüest Partner verbindet ein GRESB-anerkanntes ESG-Rating mit Immobilienbewertung und Beratung.

Sie halten 1 bis 100 Gebäude oder beraten als Energieberater: reduco.ai berechnet aus der Adresse die Energiebilanz und Sanierungsvarianten mit BEG-Förderung je Maßnahme und Wirtschaftlichkeit nach VDI 2067. Der Einstieg ist kostenlos. Eine ESG-Reporting-Plattform für CSRD oder GRESB ist reduco nicht.

Tipp: Kombination von Tools. Die Lösungen schließen sich nicht aus: Energiebilanz und Sanierungsvarianten je Gebäude lassen sich mit einem Werkzeug wie reduco.ai rechnen, das Reporting für CSRD oder GRESB mit einer Reporting-Plattform erstellen, und Verbrauchsdaten liefert der Messdienstleister. Klären Sie vorab, in welchen Formaten Daten zwischen den Systemen ausgetauscht werden.

Häufige Fragen zu ESG-Software für Immobilien

Was kostet ESG-Software für Immobilien?

Veröffentlicht sind nur wenige Preise (Stand 18.10.2026): CAALA nennt Beispielpakete von 525 € bis 2.733 € pro Monat bei zwei bis drei Jahren Laufzeit; reduco.ai hat einen kostenlosen Einstieg, Bezahlpläne auf Anfrage. Predium, Deepki, ista und Wüest Partner nennen für ihre ESG-Angebote keine Preise. Fragen Sie Preise je Gebäude und Jahr an, damit Angebote vergleichbar werden. Die Kosten einer energetischen Sanierung übersteigen die Softwarekosten in der Regel bei Weitem, umso wichtiger ist es, mit den richtigen Daten die richtigen Maßnahmen zu priorisieren.

Brauche ich ESG-Software für ein kleines Portfolio?

Auch bei wenigen Gebäuden kann Ihre Bank Energiedaten je Gebäude abfragen: Große Institute sollen nach den EBA-Leitlinien bei Immobilienkrediten die Energieeffizienzklasse berücksichtigen, für kleine und nicht komplexe Institute gelten die Leitlinien spätestens ab dem 11.01.2027. Beim Verkauf, bei der Refinanzierung oder der CO₂-Kostenaufteilung brauchen Sie ebenfalls belastbare Zahlen. Eine Berichtspflicht nach der CSRD haben kleine Bestandshalter dagegen in aller Regel nicht; sie gilt nur für Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. € Umsatz. Für kleine Portfolios lohnt der Vergleich mit Werkzeugen mit kostenlosem Einstieg; ob sich eine Enterprise-Plattform rechnet, hängt von Lizenzkosten und Datenaufwand je Gebäude ab.

Kann ich verschiedene ESG-Tools kombinieren?

Ja. Wichtig ist, dass die Daten zwischen den Systemen austauschbar sind, idealerweise über Schnittstellen oder standardisierte Exportformate. Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Formate eine Reporting-Plattform importiert; für Bankfragebögen empfehlen ZIA und vdp ihre KPI-Liste als gemeinsame Datenbasis, und Wüest Partner hat sie etwa in sein Rating RE ESG Plus übernommen.

Welche Software unterstützt das CO₂-Kostenaufteilungsgesetz?

ista weist die CO₂-Kostenaufteilung nach CO2KostAufG in seiner Heizkostenabrechnung aus, und das ESG-Navi zeigt seit September 2026, wie sich Sanierungen auf die Verteilung der CO₂-Kosten auswirken. Predium nennt eine Auswertung zu CO₂-Kosten. Deepki, CAALA und Wüest Partner nennen das CO2KostAufG auf den geprüften Seiten nicht (Stand 18.10.2026). reduco.ai berechnet die CO₂-Bilanz je Gebäude, bietet aber keine CO2KostAufG-Aufteilung. Wie Sie die Aufteilung im Bestand berechnen, zeigt unser Beitrag zur CO₂-Kostenaufteilung im Wohnungsportfolio.


Ein Vergleich ist nur so gut wie die Gebäudedaten dahinter: Für Energiebilanz, Klimapfad und Sanierungsvarianten brauchen Sie je Gebäude Geometrie, Bauteile und Anlagentechnik. Wo steht Ihr Bestand? reduco erzeugt aus jeder Adresse ein 3D-Gebäudemodell auf Basis amtlicher LoD2-Daten und berechnet die Energie- und CO₂-Bilanz, einen Klimapfad je Gebäude nach den Klimazielen der Bundesregierung (klimaneutral 2045) oder auf Wunsch nach Ihrem eigenen Unternehmensziel sowie Sanierungsvarianten mit BEG-Förderung je Maßnahme und Wirtschaftlichkeit nach VDI 2067. Kostenlos starten · reduco für Immobilienunternehmen

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