Reduco
Ratgeber18 Min. Lesezeit

Wallbox & PV-Überschussladen 2026: einrichten in 6 Schritten

Wallbox PV-Überschussladen 2026 in 6 Schritten einrichten: Solarstrom für 8–12 ct/kWh. Welche Wallbox es kann (ADAC), Phasenumschaltung, §14a & Eichrecht.

Photovoltaik-Anlage auf einem Hausdach

Das Wichtigste in Kürze

  • PV-Überschussladen bedeutet: Die Wallbox lädt nur den Solarstrom, den Haushalt und Speicher gerade nicht brauchen. Kosten rund 8–12 ct/kWh statt 30–36 ct Netzstrom oder 40–60 ct an der öffentlichen Säule.
  • Nur eine smarte Wallbox kann es: Sie braucht eine Schnittstelle zum Wechselrichter oder ein Energiemanagementsystem (EEBUS, Modbus, SunSpec, SMA SEMP, OCPP oder die Open-Source-Lösung evcc).
  • Wichtigstes Kaufkriterium – automatische Phasenumschaltung: Ohne sie startet 3-phasiges Überschussladen erst ab ca. 4,1–4,2 kW Überschuss; mit Hardware-Umschaltung (1-/3-phasig) bereits ab 1,4 kW. Im ADAC-Wallbox-PV-Test konnten das nur Fronius Wattpilot, Myenergi Zappi und openWB Series2.
  • Mindestladeleistung: Sinkt der Überschuss unter 1,4 kW (6 A einphasig), pausiert der Ladevorgang technisch bedingt.
  • Eichrecht: Für privates Überschussladen (eigenes Auto, eigene Wallbox, eigener Strom) ist kein geeichter Zähler nötig. Pflicht wird Eichrecht erst, wenn kWh abgerechnet werden – Dienstwagen gegenüber dem Arbeitgeber, Vermietung an Mieter oder geteilte WEG-Wallbox.
  • §14a EnWG: Der Netzbetreiber darf den Netzbezug auf mindestens 4,2 kW drosseln (nie darunter, nie ganz abschalten); PV-Überschuss ist von der Drosselung nie betroffen. Im Gegenzug gibt es 110–190 EUR Netzentgelt-Rabatt pro Jahr.
  • Anmeldung: Wallboxen bis 11 kW sind anmeldepflichtig, über 11 kW zusätzlich genehmigungspflichtig beim Netzbetreiber.

Sie interessieren sich für eine Solaranlage?

Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region und sparen Sie bis zu 37 % durch unseren Angebotsvergleich.

  • 100 % kostenlos & unverbindlich
  • Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
  • Durch Vergleich bis zu 37 % sparen

Ein Elektroauto mit Solarstrom vom eigenen Dach laden – das ist 2026 keine Zukunftsvision mehr, sondern wirtschaftlich eine der besten Investitionen im Bereich der privaten Energieversorgung. Der entscheidende Hebel heißt PV-Überschussladen: Die Wallbox zieht nur den Strom in die Fahrzeugbatterie, den Ihr Haushalt gerade nicht selbst verbraucht. Statt diesen Überschuss für 7,78 ct/kWh ins Netz einzuspeisen, fahren Sie ihn für effektiv 8 bis 12 ct/kWh – während Netzstrom 30 bis 36 ct/kWh und eine öffentliche Ladesäule 40 bis 60 ct/kWh kostet. Wer 15.000 Kilometer im Jahr fährt und den Großteil davon mit eigenem Solarstrom zurücklegt, spart gegenüber dem öffentlichen Laden bis zu 1.500 EUR jährlich, gegenüber Netzstrom rund 600 EUR.

Dieser Ratgeber ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung: Sie erfahren, wie Sie PV-Überschussladen in sechs Schritten einrichten, welche Wallbox es laut ADAC-Test wirklich kann, warum die automatische Phasenumschaltung das wichtigste Auswahlkriterium ist, wann Eichrecht Pflicht wird und welche Förderung 2026 noch greift – mit konkreten, geprüften Zahlen.

Was ist PV-Überschussladen?

Beim PV-Überschussladen erhält die Wallbox in Echtzeit ein Signal vom Wechselrichter oder einem Energiemanagementsystem, das angibt, wie viel Solarstrom gerade nicht im Haushalt verbraucht wird. Genau diesen Überschuss leitet die Wallbox in die Fahrzeugbatterie – die Ladeleistung folgt also der Wolke am Himmel.

Ein Beispiel: An einem sonnigen Nachmittag im Mai erzeugt Ihre 10-kWp-Anlage 7 kW. Der Haushalt verbraucht 1,5 kW. Es bleiben 5,5 kW Überschuss. Die smarte Wallbox lädt Ihr Auto nun mit 5,5 kW. Zieht eine Wolke auf und die Erzeugung sinkt auf 4 kW, reduziert die Wallbox die Ladeleistung auf 2,5 kW. Sinkt der Überschuss unter die technische Mindestladeleistung von 1,4 kW (6 A einphasig), pausiert die Wallbox den Ladevorgang – darunter kann kein Elektroauto laden. Diese Untergrenze gilt herstellerübergreifend und ist laut Verbraucherzentrale der zentrale technische Eckwert des Überschussladens.

Damit das überhaupt funktioniert, brauchen Sie vier Bausteine: eine PV-Anlage, eine PV-überschussfähige (smarte) Wallbox, einen Zähler bzw. Smart Meter, der den Überschuss misst, und optional einen Batteriespeicher sowie ein Energiemanagementsystem (EMS). Einige Wallboxen bieten zusätzlich einen Mischbetrieb: Sie laden mit einer garantierten Mindestleistung aus dem Netz und stocken bei verfügbarem Solarüberschuss auf. So ist das Auto bis zur gewünschten Abfahrtszeit voll, ohne den Solarstrom zu verschenken.

Warum Wallbox und Photovoltaik zusammengehören

Ein durchschnittliches Elektroauto verbraucht rund 17 kWh pro 100 Kilometer. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 km ergibt das einen Strombedarf von etwa 2.500 kWh. Eine Photovoltaikanlage mit 10 kWp Leistung erzeugt in Deutschland rund 9.500 bis 10.500 kWh pro Jahr – das ist also ein Vielfaches dessen, was Ihr Fahrzeug braucht.

Das Problem: Ohne intelligente Steuerung passt die Erzeugung selten zum Ladebedarf. Die PV-Anlage liefert mittags am meisten Strom, das Auto steht aber womöglich gar nicht in der Garage. Genau hier kommt die smarte Wallbox ins Spiel. Sie erkennt, wann Solarüberschuss vorhanden ist, und startet oder reguliert den Ladevorgang automatisch. Wer ohnehin einen Stellplatz überdachen will, bekommt beides aus einer Hand – siehe Solarcarport mit Wallbox als Komplettpaket.

Der wirtschaftliche Hebel der Kombination zeigt sich in einer einfachen Rechnung:

Ladequelle Kosten pro kWh Kosten pro 100 km Jahreskosten (15.000 km)
Solarstrom (PV-Eigenverbrauch) 8–12 ct 1,36–2,04 EUR 200–306 EUR
Netzstrom (Haustarif) 30–36 ct 5,10–6,12 EUR 765–918 EUR
Öffentliche Ladesäule (AC) 40–50 ct 6,80–8,50 EUR 1.020–1.275 EUR
Öffentliche Ladesäule (DC-Schnelllader) 50–60 ct 8,50–10,20 EUR 1.275–1.530 EUR

Die Ersparnis gegenüber dem öffentlichen Laden beträgt also 800 bis 1.200 EUR pro Jahr – allein durch den Solarstrom.

Eigenverbrauchsanteil mit E-Auto deutlich steigern

Ohne Elektroauto liegt der Eigenverbrauchsanteil einer typischen 10-kWp-Anlage bei nur 25 bis 35 %. Der Großteil des Solarstroms fließt ins Netz und wird im Zeitraum 1.2.–31.7.2026 mit lediglich 7,78 ct/kWh vergütet (Überschusseinspeisung bis 10 kWp; Volleinspeisung 12,34 ct/kWh). Ein Elektroauto, das regelmäßig tagsüber zu Hause lädt, erhöht den Eigenverbrauchsanteil auf 40 bis 55 %. Mit einem zusätzlichen Batteriespeicher sind sogar 60 bis 70 % erreichbar. Mehr dazu im Ratgeber Solarstrom-Eigenverbrauch optimieren: 7 Strategien.

Konfiguration Eigenverbrauchsanteil Autarkiegrad
PV 10 kWp ohne Speicher, ohne E-Auto 25–35 % 20–30 %
PV 10 kWp ohne Speicher, mit E-Auto 40–55 % 35–45 %
PV 10 kWp + 10 kWh Speicher, ohne E-Auto 60–75 % 50–65 %
PV 10 kWp + 10 kWh Speicher, mit E-Auto 65–80 % 55–70 %

Das bedeutet: Ein Elektroauto ist neben dem Batteriespeicher der wirksamste Hebel, um mehr Solarstrom selbst zu nutzen. Jede zusätzlich selbst verbrauchte Kilowattstunde bringt 20 bis 28 ct mehr als die Einspeisung ins Netz.

PV-Überschussladen in 6 Schritten einrichten

PV-Überschussladen klingt komplizierter, als es ist. Wenn Wechselrichter, Wallbox und Zähler zueinander passen, läuft die Steuerung danach vollautomatisch. Diese sechs Schritte führen von der Bestandsaufnahme bis zum ersten Sonnen-Ladevorgang.

Schritt 1 – PV-Anlage und Wechselrichter prüfen. Klären Sie zuerst, welcher Wechselrichter verbaut ist und welche Schnittstelle er bietet (Modbus TCP, SunSpec, SMA SEMP oder eine Hersteller-Cloud). Davon hängt ab, welche Wallbox sich sauber anbinden lässt. Faustregel für die Anlagengröße: Für Haushalt plus E-Auto sollten es 10–12 kWp sein (Details unten im Dimensionierungs-Kapitel).

Schritt 2 – PV-überschussfähige Wallbox wählen. Achten Sie auf zwei Dinge: eine Schnittstelle zum Energiemanagement und – das ist das wichtigste Kriterium – eine automatische 1-/3-phasige Phasenumschaltung. Nur damit startet das Überschussladen schon ab 1,4 kW statt erst ab gut 4 kW. Welche Modelle das können, zeigt die Tabelle im nächsten Kapitel.

Schritt 3 – Schnittstelle verbinden (EEBUS, Modbus, SunSpec oder evcc). Innerhalb eines Hersteller-Ökosystems (z. B. Fronius-Wechselrichter + Fronius Wattpilot) ist die Kopplung meist Plug-and-play. Herstellerübergreifend gelingt sie am zuverlässigsten über ein separates EMS oder die kostenlose Open-Source-Software evcc, die Wechselrichter, Zähler und Wallboxen dutzender Marken verbindet und das Überschussladen regelt. EEBUS ist 2026 der Zielstandard und wird auch für die §14a-Steuerung genutzt.

Schritt 4 – Zähler bzw. Smart Meter einbinden. Das Energiemanagement muss den Netzbezug bzw. die Einspeisung am Netzverknüpfungspunkt messen, um den Überschuss zu berechnen. Dafür kommt entweder ein zusätzlicher Energiezähler hinter dem Wechselrichter oder ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) zum Einsatz. Ein Smart Meter ist zugleich Voraussetzung für §14a.

Schritt 5 – Wallbox beim Netzbetreiber anmelden (§14a EnWG). Jede Wallbox bis 11 kW ist anmeldepflichtig, über 11 kW zusätzlich genehmigungspflichtig. Geräte über 4,2 kW Netzanschlussleistung müssen seit dem 1.1.2024 als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG gemeldet werden. Das übernimmt in der Regel Ihr Elektroinstallateur zusammen mit der Installation; im Gegenzug winkt der Netzentgelt-Rabatt (siehe §14a-Kapitel).

Schritt 6 – Konfigurieren und testen. Setzen Sie in der App den Lademodus auf „nur Überschuss" (oder „Überschuss + Mindestleistung"), legen Sie Ladeziel und Abfahrtszeit fest und priorisieren Sie Haushalt → Speicher → Auto. Prüfen Sie an einem sonnigen Tag, ob die Wallbox bei aufziehenden Wolken sauber herunterregelt und bei unter 1,4 kW pausiert – dann läuft das System korrekt.

Tipp: Planen Sie Wallbox, Wechselrichter und EMS möglichst aus einer Hand oder lassen Sie die Kompatibilität vom Installateur bestätigen, bevor Sie kaufen. Die meisten Praxisprobleme beim Überschussladen sind keine Defekte, sondern Schnittstellen, die nicht zueinander passen.

Welche Wallbox kann PV-Überschussladen?

Nicht jede Wallbox kann PV-Überschussladen – und unter denen, die es können, gibt es große Unterschiede. Der ADAC hat acht Wallboxen fürs PV-Überschussladen getestet. Testsieger wurde der Fronius Wattpilot Home 11 J 2.0 (Note 1,6, ca. 938 EUR). Entscheidend: Nur drei Modelle – Fronius, Myenergi Zappi V2.1 und openWB Series2 – beherrschen die automatische 1-/3-phasige Umschaltung und starten damit schon ab 1,4 kW Überschuss.

Wallbox Automatische Phasenumschaltung Überschussladen ab Schnittstelle Hinweis
Fronius Wattpilot Home 11 J 2.0 Ja (1-/3-phasig) 1,4 kW Fronius-Ökosystem, SunSpec ADAC-Testsieger (1,6), ca. 938 EUR
Myenergi Zappi V2.1 Ja (1-/3-phasig) 1,4 kW herstellerübergreifend, evcc starke Überschuss-Logik
openWB Series2 Ja (1-/3-phasig) 1,4 kW Open Source, Modbus, evcc sehr flexibel, viele Wechselrichter
KEBA P30 PV-Edition Nein (fest 3-phasig) ca. 4,1 kW Modbus TCP, EEBUS solide, ohne Phasenumschaltung
SMA EV Charger 22 Nein (fest 3-phasig) ca. 4,1 kW SMA SEMP, SMA-Ökosystem ideal mit SMA-Wechselrichter
Smartfox Pro Charger Nein (fest 3-phasig) ca. 4,1 kW Smartfox-EMS, Modbus starkes Energiemanagement
go-e Charger Nein (fest 3-phasig) ca. 4,1 kW herstellerübergreifend, evcc mobil, günstig, app-gesteuert

Lesart der Tabelle: Modelle ohne Phasenumschaltung laden dreiphasig fest und brauchen daher mindestens 6 A auf drei Phasen – das sind rund 4,1 bis 4,2 kW Überschuss. An bewölkten Tagen oder im Winter, wenn die Anlage selten so viel Überschuss liefert, springt das Überschussladen dann oft gar nicht erst an. Wer ernsthaft mit Sonnenstrom laden will, sollte deshalb gezielt ein Modell mit automatischer Phasenumschaltung wählen. Einen breiteren Modellvergleich nach Leistung finden Sie im Wallbox-Test 2026: 11 kW vs. 22 kW.

Warum die automatische Phasenumschaltung der entscheidende Hebel ist

Eine Wallbox lädt entweder einphasig (eine von drei Phasen) oder dreiphasig. Die technische Untergrenze liegt immer bei 6 A pro genutzter Phase. Einphasig sind 6 A also rund 1,4 kW – genau die Mindestladeleistung. Dreiphasig sind dieselben 6 A schon rund 4,1 kW, weil alle drei Phasen gleichzeitig belegt sind.

Eine Wallbox ohne Phasenumschaltung lädt fest dreiphasig. Sie kann deshalb erst loslegen, wenn dauerhaft mindestens 4,1 kW Überschuss anliegen – ein Wert, den eine 10-kWp-Anlage im Sommer mittags problemlos, im Frühjahr, Herbst und an bewölkten Tagen aber oft nicht erreicht. Eine Wallbox mit automatischer Phasenumschaltung beginnt einphasig schon bei 1,4 kW und schaltet erst auf drei Phasen um, wenn genug Überschuss da ist. Ergebnis: deutlich mehr selbst geladener Solarstrom über das ganze Jahr. Für reines Überschussladen ist die automatische Phasenumschaltung damit das mit Abstand wichtigste Kaufkriterium.

Wie viel solar laden Sie wirklich? Überschuss übers Jahr und reicht eine kleine PV-Anlage?

Die wichtigste Erwartung beim PV-Überschussladen sollten Sie früh richtig setzen: Der Solarüberschuss schwankt stark übers Jahr. Im Sommerhalbjahr deckt eine 10-kWp-Anlage den E-Auto-Bedarf an den meisten Tagen vollständig, im Winter fließt der wenige Solarstrom fast komplett in Haushalt und Speicher – fürs Auto bleibt dann kaum etwas übrig. Laut Vattenfall ist Überschussladen zwischen Mai und August an den meisten Tagen voll möglich, in den Übergangsmonaten nur an sonnigen Tagen und im Winter nur sehr eingeschränkt.

Konkret heißt das für eine typische 10-kWp-Anlage (ohne Speicher, Haushalt ca. 12 kWh/Tag):

Zeitraum PV-Überschuss fürs Auto (typischer Tag) Solare Reichweite/Tag* Überschussladen praktisch
Mai–August 15–25 kWh 90–150 km täglich voll möglich
März/April, Sept/Okt 5–12 kWh 30–70 km an sonnigen Tagen gut
November–Februar 0–4 kWh 0–25 km nur an Sonnentagen, sonst Netzstrom

*bei 17 kWh/100 km. Werte gerundet, abhängig von Standort, Ausrichtung und Hausverbrauch.

Über das Jahr lädt ein durchschnittlicher Pendler (15.000 km, ca. 2.500 kWh/Jahr) mit einer 10-kWp-Anlage realistisch 50 bis 70 % seines Fahrstroms aus Solarüberschuss – die restlichen 30 bis 50 % kommen im Winterhalbjahr aus dem Netz. Mit einem Batteriespeicher, der Abendladen ermöglicht, lässt sich der Solaranteil weiter steigern. Wer das Fahrzeug tagsüber im Homeoffice laden kann, erreicht die oberen Werte; wer nur abends nach der Rückkehr lädt, eher die unteren.

Reicht eine 5-kWp-Anlage fürs E-Auto?

Eine häufige Frage von Einsteigern: Lohnt sich Überschussladen schon mit einer kleinen Anlage? Die ehrliche Antwort: bedingt. Eine 5-kWp-Anlage erzeugt an einem guten Sommertag rund 25–30 kWh; nach Abzug des Haushaltsverbrauchs (ca. 10 kWh) bleiben 15–20 kWh für das Auto – das reicht für 80 bis 110 km Reichweite. Im Frühjahr, Herbst und besonders im Winter sinkt der nutzbare Überschuss aber schnell unter die technische Mindestladeleistung von 1,4 kW, sodass das Laden oft pausiert.

Praktische Faustregel: Ab 5 kWp ist Überschussladen sinnvoll möglich, optimal ist es ab 8–10 kWp. Wer ohnehin neu plant und das Auto ernsthaft mit Sonnenstrom versorgen will, fährt mit 10–12 kWp deutlich besser – die Mehrkosten pro kWp sind gering, der zusätzliche Solarstrom über 20 Jahre dagegen hoch. Wie Sie die Anlage richtig auslegen und kalkulieren, zeigt der PV-Anlage-kaufen-Ratgeber. Steht bei Ihnen die Wallbox-Anschaffung als Nächstes an, hilft die Kostenübersicht im Ratgeber Wallbox Kosten mit Installation 2026.

Lastmanagement: Hausanschluss schützen und Verbraucher priorisieren

Sobald mehrere große Verbraucher am selben Hausanschluss hängen – Wallbox, Wärmepumpe, Durchlauferhitzer, Herd –, kann die Summe ihrer Leistung den Hausanschluss überlasten. Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung intelligent und verhindert das.

  • Statisches Lastmanagement: Jeder Verbraucher bekommt ein fixes Leistungsbudget zugeteilt (z. B. die Wallbox maximal 7 kW). Einfach, aber unflexibel – die Reserve liegt oft brach.
  • Dynamisches Lastmanagement: Ein Messpunkt am Hausanschluss erfasst laufend die Gesamtlast. Die Wallbox bekommt genau die Leistung, die nach Abzug aller anderen Verbraucher noch frei ist. Das holt das Maximum aus dem vorhandenen Anschluss und verhindert trotzdem zuverlässig die Überlast.

Eng damit verzahnt ist die Priorisierung des Solarstroms über das Energiemanagementsystem (EMS/HEMS). Eine sinnvolle Reihenfolge lautet meist: Haushalt → Batteriespeicher → E-Auto → Wärmepumpe (an kalten, sonnigen Tagen erhält die Wärmepumpe oft Vorrang, weil Heizen zeitkritischer ist als Laden). So fließt jede Kilowattstunde Solarstrom dorthin, wo sie den größten Nutzen bringt, bevor etwas ins Netz geht.

Wichtig für 2026: Wenn mehrere steuerbare Verbraucher (etwa Wallbox und Wärmepumpe) an einem Anschluss hängen, verlangt die Bundesnetzagentur ab 2026 ein Energiemanagementsystem. Nur damit können Sie selbst entscheiden, welches Gerät im Fall einer §14a-Drosselung heruntergeregelt wird – statt dass der Netzbetreiber pauschal alle Geräte gleichzeitig drosselt. Das EMS ist damit nicht nur Komfort, sondern teils Pflicht. Wie §14a konkret bei der Wärmepumpe greift, lesen Sie unter §14a EnWG bei der Wärmepumpe: bis 360 € Netzentgelt sparen.

Kosten der Installation

Die Gesamtkosten für eine Wallbox setzen sich aus dem Gerät und der Installation zusammen. Die Installationskosten hängen stark von den örtlichen Gegebenheiten ab.

Kostenposition Preisspanne Bemerkung
Wallbox (Gerät) 500–2.000 EUR Je nach Funktionsumfang
Installation (Standardfall) 500–1.000 EUR Zuleitung < 10 m, Unterverteilung vorhanden
Installation (aufwändig) 1.000–1.500 EUR Lange Zuleitung, neue Unterverteilung nötig
FI-Schutzschalter Typ A (falls nötig) 80–150 EUR Oft schon in der Wallbox integriert (Typ B)
Lastmanagement-Einrichtung 100–300 EUR Bei mehreren Verbrauchern an einem Anschluss
Gesamtkosten (typisch) 1.200–2.500 EUR Smarte Wallbox mit Standardinstallation

Wichtig: Die Installation muss von einem zugelassenen Elektroinstallateur durchgeführt werden. Wallboxen über 11 kW sind beim Netzbetreiber genehmigungspflichtig, Wallboxen bis 11 kW müssen lediglich angemeldet werden.

Tipp: Bestellen Sie die Wallbox-Installation zusammen mit der PV-Anlage oder dem Batteriespeicher. Viele Solarteure bieten Kombi-Pakete an, bei denen die Installationskosten für die Wallbox deutlich niedriger ausfallen, weil der Elektriker ohnehin vor Ort ist.

Die optimale Anlagendimensionierung

Für die kombinierte Nutzung von PV-Strom im Haushalt und für das E-Auto sollte die PV-Anlage größer dimensioniert werden als bei reiner Haushaltsversorgung.

Rechenbeispiel

Parameter Wert
Haushaltsstromverbrauch 4.500 kWh/Jahr
Fahrleistung E-Auto 15.000 km/Jahr
Stromverbrauch E-Auto 2.500 kWh/Jahr
Gesamtstrombedarf 7.000 kWh/Jahr
Empfohlene PV-Anlagengröße 10–12 kWp
Erwarteter Jahresertrag 9.500–12.000 kWh
Empfohlener Speicher (optional) 10–15 kWh

Die Faustformel lautet: 1 kWp pro 700 bis 1.000 kWh Gesamtjahresverbrauch. Wer eine Wärmepumpe hinzunimmt, sollte mit 12 bis 15 kWp planen.

Kostenvergleich über 20 Jahre

Die folgende Tabelle zeigt die Gesamtkosten des E-Auto-Ladens über 20 Jahre für verschiedene Szenarien:

Szenario Investition Jährliche Ladekosten Gesamtkosten 20 Jahre
Nur öffentliches Laden 0 EUR 1.150 EUR 23.000 EUR
Nur Netzstrom (einfache Wallbox) 1.200 EUR 825 EUR 17.700 EUR
PV + smarte Wallbox (ohne Speicher) 2.200 EUR* 350 EUR 9.200 EUR
PV + smarte Wallbox + 10 kWh Speicher 2.200 EUR* 230 EUR 6.800 EUR

*Wallbox-Kosten; PV-Anlage separat, da sie auch den Haushalt versorgt und sich unabhängig rechnet.

Die Kombination aus PV und smarter Wallbox spart gegenüber dem öffentlichen Laden über 20 Jahre rund 14.000 bis 16.000 EUR. Selbst gegenüber dem einfachen Laden mit Netzstrom sind es noch 9.000 bis 11.000 EUR.

§14a EnWG: Drosselung auf mindestens 4,2 kW – und der Rabatt

Seit dem 1. Januar 2024 gelten für neue steuerbare Verbrauchseinrichtungen die Regeln nach §14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Wallboxen mit einer Netzanschlussleistung über 4,2 kW, Wärmepumpen, Klimaanlagen und stationäre Batteriespeicher fallen darunter.

Was bedeutet das konkret? Der Netzbetreiber darf in Spitzenlastzeiten den Netzbezug Ihrer Wallbox vorübergehend reduzieren – aber laut Bundesnetzagentur auf mindestens 4,2 kW und niemals darunter. Die Wallbox bleibt also immer mit wenigstens 4,2 kW betriebsfähig und wird nie vollständig abgeschaltet. Entscheidend fürs Überschussladen: Die Drosselung betrifft ausschließlich den Netzbezug. PV-Überschussstrom ist von der §14a-Drosselung nie betroffen – wer mit Sonnenstrom lädt, merkt vom netzseitigen Eingriff nichts.

Im Gegenzug für die Steuerbarkeit erhalten Sie ein reduziertes Netzentgelt. Dafür gibt es drei Module:

Modul Was es bringt Voraussetzung
Modul 1 – pauschale Reduktion pauschaler Rabatt 110–190 EUR brutto/Jahr (entspricht 50–95 % des Netzentgelts für ca. 2.500 kWh E-Auto-Verbrauch) Standardfall, kein separater Zähler nötig
Modul 2 – prozentuale Reduktion Netzentgelt-Arbeitspreis um 60 % reduziert (auf 40 %) separater Zählpunkt für die steuerbare Einrichtung
Modul 3 – zeitvariables Netzentgelt drei Preisstufen (HT/NT/ST), zusätzlich zu Modul 1 wählbar von Netzbetreibern verpflichtend abrechenbar seit 1. April 2025

Tipp: Für die meisten Eigenheime ist Modul 1 die einfachste Wahl: 110–190 EUR pro Jahr ohne Zusatzaufwand. Wer ohnehin mit PV-Überschuss lädt, profitiert doppelt – die §14a-Drosselung trifft den Solarstrom nie.

Für die Meldung beim Netzbetreiber ist in der Regel Ihr Elektroinstallateur zuständig; er meldet die Wallbox zusammen mit der Installation an. Ein Smart Meter ist Voraussetzung. Und – wie im Lastmanagement-Kapitel beschrieben – verlangt die Bundesnetzagentur ab 2026 bei mehreren steuerbaren Geräten an einem Anschluss ein Energiemanagementsystem, damit Sie selbst bestimmen, welches Gerät gedrosselt wird.

Sie interessieren sich für eine Solaranlage?

Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region und sparen Sie bis zu 37 % durch unseren Angebotsvergleich.

100 % kostenlos & unverbindlich · In 2 Minuten angefragt

Eichrecht: Wann braucht die Wallbox einen geeichten Zähler?

Eine der häufigsten Verunsicherungen rund um die Wallbox betrifft das Eichrecht. Die gute Nachricht für die meisten Eigenheimbesitzer: Beim reinen privaten PV-Überschussladen – eigenes Auto, eigene Wallbox, eigener Strom – ist kein eichrechtskonformer Zähler nötig. Sie laden Ihren eigenen Strom in Ihr eigenes Fahrzeug, es wird nichts abgerechnet.

Pflicht wird Eichrecht erst, wenn kWh gegenüber Dritten abgerechnet werden. Laut ADAC-Test zu eichrechtskonformen Wallboxen betrifft das vor allem diese Fälle:

Situation Eichrecht nötig? Warum
Privates Überschussladen (eigenes Auto, eigener Strom) Nein keine Abrechnung von kWh
Dienstwagen – Erstattung der Ladekosten durch den Arbeitgeber Ja kWh werden gegenüber dem Arbeitgeber abgerechnet
Vermietung an Mieter / geteilte WEG-Wallbox Ja kWh werden zwischen Parteien abgerechnet
Öffentlicher Ladepunkt Ja seit 1.4.2019 nur eichrechtskonform abgerechnete kWh (MessEG), Zertifizierung über PTB/VDE

Wenn Sie also Ihren Dienstwagen zu Hause laden und die Kosten vom Arbeitgeber erstattet bekommen, brauchen Sie eine eichrechtskonforme Wallbox mit geeichtem Zähler und manipulationssicherer Datenspeicherung. Der ADAC hat dafür 12 eichrechtskonforme Modelle getestet; Testsieger wurde die KEBA KeContact P40 (Note 1,6, ca. 1.300 EUR). Die weiteren geprüften Modelle und ihre Bewertungen nennt der oben verlinkte ADAC-Test. Für reines Eigenladen können Sie sich diesen Aufpreis sparen.

Tipp: Klären Sie die Eichrechtsfrage vor dem Kauf entlang einer einzigen Frage – „Wird jemals jemand für die geladenen kWh bezahlen?" Lautet die Antwort Nein, reicht eine normale (smarte) Wallbox. Lautet sie Ja, muss es ein eichrechtskonformes Modell sein.

Bidirektionales Laden: Vehicle-to-Home (V2H) und Vehicle-to-Grid (V2G)

Bidirektionales Laden ist eines der spannendsten Themen der Elektromobilität 2026. Dabei fließt Strom nicht nur in die Fahrzeugbatterie, sondern auch wieder zurück ins Hausnetz (Vehicle-to-Home, V2H) oder ins öffentliche Netz (Vehicle-to-Grid, V2G).

Stand der Technik 2026

In Deutschland werden Elektroautos seit dem 1. Januar 2026 regulatorisch wie Stromspeicher behandelt; die gesetzliche Grundlage dafür schuf der Bundestag im November 2025. Zusammen mit der neuen VDE-Norm für bidirektionales Laden ist der wirtschaftliche V2H-/V2G-Betrieb 2026 damit erstmals praktisch möglich. Einige Hersteller sind bereits weiter:

  • Volkswagen ID. Buzz und ID.7: V2H-Fähigkeit per Software-Update seit Ende 2025.
  • Hyundai Ioniq 5/6, Kia EV6/EV9: V2H und V2G über CCS und den proprietären V2L-Anschluss.
  • BYD-Modelle: V2H über kompatible Wallboxen seit 2025.

Auf der Wallbox-Seite bieten Hersteller wie SMA, Kostal und Fronius bereits bidirektionale Wallboxen an. Die Preise liegen bei 3.000 bis 5.500 EUR – deutlich über den Kosten einer unidirektionalen Wallbox.

Wirtschaftliches Potenzial

Eine Fahrzeugbatterie mit 60 kWh Kapazität speichert ein Vielfaches eines typischen Heimspeichers (10 kWh). Wenn das Auto abends in der Garage steht und 40 kWh zur Verfügung stellt, kann es den gesamten Abend- und Nachtbedarf eines Haushalts decken. Am nächsten Tag lädt die PV-Anlage die Fahrzeugbatterie wieder auf.

Das klingt attraktiv, bringt aber zwei Einschränkungen mit sich:

  1. Batteriedegradation: Jeder zusätzliche Lade-/Entladezyklus kostet Lebensdauer. Die meisten Hersteller garantieren 70 % Restkapazität nach 160.000 km oder 8 Jahren. V2H-Zyklen zählen mit. Allerdings zeigen aktuelle Studien, dass flache Zyklen (20–80 % Ladestand) die Batterie nur minimal zusätzlich belasten.

  2. Wirtschaftlichkeit gegenüber stationärem Speicher: Ein 10-kWh-Heimspeicher kostet 2026 etwa 3.000 bis 5.000 EUR und ist jederzeit verfügbar. V2H funktioniert nur, wenn das Auto zu Hause steht. Wer sein Auto morgens zur Arbeit fährt, hat tagsüber keinen Speicher.

Trotz dieser Einschränkungen ist V2H langfristig vielversprechend – besonders für Haushalte mit zwei Fahrzeugen, von denen eines regelmäßig zu Hause steht.

Förderung für Wallbox und Photovoltaik 2026

Die Förderlandschaft hat sich 2026 deutlich verschoben. Für das klassische Einfamilienhaus gibt es keine bundesweite Wallbox-Förderung mehr – die KfW-Programme 440, 441 und 442 sind eingestellt und nicht mehr beantragbar. Das Geld holt man sich heute über andere Hebel. Die ausführliche Übersicht steht im Ratgeber Wallbox Förderung 2026: das neue 500-Mio.-Programm und §14a EnWG – hier die wichtigsten Punkte:

Hebel Höhe Für wen
Programm „Laden im Mehrparteienhaus" (Bund/KfW, 500 Mio. EUR) bis 1.300 EUR/Stellplatz (ohne Wallbox), 1.500 EUR (mit Wallbox), 2.000 EUR (bidirektional); max. 22 kW/Ladepunkt nur WEG, Vermieter, KMU – nicht Einfamilienhäuser
§14a-EnWG-Netzentgelt-Rabatt 110–190 EUR/Jahr (Modul 1) jede steuerbare Wallbox > 4,2 kW
THG-Quote fürs E-Auto je nach Anbieter pro Jahr jeder BEV-Halter (hängt am Fahrzeug, nicht an der Wallbox)
0 % Mehrwertsteuer auf PV + Speicher spart die volle MwSt. PV-Anlagen bis 30 kWp
kommunale Zuschüsse / Stadtwerke oft 100–1.500 EUR regional sehr unterschiedlich

Neues MFH-Programm seit 15. April 2026: Das mit 500 Mio. EUR ausgestattete Bundesprogramm „Laden im Mehrparteienhaus" fördert laut Bundesregierung Ladeinfrastruktur in Wohngebäuden mit mindestens drei Wohneinheiten – bis zu 2.000 EUR pro Stellplatz für bidirektionale Ladepunkte. Die Frist läuft bis 10. November 2026. Einfamilienhäuser sind ausdrücklich nicht antragsberechtigt.

Wichtige Klarstellung zur BAFA-E-Auto-Förderung 2026: Die neue BAFA-Förderung (3.000–6.000 EUR für ein BEV, Einkommensgrenze 80.000 EUR zvE bzw. 90.000 EUR mit Kindern) fördert ausschließlich das FahrzeugWallbox, PV-Anlage und Heimladeinfrastruktur sind ausdrücklich nicht Teil dieser Förderung. Wer auf einen Wallbox-Zuschuss über das BAFA hofft, wird leer ausgehen.

Tipp: Stellen Sie jeden Förderantrag immer vor der Auftragsvergabe – das ist der häufigste Förderfehler. Den mit Abstand größten finanziellen Hebel liefert ohnehin nicht ein Zuschuss, sondern der Ladestrom selbst: PV-Überschuss für rund 11 ct/kWh statt 40–60 ct an der Säule.

Wirtschaftlichkeitsrechnung: Komplettszenario

Im Folgenden berechnen wir die Wirtschaftlichkeit für ein typisches Einfamilienhaus mit PV-Anlage, smarter Wallbox und einem Elektrofahrzeug.

Ausgangsdaten

Parameter Wert
PV-Anlagengröße 10 kWp
PV-Kosten (0 % MwSt.) 13.000 EUR
Batteriespeicher 10 kWh
Speicherkosten (0 % MwSt.) 4.000 EUR
Wallbox (smart, installiert) 2.000 EUR
Gesamtinvestition 19.000 EUR
Haushaltsstromverbrauch 4.500 kWh/Jahr
E-Auto-Verbrauch 2.500 kWh/Jahr
Gesamtverbrauch 7.000 kWh/Jahr
PV-Ertrag 10.000 kWh/Jahr
Eigenverbrauchsanteil 65 % (6.500 kWh)
Eingespeist 35 % (3.500 kWh)

Jährliche Ersparnisse

Position Betrag
Vermiedener Netzstrombezug (6.500 kWh x 0,33 EUR) 2.145 EUR
Einspeisevergütung (3.500 kWh x 0,0778 EUR) 272 EUR
Jährlicher Ertrag 2.417 EUR
Bisherige Stromkosten ohne PV (7.000 kWh x 0,33 EUR) 2.310 EUR
Reststromkosten (500 kWh x 0,33 EUR) 165 EUR
Jährliche Ersparnis 2.145 + 272 = 2.417 EUR
Amortisation ca. 7 Jahre

Nach der Amortisation erzielen Sie mit der Anlage einen jährlichen Gewinn von über 2.400 EUR – steuerfrei, da PV-Anlagen bis 30 kWp von der Einkommensteuer befreit sind.

Sensitivitätsanalyse: Steigende Strompreise

Die obige Rechnung geht von konstanten Strompreisen aus. Bei einer jährlichen Strompreissteigerung von 3 % verkürzt sich die Amortisationszeit auf unter 6 Jahre, und der kumulierte Gewinn über 20 Jahre steigt um rund 40 %.

Praxistipps für die optimale Nutzung

1. Ladezeiten an die Solarproduktion anpassen

Der wichtigste Tipp: Laden Sie Ihr E-Auto möglichst tagsüber, wenn die PV-Anlage produziert. Falls Sie im Homeoffice arbeiten oder das Fahrzeug tagsüber zu Hause steht, profitieren Sie am stärksten.

2. Ladezustand intelligent steuern

Halten Sie den Ladezustand der Fahrzeugbatterie zwischen 20 und 80 %. Das schont die Batterie und lässt Spielraum für zusätzliches Solarladen. Viele smarte Wallboxen erlauben es, ein Ladeziel (z. B. 80 %) und eine Mindestabfahrtszeit zu setzen.

3. Speicher und Wallbox priorisieren

Legen Sie im Energiemanagement eine klare Priorisierung fest. Üblich ist Haushalt → Batteriespeicher → E-Auto → Wärmepumpe (siehe Lastmanagement-Kapitel). Wer das Auto bewusst direkt mit Sonnenstrom füllen will, kann die Fahrzeugbatterie auch vor den stationären Speicher ziehen – beides maximiert den Eigenverbrauch und minimiert den Netzbezug. Wichtig ist nur, dass die Reihenfolge zu Ihrem Nutzungsprofil passt.

4. Winter: Netzstrom geschickt nutzen

Im Winter reicht der Solarertrag oft nicht für das E-Auto. Nutzen Sie dann zeitvariable Stromtarife (sofern Ihr Versorger diese anbietet) und laden Sie in den günstigen Nachtstunden. Viele smarte Wallboxen unterstützen die Timer-Funktion.

5. Wallbox und Wärmepumpe koordinieren

Wenn Sie zusätzlich eine Wärmepumpe betreiben, kann es an kalten, sonnigen Tagen zu Konkurrenzsituationen um den Solarstrom kommen. Ein gutes Energiemanagementsystem verteilt den verfügbaren Solarstrom automatisch auf die Verbraucher – in der Regel hat die Wärmepumpe Priorität, weil Heizung zeitkritischer ist als Fahrzeugladen.

Vergleich: Wallbox vs. Balkonkraftwerk für E-Auto-Besitzer

Wer zur Miete wohnt oder kein Dach für eine große PV-Anlage hat, fragt sich vielleicht, ob ein Balkonkraftwerk ausreicht. Die ehrliche Antwort: nur bedingt.

Merkmal Balkonkraftwerk + Steckdose PV-Anlage + Wallbox
PV-Leistung 0,8 kWp 10 kWp
Jahresertrag 650–800 kWh 9.500–10.500 kWh
Anteil E-Auto-Bedarf gedeckt 25–32 % 80–100 %
Ladeleistung max. 2,3 kW (Schuko) 3,7–11 kW
Investition 300–700 EUR 13.000–17.000 EUR
Jährliche Ersparnis E-Auto 60–120 EUR 600–1.200 EUR

Ein Balkonkraftwerk ist ein guter Einstieg, aber für die ernsthafte Versorgung eines E-Autos mit Solarstrom führt kein Weg an einer größeren Dachanlage vorbei. Reicht die Dachfläche nicht aus, kann ein Solarcarport mit eigener Photovoltaik den Strom direkt über dem Stellplatz erzeugen.

Häufige Fragen

Brauche ich für das private PV-Überschussladen eine eichrechtskonforme Wallbox?

Nein. Beim reinen privaten Überschussladen – eigenes Auto, eigene Wallbox, eigener Strom – wird nichts abgerechnet, deshalb ist kein geeichter Zähler nötig. Eichrecht wird erst Pflicht, wenn kWh gegenüber Dritten abgerechnet werden: bei der Erstattung der Ladekosten eines Dienstwagens durch den Arbeitgeber, bei Vermietung an Mieter oder bei einer geteilten WEG-Wallbox.

Welche Wallbox kann PV-Überschussladen – und welche Modelle sind 2026 die besten?

PV-Überschussladen kann nur eine smarte Wallbox mit Schnittstelle zum Wechselrichter oder Energiemanagement. Im ADAC-Wallbox-PV-Test wurden acht Modelle geprüft; Testsieger ist der Fronius Wattpilot Home 11 J 2.0 (Note 1,6, ca. 938 EUR). Besonders überschusstauglich, weil mit automatischer Phasenumschaltung, sind außerdem der Myenergi Zappi V2.1 und die openWB Series2. Weitere überschussfähige Modelle sind KEBA P30 PV-Edition, SMA EV Charger 22, Smartfox Pro Charger und go-e Charger – allerdings ohne automatische Phasenumschaltung.

Warum ist die automatische Phasenumschaltung (1-phasig/3-phasig) beim Überschussladen so wichtig?

Ohne automatische Phasenumschaltung lädt die Wallbox fest dreiphasig und braucht dafür mindestens rund 4,1–4,2 kW Überschuss – an bewölkten Tagen oder im Winter startet das Überschussladen dann oft gar nicht. Mit automatischer 1-/3-phasiger Umschaltung beginnt das Laden bereits ab der Mindestladeleistung von 1,4 kW (6 A einphasig) und nutzt damit über das Jahr deutlich mehr Solarstrom. Im ADAC-Test können das nur Fronius, Myenergi und openWB.

Wie richte ich PV-Überschussladen Schritt für Schritt ein?

In sechs Schritten: (1) Wechselrichter und Schnittstelle prüfen, (2) eine PV-überschussfähige Wallbox mit automatischer Phasenumschaltung wählen, (3) die Schnittstelle verbinden (EEBUS, Modbus, SunSpec oder die Open-Source-Software evcc), (4) Zähler bzw. Smart Meter einbinden, (5) die Wallbox beim Netzbetreiber nach §14a EnWG anmelden und (6) den Lademodus „nur Überschuss" konfigurieren und an einem sonnigen Tag testen.

Welche Schnittstelle braucht die Wallbox für die PV-Anlage (EEBUS, Modbus, evcc)?

Gängig sind EEBUS (2026 Zielstandard, auch für die §14a-Steuerung), Modbus TCP, SunSpec, SMA SEMP und OCPP. Innerhalb eines Hersteller-Ökosystems (z. B. Fronius-Wechselrichter mit Fronius-Wallbox) ist die Kopplung meist Plug-and-play. Herstellerübergreifend gelingt sie am zuverlässigsten über ein separates Energiemanagementsystem oder die kostenlose Open-Source-Software evcc, die Wechselrichter, Zähler und Wallboxen vieler Marken verbindet.

Was ist der Unterschied zwischen statischem und dynamischem Lastmanagement?

Statisches Lastmanagement teilt jedem Verbraucher ein festes Leistungsbudget zu – einfach, aber unflexibel. Dynamisches Lastmanagement misst laufend die Gesamtlast am Hausanschluss und gibt der Wallbox genau die Leistung, die nach Abzug aller anderen Verbraucher noch frei ist. Das schützt den Hausanschluss vor Überlast und holt zugleich das Maximum aus dem vorhandenen Anschluss heraus.

Wie viel Netzentgelt spare ich nach §14a EnWG und wird die Wallbox dabei abgeschaltet?

Mit Modul 1 sparen Sie pauschal 110–190 EUR pro Jahr. Abgeschaltet wird die Wallbox dabei nie: Der Netzbetreiber darf den Netzbezug nur auf mindestens 4,2 kW drosseln, niemals darunter. PV-Überschussstrom ist von der Drosselung überhaupt nicht betroffen.

Wie groß muss die PV-Anlage für das Laden eines E-Autos sein?

Für Haushalt plus E-Auto sind 10–12 kWp eine gute Größe. Ein E-Auto mit 15.000 km Jahresfahrleistung verbraucht rund 2.500 kWh; eine 10-kWp-Anlage erzeugt 9.500–10.500 kWh pro Jahr. Faustformel: 1 kWp pro 700–1.000 kWh Gesamtjahresverbrauch. Kommt eine Wärmepumpe dazu, sollten es 12–15 kWp sein.

Wann ist Eichrecht beim Laden eines Dienstwagens zu Hause Pflicht?

Sobald der Arbeitgeber die zu Hause geladenen kWh erstattet, müssen diese exakt und manipulationssicher gemessen werden – dann brauchen Sie eine eichrechtskonforme Wallbox. Der ADAC testete 12 solcher Modelle; Testsieger ist die KEBA KeContact P40 (Note 1,6, ca. 1.300 EUR). Die weiteren Ergebnisse nennt der ADAC-Test.

Gibt es 2026 noch eine Förderung für die Wallbox?

Für Einfamilienhäuser gibt es keine bundesweite Wallbox-Förderung mehr (KfW 440/441/442 sind eingestellt). Neu ist das 500-Mio.-Programm „Laden im Mehrparteienhaus" (seit 15.4.2026, bis 2.000 EUR/Stellplatz) – aber nur für WEG, Vermieter und KMU, nicht für Einfamilienhäuser. Die BAFA-E-Auto-Förderung 2026 fördert ausschließlich das Fahrzeug, nicht die Wallbox. Für Eigenheime bleiben kommunale Zuschüsse, der §14a-Netzentgelt-Rabatt und die THG-Quote.

Reicht eine 5-kWp-PV-Anlage, um ein E-Auto mit Überschuss zu laden?

Bedingt. Eine 5-kWp-Anlage liefert an einem guten Sommertag nach Abzug des Haushaltsverbrauchs etwa 15–20 kWh Überschuss – genug für 80 bis 110 km solare Reichweite. In den Übergangsmonaten und im Winter sinkt der Überschuss aber oft unter die Mindestladeleistung von 1,4 kW, sodass das Laden pausiert. Sinnvoll möglich ist Überschussladen ab 5 kWp, optimal ist es ab 8–10 kWp; für Haushalt plus E-Auto sind 10–12 kWp die beste Wahl.

Wie viel Solarstrom kann ich pro Tag ins E-Auto laden?

Das hängt von Jahreszeit und Anlagengröße ab. Eine 10-kWp-Anlage liefert von Mai bis August typisch 15–25 kWh Überschuss pro Tag (90–150 km Reichweite), in den Übergangsmonaten 5–12 kWh (30–70 km) und im Winter oft 0–4 kWh. Über das Jahr deckt ein Pendler mit 15.000 km damit realistisch 50 bis 70 % seines Fahrstroms aus eigenem Solarüberschuss; den Rest liefert im Winterhalbjahr das Netz.

Reicht eine 11-kW-Wallbox oder brauche ich 22 kW?

Für den Privatbereich reicht eine 11-kW-Wallbox fast immer aus. Eine Ladung von 20 auf 80 % (ca. 36 kWh bei einer 60-kWh-Batterie) dauert mit 11 kW rund 3,3 Stunden – über Nacht ist das Auto problemlos voll. Eine 22-kW-Wallbox lohnt nur bei sehr kurzen Standzeiten und einem Fahrzeug, das tatsächlich 22 kW AC laden kann (viele können nur 11 kW). Die Unterschiede und Kosten stellt der Ratgeber Wallbox 11 oder 22 kW im Detail gegenüber. Zudem ist sie genehmigungspflichtig statt nur anmeldepflichtig.


Sie möchten wissen, wie sich eine PV-Anlage mit Wallbox und Speicher für Ihr Gebäude rechnet? reduco berechnet alle Szenarien individuell – inklusive Eigenverbrauch, Einspeisevergütung und Förderung. Jetzt kostenlos berechnen.

wallboxphotovoltaikelektroautosolar

Angebot für Ihre Solaranlage erhalten

Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich Angebote für Ihre PV-Anlage von geprüften Fachbetrieben.

  • 100 % kostenlos & unverbindlich
  • Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
  • Durch Vergleich bis zu 37 % sparen

Lieber erst selbst rechnen? Lohnt sich Solar auf Ihrem Dach?

Photovoltaik-Rechner starten

Kostenlose Gebäudechecks

Datenbasiert für Ihr Gebäude – kostenlos und ohne Anmeldung.

Verwandte Artikel