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Wallbox & Photovoltaik: So laden Sie Ihr E-Auto mit Solarstrom

Wallbox mit PV-Anlage kombinieren: Solarstrom kostet 8-12 ct/kWh statt 40-60 ct an der Ladesäule. Kosten, Förderung und 5 Schritte zur optimalen Lösung.

Wallbox an einer Hauswand neben einer Photovoltaikanlage auf dem Dach

Ein Elektroauto mit Solarstrom vom eigenen Dach laden -- das ist 2026 keine Zukunftsvision mehr, sondern wirtschaftlich eine der besten Investitionen im Bereich der privaten Energieversorgung. Der Grund ist einfach: Solarstrom kostet Sie 8 bis 12 ct/kWh, Netzstrom 30 bis 36 ct/kWh und eine öffentliche Ladesäule 40 bis 60 ct/kWh. Wer 15.000 Kilometer im Jahr fährt und den Großteil davon mit eigenem Solarstrom zurücklegt, spart gegenüber dem öffentlichen Laden bis zu 1.500 EUR jährlich. Gegenüber dem Netzstrom sind es immer noch rund 600 EUR.

Dieser Ratgeber erklärt, wie Sie die Kombination aus Photovoltaikanlage, Wallbox und optionalem Batteriespeicher optimal planen. Sie erfahren, welche Wallbox-Typen es gibt, was PV-Überschussladen bedeutet, welche Kosten auf Sie zukommen und wann sich die Investition rechnet -- mit konkreten Zahlen für 2026.

Warum Wallbox und Photovoltaik zusammengehören

Ein durchschnittliches Elektroauto verbraucht rund 17 kWh pro 100 Kilometer. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 km ergibt das einen Strombedarf von etwa 2.500 kWh. Eine Photovoltaikanlage mit 10 kWp Leistung erzeugt in Deutschland rund 9.500 bis 10.500 kWh pro Jahr -- das ist also ein Vielfaches dessen, was Ihr Fahrzeug braucht.

Das Problem: Ohne intelligente Steuerung passt die Erzeugung selten zum Ladebedarf. Die PV-Anlage liefert mittags am meisten Strom, das Auto steht aber womöglich gar nicht in der Garage. Genau hier kommt die smarte Wallbox ins Spiel. Sie erkennt, wann Solarüberschuss vorhanden ist, und startet oder reguliert den Ladevorgang automatisch.

Der wirtschaftliche Hebel der Kombination zeigt sich in einer einfachen Rechnung:

Ladequelle Kosten pro kWh Kosten pro 100 km Jahreskosten (15.000 km)
Solarstrom (PV-Eigenverbrauch) 8--12 ct 1,36--2,04 EUR 200--306 EUR
Netzstrom (Haustarif) 30--36 ct 5,10--6,12 EUR 765--918 EUR
Öffentliche Ladesäule (AC) 40--50 ct 6,80--8,50 EUR 1.020--1.275 EUR
Öffentliche Ladesäule (DC-Schnelllader) 50--60 ct 8,50--10,20 EUR 1.275--1.530 EUR

Die Ersparnis gegenüber dem öffentlichen Laden beträgt also 800 bis 1.200 EUR pro Jahr -- allein durch den Solarstrom.

Eigenverbrauchsanteil mit E-Auto deutlich steigern

Ohne Elektroauto liegt der Eigenverbrauchsanteil einer typischen 10-kWp-Anlage bei nur 25 bis 35 %. Der Großteil des Solarstroms fließt ins Netz und wird mit lediglich 7,79 ct/kWh vergütet. Ein Elektroauto, das regelmäßig tagsüber zu Hause lädt, erhöht den Eigenverbrauchsanteil auf 40 bis 55 %. Mit einem zusätzlichen Batteriespeicher sind sogar 60 bis 70 % erreichbar.

Konfiguration Eigenverbrauchsanteil Autarkiegrad
PV 10 kWp ohne Speicher, ohne E-Auto 25--35 % 20--30 %
PV 10 kWp ohne Speicher, mit E-Auto 40--55 % 35--45 %
PV 10 kWp + 10 kWh Speicher, ohne E-Auto 60--75 % 50--65 %
PV 10 kWp + 10 kWh Speicher, mit E-Auto 65--80 % 55--70 %

Das bedeutet: Ein Elektroauto ist neben dem Batteriespeicher der wirksamste Hebel, um mehr Solarstrom selbst zu nutzen. Jede zusätzlich selbst verbrauchte Kilowattstunde bringt 20 bis 28 ct mehr als die Einspeisung ins Netz.

Wallbox-Typen: Smart vs. einfach

Nicht jede Wallbox kann PV-Überschussladen. Es gibt zwei grundlegende Kategorien.

Einfache Wallbox (ohne PV-Kopplung)

Eine einfache Wallbox lädt das Fahrzeug mit einer festen Leistung, sobald Sie es anschließen. Sie hat keine Schnittstelle zur PV-Anlage oder zum Energiemanagement. Der Preis liegt bei 500 bis 800 EUR für das Gerät. Wenn Sie ausschließlich abends laden, nutzen Sie keinen Solarstrom -- es sei denn, ein Batteriespeicher überbrückt die Zeit.

Smarte Wallbox (mit PV-Überschussladen)

Eine smarte Wallbox kommuniziert mit dem Wechselrichter der PV-Anlage oder einem Energiemanagementsystem (EMS). Sie erkennt in Echtzeit, wie viel Solarüberschuss verfügbar ist, und passt die Ladeleistung dynamisch an. Bei wenig Sonne lädt sie mit reduzierter Leistung, bei viel Sonne mit voller Leistung. Der Preis liegt bei 800 bis 2.000 EUR.

Merkmal Einfache Wallbox Smarte Wallbox
Gerätekosten 500--800 EUR 800--2.000 EUR
PV-Überschussladen Nein Ja
Dynamische Leistungsanpassung Nein Ja (1,4--11 kW)
Energiemanagement-Anbindung Nein Ja (EEBUS, Modbus, OCPP)
Lastmanagement Nein Ja
App-Steuerung Teilweise Ja
RFID-Zugang Teilweise Ja
Förderfähig (KfW) Eingeschränkt Ja

Tipp: Wenn Sie eine PV-Anlage haben oder planen, ist eine smarte Wallbox praktisch Pflicht. Nur mit PV-Überschussladen schöpfen Sie das Einsparpotenzial voll aus. Die Mehrkosten von 300 bis 1.200 EUR amortisieren sich in der Regel innerhalb von ein bis zwei Jahren.

Was bedeutet PV-Überschussladen genau?

Beim PV-Überschussladen erhält die Wallbox ein Signal vom Wechselrichter oder dem Energiemanager, das angibt, wie viel Solarstrom gerade nicht im Haushalt verbraucht wird. Diesen Überschuss leitet die Wallbox in die Fahrzeugbatterie.

Ein Beispiel: An einem sonnigen Nachmittag im Mai erzeugt Ihre 10-kWp-Anlage 7 kW. Der Haushalt verbraucht 1,5 kW. Es bleiben 5,5 kW Überschuss. Die smarte Wallbox lädt Ihr Auto nun mit 5,5 kW. Zieht eine Wolke auf und die Erzeugung sinkt auf 4 kW, reduziert die Wallbox die Ladeleistung auf 2,5 kW. Sinkt der Überschuss unter die Mindestladeleistung von 1,4 kW (einphasig bei 6 A), pausiert die Wallbox den Ladevorgang.

Einige smarte Wallboxen bieten zusätzlich einen Mischbetrieb: Sie laden mit einer Mindestleistung aus dem Netz und stocken bei verfügbarem Solarüberschuss auf. So ist das Auto garantiert zu einer bestimmten Uhrzeit voll, ohne den Solarstrom zu verschwenden.

Kosten der Installation

Die Gesamtkosten für eine Wallbox setzen sich aus dem Gerät und der Installation zusammen. Die Installationskosten hängen stark von den örtlichen Gegebenheiten ab.

Kostenposition Preisspanne Bemerkung
Wallbox (Gerät) 500--2.000 EUR Je nach Funktionsumfang
Installation (Standardfall) 500--1.000 EUR Zuleitung < 10 m, Unterverteilung vorhanden
Installation (aufwändig) 1.000--1.500 EUR Lange Zuleitung, neue Unterverteilung nötig
FI-Schutzschalter Typ A (falls nötig) 80--150 EUR Oft schon in der Wallbox integriert (Typ B)
Lastmanagement-Einrichtung 100--300 EUR Bei mehreren Verbrauchern an einem Anschluss
Gesamtkosten (typisch) 1.200--2.500 EUR Smarte Wallbox mit Standardinstallation

Wichtig: Die Installation muss von einem zugelassenen Elektroinstallateur durchgeführt werden. Wallboxen über 11 kW sind beim Netzbetreiber genehmigungspflichtig, Wallboxen bis 11 kW müssen lediglich angemeldet werden.

Tipp: Bestellen Sie die Wallbox-Installation zusammen mit der PV-Anlage oder dem Batteriespeicher. Viele Solarteure bieten Kombi-Pakete an, bei denen die Installationskosten für die Wallbox deutlich niedriger ausfallen, weil der Elektriker ohnehin vor Ort ist.

Die optimale Anlagendimensionierung

Für die kombinierte Nutzung von PV-Strom im Haushalt und für das E-Auto sollte die PV-Anlage größer dimensioniert werden als bei reiner Haushaltsversorgung.

Rechenbeispiel

Parameter Wert
Haushaltsstromverbrauch 4.500 kWh/Jahr
Fahrleistung E-Auto 15.000 km/Jahr
Stromverbrauch E-Auto 2.500 kWh/Jahr
Gesamtstrombedarf 7.000 kWh/Jahr
Empfohlene PV-Anlagengröße 10--12 kWp
Erwarteter Jahresertrag 9.500--12.000 kWh
Empfohlener Speicher (optional) 10--15 kWh

Die Faustformel lautet: 1 kWp pro 700 bis 1.000 kWh Gesamtjahresverbrauch. Wer eine Wärmepumpe hinzunimmt, sollte mit 12 bis 15 kWp planen.

Kostenvergleich über 20 Jahre

Die folgende Tabelle zeigt die Gesamtkosten des E-Auto-Ladens über 20 Jahre für verschiedene Szenarien:

Szenario Investition Jährliche Ladekosten Gesamtkosten 20 Jahre
Nur öffentliches Laden 0 EUR 1.150 EUR 23.000 EUR
Nur Netzstrom (einfache Wallbox) 1.200 EUR 825 EUR 17.700 EUR
PV + smarte Wallbox (ohne Speicher) 2.200 EUR* 350 EUR 9.200 EUR
PV + smarte Wallbox + 10 kWh Speicher 2.200 EUR* 230 EUR 6.800 EUR

*Wallbox-Kosten; PV-Anlage separat, da sie auch den Haushalt versorgt und sich unabhängig rechnet.

Die Kombination aus PV und smarter Wallbox spart gegenüber dem öffentlichen Laden über 20 Jahre rund 14.000 bis 16.000 EUR. Selbst gegenüber dem einfachen Laden mit Netzstrom sind es noch 9.000 bis 11.000 EUR.

§14a EnWG: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen

Seit dem 1. Januar 2024 gelten neue Regeln für steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach §14a des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Wallboxen, Wärmepumpen, Klimaanlagen und stationäre Batteriespeicher ab 4,2 kW Leistung fallen unter diese Regelung.

Was bedeutet das konkret?

Der Netzbetreiber darf in Spitzenlastzeiten die Leistung Ihrer Wallbox vorübergehend auf ein Minimum von 4,2 kW drosseln. Er darf die Wallbox jedoch nicht vollständig abschalten. Im Gegenzug erhalten Sie ein reduziertes Netzentgelt.

Aspekt Regelung
Betroffene Geräte Wallboxen, Wärmepumpen, Klimaanlagen ab 4,2 kW
Mindestleistung bei Drosselung 4,2 kW (garantiert)
Maximale Drosselungsdauer In der Regel maximal 2 Stunden am Stück
Netzentgelt-Reduktion Pauschale Reduktion oder zeitvariabler Tarif
Meldepflicht Ja, beim Netzbetreiber

Tipp: Die Drosselung betrifft nur den Netzbezug. Wenn Sie mit PV-Überschuss laden, wird der Solarstrom nicht gedrosselt. Das ist ein weiterer Vorteil des PV-Überschussladens -- Sie sind von netzseitigen Eingriffen weniger betroffen.

Für die Meldung beim Netzbetreiber ist in der Regel Ihr Elektroinstallateur zuständig. Er meldet die Wallbox zusammen mit der Installation an. Ein Smart Meter ist Voraussetzung für die Umsetzung der steuerbaren Verbrauchseinrichtung.

Bidirektionales Laden: Vehicle-to-Home (V2H) und Vehicle-to-Grid (V2G)

Bidirektionales Laden ist eines der spannendsten Themen der Elektromobilität 2026. Dabei fließt Strom nicht nur in die Fahrzeugbatterie, sondern auch wieder zurück ins Hausnetz (Vehicle-to-Home, V2H) oder ins öffentliche Netz (Vehicle-to-Grid, V2G).

Stand der Technik 2026

Die EU-Verordnung 2023/1542 verpflichtet Hersteller, ab 2027 bidirektionales Laden in Neufahrzeugen zu unterstützen. Einige Hersteller sind bereits weiter:

  • Volkswagen ID. Buzz und ID.7: V2H-Fähigkeit per Software-Update seit Ende 2025.
  • Hyundai Ioniq 5/6, Kia EV6/EV9: V2H und V2G über CCS und den proprietären V2L-Anschluss.
  • BYD-Modelle: V2H über kompatible Wallboxen seit 2025.

Auf der Wallbox-Seite bieten Hersteller wie SMA, Kostal und Fronius bereits bidirektionale Wallboxen an. Die Preise liegen bei 3.000 bis 5.500 EUR -- deutlich über den Kosten einer unidirektionalen Wallbox.

Wirtschaftliches Potenzial

Eine Fahrzeugbatterie mit 60 kWh Kapazität speichert ein Vielfaches eines typischen Heimspeichers (10 kWh). Wenn das Auto abends in der Garage steht und 40 kWh zur Verfügung stellt, kann es den gesamten Abend- und Nachtbedarf eines Haushalts decken. Am nächsten Tag lädt die PV-Anlage die Fahrzeugbatterie wieder auf.

Das klingt attraktiv, bringt aber zwei Einschränkungen mit sich:

  1. Batteriedegradation: Jeder zusätzliche Lade-/Entladezyklus kostet Lebensdauer. Die meisten Hersteller garantieren 70 % Restkapazität nach 160.000 km oder 8 Jahren. V2H-Zyklen zählen mit. Allerdings zeigen aktuelle Studien, dass flache Zyklen (20--80 % Ladestand) die Batterie nur minimal zusätzlich belasten.

  2. Wirtschaftlichkeit gegenüber stationärem Speicher: Ein 10-kWh-Heimspeicher kostet 2026 etwa 3.000 bis 5.000 EUR und ist jederzeit verfügbar. V2H funktioniert nur, wenn das Auto zu Hause steht. Wer sein Auto morgens zur Arbeit fährt, hat tagsüber keinen Speicher.

Trotz dieser Einschränkungen ist V2H langfristig vielversprechend -- besonders für Haushalte mit zwei Fahrzeugen, von denen eines regelmäßig zu Hause steht.

Förderung für Wallbox und Photovoltaik 2026

Die Förderlandschaft für Wallboxen hat sich seit dem Auslaufen des KfW-Programms 442 im Jahr 2023 verändert. Aktuell gibt es folgende Möglichkeiten:

Bundesförderung

Programm Förderung Voraussetzung
KfW 442 ("Solarstrom für Elektroautos") Ausgelaufen seit September 2023 --
BEG (Einzelmaßnahmen) Nicht für Wallboxen Nur Heizung, Dämmung, Lüftung
0 % Mehrwertsteuer auf PV Gilt für PV-Anlage und Speicher Anlagen bis 30 kWp

Für die Wallbox selbst gibt es 2026 kein Bundesprogramm. Die PV-Anlage profitiert aber weiterhin von der Mehrwertsteuerbefreiung und der Einspeisevergütung.

Landesförderung und kommunale Programme

Einige Bundesländer und Kommunen fördern Wallboxen weiterhin. Die Programme ändern sich häufig, daher ist eine aktuelle Recherche unbedingt empfehlenswert.

Bundesland/Region Programm Förderhöhe
Nordrhein-Westfalen progres.nrw (sofern aufgestockt) Bis zu 1.000 EUR
München Förderprogramm Klimaneutrale Gebäude 500 EUR pro Ladepunkt
Stuttgart Elektromobilitäts-Förderung 500 EUR
Verschiedene Stadtwerke Eigene Programme 100--500 EUR

Tipp: Prüfen Sie vor dem Kauf unbedingt die Solarförderung in Ihrer Region. Selbst wenn es keine Wallbox-Förderung gibt, können Sie durch Kombination mit einer PV-Anlage von der Steuerbefreiung und der Einspeisevergütung profitieren.

Wirtschaftlichkeitsrechnung: Komplettszenario

Im Folgenden berechnen wir die Wirtschaftlichkeit für ein typisches Einfamilienhaus mit PV-Anlage, smarter Wallbox und einem Elektrofahrzeug.

Ausgangsdaten

Parameter Wert
PV-Anlagengröße 10 kWp
PV-Kosten (0 % MwSt.) 13.000 EUR
Batteriespeicher 10 kWh
Speicherkosten (0 % MwSt.) 4.000 EUR
Wallbox (smart, installiert) 2.000 EUR
Gesamtinvestition 19.000 EUR
Haushaltsstromverbrauch 4.500 kWh/Jahr
E-Auto-Verbrauch 2.500 kWh/Jahr
Gesamtverbrauch 7.000 kWh/Jahr
PV-Ertrag 10.000 kWh/Jahr
Eigenverbrauchsanteil 65 % (6.500 kWh)
Eingespeist 35 % (3.500 kWh)

Jährliche Ersparnisse

Position Betrag
Vermiedener Netzstrombezug (6.500 kWh x 0,33 EUR) 2.145 EUR
Einspeisevergütung (3.500 kWh x 0,0779 EUR) 273 EUR
Jährlicher Ertrag 2.418 EUR
Bisherige Stromkosten ohne PV (7.000 kWh x 0,33 EUR) 2.310 EUR
Reststromkosten (500 kWh x 0,33 EUR) 165 EUR
Jährliche Ersparnis 2.145 + 273 = 2.418 EUR
Amortisation ca. 7 Jahre

Nach der Amortisation erzielen Sie mit der Anlage einen jährlichen Gewinn von über 2.400 EUR -- steuerfrei, da PV-Anlagen bis 30 kWp von der Einkommensteuer befreit sind.

Sensitivitätsanalyse: Steigende Strompreise

Die obige Rechnung geht von konstanten Strompreisen aus. Bei einer jährlichen Strompreissteigerung von 3 % verkürzt sich die Amortisationszeit auf unter 6 Jahre, und der kumulierte Gewinn über 20 Jahre steigt um rund 40 %.

Praxistipps für die optimale Nutzung

1. Ladezeiten an die Solarproduktion anpassen

Der wichtigste Tipp: Laden Sie Ihr E-Auto möglichst tagsüber, wenn die PV-Anlage produziert. Falls Sie im Homeoffice arbeiten oder das Fahrzeug tagsüber zu Hause steht, profitieren Sie am stärksten.

2. Ladezustand intelligent steuern

Halten Sie den Ladezustand der Fahrzeugbatterie zwischen 20 und 80 %. Das schont die Batterie und lässt Spielraum für zusätzliches Solarladen. Viele smarte Wallboxen erlauben es, ein Ladeziel (z. B. 80 %) und eine Mindestabfahrtszeit zu setzen.

3. Speicher und Wallbox priorisieren

Konfigurieren Sie Ihr Energiemanagement so, dass zuerst der Haushalt versorgt wird, dann die Fahrzeugbatterie und zuletzt der stationäre Speicher. So maximieren Sie den Eigenverbrauch und minimieren den Netzbezug.

4. Winter: Netzstrom geschickt nutzen

Im Winter reicht der Solarertrag oft nicht für das E-Auto. Nutzen Sie dann zeitvariable Stromtarife (sofern Ihr Versorger diese anbietet) und laden Sie in den günstigen Nachtstunden. Viele smarte Wallboxen unterstützen die Timer-Funktion.

5. Wallbox und Wärmepumpe koordinieren

Wenn Sie zusätzlich eine Wärmepumpe betreiben, kann es an kalten, sonnigen Tagen zu Konkurrenzsituationen um den Solarstrom kommen. Ein gutes Energiemanagementsystem verteilt den verfügbaren Solarstrom automatisch auf die Verbraucher -- in der Regel hat die Wärmepumpe Priorität, weil Heizung zeitkritischer ist als Fahrzeugladen.

Vergleich: Wallbox vs. Balkonkraftwerk für E-Auto-Besitzer

Wer zur Miete wohnt oder kein Dach für eine große PV-Anlage hat, fragt sich vielleicht, ob ein Balkonkraftwerk ausreicht. Die ehrliche Antwort: nur bedingt.

Merkmal Balkonkraftwerk + Steckdose PV-Anlage + Wallbox
PV-Leistung 0,8 kWp 10 kWp
Jahresertrag 650--800 kWh 9.500--10.500 kWh
Anteil E-Auto-Bedarf gedeckt 25--32 % 80--100 %
Ladeleistung max. 2,3 kW (Schuko) 3,7--11 kW
Investition 300--700 EUR 13.000--17.000 EUR
Jährliche Ersparnis E-Auto 60--120 EUR 600--1.200 EUR

Ein Balkonkraftwerk ist ein guter Einstieg, aber für die ernsthafte Versorgung eines E-Autos mit Solarstrom führt kein Weg an einer größeren Dachanlage vorbei.

Häufige Fragen

Kann ich mein E-Auto direkt an der PV-Anlage laden?

Nicht direkt. Die PV-Anlage erzeugt Gleichstrom, der vom Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt wird. Dieser fließt über das Hausnetz zur Wallbox. Die Wallbox wandelt den Wechselstrom über das Onboard-Ladegerät des Fahrzeugs wieder in Gleichstrom. Es gibt experimentelle DC-Wallboxen, die ohne diesen Umweg arbeiten, aber diese sind 2026 noch nicht marktreif für den Privatbereich.

Welche Wallbox passt zu meiner PV-Anlage?

Achten Sie auf folgende Kompatibilität: Die Wallbox muss mit dem Wechselrichter oder dem Energiemanagementsystem (EMS) kommunizieren können. Gängige Protokolle sind EEBUS, Modbus TCP, SunSpec und OCPP. Hersteller wie Fronius, SMA, Kostal und Huawei bieten eigene Ökosysteme mit aufeinander abgestimmten Wallboxen an. Herstellerübergreifend funktioniert die Kommunikation am besten über ein separates EMS (z. B. von Smartfox, Solar-Log oder Home Assistant).

Brauche ich einen Batteriespeicher zusätzlich zur Wallbox?

Das hängt von Ihrem Nutzungsprofil ab. Wenn Sie tagsüber regelmäßig zu Hause laden können, ist ein Speicher weniger notwendig -- die Fahrzeugbatterie dient selbst als Speicher. Wenn Sie erst abends nach Hause kommen, puffert ein stationärer Speicher den tagsüber erzeugten Solarstrom für die abendliche Ladung. In der Praxis installieren rund 70 % aller PV-Neuanlagen 2026 einen Speicher, unabhängig vom E-Auto.

Reicht eine 11-kW-Wallbox oder brauche ich 22 kW?

Für den Privatbereich reicht eine 11-kW-Wallbox fast immer aus. Eine vollständige Ladung von 20 auf 80 % (ca. 36 kWh bei einer 60-kWh-Batterie) dauert mit 11 kW rund 3,3 Stunden. Über Nacht ist das Auto damit problemlos voll. Eine 22-kW-Wallbox ist nur sinnvoll, wenn das Fahrzeug dreiphasig mit 22 kW laden kann (viele können nur 11 kW) und wenn Sie sehr kurze Standzeiten haben. Zudem ist eine 22-kW-Wallbox genehmigungspflichtig beim Netzbetreiber.

Was kostet die Wallbox im laufenden Betrieb?

Die Wallbox selbst verbraucht im Standby nur 2 bis 5 Watt. Das sind rund 20 bis 45 kWh pro Jahr, also 7 bis 15 EUR. Relevante laufende Kosten sind die Stromkosten für die Fahrzeugladung und gegebenenfalls eine jährliche Prüfung (empfohlen, nicht gesetzlich vorgeschrieben, ca. 100--200 EUR).

Muss die Wallbox beim Netzbetreiber angemeldet werden?

Ja. Wallboxen bis 11 kW sind anmeldepflichtig, Wallboxen über 11 kW sind genehmigungspflichtig. Die Anmeldung übernimmt in der Regel Ihr Elektroinstallateur. Zusätzlich müssen Wallboxen ab 4,2 kW als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG gemeldet werden.


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