Dämmung & Gebäudehülle
Sonnenschutz Förderung 2026: Bis zu 20 % BAFA-Zuschuss für Hitzeschutz

Hendrik Stotz
Zertifizierter Energieeffizienz-Experte
Stand: 18. Oktober 202620 Minuten

Das Wichtigste in Kürze
- Förderhöhe: 15 % BAFA-Zuschuss (BEG EM) auf außenliegenden Sonnenschutz. Den iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten gibt es seit dem 21.07.2026 erst ab 30.000 EUR förderfähigen Ausgaben je Antrag (Haus mit einer Wohneinheit) und nur für den Betrag darüber; reine Sonnenschutz-Projekte bleiben daher in aller Regel bei 15 %.
- Förderfähige Kosten: höchstens 30.000 EUR je Kalenderjahr für die erste Wohneinheit (mit iSFP-Bonus 60.000 EUR), für die zweite bis sechste Wohneinheit je 15.000 EUR, ab der siebten je 8.000 EUR.
- Bedingung: außenliegend, parallel zur Verglasung an der thermischen Gebäudehülle und mit optimierter Tageslichtversorgung, etwa über eine strahlungsabhängige Steuerung oder ein Lichtlenksystem. Innenliegende Systeme, Vordächer und nicht parallel verlaufende Markisen sind ausgeschlossen.
- Wirkung: Außenliegender Sonnenschutz hält je nach System und Stellung 70 bis 90 Prozent der Sonneneinstrahlung ab, innenliegende Rollos laut Umweltbundesamt nur 5 bis 45 Prozent. Anhaltswerte der DIN 4108-2 (Zweischeibenglas): Raffstore (Lamellen 45°) und Textilscreen FC 0,25, Rollladen zu drei Vierteln geschlossen 0,30.
- Rechenbeispiel: Raffstores an zehn Fenstern für 8.000 EUR ergeben 1.200 EUR Zuschuss und 6.800 EUR Eigenanteil, ohne die Kosten für den Energieeffizienz-Experten.
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Sommerliche Hitze in Wohngebäuden ist längst kein Komfortproblem mehr, sondern ein energetisches und gesundheitliches Risiko. 2024 war mit einer Durchschnittstemperatur von 10,9 Grad Celsius das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland. Klimaanlagen bekämpfen nur die Folgen und verbrauchen dafür Strom. Außenliegender Sonnenschutz hält dagegen den Großteil der Sonnenwärme ab, bevor sie ins Gebäude gelangt.
Update (Stand: 18. Oktober 2026): Seit dem 21.07.2026 gilt die neue BEG-Förderrichtlinie (amtliche Fassung vom 17.08.2026), seit dem 29.07.2026 heißt das GEG Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Der außenliegende Sonnenschutz wird weiter mit 15 % Zuschuss gefördert. Neu sind vor allem zwei Punkte: Die Höchstgrenze von 30.000 EUR (60.000 EUR mit iSFP-Bonus) gilt nur noch für die erste Wohneinheit, für die zweite bis sechste gelten je 15.000 EUR, ab der siebten je 8.000 EUR. Und den iSFP-Bonus gibt es nur noch ab 30.000 EUR förderfähigen Ausgaben je Antrag (bei einer Wohneinheit) und nur für den Betrag darüber.
Die gute Nachricht: Der Staat fördert den sommerlichen Wärmeschutz über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) mit 15 Prozent Zuschuss; mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) sind es 20 Prozent auf den Teil der Kosten über 30.000 EUR (Haus mit einer Wohneinheit). Förderfähig sind außenliegende Rollläden und Fensterläden, Raffstores und Jalousien sowie Markisen und Textilscreens, die parallel zum Fenster verlaufen, sofern sie die Tageslichtversorgung optimieren, zum Beispiel über eine strahlungsabhängige Steuerung oder ein Lichtlenksystem. Dieser Ratgeber erklärt, welche Maßnahmen förderfähig sind, was sie kosten, wie die Antragstellung funktioniert und warum es sich lohnt, jetzt zu handeln.
Warum sommerlicher Wärmeschutz wichtiger wird
Klimawandel und steigende Temperaturen
Die Zahl der „Heißen Tage“ mit mindestens 30 Grad Celsius hat sich in Deutschland seit den 1950er-Jahren verdreifacht, von etwa vier auf durchschnittlich zwölf Tage pro Jahr. Nach der Klimawirkungs- und Risikoanalyse für Deutschland ist laut Umweltbundesamt damit zu rechnen, dass sich die Zahl der Hitzetage verdoppeln kann.
Klimaanlage vs. Sonnenschutz
Klimageräte verbrauchen Strom und geben die dem Raum entzogene Wärme nach außen ab. Bewegliche Klimageräte hält das Umweltbundesamt für ineffizient, weil sie warme Abluft nach draußen führen und die nachströmende Luft den Raum zusätzlich aufheizt. Wie sich der Saisonverbrauch aus Kühlleistung, Betriebsstunden und SEER für ein konkretes Gerät ergibt, zeigt die Rechnung zum Stromverbrauch der Klimaanlage. Wie viel Kühlleistung ein Raum überhaupt braucht und warum ein zu großes Gerät mehr verbraucht statt weniger, klärt der Leitfaden zur Klimaanlagen-Größe vorab.
Außenliegender Sonnenschutz hält je nach System und Stellung 70 bis 90 Prozent der Sonneneinstrahlung ab, bevor sie das Glas erreicht. Im Betrieb braucht nur ein motorischer Antrieb etwas Strom. Das Umweltbundesamt rät zuerst zu außenliegendem Sonnenschutz, einer gut gedämmten Gebäudehülle und Nachtlüftung; ein Klimagerät empfiehlt es erst, wenn sich ein Raum trotzdem überhitzt.
§ 14 GModG (früher GEG): Sommerlicher Wärmeschutz ist Pflicht im Neubau
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG), das seit dem 29.07.2026 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) heißt, schreibt in § 14 den Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes für Neubauten vor. Kommen bei Erweiterung oder Ausbau beheizte oder gekühlte Räume mit mehr als 50 Quadratmetern zusammenhängender Nutzfläche hinzu, verlangt § 39 Abs. 2 GModG dasselbe. Die maßgebliche Norm DIN 4108-2 (Fassung 2013-02) kennt einen Nachweisverzicht und zwei Nachweisverfahren:
| Verfahren | Anforderung | Anwendung |
|---|---|---|
| Verzicht auf den Nachweis | Unter anderem bei Wohngebäuden, wenn der kritische Raum höchstens 35 % grundflächenbezogenen Fensterflächenanteil hat und die Ost-, Süd- und Westfenster außenliegenden Sonnenschutz mit FC ≤ 0,30 (Glas mit g > 0,40) bzw. FC ≤ 0,35 (g ≤ 0,40) haben | Keine Berechnung nötig (§ 14 Abs. 5 GModG, DIN 4108-2 Abschnitt 8.2.2) |
| Nachweis über den Sonneneintragskennwert | Der Sonneneintragskennwert des Raums darf den zulässigen Höchstwert nicht überschreiten | Nachweis nach § 14 Abs. 2 GModG |
| Thermische Gebäudesimulation | Die Übertemperatur-Gradstunden dürfen den Grenzwert für den Standort nicht überschreiten | Alternative nach § 14 Abs. 3 GModG |
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Quellen: § 14 und § 39 GModG; DIN 4108-2:2013-02, Abschnitt 8.2.2, wiedergegeben in der BBSR-Online-Publikation 97/2024 · Stand: Oktober 2026
Ab dem 01.01.2027 verweist § 14 GModG auf die Fassung DIN 4108-2:2026-05 (Nachweisverzicht dann nach deren Abschnitt 8.3.2); die Werte in der Tabelle stammen aus der Fassung 2013-02. In der Praxis bedeutet das: Wer große Ost-, Süd- oder Westfenster plant, muss den Sonneneintrag begrenzen, und außenliegender Sonnenschutz ist dafür besonders wirksam.
Welche Sonnenschutz-Systeme gibt es?
FC-Wert: Der entscheidende Kennwert
Der FC-Wert (Abminderungsfaktor) beschreibt, welcher Anteil der Sonnenenergie, die ohne Sonnenschutz durch die Verglasung käme, mit Sonnenschutz noch ins Gebäude gelangt. Ein FC-Wert von 1,00 bedeutet kein Sonnenschutz, ein Wert von 0,10 bedeutet, dass nur noch 10 Prozent davon durchkommen. Je niedriger der Wert, desto besser der Hitzeschutz. Vereinfacht gilt: Gesamtenergiedurchlassgrad = g-Wert der Verglasung × FC-Wert.
| Sonnenschutzsystem | FC-Wert (Anhaltswert) | Reduktion solarer Gewinne |
|---|---|---|
| Kein Sonnenschutz | 1,00 | 0 % |
| Innenliegende Jalousie | 0,65 | 35 % |
| Innenliegender heller Vorhang (geringe Transparenz) | 0,75 | 25 % |
| Rollläden (zu drei Vierteln geschlossen) | 0,30 | 70 % |
| Raffstores / Außenjalousien (Lamellen 45°) | 0,25 | 75 % |
| Textilscreens / Markisen parallel zur Verglasung | 0,25 | 75 % |
Quellen: Anhaltswerte der DIN 4108-2:2013-02 für Zweischeiben-Wärmeschutzglas nach Umweltbundesamt, Climate Change 14/2023, Tabelle 8 · Stand: Oktober 2026
Die Tabelle zeigt deutlich: Innenliegender Sonnenschutz bringt nur eine moderate Verbesserung. Die Sonnenstrahlung hat das Glas bereits durchdrungen und wird teilweise als Wärme im Raum absorbiert. Außenliegende Systeme fangen die Strahlung ab, bevor sie ins Gebäude gelangt. Je nach Produkt und Stellung erreichen sie laut Umweltbundesamt auch FC-Werte von 0,1 bis 0,2, während innenliegende Rollos nur 5 bis 45 Prozent der Einstrahlung abhalten.
Rollläden
Rollläden bestehen meist aus Aluminium- oder Kunststofflamellen, die in einer Führungsschiene neben dem Fenster laufen und sich in einem Kasten oberhalb des Fensters aufrollen.
Vorteile:
- Guter Sonnenschutz (FC 0,30, zu drei Vierteln geschlossen)
- Je nach Ausführung zusätzlicher Einbruchschutz
- Geschlossen etwas geringere Wärmeverluste durch das Fenster im Winter
- Verdunklung möglich
Nachteile:
- Im geschlossenen Zustand kein Tageslicht und keine Durchsicht
- Lichteinfall nur über die Höhe des Behangs und die Lichtschlitze regelbar, nicht über wendbare Lamellen
Kosten:
| Variante | Kosten pro Fenster (inkl. Einbau) |
|---|---|
| Rollladen manuell (Gurtwickler) | 200–500 EUR |
| Rollladen elektrisch (Rohrmotor) | 500–900 EUR |
| Rollladen elektrisch mit Funksteuerung | 600–1.100 EUR |
| Nachrüstung Automatik (Smart-Home-fähig) | +150–300 EUR |
Quelle: Orientierungswerte der Redaktion ohne amtlichen Beleg; verbindlich ist das Angebot des Fachbetriebs · Stand der Angaben: März 2026
Für die BAFA-Förderung braucht der Rollladen eine optimierte Tageslichtversorgung, zum Beispiel über eine strahlungsabhängige Steuerung mit Sonnensensor. Ein Rollladen, der nur per Gurtwickler bedient wird und keine solche Funktion hat, ist nicht förderfähig.
Raffstores (Außenjalousien)
Raffstores bestehen aus horizontal angeordneten Aluminium-Lamellen, die sich stufenlos wenden lassen. Dadurch kann der Lichteinfall präzise reguliert werden, ohne den Raum vollständig zu verdunkeln. Raffstores verbinden so Sonnenschutz und Tageslichtnutzung.
Vorteile:
- Sehr guter Sonnenschutz (FC 0,25 bei 45°-Lamellenstellung)
- Stufenlose Lamellenverstellung: Blendschutz bei gleichzeitigem Tageslicht
- Durchsicht im gewendeten Zustand möglich
- Ästhetisch hochwertig an modernen Fassaden
Nachteile:
- Windempfindlich: Bei starkem Wind müssen sie einfahren, ab welcher Windstärke, legt der Hersteller fest
- Kein Einbruchschutz
- Mehr bewegliche Teile (Lamellen und Aufzugsbänder), die gewartet werden müssen
Kosten:
| Variante | Kosten pro Fenster (inkl. Einbau) |
|---|---|
| Raffstore manuell (Kurbel) | 200–500 EUR |
| Raffstore elektrisch (Motor) | 300–650 EUR |
| Raffstore elektrisch mit Funksteuerung und Wetterautomatik | 500–900 EUR |
| Nachrüstung Motorisierung | +100–150 EUR |
Quelle: Orientierungswerte der Redaktion ohne amtlichen Beleg; verbindlich ist das Angebot des Fachbetriebs · Stand der Angaben: März 2026
Es gibt windstabilere Modelle mit Seitenführung; bis zu welcher Windstärke sie ausgefahren bleiben dürfen, steht in den Herstellerangaben. Für exponierte Lagen empfiehlt sich eine Wetterstation mit automatischer Windüberwachung, die den Raffstore bei Sturm einfährt.
Textilscreens (Senkrechtmarkisen)
Textilscreens sind außenliegende Gewebebahnen, die senkrecht vor dem Fenster geführt werden. Sie bestehen aus technischen Textilien (Glasfaser-PVC oder Polyester) mit unterschiedlichen Öffnungsfaktoren. Der Öffnungsfaktor bestimmt, wie viel Licht und Durchsicht das Gewebe zulässt.
Vorteile:
- Sehr guter Sonnenschutz (FC 0,25 als Anhaltswert, je nach Gewebe auch niedriger)
- Durchsicht nach außen bei geschlossenem Screen (je nach Öffnungsfaktor)
- Gedämpftes Tageslicht im Raum
- Mit Reißverschluss-Führung (ZIP-System) besonders windstabil
- Sehr flacher Aufbau, gut nachrüstbar
Nachteile:
- Kein Einbruchschutz
- Keine vollständige Verdunklung (Restlichtdurchlass)
- Gewebe muss regelmäßig gereinigt werden
Kosten:
| Variante | Kosten pro Fenster (inkl. Einbau) |
|---|---|
| Textilscreen Standard (elektrisch) | 400–800 EUR |
| Textilscreen ZIP-System (windstabil) | 600–1.200 EUR |
| Großflächenscreen (Wintergarten, Fassade) | 1.000–3.000 EUR |
Quelle: Orientierungswerte der Redaktion ohne amtlichen Beleg; verbindlich ist das Angebot des Fachbetriebs · Stand der Angaben: März 2026
Textilscreens sind besonders interessant für Gebäude, bei denen Rollläden oder Raffstores aus gestalterischen oder baulichen Gründen nicht infrage kommen, etwa bei denkmalgeschützten Fassaden oder bei Gebäuden mit bodentiefen Fensterflächen.
Fenstermarkisen und Wintergartenmarkisen
Fenstermarkisen (Fallarmmarkisen) werden oberhalb des Fensters montiert und fahren schräg nach außen aus. Wintergartenmarkisen werden auf dem Glasdach eines Wintergartens montiert und beschatten die gesamte Glasfläche von oben.
Kosten:
| Variante | Kosten (inkl. Einbau) |
|---|---|
| Fenstermarkise (Fallarm, elektrisch) | 400–1.200 EUR pro Fenster |
| Wintergartenmarkise (auf Glasdach) | 1.500–3.500+ EUR |
| Gelenkarmmarkise (Terrasse/Balkon, nicht BAFA-förderfähig als Sonnenschutz der Gebäudehülle) | 1.000–3.500+ EUR |
Quelle: Orientierungswerte der Redaktion ohne amtlichen Beleg; verbindlich ist das Angebot des Fachbetriebs · Stand der Angaben: März 2026
Förderfähig sind nur Markisen, die parallel zum Fenster an der thermischen Gebäudehülle verlaufen. Fallarmmarkisen, deren Tuch schräg absteht, schließt das Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen deshalb aus (DIN 4108-2, Tabelle 7, Zeile 3.4), ebenso Vordächer, Sonnensegel, freistehende Lamellendächer, Pergolen und Terrassenmarkisen. Eine Wintergartenmarkise kommt nur infrage, wenn der Wintergarten beheizt ist, also zur thermischen Gebäudehülle gehört, und die Markise parallel zur Verglasung verläuft.
Sonnenschutzfolien
Sonnenschutzfolien werden direkt auf die Verglasung geklebt und senken den Energiedurchlass des Glases. Sie sind eine einfache Nachrüstlösung, lassen sich aber anders als beweglicher Sonnenschutz nicht nach Sonnenstand und Bewölkung öffnen und mindern auch im Winter die erwünschten Sonnengewinne.
Über die BEG-Einzelmaßnahme „Sommerlicher Wärmeschutz“ werden Sonnenschutzfolien nicht gefördert: Förderfähig sind nur außenliegende Sonnenschutzvorrichtungen nach DIN 4108-2 (Tabelle 7, Zeilen 3.1 bis 3.3), also Fensterläden und Rollläden, Jalousien und Raffstores sowie Markisen, die parallel zum Fenster verlaufen.
BAFA-Förderung: Konditionen und Voraussetzungen
Förderhöhe
Der sommerliche Wärmeschutz wird im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) als Maßnahme an der Gebäudehülle gefördert.
| Förderung | Zuschuss | Förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit |
|---|---|---|
| BAFA-Basiszuschuss | 15 % | Max. 30.000 EUR je Kalenderjahr |
| iSFP-Bonus (individueller Sanierungsfahrplan) | +5 Prozentpunkte auf den Betrag über 30.000 EUR | Erhöht die Obergrenze auf 60.000 EUR; seit 21.07.2026 erst ab 30.000 EUR förderfähigen Ausgaben im Antrag |
| Maximal erreichbar | 15 % auf die ersten 30.000 EUR, 20 % auf den Teil darüber (höchstens 10.500 EUR) | Max. 60.000 EUR |
Quellen: BAFA, Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle (Grundfördersatz 15 %, iSFP-Bonus 5 %, Höchstgrenzen 30.000/15.000/8.000 EUR, mit iSFP-Bonus 60.000/30.000/15.000 EUR); Förderrichtlinie BEG EM vom 17.08.2026, Nr. 8.3.1 und 8.4.2 · Stand: Oktober 2026
Wichtig zum iSFP-Bonus (gilt für Anträge seit dem 21.07.2026): Den iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten gibt es nur noch ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 EUR je Antrag (Gebäude mit einer Wohneinheit; bei mehreren Wohneinheiten gilt die jeweilige Höchstgrenze ohne iSFP, bei drei Wohneinheiten also 60.000 EUR), und er gilt nur für den Betrag darüber. Ausgaben aus mehreren Anträgen werden dafür nicht zusammengezählt. Ein reines Sonnenschutz-Projekt liegt in aller Regel unter dieser Grenze und erhält dann keinen iSFP-Bonus, aber weiterhin den regulären Grundzuschuss von 15 %. Der Bonus lohnt sich hier nur, wenn Sie den Sonnenschutz in einem Antrag mit weiteren Hüllen-Maßnahmen (Fenster, Fassaden- oder Dachdämmung) bündeln, sodass die förderfähigen Ausgaben über 30.000 EUR liegen.
Bei einem Einfamilienhaus mit zehn Fenstern und einer Investition von 8.000 EUR (Raffstores mit Automatiksteuerung) ergibt sich folgende Rechnung. Da diese Investition unter der 30.000-EUR-Schwelle für den iSFP-Bonus liegt, greift auf das reine Sonnenschutz-Projekt nur der Grundzuschuss von 15 %:
| Position | Ohne iSFP | Mit iSFP |
|---|---|---|
| Investition | 8.000 EUR | 8.000 EUR |
| Zuschuss | 1.200 EUR (15 %) | 1.200 EUR (15 %)* |
| Eigenanteil | 6.800 EUR | 6.800 EUR |
*Der iSFP-Bonus greift auf dieses Projekt nicht, weil die Investition unter 30.000 EUR liegt. Er würde sich erst auszahlen, wenn Sie den Sonnenschutz in einem Antrag mit weiteren Hüllen-Maßnahmen kombinieren und die förderfähigen Ausgaben damit über 30.000 EUR liegen; der Bonus gilt dann für den Betrag darüber. Die Kosten für den Energieeffizienz-Experten sind nicht enthalten. Quellen: Förderrichtlinie BEG EM, Nr. 8.4.1 und 8.4.2 · Stand: Oktober 2026.
Der iSFP lohnt sich trotzdem: Sie erhalten einen umfassenden Sanierungsfahrplan, der weitere Einsparpotenziale aufdeckt und die Förderobergrenze auf 60.000 EUR für die erste Wohneinheit anhebt, sobald der Bonus greift. Das ist besonders relevant, wenn Sie den Sonnenschutz mit weiteren Maßnahmen wie einer Fenstererneuerung oder einer Fassadendämmung kombinieren.
Technische Voraussetzungen
Die Förderrichtlinie stellt klare Anforderungen an förderfähige Sonnenschutzsysteme:
Optimierte Tageslichtversorgung: Die Sonnenschutzeinrichtung muss die Tageslichtversorgung optimieren, zum Beispiel über eine strahlungsabhängige Steuerung mit Sonnensensor oder ein Lichtlenksystem. Die Funktion belegt ein Herstellernachweis. Die Art des Antriebs ist dagegen nicht vorgeschrieben.
Außenliegende Montage: Förderfähig sind nur außenliegende Sonnenschutzvorrichtungen nach DIN 4108-2 (Tabelle 7, Zeilen 3.1 bis 3.3). Innenliegende Jalousien, Rollos, Raffstores oder Plissees sind nicht förderfähig.
Montage an der thermischen Gebäudehülle: Der Sonnenschutz muss parallel zur Verglasung an der thermischen Gebäudehülle installiert werden. Nachzuweisen ist außerdem, dass die Vorgaben der DIN 4108-2 zum sommerlichen Mindestwärmeschutz eingehalten werden.
Fachunternehmen: Gefördert werden Material und fachgerechter Einbau durch ein Fachunternehmen. In Eigenleistung werden nur die Materialkosten gefördert, wenn ein Energieeffizienz-Experte oder ein Fachunternehmer die fachgerechte Ausführung bestätigt.
Energieeffizienz-Experte: Ein bei der dena gelisteter Energieeffizienz-Experte muss eingebunden werden. Er erstellt vor dem Antrag die Technische Projektbeschreibung (TPB) und bestätigt nach Abschluss im Technischen Projektnachweis (TPN), dass die Anforderungen erfüllt sind. Seine Fachplanung und Baubegleitung wird mit 50 % gefördert, wenn er vom ausführenden Betrieb unabhängig ist; bei Ein- und Zweifamilienhäusern sind dafür höchstens 5.000 EUR förderfähig.
Antragstellung vor Maßnahmenbeginn: Der BAFA-Antrag muss gestellt sein, bevor die Arbeiten beginnen; der Vertrag mit Fördervorbehalt (aufschiebende oder auflösende Bedingung der Förderzusage) muss dabei schon vorliegen. Aufträge, die vor der Antragstellung ohne Fördervorbehalt vergeben wurden, sind nicht förderfähig.
Was genau ist förderfähig?
| System | Förderfähig? | Bedingung |
|---|---|---|
| Rollläden und Fensterläden (außen) | Ja | Optimierte Tageslichtversorgung, z. B. strahlungsabhängige Steuerung |
| Raffstores / Außenjalousien | Ja | Optimierte Tageslichtversorgung, z. B. strahlungsabhängige Steuerung oder Lichtlenksystem |
| Textilscreens / Senkrechtmarkisen | Ja | Parallel zum Fenster, optimierte Tageslichtversorgung |
| Fenstermarkisen mit schräg abstehendem Tuch (Fallarm) | Nein | Nicht parallel zum Fenster (DIN 4108-2, Tabelle 7, Zeile 3.4) |
| Wintergartenmarkisen | Bedingt | Nur bei beheiztem Wintergarten (thermische Gebäudehülle) und parallel zur Verglasung |
| Sonnenschutzfolien | Nein | Keine Sonnenschutzvorrichtung nach DIN 4108-2, Tabelle 7, Zeilen 3.1 bis 3.3 |
| Rollläden ohne Tageslichtfunktion (z. B. nur Gurtwickler) | Nein | Keine optimierte Tageslichtversorgung |
| Innenliegende Jalousien/Rollos/Plissees | Nein | Nicht außenliegend |
| Freistehende Markisen, Sonnensegel, Pergolen, Lamellendächer | Nein | Nicht parallel zu Fenstern in der thermischen Gebäudehülle |
| Vordächer | Nein | Ausdrücklich ausgeschlossen |
Quellen: Förderrichtlinie BEG EM vom 17.08.2026, Technische Mindestanforderungen Nr. 1.2; Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen, Version 11.0, Nr. 2.5 und 9.1 · Stand: Oktober 2026
Nachrüstung der Automatik bei vorhandenen Systemen
Eine Steuerung allein an vorhandenen Rollläden oder Raffstores nachzurüsten, ist keine geförderte Maßnahme des sommerlichen Wärmeschutzes: Gefördert wird dort nur der Ersatz oder erstmalige Einbau der Sonnenschutzeinrichtung. Förderfähig ist eine strahlungsabhängige Steuerung aber, wenn sie zusammen mit neuem Sonnenschutz oder im Rahmen eines geförderten Fenstertauschs eingebaut wird.
Antriebs- und Bediensysteme für Rollläden und Jalousien können außerdem Teil eines geförderten digitalen Systems zur Betriebs- und Verbrauchsoptimierung („Efficiency Smart Home“) sein, das die Energieeffizienz der technischen Anlagen des Gebäudes, etwa der Heizung, verbessern soll. Ob Ihr Vorhaben das erfüllt, klärt Ihr Energieeffizienz-Experte.
Kosten und Wirtschaftlichkeit im Vergleich
Vollkostenrechnung: Sonnenschutz vs. Klimaanlage
Die folgende Beispielrechnung vergleicht die Kosten über 20 Jahre für ein Einfamilienhaus mit zehn Fenstern (Süd- und Westseite). Bis auf die Förderquote sind alle Werte Annahmen der Redaktion, keine amtlichen Daten:
| Kostenfaktor | Außenliegender Sonnenschutz (Raffstores) | Split-Klimaanlage (3 Innengeräte) |
|---|---|---|
| Anschaffung | 5.000–9.000 EUR | 4.000–8.000 EUR |
| BAFA-Förderung (15 %) | -750 bis -1.350 EUR | Keine |
| Nettokosten Anschaffung | 4.250–7.650 EUR | 4.000–8.000 EUR |
| Jährliche Stromkosten | ca. 10–20 EUR (Motoren) | ca. 200–500 EUR (Kühlung) |
| Wartung pro Jahr | ca. 50–100 EUR | ca. 150–250 EUR |
| Gesamtkosten über 20 Jahre | 5.450–10.050 EUR | 11.000–23.000 EUR |
Quelle: Beispielrechnung der Redaktion mit Annahmen (Stand der Annahmen: März 2026), ohne Ersatzinvestitionen, Preisänderungen und Kosten für den Energieeffizienz-Experten; Förderquote 15 % nach BEG EM · Stand: Oktober 2026
Die Beispielrechnung zeigt: Nach Förderung kostet außenliegender Sonnenschutz in der Anschaffung etwa so viel wie eine Klimaanlage, im Betrieb aber deutlich weniger. Hinzu kommt, dass Sonnenschutz keine Abwärme abgibt und kein dauerhaft laufendes Außengerät braucht.
Amortisation des Sonnenschutzes
Die Amortisation lässt sich nicht allein über Heiz- oder Kühlenergiekosten berechnen, da der Hauptnutzen in der Vermeidung von Klimatisierungskosten und in der Komfortsteigerung liegt. In der Beispielrechnung oben liegen die Gesamtkosten über 20 Jahre beim Sonnenschutz um 5.550 bis 12.950 EUR unter denen der Klimaanlage (jeweils untere und obere Annahme verglichen). Weil beide nach Förderung in der Anschaffung etwa gleich viel kosten, ist der Sonnenschutz in diesem Vergleich spätestens nach einem Jahr günstiger; die Kosten für den Energieeffizienz-Experten, ohne den es keine Förderung gibt, verschieben diesen Zeitpunkt nach hinten.
Zusätzlich hilft Sonnenschutz im Winter ein wenig: Nachts geschlossene Rollläden verringern die Wärmeverluste durch das Fenster. Dieser Nebeneffekt ist gering.
Systemwahl: Welcher Sonnenschutz für welches Gebäude?
Entscheidungshilfe nach Gebäudetyp
| Gebäudetyp | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Neubau, moderne Architektur | Textilscreens (ZIP) oder Raffstores | Niedriger FC-Wert, flacher Aufbau, ästhetisch hochwertig |
| Altbau mit vorhandenen Rollladenkästen | Rollläden erneuern, mit strahlungsabhängiger Steuerung | Kostengünstig, nutzt vorhandene Infrastruktur |
| Denkmalschutz | Textilscreens (dezent) oder innenliegende Systeme (nicht förderfähig) | Genehmigungspflichtig, ggf. Abstimmung mit Denkmalamt |
| Mehrfamilienhaus | Raffstores oder Textilscreens | Einheitliches Fassadenbild, individuelle Bedienung pro Wohnung |
| Wintergarten | Wintergartenmarkise | Speziell für Glasdächer konzipiert |
| Großflächige Verglasungen (bodentief) | Textilscreens ZIP | Windstabil, Durchsicht bei geschlossenem Screen |
Quelle: Empfehlungen der Redaktion; Förderfähigkeit nach dem Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen, Version 11.0 · Stand: Oktober 2026
Orientierung und Verschattungsbedarf
Nicht jede Fassade benötigt den gleichen Sonnenschutz:
- Südfassade: Im Sommer etwa so viel Sonnenenergie wie Ost- und Westfassaden, von Juni bis August jeweils rund 280 bis 290 kWh je Quadratmeter (Frankfurt am Main, Mittel 2005–2020, berechnet mit PVGIS der EU-Kommission), übers Jahr am meisten. Raffstores oder Textilscreens eignen sich gut.
- Westfassade: Kritisch wegen Nachmittags- und Abendsonne bei niedrigem Sonnenstand. Horizontale Systeme (Markisen) wirken hier schlechter als vertikale (Raffstores, Textilscreens).
- Ostfassade: Ähnlich viel Sonnenenergie wie im Süden, aber am Vormittag, wenn die Außenluft noch kühler ist. Rollläden oder Textilscreens sind geeignet.
- Nordfassade: Im Sommer rund halb so viel Sonnenenergie wie im Süden, überwiegend diffuses Licht; direkte Sonne nur im Sommerhalbjahr früh morgens und abends. Sonnenschutz ist hier in der Regel nicht erforderlich.
Kombination mit anderen Sanierungsmaßnahmen
Der sommerliche Wärmeschutz entfaltet seine volle Wirkung in Kombination mit anderen Maßnahmen an der Gebäudehülle:
Sonnenschutz und Fenstererneuerung
Beim Austausch der Fenster bietet sich die gleichzeitige Installation von Sonnenschutz an. Das spart Aufwand, weil ein Gerüst gemeinsam genutzt und die Anschlüsse im selben Arbeitsgang hergestellt werden können. Neue Rollläden und andere außenliegende Sonnenschutzvorrichtungen zählen dann zu den förderfähigen Kosten der Fenstermaßnahme, ein Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes ist dafür nicht nötig. Moderne Dreifach-Wärmeschutzverglasung hat einen g-Wert von rund 0,5 und lässt damit etwa die Hälfte der auftreffenden Sonnenenergie durch (Zweifach-Wärmeschutzglas: rund 0,6, Angaben des Umweltbundesamts). Mit einem Raffstore (FC 0,25) sinkt der Gesamtenergiedurchlass vereinfacht gerechnet auf 0,5 × 0,25 = 0,125, also auf rund ein Achtel; der genaue FC-Wert hängt von der Verglasung ab.
Sonnenschutz und Fassadendämmung
Eine gut gedämmte Fassade schützt nicht nur vor Wärmeverlust im Winter, sondern verlangsamt auch das Aufheizen im Sommer. Massive, gut gedämmte Wände haben eine hohe thermische Trägheit und puffern Temperaturschwankungen ab. In Kombination mit außenliegendem Sonnenschutz und Nachtlüftung heizt sich das Gebäude auch bei mehrtägigen Hitzewellen langsamer auf.
Sonnenschutz und Wärmebrückenbeseitigung
Alte Rollladenkästen sind häufig eine Wärmebrücke. Wer die Rollläden erneuert oder gegen Raffstores tauscht, sollte gleichzeitig den Rollladenkasten dämmen oder durch ein modernes Aufsatzsystem ersetzen. So lösen Sie zwei Probleme in einem Schritt. Die Dämmung vorhandener Rollladenkästen zählt bei einer geförderten Außenwanddämmung oder einem geförderten Fenstertausch zu den förderfähigen Kosten.
Antragstellung: Schritt für Schritt
Energieeffizienz-Experte einbinden: Beauftragen Sie einen bei der dena gelisteten Experten. Dieser prüft den Bedarf, berät bei der Systemwahl und erstellt die technische Projektbeschreibung (TPB). Ein Überblick über die Förderung energetischer Sanierung hilft bei der Orientierung.
BAFA-Antrag online stellen: Sie stellen den Antrag im BAFA-Portal selbst oder über eine bevollmächtigte Person mit BAFA-Vollmacht, etwa Ihren Energieeffizienz-Experten. Im Antrag geben Sie die TPB-ID und die voraussichtlichen Ausgaben an; die TPB-ID ist höchstens zwei Monate gültig.
Zuwendungsbescheid abwarten: Den Vertrag mit dem Fachbetrieb haben Sie schon vor dem Antrag mit Fördervorbehalt geschlossen; mit der Montage beginnen Sie ohne Risiko erst nach Erhalt des Zuwendungsbescheids. Ein früherer Beginn ist zulässig, erfolgt aber auf eigenes Risiko.
Maßnahme durchführen lassen: Der Fachbetrieb installiert den Sonnenschutz. Danach erstellt Ihr Energieeffizienz-Experte den Technischen Projektnachweis (TPN), der bestätigt, dass die technischen Anforderungen erfüllt sind, und übergibt Ihnen die TPN-ID.
Verwendungsnachweis einreichen: Mit der TPN-ID reichen Sie den Verwendungsnachweis online beim BAFA ein, innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss der Maßnahme, spätestens aber sechs Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraums von 36 Monaten. Nach der Prüfung zahlt das BAFA den Zuschuss aus.
Tipp: Wenn Sie ohnehin einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lassen, ist der Energieeffizienz-Experte bereits involviert. Er kann den BAFA-Antrag für den Sonnenschutz direkt mit vorbereiten. Beachten Sie: Der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten greift seit dem 21.07.2026 erst ab 30.000 EUR förderfähigen Ausgaben im Antrag und nur für den Betrag darüber. Für ein reines Sonnenschutz-Projekt bleibt es daher meist beim Grundzuschuss von 15 %; der Bonus lohnt sich erst, wenn Sie mehrere Hüllen-Maßnahmen in einem Antrag bündeln.
Häufige Fragen
Werden Rollläden ohne Automatik gefördert?
Nicht ohne Weiteres. Gefördert werden außenliegende Rollläden nur mit optimierter Tageslichtversorgung, zum Beispiel über eine strahlungsabhängige Steuerung oder ein Lichtlenksystem; die Funktion muss der Hersteller nachweisen. Die Art des Antriebs schreibt die Förderrichtlinie dagegen nicht vor. Ein Rollladen, der nur per Gurtwickler bedient wird und keine solche Funktion hat, ist nicht förderfähig. Eine Steuerung allein an vorhandenen Rollläden nachzurüsten, wird als sommerlicher Wärmeschutz nicht gefördert.
Kann ich innenliegenden Sonnenschutz fördern lassen?
Nein. Innenliegende Systeme wie Jalousien, Rollos, Plissees oder Vorhänge sind nicht über die BEG EM förderfähig; das Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen schließt alle innenliegenden Sonnenschutzvorrichtungen aus. Sie sind auch deutlich weniger wirksam: Nach den Anhaltswerten der DIN 4108-2 erreicht eine innenliegende Jalousie einen FC-Wert von 0,65 und ein heller Vorhang 0,75, außenliegende Systeme dagegen 0,25 bis 0,30 und je nach Produkt bis 0,10.
Wie hoch ist die maximale Förderung pro Wohneinheit?
Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 EUR für die erste Wohneinheit gedeckelt, je Gebäude und Kalenderjahr. Der Grundzuschuss von 15 % ergibt daraus höchstens 4.500 EUR. Mit iSFP-Bonus steigt die Obergrenze auf 60.000 EUR; weil der Bonus von 5 Prozentpunkten nur für den Betrag über 30.000 EUR gilt, beträgt der Zuschuss dann höchstens 10.500 EUR (15 % auf 60.000 EUR plus 5 % auf 30.000 EUR). Ab der zweiten Wohneinheit sind die förderfähigen Höchstkosten seit dem 21.07.2026 gestaffelt: 15.000 EUR für die zweite bis sechste und 8.000 EUR ab der siebten Wohneinheit, mit iSFP-Bonus 30.000 EUR und 15.000 EUR. Den iSFP-Bonus gibt es nur noch, wenn die förderfähigen Ausgaben im Antrag mindestens 30.000 EUR erreichen (bei mehreren Wohneinheiten die Höchstgrenze ohne iSFP). Ein reines Sonnenschutz-Projekt an einem Einfamilienhaus bleibt in aller Regel unter 30.000 EUR, sodass der Grundfördersatz von 15 % greift.
Ist die Förderung mit dem Steuerbonus nach § 35c EStG kombinierbar?
Nein, für dieselbe Maßnahme ist eine Kombination ausgeschlossen. Sie können entweder die BAFA-Förderung oder die steuerliche Förderung nach § 35c EStG in Anspruch nehmen; der sommerliche Wärmeschutz ist dort mit denselben technischen Anforderungen begünstigt (Anlage 4a der Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung). Bei der steuerlichen Variante ziehen Sie 20 Prozent der Kosten über drei Jahre (7, 7 und 6 Prozent) von der Einkommensteuer ab, aber nur bei selbst genutztem Wohneigentum, das älter als zehn Jahre ist, und nur bis zur Höhe Ihrer Steuerschuld. Der BAFA-Zuschuss ist mit 15 % niedriger, wird aber auch ohne Steuerschuld ausgezahlt und steht auch Vermietern offen.
Muss ich bei einem Neubau Sonnenschutz einplanen?
Das GModG (§ 14, früher GEG) verlangt für Neubauten den Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes nach DIN 4108-2. Ohne Rechennachweis geht es bei Wohngebäuden unter anderem dann, wenn der kritische Raum höchstens 35 Prozent grundflächenbezogenen Fensterflächenanteil hat und die Ost-, Süd- und Westfenster außenliegenden Sonnenschutz mit FC ≤ 0,30 haben (bei Glas mit g > 0,40; Fassung 2013-02 der Norm, ab dem 01.01.2027 gilt die Fassung 2026-05). Die BAFA-Förderung gilt allerdings nur für Bestandsgebäude, deren Bauantrag bei Antragstellung mindestens fünf Jahre zurückliegt. Im Neubau sind die Kosten für Sonnenschutz Teil der Gesamtbaukosten und können ggf. über die KfW-Neubauförderung (Klimafreundlicher Neubau) mitfinanziert werden.
Lohnt sich Sonnenschutz auch an Nordfenstern?
In der Regel nicht aus energetischer Sicht. Eine Nordfassade erhält im Sommer etwa halb so viel Sonnenenergie wie eine Südfassade, überwiegend als diffuses Licht; direkte Sonne fällt nur im Sommerhalbjahr früh morgens und abends ein. Sonnenschutz an Nordfenstern dient daher vor allem dem Sichtschutz oder der Blendreduktion bei flachem Sonnenstand. Die technischen Mindestanforderungen der BEG schließen Nordfenster nicht ausdrücklich aus, sinnvoller ist das Budget aber an Süd-, Ost- und Westfenstern eingesetzt, wo deutlich mehr Sonnenenergie auftrifft.
Wie lange dauert die Installation?
Wie lange Lieferung und Montage dauern, hängt von Hersteller, System und Fensterzahl ab; verbindliche Termine nennt der Fachbetrieb im Angebot. Rechnen Sie zusätzlich die Zeit für Energieeffizienz-Experte, Antrag und Zuwendungsbescheid ein, denn der Vertrag mit dem Fachbetrieb muss einen Fördervorbehalt enthalten. Planen Sie daher frühzeitig, idealerweise im Winter oder Frühjahr, damit der Sonnenschutz vor dem Sommer montiert ist.
Fazit und nächste Schritte
Sommerlicher Wärmeschutz ist keine optionale Komfortmaßnahme, sondern eine zunehmend notwendige Investition in die Gebäudequalität. Das BAFA fördert außenliegende Sonnenschutzsysteme mit 15 Prozent Zuschuss, wenn sie parallel zur Verglasung an der thermischen Gebäudehülle sitzen und die Tageslichtversorgung optimieren, etwa über eine strahlungsabhängige Steuerung. Was ein Projekt kostet, hängt von Fensterzahl, System und Region ab; verbindlich ist nur das Angebot des Fachbetriebs.
Außenliegende Systeme wie Raffstores, Textilscreens und Rollläden halten je nach Stellung 70 bis 90 Prozent der Sonneneinstrahlung ab und sind laut Umweltbundesamt der erste Schritt vor einem Klimagerät. Wer den Sonnenschutz mit einer Fenstererneuerung oder Fassadendämmung kombiniert, maximiert die Wirkung und profitiert von Synergien bei Montage und Förderung.
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) zeigt Ihnen, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge für Ihr Gebäude am sinnvollsten sind. Den iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten gibt es seit dem 21.07.2026 nur noch ab 30.000 EUR förderfähigen Ausgaben im Antrag und nur für den Betrag darüber; er lohnt sich also vor allem, wenn Sie den Sonnenschutz mit weiteren Hüllen-Maßnahmen bündeln. Mit reduco erstellen Sie aus Ihrer Adresse ein Gebäudemodell und vergleichen Sanierungsvarianten mit der BEG-Förderung je Maßnahme; den iSFP selbst erstellt ein Energieeffizienz-Experte.
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