Anker Solix Solarbank 3 Pro im Test: 2,68-kWh-Balkonspeicher
Anker Solix Solarbank 3 Pro im Test: 2,68 kWh, erweiterbar bis 16 kWh, 1.200 W Notstrom, rund 82 % Wirkungsgrad. Alle Daten, Preise und Schwächen im Check.

Das Wichtigste in Kürze
- Speicher & Ausbau: 2,68 kWh nutzbar pro Basiseinheit (E2700 Pro), modular erweiterbar auf bis zu 16,128 kWh mit fünf stapelbaren BP2700-Zusatzakkus.
- Preis: UVP 1.299 €, aktuell im Aktionspreis ab ca. 999 € (Stand Juli 2026); jeder Zusatzakku BP2700 kostet ca. 699 €.
- Notstrom: integrierte Off-Grid-Steckdose mit bis zu 1.200 W – die vollen 1.200 W aber nur getrennt vom Hausnetz; im Netzbetrieb gilt die 800-Watt-Grenze.
- Effizienz: rund 82 % Round-trip (AC→DC→AC) in unabhängigen Messungen – solide, aber nicht Spitze; Standby-Verbrauch mit ~9,5 W vergleichsweise hoch.
- Technik: LiFePO4-Zellen, bis 6.000 Ladezyklen (danach 70 % Restkapazität), 4 MPP-Tracker, bis 3.600 W PV-Eingang, IP65, 10 Jahre Garantie.
- Lohnt sich für: Nutzer mit mehreren Modulen, hohem Eigenverbrauch und dynamischem Stromtarif – für kleine Ein-Modul-Setups ist das System überdimensioniert.
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Die Anker Solix Solarbank 3 Pro (Modellbezeichnung E2700 Pro) ist einer der leistungsfähigsten und am weitesten ausbaubaren Balkonspeicher, die es 2026 zu kaufen gibt. Herzstück ist eine Basiseinheit mit 2,68 kWh nutzbarer Kapazität, einem integrierten bidirektionalen 1.200-Watt-Wechselrichter, vier MPP-Trackern für bis zu 3.600 Watt Solarleistung und einer Notstrom-Steckdose. Über bis zu fünf stapelbare Zusatzakkus wächst das System auf 16,128 kWh – Werte, die früher nur großen Hausspeichern vorbehalten waren. In diesem Test ordne ich die technischen Daten, Preise und die tatsächliche Effizienz ein und zeige, wie sich das Gerät gegen einfachere Balkonkraftwerke mit Speicher schlägt.
Gleichzeitig ist die Solarbank 3 Pro kein Selbstläufer. Die nutzbare Kapazität liegt spürbar unter dem Nennwert (im Test rund 2,39 kWh statt 2,68 kWh), der Standby-Verbrauch ist mit ~9,5 W hoch, und die vollen 1.200 Watt gibt es nur im Notstrombetrieb – im Hausnetz greift die gesetzliche 800-Watt-Grenze. Wer sich einen Überblick über die gesamte Geräteklasse verschaffen will, findet ihn im Balkonspeicher-Test 2026; dieser Artikel geht ausschließlich in die Tiefe zur Solarbank 3 Pro.
Anker Solix Solarbank 3 Pro: Die technischen Daten im Überblick
Die Solarbank 3 Pro ist ein sogenanntes All-in-One-Balkonkraftwerk-System: Speicher, Wechselrichter, Solar-Laderegler und Energiemanagement stecken in einem einzigen, IP65-geschützten Gehäuse, das an Balkon, Wand oder auf dem Boden montiert wird. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Herstellerdaten zusammen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Modell | Solarbank 3 Pro (E2700 Pro) |
| Nutzbare Kapazität (Basis) | 2.688 Wh (2,68 kWh) |
| Zelltyp | LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat) |
| Spannung / Kapazität | 25,6 V DC / 105 Ah |
| Erweiterbar bis | 16,128 kWh (Basis + 5× BP2700) |
| Wechselrichter (integriert) | 1.200 W bidirektional (laden/entladen) |
| Netzeinspeisung | max. 800 W (gesetzlich begrenzt) |
| Solareingang | 4 MPP-Tracker, bis 3.600 W, max. 60 V DC |
| Notstrom | Off-Grid-AC-Steckdose bis 1.200 W |
| Round-trip-Wirkungsgrad | ca. 82 % AC (83,5 % DC bei 800 W) |
| Standby-Verbrauch | ca. 9,5 W (Sleep-Modus 0 W) |
| Ladezyklen | bis 6.000, danach 70 % Restkapazität |
| Schutzart / Temperatur | IP65 / -20 °C bis +55 °C |
| Gewicht / Maße | 29,2 kg / 460 × 254 × 279 mm |
| Garantie | 10 Jahre |
Quellen: Anker SOLIX (Hersteller-Datenblatt), unabhängige Effizienzmessungen, Bundesnetzagentur.
Auffällig ist die Bandbreite dessen, was das Gerät abdeckt. Ein einfaches Balkonkraftwerk besteht aus Modulen und einem 800-Watt-Wechselrichter; die Solarbank 3 Pro ergänzt einen vollwertigen, modularen Batteriespeicher, eine KI-gestützte Steuerung und eine Notstromfunktion. Das erklärt den Preis – und auch, warum sich das System nicht für jeden lohnt.
Speicherkapazität: 2,68 kWh nutzbar – modular bis 16 kWh
Anker vermarktet die Basiseinheit als „E2700" – der reale Nennwert liegt aber bei 2.688 Wh (2,68 kWh), nicht bei glatten 2,7 kWh. Das ist keine Haarspalterei: Wer die Kapazität für die Auslegung seines Eigenverbrauchs heranzieht, sollte mit dem echten Wert rechnen. In einem unabhängigen Labortest lag die tatsächlich nutzbare Kapazität sogar noch etwas darunter, bei rund 2,39 kWh – das entspricht etwa 88,8 % des Nennwerts. Ein gewisser Abschlag zwischen Nenn- und Nutzkapazität ist bei Batteriespeichern normal (Reserven für Zelllebensdauer und Tiefentladeschutz), hier fällt er aber merklich aus.
Der eigentliche Trumpf ist die Modularität. Jeder BP2700-Zusatzakku bringt weitere 2,68 kWh und wird einfach unter die Basiseinheit gestapelt. So skaliert das System:
| Ausbaustufe | Kapazität (nutzbar, Nennwert) | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Basiseinheit E2700 Pro | 2,68 kWh | 1–2 Personen, Grundlast über Nacht |
| + 1× BP2700 | 5,38 kWh | kleiner Haushalt, mehr Nachtdeckung |
| + 2× BP2700 | 8,06 kWh | 3–4 Personen, hoher Eigenverbrauch |
| + 3× BP2700 | 10,75 kWh | großes Balkon-/Terrassensetup |
| + 5× BP2700 (max.) | 16,128 kWh | Quasi-Hausspeicher-Niveau |
Die LiFePO4-Zellen sind auf bis zu 6.000 Ladezyklen ausgelegt und behalten danach noch rund 70 % ihrer Kapazität; Anker gibt die kalendarische Lebensdauer mit etwa 15 Jahren an. Bei einem Vollzyklus pro Tag entspricht das rechnerisch über 16 Jahren – die Zellchemie ist also nicht der limitierende Faktor. Wichtig zu wissen: Ein derart großer Ausbau bis 16 kWh ist zwar technisch möglich, wirtschaftlich aber selten sinnvoll, weil ein Balkonkraftwerk mit gedeckelter Einspeisung diese Kapazität kaum füllt. Wer wirklich zweistellige Kilowattstunden speichern will, sollte den Schritt zu einer vollwertigen PV-Anlage mit Hausspeicher prüfen.
Wechselrichter & Einspeisung: 1.200-Watt-Technik trifft 800-Watt-Gesetz
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Hier liegt der am häufigsten missverstandene Punkt. Der integrierte Wechselrichter der Solarbank 3 Pro kann technisch 1.200 Watt bidirektional verarbeiten – also sowohl laden als auch entladen. Ins Hausnetz einspeisen darf er davon aber nur 800 Watt. Das ist keine Anker-Beschränkung, sondern geltendes Recht: Für Steckersolargeräte gilt seit dem Solarpaket 1 die Bagatellgrenze, wonach ein Balkonkraftwerk maximal 800 VA einspeisen und bis zu 2.000 Watt Modulleistung haben darf. Details zu dieser Regel und den Kosten habe ich im Ratgeber Balkonkraftwerk 2026: Regeln & Kosten zusammengefasst.
Praktisch heißt das: Solange die Solarbank am Hausnetz hängt, gibt sie höchstens 800 Watt in Ihre Steckdosen ab. Die restliche Wechselrichter-Reserve nutzt das Gerät für zwei Dinge – für schnelleres Laden des Speichers (bis 1.200 W) und für den Notstrombetrieb. Für die tägliche Deckung von Kühlschrank, Router, Standby-Geräten und Grundlast reichen 800 Watt in den allermeisten Haushalten völlig aus; kurze Lastspitzen (Wasserkocher, Herd) deckt das Gerät ohnehin nicht allein.
Ein Pluspunkt: Die Solarbank 3 Pro unterstützt in Verbindung mit einem kompatiblen Smart Meter eine echte Nulleinspeisung – der Speicher regelt die Abgabe so, dass möglichst nichts ungenutzt ins öffentliche Netz abfließt. Was das bringt und wann es sinnvoll ist, erkläre ich im Ratgeber Nulleinspeisung bei der PV-Anlage.
Notstrom: Was die 1.200-Watt-Steckdose wirklich leistet
Die Notstromfunktion ist eines der stärksten Verkaufsargumente – und wird trotzdem oft falsch verstanden. Die Solarbank 3 Pro besitzt eine separate Off-Grid-AC-Steckdose, an der bei einem Stromausfall bis zu 1.200 Watt abrufbar sind. Die volle Leistung steht aber nur zur Verfügung, wenn das Gerät vom Hausnetz getrennt ist; im normalen netzparallelen Betrieb bleibt es bei der 800-Watt-Grenze.
Das bedeutet in der Praxis: Sie können bei einem Blackout gezielt einzelne Verbraucher (Kühlschrank, Laptop, Licht, Handy-Ladegerät, Router) direkt an dieser Steckdose betreiben. Eine automatische Notstromversorgung des gesamten Hausnetzes wie bei einem großen Ersatzstromspeicher leistet das Gerät ausdrücklich nicht. Die Umschaltzeit beim Wechsel in den Off-Grid-Betrieb gibt Anker nicht belastbar in Millisekunden an – für empfindliche Geräte (z. B. einen Desktop-PC ohne USV) sollte man das nicht als unterbrechungsfreie Versorgung einplanen. Wer echte Ersatzstrom-Konzepte für das ganze Haus sucht, findet die Optionen im Ratgeber Notstrom mit Photovoltaik und Speicher.
Für ein Balkonkraftwerk ist eine integrierte 1.200-Watt-Notstromsteckdose dennoch ein echtes Alleinstellungsmerkmal – viele einfachere Balkonspeicher bieten gar keinen Inselbetrieb.
Effizienz im Test: rund 82 % Round-trip – und ein hoher Standby
Bei der Effizienz lohnt es sich, genau hinzuschauen, weil im Marketing gern die höchste Einzelzahl genannt wird. Man muss zwei Pfade unterscheiden:
- Reine Solar-Durchleitung (PV-Strom fließt direkt über den Wechselrichter ins Hausnetz, ohne Zwischenspeichern): Dieser Pfad ist deutlich effizienter, weil keine Batterie-Umwandlung im Spiel ist – die Verluste beschränken sich auf die reine Wechselrichtung von DC auf AC.
- Batterie-Round-trip (Strom wird eingespeichert und später wieder entladen, AC→DC→AC): Genau hier fällt die entscheidende Zahl. Unabhängige Messungen zeigen einen Wirkungsgrad von rund 82,1 % auf AC-Ebene bzw. 83,5 % auf DC-Ebene bei 800 Watt Lade-/Entladeleistung.
Der Round-trip-Wert ist der ehrliche Maßstab für einen Speicher – und mit ~82 % ist die Solarbank 3 Pro solide, aber nicht an der Spitze der Klasse. Kritischer sind zwei andere Werte:
| Betriebszustand | Wirkungsgrad / Verbrauch |
|---|---|
| Round-trip AC→DC→AC (bei 800 W) | ca. 82,1 % |
| Round-trip DC-Ebene (bei 800 W) | ca. 83,5 % |
| Round-trip bei niedriger Last (150 W) | nur ca. 71,6 % |
| Standby-Verbrauch (aktiv) | ca. 9,5 W |
| Sleep-Modus | 0 W |
Bei niedriger Last (etwa 150 Watt, also typische Nacht-Grundlast) bricht der Wirkungsgrad auf rund 72 % ein – ausgerechnet in dem Bereich, in dem ein Balkonspeicher die meiste Zeit arbeitet. Und der Standby-Verbrauch von ~9,5 W summiert sich über ein Jahr auf grob 80 kWh, die das Gerät sich selbst gönnt. Das ist im Klassenvergleich hoch und schmälert die Ersparnis spürbar, wenn der Speicher viele Stunden nur „bereitsteht". Für die Wirtschaftlichkeit ist das ein wichtiger, oft übersehener Posten.
Solareingang: 4 MPP-Tracker und bis zu 3.600 Watt
Beim Solareingang spielt die Solarbank 3 Pro ihre Stärke aus. Vier unabhängige MPP-Tracker (Maximum Power Point) bedeuten, dass sich verschiedene Modulausrichtungen – etwa Ost, West und ein verschattetes Modul – separat optimieren lassen, ohne sich gegenseitig auszubremsen. Die maximale PV-Eingangsleistung liegt bei 3.600 Watt (Nennleistung 1.800 W), die maximale Eingangsspannung bei 60 V DC pro Eingang.
Damit lassen sich in der Praxis bis zu 4 Module direkt anschließen bzw. bei Parallelverschaltung sogar bis zu 8 Module betreiben. Das passt gut zur seit dem Solarpaket 1 erlaubten 2.000-Watt-Modulgrenze – wie viel eine solche Auslegung bringt, rechne ich im Ratgeber Balkonkraftwerk mit 2.000 Watt durch. Mehr Modulfläche heißt: Der Speicher wird auch im Winter und an trüben Tagen zuverlässiger voll, statt nur im Hochsommer.
Ein realistischer Hinweis: Die vollen 3.600 Watt PV-Leistung wird man an einem klassischen Balkon selten unterbringen. Die vier Tracker sind vor allem für Terrassen-, Garten- oder Fassadenaufbauten mit mehreren Modulen interessant – dort entfaltet das System sein Potenzial.
KI-Steuerung, App und dynamische Tarife
Anker bewirbt die Solarbank 3 Pro als „weltweit erstes KI-optimiertes Balkonkraftwerk mit Speicher". Hinter dem Schlagwort Anker Intelligence steckt eine Steuerung, die Verbrauchsmuster lernt, Wetterprognosen einbezieht und – das ist der eigentlich spannende Teil – dynamische Stromtarife unterstützt. Bei einem dynamischen Tarif kann der Speicher gezielt dann laden, wenn der Börsenstrompreis niedrig ist, und in teuren Stunden entladen. Genau hier liegt das größte Sparpotenzial des Systems, das über die reine Eigenverbrauchsoptimierung hinausgeht.
Die Steuerung läuft über die Anker-App (LAN/WLAN, cloudgestützt). In der Praxis heißt das aber auch: Der volle Funktionsumfang – insbesondere die KI-Modi und die Nulleinspeisung mit Smart Meter – ist cloud- und app-abhängig. Eine native Home-Assistant-Integration bietet Anker nicht offiziell an, und die Auswahl kompatibler Smart Meter ist eingeschränkt (bestimmte IR-Lesekopf-Lösungen werden etwa nicht unterstützt). Für Bastler, die alles lokal und herstellerunabhängig steuern wollen, ist das ein Minuspunkt. In mehreren Tests galt der KI-Modus zudem als noch nicht vollständig ausgereift – die Grundfunktionen laufen stabil, die intelligente Optimierung wird per Update nachgeschärft.
Preise: Basiseinheit, Zusatzakkus und Komplettsets
Die Preise für die Solarbank 3 Pro sind stark aktionsabhängig und schwanken über das Jahr. Die folgende Übersicht bildet den Stand Juli 2026 ab.
| Position | Preis | Anmerkung |
|---|---|---|
| Basiseinheit E2700 Pro (UVP) | ca. 1.299 € | häufig im Aktionspreis ab ca. 999 € |
| Zusatzakku BP2700 (2,68 kWh) | ca. 699 € | stapelbar, bis zu 5 Stück |
| Nutzbare Kapazität pro Modul | 2.688 Wh | gemessen nutzbar ~2,39 kWh (88,8 %) |
| Max. Ausbaustufe | 16,128 kWh | Basiseinheit + 5 Zusatzakkus |
| Wechselrichter (integriert) | 1.200 W bidirektional | Einspeisung gesetzlich auf 800 W begrenzt |
| Solareingang | 4 MPPT, bis 3.600 W | max. 60 V DC pro Eingang |
| Garantie | 10 Jahre | 6.000 Zyklen, danach 70 % Restkapazität |
Quellen: Anker SOLIX (Hersteller-Shop, Stand Juli 2026), unabhängige Tests. Aktionspreise schwanken.
Aktuell ist die Basiseinheit im Hersteller-Shop für rund 999 € statt 1.299 € UVP gelistet. Komplettsets inklusive Modulen mit 2.000 Watt Modulleistung werden ab ca. 1.330 € angeboten. Zum Einordnen: Ein einfaches Balkonkraftwerk ohne Speicher gibt es bereits ab rund 300–500 €, ein Balkonkraftwerk mit kleinem Speicher ab etwa 900 €. Die Solarbank 3 Pro spielt also klar im oberen Segment – dafür bekommt man aber Modularität, Notstrom und KI-Steuerung, die günstigere Systeme nicht bieten. Einen breiteren Preisvergleich der gesamten Speicherklasse liefert der Ratgeber Stromspeicher-Preise 2026.
Förderung & Steuer: 0 % Mehrwertsteuer statt Zuschuss
Eine bundesweite Förderung speziell für die Solarbank 3 Pro gibt es nicht. Der wichtigste finanzielle Vorteil läuft über das Steuerrecht: Balkonkraftwerke inklusive Speicher unterliegen seit 2023 dem Nullsteuersatz – auf die Lieferung von PV-Komponenten und Speichern fallen 0 % Umsatzsteuer an. Rechtsgrundlage ist § 12 Abs. 3 UStG, der die Lieferung von Solarmodulen „einschließlich der für den Betrieb einer Photovoltaikanlage wesentlichen Komponenten und der Speicher" von der Umsatzsteuer befreit. Effektiv senkt das den Kaufpreis, ohne dass Sie einen Antrag stellen müssen – der Händler weist die Ware direkt mit 0 % aus. Die Details zu dieser Regel und weiteren steuerlichen Punkten habe ich im Ratgeber Photovoltaik-Steuern 2026 aufbereitet.
Zusätzlich gewähren einzelne Kommunen und Bundesländer Zuschüsse für Steckersolargeräte. Diese Programme sind regional sehr unterschiedlich, oft schnell ausgeschöpft und ändern sich häufig – ein Blick in das jeweilige kommunale Förderprogramm lohnt sich, bevor Sie kaufen. Verlassen sollte man sich darauf nicht: Die Wirtschaftlichkeit der Solarbank 3 Pro muss auch ohne kommunalen Zuschuss aufgehen.
Wichtig für die Anmeldung: Seit dem Solarpaket 1 (in Kraft seit dem 16. Mai 2024) genügt für ein Balkonkraftwerk die Registrierung im Marktstammdatenregister – die separate Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt, solange Einspeisung (800 W) und Modulleistung (2.000 W) im Rahmen bleiben. Wie das Schritt für Schritt geht, zeigt der Ratgeber Photovoltaik anmelden 2026.
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Solarbank 3 Pro vs. Alternativen: Wann sich der Kauf lohnt
Ob die Solarbank 3 Pro die richtige Wahl ist, hängt weniger von der reinen Datenblatt-Leistung ab als von Ihrer Ausgangslage. Drei typische Fälle:
| Ihre Situation | Passt die Solarbank 3 Pro? |
|---|---|
| Ein Modul, kleiner Balkon, moderater Verbrauch | Eher nein – überdimensioniert; ein einfacher Balkonspeicher genügt |
| Mehrere Module, hoher Eigenverbrauch, dynamischer Tarif | Ja – hier spielt das System KI, Nulleinspeisung und Ausbau voll aus |
| Terrasse/Garten mit viel Modulfläche, Wunsch nach Notstrom | Ja – 4 MPPT und 1.200-W-Notstrom sind echte Argumente |
| Ziel: 10+ kWh dauerhaft speichern, ganze Wohnung versorgen | Nein – dann ist eine richtige PV-Anlage mit Hausspeicher sinnvoller |
Gegen ein einfaches Balkonkraftwerk mit kleinem Speicher punktet die Solarbank 3 Pro mit Modularität, vier MPP-Trackern, Notstrom und dynamischer Tarifsteuerung – kostet aber ein Mehrfaches. Gegen eine fest installierte Dach-PV-Anlage mit Hausspeicher verliert sie bei Ertrag, Autarkiegrad und Wirtschaftlichkeit pro Kilowattstunde, ist dafür aber steckerfertig, umzugsfähig und ohne Elektriker-Großprojekt installierbar. Eine ehrliche Gegenüberstellung, ob sich die Speicher-Variante überhaupt rechnet, finden Sie im Ratgeber Balkonkraftwerk mit Speicher: Lohnt sich die Kombination?. Wie sich die Preise für Speicher generell entwickeln, ordnet die Stromspeicher-Preisentwicklung 2026 ein.
Wovon ich abrate: Die ehrlichen Schwächen
Kein Gerät ist perfekt, und bei einem Preis um 1.000 € (Basiseinheit) sollte man die Schwächen kennen, bevor man kauft:
- Nutzkapazität unter Nennwert: Statt 2,68 kWh standen im Test real nur ~2,39 kWh zur Verfügung. Kalkulieren Sie mit dem niedrigeren Wert.
- Hoher Standby-Verbrauch: ~9,5 W dauerhaft sind viel und fressen einen Teil der Ersparnis. Über das Jahr summiert sich das auf grob 80 kWh Eigenverbrauch.
- Effizienz bei niedriger Last schwach: Bei 150 W nur ~72 % Round-trip – ausgerechnet im typischen Nacht-Grundlastbetrieb.
- Volle 1.200 W nur off-grid: Im Hausnetz gilt strikt die 800-Watt-Grenze; die 1.200 W sind Notstrom-Reserve, kein Dauerbetriebswert.
- Cloud- und App-Abhängigkeit: Keine offizielle Home-Assistant-Integration, eingeschränkte Smart-Meter-Auswahl, KI-Modus laut Tests noch nicht ausgereift.
- Hoher Anschaffungspreis: Rechnet sich vor allem mit mehreren Modulen und einem dynamischen Stromtarif. Für ein simples Ein-Modul-Setup ist das System schlicht zu teuer.
Mein Fazit: Die Solarbank 3 Pro ist ein technisch beeindruckendes, ausbaufähiges System für ambitionierte Selbstversorger – aber kein Schnäppchen und kein Plug-and-play-Sparautomat. Wer nur seinen Kühlschrank über Nacht mit Solarstrom betreiben will, ist mit einem einfacheren und deutlich günstigeren Speicher besser bedient.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viel Kapazität hat die Anker Solix Solarbank 3 Pro?
Die Basiseinheit E2700 Pro speichert 2.688 Wh (2,68 kWh) in LiFePO4-Zellen. Mit bis zu fünf stapelbaren BP2700-Zusatzakkus lässt sich das System auf 16,128 kWh erweitern. Im Test lag die tatsächlich nutzbare Kapazität pro Modul bei rund 2,39 kWh – also etwas unter dem Nennwert, was Sie bei der Auslegung berücksichtigen sollten.
Wie hoch ist die Einspeiseleistung der Solarbank 3 Pro?
Der integrierte Wechselrichter kann bis zu 1.200 W bidirektional laden und entladen. Die Einspeisung ins Hausnetz ist jedoch gesetzlich auf 800 W begrenzt (Bagatellgrenze aus dem Solarpaket 1). Die vollen 1.200 W stehen nur an der separaten Off-Grid-Notstromsteckdose zur Verfügung, wenn das Gerät vom Netz getrennt ist.
Hat die Anker Solarbank 3 Pro eine Notstromfunktion?
Ja. Das Gerät besitzt eine Off-Grid-AC-Steckdose mit bis zu 1.200 W. Bei Netzbetrieb greift die 800-Watt-Grenze; die vollen 1.200 W lassen sich nur abrufen, wenn die Solarbank vom Hausnetz getrennt ist. Eine automatische Versorgung des ganzen Hausnetzes wie bei einem großen Ersatzstromspeicher leistet sie nicht – Sie betreiben gezielt einzelne Verbraucher direkt an der Steckdose.
Wie effizient ist die Solarbank 3 Pro?
Unabhängige Messungen zeigen einen Round-trip-Wirkungsgrad von rund 82 % (AC→DC→AC) bzw. 83,5 % auf DC-Ebene bei 800 W. Bei sehr niedriger Last (150 W) fällt die Effizienz auf etwa 72 %. Der Standby-Verbrauch von rund 9,5 W ist vergleichsweise hoch und mindert die Ersparnis. Der reine Solar-Durchleitungspfad (ohne Zwischenspeichern) liegt deutlich höher, weil keine Batterieverluste anfallen – er ist aber nicht direkt mit dem Batterie-Round-trip vergleichbar.
Wie viele Solarmodule kann ich anschließen?
Die Solarbank 3 Pro hat 4 MPP-Tracker und nimmt bis zu 3.600 W PV-Leistung auf (max. 60 V DC pro Eingang). Damit lassen sich 4 Module direkt bzw. bis zu 8 Module bei Parallelanschluss betreiben. Die separaten Tracker erlauben unterschiedliche Ausrichtungen (z. B. Ost/West), ohne dass sich verschattete Module gegenseitig ausbremsen.
Was kostet die Anker Solix Solarbank 3 Pro?
Die UVP der Basiseinheit liegt bei etwa 1.299 €, in Aktionen ist sie ab rund 999 € erhältlich (Stand Juli 2026). Jeder Zusatzakku BP2700 (2,68 kWh) kostet etwa 699 €. Komplettsets mit 2.000 W Modulleistung werden ab ca. 1.330 € angeboten. Die Preise schwanken aktionsabhängig teils deutlich.
Wie lange gibt Anker Garantie auf die Solarbank 3 Pro?
Anker gibt 10 Jahre Garantie. Die LiFePO4-Zellen sind für bis zu 6.000 Ladezyklen ausgelegt und behalten danach noch rund 70 % ihrer Kapazität. Die kalendarische Lebensdauer wird mit etwa 15 Jahren angegeben – die Zellchemie ist damit langlebig genug für den täglichen Vollzyklus-Einsatz.
Muss ich die Solarbank 3 Pro anmelden?
Ja, aber vereinfacht: Seit dem Solarpaket 1 (16. Mai 2024) genügt eine Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur. Die separate Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt, solange die Einspeisung 800 W und die Modulleistung 2.000 W nicht übersteigen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Ratgeber Photovoltaik anmelden 2026.
Für wen lohnt sich die Solarbank 3 Pro?
Sie richtet sich an Nutzer mit mehreren Modulen, hohem Eigenverbrauch und idealerweise einem dynamischen Stromtarif. Über die KI-Steuerung und die Smart-Meter-Nulleinspeisung spielt sie ihr volles Sparpotenzial aus. Für kleine Ein-Modul-Setups ist sie eher überdimensioniert und im Verhältnis zum Nutzen zu teuer – dann ist ein einfacher Balkonspeicher die bessere Wahl.
Nächster Schritt: Passt ein Balkonspeicher zu Ihrem Zuhause?
Ob sich die Anker Solix Solarbank 3 Pro für Sie rechnet, hängt von Ihrem Stromverbrauch, Ihrem Tarif, der verfügbaren Modulfläche und Ihren Autarkie-Zielen ab – Faktoren, die ein Datenblatt nicht kennt. Statt sich auf pauschale Kaufempfehlungen zu verlassen, lohnt sich eine gebäudespezifische Betrachtung: Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Einschätzung, welche Solar- und Speicherlösung wirtschaftlich zu Ihrer Situation passt – von der Balkonanlage bis zur vollwertigen PV-Anlage mit Speicher, inklusive realistischer Kosten- und Ertragsrechnung.
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