Stromcloud 2026: lohnt sich das? Speicher ab 300 €/kWh
Stromcloud oder eigener Speicher? Warum Cloud-Tarife laut Verbraucherzentrale 2026 meist teurer sind – und ab wann sich ein echter Speicher ab 300 €/kWh rechnet.

Das Wichtigste in Kürze
- Cloud ist kein Speicher: Der „aus der Cloud" bezogene Strom ist kein gespeicherter Solarstrom, sondern zum Verbrauchszeitpunkt neu produzierter Netzstrom – die Cloud ist ein virtuelles Stromkonto, kein physischer Speicher (Verbraucherzentrale).
- Meist unwirtschaftlich: Für Solaranlagenbetreiber lohnen sich Cloud-/Prosumer-Tarife bisher nicht – Überschuss einspeisen plus Reststrom beim Ökostrom-Anbieter beziehen ist in der Regel günstiger als der Spezialtarif (Verbraucherzentrale).
- Der Maßstab: Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt laut BDEW im Januar 2026 bei rund 37,2 ct/kWh – gegen diesen Reststrompreis muss sich jede Cloud rechnen (BDEW).
- Echter Speicher ab 300 €/kWh: Batteriespeicher ab etwa 5 kWh kosten laut Verbraucherzentrale rund 300 bis 700 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität, Tendenz fallend (Verbraucherzentrale).
- 100 % Autarkie ist ein Mythos: Auch mit Speicher müssen Haushalte typischerweise 20–50 % des Jahresstroms aus dem Netz zukaufen, vor allem im Winter (Verbraucherzentrale).
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Wer eine Photovoltaikanlage plant, stößt früher oder später auf das Versprechen der Stromcloud: den eigenen Solarstrom im Sommer „einlagern" und ihn im Winter kostenlos wieder abrufen – angeblich 100 % Autarkie, Strom-Flatrate, unabhängig vom Netz. Klingt verlockend. Die nüchterne Antwort vorweg: In den allermeisten Fällen rechnet sich eine Stromcloud nicht. Die Verbraucherzentrale kommt zu einem klaren Fazit: Solaranlagenbetreiber fahren besser, wenn sie ihren Überschuss einspeisen und den Reststrom bei einem günstigen Ökostrom-Anbieter beziehen. Eine von der Verbraucherzentrale zitierte EUPD-Research-Analyse (2020) fand, dass fast alle Prosumer-Tarife am Ende deutlich teurer sind als normaler Reststrombezug.
Der Grund ist technisch simpel und wird von den Anbietern gern verschleiert: Ihr Solarstrom wird nicht wirklich gespeichert. In diesem Ratgeber zerlege ich das Cloud-Modell, rechne es gegen den echten Batteriespeicher und zeige, warum ein passend dimensionierter eigener Speicher plus günstiger Reststromtarif fast immer die bessere Wahl ist. Ich bewerte hier bewusst nur das Modell, nicht einzelne Anbieter – und ich sage klar, für welche seltene Nische die Cloud doch sinnvoll sein kann.
Cloud vs. eigener Speicher: die Kernzahlen im Überblick
| Kriterium | Stromcloud | Eigener Batteriespeicher |
|---|---|---|
| Was passiert physisch? | Virtuelles Stromkonto, Überschuss geht ins Netz | Solarstrom wird real zwischengespeichert |
| „Rückgabe"-Strom | Neu produzierter Netzstrom zum Verbrauchszeitpunkt | Eigener, tagsüber erzeugter Solarstrom |
| Autarkiegrad | Real weiterhin 20–50 % Netzbezug | Bis zu ~70 % Autarkie möglich |
| Kosten | Monatliche Grundgebühr + oft Pflicht-Speicherkauf | 300–700 €/kWh Speicherkapazität |
| Vertrag | Intransparent, schwer vergleichbar | Einmalkauf, klar kalkulierbar |
| Nicht genutzter Strom | Kann verfallen | Bleibt als Guthaben/Einspeisung erhalten |
Quellen: Verbraucherzentrale – Stromclouds und Verbraucherzentrale – Batteriespeicher.
Was ist eine Stromcloud eigentlich?
Eine Stromcloud – oft auch „Strom-Cloud", „Solarcloud", „Energiecloud" oder unter dem Sammelbegriff Prosumer-Tarif vermarktet – ist ein Vertragsmodell für Besitzer einer Photovoltaikanlage, meist mit Batteriespeicher. Das Marketing-Bild: Sie „laden" Ihren Sommerüberschuss auf ein Cloud-Konto und „entladen" ihn im Winter, wenn Ihre Anlage zu wenig produziert. So entstehe eine Art Strom-Flatrate mit voller Unabhängigkeit.
Die technische Realität sieht anders aus. Laut Verbraucherzentrale ist die Cloud ein virtuelles Stromkonto, kein physischer Speicher. Ihr Überschuss wird nicht in einer Halle mit Riesenbatterien für Sie aufbewahrt. Er fließt schlicht ins öffentliche Netz – genau wie bei jeder normalen Einspeisung. Wenn Sie im Winter „Cloud-Strom" abrufen, bekommen Sie zum Verbrauchszeitpunkt neu produzierten Netzstrom. Physikalisch ist das derselbe Strommix wie bei jedem anderen Haushaltstarif auch.
Die Cloud ist damit nichts anderes als eine buchhalterische Verrechnung: Ihre eingespeisten Kilowattstunden werden gegen Ihren späteren Netzbezug aufgerechnet – innerhalb der Grenzen und Bedingungen, die im Vertrag stehen. Und genau in diesen Bedingungen liegt der Haken.
Warum das Wort „Speicher" in die Irre führt
Beim echten Stromspeicher im Keller wandern die Elektronen von Ihrem Dach real in die Batterie und abends wieder ins Haus. Bei der Cloud gibt es diese physische Kette nicht. Das hat drei praktische Konsequenzen:
- Es gibt keine echte saisonale Speicherung. Strom vom Juli lässt sich nicht bis Januar „aufheben" – weder physisch noch bilanziell über so lange Zeiträume zu fairen Konditionen. Der Winter bleibt teuer.
- Sie zahlen für eine Dienstleistung, nicht für ein Gut. Die monatliche Cloud-Gebühr finanziert die Abrechnungslogik und den Reststrombezug des Anbieters – nicht Ihren eigenen Strom.
- Der Anbieter bestimmt die Spielregeln. Wie viel Sie „einlagern" dürfen, was der Abruf kostet und was mit ungenutzten Mengen passiert, steht im Kleingedruckten.
Warum sich die Stromcloud meist nicht rechnet
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Die Verbraucherzentrale ist in ihrer Bewertung ungewöhnlich deutlich: Cloud-Tarife lohnen sich für Solaranlagenbetreiber bisher nicht. Der einfache Vergleichspfad – Überschuss einspeisen und Reststrom bei einem günstigen Ökostrom-Anbieter kaufen – ist in der Regel billiger als der spezielle Stromcloud-Tarif. Eine von der Verbraucherzentrale zitierte EUPD-Research-Analyse aus dem Jahr 2020 kam zum selben Ergebnis: Fast alle Prosumer-Tarife sind am Ende nicht günstiger, sondern deutlich teurer als der klassische Reststrombezug. Die Analyse ist zwar einige Jahre alt, die Grundmechanik hat sich aber nicht geändert.
Die vier Kostentreiber der Cloud
Die Verbraucherzentrale nennt konkrete Kritikpunkte am Cloud-Modell. Zusammengefasst sind es diese vier:
| Kostentreiber | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Intransparente Verträge | Bedingungen sind schwer vergleichbar; ein sauberer Vergleich mit einem Normaltarif ist kaum möglich |
| Überdimensionierter Speicher | Für das Modell wird oft ein größerer – und damit teurerer – Batteriespeicher als nötig verlangt |
| Strommengen verfallen | Nicht genutzte eingespeiste Mengen können nach Vertragsablauf ersatzlos verfallen |
| Herstellergebundene Technik | Häufig ist der Kauf herstellerspezifischer Speicher-/Wechselrichter-Technik verpflichtend |
Jeder dieser Punkte kostet Geld – und zwar zusätzlich zur monatlichen Cloud-Grundgebühr. Besonders tückisch ist die Kombination aus Pflicht-Speicherkauf und überdimensioniert: Sie zahlen für Batteriekapazität, die Sie ohne den Cloud-Zwang nie gekauft hätten, und obendrauf noch die laufende Cloud-Gebühr. Das ist der Grund, warum die Rechnung so oft zulasten der Cloud ausgeht.
Der ehrliche Vergleichsmaßstab: 37,2 ct/kWh
Jede Cloud-Werbung wird an einer einzigen Zahl gemessen: dem Preis, den Sie für Reststrom aus dem Netz zahlen würden. Laut BDEW-Strompreisanalyse Januar 2026 liegt der durchschnittliche Haushaltsstrompreis in Deutschland (Musterhaushalt mit 3.500 kWh/Jahr) bei rund 37,2 ct/kWh, davon 9,3 ct Netzentgelte. Diese Zahl ist Ihr Referenzwert.
Rechnen Sie ehrlich: Multiplizieren Sie Ihren erwarteten Winter-Netzbezug mit 37,2 ct/kWh und vergleichen Sie das Ergebnis mit den Gesamtkosten der Cloud – also monatliche Grundgebühr über die gesamte Vertragslaufzeit plus Abrufkosten plus der Aufpreis für den überdimensionierten Pflicht-Speicher. In den meisten Haushalten gewinnt der schlichte Reststromtarif. Wie Sie den Reststrombedarf ohne Cloud senken, zeigt der Ratgeber Solarstrom-Eigenverbrauch optimieren.
100 % Autarkie: warum das Versprechen nicht hält
Das stärkste Verkaufsargument der Cloud ist die vollständige Unabhängigkeit vom Netz. Physikalisch ist sie in Deutschland für ein normales Einfamilienhaus nicht erreichbar – weder mit Cloud noch mit dem größten Speicher.
Der Grund ist die Jahreszeit. Im Winterhalbjahr steht nur ein Bruchteil der sommerlichen Sonneneinstrahlung zur Verfügung – genau in den Monaten, in denen der Stromverbrauch am höchsten ist. Die Verbraucherzentrale weist deshalb darauf hin, dass vollständige Autarkie für ein normales Einfamilienhaus nicht erreichbar ist. Genau dann, wenn Sie am meisten Strom brauchen – kurze Tage, Licht, Heizungspumpen –, liefert das Dach am wenigsten. Deshalb müssen Haushalte auch mit Batteriespeicher typischerweise 20–50 % ihres Jahresstroms aus dem Netz zukaufen.
Autarkiegrad realistisch einordnen
| Konfiguration | Realistischer Autarkiegrad |
|---|---|
| PV-Anlage ohne Speicher | rund 25–30 % |
| PV-Anlage mit passend dimensioniertem Speicher | bis zu ~70 % |
| „100 % Autarkie" durch Cloud-Werbung | in der Praxis nicht erreichbar |
Quelle: Verbraucherzentrale – Batteriespeicher.
Ohne Speicher liegt der Autarkiegrad also bei 25–30 %, mit einem gut dimensionierten Speicher sind bis zu etwa 70 % möglich. Die restlichen 30 % kaufen Sie zu – bei der Cloud genauso wie beim eigenen Speicher, nur dass die Cloud diesen Netzbezug bilanziell hinter einer Flatrate-Fassade versteckt. Wer die 70-Prozent-Marke ausreizen will, findet konkrete Hebel im Ratgeber 7 Wege zu 80 % Autarkie.
Die bessere Alternative: der eigene Batteriespeicher
Wenn die Cloud vor allem ein teures Abrechnungsmodell ist – was ist dann die sinnvolle Lösung? In den meisten Fällen: ein passend dimensionierter eigener Batteriespeicher plus ein günstiger Reststromtarif. Sie kaufen den Speicher einmal, er gehört Ihnen, und Sie sind an keinen Cloud-Anbieter gebunden.
Was ein echter Speicher kostet und wie lange er hält
| Kennwert | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Preis pro kWh Speicherkapazität (ab 5 kWh) | 300–700 €/kWh, Tendenz fallend | Verbraucherzentrale |
| Erwartete Lebensdauer Speicher | 10–15 Jahre | Verbraucherzentrale |
| Lebensdauer Solarmodule | 20–30 Jahre und länger | Verbraucherzentrale |
| Speicherverluste (Umwandlung, Standby, Winterschutz) | rund 20 % | Verbraucherzentrale |
Wichtig ist die unterschiedliche Lebensdauer: Der Speicher hält etwa 10–15 Jahre, die Module 20–30 Jahre und länger. Sie müssen also einkalkulieren, dass der Speicher mindestens einmal während der Anlagenlebensdauer ersetzt wird. Aktuelle Marktpreise und Preisspannen einzelner Kapazitätsklassen finden Sie im Stromspeicher-Preisvergleich 2026.
Die richtige Speichergröße – Faustregel
Ein häufiger Fehler – und einer, den das Cloud-Modell systematisch fördert – ist der zu große Speicher. Als grobe Orientierung nennt die Verbraucherzentrale eine einfache Faustregel:
Rund 1,5 kWh nutzbare Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch.
Ein Haushalt mit 4.500 kWh Jahresverbrauch braucht demnach etwa 6–7 kWh nutzbare Kapazität – nicht die 10, 12 oder 15 kWh, die im Cloud-Paket gern verkauft werden. Beachten Sie zusätzlich die rund 20 % Speicherverluste durch Umwandlung, Standby und Winterschutz: Von jeder eingespeicherten Kilowattstunde kommt nur etwa 0,8 kWh wieder im Haus an. Wie Sie zwischen 5 und 10 kWh richtig wählen, erklärt der Ratgeber PV-Speicher 5 kWh oder 10 kWh richtig dimensionieren.
Wann sich auch ganz ohne Speicher rechnet
Nicht jeder braucht überhaupt einen Speicher. Wer tagsüber viel Strom verbraucht – Homeoffice, Wärmepumpe mit Tagbetrieb, E-Auto, das mittags lädt – erreicht auch ohne Batterie einen ordentlichen Eigenverbrauch. In manchen Konstellationen ist die reine Einspeisung wirtschaftlicher als jeder Speicher. Die Rechnung dazu steht im Ratgeber PV ohne Speicher 2026: Rendite & Vergleich. Und wer wissen will, was der eingespeiste Überschuss aktuell einbringt, findet die Sätze unter Einspeisevergütung 2026.
Dynamische Stromtarife: die seriöse Cloud-Alternative
Es gibt einen zweiten, oft übersehenen Weg, den Reststrom günstig zu beziehen – ganz ohne Cloud-Vertrag: den dynamischen Stromtarif. Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Stromanbieter dynamische Tarife anbieten (§ 3 Nr. 31d EnWG), wie die Verbraucherzentrale erläutert. Der Strompreis folgt dabei stündlich dem Börsenpreis: In Zeiten mit viel Wind- und Solarstrom im Netz wird Strom günstig, in Spitzenzeiten teuer.
Für PV-Haushalte ist das interessant, weil Sie Ihren Netzbezug in die günstigen Stunden verschieben können – zum Beispiel den Speicher oder das E-Auto nachts bei niedrigen Preisen nachladen. Anders als bei der Cloud gibt es hier keine intransparente Grundgebühr für ein virtuelles Konto, sondern einen echten, marktnahen Preis.
Was der dynamische Tarif technisch voraussetzt
Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter). Die Kosten dafür sind gedeckelt (Verbraucherzentrale):
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Betrieb Smart Meter (normaler Haushalt bis 10.000 kWh) | 40 €/Jahr |
| Betrieb Smart Meter mit Wärmepumpe/Wallbox | 50 €/Jahr |
| Einmaliger Einbau | max. 100 € |
Ehrlich gesagt: Der dynamische Tarif lohnt sich vor allem, wenn Sie flexible Verbraucher haben – eine Wärmepumpe, ein E-Auto oder einen Speicher, den Sie gezielt steuern können. Ohne solche Lasten ist das Sparpotenzial gegenüber einem guten Festpreistarif überschaubar. Für den typischen PV-Haushalt mit Speicher aber ist der dynamische Tarif die deutlich transparentere und meist günstigere Antwort auf die Frage, die die Cloud vorgibt zu lösen.
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Wovon ich abrate – und die eine Ausnahme
Ich rate in den allermeisten Fällen von der Stromcloud ab. Die Gründe stehen oben: virtuelles Konto statt echtem Speicher, intransparente Verträge, Pflicht zum überdimensionierten Speicher, verfallende Strommengen und häufig herstellergebundene Technik. Wer sich an ein Cloud-Modell bindet, zahlt in der Summe fast immer mehr als für die Kombination aus eigenem Speicher und günstigem Reststromtarif.
Besonders kritisch sehe ich zwei Konstellationen:
- Cloud als Kaufargument für einen zu großen Speicher. Wenn ein Angebot nur mit Cloud „aufgeht", weil es einen 12- oder 15-kWh-Speicher voraussetzt, obwohl Ihr Verbrauch nach der 1,5-kWh-Faustregel 6–7 kWh nahelegt, ist das ein Warnsignal.
- Langfristige Bindung an einen Anbieter. Speichertechnik entwickelt sich schnell, Preise fallen. Eine mehrjährige Cloud-Bindung an herstellerspezifische Hardware nimmt Ihnen Flexibilität.
Und die Ausnahme? Es gibt Nischenfälle, in denen sich eine Cloud rechnen kann: sehr hoher Winterverbrauch bei gleichzeitig exakt passendem Angebot und günstiger Grundgebühr. Aber auch dann gilt: Rechnen Sie vorher konkret. Stellen Sie die Gesamtkosten der Cloud dem Reststrompreis von rund 37 ct/kWh gegenüber, multipliziert mit Ihrem tatsächlichen Winter-Netzbezug. Nur wenn die Cloud dabei sauber gewinnt – und nicht nur im Hochglanzprospekt –, ist sie eine Überlegung wert.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist eine Stromcloud – und wird mein Solarstrom dort wirklich gespeichert?
Nein. Die Stromcloud ist ein virtuelles Stromkonto, kein physischer Speicher. Ihr Überschuss wird ins öffentliche Netz eingespeist, genau wie bei jeder normalen PV-Anlage. Wenn Sie später „Cloud-Strom" abrufen, erhalten Sie zum Verbrauchszeitpunkt neu produzierten Netzstrom – nicht Ihren eigenen Sommerstrom. Die Cloud verrechnet lediglich Ihre eingespeisten Kilowattstunden buchhalterisch gegen den späteren Bezug (Verbraucherzentrale).
Lohnt sich eine Stromcloud im Vergleich zum eigenen Batteriespeicher 2026?
Meistens nicht. Die Verbraucherzentrale und eine zitierte EUPD-Research-Analyse kommen zum Ergebnis, dass fast alle Prosumer-Tarife am Ende deutlich teurer sind als der einfache Weg: Überschuss einspeisen und Reststrom bei einem günstigen Ökostrom-Anbieter kaufen. Ein passend dimensionierter eigener Speicher (ab 300–700 €/kWh) ist in der Regel die wirtschaftlichere Lösung. Konkrete Preise finden Sie im Stromspeicher-Preisvergleich 2026.
Welche versteckten Kosten und Nachteile haben Cloud-Tarife?
Die Verbraucherzentrale nennt vier Kritikpunkte: intransparente, schwer vergleichbare Verträge, oft die Pflicht zu einem überdimensionierten (teuren) Speicher, das Verfallen nicht genutzter Strommengen und häufig den Zwang zu herstellerspezifischer Technik. Hinzu kommt die monatliche Grundgebühr. Ein sauberer Preisvergleich mit einem Normaltarif ist durch die Vertragsgestaltung kaum möglich (Verbraucherzentrale).
Wie viel Strom muss ich trotz Speicher oder Cloud noch aus dem Netz kaufen?
Typischerweise 20–50 % Ihres Jahresverbrauchs, vor allem im Winterhalbjahr. Der Grund: Dann steht nur rund ein Drittel der Jahres-Sonneneinstrahlung zur Verfügung, während der Strombedarf hoch ist. Vollständige Autarkie – also 0 % Netzbezug – ist für ein normales Einfamilienhaus in Deutschland unrealistisch, egal ob mit Cloud oder Speicher (Verbraucherzentrale).
Wie hoch ist der Autarkiegrad mit und ohne Stromspeicher?
Ohne Speicher liegt der Autarkiegrad bei rund 25–30 %, mit einem passend dimensionierten Speicher sind bis zu etwa 70 % möglich (Verbraucherzentrale). Mehr als 70 % lassen sich in der Praxis kaum wirtschaftlich erreichen, weil dafür ein saisonaler Speicher nötig wäre – und genau den kann auch die Cloud nicht liefern. Wege zur oberen Grenze zeigt der Ratgeber Solarstrom-Eigenverbrauch optimieren.
Was kostet ein echter PV-Stromspeicher pro kWh und wie lange hält er?
Batteriespeicher ab etwa 5 kWh kosten laut Verbraucherzentrale rund 300 bis 700 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität, mit fallender Tendenz. Die Lebensdauer liegt bei etwa 10–15 Jahren, deutlich kürzer als die 20–30 Jahre der Solarmodule. Rechnen Sie zudem mit rund 20 % Speicherverlusten. Als Faustregel für die Größe gilt: 1,5 kWh nutzbare Kapazität pro 1.000 kWh Jahresverbrauch (Verbraucherzentrale).
Was ist die bessere Alternative zur Stromcloud?
Ein passend dimensionierter eigener Speicher plus ein günstiger Reststromtarif. Ergänzend kann ein dynamischer Stromtarif sinnvoll sein, der seit dem 1. Januar 2025 von allen Anbietern angeboten werden muss (§ 3 Nr. 31d EnWG). Damit verschieben Sie Ihren Netzbezug in günstige Börsenstunden – besonders lohnend mit Wärmepumpe, E-Auto oder Speicher. Voraussetzung ist ein Smart Meter (40–50 €/Jahr, Einbau max. 100 €) (Verbraucherzentrale).
Für wen kann sich eine Stromcloud trotzdem rechnen?
Allenfalls in seltenen Nischen: sehr hoher Winterverbrauch bei gleichzeitig exakt passendem Angebot mit niedriger Grundgebühr. Selbst dann sollten Sie vorher konkret rechnen – stellen Sie die Gesamtkosten der Cloud (Grundgebühr über die Laufzeit, Abrufkosten, Speicheraufpreis) dem Reststrompreis von rund 37 ct/kWh (BDEW) gegenüber. Für den durchschnittlichen Haushalt gewinnt fast immer die Kombination aus eigenem Speicher und günstigem Reststromtarif.
Ist die Stromcloud dasselbe wie eine Strom-Flatrate?
Nein, auch wenn sie oft so beworben wird. Eine echte Flatrate würde beliebig viel Strom zum Pauschalpreis bedeuten. Cloud-Tarife enthalten stattdessen Mengengrenzen, Abrufkosten und Bedingungen, unter denen nicht genutzte Mengen verfallen können. Der Begriff „Flatrate" ist Marketing – abgerechnet wird nach den Regeln im Vertrag, und die sind laut Verbraucherzentrale meist zulasten des Kunden gestaltet (Verbraucherzentrale).
Nächster Schritt: den passenden Speicher statt Cloud dimensionieren
Die ehrliche Bilanz: Die Stromcloud löst ein Problem, das sich für die meisten Haushalte günstiger anders lösen lässt – mit einem richtig dimensionierten eigenen Speicher und einem transparenten Reststromtarif. Der teuerste Fehler ist nicht die falsche Cloud, sondern der zu große Speicher, den das Cloud-Marketing gern mitverkauft.
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