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Energieberater Pflicht: Wann Sie einen Experten brauchen

Hendrik Stotz

Hendrik Stotz

Zertifizierter Energieeffizienz-Experte

Stand: 31. August 202614 Minuten

Energieberatung für ein Wohngebäude

Das Wichtigste in Kürze

  • KfW-Programme: Bei der Effizienzhaus-Sanierung (KfW 261) ist ein Energieeffizienz-Experte zwingend Pflicht – ohne ihn gibt es keine Förderung. Beim Heizungstausch (KfW 458) genügt die Bestätigung des Fachunternehmens; ein Experte ist dort optional.
  • iSFP-Bonus: Für den iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten bei BEG-Einzelmaßnahmen (15 % → 20 % auf den Kostenanteil über 30.000 EUR; seit 21. Juli 2026 nur noch ab 30.000 EUR förderfähigem Investitionsvolumen) brauchen Sie einen gelisteten Berater. Für Gebäudehülle und Anlagentechnik ist ein Energieeffizienz-Experte auch ohne Bonus Pflicht; die Fachunternehmererklärung genügt nur bei Heizungstausch und Heizungsoptimierung.
  • GModG-Pflicht: Wer im Ein- oder Zweifamilienhaus Fassade, Dach oder Fenster erneuert (über 10 % der Fläche) und die Anforderungen über eine Berechnung für das gesamte Gebäude (§ 38 GModG) nachweist, muss nach § 36 GModG vor Beauftragung der Planung ein informatorisches Beratungsgespräch führen, sofern es kostenlos angeboten wird.
  • Berater-Kosten: Die Einbindung kostet je nach Maßnahme 300–800 EUR (Heizungstausch) bis 3.000–8.000 EUR (Effizienzhaus) – Fachplanung und Baubegleitung sind außer beim Heizungstausch zu 50 % förderfähig.
  • Beratung gefördert: Die BAFA-Energieberatung wird mit 50 % der Kosten bezuschusst, gedeckelt auf 650 EUR (EFH/ZFH) bzw. 850 EUR (MFH).
  • Lohnt sich nicht immer: Im Beispiel deckt die Mehrförderung durch iSFP-Bonus und höhere Förderobergrenzen die Kosten des iSFP seit dem 21. Juli 2026 nur noch knapp oder gar nicht mehr – der Nutzen liegt dann vor allem in höherer Sanierungsqualität und vermiedenen Planungsfehlern.

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Nicht jede Sanierung erfordert einen Energieberater – aber viele Eigentümer unterschätzen, wie oft ein Experte gesetzlich oder fördertechnisch vorgeschrieben ist. Die Regelungen sind über verschiedene Gesetze und Förderprogramme verstreut: GModG, BEG, KfW-Richtlinien, BAFA-Vorgaben. Dieser Beitrag schafft Klarheit. Sie erfahren, bei welchen Maßnahmen ein Energieberater Pflicht ist, welcher Expertentyp jeweils benötigt wird, was die Einbindung kostet und wie die Beratung selbst gefördert wird. Am Ende steht eine klare Entscheidungsmatrix für die gängigsten Sanierungsvorhaben.

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Update (Stand: 9. August 2026) – Neue BEG-Förderung nach dem GModG: Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, dem umbenannten GEG, in Kraft seit 29. Juli 2026) und der neuen BEG-Förderrichtlinie gelten seit 21. Juli 2026 neue Fördersätze für den Heizungstausch (KfW 458): Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt von 20 % auf 16 % (und danach halbjährlich weiter bis 0 % ab August 2028), der Effizienzbonus (5 %) entfällt, die maximal förderfähigen Kosten für die Heizung sinken von 30.000 EUR auf 28.000 EUR, und es gilt ein einkommensabhängiger Deckel von bis zu 80 %. Außerdem gibt es den iSFP-Bonus (+5 Prozentpunkte) bei Einzelmaßnahmen nur noch ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 EUR, und beim Effizienzhaus-Kredit (KfW 261) wurden die Tilgungszuschüsse deutlich gesenkt. Die Regeln zur Beraterpflicht bleiben unverändert.

Warum gibt es eine Beraterpflicht?

Der Gesetzgeber und die Fördergeber verfolgen mit der Beraterpflicht zwei Ziele:

  1. Qualitätssicherung: Energetische Sanierungen sind technisch anspruchsvoll. Falsche Maßnahmenreihenfolgen, unzureichende Planung oder fehlende Abstimmung zwischen Gewerken führen zu Bauschäden, Schimmel oder überdimensionierten Anlagen. Ein qualifizierter Berater verhindert diese Fehler.

  2. Effiziente Mittelverwendung: Öffentliche Fördergelder sollen möglichst viel CO₂-Einsparung pro investiertem Euro erzielen. Ohne fachliche Prüfung besteht das Risiko, dass Förderung in unwirksame oder überteuerte Maßnahmen fließt.

Die Beraterpflicht ist also kein Selbstzweck, sondern schützt Eigentümer vor kostspieligen Fehlern und stellt sicher, dass Fördermittel wirksam eingesetzt werden.

Welche Expertentypen gibt es?

Bevor wir die einzelnen Pflicht-Fälle betrachten, eine Klärung der Expertentypen. Die Begriffe werden im Alltag oft synonym verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche Qualifikationsstufen:

Expertentyp Qualifikation Tätigkeitsbereich Wo gelistet?
Energieeffizienz-Experte (EEE) Hochschulstudium oder Meister + Zusatzqualifikation (200–300 UE) + regelmäßige Fortbildung KfW-Förderprogramme, BAFA-BEG, iSFP-Erstellung Energieeffizienz-Expertenliste (energie-effizienz-experten.de), geführt von der dena
BAFA-Energieberater In der Praxis identisch mit EEE; muss auf der Expertenliste für das Modul "Energieberatung für Wohngebäude" gelistet sein BAFA-geförderte Energieberatung, iSFP Energieeffizienz-Expertenliste
Fachunternehmer Handwerksmeister, Geselle oder Techniker mit Fachkunde im jeweiligen Gewerk Ausführung von Einzelmaßnahmen; Fachunternehmererklärung bei Heizungstausch und Heizungsoptimierung (ohne iSFP-Bonus) Keine zentrale Liste; Fachunternehmererklärung genügt dort
Schornsteinfeger Schornsteinfegermeister Heizungscheck, Abgasmessung, Beratung zu Heizungsanlagen Bezirksschornsteinfeger oder freier Schornsteinfeger
dena-Experte für Effizienzhaus EEE mit zusätzlicher Qualifikation für Gesamtmaßnahmen an Wohngebäuden (KfW-Effizienzhaus) KfW 261 (Effizienzhaus-Sanierung), KfW 261 (Effizienzhaus-Neubau) Expertenliste, Kategorie "Effizienzhäuser"

Die ca. 22.800 auf der Energieeffizienz-Expertenliste gelisteten Fachleute sind qualifizierte Architekten, Ingenieure, Physiker oder Handwerksmeister mit Zusatzausbildung. Nicht jeder Experte ist für jedes Förderprogramm zugelassen – die Listung erfolgt nach Modulen (Energieberatung, Einzelmaßnahmen, Effizienzhäuser).

Ausführliche Informationen zu Qualifikation und Aufgaben: Gebäudeenergieberater: Qualifikation und Aufgaben.

Wann ist ein Energieberater Pflicht?

1. KfW 458: Heizungstausch

Das KfW-Programm 458 (Heizungsförderung) ist das zentrale Förderprogramm für den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme. Seit 2024 wird der Heizungstausch über die KfW abgewickelt.

Beraterpflicht: Nein. Die Bestätigungen zum Antrag und nach Durchführung darf das ausführende Fachunternehmen ausstellen (Fachunternehmererklärung, Nr. 9.3 BEG EM); alternativ kann ein Energieeffizienz-Experte (EEE) sie übernehmen. Bei Wärmepumpen wird dabei insbesondere geprüft, ob die Heizflächen (Radiatoren oder Fußbodenheizung) für den Niedertemperaturbetrieb geeignet sind und ob die Jahresarbeitszahl (JAZ) die Mindestanforderungen erfüllt. Ob Ihr Gebäude die Voraussetzungen für eine Wärmepumpe erfüllt, lässt sich vorab mit dem 55-Grad-Test grob einschätzen.

Förderung (ab 21. Juli 2026): Grundförderung 30 % + Klimageschwindigkeitsbonus 16 % (halbjährlich sinkend bis 0 % ab August 2028) + einkommensabhängiger Bonus (40 % bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 EUR/a, 30 % bis 40.000 EUR, 10 % bis 50.000 EUR; hinzu kommt ein Familienzuschlag, der das maßgebliche Einkommen einmalig um 10.000 EUR senkt, wenn mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt lebt). Der Gesamtfördersatz ist auf 80 % (Geringverdiener) bzw. 70 % gedeckelt, die maximal förderfähigen Kosten liegen bei 28.000 EUR für die erste Wohneinheit – macht bis zu 22.400 EUR Zuschuss (Geringverdiener) bzw. rund 12.880 EUR im Standardfall (30 % + 16 %). Der frühere Effizienzbonus (5 %) und der Emissionsminderungszuschlag für Biomasse (2.500 EUR) sind ersatzlos entfallen.

Kosten für den Experten (falls eingebunden): 300–800 EUR für die Bestätigung der Heizungseignung. Diese Kosten sind als Teil der förderfähigen Kosten anrechenbar (mit dem Fördersatz der Heizung; ein separater 50-%-Zuschuss für Fachplanung und Baubegleitung ist beim Heizungstausch nicht möglich). Welche Honorare für iSFP, Antragsbegleitung und Baubegleitung sonst üblich sind, zeigt der Ratgeber Energieberater Kosten mit iSFP.

Ausführlich: KfW 458 Heizungstausch.

2. KfW 261: Effizienzhaus-Sanierung

Die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus (z. B. Effizienzhaus 85, 70, 55 oder 40) ist die umfassendste Förderung für Gesamtsanierungen. Die Förderung erfolgt als zinsgünstiges Darlehen mit Tilgungszuschuss. Welche Kosten je Quadratmeter bei den einzelnen Gewerken anfallen, ordnet unsere Übersicht der Sanierungskosten pro Quadratmeter nach Maßnahme und Baujahr ein.

Beraterpflicht: Ja, zwingend. Ein dena-Energieeffizienz-Experte mit Qualifikation für Effizienzhäuser muss:

  • Die Sanierung planen und die Zieleffizienzklasse rechnerisch nachweisen
  • Den KfW-Antrag einreichen (Antragstellung nur über den Experten möglich)
  • Die Bauausführung begleiten und abschließend bestätigen

Ohne Experten ist die Beantragung technisch nicht möglich – das Online-Portal der KfW erfordert die Experten-ID.

Wie Sie einen für die KfW-Programme zugelassenen KfW-Energieberater finden und welche Aufgaben er von der Antragstellung bis zur Baubegleitung übernimmt, erklärt unser eigener Ratgeber.

Förderung: Kredit bis 150.000 EUR pro Wohneinheit mit Tilgungszuschuss je nach Effizienzhaus-Stufe. Seit 21. Juli 2026 gelten deutlich reduzierte Konditionen: Die Tilgungszuschüsse wurden über alle Effizienzhaus-Stufen um 10 Prozentpunkte gesenkt, die EE-Klasse ist vom 5-%-Bonus zur Mindestanforderung geworden, und für die Stufen Effizienzhaus 85 EE und Effizienzhaus 70 EE gibt es keinen Tilgungszuschuss mehr. Die aktuellen Konditionen je Stufe entnehmen Sie dem KfW-Merkblatt.

Kosten für den Experten: 3.000–8.000 EUR für Planung, Antragstellung und Baubegleitung (je nach Komplexität). 50 % der Kosten für Fachplanung und Baubegleitung sind über die KfW förderfähig.

3. BEG EM mit iSFP-Bonus

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) über das BAFA fördert einzelne Sanierungsmaßnahmen: Dämmung, Fenster, Lüftung, Heizungsoptimierung. Der Basiszuschuss beträgt 15 % für Gebäudehülle und Anlagentechnik.

Beraterpflicht für den iSFP-Bonus: Wer den zusätzlichen iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten nutzen möchte (seit 21. Juli 2026 nur noch ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 EUR möglich), benötigt einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP), der von einem auf der Expertenliste gelisteten EEE erstellt wurde. Der Experte muss bestätigen, dass die beantragte Maßnahme im iSFP empfohlen wird.

Ohne iSFP-Bonus: Auch wenn Sie auf den iSFP-Bonus verzichten, verlangt die BEG EM für Maßnahmen an der Gebäudehülle und für Anlagentechnik (z. B. Lüftung) einen Energieeffizienz-Experten (Nr. 9.3). Eine Fachunternehmererklärung durch den ausführenden Handwerksbetrieb reicht nur bei der Heizungsoptimierung.

Variante Energieberater nötig? Fördersatz (Hülle) Fördersatz (Anlagentechnik)
BEG EM ohne iSFP Ja (EEE; Fachunternehmer reicht nur bei Heizungsoptimierung) 15 % 15 %
BEG EM mit iSFP-Bonus Ja (EEE für iSFP) 20 %* 20 %*
BEG EM mit iSFP-Bonus + Baubegleitung Ja (EEE) 20 %* + Baubegleitung förderfähig 20 %* + Baubegleitung förderfähig

* Der iSFP-Bonus wird seit 21. Juli 2026 nur noch ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 EUR gewährt, und zwar nur auf den Betrag darüber.

Ausführlich zur BEG-Förderung: Förderung energetische Sanierung: Übersicht.

4. BAFA-Energieberatung für Wohngebäude

Die BAFA fördert die Energieberatung selbst mit 50 % der Kosten (max. 650 EUR für EFH/ZFH, max. 850 EUR für MFH, seit August 2024). Voraussetzung: Der Berater muss auf der Expertenliste für das Modul "Energieberatung für Wohngebäude" gelistet sein.

Beraterpflicht: Per Definition Pflicht, denn ohne anerkannten Berater gibt es keine BAFA-Förderung.

5. GModG-Pflichtberatung (§ 36 GModG)

Das Gebäudemodernisierungsgesetz schreibt vor, dass Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses vor bestimmten Renovierungen an der Gebäudehülle ein informatorisches Beratungsgespräch führen müssen, wenn sie die Anforderungen über eine Berechnung für das gesamte Gebäude (§ 38 GModG) nachweisen und das Gespräch kostenlos angeboten wird. Der Berater muss zur Ausstellung von Energieausweisen berechtigt sein.

Beraterpflicht: Ja, unter diesen Voraussetzungen gesetzliche Pflicht bei:

  • Erneuerung der Fassade (mehr als 10 % der Fläche)
  • Erneuerung des Dachs
  • Erneuerung der Fenster

Die Beratung ist informatorisch – sie verpflichtet nicht zur Umsetzung der Empfehlungen. In der Praxis wird sie häufig vom ausführenden Handwerker oder vom Schornsteinfeger erledigt. Eine formale Dokumentation (Beratungsbericht) schreibt das Gesetz nicht vor.

6. Erstellung eines Bedarfsausweises

Ein Bedarfsausweis muss von einer Person erstellt werden, die nach § 88 GModG zur Ausstellung von Energieausweisen berechtigt ist. Das sind:

  • Absolventen bestimmter Studiengänge (Architektur, Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik, Physik)
  • Handwerksmeister bestimmter Gewerke
  • Auf der Expertenliste gelistete Fachleute

Beraterpflicht: Nicht im engeren Sinne eine "Beratung", aber die Ausstellung erfordert eine qualifizierte Person. Der Ausweis kann nicht vom Eigentümer selbst erstellt werden.

Details zu Bedarfs- und Verbrauchsausweis: Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis.

Wann ist kein Energieberater nötig?

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen und Situationen, in denen Sie ohne Energieberater auskommen:

1. Heizungsoptimierung ohne iSFP-Bonus

Wenn Sie auf den iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten verzichten – bei Investitionen unter 30.000 EUR gibt es ihn seit 21. Juli 2026 ohnehin nicht mehr –, genügt eine Fachunternehmererklärung nur noch bei der Heizungsoptimierung; für Dämmung, Fenster und Lüftung schreibt die BEG EM auch ohne Bonus einen Energieeffizienz-Experten vor (Nr. 9.3). Bei der Heizungsoptimierung bestätigt der ausführende Handwerksbetrieb, dass die Maßnahme den technischen Mindestanforderungen der BEG entspricht. Ein Energieberater ist dort nicht erforderlich.

Rechnung: Bei einer Fassadendämmung für 35.000 EUR beträgt der Zuschuss ohne iSFP 15 % von maximal 30.000 EUR förderfähigen Kosten = 4.500 EUR. Mit iSFP verdoppelt sich die Obergrenze (15 % von 35.000 EUR = 5.250 EUR), und da das Investitionsvolumen über 30.000 EUR liegt, kommt der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten auf die 5.000 EUR über 30.000 EUR hinzu (250 EUR). Die Mehrförderung von 1.000 EUR muss gegen die Kosten des iSFP (Honorar abzüglich BAFA-Zuschuss von 50 %, maximal 650 EUR; Eigenanteil beim Einfamilienhaus ca. 850–1.850 EUR) abgewogen werden. Bei einer einzelnen Maßnahme dieser Größe gleicht die Mehrförderung den iSFP-Eigenanteil nur knapp oder gar nicht aus.

2. Steuerliche Absetzung nach § 35c EStG

Alternativ zur BEG-Förderung können Eigentümer energetische Sanierungsmaßnahmen steuerlich absetzen (20 % der Kosten, verteilt auf 3 Jahre, maximal 40.000 EUR Steuerermäßigung). Für die steuerliche Absetzung ist kein Energieberater erforderlich – es genügt eine Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens.

Wichtig: Steuerliche Absetzung und BEG-Förderung können nicht kombiniert werden. Sie müssen sich für einen Weg entscheiden. In den meisten Fällen ist die BEG-Förderung mit iSFP wirtschaftlich vorteilhafter. Details: Sanierung steuerlich absetzen nach § 35c.

3. Renovierung ohne Förderung

Wenn Sie Sanierungsmaßnahmen komplett ohne Förderung und ohne steuerliche Absetzung durchführen, gibt es – mit Ausnahme der GModG-Pflichtberatung (§ 36) – keine Beraterpflicht. Das ist allerdings in den wenigsten Fällen wirtschaftlich sinnvoll, da die Förderung einen erheblichen Teil der Investition abdeckt.

4. Rein wartungsbedingte Maßnahmen

Der Austausch einer defekten Umwälzpumpe, die Reparatur eines Heizkessels oder der Austausch einzelner Fensterscheiben (unter 10 % der Gesamtfläche) erfordern keinen Energieberater und keine Förderung.

5. Kleinmaßnahmen unter GModG-Schwelle

Maßnahmen, die weniger als 10 % der jeweiligen Bauteilfläche betreffen (z. B. Austausch eines einzelnen Fensters in einer Fassade mit 20 Fenstern), lösen keine GModG-Pflichtberatung aus.

Übersichtstabelle: Maßnahme, Experte, Kosten, Förderung

Maßnahme Energieberater nötig? Welcher Experte? Kosten Experte Förderung der Beratung
Heizungstausch (KfW 458) Nein (Fachunternehmen reicht) EEE optional 300–800 EUR Mit dem Fördersatz der Heizung (Umfeldmaßnahme)
Effizienzhaus-Sanierung (KfW 261) Ja dena-EEE (Effizienzhäuser) 3.000–8.000 EUR 50 % über KfW
BEG EM mit iSFP-Bonus Ja (für iSFP) EEE (Expertenliste) 1.500–2.500 EUR (iSFP) BAFA 50 % (max. 650/850 EUR)
BEG EM ohne iSFP Ja (Hülle, Anlagentechnik) EEE (Expertenliste); Fachunternehmer nur bei Heizungsoptimierung – –
Steuerliche Absetzung § 35c Nein Fachunternehmer reicht – –
BAFA-Energieberatung (iSFP) Ja (per Definition) EEE (Energieberatung WG) 1.500–2.500 EUR BAFA 50 % (max. 650 EUR)
GModG-Pflichtberatung (§ 36) Ja Ausstellungsberechtigter Kostenlos (Informationspflicht) –
Bedarfsausweis Ja (qualifizierte Person) Ausstellungsberechtigter 300–500 EUR Im iSFP enthalten
Verbrauchsausweis Nein (online möglich) – 50–100 EUR –
Renovierung ohne Förderung Nur ggf. § 36-Beratung Ausstellungsberechtigter Kostenlos –
Wartung / Reparatur Nein – – –

Tipp: Wenn Sie mehrere Maßnahmen planen (z. B. Dämmung + Heizungstausch), lohnt sich häufig der Weg über den iSFP. Die BAFA-geförderte Energieberatung (Eigenanteil ca. 850–1.850 EUR) liefert Ihnen den iSFP, der bei Einzelmaßnahmen ab 30.000 EUR förderfähigem Investitionsvolumen den 5-%-Bonus freischaltet und die förderfähigen Höchstkosten verdoppelt. Gerade bei mehreren größeren Maßnahmen über mehrere Jahre summiert sich dieser Vorteil deutlich.

Wie finde ich den richtigen Experten?

Energieeffizienz-Expertenliste

Die zentrale Anlaufstelle ist die Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes unter energie-effizienz-experten.de. Die Liste wird von der Deutschen Energie-Agentur (dena) geführt und umfasst aktuell rund 22.800 gelistete Fachleute.

So nutzen Sie die Liste effektiv:

  1. Postleitzahl eingeben: Filtern Sie nach Experten in Ihrer Region. Die meisten Berater decken einen Umkreis von 30 bis 50 km ab.
  2. Modul wählen: Wählen Sie das Modul, das zu Ihrem Vorhaben passt:
    • "Energieberatung für Wohngebäude" (BAFA-geförderte Beratung, iSFP)
    • "Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle" (BEG EM)
    • "Einzelmaßnahmen Anlagentechnik" (BEG EM)
    • "Effizienzhäuser" (KfW 261)
  3. Mehrere Angebote einholen: Holen Sie mindestens 2 bis 3 Angebote ein. Die Preise variieren erfahrungsgemäß um 30 bis 50 %.
  4. Referenzen prüfen: Fragen Sie nach Erfahrung mit Ihrem Gebäudetyp und Ihrer geplanten Maßnahme.

Ausführlich: Energieberater finden – Expertenliste.

Wartezeiten und Verfügbarkeit

Die Nachfrage nach Energieberatern ist seit 2024 deutlich gestiegen – getrieben durch das GEG, die KfW-Heizungsförderung und die EPBD-Umsetzung. Aktuelle Wartezeiten für einen Ersttermin:

Region Typische Wartezeit (2026)
Ballungsräume (München, Hamburg, Berlin) 6–12 Wochen
Mittelstädte 4–8 Wochen
Ländliche Regionen 3–6 Wochen

Planen Sie die Beratersuche frühzeitig – idealerweise 2 bis 3 Monate bevor Sie mit der Sanierung beginnen möchten.

Tipp: Eine digitale Voranalyse mit reduco hilft Ihnen, die Wartezeit sinnvoll zu nutzen. Sie sammeln alle relevanten Gebäudedaten, erhalten eine erste Einschätzung und können den Vor-Ort-Termin deutlich effizienter gestalten.

Kosten und Förderung der Energieberatung

BAFA-Förderung für Energieberatung

Die BAFA fördert die Energieberatung für Wohngebäude mit 50 % der Beratungskosten (seit August 2024 von 80 % abgesenkt), gedeckelt auf:

Gebäudetyp Maximaler BAFA-Zuschuss Typische Bruttokosten Typischer Eigenanteil
Einfamilienhaus 650 EUR 1.500–2.500 EUR 850–1.850 EUR
Zweifamilienhaus 650 EUR 1.800–2.800 EUR 1.150–2.150 EUR
Mehrfamilienhaus (3+ WE) 850 EUR 2.000–3.500 EUR 1.150–2.650 EUR

Die Förderung wird direkt zwischen Berater und BAFA abgerechnet. Sie als Eigentümer zahlen nur den Eigenanteil.

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KfW-Förderung für Fachplanung und Baubegleitung

Beim KfW-Effizienzhaus (261) sind die Kosten für Fachplanung und Baubegleitung zu 50 % förderfähig, beim Heizungstausch (458) nur mit dem Fördersatz der Heizung. Die Höchstgrenzen:

Programm Förderfähige Kosten Fachplanung/Baubegleitung Zuschuss (50 %)
KfW 261 (Effizienzhaus, EFH) Bis 10.000 EUR Bis 5.000 EUR
KfW 261 (Effizienzhaus, MFH) Bis 4.000 EUR pro WE Bis 2.000 EUR pro WE
KfW 458 (Heizungstausch) Im Förderbetrag enthalten –

Wirtschaftlichkeit: Lohnt sich der Berater?

Eine einfache Rechnung für ein typisches Sanierungsvorhaben:

Beispiel: EFH, Baujahr 1975, geplant: Fassadendämmung (35.000 EUR) + Dachdämmung (22.000 EUR) + Heizungstausch auf Wärmepumpe (32.000 EUR)

Position Ohne iSFP Mit iSFP
Fördersatz Fassade (BEG EM) 15 % von max. 30.000 EUR = 4.500 EUR 15 % von 35.000 EUR = 5.250 EUR + 250 EUR iSFP-Bonus**
Fördersatz Dach (BEG EM) 15 % = 3.300 EUR 15 % = 3.300 EUR
Fördersatz Heizung (KfW 458) 46 % = 12.880 EUR* 46 % = 12.880 EUR*
Gesamtförderung 20.680 EUR 21.680 EUR
Kosten iSFP (Eigenanteil) – ca. 850–1.850 EUR
Kosten Baubegleitung (Eigenanteil) 500 EUR 500 EUR
Netto-Mehrförderung durch Berater – knapp positiv bis negativ – 1.000 EUR Mehrförderung stehen ca. 850–1.850 EUR iSFP-Eigenanteil gegenüber

*Annahme: Grundförderung 30 % + Klimageschwindigkeitsbonus 16 % = 46 % von maximal 28.000 EUR förderfähigen Kosten. Ohne Einkommensbonus.

** Der iSFP-Bonus (+5 Prozentpunkte) greift seit 21. Juli 2026 nur noch ab einem förderfähigen Investitionsvolumen von 30.000 EUR und nur auf den Betrag darüber – hier also auf 5.000 EUR der Fassade (Fassade und Dach in getrennten Jahren), nicht bei der Dachdämmung.

Das Ergebnis: Rein rechnerisch deckt die Mehrförderung durch den iSFP in diesem Beispiel den iSFP-Eigenanteil nur knapp oder gar nicht; die Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten fällt für Fassade und Dach ohnehin an. Der iSFP lohnt sich vor allem bei mehreren großen Maßnahmen und wegen der höheren Sanierungsqualität und Fehlervermeidung.

Detaillierte Förderübersicht: KfW-Förderung Sanierung 2026.

Häufige Fragen

Kann ich den Energieberater frei wählen?

Ja, Sie können jeden Berater wählen, der auf der Energieeffizienz-Expertenliste für das relevante Modul gelistet ist. Es gibt keine regionale Beschränkung. In der Praxis ist ein Berater aus der Nähe (30–50 km Umkreis) sinnvoll, weil die Anfahrtskosten sonst steigen und die Ortskenntnis (z. B. regionale Bauweisen, lokale Handwerksbetriebe) ein Vorteil ist.

Was kostet ein Energieberater insgesamt, wenn ich mehrere Förderprogramme nutze?

Typischerweise fallen drei Kostenblöcke an: (1) BAFA-Energieberatung mit iSFP: ca. 850–1.850 EUR Eigenanteil (Einfamilienhaus); (2) KfW-Antragsbegleitung: 150–400 EUR Eigenanteil (50 % gefördert); (3) Baubegleitung: 250–1.000 EUR Eigenanteil (50 % gefördert). Insgesamt also rund 1.250 bis 3.250 EUR Eigenanteil für die vollständige Begleitung einer Gesamtsanierung. Dem stehen höhere Förderbeträge und vermiedene Planungsfehler gegenüber.

Ist der Schornsteinfeger ein anerkannter Energieberater?

Schornsteinfegermeister können auf der Energieeffizienz-Expertenliste gelistet sein, wenn sie die erforderliche Zusatzqualifikation (Weiterbildung zum Gebäudeenergieberater) abgeschlossen haben. Ein Schornsteinfeger ohne diese Zusatzqualifikation darf keine iSFPs erstellen und keine KfW-Anträge begleiten. Er kann aber Heizungs-Checks, Abgasmessungen und, sofern er zur Ausstellung von Energieausweisen berechtigt ist, die GModG-Pflichtberatung durchführen.

Muss ich den Empfehlungen des Energieberaters folgen?

Nein. Der iSFP und die Beratungsempfehlungen sind Vorschläge, keine Anweisungen. Sie entscheiden als Eigentümer, welche Maßnahmen Sie umsetzen und in welcher Reihenfolge. Allerdings: Wenn Sie BEG-Förderung mit iSFP-Bonus beantragen, muss die beantragte Maßnahme im iSFP als empfohlene Maßnahme enthalten sein. Sie können den iSFP aber anpassen lassen, wenn sich Ihre Prioritäten ändern.

Was passiert, wenn ich ohne vorgeschriebenen Energieberater saniere?

Wenn ein Energieberater für die Förderung vorgeschrieben ist (z. B. KfW 261 oder BAFA-Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle) und Sie ohne Berater sanieren, erhalten Sie keine Förderung. Die Maßnahme selbst ist nicht verboten – Sie verlieren nur den Förderanspruch. Bei der GModG-Pflichtberatung (§ 36) ist das Fehlen der Beratung nicht bußgeldbewehrt; ein Bußgeld droht nach § 108 GModG nur, wenn die Maßnahme selbst die Bauteilanforderungen nicht einhält.

Kann ich denselben Berater für iSFP und KfW-Antrag nutzen?

Ja, und das ist sogar empfehlenswert. Wenn derselbe Berater den iSFP erstellt und die KfW-Antragsbegleitung übernimmt, kennt er das Gebäude bereits und kann die Förderanträge direkt auf die iSFP-Empfehlungen abstimmen. Viele Berater bieten Paketpreise an, die günstiger sind als die Einzelbeauftragung.

Fazit: Berater früh einbinden, Förderung maximieren

Die Beraterpflicht ist in den meisten Fällen kein Hindernis, sondern ein wirtschaftlicher Vorteil. Dank BAFA- und KfW-Förderung liegen die Eigenkosten für die Energieberatung beim Einfamilienhaus bei rund 850 bis 1.850 Euro – die dadurch erschlossenen Förderbeträge sind bei größeren Sanierungen meist deutlich höher, bei einer einzelnen Maßnahme dagegen oft nur knapp. Wer früh einen Energieberater einbindet, saniert zudem qualitativ besser und vermeidet teure Planungsfehler.

Der Einstieg ist einfach: Erfassen Sie Ihre Gebäudedaten digital, holen Sie sich eine Ersteinschätzung und suchen Sie dann den passenden Experten für Ihr Vorhaben.

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