Ratgeber
Grüne Baufinanzierung 2026: Banken, Konditionen und Voraussetzungen im Vergleich

Hendrik Stotz
Zertifizierter Energieeffizienz-Experte
Stand: 18. Oktober 202617 Minuten

Das Wichtigste in Kürze
- Zinsrabatt: Für energieeffiziente Wohngebäude senken die Commerzbank (bis zu 0,10), die DKB (0,10), die ING (0,15) und die Deutsche Bank (0,20 Prozentpunkte) den Sollzins (Stand Oktober 2026).
- Höchster Rabatt: Die Deutsche Bank bietet dank einer Kooperation mit der Europäischen Investitionsbank 0,20 Prozentpunkte für die gesamte erste Sollzinsbindung.
- Voraussetzung: Standardnachweis ist meist die Energieeffizienzklasse A+ oder A, also ein Endenergiewert von höchstens 50 kWh/(m²·a) laut Energieausweis.
- KfW-Ergänzung: Der KfW-Kredit 261 finanziert die Sanierung zum Effizienzhaus mit bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit zu 3,05 bis 3,77 % effektiv; der Tilgungszuschuss beträgt je nach Stufe 0 bis 15 %, mit Boni bis zu 40 %. Seit dem 21.07.2026 ist er nicht mehr mit der Förderung von Einzelmaßnahmen kombinierbar.
- Neubau: Der klimafreundliche Neubau (KfW 297/298) kostet ab 1,96 % effektiv, die befristete Effizienzhaus-55-Stufe ab 1,00 % (Anträge längstens bis 31.12.2026, solange Mittel reichen).
- Effekt: Auf 300.000 Euro (2 % Anfangstilgung) spart ein Rabatt von 0,10 bis 0,20 Prozentpunkten in zehn Jahren rund 2.600 bis 5.200 Euro Zinsen. Mehr bringt der KfW-Tilgungszuschuss, beim Effizienzhaus 55 bis zu 7.500 Euro je Wohneinheit, mit Nachhaltigkeits-Klasse bis zu 15.000 Euro.
Eine grüne Baufinanzierung ist ein Immobilienkredit mit Zinsrabatt für energieeffiziente Wohngebäude. Commerzbank, ING, DKB und Deutsche Bank nennen dafür im Oktober 2026 Abschläge von 0,10 bis 0,20 Prozentpunkten, meist für Gebäude der Effizienzklasse A+ oder A. Auf 300.000 Euro Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung und 2 % Anfangstilgung sind das rund 2.600 bis 5.200 Euro weniger Zinsen. Deutlich mehr bringen KfW-Förderkredite: Der Neubaukredit 297/298 kostet ab 1,96 % effektiv, der Sanierungskredit 261 bringt je nach Stufe bis zu 15 % Tilgungszuschuss, mit Boni bis zu 40 %. Neue Wohnungsbaukredite mit über fünf bis zehn Jahren Zinsbindung kosteten im August 2026 im Schnitt 3,81 %.
Dieser Artikel vergleicht die grünen Baufinanzierungen der vier Banken (Produktseiten abgerufen am 17.10.2026), erklärt die Voraussetzungen, ordnet die KfW-Förderung nach der Reform vom 21.07.2026 ein und rechnet vor, wie viel sich tatsächlich sparen lässt.
Stand 17.10.2026: Seit der Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit Wirkung vom 21.07.2026 fördert die KfW im Kredit 261 nur noch Effizienzhaus-Stufen mit Erneuerbare-Energien- oder Nachhaltigkeits-Klasse, die Tilgungszuschüsse sind deutlich gesunken (Effizienzhaus 40 EE von 25 auf 10 %), und die Förderung als Effizienzhaus lässt sich nicht mehr mit der Förderung von Einzelmaßnahmen kombinieren; zwischen beiden liegen drei Jahre (KfW-Merkblatt 261). Die Bauzinsen sind 2026 gestiegen: Neue Wohnungsbaukredite mit über fünf bis zehn Jahren Zinsbindung kosteten im Januar im Schnitt 3,58 %, im August 3,81 % (EZB/Bundesbank, MFI-Zinsstatistik).
Was ist eine grüne Baufinanzierung?
Eine grüne Baufinanzierung (auch: Green Mortgage, nachhaltige Baufinanzierung) ist ein Immobilienkredit mit Zinsvorteil für Gebäude, die bestimmte Energieeffizienzstandards erfüllen. Der Mechanismus ist einfach: Die Bank gewährt einen Zinsabschlag auf den regulären Sollzins, wenn der Kreditnehmer nachweist, dass die finanzierte Immobilie besonders energieeffizient ist.
Warum bieten Banken das an? Die Gründe sind vielfältig:
- Regulatorische Anreize: Große Banken im Anwendungsbereich der EU-Taxonomie legen seit 2024 ihre Green Asset Ratio (GAR) offen, den Anteil taxonomiekonformer Finanzierungen an den erfassten Aktiva. Grüne Baufinanzierungen für Gebäude der Klasse A+ oder A können diese Kennzahl erhöhen.
- Risikomanagement: Die Leitlinien der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) zu ESG-Risiken gelten seit 11.01.2026, für kleine und nicht komplexe Institute spätestens ab 11.01.2027. Große Institute sollen danach bei der Bewertung von Transitionsrisiken ausdrücklich die Energieeffizienz finanzierter Immobilien berücksichtigen.
- Refinanzierung: Banken können grüne Kredite über grüne Anleihen refinanzieren, seit dem 21.12.2024 auch nach dem EU-Standard für grüne Anleihen (EuGB).
- Wettbewerb: Grüne Produkte differenzieren das Angebot und sprechen nachhaltigkeitsbewusste Kunden an.
Der Zinsrabatt ist für die Banken also kein Geschenk, sondern Teil ihres Geschäftsmodells. Für Kreditnehmer heißt das: Wer die Kriterien erfüllt, bekommt einen Abschlag; über alles andere entscheidet die Bank nach ihren üblichen Kreditkriterien, wie es die ING für ihr Produkt ausdrücklich beschreibt.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Die Anforderungen variieren je nach Bank. Bei den vier verglichenen Banken kommen diese Kriterien vor:
| Kriterium | Beschreibung | Typischer Nachweis |
|---|---|---|
| Energieeffizienzklasse A+ oder A | Endenergie max. 50 kWh/(m²·a) laut Energieausweis (Commerzbank, ING, DKB) | Gültiger Energieausweis (Bedarfs- oder Verbrauchsausweis) |
| Effizienter Neubau | Primärenergiebedarf mindestens 10 % unter dem gesetzlichen Anforderungswert oder KfW-Kredit „Klimafreundlicher Neubau" in der Finanzierung; Erstbezug binnen 18 Monaten nach Fertigstellung (Deutsche Bank) | Energiebedarfsberechnung (Primärenergiebedarf gegenüber Anforderungswert) oder Einbindung des KfW-Kredits |
| Energetische Sanierung | Senkung des Primärenergiebedarfs um mindestens 30 % (Deutsche Bank) | Energiebedarfsberechnung vor und nach der Sanierung |
| Erweitertes Kriterium | Endenergie max. 75 kWh/(m²·a), Klasse B, für einen kleineren Energiebonus (Commerzbank) | Energieausweis Klasse B |
Quellen: Produktseiten von Commerzbank, ING, DKB und Deutscher Bank, abgerufen am 17.10.2026; Anlage 10 GModG · Stand: Oktober 2026
Wichtig: Bei Commerzbank, ING und DKB muss der Nachweis bei Antragstellung vorliegen. Bei Neubau und energetischer Modernisierung akzeptieren Commerzbank und ING eine Vorab-Bestätigung von Energieberatung, Architekturbüro oder Bauträger; der endgültige Energieausweis ist nach Fertigstellung nachzureichen.
Häufig zu lesen ist, Wohngebäude bekämen demnächst eine EU-Skala von A bis G. In Deutschland ist das nicht beschlossen (Stand 17.10.2026): Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) lässt für Wohngebäude die Skala A+ bis H unverändert (Anlage 10), obwohl die EU-Gebäuderichtlinie (EU) 2024/1275 für Energieausweise bis zum 29. Mai 2026 eine einheitliche Skala von A bis G verlangt; die Skala A bis G gilt ab dem 1. Januar 2027 nur für Nichtwohngebäude (neue Anlage 10a). Für die grüne Baufinanzierung von Wohnimmobilien bleiben damit vorerst die bekannten Klassen und die absoluten kWh-Werte maßgeblich.
Grüne Baufinanzierung im Bankenvergleich
Der folgende Vergleich zeigt die grünen Baufinanzierungen von vier großen deutschen Banken. Die Konditionen ändern sich regelmäßig; die Werte stammen von den Produktseiten der Banken, abgerufen am 17.10.2026.
| Bank | Produkt | Zinsrabatt | Energiekriterium | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Commerzbank | Grüne Baufinanzierung | bis 0,10 % | Endenergie max. 50 kWh/(m²·a), Klasse A+/A; gestaffelter Energiebonus bis 75 kWh/(m²·a), Klasse B | Für Bau, Kauf, Sanierung und Umschuldung; Beispiel der Bank: 4,36 % Sollzins, 4,45 % effektiv inklusive Rabatt (10 Jahre Zinsbindung, gültig 17.–23.10.2026) |
| ING | Baufinanzierung Green | 0,15 % | Energieeffizienzklasse A+ oder A | Für Neu- und Anschlussfinanzierung sowie Forward-Darlehen; nicht für die Verlängerung von ING-Darlehen; kombinierbar mit Staffelrabatt bis 0,12 % je nach Darlehenshöhe |
| DKB | Grüne Baufinanzierung | 0,10 % | Endenergie max. 50 kWh/(m²·a) bzw. Klasse A+/A | Für Neubau, Kauf und Modernisierung |
| Deutsche Bank | Baufinanzierung mit EIB-Förderung | 0,20 % | Neubau: Primärenergie mind. 10 % unter Anforderungswert oder KfW-Neubaukredit; Modernisierung: Primärenergie −30 % | Kooperation mit der EIB-Gruppe; Rabatt für die gesamte erste Sollzinsbindung (laut EIB mind. 5 Jahre) |
Quellen: Produktseiten von Commerzbank, ING, DKB und Deutscher Bank, abgerufen am 17.10.2026; EIB-Pressemitteilung vom 17.05.2024 · Stand: Oktober 2026. Konditionen freibleibend und abhängig von Bonität und Beleihung.
Commerzbank: Zwei Stufen, klare Kriterien
Die Commerzbank bietet ein abgestuftes Modell. Für Immobilien mit einem Endenergiewert von höchstens 50 kWh/(m²·a), also Klasse A oder A+, gibt es einen Zinsrabatt von bis zu 0,10 Prozentpunkten. Für Objekte mit bis zu 75 kWh/(m²·a) (Klasse B) gewährt die Bank einen gestaffelten Energiebonus. Das Angebot gilt für Bau, Kauf, Sanierung und die Umschuldung einer bestehenden Baufinanzierung. Das gesetzlich vorgeschriebene Rechenbeispiel der Bank unterstellt selbst genutztes Wohneigentum, höchstens 60 % des Beleihungswerts und Neugeschäft.
ING: Einfach und digital
Die ING gewährt mit der Baufinanzierung Green einen Zinsrabatt von 0,15 Prozentpunkten für Immobilien der Klassen A und A+, und zwar für die erste Sollzinsbindung. Er gilt für Neu- und Anschlussfinanzierungen sowie Forward-Darlehen, nicht dagegen für Kapitalbeschaffung, Grundstückskauf, Nachfinanzierung oder die Verlängerung von ING-Darlehen. Je nach Darlehenshöhe lässt er sich mit einem Staffelrabatt von bis zu 0,12 Prozentpunkten kombinieren.
Deutsche Bank: Höchster Rabatt dank EIB
Die Deutsche Bank bietet mit 0,20 Prozentpunkten den höchsten Zinsrabatt im Vergleich, für die gesamte erste Sollzinsbindung; laut EIB-Mitteilung vom Mai 2024 muss diese mindestens fünf Jahre betragen. Möglich macht das eine Kooperation mit der Europäischen Investitionsbank (EIB): Die EIB-Gruppe garantiert eine Tranche einer Verbriefung, die bei der Bank Eigenkapital freisetzt, und die Bank gibt den Vorteil als Zinsvergünstigung weiter (EIB). Gefördert werden neu errichtete Wohnimmobilien mit Erstbezug binnen 18 Monaten nach Fertigstellung und die energetische Modernisierung von Bestandsimmobilien; auf ihrer Förderseite nennt die Bank den Vorteil von 0,20 % p. a. weiterhin.
DKB: 0,10 Prozentpunkte für Klasse A und A+
Die DKB gewährt auf ihre grüne Baufinanzierung 0,10 Prozentpunkte Zinsrabatt, wenn der Endenergiebedarf höchstens 50 kWh/(m²·a) beträgt oder die (geplante) Immobilie Klasse A oder A+ erreicht. Das gilt für Neubau, Kauf und Modernisierung.
KfW-Förderkredite als Ergänzung
Neben den grünen Bankprodukten bieten die KfW-Förderkredite eine weitere Finanzierungsschicht. Für die Sanierung zum Effizienzhaus ist das der KfW-Kredit 261 (Wohngebäude), für klimafreundliche Neubauten das Programm KfW 297/298, für Familien, die ein sanierungsbedürftiges Haus oder eine solche Wohnung kaufen, „Jung kauft Alt" (KfW 308). Eine vollständige Übersicht aller Förderprogramme finden Sie im Ratgeber KfW-Förderung 2026.
KfW 261: Komplettsanierung zum Effizienzhaus
| Parameter | Details |
|---|---|
| Kredithöhe | Bis 150.000 Euro pro Wohneinheit, einheitlich für alle Stufen (seit 21.07.2026) |
| Zinssatz | 3,05 % effektiv (10 Jahre Laufzeit, 2 tilgungsfreie Jahre, 10 Jahre Zinsbindung) bis 3,77 % (endfällig), gültig seit 29.09.2026 |
| Tilgungszuschuss | EH 40 EE 10 %, NH 15 %; EH 55 EE 5 %, NH 10 %; EH 70 und 85 EE 0 %, NH 5 %; EH Denkmal EE 5 %, NH 10 % |
| Zusatzboni | Worst Performing Building +10 Prozentpunkte (EH 40, 55, 70); serielle Sanierung +15 (EH 40, 55) bzw. +5 (EH 70); zusammen bis zu 40 % Tilgungszuschuss |
| Voraussetzung | Bauantrag mindestens 5 Jahre alt; mindestens 65 % erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme für Wärme und Kälte; NH-Klasse zusätzlich mit Zertifikat QNG-PLUS; Expertin oder Experte für Energieeffizienz |
| Kombination | Nicht mit der Förderung von Einzelmaßnahmen (BEG EM); zwischen beiden Förderwegen drei Jahre Wartezeit |
Quellen: KfW-Produktseite und Merkblatt 261 (gültig ab 24.09.2026), KfW-Konditionenübersicht (Stand 09.10.2026) · Stand: Oktober 2026
Der Tilgungszuschuss ist der entscheidende Hebel: Er reduziert die Restschuld direkt und muss nicht zurückgezahlt werden. Seit dem 21. Juli 2026 fällt er allerdings deutlich kleiner aus: Die Grundsätze der Stufen 40, 55 und 70 sanken um 10 Prozentpunkte, und der frühere Bonus von 5 Prozentpunkten für die EE-Klasse entfiel, weil diese zur Mindestanforderung geworden ist. Ein Effizienzhaus 40 EE erhält deshalb 10 statt 25 %. Für ein Effizienzhaus 55 EE gibt es seither 5 % (bisher 20 %) auf höchstens 150.000 Euro, also bis zu 7.500 Euro je Wohneinheit, mit Nachhaltigkeits-Klasse 10 % oder bis zu 15.000 Euro.
KfW 297/298: Klimafreundlicher Neubau
Für Neubau und Ersterwerb fördert die KfW das Klimafreundliche Wohngebäude (Effizienzhaus 40 mit Treibhausgas-Grenze im Lebenszyklus, ohne Öl-, Gas- oder Biomasseheizung) mit bis zu 100.000 Euro je Wohnung, mit Nachhaltigkeitszertifikat (QNG) bis zu 150.000 Euro. Der Zins beginnt bei 1,96 % effektiv (10 Jahre Laufzeit und Zinsbindung, gültig seit 17.09.2026). Befristet gibt es zusätzlich die Stufe Effizienzhaus 55 (gültige Baugenehmigung bei Antrag, Wärme vollständig aus erneuerbaren Energien, keine Ökobilanz nötig) mit bis zu 100.000 Euro je Wohnung ab 1,00 % effektiv (KfW 297/298, Konditionen Stand 09.10.2026). Der Bund hat die Mittel dafür am 09.10.2026 aufgestockt; Anträge sind möglich, bis die Mittel verbraucht sind, längstens bis zum 31.12.2026, maßgeblich ist der Eingang bei der KfW (BMWSB).
Jung kauft Alt (KfW 308): Kredit für sanierungsbedürftige Häuser und Wohnungen
Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind und einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von höchstens 90.000 Euro (plus 10.000 Euro je weiterem Kind), die noch kein Wohneigentum besitzen, erhalten für den Kauf eines selbst genutzten Hauses oder einer Eigentumswohnung der Klasse F, G oder H einen Kredit von bis zu 140.000 Euro (ein Kind), 160.000 Euro (zwei Kinder) oder 180.000 Euro (ab drei Kindern), höchstens bis zum Kaufpreis. Innerhalb von 54 Monaten muss die Immobilie mindestens zum Effizienzhaus 85 EE saniert werden; alternativ sind vier Einzelmaßnahmen Pflicht: Heizungstausch auf mindestens 65 % erneuerbare Energien, Fenstertausch, Fassadendämmung sowie Dämmung von Dach oder oberster Geschossdecke; ausgenommen sind Bauteile, die schon die Anforderungen der EnEV 2001 erfüllen, und Heizungen, die bereits 65 % erneuerbare Energien nutzen (KfW-Merkblatt 308, Stand 08/2026). Bei 25 Jahren Laufzeit und 10 Jahren Zinsbindung kostet der Kredit 0,72 % effektiv (Stand 09.10.2026).
Kombination mit der Bank: KfW-Kredite werden über eine Bank beantragt und lassen sich mit deren Baufinanzierung kombinieren. Bei der Deutschen Bank zählt ein KfW-Neubaukredit (297, 298 oder 300) in der Finanzierung sogar als Nachweis für den grünen Rabatt. Ob die Bank den Rabatt auf ihr eigenes Darlehen gewährt, hängt vom erreichten Energiestandard und den Produktbedingungen ab; fragen Sie das im Angebot ausdrücklich ab.
Rechenbeispiel: So viel spart die grüne Baufinanzierung
Ein konkretes Beispiel zeigt die finanziellen Auswirkungen. Annahme: Kauf eines Einfamilienhauses mit Energieeffizienzklasse A für 400.000 Euro.
Szenario: 300.000 Euro Bankdarlehen, 10 Jahre Zinsbindung
| Parameter | Standardfinanzierung | Grüne Finanzierung (0,10 % Rabatt) | Grüne Finanzierung (0,20 % Rabatt) |
|---|---|---|---|
| Sollzins p.a. | 3,80 % | 3,70 % | 3,60 % |
| Monatsrate (2 % Anfangstilgung) | 1.450 Euro | 1.425 Euro | 1.400 Euro |
| Zinsen in 10 Jahren | ca. 101.100 Euro | ca. 98.500 Euro | ca. 95.900 Euro |
| Ersparnis 10 Jahre | – | ca. 2.600 Euro | ca. 5.200 Euro |
| Restschuld nach 10 Jahren | ca. 227.100 Euro | ca. 227.500 Euro | ca. 227.900 Euro |
Quellen: Durchschnittszins neuer Wohnungsbaukredite mit über 5 bis 10 Jahren Zinsbindung im August 2026: 3,81 % (vorläufig; EZB/Deutsche Bundesbank), eigene Rechnung mit monatlicher Annuität · Stand: Oktober 2026. Weil die Rate bei gleicher Anfangstilgung sinkt, bleibt die Restschuld beim grünen Darlehen etwas höher; die Ersparnis entspricht dem Zinsunterschied.
Szenario mit KfW-Kombination
Wird der Kauf eines sanierungsbedürftigen Hauses mit einem KfW-261-Kredit über 150.000 Euro für die Sanierung zum Effizienzhaus 55 EE und einem grünen Bankdarlehen über 150.000 Euro finanziert, ergibt sich:
- Tilgungszuschuss KfW: 5 % oder 7.500 Euro (mit Nachhaltigkeits-Klasse 10 % oder 15.000 Euro); er wird nicht zurückgezahlt
- Zins KfW: 3,05 bis 3,77 % effektiv je nach Variante, also bis zu rund 0,8 Prozentpunkte unter dem Marktdurchschnitt von 3,81 %
- Grüner Rabatt der Bank: auf 150.000 Euro rund 1.300 Euro (0,10 Prozentpunkte) bis 2.600 Euro (0,20 Prozentpunkte) in zehn Jahren, sofern die Bank das Sanierungsergebnis anerkennt (bei der Deutschen Bank mindestens 30 % weniger Primärenergiebedarf)
- Zusammen: Tilgungszuschuss und grüner Rabatt ergeben rund 8.800 bis 17.600 Euro, dazu kommt der Zinsvorteil des KfW-Kredits
Diese Kombination macht deutlich: Der grüne Zinsrabatt der Bank allein ist moderat; den größeren Teil der Ersparnis bringt der KfW-Tilgungszuschuss.
Grüne Finanzierung für Sanierungen
Grüne Baufinanzierungsprodukte stehen nicht nur für Neubauten oder Käufe energieeffizienter Immobilien zur Verfügung. Auch energetische Sanierungen können sich qualifizieren, allerdings mit unterschiedlichen Ansätzen je nach Bank.
Sanierungskredit der Commerzbank
Die Commerzbank bietet seit Ende Dezember 2025 einen zweckgebundenen Sanierungskredit: laut Pressemitteilung vom 29.12.2025 bis zu 1 Prozentpunkt günstiger als ein klassischer Ratenkredit, mit Laufzeiten bis 179 Monate und Beträgen bis 100.000 Euro. Anders als die grüne Baufinanzierung kommt er ohne Grundbucheintrag aus. Finanziert werden energetische Maßnahmen wie Dämmung, Fenstertausch oder der Heizungstausch auf Wärmepumpe, Fernwärme oder Solarthermie; Voraussetzung ist ein Gehalts- oder Rentenkonto bei der Bank (Produktseite, abgerufen am 17.10.2026).
Weg über die nachträgliche Qualifikation
Bei Commerzbank, ING und DKB qualifiziert sich auch eine Modernisierung, wenn das Gebäude danach Klasse A+ oder A erreicht. Den Nachweis liefert bei Commerzbank und ING vorab eine Bestätigung von Energieberatung oder Architekturbüro; den endgültigen Energieausweis verlangt die ING spätestens drei Monate nach Fertigstellung, einen nachträglichen Rabatt gewährt sie nicht. Für kleinere Sprünge bietet die ING mit „Baufi Energy" einen eigenen Rabatt für Darlehen ab 100.000 Euro, wenn sich die Effizienzklasse durch die Modernisierung verbessert (mindestens auf F). Auch die umfassende Sanierung eines Altbaus kann so zur grünen Baufinanzierung führen, sofern das Ergebnis stimmt.
Kombination mit Förderung
Seit dem 21.07.2026 gilt: Ein Gebäude wird entweder als Effizienzhaus (KfW 261) oder über Einzelmaßnahmen (BEG EM) gefördert, beides zusammen geht nicht mehr, und zwischen den Förderwegen liegen drei Jahre. Daraus ergeben sich zwei typische Strukturen:
- Effizienzhaus-Weg: KfW 261 für die Komplettsanierung (bis 150.000 Euro je Wohneinheit, je nach Stufe bis zu 15 % Tilgungszuschuss, mit Boni bis zu 40 %) und für den restlichen Bedarf ein Bankdarlehen, mit grünem Rabatt, wenn das Ergebnis die Kriterien der Bank erfüllt.
- Einzelmaßnahmen-Weg: Zuschuss für die Heizung (30 %, für Selbstnutzer mit Boni bis 70 %, bei niedrigem Einkommen bis 80 %; für Wärmepumpen sind im Laufe des ersten Quartals 2027 15 % plus 15 Prozentpunkte bei Herkunft aus der EU vorgesehen, die Detailregeln stehen noch aus) oder für die Gebäudehülle (15 %) und dazu der KfW-Ergänzungskredit: 358 für selbst nutzende Eigentümer mit höchstens 90.000 Euro Haushaltseinkommen (1,49 % effektiv bei zehn Jahren Laufzeit mit zwei tilgungsfreien Jahren), sonst 359 (4,49 bis 4,74 % effektiv; Stand 09.10.2026). Beide gibt es nur mit einer Zuschusszusage, die höchstens zwölf Monate alt und noch nicht ausgezahlt ist, und bis 120.000 Euro je Wohneinheit (KfW-Merkblatt 358/359).
Einen Überblick über die typischen Kosten einer Haussanierung und den Einfluss auf den Immobilienwert bieten die verlinkten Ratgeber.
EU-Taxonomie: Warum Banken grüne Kredite brauchen
Die grüne Baufinanzierung ist kein reines Marketingprodukt. Hinter ihr stehen Offenlegungspflichten aus der EU-Taxonomie-Verordnung und Vorgaben der Bankenaufsicht, die Energieeffizienz von Immobiliensicherheiten zu erfassen.
Green Asset Ratio als Treiber
Große Banken im Anwendungsbereich der Taxonomie veröffentlichen seit 2024 ihre Green Asset Ratio (GAR), den Anteil taxonomiekonformer Finanzierungen an den erfassten Aktiva. Die Werte sind niedrig: Laut EBA lag die gewichtete GAR der EU-Banken Ende 2023 knapp unter 3 %, die meisten Banken meldeten weniger als 2 %. Wohnungsbaukredite an private Haushalte zählen mit, wenn das Gebäude die Taxonomie-Kriterien erfüllt. Für Bestandsgebäude mit Baujahr bis 2020 sind das Energieausweisklasse A oder die besten 15 % des nationalen Bestands, in Deutschland nach der vdp-Methodik unter anderem Klasse A+ oder A. Genau diese Grenze verwenden drei der vier verglichenen Banken.
Seit dem 1. Januar 2026 gelten vereinfachte Regeln (Delegierte Verordnung (EU) 2026/73; für das Geschäftsjahr 2025 dürfen die Banken noch die bisherigen anwenden): Kredite an Unternehmen, die nicht unter die CSRD fallen, bleiben aus Zähler und Nenner heraus, und die Kennzahlen für das Handelsbuch sowie für Gebühren und Provisionen gelten erst ab 2028. Wohnungsbau- und Sanierungskredite an private Haushalte bleiben Teil der Kennzahl. Refinanzieren lassen sich solche Kredite inzwischen auch über Anleihen nach dem EU-Standard für grüne Anleihen: Die Deutsche Bank hat im Februar 2026 ihren ersten European Green Bond über 500 Mio. Euro platziert, dessen Erlöse ausschließlich taxonomiekonforme Wohnimmobilienkredite refinanzieren (Deutsche Bank).
Strategische Ziele der Banken
Einzelne Institute haben sich Ziele gesetzt. Die Deutsche Bank will von 2020 bis Ende 2030 kumuliert 900 Mrd. Euro an nachhaltigen und Transitionsfinanzierungen ermöglichen; das Ziel hat sie am 17.11.2025 festgelegt (Deutsche Bank).
Für Kreditnehmer heißt das zweierlei: Erstens sollen zumindest große Banken die Energieeffizienz ihrer Immobiliensicherheiten erfassen und in die Risikobewertung einbeziehen; die Klasse eines Gebäudes fließt damit in die Kreditprüfung ein. Zweitens sind die Rabatte für effiziente Gebäude kein fester Wert: Die DKB startete ihre grüne Baufinanzierung im Juli 2023 mit 0,20 Prozentpunkten (DKB), im Oktober 2026 sind es 0,10. Eine ausführliche Analyse der regulatorischen Hintergründe finden Sie im Artikel zur EU-Taxonomie und Immobilienkrediten.
Tipps für die Beantragung
Wer eine grüne Baufinanzierung beantragen möchte, sollte folgende Punkte beachten:
1. Energieausweis frühzeitig besorgen. Commerzbank, ING und DKB verlangen den Nachweis der Energieeffizienzklasse bereits bei Antragstellung. Bestellen Sie den Energieausweis rechtzeitig, die Ausstellung kann je nach Auslastung des Energieberaters mehrere Wochen dauern.
2. Bedarfsausweis bevorzugen. Ein Bedarfsausweis basiert auf den bauphysikalischen Eigenschaften des Gebäudes, nicht auf dem Nutzerverhalten. Für Neubau- und Sanierungsnachweise rechnen Banken mit Bedarfswerten, die Deutsche Bank etwa mit dem Primärenergiebedarf.
3. Förderung vor Vorhabenbeginn beantragen. BEG-Zuschüsse und die KfW-Kredite 261, 297/298 und 308 müssen vor Beginn des Vorhabens beantragt werden, bei Jung kauft Alt vor dem notariellen Kaufvertrag; ein Vorhabenbeginn vor Antragstellung ist förderschädlich. Für Zuschüsse zu Einzelmaßnahmen muss bei Antragstellung bereits ein Liefer- oder Leistungsvertrag mit aufschiebender oder auflösender Bedingung vorliegen. Den Ergänzungskredit 358/359 beantragen Sie dagegen erst nach der Zuschusszusage, innerhalb von zwölf Monaten; mit den Bauarbeiten dürfen Sie dann schon vorher beginnen. Die grüne Bankfinanzierung kann anschließend oder parallel strukturiert werden.
4. Mehrere Angebote einholen. Die verglichenen Banken nennen Zinsrabatte von 0,10 bis 0,20 Prozentpunkten. Entscheidend ist aber der Gesamtzins: Ein Rabatt von 0,10 Prozentpunkten nützt wenig, wenn der Grundzins höher liegt als bei einer anderen Bank.
5. Sanierungsziel vor Finanzierung festlegen. Wenn Sie eine Sanierung planen, definieren Sie das angestrebte Effizienzhaus-Niveau vor der Kreditverhandlung. Ein Energieberater kann berechnen, ob Ihr Gebäude mit den geplanten Maßnahmen die Schwellenwerte für die grüne Finanzierung erreicht.
6. Beleihungsauslauf beachten. Der Zins hängt auch davon ab, welchen Anteil des Beleihungswerts der Kredit ausschöpft; das Rechenbeispiel der Commerzbank etwa unterstellt höchstens 60 %. Lassen Sie sich den Zins deshalb für Ihren tatsächlichen Beleihungsauslauf nennen, bevor Sie Angebote vergleichen.
Häufige Fragen zur grünen Baufinanzierung
Kann ich eine grüne Baufinanzierung auch für eine Anschlussfinanzierung nutzen?
Bei einigen Banken ja. Die ING gewährt den Rabatt ausdrücklich auch für Anschlussfinanzierungen und Forward-Darlehen, nicht aber für die Verlängerung eines bestehenden ING-Darlehens. Die Commerzbank nennt die Umschuldung einer bestehenden Baufinanzierung, die DKB nennt Neubau, Kauf und Modernisierung. Voraussetzung ist bei diesen drei Banken, dass das Beleihungsobjekt die Energieeffizienzklasse A+ oder A aufweist. Fragen Sie bei Ihrer Bank, ob ein bestehender Kredit in ein grünes Produkt umgeschuldet werden kann.
Was passiert, wenn mein Gebäude die Voraussetzungen nach einer Sanierung erst später erfüllt?
Bei Commerzbank, ING und DKB gehört der Nachweis zum Kreditantrag, den Rabatt vereinbaren Sie also beim Abschluss. Bei einer geplanten Modernisierung legen Sie bei Commerzbank und ING vorab eine Bestätigung von Energieberatung oder Architekturbüro vor, dass Klasse A+ oder A erreicht wird, und reichen den endgültigen Energieausweis nach Fertigstellung nach, bei der ING spätestens nach drei Monaten. Einen nachträglichen Zinsrabatt schließt die ING ausdrücklich aus, ebenso die Verlängerung eines ING-Darlehens. Wer dort abgeschlossen hat und erst danach saniert, kann einen grünen Rabatt also nur über eine Umschuldung zu einer anderen Bank nutzen, die Umschuldungen in ihr grünes Produkt aufnimmt, wie es die Commerzbank ausdrücklich tut.
Lohnt sich der grüne Zinsrabatt wirklich, oder ist es nur Marketing?
Die Ersparnis ist real, aber überschaubar: Bei 0,10 Prozentpunkten Rabatt auf 300.000 Euro spart man über zehn Jahre rund 2.600 Euro Zinsen. Das allein rechtfertigt keine Sanierung. In Kombination mit KfW-Förderung und dem langfristigen Werterhalt der Immobilie ist der grüne Zinsrabatt aber ein sinnvoller Baustein. Gibt es ihn ohne Aufschlag an anderer Stelle, spricht nichts dagegen, ihn mitzunehmen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Werden die Anforderungen für grüne Baufinanzierungen strenger?
Für Wohngebäude bleibt es nach dem GModG bei der Energieausweis-Skala A+ bis H (Stand 17.10.2026); die neue Skala A bis G gilt ab 2027 nur für Nichtwohngebäude. Die verglichenen Banken verlangen meist Klasse A+ oder A, die Rabatte schwanken dagegen: Die DKB startete 2023 mit 0,20 Prozentpunkten und gewährt im Oktober 2026 noch 0,10. Gleichzeitig sollen große Banken nach den EBA-Leitlinien die Energieeffizienz ihrer Immobiliensicherheiten erfassen und in die Risikobewertung einbeziehen.
Fazit
Grüne Baufinanzierungen sind 2026 bei Commerzbank, ING, DKB und Deutscher Bank fester Bestandteil des Angebots. Die Zinsrabatte von 0,10 bis 0,20 Prozentpunkten sind für sich genommen moderat; zusammen mit KfW-Förderkrediten und Tilgungszuschüssen kommt deutlich mehr zusammen: Im Beispiel mit Effizienzhaus 55 bringen Tilgungszuschuss und grüner Rabatt zusammen rund 8.800 bis 17.600 Euro in zehn Jahren, den größten Teil davon der Tilgungszuschuss.
Die Voraussetzungen sind klar definiert: Ein gültiger Energieausweis mit Klasse A+ oder A ist der Standardnachweis. Die Commerzbank belohnt auch Klasse B mit einem kleineren Bonus, die Deutsche Bank honoriert eine Sanierung mit mindestens 30 % weniger Primärenergiebedarf. Seit der BEG-Reform vom 21.07.2026 sollten Sie den Förderweg früh festlegen, weil sich Effizienzhaus- und Einzelmaßnahmen-Förderung nicht mehr kombinieren lassen.
Sie planen einen Kauf oder eine Sanierung und möchten wissen, wie weit Ihr Gebäude von den Kriterien entfernt ist? reduco erstellt aus der Adresse ein Gebäudemodell, berechnet den Energiebedarf und vergleicht Sanierungsvarianten mit BEG-Förderung je Maßnahme. Jetzt Gebäude kostenlos analysieren.
Sanierungspotenzial Ihres Gebäudes entdecken
Finden Sie heraus, welche Maßnahmen sich für Ihr Gebäude lohnen – kostenlos und in wenigen Minuten.
Kostenlos Gebäude analysierenVerwandte Artikel
Energieausweis und Kreditvergabe: Wie Banken die Energieeffizienz bewerten
Der Energieausweis wird zum Schlüsseldokument bei der Immobilienfinanzierung. Wie Banken die Energieeffizienz in Beleihungswert und Kreditkonditionen einbeziehen.
RatgeberEU-Taxonomie und Immobilienkredit: Was Banken und Eigentümer jetzt wissen müssen
Die EU-Taxonomie verändert die Immobilienfinanzierung: Green Asset Ratio, EBA-Leitlinien ab 2026 und konkrete Anforderungen an Gebäude. Was für Banken und Kreditnehmer gilt.
RatgeberBedarfsausweis Kosten 2026: Pflicht, Inhalt, 10 Jahre gültig
Bedarfsausweis Kosten 2026: Was den Preis treibt, wann Sie nach § 80 GModG einen brauchen und warum falsche Daten bis zu 10.000 Euro Bußgeld kosten.
