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Ratgeber17 Min. Lesezeit

Photovoltaik 20 kWp mit Speicher 2026: ab 28.000 €

Was kostet eine 20-kWp-PV-Anlage mit Speicher 2026? Schlüsselfertig 28.000–35.000 €, 900–1.300 €/kWp. Für wen sich die Größe lohnt – ehrlich gerechnet.

Große Photovoltaik-Anlage mit rund 45 Modulen auf einem Einfamilienhaus-Dach

Das Wichtigste in Kürze

  • Komplettpreis mit Speicher: Eine 20-kWp-Anlage inklusive 15–20 kWh Speicher kostet schlüsselfertig typisch 28.000–35.000 € (0 % MwSt.); ohne Speicher rund 18.000–22.000 €.
  • Günstigster kWp-Preis aller EFH-Größen: rund 900–1.300 €/kWp – die 20-kWp-Klasse profitiert am stärksten vom Skaleneffekt (bei 10 kWp sind es noch 1.400–2.500 €/kWp), weil sich Gerüst, Anfahrt und Planung auf mehr Leistung verteilen.
  • Steuerlich im grünen Bereich: Mit 20 kWp bleiben Sie sicher unter der 30-kW(peak)-Grenze – 0 % MwSt. beim Kauf und einkommensteuerfrei nach § 3 Nr. 72 EStG.
  • Einspeisung gestaffelt: Für die ersten 10 kWp gelten (Teileinspeisung, Feb–Jul 2026) 7,78 ct/kWh, für den Anteil 10–40 kWp 6,73 ct/kWh – Mischsatz rund 7,2 ct/kWh; ab 1. August 2026 leichte Absenkung.
  • Dachbedarf & Ertrag: rund 90–110 m² (ca. 44–50 Module), Jahresertrag etwa 18.000–22.000 kWh – nur auf großen Dächern realisierbar.
  • Autarkie ehrlich: mit passendem Speicher 50–80 % über das Jahr, ohne Speicher nur 25–30 % – 100 % sind wegen des Winterdefizits praktisch unmöglich.

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Eine 20-kWp-Photovoltaikanlage ist keine Standardgröße fürs klassische Einfamilienhaus – sie lohnt sich vor allem dann, wenn Ihr Stromverbrauch deutlich über dem Durchschnitt liegt, typischerweise durch Wärmepumpe plus E-Auto. Der große Vorteil: Mit 900–1.300 €/kWp ist der spezifische Preis der niedrigste aller Anlagengrößen im Vergleich, inklusive 15–20 kWh Speicher landen Sie schlüsselfertig bei 28.000–35.000 €. Dieser Ratgeber geht in die Tiefe, die eine reine Größentabelle nicht leistet: Für wen sich die Klasse rechnet, wie Sie den Speicher aus Ihrem echten Verbrauch ableiten, wie die gestaffelte Einspeisung innerhalb der Anlage funktioniert – und wo die ehrlichen Nachteile liegen. Wenn Sie noch zwischen den Größen schwanken, hilft der direkte Vergleich mit der 10-kWp-Anlage mit Speicher; die Auslegung speziell für Wärmepumpe und E-Auto vertieft der Beitrag PV-Anlagengröße für Wärmepumpe und E-Auto.

20 kWp auf einen Blick: Kennzahlen und Preise

Bevor wir in die einzelnen Posten gehen, hier die wichtigsten Eckdaten der 20-kWp-Klasse. Sie zeigen sofort, warum diese Größe ein anderes Kaliber ist als die verbreitete 10-kWp-Anlage.

Kennzahl 20-kWp-Anlage Zum Vergleich: 10 kWp
Preis pro kWp 900–1.300 €/kWp 1.400–2.500 €/kWp
Komplettpreis ohne Speicher 18.000–22.000 € 10.000–15.000 €
Mit 15–20 kWh Speicher 28.000–35.000 € 15.000–20.000 €
Dachfläche 90–110 m² (44–50 Module) 45–55 m²
Jahresertrag 18.000–22.000 kWh ~10.000 kWh
Sinnvoll ab Verbrauch ~8.000–15.000 kWh/Jahr 3.500–6.000 kWh/Jahr
Autarkie mit Speicher 50–80 % 50–70 %

Werte schlüsselfertig, brutto bei 0 % MwSt. Quellen: Verbraucherzentrale, Bundesnetzagentur, reduco-Recherche 2026. Der kWp-Preis variiert je nach Quelle, Dachform und Region – als Bandbreite zu verstehen, nicht als Punktwert.

Die zentrale Botschaft: Die 20-kWp-Anlage ist pro Kilowatt-Peak am günstigsten, weil sich die Fixkosten (Gerüst, Anfahrt, Wechselrichter, Planung, Netzanmeldung) auf die doppelte Leistung verteilen. Der Haken liegt woanders – nämlich beim Eigenverbrauch, dazu weiter unten mehr.

Für wen sich 20 kWp lohnen – das Household-Profil

Die ehrliche Antwort vorweg: Für den durchschnittlichen Haushalt sind 20 kWp zu groß. Ein Zwei- bis Vierpersonenhaushalt ohne Wärmepumpe verbraucht rund 3.000–4.500 kWh Strom im Jahr. Eine 20-kWp-Anlage erzeugt aber 18.000–22.000 kWh – der Löwenanteil würde ins Netz fließen und dort nur rund 7 ct/kWh bringen. Das rechnet sich schlecht.

Die 20-kWp-Klasse wird erst dann interessant, wenn ein oder mehrere große Verbraucher dazukommen:

  • Wärmepumpe: Als größter Einzelverbraucher zieht sie je nach Gebäude und Betriebsweise rund 3.500–6.000 kWh Strom pro Jahr – das ist der eigentliche Haupttreiber für die Dimensionierung nach oben.
  • E-Auto: Bei 12.000–15.000 km Jahresfahrleistung kommen noch einmal rund 2.000–3.000 kWh dazu.
  • Beheizter Pool, Klimaanlage, Homeoffice, größere Familie: Jeder zusätzliche Dauerverbraucher verschiebt die sinnvolle Anlagengröße weiter nach oben.

Erst mit einem Jahresverbrauch von etwa 8.000–15.000 kWh – realistisch bei Wärmepumpe plus E-Auto – kann eine 20-kWp-Anlage genug selbst genutzten Strom liefern, dass sich die höhere Investition auszahlt. Wer nur klassischen Haushaltsstrom verbraucht, fährt mit 8–12 kWp meist deutlich besser; die Rechnung dazu finden Sie im Ratgeber zur PV-Anlagengröße für Wärmepumpe und E-Auto.

Faustregel zur Grobauslegung

Eine praktische Näherung: rund 1 kWp je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Bei 15.000 kWh (Haushalt + Wärmepumpe + E-Auto) landen Sie also grob bei 15 kWp – 20 kWp geben zusätzlichen Puffer für Verbrauchszuwachs (zweites E-Auto, spätere Wärmepumpe) und höhere Winterproduktion. Die exakte Auslegung für Ihr Dach hängt aber von Ausrichtung, Neigung und Verschattung ab und gehört in eine individuelle Planung.

Kosten im Detail: PV-Anlage, Speicher und Preis pro kWp

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Der Komplettpreis setzt sich aus zwei großen Blöcken zusammen: der eigentlichen PV-Anlage und dem Batteriespeicher. Beide sollten Sie getrennt betrachten, weil der Speicher preislich stark schwankt.

Die PV-Anlage: 18.000–22.000 € schlüsselfertig

Ohne Speicher kostet eine schlüsselfertige 20-kWp-Anlage rund 18.000–22.000 € (0 % MwSt.). Das entspricht spezifisch etwa 900–1.100 €/kWp – dem günstigsten kWp-Preis aller Einfamilienhaus-Größenklassen. Zum Vergleich: Bei einer 10-kWp-Anlage liegt der spezifische Preis mit 1.400–2.500 €/kWp deutlich höher, weil dieselben Fixkosten auf halb so viel Leistung entfallen.

Je nach Quelle, Dachform und Ausstattung reicht die Spanne bis rund 1.300 €/kWp; konservativere Angebote können darüber liegen. Behandeln Sie den kWp-Preis daher als Bandbreite, nicht als festen Wert, und holen Sie mehrere Angebote ein.

Der Speicher: 5.000–12.000 € für 15–20 kWh

Der Batteriespeicher ist der variabelste Posten. Die Verbraucherzentrale beziffert die Kosten auf rund 300–700 €/kWh nutzbarer Kapazität (ab 5 kWh, inklusive Installation). Ein 15–20-kWh-Speicher schlägt damit mit etwa 5.000–12.000 € zu Buche – die große Spanne ergibt sich aus Hersteller, Zellchemie (heute meist LFP) und Kapazität.

Posten Kosten (ca.) Hinweis
20 kWp ohne Speicher 18.000–22.000 € 900–1.100 €/kWp, schlüsselfertig
Speicher 15–20 kWh 5.000–12.000 € 300–700 €/kWh installiert
Komplettpreis mit Speicher 28.000–35.000 € stark speichergrößenabhängig
Preis pro kWp (Anlage) 900–1.300 €/kWp Bandbreite je Quelle/Region

Alle Werte brutto bei 0 % MwSt. Quellen: Verbraucherzentrale, solantiq, reduco-Recherche 2026.

Wichtig: Kalkulieren Sie beim Speicher einen Austausch nach 10–15 Jahren ein. Batteriespeicher halten kürzer als die Module (20–30 Jahre), sodass über die Lebensdauer der Anlage voraussichtlich ein zweiter Speicher fällig wird. Das gehört in jede ehrliche Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Wie groß sollte der Speicher bei 20 kWp sein?

Hier trennt sich seriöse von pauschaler Beratung. Viele Anbieter nennen einfach eine feste Zahl. Sinnvoller ist es, die Speichergröße aus Ihrem tatsächlichen Verbrauch abzuleiten.

Die Verbraucherzentrale nennt als Faustregel rund 1–1,5 kWh nutzbare Speicherkapazität je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Für einen Haushalt mit Wärmepumpe und E-Auto (oft 10.000–15.000 kWh/Jahr) ergibt das etwa 15–20 kWh – genau die Größenordnung, die zur 20-kWp-Anlage passt.

Jahresverbrauch Empfohlener Speicher Typisches Profil
~6.000 kWh 6–9 kWh Haushalt ohne WP
~10.000 kWh 10–15 kWh Haushalt + Wärmepumpe
~15.000 kWh 15–20 kWh Haushalt + WP + E-Auto

Faustregel: 1–1,5 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Quelle: Verbraucherzentrale.

Nicht zu groß dimensionieren: Über eine gewisse Größe hinaus steigert ein größerer Speicher den Eigenverbrauch nur noch marginal – jede zusätzliche Kilowattstunde wird seltener genutzt und amortisiert sich schlechter. Die tägliche Erzeugungs-Verbrauchs-Kurve, nicht der Winter, bestimmt die sinnvolle Größe. Wie Sie den optimalen Wert bestimmen, zeigt der Ratgeber Stromspeicher-Größe für Wärmepumpe und E-Auto im Detail.

Ertrag und Autarkie: Was 20 kWp wirklich leisten

Jahresertrag: 18.000–22.000 kWh

Bei einem in Deutschland üblichen spezifischen Ertrag von rund 1.000 kWh je kWp (Bandbreite 850–1.150 kWh/kWp je nach Standort, Ausrichtung und Neigung) erzeugt eine 20-kWp-Anlage etwa 18.000–22.000 kWh pro Jahr. Das reicht rechnerisch, um Haushalt, Wärmepumpe und E-Auto über das Jahr abzudecken – aber eben nur rechnerisch, weil Erzeugung und Verbrauch zeitlich auseinanderfallen.

Autarkie: 50–80 % mit Speicher – nicht mehr

Genau hier bleiben wir bewusst ehrlich, wo viele Wettbewerber übertreiben. Mit einem passend dimensionierten Speicher erreichen Sie über das Jahr 50–80 % Autarkie; ohne Speicher nur rund 25–30 %. 100 % Autarkie sind praktisch unmöglich – im Winter verbrauchen Sie regelmäßig mehr, als das Dach liefert, und gerade die Wärmepumpe zieht dann viel Netzstrom, während die PV-Erträge am niedrigsten sind.

Wer das Zusammenspiel aus Anlagengröße, Speicher und Verbrauch selbst durchrechnen will, findet die Methodik im Ratgeber Autarkiegrad mit Photovoltaik und Speicher berechnen. Die Kernaussage: Ein realistisches Autarkieziel von 60–70 % ist wirtschaftlich meist der Sweet Spot – der Sprung auf die letzten Prozentpunkte kostet überproportional viel Speicher.

Steuer und Einspeisung: der 30-kWp-Korridor

Ein oft unterschätzter Grund, ausgerechnet 20 kWp zu bauen: Die Größe liegt bewusst im steuerlich privilegierten Korridor – und lässt trotzdem Luft nach oben.

Warum die 30-kW(peak)-Grenze so wichtig ist

Bis 30 kW (peak) je Wohn- oder Gewerbeeinheit (und höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigem) sind die Einnahmen aus der PV-Anlage einkommensteuerfrei – geregelt in § 3 Nr. 72 EStG. Sie müssen also weder eine Gewinnermittlung noch eine EÜR abgeben. Zusätzlich gilt der Nullsteuersatz (0 % MwSt.) auf Kauf und Installation von PV-Anlage und Speicher. Eine 20-kWp-Anlage erfüllt beide Bedingungen komfortabel – Sie behalten alle steuerlichen Vorteile und haben trotzdem noch 10 kWp Puffer bis zur Grenze. Den vollständigen Überblick liefert der Ratgeber Photovoltaik und Steuern 2026.

Die gestaffelte Einspeisevergütung – transparent gerechnet

Ein Punkt, den viele Seiten falsch oder unvollständig darstellen: Die Einspeisevergütung ist innerhalb einer Anlage gestaffelt. Für die ersten 10 kWp gilt (Teileinspeisung, Feb–Jul 2026) ein anzulegender Wert von 7,78 ct/kWh, für den Anteil zwischen 10 und 40 kWp 6,73 ct/kWh – so weist es die Bundesnetzagentur aus.

Bei einer 20-kWp-Anlage werden also beide Sätze anteilig kombiniert:

  • 10 kWp × 7,78 ct/kWh
  • 10 kWp × 6,73 ct/kWh
  • ergibt einen Mischsatz von rund 7,2 ct/kWh für den eingespeisten Überschuss.

Diese Vergütung ist ab dem Inbetriebnahmedatum 20 Jahre garantiert. Voraussetzung ist die Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur. Zum 1. August 2026 sinken die Sätze leicht (bis 10 kWp auf voraussichtlich rund 7,70 ct/kWh, die höheren Leistungsanteile entsprechend) – wer vorher in Betrieb geht, sichert sich noch die aktuelle Staffel für die volle Laufzeit.

Förderung: 0 % MwSt., Steuerfreiheit, günstiger Kredit

Programm Vorteil Bedingung
Nullsteuersatz (§ 12 Abs. 3 UStG) 0 % MwSt. auf Anlage + Speicher Wohngebäude, bis 30 kWp
Einkommensteuerbefreiung (§ 3 Nr. 72 EStG) Einnahmen steuerfrei, keine EÜR bis 30 kW (peak) je Einheit
EEG-Einspeisevergütung 7,78 / 6,73 ct/kWh, 20 Jahre garantiert Inbetriebnahme + MaStR-Registrierung
KfW-Kredit 270 zinsgünstige Finanzierung Antrag vor Vorhabensbeginn über die Hausbank

Quellen: gesetze-im-internet.de, Bundesnetzagentur, KfW.

Wichtig zur Einordnung: Der KfW-Kredit 270 ist eine Finanzierung, kein Zuschuss. Ein bundesweites PV-Zuschussprogramm gibt es aktuell nicht – der eigentliche „Fördereffekt" steckt in den 0 % MwSt., der Steuerfreiheit und der garantierten Einspeisevergütung. Einzelne Kommunen oder Länder legen gelegentlich eigene Zuschüsse auf; ein Blick auf die regionalen Programme lohnt sich vor dem Kauf.

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Wirtschaftlichkeit: Wann sich 20 kWp amortisieren

Die Amortisationszeit einer 20-kWp-Anlage mit Speicher liegt bei hohem Eigenverbrauch typisch bei 8–14 Jahren. Der entscheidende Hebel ist der Eigenverbrauchsanteil – und der steht und fällt mit den großen Verbrauchern.

Die Rechenlogik ist einfach: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart Ihnen den Bezugsstrompreis (heute grob 30–40 ct/kWh). Jede eingespeiste Kilowattstunde bringt nur den Mischsatz von rund 7,2 ct/kWh. Der wirtschaftliche Wert Ihres Solarstroms ist also im Eigenverbrauch vier- bis fünfmal so hoch wie in der Einspeisung.

Daraus folgt die ganze Wirtschaftlichkeit der 20-kWp-Klasse:

  • Mit Wärmepumpe + E-Auto: hoher Eigenverbrauch, Amortisation im unteren Bereich (8–12 Jahre), danach viele Jahre günstiger Eigenstrom.
  • Ohne große Verbraucher: viel Überschuss zu 7 ct, Amortisation deutlich länger – hier ist eine kleinere Anlage klar wirtschaftlicher.

Genau deshalb ist die Verbrauchsstruktur, nicht der Anlagenpreis, die eigentliche Entscheidungsgrundlage.

Ehrliche Nachteile einer 20-kWp-Anlage

Kein Ratgeber ist vollständig ohne die Kehrseite. Diese Punkte sollten Sie vor dem Kauf kennen:

  • Niedrige Einspeisevergütung: Mit rund 7 ct/kWh liegt der Überschusserlös deutlich unter den Stromgestehungskosten. Ohne hohen Eigenverbrauch verlängert das die Amortisation spürbar.
  • Hohe Anfangsinvestition: 28.000–35.000 € mit Speicher sind eine andere Hausnummer als eine 10-kWp-Anlage – das Kapital muss vorhanden oder finanzierbar sein.
  • Viel Dachfläche nötig: 90–110 m² möglichst verschattungsfreie Fläche stehen nicht auf jedem Dach zur Verfügung; oft muss die Anlage über mehrere Dachflächen verteilt werden.
  • Speicher-Lebensdauer: Der Batteriespeicher hält mit 10–15 Jahren kürzer als die Module (20–30 Jahre) – ein Austausch sollte einkalkuliert sein.
  • Autarkie nicht überschätzen: 100 % sind nicht erreichbar; im Winter bleiben Sie auf Netzstrom angewiesen, gerade mit Wärmepumpe.

Wovon ich abrate: eine 20-kWp-Anlage „auf Vorrat" zu bauen, ohne dass Wärmepumpe oder E-Auto konkret geplant sind. Der günstige kWp-Preis ist verlockend, aber ohne den passenden Verbrauch verschenken Sie den größten Teil des Ertrags an die Einspeisung zu 7 ct.

Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet eine 20-kWp-Photovoltaikanlage mit Speicher 2026?

Schlüsselfertig inklusive 15–20 kWh Speicher liegen die Kosten typisch bei 28.000–35.000 € (0 % MwSt.). Ohne Speicher sind es rund 18.000–22.000 €. Der spezifische Preis von 900–1.300 €/kWp ist der niedrigste aller EFH-Größenklassen, weil sich Fixkosten wie Gerüst, Anfahrt und Planung auf mehr kWp verteilen.

Wie viel Dachfläche braucht eine 20-kWp-Anlage?

Rund 90–110 m² nutzbare, möglichst verschattungsfreie Dachfläche – etwa 5–6 m² pro kWp bzw. ca. 44–50 Module à ~0,2 kWp. Eine 20-kWp-Anlage passt daher nur auf größere Einfamilienhaus-Dächer oder verteilt über mehrere Dachflächen.

Wie groß sollte der Speicher bei 20 kWp sein?

Die Verbraucherzentrale nennt als Faustregel rund 1–1,5 kWh nutzbare Speicherkapazität je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Bei einem Haushalt mit Wärmepumpe und E-Auto (oft 10.000–15.000 kWh/Jahr) landet man damit bei etwa 15–20 kWh. Zu große Speicher steigern den Eigenverbrauch nur noch marginal und lohnen sich kaum.

Wie viel Strom erzeugt eine 20-kWp-Anlage pro Jahr?

Bei einem in Deutschland üblichen spezifischen Ertrag von rund 1.000 kWh je kWp (Bandbreite 850–1.150 kWh/kWp je nach Standort, Ausrichtung und Neigung) sind es etwa 18.000–22.000 kWh pro Jahr – genug, um Haushalt, Wärmepumpe und E-Auto rechnerisch abzudecken.

Lohnen sich 20 kWp überhaupt, oder reichen 10 kWp?

20 kWp lohnen sich vor allem, wenn der Stromverbrauch deutlich über dem Durchschnitt liegt – typisch durch Wärmepumpe (3.500–6.000 kWh/Jahr) plus E-Auto. Ohne diesen hohen Eigenverbrauch wird ein großer Teil des Stroms nur für rund 7 ct/kWh eingespeist, und die Anlage rechnet sich langsamer. Wer nur klassischen Haushaltsstrom (ca. 3.000–4.500 kWh) verbraucht, fährt mit 8–12 kWp meist besser.

Warum ist die 30-kWp-Grenze so wichtig?

Bis 30 kW (peak) je Wohn- oder Gewerbeeinheit sind die Einnahmen aus der PV-Anlage einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG), und es gilt der Nullsteuersatz (0 % MwSt.) beim Kauf. Eine 20-kWp-Anlage liegt sicher darunter – man behält also alle steuerlichen Vorteile und muss keine Gewinnermittlung abgeben.

Welchen Autarkiegrad erreicht man mit 20 kWp und Speicher?

Mit passend dimensioniertem Speicher sind über das Jahr 50–80 % Autarkie realistisch; ohne Speicher nur etwa 25–30 %. Vollständige 100 % Autarkie ist praktisch nicht erreichbar, weil im Winter regelmäßig mehr verbraucht als erzeugt wird – gerade eine Wärmepumpe zieht dann viel Netzstrom.

Wie wird der eingespeiste Strom bei 20 kWp vergütet?

Die Einspeisevergütung ist gestaffelt: Für die ersten 10 kWp gilt (bei Teileinspeisung, Feb–Jul 2026) 7,78 ct/kWh, für den Anteil zwischen 10 und 40 kWp 6,73 ct/kWh. Bei einer 20-kWp-Anlage werden beide Sätze anteilig kombiniert, sodass der Mischsatz für den Überschuss bei rund 7,2 ct/kWh liegt. Zum 1. August 2026 sinken die Sätze leicht.

Was sind die Nachteile einer 20-kWp-Anlage?

Der eingespeiste Überschuss bringt mit rund 7 ct/kWh nur wenig – deutlich unter den Stromgestehungskosten. Ohne hohen Eigenverbrauch verlängert das die Amortisation spürbar. Zudem braucht man viel Dachfläche (90–110 m²), eine höhere Anfangsinvestition, und der Batteriespeicher hält mit 10–15 Jahren kürzer als die Module (20–30 Jahre), sodass ein Speichertausch einkalkuliert werden sollte.

Nächster Schritt: Anlagengröße aus Ihrem Gebäude ableiten

Ob 20 kWp für Ihr Haus die richtige Wahl sind, entscheidet sich nicht am Dach allein, sondern am Zusammenspiel aus Verbrauch, Wärmepumpen-Planung, E-Auto und Dachfläche. Genau dieses Gesamtbild analysiert reduco für Ihr konkretes Gebäude: Aus den Eckdaten Ihrer Immobilie leiten wir ab, welche Anlagengröße, welcher Speicher und welche Sanierungsschritte wirtschaftlich zusammenpassen – statt einer pauschalen Größenempfehlung. So sehen Sie vor der ersten Angebotsanfrage, ob sich die Investition in die 20-kWp-Klasse für Sie trägt und welcher Eigenverbrauch realistisch ist.

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