Reduco
Ratgeber15 Min. Lesezeit

PV-Anlage Größe für Wärmepumpe & E-Auto 2026: 15–20 kWp

Wie viel kWp braucht eine PV-Anlage für Wärmepumpe und E-Auto? Faustformel, Rechenbeispiel und der 15–20-kWp-Korridor – so dimensionieren Sie 2026 richtig.

Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Einfamilienhauses mit Wärmepumpe und ladendem E-Auto in der Einfahrt

Das Wichtigste in Kürze

  • Empfohlene Anlagengröße: Für Haushalt + Wärmepumpe + E-Auto liegt der sinnvolle Korridor bei 15–20 kWp. Nur Haushalt: 5–10 kWp; Haushalt + Wärmepumpe: 10–15 kWp (ADAC).
  • Faustformel: Jahresstromverbrauch (kWh) × 1,5 ÷ 1.000 = kWp. Bei Wärmepumpe und E-Auto den Faktor auf 2,0–2,5 erhöhen (ADAC).
  • Mehrverbrauch je Komponente: Eine Wärmepumpe erhöht den Jahresverbrauch um 3.000–5.000 kWh, ein E-Auto um 2.000–3.000 kWh.
  • Rechenbeispiel EFH: 4.000 kWh (Haushalt) + 3.500 kWh (Wärmepumpe) + 2.500 kWh (E-Auto) ≈ 10.000 kWh → rund 15 kWp auf ~75 m² Dachfläche.
  • Autarkie realistisch: Vollelektrifizierte Haushalte (PV + Speicher + Wärmepumpe + E-Auto) erreichen im Mittel 59 % Jahresautarkie – nicht 100 % (HTW Berlin, 730 Haushalte).
  • Speicher: Faustregel 1–1,5 kWh je kWp; in Einfamilienhäusern mit Wärmepumpe bewähren sich in der Praxis oft schon 6–8 kWh.

Was kostet eine Photovoltaikanlage für Wärmepumpe und E-Auto?

Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region.

100 % kostenlos & unverbindlich · In 2 Minuten angefragt

Wer Wärmepumpe und E-Auto unter einem Dach betreibt, verdoppelt seinen Stromverbrauch – und braucht eine deutlich größere Photovoltaikanlage als der Durchschnittshaushalt. Als grobe Regel gilt: Ein reiner Haushalt kommt mit 5–10 kWp aus, mit Wärmepumpe sind es 10–15 kWp, und mit Wärmepumpe plus E-Auto liegt der empfohlene Korridor bei 15–20 kWp. Für ein typisches Einfamilienhaus mit vier Personen, Luft-Wasser-Wärmepumpe und einem Elektroauto (15.000 km/Jahr) summiert sich der Bedarf auf rund 10.000 kWh Strom pro Jahr – das entspricht nach der ADAC-Faustformel etwa 15 kWp auf ungefähr 75 m² Dachfläche.

In diesem Ratgeber rechne ich die drei Verbraucher einzeln durch, zeige die Faustformeln, ein vollständiges Rechenbeispiel und ordne ehrlich ein, wo die Grenzen liegen – etwa die saisonale Winterlücke und die 59-Prozent-Autarkie-Obergrenze aus der HTW-Berlin-Feldstudie. Wie sich Wärmepumpe und Photovoltaik grundsätzlich ergänzen, habe ich separat aufbereitet; die allgemeine kWp-Berechnung und Dimensionierung einer PV-Anlage inklusive Solarrechner finden Sie ebenfalls im Detail.

Faustformel: Wie viel kWp für Haushalt, Wärmepumpe und E-Auto?

Die schnellste Antwort liefert eine Verbrauchs-Faustformel: Jahresstromverbrauch in kWh × 1,5 ÷ 1.000 = empfohlene kWp. Sobald eine Wärmepumpe oder ein E-Auto hinzukommt, empfiehlt der ADAC, den Faktor von 1,5 auf 2,0 bis 2,5 anzuheben. Der Grund: Beide Verbraucher erzeugen einen hohen, ganzjährigen Grundbedarf, den eine großzügig geplante Anlage besser abdeckt.

Noch einfacher ist die Orientierung an typischen Konfigurationen. Die folgende Tabelle zeigt, in welchem kWp-Korridor Sie sich je nach Ausstattung bewegen sollten:

Konfiguration Empfohlene PV-Größe Ca. Jahresverbrauch
Nur Haushalt (4 Personen) 5–10 kWp ~4.000 kWh
Haushalt + Wärmepumpe 10–15 kWp ~7.500 kWh
Haushalt + Wärmepumpe + E-Auto 15–20 kWp ~10.000 kWh

Quelle: ADAC – PV-Anlage richtig dimensionieren.

Alternative Faustformeln

Neben der Verbrauchsformel gibt es zwei weitere Näherungen, die vor allem dann helfen, wenn Ihr künftiger Verbrauch noch unsicher ist:

  • Nach Wärmepumpen-Heizleistung: Rechnen Sie 1 bis 1,5 kWp PV je 1 kW Wärmepumpen-Heizleistung. Eine 10-kW-Wärmepumpe passt damit rechnerisch zu 10–15 kWp PV.
  • Nach elektrischer Anschlussleistung: elektrische Leistung der Wärmepumpe (kW) × 3 = kWp.
  • Puffer einplanen: Da Modulfläche 2026 vergleichsweise günstig ist, lohnt es sich, die Anlage bewusst 10–20 % größer zu dimensionieren (Faktor 1,2–1,5). Das federt Modulalterung und einen im Zeitverlauf steigenden Verbrauch ab.

Wichtig ist: Alle Faustformeln sind Näherungen. Sie ersetzen keine genaue Verbrauchsschätzung – und genau die entsteht, wenn Sie die drei Stromverbraucher einzeln betrachten.

Die drei Stromverbraucher im Detail

Die richtige Anlagengröße ergibt sich aus der Summe von drei Bausteinen: Haushaltsstrom, Wärmepumpe und E-Auto. Jeder Baustein hat eine typische Bandbreite – wer sie kennt, dimensioniert die PV-Anlage deutlich präziser als mit einer pauschalen Formel.

Baustein 1: Der Haushalt

Ein Vier-Personen-Haushalt im Einfamilienhaus verbraucht ohne elektrische Warmwasserbereitung typischerweise rund 3.800 kWh pro Jahr; wird das Warmwasser elektrisch erzeugt, steigt der Wert auf etwa 4.000 kWh (co2online, Datenbasis Stromspiegel). Für die Planung rechne ich mit einem runden Wert von 4.000 kWh – das ist der Sockel, der auch ohne Wärmepumpe und E-Auto anfällt.

Baustein 2: Die Wärmepumpe

Die Wärmepumpe ist der größte Hebel. Der ADAC nennt als Planungswert 3.000 bis 5.000 kWh pro Jahr; in unsanierten Altbauten sind bis zu 10.000 kWh möglich. Den genauen Wert berechnen Sie über den Heizwärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ):

Beispiel: 12.000 kWh Heizwärmebedarf ÷ JAZ 3,5 ≈ 3.430 kWh Strom pro Jahr.

Realistische Feld-Arbeitszahlen liegen bei etwa 3,4 für Luft-Wasser- und rund 4,3 für Sole-Wasser-Wärmepumpen. Eine gut gedämmte Immobilie mit Fußbodenheizung landet also eher am unteren Rand, ein Altbau mit Heizkörpern am oberen. Für unser Rechenbeispiel setze ich 3.500 kWh an. Wie sich der Stromverbrauch der Wärmepumpe im Detail zusammensetzt und welche Kosten daraus entstehen, ist ein eigenes Thema – für die PV-Dimensionierung zählt zunächst nur die Kilowattstundenzahl.

Baustein 3: Das E-Auto

Beim E-Auto rechnet der ADAC mit 2.000 bis 3.000 kWh pro Jahr. Der genaue Wert ergibt sich aus Jahresfahrleistung mal Verbrauch: Bei 15.000 km und 15–20 kWh/100 km sind das 2.250–3.000 kWh. Zur Einordnung der Fahrleistung: Die durchschnittliche Jahresfahrleistung eines Pkw lag 2024 bei 12.309 km, Fahrzeuge mit „sonstigen Antrieben" (unter anderem Elektro und Hybrid) kamen auf 15.906 km (Kraftfahrt-Bundesamt).

Der reine Fahrstromverbrauch schwankt stark mit dem Modell: Der ADAC-Test aktueller Elektroautos weist Verbräuche von 13,4 bis 29,7 kWh/100 km aus (sparsamstes Modell: Mercedes CLA mit 13,4 kWh). Hinzu kommen Ladeverluste, die je nach Ladeweg 5 bis 10 % an der Wallbox (11 kW) und 10 bis 30 % an der Haushaltssteckdose betragen (ADAC). Für die Planung setze ich 2.500 kWh an – ein solider Mittelwert für 15.000 km Fahrleistung.

Rechenbeispiel: 15 kWp für ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe und E-Auto

Kostenloser Gebäudecheck

Lohnt sich Solar auf Ihrem Dach?

Berechnen Sie kostenlos Anlagengröße, Ertrag, Autarkie und Amortisation – auf Basis von PVGIS-Daten für Ihr Dach, ohne Anmeldung.

Photovoltaik-Rechner starten →

Setzen wir die drei Bausteine für ein typisches Einfamilienhaus zusammen:

Verbraucher Jahresverbrauch
Haushalt (4 Personen, EFH) ~4.000 kWh
Wärmepumpe ~3.500 kWh
E-Auto (15.000 km) ~2.500 kWh
Summe ~10.000 kWh

Quellen: co2online; Kraftfahrt-Bundesamt.

Aus dieser Summe folgt die Anlagengröße direkt über die Faustformel:

  • PV-Größe: 10.000 kWh × 1,5 ÷ 1.000 ≈ 15 kWp – exakt im empfohlenen 15–20-kWp-Korridor.
  • Dachfläche: rund 75 m² bei 5 m² je kWp.
  • Ertrag: etwa 15.000 kWh pro Jahr (bei 1.000 kWh je kWp) – rechnerisch deckt die Anlage den Jahresbedarf und produziert im Sommer sogar Überschuss.
  • Speicher: 10–15 kWh nach der 1–1,5-kWh-je-kWp-Regel; in vielen Einfamilienhäusern mit Wärmepumpe reichen in der Praxis auch 6–8 kWh.

Wichtig ist die Betonung auf „rechnerisch": Der Jahresertrag deckt die Jahressumme, aber Erzeugung und Verbrauch fallen zeitlich auseinander. Deshalb ist der Autarkiegrad deutlich niedriger als diese einfache Bilanz vermuten lässt – dazu weiter unten mehr.

Dachfläche und Ertrag: Passt die Anlage überhaupt aufs Dach?

Bevor Sie 15 bis 20 kWp planen, lohnt der Blick aufs Dach. Als Faustwert gelten 5 bis 6 m² Dachfläche je kWp; mit modernen Hochleistungsmodulen sind auch 4,5–5 m²/kWp erreichbar. Ein Standardmodul mit 440–450 Wp misst etwa 1,76 m × 1,13 m, also rund 2 m² Bruttofläche. Grob gilt: 10 kWp ≈ 50 m² Dachfläche, 100 m² gut belegbares Dach fassen ungefähr 13 kWp.

Beim Ertrag rechnen Sie in Deutschland mit rund 1.000 kWh Strom je kWp und Jahr – das ist der langjährige Referenzwert des Fraunhofer ISE. Regional schwankt der Wert zwischen etwa 950 kWh/kWp im Norden und bis zu 1.150 kWh/kWp im Süden.

Anlagengröße Dachfläche (5 m²/kWp) Jahresertrag (1.000 kWh/kWp) Passt zu
10 kWp ~50 m² ~10.000 kWh Haushalt + Wärmepumpe
15 kWp ~75 m² ~15.000 kWh Haushalt + Wärmepumpe + E-Auto
20 kWp ~100 m² ~20.000 kWh Große Haushalte, hohe Fahrleistung

Quellen: ADAC; Fraunhofer ISE.

Wer den Standardfall eines Einfamilienhauses ohne Wärmepumpe und E-Auto kennt, sieht hier den Unterschied deutlich: Während eine Photovoltaikanlage im Einfamilienhaus üblicherweise mit 8–12 kWp geplant wird, verschieben Wärmepumpe und E-Auto den sinnvollen Wert klar nach oben. Reicht die Süddachfläche nicht, ist eine Ost-West-Belegung oft die bessere Wahl als ein zu kleines Süddach – auch wenn der spezifische Ertrag je kWp dann etwas niedriger ausfällt.

Stromspeicher richtig dimensionieren

Ohne Speicher wandert der Mittagsüberschuss ins Netz, während die Wärmepumpe abends und das E-Auto nachts Strom aus dem Netz ziehen. Ein Batteriespeicher verschiebt Solarstrom in diese Zeiten und hebt den Eigenverbrauch spürbar an. Die gängige Faustregel lautet 1 bis 1,5 kWh Speicherkapazität je kWp PV-Leistung – die genaue Speichergröße für Wärmepumpe und E-Auto klärt der eigene Ratgeber.

PV-Größe Speicher nach Faustregel (1–1,5 kWh/kWp)
10 kWp 10–15 kWh
15 kWp 15–22,5 kWh
20 kWp 20–30 kWh

Quelle: ADAC.

In der Praxis würde ich diese Werte nicht als starre Vorgabe lesen. In vielen Einfamilienhäusern mit Wärmepumpe bewähren sich schon 6 bis 8 kWh – größere Speicher erhöhen zwar die Autarkie, rechnen sich wegen der zusätzlichen Investition aber immer schlechter. Für die konkrete Wahl zwischen den gängigen Klassen hilft der Vergleich PV-Speicher: 5 kWh oder 10 kWh. Eine präzise, anlagenscharfe Auslegung liefert der kostenlose Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin, der Einfamilienhäuser mit PV, Wärmepumpe und E-Auto abdeckt und Autarkiegrad wie Eigenverbrauch in Abhängigkeit von kWp und Speichergröße ausgibt.

Autarkie und Eigenverbrauch: Was realistisch drin ist

Hier trennt sich Theorie von Praxis. Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch bei 25–35 %, mit Speicher steigt er auf 50–70 %. Der Autarkiegrad – also der Anteil des Strombedarfs, den Sie selbst decken – erreicht in der Maximalkonfiguration 60–80 % (ADAC). Die entscheidende Zahl liefert aber eine Feldstudie der HTW Berlin, die 730 reale Haushalte ausgewertet hat.

Kennwert (HTW-Berlin-Feldstudie, 730 Haushalte) Wert
Solaranteil E-Auto-Ladung (ohne Speicher) 53 %
Zusatzeffekt Batteriespeicher +9 Prozentpunkte
Zusatzeffekt dynamisches Überschussladen +25 Prozentpunkte
Autarkie: PV + E-Auto 47 %
Autarkie: PV + E-Auto + Speicher 73 %
Autarkie: PV + Speicher + E-Auto + Wärmepumpe 59 %

Quelle: HTW Berlin – Solares Laden von Elektrofahrzeugen.

Die wichtigste Erkenntnis: Ein E-Auto lässt sich im Mittel zu 53 % mit Solarstrom laden, und der größte Hebel ist nicht der Speicher (+9 Prozentpunkte), sondern das dynamische Überschussladen (+25 Prozentpunkte). Wie Sie das PV-Überschussladen praktisch einrichten, zeigt der Leitfaden Wallbox und PV-Überschussladen. Sobald die Wärmepumpe hinzukommt, sinkt der Gesamtautarkiegrad allerdings auf im Mittel 59 % – schlicht, weil der Heizstrom im Winter anfällt, wenn die Sonne am wenigsten liefert. Weitere Stellhebel Richtung 80 % Autarkie erklärt der Ratgeber Solarstrom-Eigenverbrauch optimieren.

Die Winterlücke

Rund 70 % des PV-Jahresertrags fallen im Sommerhalbjahr an, nur etwa 30 % im Winterhalbjahr. Genau in den sonnenarmen Monaten Dezember bis Februar läuft die Wärmepumpe aber am meisten. Die Folge: In dieser Zeit kann die PV-Anlage den Heizstrombedarf nicht decken, der Netzbezug bleibt unumgänglich. Über das Jahr gerechnet liegt der solare Deckungsgrad des Wärmepumpen-Strombedarfs deshalb realistisch nur bei 30–52 % – auch mit großer Anlage. Das ist keine Fehlplanung, sondern eine physikalische Grenze, die man kennen und einpreisen sollte.

Kosten 2026: Was die Kombination kostet

Eine schlüsselfertige PV-Anlage kostet 2026 rund 1.300–1.600 € je kWp, mit Batteriespeicher etwa 1.700–2.100 € je kWp. Batteriespeicher sind mit einem historischen Tiefstand von ab rund 270–300 € je kWh (installiert 400–800 €/kWh) so günstig wie nie. Eine komplette Anlage mit 10 kWp und 10 kWh Speicher liegt bei etwa 13.000–18.000 €, je nach Ausstattung teils bis rund 22.000 €.

Posten Kosten 2026 (ca.)
PV schlüsselfertig (ohne Speicher) 1.300–1.600 €/kWp
PV mit Batteriespeicher 1.700–2.100 €/kWp
Batteriespeicher (installiert) 400–800 €/kWh
Beispielpaket: 10 kWp + 10 kWh Speicher 13.000–18.000 €
Einspeisevergütung Überschuss (2026) ~7,78 ct/kWh
Mehrwertsteuer auf PV bis 30 kWp 0 %

Quellen: reduco.ai-Marktanalysen 2026 (Photovoltaik- und Speicherpreise). Eine Kostenstaffel nach Anlagengröße finden Sie unter Solaranlage Kosten nach Größe.

Steuerlich ist die Kombination attraktiv: Auf PV-Anlagen bis 30 kWp fällt 0 % Mehrwertsteuer an. Der entscheidende wirtschaftliche Punkt ist aber die Einspeisevergütung: Für Anlagen, die 2026 in Betrieb gehen, liegt sie bei nur noch rund 7,78 ct/kWh. Überschussstrom ins Netz zu verkaufen bringt also kaum etwas – die Wirtschaftlichkeit der großen Anlage entscheidet sich fast ausschließlich am Eigenverbrauch. Genau deshalb ist die Kombination aus Wärmepumpe und E-Auto so passend: Beide erhöhen den Eigenverbrauch und machen aus billigem Überschussstrom wertvolle Eigennutzung.

Was kostet eine Photovoltaikanlage für Wärmepumpe und E-Auto?

Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region.

Jetzt Preise vergleichen

100 % kostenlos & unverbindlich · In 2 Minuten angefragt

Grenzen und ehrliche Nachteile: Wovon ich abrate

So überzeugend die Kombination auf dem Papier ist – es gibt handfeste Grenzen, die in vielen Verkaufsgesprächen untergehen. Wovon ich klar abrate: die Anlage mit dem Versprechen völliger Unabhängigkeit zu kaufen. Das ist mit Dach-PV nicht erreichbar.

  • Die Winterlücke bleibt. Nur rund 30 % des Jahresertrags fallen im Winterhalbjahr an – ausgerechnet dann, wenn die Wärmepumpe am meisten heizt. Von Dezember bis Februar bleibt ein hoher Netzbezug unvermeidbar.
  • Autarkie hat eine harte Obergrenze. Selbst vollelektrifizierte Haushalte mit großer PV, Speicher, Wärmepumpe und E-Auto erreichen laut HTW Berlin im Mittel nur 59 % Jahresautarkie. 100 % sind eine Illusion.
  • Der Speicher hilft der Wärmepumpe im Winter kaum. Eine Batterie gleicht den Tag-Nacht-Versatz von Haushalt und E-Auto aus, nicht aber den saisonalen Sommer-Winter-Mismatch des Heizstroms. Für den reinen Winterbetrieb der Wärmepumpe bringt ein teurer Speicher wenig.
  • Überschuss ist wenig wert. Große Anlagen mit 15–20 kWp produzieren im Sommer massiv Überschuss, der mit nur ~7,78 ct/kWh vergütet wird. Ohne konsequenten Eigenverbrauch verlängert sich die Amortisation deutlich.
  • Das E-Auto ist oft tagsüber nicht da. Bei Pendlern lädt der Wagen abends oder nachts. Ohne dynamisches Überschussladen oder Speicher sinkt der Solaranteil unter die 53 % der HTW-Studie. Beim langsamen Solarladen steigen zudem die Ladeverluste (Wallbox 5–10 %, Steckdose bis 30 %).
  • Die Dachfläche ist die reale Grenze. 15–20 kWp brauchen 75–120 m² gut belegbare Fläche. Verschattung, Gauben, Nordausrichtung oder ein kleines Dach machen die rechnerisch nötige Größe oft schlicht unmöglich.
  • Die Verbrauchsbausteine sind unsicher. Der Wärmepumpen-Strombedarf schwankt je nach Dämmung und JAZ zwischen ~3.500 und 10.000 kWh, der E-Auto-Bedarf mit der Fahrleistung. Eine falsche Annahme führt schnell zur Unter- oder Überdimensionierung.
  • Gleichzeitigkeit erfordert Steuerung. PV-Erzeugung (mittags) und Verbrauch (Wärmepumpe morgens/nachts, E-Auto abends) treffen zeitlich schlecht aufeinander. Ohne intelligente Steuerung – etwa ein Energiemanagementsystem – werden die theoretischen Autarkiewerte nicht erreicht.
  • Die Anfangsinvestition ist höher. Große PV plus Speicher bindet spürbar mehr Kapital als eine Standardanlage. Wer den Eigenverbrauch dann nicht optimiert, verschenkt die Rendite.

Mein Fazit dazu: Die 15–20 kWp sind richtig – aber planen Sie sie mit realistischen Erwartungen. Der Nutzen entsteht aus hohem Eigenverbrauch und intelligenter Steuerung, nicht aus dem Traum der 100-prozentigen Unabhängigkeit.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viel kWp braucht eine PV-Anlage für Wärmepumpe und E-Auto?

Für ein Einfamilienhaus mit Haushalt, Wärmepumpe und E-Auto liegt der empfohlene Korridor bei 15 bis 20 kWp (ADAC). Ein typisches Rechenbeispiel mit rund 10.000 kWh Jahresverbrauch führt über die Faustformel auf etwa 15 kWp. Bei hoher Fahrleistung, schlechter Dämmung oder mehreren E-Autos tendieren Sie zum oberen Rand.

Welche Faustformel gilt für die PV-Größe bei Wärmepumpe und Elektroauto?

Die Grundformel lautet: Jahresstromverbrauch (kWh) × 1,5 ÷ 1.000 = kWp. Sobald eine Wärmepumpe oder ein E-Auto hinzukommt, erhöhen Sie den Faktor auf 2,0 bis 2,5. Bei 10.000 kWh Verbrauch ergeben sich so etwa 15 kWp. Alternativ rechnen Sie 1–1,5 kWp je kW Wärmepumpen-Heizleistung.

Wie viel Strom verbrauchen Haushalt, Wärmepumpe und E-Auto zusammen pro Jahr?

Ein Vier-Personen-Haushalt benötigt rund 4.000 kWh, eine Wärmepumpe 3.000–5.000 kWh (im Beispiel 3.500 kWh) und ein E-Auto bei 15.000 km rund 2.000–3.000 kWh (im Beispiel 2.500 kWh). In Summe ergibt das etwa 10.000 kWh pro Jahr. In unsanierten Altbauten kann allein die Wärmepumpe bis zu 10.000 kWh verbrauchen, dann steigt die Summe entsprechend.

Wie groß muss der Stromspeicher bei PV mit Wärmepumpe und E-Auto sein?

Die Faustregel lautet 1 bis 1,5 kWh Speicher je kWp – für 15 kWp also rechnerisch 15–22,5 kWh. In der Praxis genügen in vielen Einfamilienhäusern mit Wärmepumpe aber schon 6 bis 8 kWh, weil größere Speicher sich wirtschaftlich schlechter rechnen. Für den Winterbetrieb der Wärmepumpe bringt ein größerer Speicher wenig, da er den saisonalen Mismatch nicht ausgleicht.

Wie viel Dachfläche brauche ich für 15 bis 20 kWp?

Rechnen Sie mit 5 bis 6 m² Dachfläche je kWp. Für 15 kWp sind das rund 75 m², für 20 kWp etwa 100 m² (ADAC). Mit modernen Hochleistungsmodulen sinkt der Flächenbedarf auf 4,5–5 m²/kWp. Reicht die Süddachfläche nicht, ist eine Ost-West-Belegung meist die bessere Alternative zu einer zu kleinen Anlage.

Welchen Autarkiegrad erreiche ich mit PV, Speicher, Wärmepumpe und E-Auto?

In der Maximalkonfiguration sind theoretisch 60–80 % möglich. Die HTW-Berlin-Feldstudie mit 730 Haushalten zeigt jedoch, dass vollelektrifizierte Haushalte mit PV, Speicher, Wärmepumpe und E-Auto im Mittel 59 % Jahresautarkie erreichen (HTW Berlin). Vollständige Unabhängigkeit ist mit einer Dach-PV nicht darstellbar.

Kann die PV-Anlage die Wärmepumpe im Winter versorgen?

Nein, nicht vollständig. Nur rund 30 % des PV-Jahresertrags fallen im Winterhalbjahr an – genau dann, wenn die Wärmepumpe am meisten heizt. Von Dezember bis Februar deckt die PV den Heizstrombedarf daher nicht, ein hoher Netzbezug bleibt unumgänglich. Über das Jahr liegt der solare Deckungsgrad des Wärmepumpenstroms realistisch bei 30–52 %.

Was kostet eine PV-Anlage für Wärmepumpe und E-Auto 2026?

Eine Anlage mit Speicher kostet rund 1.700–2.100 € je kWp. Ein Beispielpaket mit 10 kWp und 10 kWh Speicher liegt bei 13.000–18.000 €, teils bis 22.000 €. Auf Anlagen bis 30 kWp fällt 0 % Mehrwertsteuer an. Weil die Einspeisevergütung 2026 nur noch bei rund 7,78 ct/kWh liegt, entscheidet der Eigenverbrauch über die Wirtschaftlichkeit – eine Kostenstaffel nach Größe finden Sie unter Solaranlage Kosten nach Größe.

Wie viel Prozent des E-Autos kann ich mit Solarstrom laden?

Im Mittel lassen sich E-Autos zu 53 % mit Solarstrom laden – ganz ohne Speicher. Ein Batteriespeicher steigert den Solaranteil um durchschnittlich 9 Prozentpunkte, dynamisches Überschussladen sogar um 25 Prozentpunkte (HTW Berlin). Der größte Hebel ist also die intelligente Ladesteuerung, nicht die reine Speichergröße.

Nächster Schritt: Die richtige Größe für Ihr Haus

Ob 15, 17 oder 20 kWp – die passende Anlagengröße hängt von Ihrem realen Heizwärmebedarf, der Jahresfahrleistung, der nutzbaren Dachfläche und Ihrem Eigenverbrauchsverhalten ab. Faustformeln liefern eine gute erste Orientierung, ersetzen aber keine gebäudespezifische Analyse. Mit reduco erfassen Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Einschätzung, welche PV-Größe, welche Speicherkapazität und welche Kombination aus Wärmepumpe und E-Auto-Ladung für Ihr Haus wirtschaftlich sinnvoll sind – inklusive realistischer Autarkie- und Kostenprognose statt pauschaler Versprechen.

photovoltaikwärmepumpee-autopv-anlagedimensionierungstromspeicher

Angebot für Ihre Solaranlage erhalten

Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich Angebote für Ihre PV-Anlage von geprüften Fachbetrieben.

  • 100 % kostenlos & unverbindlich
  • Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
  • Durch Vergleich bis zu 30 % sparen

Lieber erst selbst rechnen? Lohnt sich Solar auf Ihrem Dach?

Photovoltaik-Rechner starten

Kostenlose Gebäudechecks

Datenbasiert für Ihr Gebäude – kostenlos und ohne Anmeldung.

Verwandte Artikel