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Ratgeber17 Min. Lesezeit

LONGi Solarmodule 2026: Hi-MO X10 Test, 24 % Wirkungsgrad

LONGi Hi-MO X10 im Check: 23,3–24,0 % Wirkungsgrad, HPBC 2.0, 15 vs. 30 Jahre Garantie, ca. 90–108 € pro Modul. Was Sie vor dem Kauf wissen müssen.

LONGi Hi-MO X10 Solarmodul mit HPBC-2.0-Rückkontaktzellen auf einem Hausdach

Das Wichtigste in Kürze

  • Wirkungsgrad: Das aktuelle Volumenmodul Hi-MO X10 Explorer (475–490 Wp) erreicht laut Datenblatt 23,3 % bis 24,0 % Modulwirkungsgrad – ein Spitzenwert für Haus-Dächer.
  • Weltrekord: LONGi hält mit 25,4 % den vom Fraunhofer ISE zertifizierten Modul-Wirkungsgradweltrekord (HPBC 2.0, Oktober 2024).
  • Garantie-Falle: Das Explorer-Standarddatenblatt nennt nur 15 Jahre Produktgarantie (plus 30 Jahre Leistungsgarantie). Erst Premium-Linien erreichen 25 oder 30 Jahre – die exakte LR-Modellnummer entscheidet, nicht der Serienname.
  • Preis: Im Preisvergleich kostet ein Hi-MO X10 Explorer (485 Wp) Mitte 2026 grob 90–108 € pro Modul, also rund 0,18–0,22 €/Wp netto.
  • Marktstellung: LONGi war 2024 laut InfoLink-Ranking der zweit-/drittgrößte Modulhersteller der Welt (geteilt mit JA Solar, hinter JinkoSolar) – kein Nischenanbieter.

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LONGi ist kein Außenseiter, sondern einer der zwei bis drei größten Solarmodulhersteller der Welt – und gleichzeitig Technologieführer bei Rückkontakt-Zellen. Das Spitzenmodell der aktuellen Generation, die Hi-MO X10 Explorer (475–490 Wp), erreicht laut Datenblatt 23,3 % bis 24,0 % Modulwirkungsgrad mit der neuen HPBC-2.0-Zelltechnologie – busbarfreie Vorderseite, alle Kontakte auf der Rückseite. Im Labor hält LONGi mit 25,4 % sogar den vom Fraunhofer ISE zertifizierten Modul-Weltrekord. Klingt nach klarer Kaufempfehlung – ist es aber nicht ohne Wenn und Aber: Bei der Garantie, der Hagelfestigkeit und der Modellbenennung lauern Fallstricke, die Käufer regelmäßig übersehen. In diesem Ratgeber entwirre ich die Produktlinien, ordne Preise und Specs aus dem Original-Datenblatt ein und benenne die Grenzen ehrlich. Wer parallel Marken vergleichen will, findet das im Solarmodul-Vergleich 2026.

LONGi Hi-MO X10 Explorer: Die Daten aus dem Datenblatt

Das für deutsche Hausdächer relevante Volumenmodell heißt Hi-MO X10 Explorer LR7-54HVH. Es ist ein Glas-Folie-Modul mit schwarzem Rahmen und 54 Halbzellen im Rückkontakt-Layout. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Werte aus dem offiziellen LONGi-Datenblatt zusammen.

Merkmal Wert (Hi-MO X10 Explorer LR7-54HVH)
Nennleistung 475–490 Wp (Modelle 475M / 480M / 485M / 490M)
Modulwirkungsgrad 23,3 % bis 24,0 % (Max-Bin 24,0 %)
Zelltechnologie HPBC 2.0, n-Type, 0BB (Zero-Busbar), TaiRay-Wafer
Temperaturkoeffizient Pmax -0,260 %/°C
Maße / Gewicht 1800 × 1134 × 30 mm / 21,6 kg
Glas 3,2 mm, einseitig beschichtet
Produktgarantie 15 Jahre
Leistungsgarantie 30 Jahre (mind. 88,85 % Restleistung)
Mechanische Last 5400 Pa Frontlast
Hageltest 25 mm Hagelkorn bei 23 m/s
Feuerklasse IEC Class C

Quellen: LONGi Hi-MO X10 Explorer Datenblatt, eu.longi.com/hi-mo-X10.

Der niedrige Temperaturkoeffizient von -0,260 %/°C ist ein echter Praxisvorteil: Je geringer dieser Wert, desto weniger Leistung verliert das Modul bei Hitze. Typische TOPCon-Module liegen bei etwa -0,29 bis -0,30 %/°C – an heißen Sommertagen produziert das Hi-MO X10 also tendenziell etwas mehr Strom als ein gleich großes TOPCon-Modul.

Degradation: Was nach 30 Jahren noch übrig bleibt

Die Leistungsgarantie ist bei LONGi überdurchschnittlich ausgelegt. Im ersten Betriebsjahr garantiert LONGi weniger als 1 % Degradation, danach nur noch 0,35 % pro Jahr (Jahr 2 bis 30). Daraus ergibt sich eine garantierte Restleistung von mindestens 88,85 % nach 30 Jahren. Zum Einordnen: Viele Standardmodule garantieren nach 25 Jahren rund 84–87 %. Die lange Leistungsgarantie ist damit ein klares Plus – allerdings nicht zu verwechseln mit der deutlich kürzeren Produktgarantie (dazu gleich mehr).

HPBC 2.0 vs. TOPCon: Was LONGi anders macht

Der Kern der LONGi-Story ist die Zelltechnologie. Während fast der gesamte Markt aktuell auf TOPCon setzt, fährt LONGi zweigleisig und positioniert seine Premium-Linie mit HPBC 2.0 (Hybrid Passivated Back Contact).

Was HPBC bedeutet: Bei einem Rückkontaktmodul sitzen alle elektrischen Kontakte auf der Rückseite. Die Vorderseite ist busbarfrei (0BB, Zero-Busbar) – es gibt also keine silbernen Leiterbahnen, die Sonnenlicht abschatten. Mehr aktive Fläche bedeutet mehr Ertrag pro Quadratmeter und ein optisch sehr homogenes, dunkles Erscheinungsbild.

Kriterium HPBC 2.0 (LONGi) TOPCon (Marktstandard)
Kontakte komplett auf der Rückseite Busbars auf der Vorderseite
Wirkungsgrad (gleiche Größe) tendenziell höher Referenz
Temperaturverhalten -0,260 %/°C (X10 Explorer) ca. -0,29 bis -0,30 %/°C
Optik sehr homogen, busbarfrei sichtbare feine Leiterbahnen
Preis leichter Aufpreis günstiger pro Watt

LONGi selbst beziffert den Vorteil von HPBC 2.0 gegenüber TOPCon mit rund 1–1,5 Prozentpunkten mehr Wirkungsgrad bei gleicher Modulgröße sowie spürbar mehr Ertrag bei Teilverschattung und Verschmutzung. Wichtig zur Einordnung: Diese Mehrertrags-Werte sind Herstellerangaben, kein unabhängiger Feldtest – im realen deutschen Klima können die Unterschiede kleiner ausfallen. Die HPBC-2.0-Module sind zudem erst seit dem DACH-Marktstart im März 2025 verfügbar, belastbare Langzeit-Felddaten aus Deutschland gibt es also noch kaum.

Das Modell-Wirrwarr: X10, X6, Hi-MO 7 und Hi-MO 9

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Kaum ein Hersteller verwirrt Käufer so zuverlässig wie LONGi mit seinen Modellnamen. Hier die Entwirrung der Generationen.

Modell (Serie) Technologie Leistung Wirkungsgrad Produktgarantie Leistungsgarantie Endkundenpreis (DE)
Hi-MO X10 Explorer LR7-54HVH HPBC 2.0, n-Type, 0BB 475–490 Wp 23,3–24,0 % 15 Jahre 30 Jahre (88,85 % nach 30 J.) ca. 90–108 €/Modul (~0,18–0,22 €/Wp)
Hi-MO X10 (Großformat/Utility) HPBC 2.0, n-Type bis 670 Wp bis 24,8 % 15 Jahre 30 Jahre k.A. (gewerblich)
Hi-MO X10 Artist (Full-Black) HPBC 2.0, n-Type ~480–485 Wp bis ~24,5 % bis 25 Jahre* 30 Jahre ca. 90–130 €/Modul
Hi-MO X6 Explorer (Auslauf) HPBC 1.0 570 Wp (Großf.) / 405–440 Wp (Haus) 22,1 % 15 Jahre 25 Jahre Restposten
Modul-Weltrekord (Labor, HPBC 2.0) HPBC 2.0 25,4 % (Fraunhofer ISE, 10/2024)

*Garantiejahre je nach LR-Modellnummer/Linie unterschiedlich – exakt prüfen.

Quellen: LONGi Hi-MO X10 Explorer Datenblatt, eu.longi.com/hi-mo-X10, LONGi DACH-Launch, LONGi Hi-MO X6 Explorer, Geizhals, pv-magazine.

Hi-MO X10 – die aktuelle Generation

Das Hi-MO X10 ist die aktuelle Top-Serie mit HPBC 2.0. Für Hausdächer relevant ist die Explorer-Linie mit 475–490 Wp. Die Großformat-Variante mit bis zu 670 W und 24,8 % Wirkungsgrad ist seit März 2025 in der DACH-Region verfügbar, zielt aber auf gewerbliche Aufdach- und Freiflächenanlagen. Innerhalb der X10-Familie gibt es weitere Linien wie Scientist (Doppelglas), Artist (Full-Black) und Guardian – diese unterscheiden sich vor allem in Optik, Aufbau und Garantie.

Hi-MO X6 – die Auslaufgeneration

Die Hi-MO X6 Explorer ist der Vorgänger mit HPBC 1.0. Laut LONGi-Datenblatt erreicht sie 570 W (Großformat) bei 22,10 % Wirkungsgrad, 15 Jahre Produkt- und 25 Jahre Leistungsgarantie sowie einen Temperaturkoeffizienten von -0,290 %/°C. Wer X6-Restposten angeboten bekommt, sollte den Preisabschlag gegen den niedrigeren Wirkungsgrad und die kürzere Leistungsgarantie abwägen.

Hi-MO 7 und Hi-MO 9 – nicht verwechseln

Die Hi-MO 7-Reihe nutzt TOPCon statt HPBC und richtet sich überwiegend an den Utility-Markt. Das Hi-MO 9 ist ein weiteres HPBC-Großmodul, das laut Sekundärquelle bis zu 655 W und 24,2 % Wirkungsgrad erreichen soll – diese Zahl ist allerdings noch nicht über das offizielle LONGi-Datenblatt bestätigt. Für ein privates Hausdach sind weder Hi-MO 7 noch Hi-MO 9 die naheliegende Wahl; dort ist das Hi-MO X10 Explorer das passende Modul.

Die Garantie-Falle: 15 Jahre, nicht 25

Das ist der am häufigsten falsch dargestellte Punkt – und er kann im Schadensfall teuer werden. Das Standard-Datenblatt der Hi-MO X10 Explorer nennt nur 15 Jahre Produktgarantie (Material- und Verarbeitungsgarantie). Die oft beworbenen 25 oder 30 Jahre beziehen sich auf die Leistungsgarantie – das ist die Zusage zur verbleibenden Stromproduktion, nicht zur Hardware selbst.

Garantieart Hi-MO X10 Explorer Was sie abdeckt
Produktgarantie 15 Jahre Material- und Verarbeitungsfehler am Modul
Leistungsgarantie 30 Jahre garantierte Mindestleistung (88,85 % nach 30 J.)

Einige Premium-Linien werden bei EU-Distributoren mit 25 oder 30 Jahren Produktgarantie gelistet (etwa Artist oder EcoLife). Diese Angaben stammen jedoch aus Distributor-Listings und sind nicht über ein einzelnes offizielles LONGi-Linien-Datenblatt verifiziert. Verlassen Sie sich deshalb nie auf den Seriennamen, sondern auf die exakte LR-Modellnummer im Angebot – sie bestimmt, welche Garantie wirklich gilt.

Im Wettbewerbsvergleich ist das relevant: Hersteller wie Trina, Q CELLS oder Canadian Solar bieten teils standardmäßig 25 Jahre Produktgarantie. Wer auf maximale Hardware-Absicherung Wert legt, sollte das in die Entscheidung einbeziehen. Details zu den Wettbewerbern finden Sie etwa im Ratgeber zu Q CELLS Solarmodulen und Trina Solar Vertex.

Preise: Was ein LONGi-Modul 2026 kostet

LONGi-Module gehören nicht zu den teuersten am Markt – der Preisverfall der gesamten Branche hat auch die Premium-Hersteller erreicht.

Variante Leistung Endkundenpreis (DE) grob pro Wp
Hi-MO X10 Explorer (Glas-Folie) 485 Wp ca. 90–108 €/Modul ~0,18–0,22 €/Wp
Hi-MO X10 Artist (Full-Black) ~480–485 Wp ca. 90–130 €/Modul ~0,19–0,27 €/Wp
B2B-Großhandel (470–500-Wp-Klasse) 470–500 Wp ~0,10–0,15 €/Wp

Im Preisvergleich liegt die Hi-MO X10 Explorer (485 Wp) bei rund 90 bis 108 € pro Modul. Die Tagespreise schwanken allerdings stark – eine Suche zeigte „ab 89,90 €", die Produktseite live 108,58 € (Stand 24.06.2026). Die Angabe von 0,18–0,22 €/Wp netto für Endkunden ist als grobe Spanne zu verstehen; die B2B-Werte von 0,10–0,15 €/Wp stammen aus einer Sekundärquelle (42watt.de) und nicht aus einer Primär-Preisdatenbank.

Wichtig: Der Modulpreis ist nur ein kleiner Teil der Gesamtanlage. Wechselrichter, Unterkonstruktion, Montage und ein eventueller Speicher machen den Großteil der Kosten aus. Eine realistische Einordnung der Gesamtkosten samt Speicher finden Sie im Solardach-Kosten-Ratgeber 2026 und im Stromspeicher-Test 2026.

Förderung: Was Sie für eine LONGi-Anlage erwartet

Eine reine Photovoltaikanlage auf dem Eigenheim wird in Deutschland 2026 vor allem indirekt gefördert. Die wichtigsten Hebel sind die Umsatzsteuer und die Einspeisevergütung – nicht ein direkter Modul-Zuschuss.

Förderhebel Wirkung Hinweis
0 % Umsatzsteuer spart 19 % auf Module, Speicher und Montage Nullsteuersatz für PV bis 30 kWp auf/an Wohngebäuden
Einspeisevergütung feste Vergütung für eingespeisten Strom Höhe nach EEG, halbjährliche Degression
KfW-Kredit 270 zinsgünstige Finanzierung optional, kein Zuschuss
Regionale Programme Zuschüsse je nach Kommune/Land stark unterschiedlich, lokal prüfen

Rechenbeispiel (Modulanteil): Eine 8-kWp-Anlage benötigt rund 17 Hi-MO X10 Explorer (485 Wp). Bei ca. 100 € pro Modul liegt der reine Modulpreis bei etwa 1.700 €. Durch den Nullsteuersatz entfällt die Umsatzsteuer auf die gesamte Anlage inklusive Module – bei einer kompletten 8-kWp-Anlage für brutto rund 14.000 € sind das über 2.200 € ersparte Mehrwertsteuer, die ohne den Nullsteuersatz angefallen wären. Der Modulhersteller ist für diese Förderung irrelevant – es zählt nur, dass die Anlage die Voraussetzungen erfüllt.

Welcher Wechselrichter und welche Speichergröße zu Ihrem Verbrauch passen, entscheidet stärker über die Wirtschaftlichkeit als die Modulmarke. Orientierung dazu im Wechselrichter-Vergleich 2026.

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Wie gut ist LONGi wirklich? Marktstellung und Finanzlage

LONGi ist alles andere als ein Nischenanbieter. Laut InfoLink-Ranking 2024 teilten sich LONGi und JA Solar Platz 2/3 (Unterschied unter 5 %) hinter Marktführer JinkoSolar – die Top 10 lieferten 2024 zusammen 502 GW aus. Bei der Rückkontakt-Technologie ist LONGi sogar führend: über 17 GW Back-Contact-Module wurden 2024 ausgeliefert, für 2025 strebt LONGi einen Anteil von über 25 % am Gesamtversand an.

Die Produktionskapazität liegt bei über 130 GW jährlich (Stand Oktober 2025), mit Fertigung in China, Malaysia, Vietnam und den USA.

Die Finanzlage 2024 ist die ehrliche Kehrseite: LONGi schrieb wegen des branchenweiten Preisverfalls einen Nettoverlust von 8,62 Mrd. CNY (2023 noch +10,75 Mrd. CNY Gewinn), bei einem um 36,2 % gesunkenen Umsatz von 82,58 Mrd. CNY. Das betrifft fast alle chinesischen Hersteller und ist kein LONGi-spezifisches Alarmsignal. Trotzdem gilt: Eine 30-Jahre-Leistungsgarantie ist nur so viel wert wie der Konzern, der dahintersteht. LONGi bleibt mit seiner Größe und Marktstellung einer der bankfähigsten Anbieter – eine Garantie über drei Jahrzehnte hängt aber langfristig am Fortbestand des Unternehmens. Das ist kein Grund gegen LONGi, aber ein Grund, die Aussage nicht überzubewerten.

Honest: Wovon ich abrate und worauf Sie achten müssen

Kein Modul ist perfekt. Diese Punkte sollten Sie kennen, bevor Sie LONGi unterschreiben.

1. Garantie genau prüfen. Wie oben beschrieben: Die Explorer-Standardlinie hat nur 15 Jahre Produktgarantie. Wenn Ihnen jemand pauschal „25 Jahre LONGi-Garantie" verspricht, lassen Sie sich die LR-Modellnummer und das passende Datenblatt zeigen.

2. Hagelfestigkeit ist nur Standard. Das Hi-MO X10 Explorer ist auf 25 mm Hagelkörner bei 23 m/s geprüft – ein normaler IEC-Wert. Hersteller wie Aiko (bis 40 mm) und WINAICO (bis 35 mm) geben höhere Werte an. In hagelgefährdeten Regionen kann das ein echtes Auswahlkriterium sein – mehr dazu im Aiko-Solarmodul-Test.

3. Keine EU-Produktion. LONGi fertigt in China, Malaysia, Vietnam und den USA – eine eigene Modulfertigung in der EU gibt es nicht. Wer Wert auf europäische oder deutsche Fertigung legt, muss zu anderen Anbietern ausweichen. Zur Frage EU-Produktion lohnt der Blick auf Meyer Burger.

4. Kein Stiftung-Warentest-Siegel. Stiftung Warentest hat zuletzt nur Balkonkraftwerke getestet (Mai 2025), keine einzelnen PV-Module nach Marke. Ein unabhängiges deutsches Testurteil für LONGi-Module existiert also nicht – Specs und Versand-Rankings sind die belastbarsten Anhaltspunkte.

5. HPBC-2.0-Langzeitdaten fehlen. Der DACH-Marktstart war erst März 2025. Wie sich HPBC 2.0 über 20+ Jahre im deutschen Klima schlägt, lässt sich heute noch nicht belegen.

Wann ein anderes Modul sinnvoller ist: Auf großen, unverschatteten Aufdach- oder Freiflächen ohne Platzmangel liefert ein günstigeres TOPCon-Standardmodul oft die bessere Wirtschaftlichkeit pro Euro. Der Mehrertrag von Rückkontakt zahlt sich vor allem dort aus, wo die Fläche knapp, das Dach teilverschattet oder die Optik wichtig ist (Full-Black).

Häufige Fragen (FAQ)

Wie gut sind LONGi Solarmodule wirklich?

LONGi ist 2024 laut InfoLink-Ranking der zweit-/drittgrößte Modulhersteller der Welt (geteilt mit JA Solar, hinter JinkoSolar) und hält mit 25,4 % den vom Fraunhofer ISE zertifizierten Modul-Wirkungsgradweltrekord (HPBC 2.0). Die aktuelle Hi-MO X10 Explorer erreicht 23,3–24,0 % Wirkungsgrad – ein Spitzenwert. Stiftung Warentest hat allerdings keine einzelnen PV-Module getestet, ein unabhängiges Warentest-Gütesiegel gibt es also nicht.

Welchen Wirkungsgrad hat das LONGi Hi-MO X10?

Das Volumenmodell Hi-MO X10 Explorer (475–490 Wp) erreicht laut LONGi-Datenblatt 23,3 % bis 24,0 % Modulwirkungsgrad. Die Großformat-/Utility-Variante kommt auf bis zu 24,8 %. Der vom Fraunhofer ISE zertifizierte Laborrekord eines HPBC-2.0-Moduls liegt bei 25,4 % (Oktober 2024).

Was ist der Unterschied zwischen HPBC und TOPCon bei LONGi?

HPBC 2.0 (Hybrid Passivated Back Contact) ist LONGis n-Type-Rückkontakttechnologie: Alle Kontakte sitzen auf der Rückseite, die Vorderseite ist busbarfrei. Das bringt laut LONGi ca. 1–1,5 Prozentpunkte mehr Wirkungsgrad als TOPCon bei gleicher Modulgröße und einen besseren Temperaturkoeffizienten (-0,26 %/°C gegenüber ca. -0,29 bis -0,30 %/°C bei TOPCon). TOPCon nutzt LONGi vor allem bei der älteren Hi-MO-7-Reihe.

Wie lange ist die Garantie auf LONGi Hi-MO X10 Module?

Das Standard-Datenblatt der Hi-MO X10 Explorer nennt 15 Jahre Produktgarantie und 30 Jahre lineare Leistungsgarantie (mind. 88,85 % Restleistung nach 30 Jahren). Achtung: Premium-Linien wie Artist oder EcoLife werden bei EU-Distributoren teils mit 25 oder 30 Jahren Produktgarantie gelistet – die genaue LR-Modellnummer entscheidet, nicht der Serienname.

Was kostet ein LONGi Hi-MO X10 Modul in Deutschland?

Im Preisvergleich liegt die Hi-MO X10 Explorer (485 Wp) Mitte 2026 bei rund 90 bis 108 € pro Modul, das entspricht grob 0,18–0,22 €/Wp netto. Full-Black-Varianten (Artist) liegen eher bei 90–130 €. Im B2B-Großhandel werden 470–500-Wp-Module der Klasse mit grob 0,10–0,15 €/Wp gehandelt.

Werden LONGi Module in Europa produziert?

Nein. LONGi fertigt seine Module in China, Malaysia, Vietnam und den USA; eine eigene Modulfertigung in der EU gibt es nicht. Wer Wert auf EU-/Deutschland-Produktion legt, muss zu Herstellern wie Meyer Burger (Fertigung weitgehend eingestellt), Heckert Solar oder Q-CELLS-Linien ausweichen.

Wie hagelfest ist das LONGi Hi-MO X10?

Das Hi-MO X10 Explorer ist laut Datenblatt nach IEC 61215 auf 25 mm Hagelkörner bei 23 m/s geprüft – ein Standardwert. Hersteller wie Aiko (bis 40 mm) und WINAICO (bis 35 mm) geben höhere Hagelfestigkeiten an. Für hagelgefährdete Regionen kann das ein Auswahlkriterium sein.

Lohnt sich der Aufpreis für LONGi Rückkontakt-Module?

Rückkontakt-Module wie Hi-MO X10 holen auf gleicher Dachfläche mehr Watt heraus und verhalten sich bei Teilverschattung und Hitze etwas besser. Bei knappen Dächern oder ästhetischem Anspruch (Full-Black) lohnt der Aufpreis. Auf großen, unverschatteten Flächen liefern günstigere TOPCon-Standardmodule oft die bessere Wirtschaftlichkeit pro Euro.

Ist LONGi durch den Verlust 2024 noch finanziell stabil?

LONGi schrieb 2024 wegen des branchenweiten Preisverfalls einen Nettoverlust von 8,62 Mrd. CNY (2023: +10,75 Mrd. CNY Gewinn) bei 82,58 Mrd. CNY Umsatz. Das betrifft fast alle chinesischen Hersteller. LONGi bleibt mit über 130 GW Kapazität und Platz 2/3 im Versand-Ranking einer der größten und bankfähigsten Anbieter – die Garantieabwicklung über 30 Jahre hängt aber langfristig am Fortbestand des Konzerns.

Nächster Schritt: Passt LONGi zu Ihrem Dach?

Ob das Hi-MO X10 mit seinem höheren Wirkungsgrad für Ihr Dach die wirtschaftlich beste Wahl ist – oder ob ein günstigeres TOPCon-Modul pro Euro mehr liefert – hängt von Dachfläche, Verschattung, Ausrichtung, Ihrem Stromverbrauch und der gewünschten Speichergröße ab. Pauschale Modul-Empfehlungen ersetzen keine gebäudespezifische Auslegung. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Einschätzung, welche PV-Konfiguration technisch und wirtschaftlich zu Ihrem Haus passt – inklusive realistischer Ertrags- und Kostenrechnung.

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