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Ratgeber17 Min. Lesezeit

Photovoltaik ohne Einspeisevergütung 2027: 5–8 % Rendite

Ab 2027 fällt die Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen. So sichern Sie über den Eigenverbrauch weiter 5–8 % Rendite – jede kWh ist rund 37 ct wert.

Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus mit Fokus auf hohen Eigenverbrauch

Das Wichtigste in Kürze

  • Einspeisevergütung fällt ab 2027 weg: Ein Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums sieht vor, die feste Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen bis 25 kWp zum 1. Januar 2027 abzuschaffen (noch nicht beschlossen). Anlagen, die 2026 in Betrieb gehen, behalten 20 Jahre Bestandsschutz.
  • Eigenverbrauch ist 4- bis 5-mal wertvoller als Einspeisung: Netzstrom kostet 2026 im Schnitt 37,0 ct/kWh, die Überschusseinspeisung bringt nur 7,78 ct/kWh. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ist damit rund das Vier- bis Fünffache wert.
  • Solarstrom vom eigenen Dach kostet 6,3–14,4 ct/kWh: Laut Fraunhofer ISE liegen die Stromgestehungskosten kleiner Dachanlagen bei rund einem Drittel des Netzstrompreises – der Grund, warum sich Eigenverbrauch auch ohne Einspeisevergütung rechnet.
  • Speicher hebt den Eigenverbrauch von ~35 % auf ~65 %: Ohne Speicher nutzen Sie 30–35 % Ihres Solarstroms selbst, mit einem 10-kWh-Speicher 60–80 %. Genau dieser Hebel ersetzt die wegfallende Vergütung.
  • Ab 2027 nur noch 2–5 ct/kWh für den Überschuss: Als Brücke plant der Entwurf eine befristete Netzbetreiber-Abnahme zum Marktwert; ab 2029 müssen auch Kleinanlagen ihren Strom selbst am Markt verkaufen.
  • Photovoltaik bleibt steuerfrei: Bis 30 kWp gelten weiterhin 0 % Mehrwertsteuer und volle Einkommensteuerbefreiung – Netto- und Bruttopreis sind identisch.

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Jahrelang war die Rechnung einfach: PV-Anlage aufs Dach, überschüssigen Strom ins Netz, feste Vergütung kassieren. Diese Logik läuft aus. Ein Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums will die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen bis 25 kWp zum 1. Januar 2027 streichen – und selbst die geplante Übergangsvergütung liegt nur noch bei 2–5 ct/kWh. Trotzdem ist die Antwort auf die Frage, ob sich Photovoltaik ohne Einspeisevergütung lohnt, ein klares Ja. Der Grund: Nicht die Einspeisung trägt die Rendite, sondern der Eigenverbrauch. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart Ihnen rund 37,0 ct/kWh teuren Netzstrom, während Ihr Dach den Strom für nur 6,3–14,4 ct/kWh produziert.

In diesem Ratgeber rechne ich den Eigenverbrauch-first-Business-Case durch: wie viel Ihr Solarstrom wirklich wert ist, wie ein Speicher den Eigenverbrauch von ~35 % auf ~65 % hebt, was die Anlage kostet und mit welcher Rendite Sie realistisch rechnen können. Warum die Vergütung überhaupt fällt, lesen Sie im Detail in der EEG-Novelle 2027; wer sich die alte Vergütung noch sichern will, sollte die Inbetriebnahme noch 2026 prüfen. Hier geht es um die Frage danach – die Rendite, wenn die Vergütung weg ist. Kurz gesagt: Es kommt darauf an, den Eigenverbrauch zu maximieren.

Warum die feste Einspeisevergütung ab 2027 verschwindet

Die geplante EEG-Reform 2027 markiert einen Systemwechsel. Statt jede eingespeiste Kilowattstunde 20 Jahre lang fest zu vergüten, sollen Betreiber ihren Überschuss künftig selbst am Markt verkaufen. Der Zeitplan des Referentenentwurfs im Überblick:

Regelung Geplanter Inhalt
Abschaffung feste Einspeisevergütung für neue Anlagen ≤ 25 kWp ab 1. Januar 2027
Übergangs-Abnahme durch Netzbetreiber ≤ 25 kWp bis Ende 2027, ≤ 10 kWp bis Ende 2028
Höhe der Übergangsvergütung Jahresmarktwert Solar minus Vermarktungskosten ≈ 2–5 ct/kWh
Ab 2029 Pflicht zur Direktvermarktung – auch für Kleinanlagen
Einspeise-Deckelung (geplant) max. 50 % der installierten Leistung ins Netz
Bestandsschutz bestehende und 2026 in Betrieb genommene Anlagen: 20 Jahre feste Vergütung

Stand: Referentenentwurf BMWi/BMWK, politische Grundsatzeinigung April 2026 – noch nicht als Gesetz beschlossen. Details siehe EEG-Novelle 2027.

Wichtig – noch ist nichts beschlossen: Der komplette Wegfall der Einspeisevergütung beruht bislang auf einem Referentenentwurf und einer politischen Grundsatzeinigung von CDU/CSU und SPD (April 2026). Das genaue Datum, die 25-kWp-Grenze und der 50-%-Deckel können sich im Gesetzgebungsverfahren noch ändern. Fest steht aber die Richtung: weg von der garantierten Einspeisung, hin zum Eigenverbrauch. Wer heute plant, sollte seine Anlage deshalb konsequent auf Eigenverbrauch auslegen – unabhängig davon, wann und in welcher Form die Reform final in Kraft tritt.

Eigenverbrauch statt Einspeisung: der neue Rendite-Hebel

Der entscheidende Punkt beim Wegfall der Einspeisevergütung: Eine eingespeiste Kilowattstunde war ohnehin nie besonders wertvoll. Schon heute liegt die Überschussvergütung bei nur 7,78 ct/kWh – während Sie für jede Kilowattstunde aus dem Netz rund 37,0 ct bezahlen. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis lag 2026 laut BDEW bei 37,0 ct/kWh (Vorjahr: 39,3 ct). Selbst verbrauchter Solarstrom ersetzt genau diesen teuren Netzstrom. Damit ist jede selbst genutzte Kilowattstunde rund das Vier- bis Fünffache einer eingespeisten wert – und dieser Hebel bleibt bestehen, egal ob die Einspeisevergütung 7,78 ct, 2 ct oder null beträgt.

Was Sie mit 1 kWh Solarstrom tun Wert 2026 Wert ab 2027 (geplant)
Selbst verbrauchen (ersetzt Netzstrom) ~37,0 ct/kWh ~37,0 ct/kWh
Ins Netz einspeisen (Überschuss) 7,78 ct/kWh ~2–5 ct/kWh
Vorteil Eigenverbrauch ~4- bis 5-fach ~7- bis 18-fach

Netzstrompreis: BDEW-Strompreisanalyse 2026. Aktuelle Vergütungssätze im Detail: Einspeisevergütung 2026: Sätze.

Das verschiebt die gesamte Wirtschaftlichkeit. Früher galt: möglichst große Anlage, viel einspeisen. Künftig gilt: möglichst viel vom eigenen Strom selbst nutzen. Genau deshalb ist die Höhe des Eigenverbrauchs von der Nebensache zur wichtigsten Stellschraube Ihrer Rendite geworden. Wer die alte Denkweise beibehält und die Anlage auf maximale Einspeisung auslegt, verschenkt seinen Überschuss ab 2027 für wenige Cent.

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Warum lohnt sich Eigenverbrauch überhaupt so stark? Weil Ihr Dach den Strom viel günstiger produziert, als das Netz ihn liefert. Das Fraunhofer ISE hat die Stromgestehungskosten – also die Kosten pro erzeugter Kilowattstunde über die gesamte Lebensdauer – in seiner Studie von Juli 2024 aktualisiert:

Anlagentyp Stromgestehungskosten zum Vergleich: Netzstrom
Kleine Aufdach-PV (ohne Speicher) 6,3–14,4 ct/kWh ~37,0 ct/kWh
PV mit Batteriespeicher 6,0–22,5 ct/kWh ~37,0 ct/kWh

Quelle: Fraunhofer ISE, Studie „Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien" (Juli 2024); Netzstrompreis: BDEW.

Selbst mit Speicher – der die Gestehungskosten nach oben treibt – bleibt Solarstrom im ungünstigsten Fall etwa gleich teuer wie Netzstrom, im günstigen Fall nur ein Sechstel so teuer. Diese Differenz ist der eigentliche Gewinn. Jede Kilowattstunde, die Sie für rund 10 ct selbst erzeugen und statt für 37 ct aus dem Netz beziehen, bringt etwa 27 ct Ersparnis – Jahr für Jahr, über 25 Jahre und länger. Keine Einspeisevergütung der Welt kam je an diesen Wert heran.

Eigenverbrauchsquote und Autarkie: mit und ohne Speicher

Wie viel Ihres Solarstroms Sie tatsächlich selbst nutzen, hängt stark von der Ausstattung ab. Ohne weitere Maßnahmen läuft ein großer Teil des Mittagsstroms ungenutzt ins Netz, weil zur Mittagsspitze kaum jemand zu Hause ist. Ein Speicher verschiebt den Sonnenstrom in die Abend- und Nachtstunden:

Konfiguration Eigenverbrauchsanteil Autarkiegrad
PV ohne Speicher ~30–35 % 30–40 %
PV mit 10-kWh-Speicher ~60–80 % 70–80 %
PV + Speicher + Wärmepumpe/Wallbox bis ~80 % bis ~80 %

Richtwerte für ein Einfamilienhaus mit typischem Lastprofil; die konkreten Werte hängen von Verbrauch, Anlagengröße und Nutzungsverhalten ab.

Der Sprung ist enorm: Ein 10-kWh-Speicher hebt den Eigenverbrauch von rund 35 % auf etwa 65 % und den Autarkiegrad auf 70–80 %. Welche Speichergröße – 5 oder 10 kWh – zu Ihrem Verbrauch passt, entscheidet damit maßgeblich über die Rendite. Noch mehr Hebel bietet eine Wärmepumpe in Kombination mit PV: Sie kann bis zu 60 % ihres Strombedarfs aus der eigenen Anlage decken und macht aus überschüssigem Sonnenstrom Wärme statt magerer Einspeisevergütung.

So steigern Sie den Eigenverbrauch auf 70–80 %

Ohne Optimierung landet ein typischer Haushalt bei rund 30 % Eigenverbrauch. Mit den richtigen Bausteinen sind 70–80 % realistisch. Die wirksamsten Hebel:

  • Batteriespeicher: verschiebt Mittagsstrom in die Nacht – der größte Einzelhebel (~35 % auf ~65 %).
  • Wärmepumpe oder Warmwasser-Wärmepumpe: wandelt Überschussstrom in Heizwärme und Warmwasser um.
  • E-Auto mit Überschussladen: große, flexible Verbraucher, die sich gezielt bei Sonne laden lassen.
  • Energiemanagementsystem (EMS): schaltet Großverbraucher automatisch bei PV-Überschuss – idealerweise mit Wetterprognose.
  • Lastverschiebung: Wasch- und Spülmaschine sowie Trockner tagsüber laufen lassen.

Wichtig ist die Reihenfolge: erst der Speicher, dann die flexiblen Großverbraucher, zusammengehalten von einem intelligenten Energiemanagement. Eine ausführliche Anleitung mit konkreten Maßnahmen finden Sie im Ratgeber Solarstrom-Eigenverbrauch optimieren. Je höher der Eigenverbrauch, desto unwichtiger wird, was mit dem Rest passiert – und desto weniger schmerzt der Wegfall der Einspeisevergütung.

Was eine PV-Anlage 2026 kostet

Bevor wir die Rendite rechnen, der Blick auf die Investition. Dank 0 % Mehrwertsteuer sind Netto- und Bruttopreis für Privathaushalte identisch. Marktübliche Preise 2026 für eine schlüsselfertige Anlage:

Position Preis 2026
PV schlüsselfertig pro kWp ~1.000–1.500 €/kWp
10-kWp-Anlage ohne Speicher ~10.000–15.000 €
Batteriespeicher pro kWh ~270–700 €/kWh
10-kWh-Speicher ~3.000–8.000 €
10-kWp-Anlage + 10-kWh-Speicher ~17.000–22.000 €

Marktübliche Spannen 2026, schlüsselfertig inkl. 0 % Mehrwertsteuer.

Der Eigenverbrauch-first-Ansatz kostet vorab mehr: Eine schlanke Einspeise-Anlage ist günstiger als die Kombination aus PV, Speicher und flexiblen Verbrauchern. Diese höhere Anfangsinvestition ist der Preis für die Unabhängigkeit von der Einspeisevergütung – und sie zahlt sich über den höheren Eigenverbrauch zurück. Wichtig ist, den Speicher nicht überzudimensionieren: Jede zusätzliche Kilowattstunde Speicherkapazität wird schlechter ausgelastet und drückt die Rendite.

Rendite und Amortisation: die Rechnung ohne Einspeisevergütung

Was bleibt unterm Strich? In Deutschland liefert eine PV-Anlage rund 1.000 kWh pro kWp und Jahr (Süddeutschland über 1.160, Norddeutschland etwa 900). Daraus ergeben sich – abhängig von Eigenverbrauch und Speicher – diese Eckwerte:

Kennwert Wert
Spezifischer Ertrag Deutschland ~1.000 kWh/kWp/Jahr (850–1.150)
Rendite mit Eigenverbrauchsfokus ~5–8 % p.a. über 25+ Jahre
Amortisation, hoher Eigenverbrauch (>50 %), Süddeutschland 7–8 Jahre
Amortisation nur Eigenverbrauch, ohne Speicher/ohne Einspeisung ~14 Jahre
Amortisation allgemein (2026) 10–15 Jahre

Richtwerte 2026; abhängig von Standort, Ausrichtung, Eigenverbrauch und Anlagenkonfiguration.

Machen wir die Rechnung an einem konkreten Beispiel greifbar:

Rechenbeispiel: 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher (Eigenverbrauch-first)

  • Investition: ~19.000 € (inkl. 0 % MwSt)
  • Jahresertrag: ~10.000 kWh (bei 1.000 kWh/kWp)
  • Eigenverbrauchsanteil mit Speicher: ~65 % → ~6.500 kWh selbst genutzt
  • Ersparnis Eigenverbrauch: 6.500 kWh × 37,0 ct = ~2.405 €/Jahr
  • Einspeisung des Rests (~3.500 kWh): 2026 bei 7,78 ct rund 272 €/Jahr, ab 2027 bei 2–5 ct nur noch ~70–175 €/Jahr
  • Jährlicher Gesamtnutzen: ~2.480–2.680 €

Rechnerisch amortisiert sich diese Anlage in gut sieben Jahren. Realistisch – inklusive Speicherverschleiß, Modul-Degradation und laufender Kosten – sollten Sie mit 8–11 Jahren rechnen. Danach folgen über 15 Jahre reiner Gewinn. Auffällig ist, wie wenig die Einspeisung zum Ergebnis beiträgt: Selbst wenn sie ab 2027 von 272 € auf 70 € pro Jahr fällt, sinkt der Gesamtnutzen nur um rund 7 %. Die Rendite von 5–8 % pro Jahr über die Laufzeit ist damit höher als bei vielen klassischen Geldanlagen – und obendrein steuerfrei.

Der Überschuss ab 2027: Übergangsvergütung, Direktvermarktung, Nulleinspeisung

Angenommen, Sie nutzen 65 % selbst – was passiert mit den restlichen 35 %? Bis Ende 2026 gibt es dafür die feste Vergütung von 7,78 ct/kWh, 20 Jahre garantiert. Für Anlagen ab 2027 sieht der Entwurf ein Übergangsmodell vor:

  • Übergangsvergütung (2027–2028): Der Netzbetreiber nimmt den Überschuss befristet ab – zum Jahresmarktwert Solar minus Vermarktungskosten, real etwa 2–5 ct/kWh. Anlagen bis 25 kWp profitieren bis Ende 2027, bis 10 kWp bis Ende 2028.
  • Direktvermarktung (ab 2029): Danach müssen auch Kleinanlagen ihren Strom über einen Dienstleister am Markt verkaufen. Wie das funktioniert und ab welcher Anlagengröße es sich lohnt, erklärt der Ratgeber zur Direktvermarktung von PV-Strom.
  • Nulleinspeisung: Manche Betreiber verzichten künftig ganz auf die Einspeisung und riegeln die Anlage am Netz ab. Bei Vergütungssätzen nahe null wird das zur echten Option – technisch machbar, aber nur mit hohem Eigenverbrauch wirklich sinnvoll.

Schon heute geht der Trend weg von der garantierten Einspeisung. Das Solarspitzengesetz (seit 25. Februar 2025) begrenzt die Einspeisung neuer Anlagen ohne Smart Meter auf 60 % der installierten Leistung und streicht die Vergütung in Stunden mit negativen Börsenpreisen (rund 5 % der Jahresstunden). Die wichtigsten Regeln:

Regel für Neuanlagen (seit 25.2.2025) Detail
Keine Vergütung bei negativen Börsenpreisen betrifft ~5 % der Jahresstunden; die Zeit wird hinten an die 20 Jahre angehängt
Einspeiselimit ohne Smart Meter/Steuerbox max. 60 % der installierten Leistung
Bestandsanlagen: freiwilliger Wechsel +0,6 ct/kWh Bonus

Quelle: SMA – Solarspitzengesetz 2025.

Auch das unterstreicht die Kernbotschaft: Wer auf Einspeisung setzt, verschenkt zunehmend Strom. Wer auf Eigenverbrauch setzt, ist auf der sicheren Seite.

PV bleibt steuerfrei: 0 % Mehrwertsteuer und Einkommensteuer

Ein Vorteil bleibt vom Wegfall der Einspeisevergütung völlig unberührt: die Steuerbefreiung. Für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden gilt seit 2023 der Nullsteuersatz bei der Mehrwertsteuer (§ 12 Abs. 3 UStG, unbefristet) – Sie zahlen auf Anlage und Speicher 0 % MwSt, Netto- und Bruttopreis sind identisch. Zusätzlich sind die Erträge seit 2022 einkommen- und gewerbesteuerfrei. Diese steuerlichen Rahmenbedingungen stützen die Rendite unabhängig davon, was mit der Einspeisevergütung passiert, und machen die 19.000 € aus dem Rechenbeispiel effektiv zum Endpreis. Alle Details und Grenzen finden Sie im Ratgeber Photovoltaik und Steuern 2026.

2026 handeln oder ab 2027 auf Eigenverbrauch setzen?

Bleibt die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt. Zwei Wege führen zum Ziel:

Weg 1 – noch 2026 in Betrieb nehmen. Wer seine Anlage bis zum 31. Dezember 2026 anschließt, sichert sich 20 Jahre lang die feste Vergütung von 7,78 ct/kWh für den Überschuss – ein Bestandsschutz, der auch nach der Reform gilt. Das ist vor allem für Dächer mit begrenztem Eigenverbrauchspotenzial attraktiv.

Weg 2 – konsequent auf Eigenverbrauch setzen. Wer ohnehin Speicher, Wärmepumpe oder E-Auto plant, für den ist die Einspeisevergütung fast nebensächlich. Die Rendite kommt aus den rund 37 ct, die jede selbst genutzte Kilowattstunde spart – und dieser Wert bleibt, egal wann Sie bauen.

Für die meisten Eigenheimbesitzer ist die ehrlichste Antwort: Bauen Sie so oder so mit Fokus auf Eigenverbrauch. Die Inbetriebnahme 2026 ist ein netter Bonus, aber kein Muss. Entscheidend ist, dass Anlage, Speicher und Verbrauch zusammenpassen – denn genau daran hängt die Wirtschaftlichkeit, nicht an ein paar Cent Einspeisevergütung.

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Ehrliche Nachteile: Wovon ich abrate

Photovoltaik ohne Einspeisevergütung lohnt sich – aber nicht in jedem Fall gleich gut. Wo ich zur Vorsicht rate:

  • Niedriger Eigenverbrauch killt die Rendite. Wer tagsüber kaum Strom braucht, keinen Speicher und keine Wärmepumpe hat und die Anlage überdimensioniert, verschenkt den Überschuss künftig für 0–5 ct/kWh. Der Business Case steht und fällt mit dem Eigenverbrauchsanteil.
  • Der Speicher kostet Rendite, auch wenn er den Eigenverbrauch hebt. Ein 10-kWh-Speicher kostet 3.000–8.000 € extra und hat selbst Speicherkosten (LCOS) von 4–8 ct/kWh. Er verlängert die Amortisation gegenüber einer reinen PV-Anlage.
  • Vollautarkie ist unwirtschaftlich. Autarkiegrade über 70–80 % sind wegen der Winterlücke – von September bis Februar liefert die Anlage nur rund 30 % des Jahresertrags – kaum bezahlbar. Ein Netzanschluss als Backup bleibt praktisch immer nötig.
  • Der Eigenverbrauchswert hängt am Strompreis. Sinkt der Netzstrompreis (2026: 37,0 ct/kWh, bereits von 39,3 ct gefallen), sinkt auch Ihre Ersparnis pro Kilowattstunde.
  • Die Reform ist noch nicht final. Datum, kWp-Grenze und Deckelung können sich im Gesetzgebungsverfahren noch ändern. Verlassen Sie sich nicht auf die exakten Zahlen des Entwurfs, sondern auf das Prinzip Eigenverbrauch.
  • Höhere Anfangsinvestition. Der Eigenverbrauch-first-Ansatz (PV + Speicher + Wärmepumpe/Wallbox + EMS) bindet mehr Kapital vorab (10 kWp + 10 kWh: ~17.000–22.000 €) als eine schlanke Einspeise-Anlage – trotz 0 % MwSt.

Häufige Fragen (FAQ)

Lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage 2027 ohne Einspeisevergütung überhaupt noch?

Ja. Die Rendite einer PV-Anlage kommt zum größten Teil aus dem Eigenverbrauch, nicht aus der Einspeisung. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart rund 37 ct/kWh Netzstrom, während Ihr Dach den Strom für 6,3–14,4 ct/kWh erzeugt. Solange Sie einen ordentlichen Eigenverbrauchsanteil erreichen, bleibt die Anlage mit 5–8 % Rendite pro Jahr wirtschaftlich – auch ganz ohne feste Vergütung.

Wie viel ist mein Solarstrom wert, wenn ich ihn selbst verbrauche statt einzuspeisen?

Rund 37,0 ct/kWh – so viel kostet 2026 im Schnitt der Netzstrom, den Sie sich sparen. Eingespeist bringt dieselbe Kilowattstunde nur 7,78 ct (2026) bzw. voraussichtlich 2–5 ct ab 2027. Eigenverbrauch ist damit heute das Vier- bis Fünffache, ab 2027 sogar ein Vielfaches wertvoller als die Einspeisung.

Ab wann fällt die Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen weg?

Nach dem Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums soll die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen bis 25 kWp zum 1. Januar 2027 abgeschafft werden. Beschlossen ist das noch nicht – es handelt sich um einen Entwurf mit politischer Grundsatzeinigung. Bestehende und bis Ende 2026 in Betrieb genommene Anlagen behalten ihren 20-jährigen Bestandsschutz.

Wie lange dauert die Amortisation einer PV-Anlage, wenn ich nur den Eigenverbrauch rechne?

Bei hohem Eigenverbrauch (über 50 %) und guter Ausrichtung amortisiert sich eine Anlage in Süddeutschland in 7–8 Jahren. Rechnen Sie nur den Eigenverbrauch ohne Speicher und ohne jede Einspeisung, sind es eher rund 14 Jahre. Realistisch liegt die Amortisation 2026 je nach Konfiguration bei 10–15 Jahren; ein Speicher verlängert sie, hebt aber den Eigenverbrauch.

Brauche ich einen Stromspeicher, wenn es keine Einspeisevergütung mehr gibt?

Ein Speicher ist der stärkste Hebel, um den Eigenverbrauch von ~35 % auf ~65 % zu heben – und je weniger die Einspeisung wert ist, desto wichtiger wird er. Zwingend ist er nicht: Wer tagsüber viel verbraucht (Homeoffice, Wärmepumpe, E-Auto), kommt auch ohne Speicher auf gute Werte. Der Speicher kostet aber 3.000–8.000 € und verlängert die Amortisation, weshalb sich die Investition individuell rechnen muss.

Wie hoch ist der Eigenverbrauchsanteil mit und ohne Batteriespeicher?

Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch bei rund 30–35 %, der Autarkiegrad bei 30–40 %. Mit einem 10-kWh-Speicher steigt der Eigenverbrauch auf 60–80 % und die Autarkie auf 70–80 %. Mit zusätzlicher Wärmepumpe, Wallbox und Energiemanagement sind bis zu 80 % Eigenverbrauch erreichbar.

Was passiert mit meinem Überschussstrom ab 2027, wenn es keine feste Vergütung mehr gibt?

Übergangsweise nimmt der Netzbetreiber den Überschuss weiter ab – zum Marktwert minus Vermarktungskosten, real etwa 2–5 ct/kWh (bis 25 kWp bis Ende 2027, bis 10 kWp bis Ende 2028). Ab 2029 müssen auch Kleinanlagen ihren Strom über die Direktvermarktung am Markt verkaufen. Alternativ verzichten Sie ganz auf die Einspeisung (Nulleinspeisung) und nutzen den Strom maximal selbst.

Sollte ich meine PV-Anlage noch 2026 in Betrieb nehmen, um die Vergütung zu sichern?

Wer die feste Vergütung von 7,78 ct/kWh für 20 Jahre sichern will, sollte die Inbetriebnahme bis zum 31. Dezember 2026 anstreben. Für die Gesamtrendite ist das aber zweitrangig, weil der Eigenverbrauch den Hauptteil trägt. Bauen Sie deshalb primär mit Fokus auf Eigenverbrauch – der Bestandsschutz 2026 ist ein Bonus, kein Muss.

Wie steigere ich den Eigenverbrauch meiner Solaranlage auf 70–80 Prozent?

Der wirksamste Baustein ist ein Batteriespeicher, der Mittagsstrom in den Abend verschiebt. Dazu kommen flexible Großverbraucher wie Wärmepumpe, Warmwasserbereitung und E-Auto, die sich gezielt bei Sonnenschein einschalten lassen. Ein Energiemanagementsystem mit Wetterprognose steuert das automatisch. In Kombination sind Eigenverbrauchsquoten von 70–80 % gut erreichbar.

Nächster Schritt: Passt Photovoltaik ohne Einspeisevergütung zu Ihrem Dach?

Ob sich Photovoltaik für Ihr Dach ohne Einspeisevergütung rechnet, hängt von Ihrem Stromverbrauch, dem Eigenverbrauchspotenzial, der Dachausrichtung und der passenden Speichergröße ab – pauschale Aussagen ersetzen keine gebäudespezifische Rechnung. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Einschätzung, wie hoch Ihr realistischer Eigenverbrauch, Ihre jährliche Ersparnis und Ihre Rendite ausfallen – inklusive sinnvoller Anlagengröße und Wirtschaftlichkeit über die gesamte Laufzeit.

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