Wärmepumpe Kreis Borken: Warum das Netz nicht kommt
Modelliert laufen 89 % der Heizungen im Kreis Borken mit Gas, Fernwärme fehlt fast ganz – die Wärmeplanung führt meist zur Wärmepumpe. Jetzt Check starten.
Aggregierte Gebäudedaten für Kreis Borken – 17 Gemeinden, rund 107.240 Wohngebäude.
40 %
Gebäude vor 1979
oft mit Sanierungsbedarf
17,2 kW
Ø Heizlast EFH
unsaniert, geschätzt
136
kWh/m²·a Wärmebedarf
Median, unsaniert
55 %
Freistehende EFH
günstig für Aufstellort
Gebäudebestand in Kreis Borken: Baualter entscheidet
Das Baujahr ist der wichtigste Hinweis auf die nötige Vorlauftemperatur und damit die Eignung für eine Wärmepumpe. In Kreis Borken wurden rund 40 % der Wohngebäude vor 1979 – also vor der ersten Wärmeschutzverordnung – errichtet:
Baujahr und Heizträger sind modellierte Schätzwerte auf Basis der Gebäudedaten.
Sie interessieren sich für eine Wärmepumpe?
Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region und sparen Sie bis zu 37 % durch unseren Angebotsvergleich.
- 100 % kostenlos & unverbindlich
- Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
- Durch Vergleich bis zu 37 % sparen
Heizlast & Auslegung im Einfamilienhaus
Ein typisches Einfamilienhaus in Kreis Borken hat eine geschätzte Heizlast von rund 17,2 kW (mittlere 50 %: 11,6–26,3 kW) im unsanierten Zustand. Als grobe Orientierung passt dazu eine Wärmepumpe der Leistungsklasse um 17 kW – die genaue Auslegung hängt vom Sanierungszustand ab.
Heizträger in Kreis Borken heute
Die geschätzte Verteilung der Energieträger zeigt, wie groß das Umstellungspotenzial auf eine Wärmepumpe ist:
Energieträger modelliert; der heutige Wärmepumpen-Bestand wird tendenziell unterschätzt.
Wer im Kreis Borken über die Heizung nachdenkt, hört oft denselben Satz: „Ich warte erst mal ab, was die kommunale Wärmeplanung ergibt.“ Genau dieser Reflex kostet Sie hier wahrscheinlich Zeit und Förderung. Denn für eine der 17 Kommunen liegt ein Ergebnis bereits vor – in Bocholt. Die größte Stadt des Kreises hat den Entwurf ihrer kommunalen Wärmeplanung am 10.07.2025 einstimmig beschlossen (bocholt.de/waermeplanung). Und dieser Plan ist eine erstaunlich klare Blaupause für die übrigen 16 Gemeinden.
Was Bocholts Wärmeplan für den ganzen Kreis verrät
Bocholt deckt einen Wärmebedarf von rund 800 GWh pro Jahr ab, davon über 98 % fossil, verteilt auf etwa 24.500 beheizte Gebäude, von denen rund 90 % Wohngebäude sind (bocholt.de/waermeplanung). Das Ergebnis: Neue oder erweiterte Wärmenetze sind nur in wenigen dichten Verdichtungs- und Neubaugebieten vorgesehen – etwa Liedern und der i-Park Mussum, dazu Erweiterungen am Europaplatz und im Umfeld Fildekenbad/Gesamtschule. Der weitaus größte Teil des Stadtgebiets bleibt „dezentral versorgt“, und dezentral heißt im Klartext Wärmepumpe.
Der Kreis Borken insgesamt ist strukturell fast identisch aufgebaut: 17 Gemeinden, rund 380.796 Einwohner, 107.240 Wohngebäude, davon 86 % Ein- und Zweifamilienhäuser (der Wohngebäude nach Anzahl). Verstreute Einfamilienhäuser, kaum Verdichtung – und im modellierten Energieträger-Mix laufen 89 % der Heizungen mit Gas, 10 % mit Öl, und Fernwärme kommt praktisch nicht vor (0 % im Bestand). Wo heute keine Netze liegen und die Bebauung dünn ist, rechnet sich ein neues Wärmenetz fast nie. Bocholt hat das für sich im eigenen Wärmeplan bestätigt; für die dörflich geprägten Nachbargemeinden gilt dieselbe Logik.
Warten auf die Fernwärme ist für die meisten die falsche Strategie
Wichtig zur Einordnung: Ein Wärmeplan ist rechtlich unverbindlich. Selbst ein „Prüfgebiet Wärmenetz“ garantiert Ihnen keinen Anschluss. In Bocholt lautet das Planungsergebnis für den weitaus größten Teil des Stadtgebiets bereits „dezentral“ – also Wärmepumpe. Die übrigen 16 Kommunen – darunter Ahaus, Gronau, Borken und Stadtlohn – liegen alle unter 100.000 Einwohnern und sind gesetzlich verpflichtet, bis 30.06.2028 einen Wärmeplan aufzustellen (waermeplanung.nrw). Sie stecken also noch mitten im Verfahren. Wer bis 2028 wartet, wartet in aller Regel auf ein Ergebnis, das schon feststeht – und riskiert, dass sich die Förderkulisse bis dahin verschlechtert.
Ihr Fördergerüst: Bund plus Land – keine Kreisprämie
Ein eigenes Wärmepumpen-Zuschussprogramm des Kreises gibt es nicht. Zwar existiert die Initiative „KlimaKreis Borken“, sie wirkt aber koordinierend und informierend, nicht als Fördergeber (kreis-borken.de). Ihr Förder-Rückgrat ist deshalb der Bund:
- BEG / Heizungsförderung (KfW 458): Grundförderung 30 %, dazu Klimageschwindigkeitsbonus 20 %, Einkommensbonus 30 % und Effizienzbonus 5 % – in Summe gedeckelt auf 70 % von maximal 30.000 € förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit im Einfamilienhaus, also bis rund 21.000 € Zuschuss. Der Klimageschwindigkeitsbonus ist zum Stand Juli 2026 verfügbar; für 2027 diskutierte Kürzungen sind nicht beschlossen. Die jeweils gültigen Sätze und Bedingungen prüfen Sie bitte direkt bei der KfW (Produkt 458).
- progres.nrw (Land NRW): Ergänzendes Landesprogramm mit Bausteinen unter anderem für Erdwärme-Wärmepumpen und Erdsondenbohrungen. Für eine Standard-Luft-Wärmepumpe ist es meist irrelevant – interessant wird es vor allem bei Sole-/Wasser-Anlagen mit Bohrung. Konkrete Beträge und Bedingungen unbedingt am Portal prüfen (bra.nrw.de).
- Unabhängige Energieberatung: Vor der Investitionsentscheidung lohnt der anbieterunabhängige Blick der Verbraucherzentrale NRW – Basis- und Online-Checks sind kostenfrei oder stark bezuschusst.
Junger Bestand, hohe Gasquote: gute Ausgangslage
Der Gebäudebestand im Kreis spielt Ihnen in die Karten: Nur rund 40 % der Wohngebäude stammen aus der Zeit vor 1979 (modelliert), rund 60 % sind jünger und damit oft direkt wärmepumpentauglich. Die geschätzte mittlere Heizlast eines Einfamilienhauses liegt bei etwa 17,2 kW – ein Wert, den moderne Luft-Wärmepumpen bei üblicher Vorlauftemperatur um 55 °C und einer Jahresarbeitszahl von rund 3 gut bedienen. Reduco ist kein lokales Büro, sondern liefert die Datenanalyse für Ihr konkretes Gebäude und vermittelt an ein Netzwerk geprüfter Fachbetriebe und Energieberater, die den Kreis Borken bedienen.
Der ehrlichste nächste Schritt ist kein Warten, sondern eine Zahl für Ihr Haus. Der kostenlose Wärmepumpen-Check schätzt Heizlast, Stromkosten und Förderhöhe für genau Ihre Adresse.
Kostenloser Gebäudecheck
Ist Ihr Haus für eine Wärmepumpe geeignet?
Prüfen Sie kostenlos in 2 Minuten Eignung, nötige Vorlauftemperatur, Stromverbrauch und Ersparnis – für Ihre Adresse, ohne Anmeldung.
Wärmepumpen-Rechner startenAngebot für Ihre Wärmepumpe erhalten
Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich Angebote von geprüften Fachbetrieben in Ihrer Region.
- 100 % kostenlos & unverbindlich
- Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
- Durch Vergleich bis zu 37 % sparen
Häufige Fragen
Sehr wahrscheinlich nicht. Im Bestand liegt der Fernwärmeanteil bei 0 %, und selbst Bocholts beschlossener Wärmeplan-Entwurf sieht Netze nur in wenigen dichten Gebieten wie Liedern oder dem i-Park Mussum vor. Für dörflich geprägte Lagen in den übrigen Gemeinden ist ein Netz kaum wirtschaftlich.
Für die meisten Eigentümer lohnt sich das nicht. 16 der 17 Kommunen sind noch im Verfahren (Frist 30.06.2028), aber Bocholts Ergebnis zeigt die Richtung: dezentral, also Wärmepumpe. Warten heißt vor allem, Förderjahre und Planungssicherheit zu verschenken.
Die Chancen stehen gut. Rund 60 % der Wohngebäude im Kreis wurden nach 1979 gebaut (modelliert) und sind oft ohne große Umbauten geeignet. Bei einer geschätzten mittleren Heizlast von etwa 17,2 kW pro Einfamilienhaus arbeitet eine passend dimensionierte Anlage effizient – der Check gibt Ihnen den konkreten Wert.
Das Rückgrat ist die Bundes-Heizungsförderung (KfW 458) mit 30 % Grundförderung und Boni bis zu 70 %, gedeckelt auf 30.000 € förderfähige Kosten für die erste Wohneinheit. Einen zusätzlichen Kreiszuschuss gibt es nicht. Die aktuellen Sätze prüfen Sie bei der KfW.
Nichts direkt. Die Planungskosten erstattet das Land NRW pauschal mit 165.000 € je Kommune für die Erstaufstellung plus 1,36 € je Einwohner (waermeplanung.nrw). Der Plan selbst ist für Sie unverbindlich – er verpflichtet Sie zu keinem bestimmten Heizsystem.
Nur in Sonderfällen. Der relevante Baustein zielt auf Erdwärme-Wärmepumpen mit Erdsondenbohrung. Für eine normale Luft-Wärmepumpe bringt er meist nichts. Prüfen Sie die aktuellen Konditionen direkt am progres.nrw-Portal, bevor Sie damit kalkulieren.
Nein. Zum Stand Juli 2026 ließ sich kein eigenes Zuschussprogramm des Kreises belegen. Die Initiative „KlimaKreis Borken“ informiert und koordiniert, fördert aber nicht selbst. Ihre Zuschüsse kommen von Bund und Land.
